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 Betreff des Beitrags: *ein Brief für Secora und Sir Athos trifft ein*
BeitragVerfasst: 27.06.02, 11:09 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 6.01.02, 17:06
Beiträge: 10
Wohnort: Saarland
Der Wind, eine warme Sommerbrise, blies über die Wiesen, sodass die Gräser und die Blätter des nahen Waldes sanft im Wind tanzten. Er wehte nun schon seit mehreren Tagen, und es war ein Wind der für diese Jahreszeit üblich war: voll mit wohlriechenden Düften der unterschiedlichsten Blumen und grünen Gräser, die die kleinen Hügel bedeckten, und durchwoben von den flüsternden Geräuschen rauschender Bäche und den Rufen unzähliger Vögel und anderer Tiere, die zwischen den majestätisch anmutenden Bäumen ihre Nester bauten.

Doch Curio empfand den Wind keineswegs als angenehm. Er hatte das Gefühl, als würde die Brise in ihrem Herzen einen leisen, kläglichen Ruf von dem Tal zu ihm tragen. Ein Ruf, der bei Tage mit nicht enden wollender Dringlichkeit an seinem Umhang zerrte und der ihn auch bei Nacht nicht zur Ruhe kommen ließ und ihn aus seinem Schlummer riss.
Dann blieb er stumm an einen Baum oder einen Stein gelehnt sitzen und betrachtete den gold-beige scheinenden Mond, den Vitamalin, oder auch Goldmond wie seine Mutter ihn früher immer zu nennen pflegte.
Doch nichts geschah, was sein Unbehagen hätte vertreiben können - nur die Gedanken und Erinnerungen vergangener Tage kehrten zurück. Bilder, die wirr in seinem Kopf umherflogen und kaum zu fassen waren.
Bilder, die ein Lächeln auf seine ausgetrockneten und rissigen Lippen bringen konnten.
Bilder, die sein Herz schwer und seien Augen feucht vor Sehnsucht werden ließen.
Bilder vom Schiefernhorst und Bilder einer schönen Frau...



Mit einem Fluchen bahnte Gerimond sich mit seinen ausgestreckten Händen durch das Dickicht. Dieser verfluchte Curio , dachte er als er sich taumelnd aus ein paar Dornen befreit hatte, eine Abkürzung, dass ich nicht lache. Jener junge Mann wird jede einzelne Wunde bezahlen müssen, wenn ich ihn das nächste Mal sehe. Oder ich werde der Ritterschaft und jener Frau sagen, dass ich noch nicht bezahlt wurde. So springt vielleicht etwas mehr hinaus.
Er begann seine Kleider abzuklopfen, während er sich umsah. Der Gesichtsausdruck des Jungen erhellte sich, als er etwas nördlich einen Weg entdeckte. Und es war nicht nur irgendein Weg es war der Düsterpfad, der auf der einen Seite nach Schiefernbruch führte, und auf der anderen nach Tiefenbach, bzw. Rohehafen.
>> So, nicht mehr lange << murmelte Gerimond vor sich her und macht sich auf sein erstes Ziel zu erreichen.



Sein Weg führte ihn zuerst nach Tiefenbach zu der Taverne ''Zum Meerblick'', wo er einen Brief adressiert an ''Das Eichhorn'' am Tresen abgibt. Sollte er geöffnet werden mag die saubere Schrift auffallen, welche aber nicht einer formellen Schönschrift gleicht:

''Zum Gruße Secora
wenn du diese Zeilen liest wird dich Gerimond gefunden haben und ich mich mittlerweile wohl schon auf dem Rückweg meiner Reise befinden. Meine Suche war leider bisher erfolglos und wurde mir sogar zu einer Qual.
Ich hoffe dir und Askan ist es in den letzten Tagen besser ergangen und seid wohlbehütet wenn ich zurückkehre.
Die Tinte geht mir langsam aus, da ich in der Einsamkeit wohl zu viele Gedanken niedergeschrieben habe.
Sodenn hoffe ich bis in baldiger Zukunft.

Curio

post scriptum: Ich vermisse dich ''



Schließlich begab sich der Junge Richtung Schiefernhorst. Und auch dort gibt er, nach einigem Staunen über die prächtige Burg, einen Brief für Ritter Athos ab, auf dem in formeller Schönschrift zu lesen ist:

''Seid gegrüßt ehrenwerter Ritter Athos,
ich werde in wenigen Tagen zurückkehren und wieder zu Diensten sein.

Euer Knappe
Curio''

Die Tinte wird zum Schluss blasser und die Unterschrift scheint fast so, als ob die Tinte mit etwas Wasser verdünnt wurde.


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 Betreff des Beitrags: Heimkehr
BeitragVerfasst: 27.06.02, 14:30 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 3.04.02, 17:08
Beiträge: 144
Wohnort: Hessen
Noch verschlafen, kaum fähig die hellen Augen zu öffnen, schritt sie im Nachtgewand auf nackten Sohlen die breite Treppe hinunter. Die frühe Morgensonne fiel durch die vielen kleine Fenster der Schankstube, das gebrochene Licht schillerte in goldenen, warmen Farben. Innehalten, die kleine Hand stützend auf das wackelige Geländer gelegt, sah sie müde hinüber zum Tresen, wo sie jeden Morgen das selbe vertraute Bild erwartete.
Der alte Solayk hing wie ein schlaffer Sack über der Tischplatte, die Stirn neben der Flasche aufgelegt, den grauen Bart in den Teller mit erkalteter Bratensauce getunkt. Ward er wieder einmal über den Weine in der Nacht eingeschlummert...
Den Blick weiter gleiten lassend erfasste sie die beiden Gestallten, die schon zu früher Stunde so fleißig zu Werke waren, die junge Frau mit dem leuchtenden Haar, die sich Töpfe und Tiegel klappernd über die heiße Feuerstelle beugte, den munteren Gesellen, der dabei um sie herum sprang und kichernd von all den guten Speisen naschte.
Leise und fast lautlos tappten die nackten Füße über die abgetretenen Holzbohlen, doch ihr knarrendes Nachgeben verriet sie.
Der Barde sah in der Küche auf, den Finger gerade in die herrliche Sahnetorte getaucht. Lächelnd eilte er hinüber zum Tresen, sie mit den gewohnten heiteren Worten empfangend.
„Holla, mein Fräulein, hat dich endlich der Duft nach Gebratenem aus den Federn getrieben?“
Ein vergnügtes Zwinkern, dass jedoch nur ein schwache Lächeln auf die feinen Züge der jungen Frau zu zaubern vermochte.
„Ooooch...“
Enttäuscht versuchte er eine komische Grimasse zu schneiden, um ihr doch noch das helle Lachen zu entlocken.
Sie legte nur das Köpfchen schief, ließ das lange, schwarze Haar von einer Seite auf die andere fallen, sah an seiner Schulter vorbei hinüber zu den dampfenden Pfannen, von denen der herrliche Duft nach gebratenem Speck und Eiern aufstieg und sich in der Stube verflüchtigte. Er folgte ihrem Blick und schmunzelte abermals.
„Hmmm? Dann vielleicht ein herzhaftes Frühstück, mein Fräulein?“
„Ach, so lass nur gut sein,“ murmelte sie mit einer leichten Handbewegung, „ich bekomme keinen Bissen hinunter....“
Den schmächtigen, kleinen Körper reckend, legte sie die dürren Unterarme auf dem Tresen ab und musterte regungslos den alten Heiler, der neben ihr laut vernehmlich schnarchte.
Der Barde schien zu grübeln und sprang in die Küche zurück um der jungen Frau am Feuer drei rohe Eier zu entwenden. Geschickt warf er sie in die Luft und jonglierte so lange, bis er erkennen musste, dass auch dieser Spaß nicht die Miene des Eichhorns erhellen konnte.
Höflich verfolgte sie wohl sein Bemühen, doch wirklich aufmerksam wurde sie erst, als er die Eier in den Korb zurück legte und ein breites Grinsen aufsetzte, das sie nicht zu deuten wusste. Geheimnisvoll und beschwingt kehrte er zu ihr zurück, noch immer schmunzelnd und feixend.
„Was?“ flüsterte sie leicht verwirrt und versuchte in seinem fröhlichen Mienenspiel zu lesen.
„Ich weiß etwas, ich weiß etwas, mein Fräulein, dass dich gewiss zum lachen bringt...“
Rasch in die Tasche gegriffen und ein gefaltetes Pergament herausgezogen...
Er hielt es vor ihr fragende Antlitz, ein Stück Papier mit Flecken und Rissen, die verdächtig auf eine weite Reise schließen ließen.
„Ein Brief? Für mich?“
Die schmale Hand griff langsam nach dem Schreiben und wendete es zögerlich.
Es war, als ginge die Sonne Astraels noch einmal in dem alten Gemäuer auf und erfüllte es mit Wärme und Frohsinn, als sie die säuberliche Schrift erkannte und das erloschene Strahlen in ihre Augen zurück brachte.
„Curio...“
Sie hielt den Atem an und ihre schwache Stimme drohte zu versagte.
„Bei Rien... es ist von Curio.“
Die Frau am Feuer hob lächelnd den Blick bei ihren erstickten Worten, trat an die Seite des Barden und schob die Hände in die Taschen der befleckten Schürze. Schmunzelnd sahen beide dem Eichhorn nach, wie sie mit dem Brief in der Hand, den nackten Füssen und dem Nachtgewand durch die hohen Türflügel hinaus zur Terrasse hastete.
Vor der Balustrade weit über dem Fluss hielt sie ein, faltete mit zitternden Händen das Pergament auseinander und lass es einmal, zweimal, unendliche male.
Ein lauter, ungestümer Freudenschrei hallte durch die Gassen Tiefenbachs, über den rauschenden Fluss und weit hin zu den nahen Wäldern, ließ die Vögel auffliegen und die geschäftigen Leute für Sekunden in ihrem Tun erstarren und verwundert aufhorchen.
Der Wind, der vom Meer her wehte, versuchte, ihr den Brief aus den Händen zu reißen, sie hielt ihn an sich gepresst, wie einen kostbaren Schatz. Tränen wollten das flimmernde Licht in ihren Augen ertränken, doch selbst jetzt schien sie sich an das Versprechen zu erinnern und unterdrückte sie mit aller Kraft.
Sie lächelte sanft zum Himmel auf und flüsterte leise, dass es niemand hören konnte:
„Rien , meine Herrin, ich bitte dich, lass sich die Ranken und dornigen Mauern deiner Wälder lösen, lass die knorrigen Arme der Bäume sich öffnen und die Wege frei geben, locke fort den reißenden Wolf, den aufgebrachten Bären und alle bösen Geister, Xan, ich bitte dich, halte zurück deinen unentbehrlich Regen und deine irreführenden Nebelwände, nur für die wenigen Tage, Khaleb ich bitte dich, zügle deine Winde und besänftige den Sturm... damit Blitzregen den Weg nachhause sicher finden kann und mein langes, sehnliches Warten ein Ende hat. Ihr Götter, so bringt mir sicher und unversehrt den einen zurück, der mir so teuer ist wie niemand sonst...“
Mit einem glücklichen und zugleich ungewissem Seufzer fügte sie hinzu:
„Ich danke Jabarkas für sein bemühen, mir jeden Tag ein Lachen zu zaubern und mir die Tage nicht düster und lang erscheinen zu lassen
Ich danke Solayk, dem lieben Freund, dass er mir geduldig und gütig in den langen Nächten ein wunderbarer Begleiter auf unseren Reisen war
Ich danke Gerrit für den versteckten Dolch in seinem Ärmel, immer bereit, mich vor jeder Gefahr zu schützen
Ich danke Gerid, meiner Lieben, für die Sorge und Ablenkung, die ich täglich ihretwegen hatte und ihr Vertrauen...“
Verstohlen fuhr sie sich mit dem Handrücken über die Wangen, schob das Pergament sicher in den Ausschnitt ihres Laibchens und schlich lautlos und frierend zum Gasthof zurück.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.06.02, 16:42 
Einsiedler
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Beiträge: 188
Wohnort: Dosenfabrik
Es war gegen Mittag, als ein junger Page den Brief Curios in Händen haltend, zögerlich an Athos Tür im ersten Stock des inneren Bereichs des Schieferhorstes klopfte. "Moment, bin gleich da!" schallte es von drinnen heraus. Der Page überbrückte die folgenden Momente des Wartens, in dem er eingehend den Brief betrachtete. Er war von Athos Knappen, einem gewissen Curio. Der Junge dachte daran, was einen Knappen wohl dazu bewegen könnte sich vor Abschluss seiner Ausbildng von der Insel zu begeben... Sicherlich musste es ein ungemein wichtiger Grund sein. Etwa ein Geheimauftrag seines Ritters zum Wohle des Reiches. Der Page war gerade dabei seiner Phantasie beim Ausmalen von Curios glor- und ruhmreichen Abenteuern vollen Lauf, als plötzlich mit einem Ruck die Tür aufging und er sich plötzlich Athos fragendem Blick gegenüber sah. "Was gibt's denn?" "ähm.. Bellum zum Gruße Sire!", der junge Page nahm bei diesen Worten sofort Haltung an und streckte seinem Gegenüber den Umschlag entgegen, "man lässt euch diesen Brief eures Knappen Curio überstellen". Athos zog überrascht eine Braue nach oben und nahm das Schriftstück entgegen. "Dank dir Kleiner... Auf Bald", mit diesen Worten nickte der Ritter dem Pagen knapp verabschiedend zu und zog sich sofort wieder in sein Gemach zurück, wo er den Brief rasch öffnete und durchlas. "Sehr gut, dann kann ich es ja bald zu Ende bringen." Der Ritter legte den Brief auf seinen Schreibtisch und machte sich sofort wieder ans Packen....


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