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 Betreff des Beitrags: Außenseiter
BeitragVerfasst: 25.12.13, 13:14 
Edelbürger
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Eomana
Die vierte Schwester, die trauernde Mutter


"Komm und sag mir, wenn das Lied zu Ende geht,
wenn Flammen die letzten Musiker verschlingen
und jedes Instrument zu grauer Asche zerfällt
wenn die Tänzer stolpern und ihre faulen Glieder strecken
und stumme Zungen vom Leid der Zeitalter singen."


Eomana wird von einigen Barden und Schaustellern als vierte der drei Schwestern verehrt, als vergessene Schutzherrin verstoßener Barden und gepeinigter Künstler. Sie gilt ebenfalls als Zwillingsschwester von Amoena, jedoch werden ihr nur jene Lieder gewidmet, die Barden meist nur unter ihres Gleichen singen oder allenfalls um voll Spott und Hass ein ungeliebtes Publikum oder gleich die gesamte Welt zu verschmähen. Sie von Musikern angerufen, denen man die Finger brechen lies, von Schaustellern, die nach Endophal in die Sklaverei verkauft wurden und von Sängern, die Hunger plagt und die in fiebrigen Gedanken darüber nachsinnen, die eigene Zunge zu verschlucken, um zumindest irgendetwas im Magen zu haben.

Eomana spielt mit verstümmelten Fingern auf einer gebrochenen Laute und während den drei Schwestern nachgesagt wird, dass ihre Lieder selbst die Götter zu Tränen rühren können, vergießen sie bei Eomanas Spiel nur blutige Tränen. Niemandem außer ihr selbst sagen die schneidenden Dissonanzen ihrer Laute und der gefrierende Gesang von ihren ausgetrockneten dünnen Lippen zu. Als Angamon von Vitama geboren wurde, brachte auch Eomana ein Kind zur Welt, dass nach dem Richtspruch der Viere nie auf Tare wandeln sollte und so sang und spielte sie selbst, als die Götter das Neugeborene erstachen, noch ehe die Nabelschnur durchtrennt war. Als sie nicht aufhören wollte, Lieder der Trauer und der Anklage über dieses Verbrechen zu singen, brachen die Götter ihr alle Glieder und schnitten Eomana die Zunge aus dem Mund.

Es heißt, wenn Tare ihre Ende findet und im Weltenbrand vergeht, wird Eomana zu einem fiebrigen letzten Lied spielen und mit ihrer brüchigen Stimme wird voller Spott und voller Verachtung den Fall der Götter und ihrer Diener begleiten. Und wenn Angamon sein Ende findet, wird sie am Ende der Welt, wenn alles Leben zu Asche zerfallen ist, ihrem Kind, dem es niemals gegönnt war, auf Tare zu wandeln, einen Namen geben und ein Schlaflied singen.

Dargestellt wird Eomana oft als in Lumpen gehüllte Gestalt, bei der der schmutzige Stoff der Kleider direkt in blasse kranke Haut überzugehen scheint. Unzählige verstümmelte und krumme Gliedmaßen tragen eine Auswahl an zerbrochenen und zerstörten Musikinstrumenten. In einem dieser gebrochenen Arme liegt ein blutbeflecktes Bündel, direkt aus ihrer Gestalt entspringt. Ihr Antlitz wird fast nie dargestellt, es heißt, sie habe es mit dem Mord an ihrem Kind von Tare und den Göttern in Trauer und Wut abgewandt. Alle ihre Abbildungen haben zum Zweck, Unbehagen zu erwecken und alle ihre Lieder sollen an das Unrecht erinnern, dass der Welt angetan wird, während selbst die Götter ihre Augen abwenden. Einzig für Vitama hat Eomana mehr als Schmach übrig, verlor sie doch ebenfalls ihren Sohn und doch verachtet sie ihre Naivität und Scheinheiligkeit.



"Komm und sag mir wenn das letzte Lied zu Ende geht,
wenn die Sterne, die Juwelen in den Kronen der Götter,
brüllend auf die Welt stürzen und der Himmel feurig brennt
und wenn Könige, Helden und Heilige vorbeimaschieren
und von den Gesichtern all ihre Masken fallen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Außenseiter
BeitragVerfasst: 15.08.17, 12:09 
Edelbürger
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Vom Kult der Rosen


In früheren Zeiten fand ein Vitamaorden weiter Verbreitung in der Gegend um Venturia, der sich der Askese, Meditation und Genügsamkeit verschrieben hatte. Natürlich hatten seine Anhänger nicht zum Ziel, sich von den Fesseln der weltlichen Dinge zu befreien, sondern vielmehr bereits das Kleinste und Bescheidenste in vollstem Ausmaß zu schätzen und zu genießen. Durch Meditation, Übungen des Geistes und Proben der Geduld war es ihnen vergönnt, dass es für Eingeweihte keine Unterschiede zwischen einem Festmahl und einem verschrumpelten Apfel gab. Der edelste Wein und ein Becher Milch waren ihnen gleichermaßen Freude und der Genuß ein Ritual des Dankes und der Verehrung vor Vitama. Der Orden selbst war gern gesehen in den Städten und Dörfern, waren seine Anhänger doch umgänglich, freundlich, hilfsbereit und bescheiden. Sie stießen die Besucher ihrer Tempel und Schreine weder mit übergroßer Naivität vor den Härten des Lebens vor den Kopf, noch mit opulentem Prunkt und Ausschweifungen zu Ehren Vitamas, welche die Gläubigen nur bitterer über ihr bescheides und einfaches Leben mit all seinen Schwierigkeiten gemacht hätte.

Nur eine Sonderbarkeit gab es an dem Orden, eine althergebrachte Kulthandlung und Verehrung besonders hübscher Vitamadiener, gleich welchen Geschlechts, genannt "Vitamas Rosen". Nur wenige gab es davon, meist nur in den größeren Orden, wo die Rosen all ihre Zeit verbrachten. Sie setzten kaum einen Fuß aus dem Schrein und dienten dort als Mittler zu Vitama. Man hängte ihnen Blütenschmuck um, kleidete sie in feinen Stoff und es war eine Ehre, ihnen Nahrung reichen zu dürfen oder das lange ungeschnittene Haar zu kämmen. Die Rosen waren von einem überaus einfachen und kindlichem Gemüt, simpel im Geist, aber ehrlich in ihrem Glauben an Vitama und sehr eifrig in ihrem Dienst. Ständig hatten sie ein seeliges Lächeln auf den Lippen und ihre Unbedarftheit und Unbeschwerthat war geradezu ansteckend.

Die Geschichte dieser Tradition ist in dem Dunkeln der Vergangenheit verlorgen gegangen, doch als Rosen auserwählt wurden nur die Hübschesten unter den Dienern des Ordens, als sie gerade zu Erwachsenen geworden waren. Auch von den dazu Erwählten trat nur ein Bruchteil den Dienst als Rose an, oftmals war dann ihr Gemüt nicht mehr wiederzuerkennen. Der Weiheakt zu einer Rose Vitamas begann mit einer dünnen langen Nadel, die durch die Nase in die Schädelhöhle eingeführt wurde.


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