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 Betreff des Beitrags: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 22.04.09, 16:25 
Edelbürger
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"So erscheint der Allweise den Sterblichen und Unsterblichen oft im Verborgenen,
unter einer Maske oder mit anderweitig verhülltem Gesichte,
denn Rätsel sind seine ewige Leidenschaft und seine unsterbliche Liebe,
so liebt er auch die Menschen, die ihm noch Rätsel sein können."

Aus: "Buch des Wissens" im Tempel des Allweisen Astrael zu Lafay's Stab, Verfasser unbekannt.


Stille lag im Schrein des Astrael, nur hin und wieder unterbrochen durch den schweren, beinahe rasselnden Atem des wuchtigen Mannes der vor dem Altar kniete. Der mit goldenen Stickereien verzierte Silberhirschfellmantel fiel schwer über die breiten, gerüsteten Schultern und umfloß die Füße des Mannes wie silbernes Wasser. An manchen Stellen der dünnen, astraelblauen Robe blitzte die goldene Rüstung hervor. Die Spiegelungen wurden hervorgerufen durch das Göttliche Licht welches in dem Schrein leuchtete und ihn selbst in mondloser Nacht erhellte. Das Gesicht des Mannes, welches er gesenkt hielt vor dem Buch auf dem Altar, war bedeckt mit einer silbergrauen Maske aus matt glänzender Seide. Die Augen hielt er geschloßen.

Lügner hatten sie mich genannt! Mich! Vermummen würde ich mich! Dabei bin ich der Aufrichtigste von allen, denn wer unter ihnen trägt denn keine Maske?! Sei es der Graf, welcher den bärbeißigen Ignoranten mimt und dahinter seine Schwäche und seine Zweifel verbirgt, sei es der greise Salanus, der hinter seinem zahnlosen, debilen Lächeln, nur seine Megalomanie und seine Intriganz versteckt. Sie tragen alle Masken vor sich her... Sei es die Richterin, die sich ihr Gesicht bemalt, mit Läuseblut die Lippen färbt und mit Puder ihren blassen, aristokratischen Teint bewahren will, nur um der Wahrheit selbst nicht ins Gesicht sehen zu müssen, sei es die freche Akora Dur, welche hinter dem aufreizenden und schamlosen Auftreten mehr ist als die Kurtisane, die sie vorgibt zu sein... Sie alle... sie alle tragen Masken. Sei es Lucius Gropp, der...

Ein gutturaler Schrei zeriß die Stille im Schrein und die Maske spannte sich bis zum Äußersten. Seine Fäuste ballten sich, dann krachten seine Kiefer wieder aufeinander und die Zähne knirschten.

Alle tragen sie Masken, aber ich gebe es offen zu, aufrichtig und stolz. Nur du...

Seine Hände berühren sich, seine Rechte tastet den kleinen Finger der Linken ab und dreht an einem Ring.

Nur du warst immer unmaskiert, du warst so du selbst, wie ein Mensch nur er selbst sein kann. Ohne Schnörkel, ohne Larve. Und du hast auch alle um dich herum demaskiert, hast ihnen die Freiheit gegeben zu sein, was sie sind.

Langsam zog er die astraelblauen, feinen Handschuhe von seiner Linken und legte damit eine lange Narbe an der Handinnenfläche frei, sowie einen feingearbeiteten Bronzering, in den eine feine Inschrift graviert war.

"Immer an deiner Seite"


Mit einer fast zärtlichen Bewegung streichelte er den Ring und betrachtete ihn einen Augenblick, dann verhüllte er seine Hand wieder mit dem Handschuh.

Wie habe ich Vitama um ein Wunder angefleht an ihrem höchsten Feiertag, aber die Liebe meines Lebens ist mir entfernter denn je, sucht mich, wo sie mich nicht finden kann. Ich wünschte, du wärst wieder bei mir...

Stille herrschte wieder im Schrein. Der Mann kniet weiterhin statuengleich vor dem Altar, den Kopf gesenkt, die Gedanken weit entfernt.

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<Fili>und wenn Custodias ein verlogener bastard ist, der uns alle um seinen finger wickelt
<Fili>dann ist er offenbar so gut darin, dass er sich das verdient hat

Fiete: Gott sei Dank, noch ein Ritter!
Hagen: Das hat noch nie jemand in der Geschichte Siebenwinds gesagt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 1.05.09, 00:49 
Edelbürger
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So spricht Astrael der Allweise:
Wehe den Herrschern Galadons, die sich selbst geweidet haben!
Sollten die Hirten nicht die Schafe weiden?
Das Schwache habt ihr nicht gestärkt, das Kranke nicht geheilt und das Gebrochene nicht verbunden;
ihr habt das Versprengte nicht heim geholt und das Verirrte nicht gesucht, und das Kräftige habt ihr gewalttätig niedergetreten.
So zerstreuen sich denn meine Schafe, weil kein Hirte da war.

Aus: "Apokryphische Schriften der Bücher des Wissens", Verfasser unbekannt. Unter Verschluß in den Archiven des Orden vom Allsehenden Auge Astraels in Draconis.


Der Auftrag des Calators war klar wie Mondsilber: Die zunehmenden Aktivitäten der Schergen des Ungenannten mussten untersucht und soweit wie möglich unterbunden werden. Die ersten Maßnahmen zur Aufklärung der Übergriffe auf die Kinder der Viere waren ebenso klar. Die Opfer der Entführungen mussten befragt werden. Durch einen glücklichen Umstand wurde die Frau Erin Caiomme auf dem Markt in Falkensee angetroffen, sie erklärte sich sofort bereit die Frage in einer vertraulichen Unterhaltung zu beantworten.

Sie setzten sich einander gegenüber in Dedelebres Zuflucht und der maskierte und gerüstete Diener Astraels erkannte es schnell. Sachlich waren die Bewegungen des Geweihten, sein Blick kühl und routiniert. Im rötlichen Schein der Fackeln glitzerte das Auge auf der Stirn der seidenmatten Maske. Die Rüstung scharrte auf dem alten Holz des Stuhles und hinterließ, offenbar nicht zum ersten Mal, einige Kerben und Kratzer darin. Die blaugrauen Augen unter der Maske richteten sich auf die Frau mit den schwarzen Haaren, welche den Geweihten gegenüber mit einer spürbaren Distanz zu betrachten schien.

Erin Caiomme trug Gefühle in sich, welche mit dem Attribut "vitamafern" zutreffend beschrieben wären. Hass, Rachsucht, die Gier nach Vergeltung... Gefühle, die einer an sich attraktiven Frau wie sie es war, nicht gut zu Gesichte standen. Ein Versuch, sie zu erreichen, blieb vergeblich. Die Maske, die Rüstung stand wie eine unüberwindbare Mauer zwischen uns. Das war das Los des Gelübdes. Ich habe es tausendfach erlebt, die Distanz der Gläubigen deswegen war fast unerträglich, kaum einer ließ sich auf meine seelsorgerischen Bemühungen ein. Sie wollen alle mein Gesicht sehen, meine menschlichen Regungen bei ihren Problemen. Mussten sie es denn sehen um es zu glauben?

Das Gespräch nahm einen sachlichen, kühlen Verlauf. Fragen wurden gestellt, Antworten wurden gegeben. Kein Wort mehr über das Seelenleben der verbittert wirkenden Frau. Die Befragung endete. Der Geweihte des Astrael nickte ihr einmal zu.

"Ihr seid entlassen, Erin, ich danke Euch für Eure Kooperation. Die Viere mit Euch!"

Sie erhob sich und entfernte sich mit einem stolzen Gruß, dann entschwand sie eiligen Schrittes aus der Bibliothek.

Vater Sanduros, das ist Euer Metier, nicht das meine. Wo Ihr der gütige Vater seid, bin ich der strafende. Wo Ihr lacht und lobt, schweige ich. Wo Ihr schweigt, da tadle ich und weise zurecht. Aber wo seid Ihr, Vater Sanduros? Helft mir dieses mein Los zu tragen, ich bitte Euch.

Der Kopf ruckte herum, kurz verlor sich der Blick im Nichts.

Vater Benion...?!

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Textpassage frei nach Bibel, Buch Hesekiel, Kap. 34

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 30.05.09, 00:41 
Edelbürger
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"Die Liebe ist langmütig und freundlich,
die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen,
sie bläht sich nicht auf,
sie verhält sich nicht ungehörig,
sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,
sie freut sich aber an der Wahrheit;
sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
Die Liebe hört niemals auf."

Aus: "Gespräche mit einem hohen Diener der Vitama", Franz Steinhauer, Diener des Astrael aus Wallenburg.



Der schwer gerüstete Astraelgeweihte mit der Seidenmaske ließ sich schwerfällig auf den Stuhl nieder, der vor dem Schreibtisch des Calators stand. Der Hochgeweihte Benion Sandelholz schrieb noch einige Zeilen nieder und blickte ihn dann erwartungsvoll an. "Was kann ich für dich tun, Bruder Custodias," fragte er in seiner ruhigen, freundlichen Art. Kurz wankte der Blick des Astraelis.

Ich hasse es dies tun zu müssen, hasse es dies zu empfinden. Darf man im Kampf gegen die Schergen des Ungenannten zwar alles opfern, auch das eigene Leben, die Unversehrtheit des Leibes, doch das eine eben nicht, und das ist die Seele eines Menschen. Wer eine solche rettet, wird von Morsan gerichtet, als habe er ein Königreich gerettet. Wer eine solche aber der Verdammnis anheim fällen lässt, wird Weltenzerstörer wie der Widersacher selbst.

"Ich kann Euren Auftrag die Schwarzmagier zu bekämpfen nicht mehr ausführen, Calator, ich bitte Euch deshalb in aller Form mich davon zu entbinden," sprach er mit kühler Stimme.

Naturgemäß fragte der Vitamahochgeweihte: "Warum dies?"

Kurz schien der Gerüstete zu zögern, dann antwortete er wieder mit fester Stimme: "Mein Geist geht zu sehr in dieser Jagd auf. Ich fürchte... ich fürchte ein Bluthund zu werden. Ich glaube mein Seelenheil dadurch in Gefahr."

Benion nickte und im Anschluß besprachen sie die weitere Vorgehensweise.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Textpassage aus Bibel, 1. Korintherbrief

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 7.07.09, 16:16 
Edelbürger
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Ein Gottloser ist eine Brut der Niederhöllen, die sich, wie der Namenlose, tausendmal verstellen kann.
Bald ist's ein listiger Fuchs, bald ein wilder Bär; bald ist's ein Esel, bald ein Philosoph; bald ist's ein Hund, bald ein unverschämter Poet.
Kurz, es ist ein Untier, das schon lebendig bei den Dämonen in der Niederhölle brennt, eine Pest Tares, eine abscheuliche Kreatur, ein Vieh, das dummer ist, als ein Vieh;
ein Seelenkannibal, ein ewiger Gegenspieler, ein schreckliches Ungeheuer.


Aus: "Ketzer, Häretiker und Gottlose", Boris Steiner, genannt 'Der Lichtbringer', Diener Astraels aus Lichtenfeld


Spärlich war der Weg zwischen Brandenstein und dem Schlachtenpass beleuchtet und die schwere Gestalt wanderte mit wuchtigem Schritt von Laterne zu Laterne. Kurz vor Erreichen des Passes an dem vor einigen Götterläufen die Schlacht zugunsten der Viere verlaufen war, erklang das Hufgetrappel eines Trabers von hinten. Die Angehörige des Löwenordens, Ayleen, war die Reiterin und zügelte ihr Pferd als sie der astraelgrauen Gestalt gewahr wurde. Sie sprach eine Warnung aus, vor einer seltsamen Mischgestalt die sich in den Wäldern herumtrieb.

Eine Chimäre, ein Daimon, ein Daimonid? Es wird sich herausstellen.

"Habt vielen Dank für Eure Sorge, Fräulein Ayleen. Ich werde darauf achten," sprach der Astraeli mit der Maske und nach einem Segen gab die junge Frau ihrem Pferd wieder die Sporen. Kurz zögerte der Astraeldiener am Schlachtenpass, bog dann aber Richtung Seeberg ab und folgte dem Weg in das Tal der Dwarschim.
Auf seinem Weg dann zurück nach Falkensee ertönte ein Fauchen aus dem Wald der Dwarschim. Offenbar alarmiert zog der gerüstete Astraeli seinen Streitkolben und nahm seinen Schild vom Rücken. Langsam bewegte er sich dann vom Wald weg und versuchte offenbar einen Laternenpfahl in den Rücken zu bekommen.

Das Wesen sprang aus dem Wald heraus und fauchte den Astraeli an. Der Körper war etwa so groß wie der einer Ziege, der Schädel der einer Katze mit blutroten, pupillenlosen Augen. Der geschmeidige und doch muskulöse Körper war bedeckt von dunkelrotem Fell, welches wie blutverschmiert aussah und naß und schleimig wirkte. Mit gefletschten Zähnen umkreiste sie den Krieger und ließ ihn nicht aus den Augen. Ohne Vorwarnung wandte sich das Wesen dem Mann plötzlich in atemberaubender Geschwindigkeit zu und machte einen riesigen Sprung auf ihn zu. Geistesgegenwärtig riß dieser den Schild hoch und holte mit seinem schweren Streitkolben aus. Das Wesen prallte gegen seinen Schild und warf ihn etwas zurück. Dann schlug er mit seinem Streitkolben zu und traf das Untier am Vorderlauf. Fauchend wich es etwas zurück und verharrte nur wenige Schritte vor ihm, den Vorderlauf hielt es unnatürlich abgewinkelt nach oben, offenbar war es verletzt. Entschloßen setzte der Krieger nach und schlug nach dem Schädel des Wesens. Mit voller Wucht traf er diesen und eine blutige Fontäne spritzte davon. Der Schädel war teilweise zertrümmert, ein Auge des Wesens hing nur noch an einem blutigen Faden. Kreischend sprang die Chimäre mehrere Schritt weit zurück und der Götterdiener konnte etwas beunruhigendes beobachten.

Langsam aber sicher schloßen sich die Wunden, die Knochen wuchsen wieder zusammen und die Blutungen stoppten abrupt. Dann riß das Wesen sein Maul weit auf und entblößte dolchlange rote Zähne. Dann schoßen statt einer Zunge plötzlich ein gutes Dutzend Tentakel auf ihn zu. Mit einer schnellen Bewegung riß er den Streitkolben hoch und schlug mit aller Wucht die Laterne vom Pfahl herunter. Sie wurde zerschmettert und das Lampenöl verteilte sich brennend auf dem Weg und einige fackelnde Spritzer trafen auch die Katzenchimäre. Die ausgestreckten Tentakel zogen sich zurück und mit einigen mächtigen Sprüngen verschwand das Wesen in der Dunkelheit.

Erleichtert atmete der Astraeldiener aus. Das Wesen war vertrieben...

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Textpassage frei nach Gotthold Ephraim Lessing, Der Freigeist

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 16.07.09, 23:40 
Edelbürger
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"Vandrien verfällt seiner Strafe, weil es sich empört hat gegen die Viere. Seine Bewohner fallen unter dem Schwert, ihre Kinder werden zerschmettert, die schwangeren Frauen werden aufgeschlitzt."

Aus: "Apokryphische Schriften der Bücher des Wissens", Verfasser unbekannt. Unter Verschluß in den Archiven des Orden vom Allsehenden Auge Astraels in Draconis.



So war es getan. Die Strafe war vollzogen. Ein stilisierter Greif zierte nun die Brust der beiden Verurteilten, eingeschnitten mit Eisen, verödet mit Feuer.

Mit schwerem Schritt stapfte der maskierte Astraeli durch die Strassen Falkensees auf den Tempel zu. Sein Weg führte ihn in den Schrein des Astraels im Tempel der Viere. Sein Blick schien in fernen Sphären zu ruhen. Vor dem Altar des Allweisen fiel er auf die Knie und senkte den Blick. Seine in feinen astraelgrauen Stoff Finger verschränkten sich zu einer Raute.

Wie lange war es her? Jahre nur, und es scheint mir wie ein Leben. Damals hatten sie an mir herumgeschnitten und empfanden eine dämonische Lust dabei. Hier war es anders, hier war es eine Pflicht gewesen. Eine schwere Pflicht, aber sie musste vollbracht werden.

Er hob den Blick zum Licht im Astraelschrein und atmete tief ein, kurz darauf senkte er den Blick wieder.

Ich kann es noch riechen, das verbrannte Fleisch. Ich kann es noch hören, das zischende Blut. Ich kann sie spüren? Die Schmerzenschreie, die Blicke aus den tränenden Augen?

Kurz schien der massige Körper zu erschaudern, die Hände ballten sich zu Fäusten und Zähne knirschten laut auf.

Pflicht. Nichts anderes.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Textpassage frei nach Bibel, Hosea 14,1

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 22.09.09, 14:11 
Edelbürger
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Nicht Roß, nicht Reisige
Sichern die steile Höh',
Wo Fürsten steh'n:
Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscherthron
Wie Fels im Meer.

Aus: "Das Heil der Viere über dem König", neue Weise eines galadonischen Barden.



Recht eilig führten ihn seine Schritte über den Hof von Finianswachts, zielstrebig ging er auf den großen Audienzsaal zu und öffnete die Tür. Dann vernahm er hinter sich das tiefe Grummeln eines Zwergen.
"Heeeeeeda!" grollte die raue und tiefe Stimme auf und der breitschultrige Astraeldiener wandte sich steif herum. Mit kurzem Blick maß er die drei Zwerge, die sich da in teils in Bronze gerüstet vor ihm aufbauten, die meisterlichen Äxte waren griffbereit auf ihrem Rücken und seltsame Augen erwiderten seine prüfenden Blick.
"Bellum zum Gruße, werte Dwarschim," sprach der Astraeli und neigte leicht sein Haupt, dann hob er wieder seinen Blick und betrachtete die Zwerge vor ihm.

Ihre Bärte sind wild und kraus, geradezu ungepflegt, selbst nach den weichen Maßstäben von Hygiene im Volk der Dwarschim, untypisch für diese. Und der Anführer trägt eine pechschwarze Rüstung, nicht aus prachtvollem Gold, robuster Bronze oder gar dem Heiligem Blau gefertigt war dieses Werk, äußerst fragwürdig. Und dann diese Augen... bleich, ohne Iris und Pupille, blutunterlaufen und schwarze Ringe darunter. Das war mit Sicherheit nichts natürliches.

"Unsere Bärte wollen mit einem Khael sprechen, der hier was zu sagen hat!" brummte der Anführer des Dreigestirns und erwiderte den Gruß nur mit einem nachlässigen Kopfnicken.
Der Astraeli stellte sich als das vor was er war, doch der Zwerg unterbrach ihn rüde mit rauer Stimme. Am morgigen Tag, Wandeltag dem 22. Carmer, sollten sich zur 22. Stunde die Räte des Ersonter Bundes im Audienzraum einfinden um der Nachricht zu lauschen, die er vorzubringen hatte. Dann wandte er sich ruckartig um und befahl seinen beiden Mitzwergen bellend "Abmarsch!". Dann verließen sie die Burg und hinterließen einen offenbar nachdenklichen Astraeldiener.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Textpassage aus dem Lied "Heil dir im Siegerkranz"

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 10.01.10, 01:36 
Edelbürger
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Ich trieb einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Kowar, dem Fürst der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten mich auf die Probe stellen und forderten von mir ein Zeichen vom Himmel. Doch ich wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Ungenannte mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Korwa austreibe. Wenn ich die Dämonen durch Korwa austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Astraels austreibe, dann ist doch das Reich der Viere schon zu euch gekommen.

Aus: "Apokryphische Schriften der Bücher des Wissens", Verfasser unbekannt. Unter Verschluß in den Archiven des Orden vom Allsehenden Auge Astraels in Draconis.


Kälte umfing ihn, ein ungutes Gefühl erfüllte ihn. Kurz zuckte der Kopf herum, als ob er sehen könnte, als ob er nach der Quelle der Kälte und des Gefühls suchen würde.
Eine dunkle Gestalt war im Burgsaal erschienen, gekleidet wie ein Adliger, gegürtet mit einem Schwert aus Eis, seine Stimme war sanft wie Seide.

"Wir haben einen gemeinsamen Feind," sprach die Stimme und der blinde Astraeldiener konnte das Lächeln darin hören. Das Atmen des einzigen Menschen in diesem Saal wurde schwerer. Ihm brach trotz der unnatürlichen Kälte der Schweiß auf der Stirn aus.

"Warum sollte ich dir vertrauen, Dämon?" brachte der Astraelgeweihte hervor. Das affektierte Lachen des Besuchers machte es nicht besser.
"Du solltest mir nicht vertrauen, Mensch," gab das Wesen zurück. Schweiß perlte sein Gesicht hinab, sein Gesicht blieb ausdruckslos, als er die Macht des widernatürlichen Besuchers mit Worten herausforderte. Er nahm die Herausforderung nicht an, aus welchem Grund nur?

Die Bedingung für eine Zusammenarbeit war klar formuliert: Die Seelen, die der gemeinsame Feind in seinen Besitz gebracht hatte, mussten Galtor übergeben werden. Keine weitere Seele durfte gefährdet werden, das war eindeutig. Dennoch... irgendetwas mutet falsch an. Feuer mit Feuer bekämpfen, den Ungenannten mit Kowar austreiben... ein gefährliches Spiel. Nein, bei Astrael, kein Spiel!

Der Astraeldiener verfiel wieder in dumpfes Brüten. Er legte die Fingerspitzen aneinander und senkte sein Gesicht.

Tarrant... er hatte von ihm erzählt, von einem Bild, von einer Jagd. Das musste näher erörtert werden...

Müde und erschöpft wirkend massierte er sich die Nasenwurzel.

Lakaien... Lakaien des gemeinsamen Feindes auf der Insel. Wer könnte das wohl sein?

Ein tiefes Seufzen entfuhr ihm.

Sovieles zu tun, so wenig vertrauenswürdige Freunde und Helfer, und ihn werde ich ganz gewiß nicht gefährden in so einer Sache...

Ruckartig erhob sich der Astraeli aus dem Thron der Ersonter und stapfte blind und dennoch mit sicherem Tritt aus dem Saal hinaus.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Textpassage frei nach Lukas 11, 15ff.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 10.01.10, 02:16 
Edelbürger
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Beiträge: 4865
Lieber Herr Astrael,
ich will ja immer fein die Wahrheit sagen,
aber bitte mach, dass Mama und Papa nicht wütend sind,
wenn sie herausfinden,
wer die gute Vase zerbrochen hat.
Ael.

So gehört von einem kleinen Jungen in einem Astraeltempel zu Rothenbucht.


Die schwere Henkersaxt trennte unbarmherzig Fleisch von Fleisch, zersplitterte den Knochen und hinterließ einen bewußtlosen Mann und ein Stück totes Fleisch. Wie ein widerliches Insekt zuckte die Hand ein letztes Mal auf dem Burgplatz der Finianswacht, spie den letzten Rest Leben aus. Funken waren aufgestoben als die Axt auf dem Steinboden aufgeschlagen war.

Für Astrael! Für das Recht! So es keiner tun will, muss sein Diener eben Scharfrichter sein. Dadurch erfährt das Urteil göttliche Absolution. Wenn die Axt in seinem Namen geschwungen wird, dann kann sie ihr wahres Ziel nicht verfehlen.

"Magnifizienz, bitte verbrennt die Hand. Damit dieser Makel restlos getilgt wird von Tares Antlitz, in Astraels Namen!" dröhnte der blinde Henker und hob die Hand auf. Der letzte Lebensaft floß plätschernd auf den Boden und hinterließ rote Spuren der Rechtssprechung.

Auch das Eisen wurden erhitzt durch die magischen Kräfte, die Astrael den Menschen gab. Das Eisen glühte und schon allein der Anblick schmerzte. Kraftvoll und voller Entschlossenheit griff der Astraeldiener nach dem Kinn des Verurteilten. Der Waibel hielt den Kopf ebenfalls fest umgriffen. Ein Auskommen war unmöglich.

Auf die Stirn! Bei Astrael, auf die Region, welche dem Herren als Symbol diente am Körper der Sterblichen. Das war... hart. Aber es war Anweisung des Gerichts und wer bin ich ein Urteil, welches in deinem Namen gesprochen wurde, Herr, anzuzweifeln.

Mit einer ruckartigen Bewegung presste der Astraeli dem Manne das Brandeisen auf die Stirn. Ein Schrei der Verzweiflung ertönte, Fleisch verschmorte, Blut verkochte. Dann war es getan. Zwei Greifen zierten nun die Stirn des Mannes, der so schrecklichen Verrat beging. Er sackte zusammen, bewußtlos, ehrlos, verlassen von allen.

Der Astraeldiener wollte selbst die Stockhiebe ausführen, die dem Alten gebührten. Er forderte es vehement ein, doch das wollte sich der Waibel nicht nehmen lassen.
"Wir haben doch die Orken hier," meinte er beinahe freudig. Der Astraeldiener grollte wütend auf.

Orken als Werkzeug Astraels?! Sind sie denn noch alle bei Trost?! Kein Mensch hat eine solche Demütigung verdient...

Kurz schien der Astraeldiener zu zögern, fast schien es, als wollte er sich dazwischen werfen um die Schläge der Orken für seinen Bruder zu übernehmen. Für den Alten, der sein Leben an dieser Strafe aushauchen konnte.

Nein, sie haben mich beschuldigt, vor einem Gericht in dem es nicht um die Verfehlungen meinerseits ging. Es wäre ein falsches Signal für das Volk nun die Schläge für ihn zu ertragen. Es käme einem Zugeständnis an diesen infamen Beschuldigungen gleich. Der Alte musste es nun ertragen...

Ein weiteres wütendes Grollen entrang sich der tiefen Kehle des wuchtigen Astraeldieners, dann wandte er sich um. Er wollte dieses Schauspiel, denn zu nichts anderem hatte sich der Vollzug des Urteils entwickelt, nicht mit dem Blick Astraels adeln.

Pflicht. Nichts anderes.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 9.02.10, 15:50 
Edelbürger
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Schlagt ihn tot, den Hund, das Weltgericht
fragt euch nach den Gründen nicht!


Fest umschloßen die kraftvollen Hände Hammer und einen scharf geschliffenen Meißel, dann wandte er sich wieder dem wimmernden Alten zu, der von einer gesichtlosen Tempelwache festgehalten wurde. Ein weiterer Templer, ebenso gesichtlos wie der andere, griff nach dem Arm des zahnlosen Greisen und drückte seine Hand auf den Hackklotz. Der Meißel wurde auf das Handgelenk gesetzt und der Hammer wurde unbarmherzig geschwungen. Das Metall trennte Knochen und Fleisch, der Lederriemen, welcher um den Unterarm gebunden war, verhinderte allzu großen Blutfluß. Das Wimmern des Greisen wurde lauter, dann schien noch einmal eine übermenschliche Kraft den Alten zu durchströmen und er riß sich aus dem Griff der Tempelwachen. Er griff nach der abgeschlagenen Hand und hielt sie in die Höhe.
"Seht, dies ist die Hand eines treuen Dieners an Astrael," rief er überraschend laut. Die Templer zögerten den Alten zu ergreifen, dann erhielt er vom Scharfrichter einen Schlag mit dem Handrücken, der ihn zu Boden schleuderte. Die Tempelwachen griffen wieder zu und der Scharfrichter verfuhr mit der anderen Hand des Greisen ebenso wie mit der ersten.

Nachdem der Alte zurück in die Kerkerzelle gebracht worden war, griff sich der Scharfrichter die blutleeren, abgeschlagenen Hände, einen schweren Hammer und zwei mächtige Nägel. Dann machte er sich auf den Weg zum Tempeltor. Sein Schritt war fest und sicher. Dann nagelte er mit wenigen Schlägen die Hände des Greisen an das Tempeltor. Er hatte seine Drohung wahr gemacht.


Tief atmete er ein, sein Kopf ruckte herum. Still war es im Schlafraum der Gemächer des Burgkaplans. Er war tot, ein seltsamer Verlust...


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ooc: Textpassage frei nach Heinrich Heine: Germania an ihre Kinder / Eine Ode

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BeitragVerfasst: 5.05.10, 00:34 
Edelbürger
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O Herr,
Höre gnädig mein Gebet,
Eine Zeit des Kampfes steht bevor.

O Herr,
Welche Macht verleihst du mir.
Dankbar blicke ich zu dir empor.

Du hast mich unter allen Menschen auserwählt.
Damit ich dieses Lehen mit für dich regier.
Du gabst uns Adel, dem die Weisheit fehlt.
Und der sich lenken lässt von mir.

O Herr,
Es ist nicht immer leicht,
Doch mit Geduld erreicht man viel.

O Herr,
Ich muss geschickt taktier'n.
Verschlung'ne Wege führ'n ans Ziel.

Bald fängt eine neue Ära an.
Dein Reich bricht über uns herein.
Dafür tu ich alles, was ich kann
Uns're Macht wird endlos sein.

Nicht alle werden unsern großen Plan verstehn.
Man braucht Verstand und Mut dazu.
Und bald wirst du stolz auf mich herniedersehn.
Drum segne gnädig, was ich tu.

Du und ich zusammen,
Ael.

So gehört im Astraelschrein zu Falkensee


Wieder kniete der wuchtige Astraelgeweihte vor dem Altar mit dem seltsam illuminierten Buch. Leise murmelte er Worte, seine Augen waren halb geschloßen, doch der silberne Schein drang deutlich zwischen seinen Lidern hervor. Neblige Schlieren wanderten dabei über sein Gesicht und hüllten seine Stirn ein. Die Fäuste waren wie eh und je geballt beim Gebet, Erinnerung an die Tatkraft und Entschloßenheit seinerseits. Dann öffneten sich die Augen vollends und er entblößte damit die silbernen Kugeln welche in seinen Augenhöhlen saßen vollends, sein Gesicht hob er an und richtete den neuen, gesegneten Blick in die Höhe.

Der Hutmacher, der blinde Maler, der Marmorkönig war besiegt. Die Seele des Falkenritters war gerettet und heimgegangen in Morsans Hallen. Sein Leib war schon längst vergangen und dennoch war es erst wie ein Abschied, als er die Stimme der Seele vernahm, welche sich dankbar an richtete. Es war erschütternd und beinahe hätte ihn jede Kraft verlassen, dem untergehende Refugium des Mehrgehörnten nach seinem Ende zu entfliehen. Die Verbündeten waren zum Teil mehr als fragwürdig gewesen, aber sie waren ein Symbol, ein Fanal für das was kommen würde und was dem Licht den Sieg über die Dunkelheit sichern würde. Die Zerstrittenheit in der Domäne des großen Feindes würde uns den endgültigen Vorteil bringen. Auch wenn sie schon jahrelang versuchten diese Zerwürfnisse auch in die Kirche, den institutionalisierten Willen der Viere zu tragen, waren sie letztlich grandios gescheitert. Die Kirche war bereinigt.

Die rauen Hände, mehr die eines Kriegers als die eines Gelehrten, fuhren hoch an die Augen und tasteten vorsichtig danach, langsam senkten sie sich wieder herab. Ein lautes Zähneknirschen ertönte und das Gesicht verhärtete sich, dann ein leichtes Kopfschütteln.

Kein Undank, Herr, kein Undank, dein Geschenk ist überwältigend und von unglaublicher Güte. Ich kann wieder sehen, ich kann die Gesichter wieder sehen, ich kann wieder einen Felaaufgang sehen und lesen, lesen! Aber was ich am meisten vermisste in der Zeit meiner Blindheit war nicht das Licht, o Herr. Es waren die reinigenden Tränen, die ich vergießen konnte, nicht oft... nicht oft... Aber es war Reinigung der Seele und ich vermisse es. Keine Träne entkommt diesen Augen.
Dann diese Blicke und die Furcht, nicht einmal mein Novize kann mir noch in diese Augen sehen. Das kann nicht der Weg sein, Furcht sollte ich nur unter deinen Feinden verbreiten und das tue ich, auch ohne diesen heiligen Blick.
Dann diese Zweifel in mir. Was darf ich adeln, segnen mit diesem, deinem Blick? Diese Entscheidung kann ich trotz aller Nähe zu dir nicht treffen.
Erleichtere mir diese Last, o Herr, ich bitte dich, als dein demütiger Diener.


Nach einem kurzen Stirnrunzeln griff er sich wieder an die Augen und rieb sie, als ob ihm etwas hineingeflogen wäre.

Es juckt...?! Wie eine heilende Wunde...

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Text aus dem Musical: Drei Musketiere, das Lied des Kardinal Richelieu: O Herr

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<Fili>dann ist er offenbar so gut darin, dass er sich das verdient hat

Fiete: Gott sei Dank, noch ein Ritter!
Hagen: Das hat noch nie jemand in der Geschichte Siebenwinds gesagt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 18.05.10, 16:23 
Edelbürger
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Das Licht überliefert das Sichtbare dem Auge; das Auge überliefert's dem ganzen Menschen. Das Ohr ist stumm, der Mund ist taub; aber das Auge vernimmt und spricht. In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Mensch. Die Totalität des Innern und Äußern wird durchs Auge vollendet.



Der Astraelgeweihte saß mitten in der Nacht augenreibend vor seinen Büchern. In bequemer, einfacher Kleidung hatte er sich davor niedergelassen und war nun schon seit einigen Stunden mit einigen der Schriften beschäftigt.

An Schlaf ist nicht zu denken, sie hören einfach nicht auf zu jucken!

Das Augenreiben wurde immer heftiger und die Pausen dazwischen immer kürzer, dann verharrte der Astraeli plötzlich in der Bewegung. Langsam nahm er die Hände von den Augen und betrachtete seine Fingerspitzen mit erstaunter Miene, sie glänzten feucht im Scheine des Astreyon der durch ein schmales Fenster in das Gemach schien.

Tränen?! Das Jucken lässt nach?!

Der Astraelgeweihte erhob sich langsam und trat auf den Spiegel zu, mit aufgerissenen Augen betrachtete er sich darin. Seine Miene war ein einziger Ausdruck des Erstaunens.
Seine Augen waren keine silbernen, ausdruckslosen Kugeln mehr, sie waren wieder natürlich. Zwei Pupillen, zwei Iriden und das von roten Äderchen durchzogene Weiß der Augäpfel war wieder zu sehen. Die Iriden der Augen waren das letzte Zeugnis dieser wundersamen Wandlung, denn sie waren nicht mehr blaugrau, wie es die echten Augen gewesen waren, sondern schimmerten in einem verhaltenen Silber. Nicht mehr so eindrucksvoll wie die Silberkugeln, aber auch lange nicht mehr so fremd, so beängstigend wie diese.

Der Astraeli sank vor dem Spiegel, sich an der Wand abstützend, auf die Knie. Tränen benetzten seine Wangen, zum ersten Mal seit fast über einem Jahr.

Danke, Herr, danke! Deine Gnade ist... überwältigend! Ich bin dein Diener, auf ewig!

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Zitat aus: Farbenlehre von Johann Wolfgang von Goethe

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 23.06.10, 16:56 
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Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus,
ärgert dich deine Hand, so hau sie ab,
ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab,
und ärgert dich deine Vernunft,
so werde ein Anhänger der Enhor.

Aus: dem persönlichen "Buch des Wissens" des Astraelhochgeweihten Salman de Voraginee aus Falkenstein


Schmatzend und wohlig grunzend schaufelte der Vitamadiener den Maisbrei vermengt mit dem gekochten Kohl und dem klein geschnittenen Fleisch in sich hinein. Er war der Bote, der dem Astraelgeweihten neben ihm gerade zwei Briefe überreicht hatte, vom Relator persönlich. Die mangelnden Tischmanieren und das fehlende Tischgebet vor der Mahlzeit hatte der breitschultrige Astraeldiener nur mit einer hochgezogenen Augenbraue quittiert. Vielmehr weckten die Briefe sein Interesse, immer und immer wieder flogen seine Augen über das Schreiben. Ein schmales Lächeln umspielte seine Lippen.

Es war endlich soweit. Die Briefe an den Relator hatten ihre Wirkung nicht verfehlt, der Zorn der Elemente, welcher von den Enhordienern über den Tempel von Falkensee beschworen worden war, war eine deutliche Abkehr von diesem unseligen Waffenstillstand der schon viel zu lange die Ketzer und Häretiker in ihren Reihen ermunterte.

Der Blick des Astraeli schweifte über den Tisch zu dem Vitamadiener, der so sehr in sein Essen vertieft war. Fast geringschätzig.

Er wußte gar nicht, welche Tragweite diese Nachrichten hatten. Aber die Konsequenzen würden bald auf den Fuß folgen und der Ersonter Bund stand hinter jeglichen Maßnahmen gegen die Enhordiener. Nun galt es nur noch den Pakt der Viereinigkeit zu gewinnen, aber das kann ich selbst nicht leisten. Das muss ein anderer tun, bestenfalls ein Bellumsdiener, und dann mussten die Ritter überzeugt werden.

Nachdenklich strich sich der Astraeli durch den Bart und nickte bedächtig. Dann wandte er sich wieder dem Vitamadiener zu.
"Fühlt euch wie zuhause, Bruder, hier habt ihr einen Schlüssel für das Ordenshaus", sagte er und reichte diesem einen solchen. "Ich muss mich nun leider wieder meinen Geschäften widmen. Das Licht der Viere auf euren Wegen."
Damit stand der Astraelgeweihte von seinem Stuhl auf und verließ mit zielstrebigen Schritten das Ordenshaus. Es gab einiges zu tun, wie immer.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Zitat frei nach Heinrich Heine: Brief Nr. 235

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 21.09.10, 15:33 
Edelbürger
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Der Name des Herrn ist ein starker Turm; wer das Rechte tut, findet bei ihm sichere Zuflucht.

Aus: dem persönlichen "Buch des Wissens" des Astraelhochgeweihten Salman de Voraginee aus Falkenstein


Mit auf dem Rücken verschränkten Armen stand der breitschultrige Astraelgeweihte in der dunklen Kammer. Sein Blick war düster und erinnerungsschwanger. Keiner wußte um den Aufbau des Kapellenturms und den Sinn dahinter. Der Turm war ein Abbild seines Lebens, ein Sinnbild für alle Erlebnisse die ihn prägten und noch prägen.
Sein Blick schweifte umher in der dunklen Kammer, dem Geheimraum des Turmes, dem Giftschrank. Reliquien aus gereinigten Schreinen des Ungenannten und gefährliche Schriften befanden sich darin. Der Zugang war nur ihm bekannt. Wie zu seinen Erinnerungen.
Die Liebäugelei mit der Dienerschaft am Namenlosen, die Macht und die Kraft die sich dadurch scheinbar eröffnet hatten. Langsam führten ihn seine Schritte durch den feuchten Gang. Das Schwitzwasser lief die dunklen Mauern hinunter. Das Moos hatte hier schon seinen Einzug gehalten. Die blakende Fackel beleuchtete zwei Ausgänge, einen nach außen und einen in den Turm. Er wandte sich der Geheimtür im Turm zu und öffnete sie mit einem kruden Schlüssel. Fast geräuschlos glitten die Steine beiseite und öffneten die Sicht auf eine Folterkammer. Streckbank, eiserne Jungfrau und eine Esse mit den entsprechenden Gerätschaften eines Folterknechts lagen dort. Der Astraeli trat hindurch und schon schloß sich die Geheimtür auch wieder und nichts erinnerte daran, dass hier einmal ein Durchgang gewesen war.

Die Folterkammer des Turmes, bisher ungenutzt, außer als abschreckendes Beispiel für die Verbrecher, die in die Hände der Gerichtsbarkeit des Ersonter Bundes fielen. Und natürlich auch oft Handlungsort der weniger angenehmen Träume des Astraelgeweihten sowie Symbol der Folter der Vergangenheit, als die Söldner von Bellodor Franzen an ihm herumschnitten und ihre Lust dabei hatten. Leicht ließ er die Schultern kreisen und wurde dabei wieder der vernarbten Haut auf seinem Rücken gewahr, ewige Erinnerung an diese Zeit, Narbe auf Narbe, verheilt, bedeckt von der Kleidung, aber präsent.
Er wandte sich der Treppe zu und ging sie langsam hinauf. Das verschloßene Törchen, mehr ein symbolisches als ein echtes Hindernis, wurde geöffnet und der Astraeli trat ins Erdgeschoß des Turmes. Beherrscht wurde der Raum von dem ausgestopften Sammler, der sich in der Mitte auf dem Podest erhob, nicht mehr erfüllt von der Bosheit dieses Volkes, sondern nurmehr mit Stroh, Federn und Drähten.

Das Kabinett war eine Erinnerung an die vielen Kämpfe, die er gefochten hatte, alleine oder mit anderen. Hier lagen die offenkundigen Erinnerungen, die jeder einsehen oder erfahren konnte, wenn er wollte. Fanale der Überlegenheit der Menschheit des Galadonischen Reiches allen anderen Völkern gegenüber. Hierauf war es erlaubt stolz zu sein.
Langsam wandte er sich der nächsten Treppe zu und strich dabei vorsichtig mit den Fingerspitzen über die Vitrinen, ein schmales Lächeln erschien auf den Lippen. Sein Schritt wurde sicherer und kräftiger mit jeder Stufe, die er nahm, sein Haupt aufrechter, sein Blick füllte sich mit Stolz und einem Glanz, der nur durch wahren Glauben und Sicherheit darin hervorgerufen werden konnte.

Er erreichte die Kapelle des Schloßes über die Treppe und berautete sich viermal. Die Kapelle war astraelgefällig geschmückt und gebaut. Kein Wehrtempel, keine engen Schießscharten mehr, durch die kaum das Licht Felas eindringen konnte. Hoch und offen gebaut, mit riesigen Fenstern, die mit prächtigen Butzenscheiben verschlossen waren. Das geschmückte Buch des Wissens lag dort auf einem erhöhten Podest, die Waage Astraels gegenüber. Hier konnte man Ruhe finden und der Kontemplation nachgehen. Reinigung, Erleuchtung und Seeleneinheit, hier konnte man all das erreichen.
Die Kapelle war ein Symbol dafür wie er zu den Vieren zurückgefunden hatte, weg von den Schmeicheleien und trügerischen Versprechungen des Ungenannten. Er hatte sich gereinigt von seinen Sünden und tat es immer noch, er wurde erleuchtet und nun war nur noch der letzte Lebensschritt zu tun, die Seeleneinheit mit Astrael zu erreichen. Leise führten in die stolzen Schritte an den Statuen der Sahor vorbei, wie auch an den Büsten der beiden Heiligen, die Siebenwind hervor gebracht hatte. Er strich einen Teil eines Wandbehanges zur Seite und öffnete dann eine weitere Türe zu einer Treppe. Sein Atem ging ruhiger als er sich auch an diesen Aufstieg machte.

Tief atmete er ein als er seine Gemächer betrat. Es roch nach dem Tee, den er jeden Morgen trank, etwas nach dem Rauch aus dem offenen Kamin und nach alten Büchern. Hier war er zuhause. Es war eine lange Suche gewesen, doch er hatte den Ort, den man so nennen konnte, letztlich gefunden. Siebenwind war seine Heimat geworden und hier wollte er sein Leben wirken und beenden. Hier hatte er gefunden, was er brauchte, was jeder Mensch brauchte. Liebe, Geborgenheit, Schutz, Sicherheit und... eine Herausforderung. Langsam wandte er sich zu der Außentreppe des Turmes und stieg sie hinauf.
Auf der Aussichtsplattform des Turmes angekommen, breitete er seine Arme aus und schloß die Augen. Denn dies war der letzte Schritt, würde der letzte Abschnitt seines Lebens sein. Nur noch der Himmel, nur noch Astraels Wille sollte die Grenze sein.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Zitat aus: Bibel, Sprüche 18,10

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 15.12.10, 23:00 
Edelbürger
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"Herrschaft ist im Alltag primär: Verwaltung."


Trotz der langen Stunden der Arbeit kratzte die Feder mit unverminderter Geschwindigkeit über das Pergament. Doch diesmal war es kein Urteil, kein Gesetz, kein Ratschlag...
Ein Lied wurde zu Pergament gebracht und mit einer Widmung versehen.

Last der Krone

gewidmet Ihrer Durchlaucht, der Burggräfin Hanna Berndorf zu Lichtenwald

Schön wie damals sind die Sterne, die so fern am Himmel steh'n,
über Dächern armer Hütten wie auch dem Palast zu sehn.
Vom Fenster aus betracht ich sie, doch ihr verzaubernd sanfter Schein
erinnert heut' an eine Freiheit mich, die schon längst ist nicht mehr mein.

Der gold'ne Kranz der Herrschaft ruht so leicht auf meinem Haupt
Bis ich mein Erbe antrat, hatte sorglos ich geglaubt,
die Krone brächte nichts als Rechte mir und dass ein Segen sie nur wär'.
Heute spür ich ihre wahre Last auf meinem Herz, unsagbar schwer.

Bin ich auch des Lehens Führerin, weiß ich doch was Dienen heißt,
Denn eine Herrscherin weiß satt ihr Volk, bevor sie selber speist,
weiß ihre Untertanen sicher, bevor zur Ruh' sie liegt,
denkt zweimal, dreimal, nochmals nach, bevor Befehl sie gibt.

Für die Kinder dieses Lehens, das zu verteidigen ich schwor,
muss gleichsam Herr und Freund ich sein, so sieht's mein Schicksal für mich vor.
Doch unter ihnen allen, vom Bettler bis zum Edelmann,
sind nur engste Freunde für mein Tun mir in Liebe zugetan.

Gerade die mir tief verbunden sind, stehen stets getreu bereit
Befehle auszuführen, mir zu folgen, allezeit.
Sie versteh'n, dass ich zur Rettung meines Volkes aus der Not,
gefährden muss manch Freundes Leben, ja, ihn gar schicken in den Tod.

Ob Freund, Geliebten oder Kind, um deren Wohl der Mensch sonst bangt,
ich weiß, ich muss sie opfern, wenn die Sache es verlangt.
Sie wissen's und vergeben mir, weil meine Bürde sie versteh'n,
würden willig und voll Liebe für mich durch alle Höllen geh'n.

Die heißen Tränen, die ich weine, vergieß' ich nicht als Herrscherin,
nur in der kalten Einsamkeit der Nacht, geb' ich mich meiner Trauer hin.
Oh ihr Viere! Hört mein Flehen! Schenkt mir der Gnade sanften Kuss.
Auf dass ich keinen meiner Männer, in den Tod mehr schicken muss.


Als das Lied beendet ist, wird das Pergament zusammengerollt, mit einem astraelblauen Band zusammengebunden und nach einem kurzen Marsch durch das Schloß, der Hofdame der Burggräfin mit einem stummen Nicken übergeben.

Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
ooc: Zitat von: Max Weber
Lied: Aus dem Englischen übersetzt von Christine und Judith Rauscher, auch bekannt als PurPur (für weitere Informationen gerne PN an mich)

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 11.01.11, 17:16 
Edelbürger
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Ich versuche, mir die Dinge und nicht mich den Dingen zu unterwerfen.
Aus: Über den Elementarglauben von dem Astraelhochgeweihten Salman de Voraginee, Falkenstein


Der Astraelgeweihte saß mit gesenktem Blick im Schrein seines Herren in Falkensee. In seinen Händen hielt er lose ein Pergament, gesiegelt mit dem Wappen der Freifrau Aurora, unterschrieben von ihrer Hand. Fassungslos und haltlos schweifte der Blick des Geweihten umher. Immer wieder schüttelte er leicht den Kopf.

Sie am wenigsten von allen... doch nicht sie... Unfassbar, war sie doch eine treue Seele, aber es war ihre Schrift und ihr Siegel. Dennoch, etwas konnte nicht stimmen. Sie war die einzige Frau mit der er sich vorstellen konnte einen Smaragdbund einzugehen, sein Gefühl konnte ihn nicht so sehr trügen...

Er hob das Pergament an und betrachtete es erneut. Dann zückte er eine rote Kreide aus einem Täschchen und umkreiste einige hervorstehende Buchstaben und unterstrich einige Worte.

Zitat:
Zweite Verlautbarung

Bewohner von Falkensee,
Bürger des Ersonter Bundes,
(z)ufluchtsuchende,

viel Leid ist in der letzten Zeit über Falkensee gekommen und Blut wurde vergossen, das nie hätte fließen dürfen. Schwer l(A)stet mein Gewissen auf mir, doc(H) k(L)ammere ich mich an die Hoffnung - bin ich gewiss - dass ich im Einklang mit Vitama handele wenn ich verkünde:

Op(T)ert kei(N) Leben, das gerettet werden kann!


(i)ch gebe eu(C)h mein Wor(T), dass die erste Verlautbarung eingehalten wird. Keine Herrschaft währt ewig; wer nun sein Leben lässt, kann nie mehr Gutes tun sondern wir(F)t es davon. Ich rufe alle auf, deren Herz von Furcht erf(Ü)llt ist und die sich nicht schämen, das Leben zu wählen:

Legt die Waffen niede(R) und ko(M)mt aus Euren Häusern und Verstecken
Betet dahe(I)m an eure Götter, und es ist euch erlaubt sie anzubeten
Verhaltet euch ruhig, das Licht wird wieder für uns scheinen
Lasst euch nicht zum Widerstand überreden, wenn es nicht euer eigener Wuns(CH) ist
Bedenkt das Leid, dass ihr anderen mit anhaltenden Kämpfen zufügen könnt


Der Skelettfürst wird die Stadt nicht den Sammlern überlassen, sondern lässt Milde walten soweit es ihm möglich ist. Ein Feuer hat Brandenstein verzehrt, während unsere Stadt noch steht. Lasst uns dafür sorgen, dass uns nicht das gleiche Schicksal droht. Ihr kennt mich, und ich werde alles unternehmen, als Statthalter unter dem Skelettfürsten anstelle seiner untoten Diener für eure Sicherheit zu sorgen und das Leben so erträglich wie möglich zu machen.
Frei Solice Freifrau Solice Aurora zu Ersont
Bild


ZAHLTNICHTFÜRMICH schrieb er darunter...

Zahlt nicht für mich... das schrieb kein Mensch, der frei war in seinen Entscheidungen, so etwas schrieb eine Geisel.
Frei war sie nicht, das belegte das durchgestrichene Wort, doch war sie immer noch Freifrau von Ersont, wie sie dann wiederum schrieb in ihrer Unterschrift.
Sie war eine Geisel und musste dem Skelettfürsten Ergebenheit vorgaukeln. Es galt nun sie endlich zu befreien und dann sich schützend vor sie zu stellen... Die geistig Armen würden ihr diesen vermeintlichen Verrat an den Vieren nicht so schnell verzeihen.


Der Astraeldiener erhob sich und verließ den Schrein, nach einer tiefen Verbeugung vor dem Buch des Wissens.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 24.11.13, 01:42 
Edelbürger
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"Im Kapellenturm, da brennt noch Licht, Hochwürden Custodias schläft noch nicht."
So gehört auf Finianswacht, Falkensee.


Lange noch kratzt die Feder über das Pergament, während die einzelne Kerze einsam ihr mildes Licht durch die oberste Etage des Kapellenturms strahlen lässt. Wieder ist es kein Urteil, kein Bericht und auch kein Ratschlag, sondern ein Lied, welches scheinbar schon lange in der Tinte schlummerte:

Komm, süßer Tod
zu Ehren und zum Dank an den Herrn Morsan gerichtet

Komm, süßer Tod, komm sel'ge Ruh!
Komm führe mich in Friede,
weil ich der Welt bin müde,
ach komm! ich wart auf dich,
komm bald und führe mich,
drück mir die Augen zu.
Komm, sel'ge Ruh!

Komm, süßer Tod, komm, sel'ge Ruh!
In Vidor ist es besser,
da alle Lust viel größer,
drum bin ich jederzeit
schon zum Valet bereit,
ich schließ die Augen zu.
Komm, sel'ge Ruh!

Komm, süßer Tod, komm, sel'ge Ruh!
O Welt, du Marterkammer,
ach! bleib mit deinem Jammer
auf dieser Trauerwelt,
das Vidor mir gefällt,
der Tod bringt mich darzu.
Komm, sel'ge Ruh!

Komm, süßer Tod, komm, sel'ge Ruh!
O, dass ich doch schon wäre
dort bei der Toten Heere,
aus dieser schwarzen Welt
ins blaue Sternenzelt,
hin nach dem Himmel zu.
Komm, sel'ge Ruh!

Komm, süßer Tod, komm, sel'ge Ruh!
Ich will nun Morsan sehen
und bei den Toten stehen.
Es ist nunmehr vollbracht,
drum, Welt, zu guter Nacht,
mein Augen sind schon zu.
Komm, sel'ge Ruh!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 8.12.13, 19:39 
Edelbürger
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Beiträge: 4865
Es ist nicht tot was ewig liegt,
bis dass die Zeit den Tod besiegt.

Aus: "Apokryphische Schriften der Bücher des Wissens", Verfasser unbekannt. Unter Verschluß in den Archiven des Orden vom Allsehenden Auge Astraels in Draconis.


Sein Atem ging schwer und unruhig, sein Gebet an Astrael und seine Geschwister beruhigte den Astraelgeweihten nicht wie sonst. Ohne Rast wanderten seine Augen hin und her, immer wieder unterbrachen sich die Lippen in den Lobpreisungen und verharrten zitternd. Leicht sackten seine Schultern zusammen, als würde er aufgeben, was momentan sowieso nicht zu leisten wäre. Ein um Vergebung flehender Blick wurde zum Altar gesandt, dann rieb er sich mit beiden Händen durch das Gesicht und durch die Haare. Als der Astraelgeweihte seine Augen wieder öffnete und auf den marmorgefliesten Boden richtete, waren seine Pupillen geweitet und in ihnen war ein unbestimmter Schreck zu erkennen, der so tief griff, dass sich sein Mund unverrichtet mehrmals öffnete und schloss.
In offenkundig hilfloser Furcht rang er die Hände und biss sich auf die Unterlippe, bis Blut in seinen Kinnbart hinunterlief.

Die Zeichen der Zeit waren offenkundig, es geschah fürchterliches, weit fürchterlicheres als es selbst für diese Insel gewöhnlich war. Das Gespräch mit Bruder Tion hatte die Ängste nur bestätigt, sogar noch vergrößert: Die Kirchenoberen, der Relator wusste davon und nahm die Bedrohung wahr, aber er schwieg darüber. Welches gefährliche Wissen war dies?
Unter der dünnen Oberfläche dieser, unserer Welt lag der Schrecken alter Zeiten, welcher sich wie eine Wucherung durch alle Dimensionen und Sphären zog. Kein Wesen war vor diesem Schrecken sicher, ob Mensch, Elf oder gar Dämon: Alle sollten sie darin aufgehen, in diesem grausigen, grauen Nichts, welches den Anbeginn aller Zeiten darstellte, aber auch sein Ende. Ein ewig mäandernder Strudel ohne Ordnung und ohne Grenzen, allumfassend und allverzehrend, stetig explodierend und sich neu formend, gestaltgewordener Wahnsinn. Und nun... griff dieser Wahnsinn an...


Ein tiefes Stöhnen entkam der Brust des Astraelgeweihten und beinahe endete es in einem Schluchzen.

Furcht war es, Furcht, von solcher Grenzenlosigkeit... Die Furcht vor dem wahren Chaos, welches alles zu verschlingen droht. Diesem Chaos muss die Ordnung Astraels entgegen gestellt werden! Die Sicherheit unserer Sphäre, wo oben und unten ihren Platz haben, wie jeder einzelne Beseelte auch. Sicherheit und Ordnung sind das Fundament jeden Gemeinwesens und diese galt es nun zu verteidigen, zu stärken. Als Ankerpunkt für alle Verwirrten, die wie wahnsinnig durch diese Welt taumelten. Nun galt es ein Bündnis zu schmieden zwischen all jenen, die Grenzen kannten und sie bewahren wollten, ganz gleich ob die Grenzen zwischen Ländern, zwischen Ständen oder zwischen Feinden. Jede Grenze, sogar die Grenzen zwischen Ding und Wesen, zwischen Magie und Antimagie, zwischen Tod und Leben, zwischen den Sphären, war gefährdet. Dass es nun wenigstens die rudimentärste Ordnung zu verteidigen galt, musste selbst jenen aufgehen, die sonst gegen alle Ordnung aufbegehren. Sonst würden sie alle im Strudel des Wahnsinns vergehen und verkochen, wie Gemüse und Fleisch in der Suppe.

Der Astraelgeweihte straffte die Schultern und schloss, nun ruhiger atmend, die Augen. Seine Finger legte er zu einer Raute zusammen und er begann zu beten.
Er betete für die Freifrau und die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes, er betete für die Sicherheit der Garde, er betete für seine Geschwister, er betete für den Löwenorden und dankte seinen Dienst, er betete für alle Verblendeten und dann... nach einigem Zögern... betete er für Sorates und hoffte, dass dieser erkannte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter grauer Maske und güld'ner Wehr...
BeitragVerfasst: 20.02.17, 23:42 
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"Darum, Meine Freunde und Brüder, schaffet den Blinden vorerst eine rechte Lebensleuchte ins Herz, und lasset durch solche Leuchte dann erst auch der Seele Verstand erleuchten, und es wird dann alle Wissenschaft dem Beseelten zu einem wahren Segen werden!"

Aus: dem persönlichen "Buch des Wissens" des Astraelgeweihten Franz Steinhauer aus Wallenburg


Wieder wendete er das Pergament auf welchem er den Brief des Relators kopiert hatte, denn das Original brachte er wie beauftragt in die Archive des Hohen Rates. Der Blick der silbernen Augen richtete sich dabei auf den blinden Elfen, der am großen Tisch saß und an der Geige zupfte, die ihm der Marschall geschenkt hatte.

"...bittere Buße und das Eingeständnis unserer Sünden ist der heilsame Eiter..."


Nachdenklich richtete sich der silberne Blick wieder auf die Zeilen. Es schien ihm erstaunlich, wie wenig sich ein so weiser Mann, wie es ein Inquisitor hätte sein sollen, die Qual dieser Buße für einen so jungen Elfen ausmalen konnte. Er erinnerte sich an seine eigenen Blindheit, nur in seltenen Fällen durch die Gnade Astraels erhellt. Und wieder dachte er daran, was das Schlimmste für ihn gewesen war. Nicht der Verzicht auf Sinneseindrücke, nicht der Verzicht auf Lektüre oder Kunst... es waren die reinigenden Tränen, die er am meisten vermisste. Man nahm seinem Novizen die Tränen und nannte ihm Eiter als heilsam. Einen Heiler würde man nach solchen Worten als verrückt benennen. Die Worte des Relators... sie klangen nicht vernünftig, nicht sinnvoll.

"...auf diesem Weg der Reinigung und Läuterung müssen wir Sterbliche einander stützen und tragen..."


Ein Stück weiter wanderten die Augen. Die Inquisition auf der Insel, ein helles Feuer, welches freudige Hitze in seinem Herzen entfachte, sich aber letztlich als Strohfeuer entpuppte. Wie so vieles in letzter Zeit: die Baronie Siebenwind, das Herzogtum von Tesan Valdefort, Luth Chalid, all jenes war vergangen und letztlich hatten sie alle nur Chaos und Unruhe hinterlassen. Gesägt hatten sie an den stützenden Balken, nicht nur jene von denen man es erwartete, die Endophalis oder die untreuen Eidbrecher. Nein, auch die Inquisition hatte auf dieser Insel nichts weiter vollbracht als seinen Novizen zu blenden. Das sollte ihm Vorbild sein, bei der Erfüllung seiner Aufgaben?!

"...vertraue auf die göttliche Fügung, dass auch die Exterritorialgemeinde Siebenwind sich wieder auf diese Maxime besinnen wird..."


Wieder las er etwas weiter. Das Fundament dieses Dachstuhles war auf tückischem Grund gebaut. Immer wieder öffneten sich Spalten und Risse, die lange gestopft zu sein schienen. Doch das war offenbar ein Trugschluss. Die gemeinsame Vergangenheit mit dem Calator, die eigenen Fehler, die Fehler des Calators, sie lasteten schwer auf jedem Versuch des Neuanfangs. Er hatte einen Schritt gemacht und ein leidiges Thema beendet. Leicht fiel es ihm nicht, da er wirklich Verantwortung verspürte für die Tempelwache, aber womöglich war es notwendig. Jedoch fehlte ihm der Glaube daran, dass dieser Schritt in irgendeiner Weise als Entgegenkommen honoriert wurde, stattdessen verdrehte sich bereits sein eigener Verstand auf der Suche nach einem Vorwurf, dem man ihm daraus machen konnte.
Der Relator hatte ihn geschickt... zur Kontrolle... und nach seinen Aussagen um die Machenschaften des Ordo Astraeli zu beenden. Womöglich war der Calator aber auch nur ein Exilant... ans Ende der Welt geschickt um nicht weiter zu stören, das wusste wohl nur der Relator selbst. Jedenfalls würde das seine Hartnäckigkeit erklären, wenn er gar nicht aufs Festland zurückkehren durfte.

Wieder hob sich der Blick zum Elfen und er lächelte unwillkürlich. Eigentlich müsste man diesem Relator mal auf den Zahn fühlen, ihm einen Kelch gefüllt mit Tränen und einen Kelch gefüllt mit Eiter vorsetzen. Welchen würde er wohl wählen, wenn es darum ginge zu gesunden?
In diesem Moment wandte der Elf sein Gesicht in seine Richtung: "Was tust du?"
"Nachdenken", gab er mit einem schmalen Lächeln zurück.
"Worüber?", fragte der Elf erneut und lächelte ebenfalls.
"Übers Packen...", gab der Erzgeweihte zurück und erhob sich.


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