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Am nächsten Morgen regnete es nicht, die Sonne strahlte und als Alexa aus dem Haus ging, freute sie sich schon sehr darauf Seth zu sehen. Sie ging den Bürgersteig entlang, überquerte ein paar Straßen, ging dann wieder auf dem Fußgängerweg entlang auf eine Kreuzung der Straße zu. Es waren noch ca. 300m bis zur Kreuzung und Alexa schlenderte so vor sich hin, blieb kurz stehen, um nach einem kleinen, bunten Vogel zu schauen, der gerade neben ihr auf einem Busch saß. Sie beobachte im vorbeigehen die Leute denen sie begegnete, sie lächelte jedem zu, denn sie war einfach nur glücklich vor Vorfreude auf Seth. Alexa horchte auf einmal auf, ihr kam es so vor als hätte sie jemand angesprochen, doch es war niemand in ihrer Nähe. Sie dachte sich nichts dabei und ging weiter.
Eine laute, tiefe Stimme schallte durch die Luft: >>Glaubt ihr an die Zukunft? <<. Alexa sah sich suchend um, keiner von den Menschen, die sie sah, reagierte auch nur im Geringsten auf diese Stimme. Die Leute gingen einfach weiter, als hätten sie nichts gehört, vielleicht hatten sie auch nichts gehört? Alexa lief es eiskalt den Rücken hinunter. Und schon wieder ertönte die Frage: >>Glaubt ihr an die Zukunft? << , Alexa sah sich abermals nach allen Seiten um. Es schien als hätte dies niemand gehört. Alexa stand vollkommen verwirrt in der Mitte des Fußweges, sah sich immer wieder in alle Richtungen um, sie sah so verzweifelt aus, als würde die Erde unter ihr in wenigen Augenblicken in Tausende von Stücken zerbrechen. Auf einmal war die Stimme ganz nah, sie summte ein Lied, ganz nah an ihrem Ohr.
Alexa bewegte sich nicht, sie hatte Angst, Angst davor in die Richtung woher das Summen kam zu sehen und dort nichts zu sehen. Sie hatte diese Melodie noch nie gehört und doch kannte sie sie. Es durchdrang sie ein schmerzhaftes zerreißendes Gefühl, das Gefühl sagte ihr sie würde nie mehr hier sein, nie mehr ihre Freunde, Familie, Seth sehen. Alexa wusste es einfach.
Auf einmal zitterte sie am ganzen Körper, als wenn irgendwas durch sie hindurch ging, dann sah sie nichts mehr, alles war schwarz. Sie geriet in rasende Panik, rannte los, stürzte, rappelte sich hoch, rannte weiter. Ihr Atem raste, sie wusste nicht wo sie war, sie rannte weiter, ohne das Geringste zu sehen. Plötzlich, wie festgehalten, versteinert blieb sie stehen. Sie konnte sich nicht mehr bewegen.
Es quietschte, ein Schmerz, ganz kurz, dann war er weg. Der Schmerz der eben noch da war, der alles überstieg was sie je gefühlt hatte, gespürt hatte, war so schnell verflogen, wie er gekommen war.
Es war warm, oder sie dachte es wäre warm, sie spürt keinen Schmerz, doch ihre Seele war wie zerrissen, zertrümmert, die Schmerzen ihres Körpers waren weg, hatte sie denn überhaupt noch einen Körper? Alexa spürte nichts, einfach gar nichts.
Ihr Geist, ihre Seele, es schrie in ihr...
Verzweiflung, Trauer... sie wollte sterben, nur noch sterben.
Da überkam Alexa ein schrecklicher Gedanke, der sie nur noch verzweifelter macht:
Lebte sie überhaupt noch?
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