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Eigentlich wollte er such nur schnell etwas zu trinken holen und sich dann wieder vor das Feuer auf das Bärenfell legen um einmal wieder zu schlafen.
Doch als er noch ganz wirr die Treppe herunter kam, in Gedanken noch dei der letten Nacht, nur mit einer Hose bekleidet, da sah er es: ein kleines, unscheinbares Zettelchen, das da so ganz alleine und verloren auf dem Tresen lag, dierekt neben einer leeren Kanne Apfelwein.
Die Gedanken begannen in seinem Kopf zu hämmern: war es die Nachricht, auf die er so sehr wartete? Und wie würde sie ausfallen?
Mit zittrigen Fingern entfaltetet er das kleine graue Zettelchen, danach jedes einzelne Wort voll Hoffnung verschlingend. Als er die kurze Nachricht fertig gelesen hatte, schloss er langsam die Augenm und der Zettel wurde in seiner Hand, die sich zu einer Faus ballte zerknittert.
Warum nur? Warum? Hatte er nicht einen Schwur geleistet? Wenn er sein Leben voll in ihren Dienst stellt und sie verteidigt, dann wird auch sie immer für ihn da sein und immer für dich sorgen, wann immer er ihre Hilfe benötigt...
Doch seit sie zerschlagen wurde, galt der Schwur da nicht mehr?
Iritiert, müde und enttäuscht stand er da: in der rechten Faust den Zettel, sich mit der Linken auf dem Tresen abstützend.
Sie wollten nichts mehr mit den Dunklen zu tun haben, erst recht nicht jetzt.
Waren es denn nicht immer seine Brüder und Schwestern, die als erste die Klinge zogen, wenn sich auch nur kleinste Verdacht auftat, einer könnte dem eine angehören?
Langsam schüttelte er den Kopf. Alles ändert sich.Traurig dachte er an die getöteten und verschollenen Geschwister. Sollte das alles umsonst gewesen sein?
Schwer seufzte er.
Er hatte ihr doch seine Hilfe versprochen, seiner Iama seine ganze Vergangenheit offen gelegt, mit allen Einzelheiten. Ihr so viel erzählt, wie nie jemandem zuvor.
Hatte er das denn überhaupt jemals? Jemandem etwas über sich erzählt?
Langsam schütteltte er den Kopf. Wohl nicht.
Doch er bemühte sich diese Gedanken beiseite zu schieben.
Er hatte ihr Hilfe versprochen, Rache zu nehmen. Sie sollte ihre Rache bekommen. Und auch er würde sich für sie rächen.
Schnell legte er seine Rüstung an, den Weg durch den Wald nehmen zu müssen, beunruhigte ihn immer ein wenig, war er doch nicht wie seine Brüder aus den Auen und den Wäldern. Doch es wr der schnellste Weg, hin zu diesen.
Schnell gieng er hinaus, sperrte ab und ritt sofort los.
Selbst die Waldwölfe und Rothirsche konnten seine Jagdlust nicht wecken, er bemerkte sie nicht einmal.
Wenig später erreichte das Dorf.
Doch irgendetwas war anderst, anderts als gestern, als er mit einem Bruder der Städte hier gewesen war.
Alld ie schönen Blumen, die er gestern noch eingehend betrachtet hatte, waren verwelkt. Nach kurzem Umherirren im Dorf fand er endlich einen seiner Brüder.
Er erzählte ihm nicht, warum er gekommen war, es schien in den Hintergrund getreten zu sein. Vielmehr beunruhigten ihn die welken Blumen, wie dir, vor der der Elf saß.
Als er ihn nach dem Grund für das Welken der Blumen frug, wurde er aus dem Dorf geführt, an einen Baum, dessen Anblick ihn erschaudern liessen: der Boden zum Fuße des Baumes war von Blut getränkt, drei dolche steckten im Baum.
Die Geschichte die ihm der Rabe krächzte, sie verwirrte ihn etwas. Und obwohl der Rabe sehr seltsames sprach, so war ihm doch eines klar: die Dunklen waren hier gewesen...an viel mehr wollte er nicht denken.
Er erzählte ihm seiner eigene Geschichte, von seiner Iama, von ihren Qualen.
Der Rabe lauschte seinen Worten scheinbar aufmerksam und schenkte ihm eine seiner Federn: er solle sie seiner Iama geben, sie solle ihr Leichtigkeit der Seele verleihen.
Als der Rabe in die Krone des mächtigen baumes geklettert war, giengt er schweigend zur Furt vor dem Dorf zurück, wo er sein Pferd angebunden hatte.
Aus irgendeinem Grund zog es ihn nochnmals ins Dorf.
Und als ob sie ihn gerugen hätten, fand er einige seiner Brüder und Schwestern.
Sie wirkten sehr betrübt, dennoch versuchten sie ihm Aufmerksamkeit zu schenken, ihm und seinen Worten über die Geschichte des Rabes, die sie längst kannten, auch seinen seinen Befüchtungen und Ängsten lauschten sie, doch etwas verwirrte ihn: auch wenn sie noch so aufmerksam schiene, ihr Geist schien abzuschweifen, Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen suchend.
Und auch dass er Hilfe benötige, liess er anklingen.
Doch allen Anwesenden war klar, dass es an diesem Tage nicht sinnvoll war, das Gespräch weiter zu fühern, so wurde für den nächsten Tage eingeladen.
Und er kam wieder.
als er die Furt überquert hatte huschte sogar ein Lächeln über seine sonst eher unbewegte Miene, als er viel Blumen neu blühen und Miriamel mit dem Rücken zu sich vor einer solchen Blüte sitzen sah.
Nur leise sprach er das "Sah´lien" aus, doch seine Freude wandelte sich in Sorge, Schrecken und Angst.
Einer der Unbekannten Elfen kam zu Miriamel, offensichtlich um sie zu trösten. Warum genau konnte er nicht sehen, und auch ihre Worte konnte er nicht alle erhaschen, doch eines hörte er heraus, vielleicht spührte eer es auch nur instinktiv.
Miriamal war zerferssen von Kummer und Leid. Und dies beunruhigte ihn, diese Elfe, deren Mundwinkel doch sonst fast immer ein Lächeln umspielte. Nun so voll Trauer und Schmerz.
Ihm wurde klar, dass er heute wieder nichts erreichen würde, wie konnte er auch so vermessen sein und glauben, dort Hilfe zu bekommen? Dort, wo das Leid so unendlich gross schien.
Langsam ritt er wieder nach Hause.
Leisen Schrittes gieng er hinauf und durchqueerte ebenso leise den Festsaal, obgleich niemand in der Tavrne war, seine Iama war bereits vor seinem Ritt nach Avindhrell zurück in den Tempel gegangen. Wie ungern hatte er sie gehen lassen. Nicht zu wissen, ob er sie wiederkommen würde, es zerfrass ihn innerlich.
So setzte er sich auf das Fell vor das Feuer, dass immernoch brannte.
Es war wohl eine der wenigen Stellen, an denen er die Wärme eines Feuers ertragen konnte, war er doch bis zu seiner Ankunft auf Siebenwind nur Eis, Kälte und Dunkelheit gewohnt - und er liebte es, versuchte diesen Zustand hier auf Siebenwind wieder und wieder zu geniessen, wenn auch die Winter hier lange nicht so kalt und lang waren, wie er sie gewohnt war, doch er gab sich damit zufrieden.
Nun sass er vor dem Feuer und blickte nachdenklich hinein, beobachtete die Flammen bei ihrem Tanz.
Er schien zu überlegen. Es müssen wohl Stunden vergangen sein, in denen er so bewegungslos vor dem Feuer saß. Hin und wieder warf er eine weiteren Scheit Holz hinein um das verlöschen des Feuers zu verhindern, jetzt, wo er sich so sehr an das Spiel der Flammen gewohnt hatte.
Doch dann schien etwas mit ihm zu geschehen.
Ohne jedes Anzeichen standt er auf und gieng zur Bank und holte dort eine längliche, aber recht flache Kiste heraus und gieng damit wieder zurück.
Vor dem Feuer öffnete er diese langsam indem er den Deckel zunächst leicht anhob und dann zurückschob. Das Feuer warf geisterhafte Schatten, auf das was is der Kiste lag: eine Axt, fast größer als die, welche manche Orken benutzen; es war die Axt, die er vor langer Zeit einem getötetem Trollkrieger abgenommen hat.
Sie wiess wenige, leicht unbeholfen wirkene Verzierungen auf, und obgleich ihrer Größe schien sie leicht.
Mit beiden Händen nahm er sie heraus und legte sie auf seine Knie.
Als er sie dort sicher abgelegt hatte, holte er einen Schleifstein aus der Kiste.
Seine volle Aufmerksamkeit scheinbar auf die Axt gerichtet, begann er sie sorgfälltig zu schleifen. Doch in ihm brodelte es. In Gedanken zählte er all die Leute auf, die er auf Siebenwind nun getroffen hatte, und bei jedem musste er feststellen, dass er von ihm keine Hilfe erwarten könne, sei es, weil derjenige einfach zu jung war oder dass man ihm die Hilfe schlicht verweigern würde, unter noch so großen Bezeigungen, dass man wirklich gerne geholfen hätte...
Seine Miene spiegelte Verbitterung wieder, die sich mit Zorn zu mischen begann.
Rache. Auch in seinem Kopf hämmerte dieses Wort nun immer mehr.
Rache für das, was du ihr angetan hast.
Leise murmelde er diese Worte vor sich hin, die Verbitterung wisch aus seinem Gesicht, bis seine Mine nahezu ausdruckslos war und nur hin und wieder huschte ein Schatten voll Zorns über sein Gesicht.
Er war noch immer am Leben hämmerte es immerwieder in ihm.
Noch immer stiftete er Leid. Zuviel Leid. Brachte es den Falschen.
Noch nie hatte er so großen Hass gefühlt, so starkte Entschlossenheit.
Er hatte noch keine Menschen getötet, doch ihm würde er den Tod bringen, und wenn er alle töten musste, die ihm nachestanden oder die ihn schützten, um an ihn heranzu kommen, diesen Feigling.
Und sollte Galtor kommen, um mich über den dunklen Pfad zu Morsan zu führen, so war es Morsans Wille, mich zu sich zu rufen.
Leise, wie um niemanden zu wecken, schloss er die Kiste, steckte den Schleiftstein in eine seiner Taschen und band die Axt auf den Rücken. Er sollte sie ab diesem Zeitpunkt nur noch sehr selten abnehmen.
Nachdem er die Kiste zur Bank zurück gebracht und in sein Fach gelegt hatte kehrte er lange nicht heim, sondern ritt ein Gebet murmelnd durch die Stadt.
Morsan, du der Schweigsame, der Unergründliche,
der über meinen Schlafte wacht, der du dich in Schweigen hüllst.
Sende Lifna, die Sanfte, deine Lafay,
Schütze mich im Schlafe, bewahre mich vor falschen Träume,
wenn ich selber es nicht vermag.
Als er im Morgengrauen heimgekehrt war, ritt er zum Teich hinter der Taverne, stellte sich in den Schatten eines Baumes, immerwieder die selben Worte sprechend.
Morsan, ing Zalgiz
Morsan, bringe ihnen Schlaf
Morsan, degal Corp
Morsan, gib mir einen leichten Tod
Als die Sonne die Stadt dann entgültig erhellt hatte, band er sein Pferd vor der Taverne an, streichelte es sanft, gab ihm einen Apfel und verschwand in der Taverne, nu rim dort den ganzen Tag über im Eck vor dem Kamin im oberen Stockwerk zu sitzen und immerwieder Gebete sprechen, Morsan in diesen um Beistand bittend.
Als dann erneut die Abenddämmerung einbracht, nahme einen Brifbogen heraus, immernoch im Eck vor dem nun wieder brennendem Feuer sitzend, und begann disenen Im Schattenspiel der Flammen zu beschreiben.
Als er damit fertig war, versiegelte er diesen, zog sich seine dunkle Robe über und ritt ohne jede Eile zum Magierturm, immerwieder an den Mann denkend, den er einst im Walde bei der Prüfung seines Schüler traf...
Er warf den Brief ungesehen ein, und ritt ebenso ohne Eile zurück, noch immer Gebete vor sich hin sprechend, die langsam zu einem ständigem Singsang wurden.
Auf dem Heimweg ritt er am Tempel vorbei, suchte leise und erfolgreich nach den Räumen seiner Iama, sank neben ihrem Bett auf die Knie, flocht ihr die schwarte Rabenfeder ins Haar, küsst sie sachte auf die Stirn und verschwand so lautlos aus dem Tempel, wie er gekommen war und ritt zurück zur Taverne, legte sich oben auf das Fell vor dem Ofen, in dem nur noch die Asche glühte und ihre Hitze verströhmte und fiel in einen leichten Schlaf, der voller Träume und Visionen war.
Am nächsten Tag würde er sich auf die Suche machen, und erst nach einigen Tagen wieder in die Stadt zurückkehren.
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