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Kaum legte das Schiff in Tiefenbach an und die Planke gelegt, bewegte sich Donarius von Bord, eiligst setzte er seinen wankenden Schritt in Richtung des von einem Bellumanwärter bereitgestellten Pferdes. Schwang sich mühsam auf, nickte allen zum Abschied zu und gab dem Pferd die Sporen, gen Rohehafen, zu dem Hochelfenviertel genau, dort angekommen, abgehetzt doch mit einem Lächeln der Vorfreude auf den Lippen glitt er vom Pferd. Schnelle Schritte machte er in Richtung des Kaminhauses, öffnetet die Tür, verharrte in der Tür als sich ihm die Leere offenbarte, schnell machte er kehrt und lief flugs zur Bibliothek, den kurzen Anflug von Sorge im Gesicht, macht sofort dem freudigen Lächeln der Vorfreude wieder Platz. Die Treppen stolperte er fast hinauf, seine Lippen formten den Namen wieder, den er sooft fern ab formte, diese Person die einzig wohl sein Herz erwärmen konnte und die einzig seine Ängste wirklich kannte. Doch auch die Reihen der Bücherregale eröffneten ihm keinen Blick auf den gesuchten Menschen. Langsam ergriff ihn ein furchterfüllter Blick, schnell stürmte er wieder hinunter, strauchelte als er zum Pferd lief, bei Astrael es dämmerte und man konnte ihn zum Glück kaum erkennen, wie er da fast wie von einem Schwerte schwer getroffen den marmornen Weg entlang taumelte, ohne jedwede Würde die er sonst bemüht ist auszustrahlen, ächzend hob er sich auf sein Pferd, welches ihn tragend gen Norden fortsprengte, tief in den Wald ritt er, zu der Stelle ihrer geheimen Treffen, voller Liebe und Zärtlichkeit, auf dem Weg dorthin schwelgte sein gesit in diesen Erinnerungen und das Lächeln fand den Weg zurück in sein Gesicht.
Die Lichtung, sie lag vor ihm im silbrigen Glanz der beiden Monde, war leer. Donarius glitt kraftlos von seinem Pferd, fiel in einer Bewegung auf die Knie und rief greinend fast, wo bist du nur.
Die ganze Nacht trabte das Pferd weiter, auf seinem Rücken Donarius, suchend nach seinem Geliebten....
Doch vergeblich war alles Suchen, kein Marktplatz, keine Strasse gab den Blick auf ihn frei und als der Morgen graute, hatte er Gewissheit, sein Gefühl hatte ihn in dieser Hinsicht nie betrogen, er hatte ihn verlassen, Donarius war sich immer im klaren das er diesen jungen Knaben nie lange halten hätte können, so alt wie er war und so verbittert, dennoch schmerzte es ihm.
Als die Sonne sich völlig von Tare trennte und als glühender Ball sich über ihn erhob, schwor er bei diesem Anblicke: „Nie wieder wird mein Herz jemand anderes gehören als dem Herren und nun werde ich ganz dir gehören und deine Feinde jagen!“
Dann ging er zum Tempel, nunmehr erkaltet im Herzen und lies sich über die Vorgänge in seiner Abwesenheit unterrichten.
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"Es wird der Diamant an sich selbst nur erkannt. Denken lernst du im Denken, das Wahre erkennst du am Wahren. Liebe nur, wenn du schon liebst, nichts durch die bloße Kritik." Ludwig Feuerbach
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