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 Betreff des Beitrags: Ein Brief an den Hof
BeitragVerfasst: 11.02.07, 23:25 
Festlandbewohner
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Ein wenig später am Abend, zum achten Zyklus des 12. Onar 18 nach Hilgorads Thronerhebung, sieht man eine schlanke junge Frau am Hafen von Brandenstein im Gespräch mit einem der Seeleute. Einige Dukaten wechseln ihren Besitzer und mit ihnen ein Schriftstück, und nicht viel später befindet es sich auf seiner Reise, die vielleicht, eines fernen Tages, in Draconis endet.

Zitat:

an ihre allerhochheiligste Durchlaucht und so weiter und so fort,
Hilgorad I. ap Mer,
vertreten durch das Sekretariat ihrer Majestät zu Draconis,
zu den Händen eines Sekretarius.
Dringlich!



Werter Sekretarius Majestatis und hoher Herr, braver und treuer Untertan!

Ich schreibe euch als eine ebensolche dem König getreue, wie Ihr einer seid, von der Insel Siebenwind. Zutiefst beschämt mich, diese Kunde selbst und als eine einfache Freie bringen zu müssen, doch erscheint mir jeglicher denkbare Weg, auf dem ein vom Stande berechtigter sich an Euch wenden könnte, verloren.

Zusammen mit diesem Brief findet Ihr eine derzeit in der Verteilung befindliche Ausgabe des Boten zu Siebenwind, des Sprachrohrs von Ritterschaft und Lehensherr und des einzig legitimen Blatts der Insel.

Heute tagte der dort angekündigte Völkerrat, den ich bislang nur für einen miserablen Scherz der Redaktion hielt, und mich grämt zutiefst, wie offenbar Ritterschaft, Lehensherr und Lehensbanner ihre Macht einem Konglomerat des unwissenden, dummen und führungsbedürftigen Volkes übertrugen und somit - so hoffe ich inständig! - ohne die Legitimation seiner Majestät die königliche Herrschaft auf dieser so wichtigen Stätte den Hyänen der Masse zum Fraße vorwarfen.

Das Lehensbanner wurde bereits zur Auflösung bestimmt, und suspekte Schlägertruppen, die sich unter dem scheinbar ehrvollen Namen "Der Löwenorden" zusammengefunden haben, sollen nun offenbar für das Wohl der Bevölkerung sorgen. Doch kommt das nicht einem kleinen Kind gleich, dem man ein zerstörerisches magisches Artefakt übergibt und es anweist, damit zu tun, was es will? Kommt es nicht gar einem Aussetzen des Kindes in einer Schlangengrube gleich, wissen wir doch, dass auf dieser Insel tausend Gefahren drohen, die ein führungsloses oder von seinen eigenen Narren geführtes Volk augenblicklich in den Untergang zu reißen lauern?

So sehr Euch auch diese Nachricht erschrecken muss, so gibt es noch Hoffnung. Noch ist die Lage offenbar ruhig und es bleibt nichts, als zu den heiligen Vieren zu beten, dass es solange so bleibt, bis seine Majestät entscheiden konnte, wie mit dieser unglaublich dummen und naiven Selbstentmachung seiner Vertreter auf der Insel umzugehen ist. Von ganzem Herzen hoffe ich, dass schon bald die Segel der königlichen Marine am Horizont erscheinen, die furchtbare Dummheit, die hier um sich gegriffen haben muss, vielleicht gar die unfassbare Intrige der finstersten Bösewichte, die eine solche Entscheidung erzwingen konnte, zu zerschlagen und wieder geordnete Verhältnisse herzustellen, wie sie einem Teil des heiligen Reiches seiner Majestät niemals fehlen dürfen.

Hoffend, betend und bangend erwartet das besorgte Volk seine Rettung vor diesem Grauen durch Euer Handeln.

- Danea Klippenbruch, Siebenwind -



Im gleichen Umschlag mit dem Schreiben reist die Ausgabe 155 des Boten zu Siebenwind nach Draconis.


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BeitragVerfasst: 25.03.07, 05:17 
Festlandbewohner
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Wieder einmal findet ein Brief seinen Weg in Richtung Festland; dieses Mal erhält der feiner gekleidete Händler, der "so schnell es geht zurück ins zivilisierte Savaro" möchte, ein merkwürdiges "hochwertiges magisches Artefakt", gemeinsam mit einem Brief, der sehr dringlich den Hochturm in Draconis erreichen soll ... dieses Mal auch nicht von einer Frau, sondern von jemand ganz anderem ...

Zitat:

an ihre exzellenten Magnifizienzen

Tellbas und Atema Fellaran zu Bernstein,

Erzmagier des Pfades des Lichts,
Erleuchtete der zu Erleuchtenden und so weiter

Draconis - Viertel des weißen Hochturms - Sekretariat


Hochverehrte Sekretarii!

Beängstigendes und Fürchterliches geschieht in diesen Tagen auf der von seiner Königlichen Hoheit prophezeihten Insel der schließlichen Entscheidung, hier auf Siebenwind.

Gar zutiefst bedenklich stimmt mich, dass am heutigen Tage ein inselweit bekannter Schwarzmagus und Ketzer, Unruhestifter und Attentäter vom königlichen Gericht der Insel nicht dem reinigenden Feuer oder dem Beil des Henkers überantwortet wurde.

Überflüssig zu erwähnen ist es gegenüber Eurer allumfassenden Weisheit, dass die dunkle und schlechte Magie, so ihr Wirken bekannt wird, stets und selbstverständlich mit der härtesten Strafe belegt war. Der Tod, mindestens durch Enthaupten, war und ist die einzig angemessene Lösung dieses Problems, gebracht und erschaffen einzig durch das grauenhafte Wirken des Niegenannten, so wurde es stets gehandhabt und hielt es das Reich in Sicherheit.

Doch nun droht große Gefahr. Lario Anderus, ein mutmaßlicher Betrüger, der sich einen königlichen Richter nennt, fällte gemeinsam mit der in ihrem Wort offenbar unterdrückten oder erpressten Inselpatrizierin Solos Nhergas und einem Vertreter seiner heiligen Majestät Ritter Ecanas, offenbar ebenfalls in seiner Herrschaftsgewalt von dem geglaubten Richter unterdrückt, ein Urteil, das sich lediglich auf eine Vogelfreiheit und eine Blendung eines Auges belief.

Selbstverständlich würde ein solcher dummer Justizfehler, gefährdete er nur das einfache Volk und verdammte die Seele des Richters in Ewigkeit, niemals der Aufmerksamkeit des Hochturms oder der Krone verlangen.

Doch scheint es, als sei die Insel erkrankt. Dass der Mann der schwarzen Magie für schuldig befunden war, einen der höchsten Weihe gesegneten Mann der Kirche Astraels niederstreckte, dass er das Volk verführte und blendete, dass er gar schlecht über den König redete - all dies brachte keinen der Anwesenden dazu, von der Vogelfreiheit des Mannes Gebrauch zu machen. Aus Respekt vor dem Gericht und persönlicher Selbstwertschätzung war es auch mir nicht möglich, Hand anzulegen, um jenem Subjekt die Gnade eines baldigen Todes zu gewähren, auf dass er nicht noch weitere schlimme Taten begehen und die Viere ihn in ihrer unendlichen Gnade vielleicht doch noch zu sich nehmen würden.

So bleibt zu sagen, dass Verwirrung und Verblendung nach Siebenwind gebracht werden und wurden durch diesen die Gefährlichkeit der Dunklen verschleiernden, da unfähigen, dennoch definitiv überzeugten Ketzer, und dass offenbar auch die heilige Gerichtsbarkeit bereits von dieser furchtbaren Geißel der Ketzerei und Verblendung vergiftet wurde.

Ich richte meine glühendsten Bitten an euch: Schickt eure besten Inquisitoren und bereinigt diese Insel von den giftigen Grauen des Dunkels, führt ihr Volk zurück zum Verstande und richtet die, die nicht zurückzuführen sind.

Möge Blut fließen, den Boden in rostiges Rot tauchen und seinen Frieden fern der verdammten Seelen der Dummen und Schlechten finden! Möge ein Meer aus Tränen und Lebenssaft die Insel reinigen, möge der Gestank ihrer brennenden Leiber in die Köpfe des Volkes kriechen und ihnen die Blendung herausquellen lassen! Auf dass hundert Ketzer aufgespießt auf hölzernen Pfählen die Wege der Insel säumen sollen, dass nie wieder die Finsternis über das Eiland der Prophezeihung hereinbrechen soll!

- Urticht Rothnang




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