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 Betreff des Beitrags: [IG] Ein Brief an den Relator Sanno Fedea
BeitragVerfasst: 7.05.17, 20:51 
Ehrenbürger
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*Sicherlich ist es für keinen Boten ein traumhafter Auftrag, einen Brief von einer Einsiedelei am Arsch der Insel, zu dem ehrwürdigen Relator Sanno Fedea zu bringen. Erst die feuchte Kälte im Norden der Insel, dann ein kauziger alter Streiter und dann auch noch eine schier endlose Schiffsreise zum Festland.. Es war also kein Wunder, dass mehrere Wochen verstrichen, ohne dass sich sich auch nur ein Bote gemeldet hätte. Als sich schließlich doch eine wackere Botin fand, konnte sie sich immerhin nicht über mangelnden Lohn und Proviant beschweren. Wer das Boten-Gewerbe kennt, dem wird sicher auffallen, dass es sich bei der Botin, einer der wenigen weiblichen Botinnen überhaupt in dieser Branche, um ein besonders aufmerksames und gewissenhaftes Exemplar handelt. Kaum hatte sie im Eilschritt Brandenstein erreicht, da heuerte sie schon auf dem nächsten Schiff zum Festland an. Mit Gebetsbuch und Bellumsanhänger bewaffnet, war sie fest entschlossen, diesen kräftezehrenden Auftrag auszuführen..*


Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Einsiedelei Gaisgeachs Stein, Siebenwind
7.Trier 28.nHil.



An: Relator Sanno Fedea

Ehre sei Bellum und Lobpreis den Sahor,

in tiefer Demut möchte ich euch, dem ehrwürdigen Relator, diese Zeilen schreiben. Es mag euch sicherlich überraschen, doch hoffe ich, dass es euch nicht erzürnt, dass euch ein einfacher Diener Bellums und demütiger Einsiedler mit diesem Schreiben bedrängt. Wäre die Lage für mich auf andere Art zu lösen, wäre die Lage der Insel eine andere, niemals würde ich euch eurer teuren Zeit berauben. Ich möchte beginnen indem ich mich euch vorstelle. Ich bin Bruder Rodrik Kaltenfels, ein von Bellum erhobener Diener, doch kein Mitglied des Ordens vom heiligen Schwerte. Damit ich weiterhin meinen Dienst auf dieser Insel verrichten kann, nahm mich die mutige Schwester Diana Weidenbach in den Orden vom lieblichen Kelche auf. Demnach schreibe ich euch als Anwärter des hiesigen Vitamaordens. Die Äbtissin erhob die Einsiedelei Gaisgeachs Stein zu einem Ort der Mutter und hielt so beide Hände schützend über mich und mein Werk, da ich durch die hiesigen Statuten gezwungen gewesen wäre meinen Dienst im Namen der Kirche einzustellen. Die liebe Schwester handelte also, da sie dem Wunsch des gemeinschaftlichem Zusammenhalt folge leisten wollte. Nur durch ihre Gnade und Liebe, kann ich weiter meinen Dienst auf dieser Schicksalsinsel fortführen. Ich bin mir sicher, dass ihr bereits erkannt habt, dass dieser Zustand keiner ist, den wir als andauernd wünschen.
Nachdem Bellum mich prüfte und auch für würdig erachtete, wurde ich aus dem Orden vom heiligen Schwerte entlassen. Die Unterschiede zwischen dem Prior Tion Altor und mir waren zu groß, als dass er glauben konnte, dass es in einem Orden gut ausgehen würde. Es gibt jedoch für diese Insel keine Weisung, wie mit erwählten Dienern, die jedoch keinem Orden angehören, umgegangen werden soll. Eine Gründung eines Ordens, so sieht es die Regelung vor, kann nur mit der ausdrücklichen Bestätigung durch den Relator geschehen.
Darum wende ich mich, demütigst und dennoch voll der Hoffnung, an euch. Ich bitte euch, der Gründung eines zweiten Bellumsordens zuzustimmen, der Brüder vom Schild der Tugend.
Es ist nicht meine Absicht, mit Hochwürden Altor in Konkurrenz zu treten. Es ist nicht meine Absicht, den Orden vom heiligen Schwerte zu verdrängen. Hochwürden Altor sah unsere Ansichten, unser Wesen, als zu unterschiedlich an, um in einem Orden gut gedeihen zu können. Ich greife seine erste Annahme auf, denn ich teile die Ansicht, dass unser Wesen und unsere Auffassungen große Unterschiede aufweisen.
Ich sehe meine Rolle, als demütiger Wächter über das Volke, als ihr ruhiger und wachsamer Begleiter und Lehrer. Die Seelen der Gläubigen sollen ebenso gut behütet sein wie ihre Leiber, sobald das Dunkel uns entgegenstrebt. Wie ein Helm, der nicht nur den Schädel, sondern auch den Geist zu behüten wünscht.
Wo Hochwürden Altor sich als Schwert sieht, da sehe ich mich als Schild. Und so verschieden Schwert und Schild sind, so gehören sie beide zum Krieger. Keines davon kann als unwichtiger erachtet werden, sind ihre Aufgaben doch so unterschiedlich.
Darum bitte ich euch, dass ich den Gläubigen der Insel und meinen lieben Geschwistern, Schild sein darf. Ich bitte euch, diesen Wege als Weg des Herrn anzuerkennen.

In tiefer Dankbarkeit und Hochachtung,
Bruder Rodrik

_________________
„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“
– David Ben-Gurion


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 Betreff des Beitrags: Re: [IG] Ein Brief an den Relator Sanno Fedea
BeitragVerfasst: 8.07.17, 11:35 
Edelbürger
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Zitat:
Draconis, am Vierentag dem achten Triar
Im achtundzwanzigsten Jahr der Thronbesteigung

Dem ehrenwerten Diener Kaltenfels, in einer Einsiedelei "Gaisgeachs Stein" zu Siebenwind,

Betreffend: Euer Schreiben vom siebten Trier

Geschätzter Bruder im Dienste an den Sa'Hor,

Ihr tretet an mich heran mit einem Anliegen betreffend vergangener Differenzen mit euren Ordensoberen und habt aufgeführt, welche Wirrungen euer Weg bis zu diesem Tage annahm. Geschlossen habt ihr euer Schreiben, indem ihr die Erlaubnis zur Gründung eines zweiten Ordens des Bellum zu Siebenwind erbeten habt. Lasst mich also damit beginnen, diesen Sachverhalt zu prüfen und euch meine Entscheidung begründet darzulegen.

Halten wir Folgendes unumstößlich fest: Die Kirche in ihrer Gestalt ist immer viereinig, und jeder jener Säulen wird gleichermaßen Bedeutung zugemessen. Diese Einheit kann ebenso wenig entzweit werden, wie man einen ihrer Tempel schlicht in zwei Teile hieben könnte. Sie ist von führender Bedeutung, denn die Viereinigkeit drückt sich aus in einem geteilten Streben nach der Erlösung aller Seelen durch die gnädige Handreichung der Viere. In ihr prägen sich wundersame und wundervolle Dinge aus. Denn in gleichem Maße, wie die Viere vereint die Schöpfung erblühen ließen, so vermögen sie es auch, geeint, und vermittelt durch die Herzen ihrer ergebenen Diener, wiederum Göttliches zu vollbringen. Jeder einzelne Orden bedingt damit zwangsläufig jeden anderen Orden. So zumindest erscheint es mir als schlüssig, dass ihr euch abseits eures Weges begeben habt, um, des Streites müde, Rast und Ruhe im Schoß der Mutter zu finden.

Wir zelebrieren die Unterschiede der einzelnen Viere und erkennen an, dass sich ihr Willen in manchen Belangen diametral ausprägen mag. In keinem Gegensatz zeigt sich dies mehr als am Beispiel von Krieg und Frieden. Weiter reduzieren lässt sich dies auf die Ebene bewaffneter Gewalt. Illustrieren wir dies an folgenden Fragen: Wurde euch seitens des Geschwister im Dienste der gnadenvollen Mutter nahegelegt, eure Waffe und eure Wehr niederzulegen und nun ein friedvolles Leben zu führen? Und stünde nicht auch der unausgesprochene Wunsch euch gegenüber, nun als Anwärter der lieblichen Mutter, im Raume? Solltet ihr dies beherzigen und befolgen, so wird der Schwertherr wenig Nutzen und kaum Gefallen an euch finden. Haltet ihr jedoch weiterhin an eurer Waffe fest, so beschämt ihr zwangsläufig damit jenen Orden, der euch Obhut gewährte. Greifen wir einen zuvor aufgeführten Gedanken auf: "Jeder einzelne Orden bedingt damit zwangsläufig jeden anderen Orden." Und gleichsam steht doch jeder Orden für sich, denn es handelt sich per definitionem um Vereinigungen der Diener jeweils einzig einer Gottheit.

Halten wir diesen letzten Satz fest. Der Nutzen eines Ordens ist es, die Diener je einer Gottheit zu einen. Aus dieser Einigkeit heraus sollen sie Lehre für nachfolgende Diener hervorbringen, gute Taten im Sinne eines der Viere vollbringen und sich letztlich in der Summe ihrer Ansichten einbringen in viereiniger Zusammenarbeit mit den übrigen Teilen der umfassenden Kirche der Sa'Hor. Im Übrigen ist es dafür zwingend notwendig, eine Gemeinschaft der Seelen zu bilden und den Kontakt mit den Bewohnern des Reiches zu pflegen. Ein Orden einer einzelnen Person, befindlich in einer ausdrücklich so bezeichneten Einsiedelei, entbehrt jeden oben aufgeführten Nutzens und kann in dieser Form nicht gestattet werden.

So hat jeder Orden seine eigene Tradition, teils gar seine eigene Interpretation des Göttlichen und bereichert auf diese Weise den theologischen Diskurs. Dafür ist es nicht notwendig, die Diener der einzelnen Horen bunt und wild durcheinander zu würfeln, denn wie oben aufgeführt distrahiert dies nur von der Mission der jeweiligen Orden. Ich rate euch also an, euren zukünftigen Weg auf das Genaueste zu überdenken und nach reiflicher Überlegung zu entscheiden, ob und in welchem Orden ihr Mitglied sein solltet. Falls ihr euch zu oft außerhalb der Zivilisation und fern eurer Geschwister aufhalten solltet, so seid hiermit daran erinnert, dass auch ein freier, reisender Geweihter ohne eigene Ordenszugehörigkeit prinzipiell denkbar ist. Hiervon jedoch muss ich euch wiederum abraten, denn die Unterstützung der Sterblichen für das segensreiche Werk der Viere, wie ich es oben aufführte, gelingt nur durch geschwisterliche Handreichung in Form einer Ordensmitgliedschaft.

Letztlich kündet euer Schreiben von beachtlichem Mut. Mein Brief an den Hohen Rat der Extraterritotialgemeinde Siebenwind zum diesjährigen Tag der Helden lag euch und euren Geschwistern zweifellos vor. Da ihr den Inhalt verdrängt oder vergessen zu haben scheint - oder aber der Hohe Rat ihn nicht weitergab, lege ich einen Durchschlag des Briefes anbei. Ich monierte darin den fortlaufenden Zwist und Streit innerhalb der dortigen Gemeinde; Eigenschaften, für die unsere dort befindlichen Geschwister nun schon weit über die Küsten der Insel hinaus berüchtigt geworden sind. In vollem Bewusstsein, dass mir diese Zustände ein unsäglicher Dorn im Auge sind, habt ihr doch zur Feder gegriffen.

Es verbleibt mit viererlei Grüßen,

Sanno Fedea

Kommissarischer Stellvertreter des Zälaten
Relator der Signatur Malthust-Papin

*gesiegelt*


Anhang:
Versteckter Inhalt bzw. Spoiler :
Zitat:
Draconis, am Tag der Helden
Im achtundzwanzigsten Jahr der Thronbesteigung

Vorzulegen dem Hohen Rat der Extraterritorialgemeinde Siebenwind,

Betreffend: Eine Ermahnung an die Viereinigkeit

Geschätzte Geschwister im Dienste an den Sa'Hor,

Teils erschütternde Nachrichten wurden mir in den zurückliegenden Wochen fortlaufend von allerlei Seiten zugetragen. Diese Nachrichten betrafen nicht nur das Handeln der Extraterritorialgemeinde Siebenwind nach außen, im Kontakt mit den cortanischen Rebellen und den vandrischen Reichsverrätern. Auch beinhalteten sie aufschlussreiche Kunde über die einzelnen Personen und Persönlichkeiten, aus denen die Gemeinde besteht. Es bekümmert mich in erheblichem Maße, auf das Hörensagen des Volksmundes und die inquisitorischen Nachrichtendienste angewiesen zu sein, statt den Berichten des Hohen Rates, von meiner Güte eingesetzt, volles Vertrauen entgegen bringen zu können.

Ich werde an dieser Stelle die einzelnen Transgressionen nicht mehr aufgreifen, denn ich bin der Überzeugung, dass jede aufrechte Seele schließlich in der Lage ist, sich selbst zu kennen. Zu dieser Reflektion und Selbsterkenntnis möchte ich anregen, denn erst aus dem rationalen Verständnis der eigenen Taten heraus kann eine dauerhafte Maßregelung des eigenen Verhaltens erwachsen. Indem wir uns tagtäglich den silberglänzenden Spiegel der Vernunft vorhalten, vermögen wir, den andauernden Makel des Einen in unseren Herzen aufzuspüren und auszumerzen. Das Gift seiner Einflüsterungen und die Einflüsse seiner Widernisse treiben sich als dornige Stachel in das ewige Abbild unserer Seele. Bittere Buße und das Eingeständnis unserer Sünden ist der heilsame Eiter, der uns gesunden und zu solchen Seelen werden lässt, die würdig sind, auch fürderhin als Teil der Kirche den hochheiligen Vieren gefällige Diener zu sein.

Auf diesem Weg der Reinigung und Läuterung müssen wir Sterbliche einander stützen und tragen, wie es die Querstreben eines Dachstuhles tun, die gemeinsam hinauf in lichte Höhe streben. Das Dach, das sich über uns spannt, ist die ungebrochene Viereinigkeit aller einzelnen Orden der Kirche in ihrer Gesamtheit, die über das galadonische Reich hinweg ganz Falandrien umspannt. In widrigen Zeiten schirmt und behütet dieser Dachstuhl uns vor all den Stürmen, die mit solch wandelhaften Zeiten einhergehen. Und in Zeiten der Waffenruhe und Prosperität ist es an uns, die Viereinigkeit zu stützen und weiter aufzuspannen, sodass unter ihrer Obhut alle beseelten Wesen florieren dürfen.

Meine fürderste Erwartung an einen Diener der Viere ist es also, diese Einsicht zu teilen und sich dementsprechend zu verhalten. Es ergibt sich daraus also die Maßgabe, dass die eigene Bereicherung, oder etwa das Streben nach Ehre und Gloria, nicht vereinbar ist mit dem geschwisterlichen Streben nach einer Einheit der Seelen. Wer das menschliche Bedürfnis nach Geld und Geltung nicht dem Zweck des frommen, gemeinsamen Werkes nicht unterzuordnen vermag, der ist, ungeachtet seiner Befähigung, der Gesamtheit der Kirche abträglich und abkömmlich. Ich vertraue auf die göttliche Fügung, dass auch die Extraterritorialgemeinde Siebenwind sich wieder auf diese Maxime besinnen wird.

In diese Zeilen lege ich den frommen Wunsch der geschwisterlichen Einigung, die ich als zwingende Voraussetzung sehe, um auch nach außen hin dem übrigen Volke ein vorbildhaftes Symbol sein zu können. Seid umschlungen in friedfertig schaffenden Banden und betrachtet einander wertschätzend als solche Vorreiter viereheiliger Kunde, an denen es liegt, das Volk in wechselhaften Zeiten zu begleiten und zu bestärken. Stürzet ihr hernieder in niederem Zwist und traget diesen folgend nach außen, so schlagt ihr Risse in das Fundament der einst einigen Kirche, die sich nur mehr schwerlich aneinander fügen lassen. Bemüht euch stattdessen in schöpfendem Werke, an dem ihr im weiteren Verlauf beurteilt werden werdet.

Es verbleibt mit viererlei Grüßen,

Sanno Fedea

Kommissarischer Stellvertreter des Zälaten in absentia
Relator der Signatur Malthust-Papin

*gesiegelt*

_________________
"Nenne mir, Muse, den Mann, den Vielgewandten..."
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