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 Betreff des Beitrags: [Festland Nortraven] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 11.05.17, 02:38 
Festlandbewohner
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Zitat:
Sven wäre am liebsten aufgestanden und hätte die Halle von Garooar, jene Festung der Hauptstadt Eskandars, wieder verlassen. Er war der jüngste Jarl auf dem Althing, umringt von all den anderen Oberhäuptern und Clansführern, die ihn an Alter und Kampferfahrung übertrafen.
Nun da sein Vater verstorben war, wurde ihm die Bürde auferlegt, Drakensvart in Nachfolge seines Vaters zu regieren. Wenn das nicht schon allein für den jungen Nortraven eine schwere Prüfung Thjareks war, so war der Ruf zum Althing, eine Woche nach dem Tod seins Vaters eine weitere Prüfung die ihm abverlangen wird, zu beweisen das er ein würdiger Nachfolger war.

Die Halle füllte sich und mit jeder Stunde traten mehr Clansoberhäupter, Dorfräte und Jarls aus allen Ecken des Norlandes ein. Die Nortraven aus dem südlichen Teil des Landes, erkannte Sven daran, das sie sich ein wenig wie adlige Galadonier aufführten. Manche von ihnen trugen sogar edle Kettenhemden als Zeichen ihres Wohlstandes und unterhielten sich meist über Viehzucht, Steuern oder Ackerbau.
Die Nortraven aus dem nördlichen Teil hingegen hielten an ihren Traditionen fest, trugen stolz ihre von den vielen Kämpfen gezeichneten Lederrüstungen, zollten anwesenden Berserkern ihren Respekt und nahmen kein Blatt vor dem Mund, wenn es darum ging über „die feinen Herrscher“ aus dem Süden zu spotten.

Ruhe kehrte in der Halle erst wieder ein, als der Hetmann Wulfhold gemeinsam mit seinem engsten Vertrauten Eivar, dem Jarl Sturmbachs eintrat. Svens Nervosität wuchs wieder an, verhielt sich aber still. Er musste nichts tun, außer zuzuhören und am Ende das tun was der Hetmann verlangen wird.

Es war späte Nacht, als Sven nach dem Althing mit Roneth, einem altgedienten Krieger der seinem Vater treu diente in einer der etwas ruhigeren Tavernen saß. Sven starrte nur mit ernster Miene schweigend auf seinen Krug, bis der alte Krieger das Wort ergriff.
„Wir könnten vierhundert Krieger zusammen rufen, siebenhundert wenn du die Tochter von Jarl Roalf heiratest.“

„Wieso hat die Mehrheit dafür gestimmt? Die Galadonier sollten uns doch egal sein. Sollen sie sich gegenseitig töten!“ Sven nahm einen Schluck aus seinem Krug.

„Hast du erwartet, dass sie es ablehnen werden Galadonier zu bekämpfen? Diese Cortaner haben viel Land erbeutet, Land das wir wiederum plündern können. Ausserdem, sollte es zum Krieg kommen, wäre es eine gute Gelegenheit, zu zeigen dass du deines Vaters Sohn bist.“

Sven schwieg darauf wieder und hob den Blick zu Roneth. Eigentlich hatte er recht. Der Hetmann sagte zwar, dass es noch keinen Krieg gäbe, doch jedes Oberhaupt im Norland, sollte seine kampffähigen Männer und Frauen bereit machen.

Als Kind hatte er sich immer gewünscht gegen die Galadonier zu ziehen, wenn er die alten Geschichten über Halgirs Kriege in Galadon hörte, bat er Thjarek ihm die Gelegenheit zu geben, wie einst Halgir selbst nach Süden zu marschieren. Er hätte nie gedacht dass Thjarek seinen Gebeten so aufmerksam lauschte.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 12.05.17, 17:18 
Festlandbewohner
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Zitat:
An diesem Abend, war Ulrichs Wirtshaus wieder so überfüllt, das er vorsorglich ein paar Tische und Bänke im Hinterhof aufstellen musste. Seit die Wirtschaft in Pas, dank Cortan wieder aufblühte, lief das Geschäft nahezu von selbst. Es gab Zeiten, da hätte Ulrich es niemals ausgesprochen, aber jetzt kann er es und erntete sogar Zustimmung von allen dafür: „Unter Hilgorad ging es uns niemals so gut!“
Die Stimmung war wie jeden Abend sehr fröhlich, obwohl eigentlich noch Krieg herrschte, doch dieser Krieg ist nun weiter weg und für die einfachen Menschen in Pas herrscht eine Zeit des Wohlstandes und des Glücks.

Den drei alten Freunden, Richard, Janos und Norni war jedoch nicht nach feiern zumute. Aus Rücksicht auf die anderen Gäste jedoch, nahmen sie einen der Tische draußen um möglichst für sich zu bleiben.

Richard: „Wir sind ruiniert. Wenn wir unsere Steuern und Pachten nicht mehr aus unseren Handelserträgen bezahlen können, wird man uns zwingen dem Heer beizutreten. Und seien wir ehrlich,mit unserem Mangel an Kampftalent dürften wir nichts anderes als für die Latrinen sorgen.“

Janos: „Also Norni, was genau ist nochmal passiert?“

Norni: „Wie ich sagte, dieser verdammte Trave war ein...“

Janos: „Nein von Anfang an!“

Richard: „Genau! Los erzähl Janos was du mir berichtet hast.“

Norni: „Ist ja gut. Also ich hielt mich an unseren Plan. Die Waren aus Endophal durch den Orkpass nach Slagsmal bringen und sie unserem Mittelsmann übergeben, um die Handelssteuer zu umgehen.“

Janos: „Ja so war es abgemacht, wir zahlen diesem Slagsmaler immerhin ein faires Bestechungsgeld.“

Norni: „Nur so weit kam ich nicht. Direkt vor dem Orkpass fingen uns Reiter ab. Mit blank gezogenen Waffen.“

Der alte Norni musste sich mit einem Schluck Bier beruhigen, bevor er weiter erzählen konnte.

Janos: „Du hattest doch Söldner bei dir.“

Norni: „Ja! Zwanzig Söldner und es waren siebzig Reiter! Allesamt Nortraven!“

Janos: „Du hast doch gesagt du hättest Freunde unter den Kriegern die den Orkenpass bewachen?“

Norni hatte langsam genug von den Unterbrechungen und knallte seinen Krug auf den Tisch.

Norni: „Das waren keine Slagsmaler! Ich rede hier nicht von den netten herzlichen Norlandbauern, die man mit einem guten Met und einem derben Scherz beschwichtigen kann. Das waren richtige Wilde aus dem hohen Norden. Sie hatten bemalte Gesichter, ja selbst ihre runden Holzschilde waren bemalt.“

Janos bemerkte den „gleich wird’s noch besser“ Ausdruck auf Richards Gesicht und so sparte er sich jede weitere Bemerkung und lauschte aufmerksam weiter.

Norni: „Einige hatten sogar gefeilte Zähne. Jedenfalls sagte uns ihr Anführer, das die Zeiten in denen Galadonier ins Norland rein und raus spazieren können der Vergangenheit angehören. Ich schwöre euch die hätten uns alle getötet, wenn ich nicht erwähnt hätte, dass ich ein Freund des Slagsmaler Jarls sei. Da gestattete er zumindest dass wir wieder zurückreisen dürfen, aber die Waren und sogar mein Pferd, hat er behalten.“

Janos: „Verdammt! Wir haben ein Vermögen aufgebracht um an diese Waren zu kommen!“

Richard: „Ein anderer Händler der in Khalandra Felle handelt, hat das gleiche berichtet. Nur noch Nortraven weit und breit die aussehen als wollten sie deine Kinder fressen und anschließend dein Haus in Brand stecken.“

Bis spät in die Nacht machten die Drei ihrem Ärger Luft. Sie Verfluchten das Norland mit seinen barbarischen Göttern und nochmehr verfluchten sie ihren eigenen Lehensherren, der ihrer Meinung nach diesen Wilden zuviel durchgehen lässt.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 13.05.17, 17:33 
Festlandbewohner
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Zitat:
An den nortravischen Grenzposten, die sonst von den Nortraven aus dem Süden besetzt waren, herrschte nun Anspannung und die sonst so freundlichen Nortraven wurden durch die Nortraven aus dem tiefen Norden ersetzt. Der Anführer an einem dieser Außenposten war Jarl Siggund, er trug einen Kilt aus weißen Wolfsfell und hatte auf dem Rücken zwei gekreuzte Falkenschwingen. Die beiden Äxte waren Zeugen vieler Kämpfe die der Jarl hatte geführt haben müssen und man sah dem Jarl das Alter und die Erfahrung an. Auf seinen Schultern hingen je zwei pelzige Wolfsköpfe und die Rüstung aus Leder hatte bereits viele Kämpfe gesehen. Hier und da waren im Lager auch khalandrische Wölfe wie auch Wölfe aus dem Norland angekettet gehalten worden. Draußen vor dem Lager hörte man Hammerschläge und die typischen Baugeräusche von Schaufeln und Hacken die das Erdreich durchbrachen.


Siggund saß mit einem nortravischen Krieger und einem Berserker am Feuer und diese unterhielten sich.

Siggund: "Thorgron, wie sieht es aus mit den Vorräten und dem Baumaterial welches wir mitgebracht haben?"

Thorgon: "Jarl, wir haben bereits das Eiswasser, das gepökelte Fleisch und das Baumaterial eingelagert. Brot und andere Dinge müssen noch abgeladen werden. Die Schreiner sind mit der Verstärkung der Palisaden beschäftigt und unsere Jungkrieger haben den zweiten Graben vor den Palisaden ausgehoben, sie müssten bald mit den ersten Mörderlöchern fertig sein."

Siggund: "Gut, das sollte uns ihre schwere Reiterei von den Flanken halten, wenn sie die Grenzen angreifen wollen. Berserker, wie siehst du unsere Chancen?"

Björn, ein Berserker vielleicht vierzig Winter alt, trug eine Bärenmaske die davon zeugte wie viel Erfahrung und Kraft der Bär gehabt haben musste den er erlegte. Er sah zum Jarl und grinste.

Björn: "Wir haben den Galas schon immer in den Arsch getreten, es ist egal unter welcher Flagge sie uns bekämpfen. Einer von unseren ist zwanzig von Ihnen wert. Wir sollten sobald die restlichen da sind, den Vorstoß beginnen, bevor sich die anderen Grenzposten den ganzen Spaß alleine gönnen. Für Thjarek und den Hetmann!"


Die beiden am Feuer nickten dazu und das Gespräch wurde durch unruhen am Tor unterbrochen. Die drei vom Feuer näherten sich dem Torhaus mit langsamen Schritten und den Händen an den Waffen. Vor dem Tor haben hatte sich eine Reihe von nortravischen Reitern angesammelt und der Anführer der Reiter beleckte sich vielsagend seine spitzen Zähne als er zu Siggund aufsah.

Gunnar: "Jarl Siggund! Wir bringen cortanische Geschenke die nach Slagsmal sollten!"

Lautes und grunzendes Lachen erklang am Tor von allen Nortraven und die Reiter stimmten mit ein. Dann wurde das Tor geöffnet und die Reiter kamen in das Lager. Die Pferde wurden untergebracht und versorgt wie auch ihre Reiter.

Gunnar: "Damit wissen die Galas nun wer hier das sagen hat. Sehen wir wie sie reagieren."

Siggund: "Aye, mal sehen was unsere südländischen Späher herausfinden. Ich wette die Galas kaufen ihnen die Mitleidsschiene ab."

Gunnar und Björn fast gleichzeitig: "Aye, auf Thjarek und den Hetmann, Skoll Brodire!"

Ein Stück weiter im Norden machten sich bereits Tage zuvor in den Hafenstädte die Bootsbauer daran die Drachenschiffe zu bearbeiten. Drachenköpfe wurden gelöst und unter Deck verstaut. Handelsgut wurde aufgeladen und die Befehle waren klar. Als einfache südländische Händler die Hafenstädte ausspähen und Informationen sammeln. So steuerten die Drachenboote, beladen mit Fellen, Ledern und norländischen Tieren die Häfen von Kalamudus, Rothenbucht und die Küste in der Nähe von Ersont an. Überall verkündeten die Südnortraven: WENN IHR NICHT IN DEN SÜDEN KOMMEN KÖNNT, KOMMT DER SÜDEN ZU EUCH! PROFIT FÜR ALLE! Überall wo die Nortraven anlandeten als Händler verkleidet, rollten die Dukaten, auch als Bestechung und Investition, früher oder später würde man es sich sowieso zurückholen.
Sie ließen auch Gerüchte aufkommen dass der Süden nicht hinter dem Hetmann und seinen Entscheidungen steht den Norden abzuriegeln und sie bereit sind viele Waren zu verschiffen. So verbreiteten die Händler nicht die Expansionsgedanken des Hetmann, nein allen wurde klar gemacht das der Hetmann das Norland abriegeln wollte und jeglichen galadonischen Einfluss sowie ihre Probleme draußen halten wollte. Natürlich spielten die Vorurteile ihnen gegenüber in die Karten. Auch die Galadonier wussten das die Südnortraven eher daran bedacht waren Reichtümer zu mehren und sich ihre Bäuche noch fetter werden zu lassen. Krieg war nicht das Geschäft der Südländer sondern der Handel und wer an eine Spaltung des Nordens glaubte, wurde von den Gerüchten des Südens bestärkt, dass vom Norden aus keine Gefahr für Cortan bestehen würde. Gleichzeitig aber sammelten sie in den Tavernen bei betrunkenen Soldaten und Offizieren nützliche Informationen über Truppenstärke, Sammelpunkte der Truppen und die Fortschritte in der Belagerung der Königsburg. Ebenso ob es neues zum Verbleib von Hilgorad gibt wollte man wissen.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 20.05.17, 19:12 
Festlandbewohner
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Zitat:
Die Späher hatten die cortanische Patroullie schon seit zwei Tagen verfolgt, es war einfach ihnen unbemerkt zu folgen, so kannten sich die Nortravischen und Khalandrischen Späher in dieser Gegend sich doch um ein vielfaches besser aus. Sie verfolgten die Reitergruppe bis jene ihr Lager in einem alten, vor längerer Zeit aufgegebenen galadonischen Außenposten aufschlugen. Der Anführer der Späher, Aivar schickte einen der Khalandrier zurück zum Hauptlager der Nortraven um Meldung zu machen.

Noch vor dem Dunkelzyklus erreichte eine Kriegsbande, angeführt von Jarl Sven, unter seinen Kriegern auch als "Sven der Junge" bekannt den Rand des galadonischen Außenpostens. Dort unterhielt er sich mit Aivar, dem Anführer der Späher.

Sven: "Also Aivar. Wie ist die Lage?"

Aivar: "Mein Jarl! Die Cortaner haben eine Reitergruppe von zwanzig Mann aufgestellt. Im Moment lagern sie, jeweils drei Mann halten Wache. Die Khalandrier wollen bei Anbruch der Nacht angreifen."

Sven: "Und ihnen die Kehlen im Schlaf durchschneiden? Nein. Nimm einige Männer und gehe auf die andere Seite des Außenpostens, morgen früh greifen wir an."

Aivar: "Wie du wünscht. Ich nehme mir einige der Khalandrischen Hilfstruppen. Sie wollen sich im Kampf beweisen und kennen die Gegend um den Posten herum wie ihre eigenen Fellstätten."

Sven: "Gut. Wenn die Hörner ertönen schickst du deine Männer als Ablenkung ins Gefecht, wir ziehen kurz darauf nach. Mögen die Götter mit dir sein."

Die beiden Männer verabschiedeten sich und machten sich an die Arbeit ihre Leute einzuweisen und sich für den morgigen Angriff vorzubereiten. Die Nacht verlief ruhig, wie üblich vor einem Kampf wurde kein Tropfen Met angefasst und keine Feuer entfacht. Und als der Morgen graute gab Sven den Hornbläsern ein Zeichen, woraufhin sie einen donnernden Angriffsbefehl ins Tal bliesen und die Verteidiger aufschreckten.

Im selben Moment stürmten in Felle gekleidete Barbaren durch die Südseite des Lagers und griffen die verdutzten Cortaner an. Dafür das sie überrascht wurden hielten sie sich tapfer und es brauchte den Rest der Kriegsbande um auch den letzten zu erschlagen. Ein Nortrave und drei Khalandrier waren gefallen, darunter gab es noch einige Verletzte. Alles in allem ein guter Sieg, wenn auch nur ein kleiner.

Sven: "Sammelt die Waffen auf und sorgt dafür dass die Khalandrier ihren Anteil an der Beute bekommen. Die Leichen werden begraben und schickt einige Leute los um die entflohenen Pferde einzusammeln."

Sven war sich sicher. In nur wenigen Monden würden sie ihre Füße auf galadonischen Boden setzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 7.07.17, 10:28 
Edelbürger
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In der Farbe des Blutes war der Boden der Grenze von Ersont und Khalandra in diesen Tagen gefärbt. Der Geruch des Todes lag ebenso in der Luft wie auch der des Sieges. Der Geruch von frischem Fleisch und Eiswasser mischte sich mit den anderen Gerüchen die man am Ende einer großen Schlacht riecht. Doch ein jeder der an diesen Tagen hier war wird eins ganz sicher wissen. Die Nortraven haben die Grenze nach Galadon eingenommen.

Siggund und Thorgron stehen auf der Grenzfeste, die vor kurzer Zeit noch von cortanischen Truppen gehalten wurde. Kein Cortaner hat den Angriff überlebt. Die wenigen Cortaner die nicht direkt gestorben sind, wurden befragt bevor der Tod sie ereilte. Ein Bote wurde zurück ins Norland geschickt um dem Hetmann zu berichten und die weiteren Befehle abzuwarten.
Der Blick der Nordmänner richtet sich nun auf Ersont. Im Grenzlager versammelten sich bereits einige Clans des Nordens welche nur darauf warteten endlich in den cortanischen Teil Galadons einzufallen. Doch zu Beginn wollte die Grenze von den Nordmännern im vollen Umfang unter Kontrolle gebracht werden. So teilten sich die Truppen der Nortraven auf und machten sich daran die Grenze in Richtung Osten und Westen vollends einzunehmen. Tage später sah man an jedem Grenzposten nach Galadon das Banner von Hetmann Wulfhold wehen.

Nun hieß es abwarten und die nächsten Schritte gut zu überlegen. Natürlich kennt jeder Nortrave die Geschichte von Halgir und seinem Beutezug im galadonischen Reich, aber auch von seinem Rückzug ins Norland. Ein Fehler den man nicht wieder machen wollte, nicht jetzt wo es um mehr ging als nur das Plündern. Es ging darum ein Wort zu halten, welches der Hetmann dem galadonischen König gab. Natürlich waren unter den Jarls auch einige die nicht wegen diesem Grund in die Schlacht zogen, sie wollten einfach mal Galadonier im Kampf besiegen und ihnen Zeigen warum sie das erwählte Volk Thjareks sind.


Siggund: Ein goder Slag war das.
Thorgron: Aye min Jarl, och wenn wir gode Männer verloren haben. Mögen sie in Thjareks Hallen ihre Ahnen wiederfinden.
Siggund: Aye, auf Thjarek und den Hetmann.
Thorgron: Un Jarl, was nu? Erobern wir Ersont, Plündern wir ihre Tempel och machen reichen Beute?
Siggund: Alles zu seiner Zeit. Wir warten auf die Ankunft des Hetmann. Wulfhold wollte selbst mit in die Schlacht ziehen gegen Ersont.
Thorgron: Eine Ehre für uns alle.
Siggund: Aye, mögen die Goden unsere nächsten Schlachten sehen!


Als Nortrave war man niemand der lange untätig war. Nach und nach kamen die mitgebrachten Materialien auf den Lastentieren auch in den Grenzfesten an. Denn die Grenzfestung hatte einen noch entscheidenden Nachteil für die Nortraven. Sie war zur Absicherung nach Norden ausgelegt und nicht in den Süden. Wer hätte auch jemals damit gerechtet diese Festung gegen den Süden aus zu verteidigen. Wohl niemand war auch nur auf die Idee gekommen, jemals wieder eine größere Bedrohung als Vandrien zu haben. So waren die Verteidigungen nach Süden nur schwächlich ausgebaut, denn Vandrien war befriedet worden. So machten sich die Handwerker daran die Festungen zu sichern. Es wurden Fallgruben ausgehoben, angespitzte Speere und Pfosten ins Erdreich getrieben um mögliche schwere Reiterei aufzuhalten. Wichtig war es diese Stellen nun zu halten bevor die Invasion in cortanisch Galadon begann.

Zufrieden beobachteten die Jarls die Arbeit ihrer Männer, wenn sie am Feuer sich über ihre Pläne austauschten und gemeinsam in den vergangenen Siegen schwelgten. Im großen und ganzen waren alle zufrieden mit ihrer jetztigen Lage. So wurde freudig die Antwort oder Ankunft des Hetmann erwartet um nach Galadon zu ziehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 26.07.17, 11:21 
Edelbürger
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Zitat:
Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Hetmann Wulfhold: HW
Siggund: S
Thorgron: TG
Isbjörn: IB



Laut erklang das Wachhorn durch die Grenzfestung in Ersont als am Horizont die Banner des Hetmann zu sehen waren. Das Tor der Grenzfestung wurde dem Vorboten geöffnet der bestätigte was die Wachen sahen. Der Hetmann und das Hauptheer sind an der Grenze angekommen. Aus der Ankunft des Hetmann schloss jeder Nortrave die Gewissheit, endlich wird der Krieg nach Galadon getragen. Der Hetmann trug eine Rüstung aus Eisbärleder und einen Umhang aus eben jenem Fell. Die beiden Nortravenschwert an seinem Gürtel waren aus Froststahl geschmiedet und der Schild am Rucken trug einen großen Drachenkopf. Die anwesenden Jarls die auch im Althing waren, neigten dem Hetmann respektvoll das Haupt als jener einritt. Pragmatisch veranlagt wie der Hetmann war lies er sich direkt auf den neusten Stand bringen. Nachschub für die Grenze wurde abgepasst, die Händler, Handwerker und der gleichen wurden ins Landesinnere geschickt mit dem Auftrag ihre Waren dort zu verteilen. Die Festung hier war wie die anderen Grenzposten ein wahres Bollwerk der Nortraven geworden und hielt somit die Grenze. Durch die längere Zeit hier war man sich auch sicher, Ersont ist zu sehr mit dem Konflikt in Galadon beschäftigt.

HW: Thjarek dej Ehr! Jarls, Berserker, Hetja och alle die hier gekämpft haben! Es set mir ejne Ehre zu sehen was ihr erreicht habt.
Alle rufen laut zurück: Thjarek dej Ehr Hetmann Wulfhold!
HW: Aber unser Beutezug hat erst begonnen. In einem Wochenlauf werden wir nach Ersonts Tal aufbrechen und ihre Festung nehmen! Wir haben schweres Kriegsgerät dabei, Nachschub, Waffen und all das! Wir haben sogar Waren von unseren Brüdern auf der Insel Siebenwind erhalten von Jarl Halvard und Jarl Halgar! Dort haben sie Cortan bereits in den Arsch getreten und wir werden das auch machen! Es wird mir eine Ehre sein mit euch allen zu kämpfen. FÜR DIE GODEN!
Alle rufen laut die Namen der Götter und den des Hetmann

Einige Zeit später in der Grenzfestung, der Hetmann sitzt auf einem Stuhl im Kreise der Anwesenden Jarls und trinkt aus seinem Methorn.
HW: Brodire, uns steht ein hoffentlich langer Krieg bevor und wir werden uns mit allen Truppen die an den Grenzen sind vereinigen wenn wir nach Ersonts Tal marschieren.
TG: Mhrrm und diese Bellumsfestung bei den Skapen?
HW: Die lassen wir stehen, wir wollen uns nicht mit der Kirche anlegen. Sie steht immerhin auf der Seite von Hilgorad. Wir plündern die Städte der Thronräuber und holen uns einige ihrer Adligen. Wenn sie die nach dem Kriegsende töten wollen, dann können sie sie ja von uns kaufen.
Ein kurzes geraune geht durch die Jarls, dann nicken diese aber zustimmend in Richtung Wulfhold
IB: Wir haben schweres Belagerungsgerät mitgebracht, Rammböcke, Katapulte und all das was man für eine gute Belagerung braucht. Aber nach unseren Informationen schützen sie nicht mehr viele Truppen. Der Großteil steht wohl am Drac und wartet darauf die Burg zu erobern. Wenn wir Ersonts Tal genommen haben, halten wir die Stadt und unsere Truppen stoßen weiter voran. Wenn alles gut geht nehmen die anderen Truppen Ersonts End ein. Dann haben wir die Truppen aus Vandrien abgeschnitten und ziehen eine Linie durch Ersont. Danach stoßen wir weiter voran nach Bernstein und nehmen Mendel ein. Ab da dürften wir auf die erste Gegenwehr stoßen, die Galas werden sicher ihre Truppen von der Front abziehen und versuchen sich im Drakenwald uns zu stellen. Während wir hier reden stößt der andere Teil unserer Armee gerade nach Ersonts End vor.
HW: Wichtig ist, wir dürfen nicht die selben Fehler machen wie unsere Brodire och Soras die hier schon eingefallen sind. Wenn wir eine Stellung nehmen, dann halten wir sie auch. Wir brauchen vielleicht länger, aber es geht auch darum Burg Bernstein zu entlasten. Wenn wir lange genug Druck auf Ersont und Bernstein ausüben, müssen sie irgendwann die Truppen abziehen. Und wir werden das Schlachtfeld bestimmen an dem sie sich uns stellen müssen. Die Khalandrier sind auch schon Feuer und Flamme mit uns in den Krieg zu ziehen.
S: God. Die Grenzfestung wird gehalten und wir haben noch keinen Versuch eines Gegenangriffs bemerkt. Sie konzentrieren sich wirklich darauf nur sich selbst abzuschlachten. Dann sagen wir ihnen in einer Woche ist Abmarsch nach Ersonts Tal.
HW: Aye, mach das Jarl die Goden sehen auf uns herab! Für Ehre och Stärke!
Alle: Ehre och Stärke!


An den Ausläufen der Skapen stieg schwarzer Rauch empor, in der Luft lag dieser blutige Geschmack und man sah hier einen roten Felaaufgang. Folgt man dem Rauch kommt man zur Hohen Klosterfeste welche den Namen Bellumstrutz trug. Das große Tor war aufgebrochen worden und daneben lag noch ein Rammbock. Im Inneren der Festung, welche bekannt dafür war Khalandra zu missionieren, erblickte man Barbaren Khalandras im Kreis um ein Feuer stehen. Sie warfen gerade silbrige Umhänge in das Feuer und lachten immer wieder laut auf wenn einer der Umhänge Feuer fing. Im Hof der Klosterfestung waren die Leichen der Bellumsdiener gestapelt worden und sollten auch verbrannt werden. Einer der Barbaren trug gerade eine große Kiste mit Schätzen, Insignien und eben den Wertsachen die man in der Kirche erwartet nach draußen. Er ließ mit einem Aufschrei die Kiste fallen und wollte sich gerade zum rennen abwenden, da durchschlug sein Gesicht eine Wurfaxt.
Durch den Aufschrei aus ihrem Werk gerissen stürmten die Barbaren aus der Klosterfeste und sahen sie, eine Reihe aus Nortraven und vor ihnen stand Jarl Ivar der Anführer der Truppen an diesem Punkt der Grenzregion.


Ivar: Wir haben euch gesagt, niemand vergeht sich an den paar verbliebenen Götterdienern Galadons die hier leben. Mir geht es nicht darum was oder wer sie sind, ihr habt meinen Befehl nicht befolgt und euch vor drei Tagen abgesetzt. Damit habt ihr euer Leben verloren, ich brauch keine Wilden die machen was sie wollen. Also nehmt eure Waffen und kämpft. Das ist eure Strafe!

Mit den Worten stürmten Barbaren und Nortraven aufeinander los, es war ein kurzer und blutiger Kampf. Am Ende stand keiner der Barbaren mehr und noch mehr Blut tränkte diesen Boden. Ivar spuckt missmutig zur Seite aus und sieht auf die Leichen der Barbaren, dann gab er den Befehl alle Leichen zu verbrennen und das Tor zu verbarrikadieren die Schätze sollen sie trotzdem mitnehmen.
Im Lager später stellt sich Ivar in die Mitte und lässt die anderen Jarls sich versammeln.


Ihr fragt euch sicher, warum wir die Khalandrier töten mussten oder? Ich sage es euch, sie haben sich nicht an die Befehle gehalten. Wenn wir ihnen nicht von Anfang an zeigen wem ihre Schwerter gehören, dann werden sie immer wieder ihre Grenzen austesten so sind sie eben. Wir haben unsere Befehle vom Hetmann und an die halten wir uns! Und die Befehle sind noch immer klar! Ersont einnehmen, Städte plündern und die Kirche die die Galagötter anbetet in ruhe lassen solange sie nicht die Waffen gegen uns erheben! Wir sind nicht hier um zu plündern! Wir wollen dieses Land nach dem Sieg Galadons als unseres haben und dazu müssen wir erstmal Hilgorads Frau den Arsch retten! Und glaubt mir, wir finden hier noch genug Schätze auch ohne das wir die Kirchen überfallen. Um die können wir uns noch immer kümmern wenn der Krieg vorbei ist.


Stille herrschte bis ein jüngerer Jarl lauthals brüllte "FÜR DEN HETMANN!" und kurz darauf stimmten auch die anderen mit ein. Es wurde viel getrunken und einige Tage später machte man sich auch auf tiefer nach Ersont vorzustoßen.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 11.08.17, 11:09 
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Drei Monate früher

Zitat:
Die Späher berichteten ihm von den Problemen am Drak und der Belagerung. Also musste der Hetmann einen neuen Plan fassen. Ersont war erstmal nicht wichtig, es war ein persönlicher Hilferuf der Königin eingetroffen. Ein Bote hatte unter Einsatz seines Lebens dem Hetmann eine Botschaft überbringen sollen. Aber am Grenzpass traf er mit großer Überraschung bereits auf die nortravischen Truppen. Das königliche Siegel war unverkennbar an Wulfhold angepasst worden wie es nur der König in seiner persönlichen Korrespondenz mit dem Hetmann verwendet hatte. Der Hilferuf war eindeutig und er unterstrich das Ziel des Hetmanns.

HW: Jarls ich habe eine Entscheidung getroffen. Die Königin der Galas hat mich persönlich um Hilfe gebeten. Ihnen geht die Luft aus in ihrer Burg, sie wissen nicht wie nah wir sind. Also ist es nun unser Ziel die Belagerung der Burg zu durchbrechen oder aufzubrechen. Wir werden die größte Schlacht schlagen die Thjarek jemals gesehen hat! Und wenn Thjarek es will, dann werden wir bei dieser Schlacht in die große Methalle einziehen oder weitere Schlachten schlagen! Also zeigen wir den Cortanern mal warum niemand das Norland erobern kann, aber warum der Norden jederzeit den Süden einnehmen kann! FÜR THJAREK BRODIRE OCH SORAS!

Der Hetmann beugt sich zu seinem Berater und brummt etwas
Warum nennen die sich eigentlich Cortan?
Der Berater hob nur ahnungslos die Schultern an.

Also gut, sorgt dafür das die Drachenboote zusammengebaut werden. Wir werden diesen Fluss im Osten nehmen, dann fahren wir den Fluss herab zum Laree. Dort gehen wir an Land, damit umgehen wir die Städte in Ersont und marschieren ausgeruht durch den Drakenwald. Dort angekommen werden wir einen berittenen Trupp voran schicken, ich will das die Cortaner am Belagerungsring wissen das wir kommen! Damit sie sich von der Burg abwenden und gegen uns ziehen. Ich will die Schlacht im Wald gegen sie suchen, dann können wir unseren Nachteil gegen ihre Bogenschützen ausgleichen. Zu dem will ich das unsere Berserker von der Seite in den Feind stürmen können. Das bedeutet ihr geht mit der Hälfte unserer anderen Truppen über Mendel voran. Dann nehmen wir das Heer der Cortaner in die Zange. Sie haben keinen Weg zurück und unseren Rücken sichern wir mit denen aus Khalandra ab. Wir lassen sie gegen eine der weniger stark befestigten Städte ziehen. Diese sollen sie einnehmen und damit dafür sorgen das uns die Ersonter mit den restlichen Truppen nicht in den Rücken fallen kann. God. Macht alles bereit, wir brechen in drei Tagen auf.

Am Fluss angekommen sah man bereits ein Feldlager der Nortraven, der Plan war es sowieso gewesen über den Fluss tiefer in das Land vorzudringen. So nutzte man die kleine Stadt, welche auf Binnenschifffahrt ausgelegt war als Stützpunkt. Die dortigen Schiffe wurden genutzt und die Drachenboote der Nortraven. Die Schiffe mit den Truppen vorne und hinten, in der Mitte waren der Nachschub und die Tiere. Niemand wird wohl jemals wieder so eine große Flotte auf dem breiten Fluss sehen. Die Flüsse im Landesinneren von Galadon waren alle für die Binnenschifffahrt ausgelegt und dies war ein großes Glück für die Nortraven. Und so segelten die Nortraven über das Binnengewässer in Richtung Laree und gingen dort am Gebirge angekommen an Land. Mit frischer Kraft machten sich dann die Nortraven auf den Weg durch den Drakenwald.


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 Betreff des Beitrags: Re: [Plot] Der Norden rührt sich
BeitragVerfasst: 21.08.17, 12:16 
Edelbürger
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2 1/2 Monate früher

Zitat:
Der Marsch durch den Drakenwald war beschwerlich. Nicht nur, dass es in der Nähe Waldelfen geben sollte, und man diese nicht unbedingt provozieren wollte, es lag auch an dem Wald selbst: die Nortraven waren keine solchen Landschaften gewohnt, herrschte im Norden doch eher ein Mangel an größeren Waldflächen. Sie waren geübt darin, im Gebirge zu kämpfen, auf freier Fläche, ja auf dem unebeben, kargen Boden der Fjorde, aber die geringe Sichtweite, das beständige Zwielicht? Das zehrte an den Nerven, machte die tapferen Nordmannen nervös. Wenigstens gab es genug Wild, so dass die Bäuche stets gut gefüllt waren!
Dennoch barg der Wald eine große Gefahr: Hinterhalte der Cortaner Ersonts!
Viele Späher hatten sie bereits verloren und auch die Vorhut war stark dezimiert worden, also hatte man sie verstärkt, und los gesandt, den Weg zu sichern, damit der Haupttross, der einige Tage später folgte und die Nachschubwagen und all das, was ein Heer stets benötigte - Handwerker, Heiler, Köche und so weiter - schützte und daher enorm viel langsamer war.

"Dein Ernst?" knurrte der junge Jarl, dem man das Kommando über die Vorhut anvertraut hatte. Einer seiner Späher stand vor ihm, eine ältere Jägerin mit narbigem Gesicht, ganz in schimmernd glatte Otterpelze gewandet gegen die Feuchtigkeit des Waldes.
"Aye, isses. Des Dorf is unbewacht, ungeschützt... die Bauern wissen nichmal, das wir kommen."
Jarl Mandren kratzte sich am Bart. "Können wirs umgehn ohne dass die uns bemerken? Da soll keiner die Truppen der Cortaner warnen könn'n." Sie überlegte kurz, schüttelte dann den Kopf. "Die haben Holzfäller un' Jäger, ausserdem eine ausgefahrne Handelsstraße.. sehr unwahrscheinlich."
"Gut, dann müssen wir's besetzen, und verhindern dass wer entkommt. Rannolf! Nimm dir..."
Was sich sein zuverlässigster Mann an Truppen nehmen sollte, würde er nie erfahren, denn auf einmal steckte ein Pfeil im Hals des jungen Jarls. Die Augen quollen ihm hervor, er röchelte, bespuckte dann die Späherin mit Blut, das seinen Bart benetzte, auf den er stets so stolz gewesen war. Sie fing ihn noch auf, als er aus dem Sattel seiner Norlandstute stürzte, und dann war die Luft gefüllt mit weiteren Geschossen, die aus den Wäldern kamen.
"SCHILDE HOCH!" brüllte die Späherin, und allenthalben gehorchte man ihrer Anweisung im Reflex; ein Teil der Pfeile landete in den Schutzschilden, ein Teil in der zertretenen Erde des Waldweges, doch viel zu viele Krieger und Kämpferinnen stürzten aus ihren Sätteln oder brachen dort zusammen, wo sie gerade noch gestanden hatten. Schreie erfüllten die Luft, Verwirrung lähmte manch einen Kämpen, denn wo war der Feind?
Waren es etwa die gefürchteten Waldelfen?
Ein Hornisgnal im Wald erscholl, auf der anderen Seite ein zweites, dann ein drittes vorn und eines hinter dem Tross. Sie waren umzingelt!
"Lose Formation!" dröhnte nun Rannolfs Stimme, der sich einen Pfeilschaft am Arm abbrach und grollend auf die Beine kam, den Schild angehoben. Und während seine Kämpfer, dankbar für den Befehl, gehorchten und sich formierten, schwirrte eine zweite Wolke Pfeile heran, doch diesmal richtete sie weit weniger Schaden an.
Erneut ein Hornstoß, diesmal von vorne, länger gezogen, erscholl und aus dem Wald brachen Soldaten Cortans hervor, in erstaunlich guter Formation, bedachte man, dass sie bis eben im Dreck und unter Büschen gekauert hatten. Überall trugen sie an ihre Leiber gebunden Äste und Zweige, hatten sich die Gesichter mit Schlamm bemalt, die Schilde mit Netzen behangen, in die Blätter und Farne eingeflochten waren.
Sofort schlossen sich ihre Reihen, kaum dass sie die Bäume hinter sich gelassen hatten, und im beständigen Zwielicht marschierten sie auf die bedrängte Vorhut der Nortraven zu.
"LASST SIE HERAN KOMMEN!" brüllte Rannolf, wohl wissend um das heiße Blut seiner Brüder und Schwestern, und auch, dass es Selbstmord wäre, der cortanischen Formation in wilder Leidenschaft entgegen zu stürmen. Dennoch sah er nicht viel Hoffnung: die Pfeile hatten seine Leute geschwächt, fast um die Hälfte dezimiert. Gewiss, viele würden die Pfeilwunden theoretisch überleben, aber gerade konnten sie eben nur geschwächt oder gar nicht mehr kämpfen. Ein bedauernder Blick auf den gefallenen Jarl - der Sohn seiner Schwester - und Rannolf bleckte die Zähne.
"Lasst sie teuer bezahlen!" brüllte er, doch bevor er den nächsten Befehl - den letzten - geben konnte, erklang erneut das Lied der Bogensehnen. Was...?
Kurz stutzte der Berserker. Würden die Cortaner nun das Risiko eingehen, ihre eigenen Leute zu töten? Waren sie so verdorben?
Tatsächlich! Die Pfeile, erneut aus dem Wald abgeschossen, schlugen in die waldgetarnten Soldaten ein, in ihre nahezu ungeschützten Rückseiten und Flanken. Viele gingen zu Boden, erneut gellten Schreie, diesmal galadonische, doch kein einziges Geschoss fand seinen Weg in die Leiber der Nortraven.
Dann waren die Cortaner heran und Rannolf brüllte "Tötet sie! Tötet sie alle! Für den Hetmann und die Goden!"
Und das taten sie.

Als die Schreie weniger wurden, das Waffengeklirr verstummte und der letzte Cortaner, der noch zappelte, von einem müßigen Axthieb seines Lebens beraubt worden war, trat die narbengesichtige Späherin an Rannolf heran. Sie trug einen Pfeil in der blutigen Hand.
"Alfenhandwerk." knurrte sie. "Haben die Alfen denen geholfen?"
"Nein." sie wies mit dem Pfeil in der Hand, von dem noch das Blut tropfte, auf einen cortanischen Soldaten, der im Dreck lag. Rannolf nickte, sah in den Wald. Was würde nun kommen? Waren die Elfen so erzürnt, dass seine dezimierte Truppe nun gegen jene kämpfen müssten?
Eine Gestalt löste sich aus dem Zwielicht des Waldes. Sie trug nur einen Stab, weder Bogen noch Schwert, und hatte das lange, blonde Haar zweckmässig hoch gebunden. Ein wenig zu schmal für einen Mann, ein wenig zu breit für eine Frau - ein Elf, so viel war sicher.
Langsam und bedächtig schritt der Mann auf die Nordleute zu, blieb dann mit Abstand von fast 10 Schritt vor Rannolf und der Späherin stehen. "Col ni'ahir, Nordmannen." sprach er sanft und leise. Und müde. Er klang entsetzlich müde.
Rannolf musterte ihn, entdeckte in der Robe, im Haar, im Gesicht Spuren von Kämpfen, von Schmutz und Erschöpfung. Ein Auge des Spitzohrs fehlte, war fortgebrannt, die Haut um die leere, narbige Höhle spannte sich leicht faltig. Offenbar war es dort gründlich abgeheilt worden, ohne dass man den Schaden komplett hatte beheben können.
"Sei gegrüßt, Alf." knurrte der angespannte Nordmann. "Was willst du?"
"Ihr kämpft gegen die Cortaner." sprach der Alf, dessen Stab von einem zartgoldenen Kristall gekrönt war. "Aye, dreckiges Pack!"
"Dann kämpfen wir Seite an Seite." Der Alf hob eine schlanke, schmutzige Hand - bei den Goden, wann hatte Rannolf je von schmutzigen Alfen gehört? Noch nie! - und darauf traten fast drei Dutzend weitere Alfen aus dem Wald, die Hälfte in hölzerne Panzer gehüllt und fast alle mit Bögen bewaffnet, viele trugen Schwerter gegürtet oder lange Stäbe, an deren Enden Klingen im Zwielicht schimmerten. Jene, die keine Rüstung trugen, hatten die Gewänder normaler Alfen am Leibe, doch zerzaust und beschädigt; Ruß beschmutzte den feinen Stoff, eingetrocknetes Blut. Verbände hier, Verletzungen dort, Schürzen, Werkzeuge: Rannolf hatte das Gefühl, einem Haufen Handwerker, begleitet von ihren Kriegern, entgegen zu sehen.
"Was geht hier vor sich?" verlangte er zu wissen.
"ich bin Caylen, und das ist meine Schar. Habt ihr Wasser für unsere Kinder? Wir fanden auf der Flucht keine Zeit..."
"Kinder? Ihr nehmt Kinder mit in den Krieg?!"
Caylen schwieg, als nun auch verdammte Zivilisten aus dem Wald erschienen, sich ängstlich und gehetzt hinter ihren mehr-oder-weniger-Kriegern duckten. Weiber in feinen Kleidern, zerissen als hätte man versucht, sich an ihnen zu vergehen; manch einer in etwas, das tatsächlich nach Schlafgewändern aussah. Kinder, die mit stumpfen Augen Kuscheltiere an sich drückten oder von den Armen ihrer erschöpften Väter baumelten. Und überall... Ruß.
"Siehste das nich, Rannolf? Die bringen nicht Kinder mit innen Krieg. Die Cortaner führen Krieg gegen Kinder."


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