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Am 1. Lichthoch 18 nach Hilgorad sieht man zum Anfang des 1. Hellzyklus einen Mann mit langen schwarzen Haaren, grünlichen Umhang und in roter Richterrobe über die ganze Insel reiten. In Falkensee, Brandenstein und Südfall bleibt er an Nachrichtenbrettern und Wänden immer wieder stehen und schlägt Pergamente an. Nachdem er wieder in Falkensee eingetroffen ist, schlendert er über den Markt und verteilt Pergamente. So man die Aushänge oder das Pergament liest, wird man folgendes lesen können.
Freie, Bürger und Adel von Siebenwind – geschätztes Volk!
Ihr alle habt es gehört – bald schon sollt endlich auch ihr, die ihr zum großen Volk der Menschen gehört, euren rechtmäßigen Platz im Rate Siebenwinds einnehmen, vertreten durch einen aus eurer Mitte, der sich für all eure Begehren einsetzen wird, gleich welchen Standes ihr auch seid!
Ich, Kharas Palanthas, Richter der Stadt Falkensee, bitte euch um euren Segen und euer Wohlwollen! Wählt mich zu eurem Gesandten, und wisst, dass all meine Aufrichtigkeit und Erfahrung im Dienste an unserem geliebten König ich zu eurem Wohle einsetzen will!
Vergesst nicht den finsteren Remalar, der uns alle, hohe Herrn und einfaches Volk, plagte durch sein finsteres, gottloses Treiben – bis die tapferen Recken unseres geliebten Königs ihn mir zum Richtspruch übergaben. Durch Recht und Gerechtigkeit wollte ich euch stets den Frieden bewahren, und nicht weniger werde ich tun als eure Stimme im Rat!
Denn ich bin keiner von den verstaubten Gelehrten, die über dem Studium des Gesetzes eure Nöte vergessen haben, keiner von den trockenen Gesellen, die sich in dunklen Kammern einsperren bei Kerzenlicht. Und bin ich auch des Rechtes kundig, so bin ich doch kein Magus, wie manch anderer in diesem Gewerbe, und werde euer Begehren nicht an den Turm und seine Lehrmeister verkaufen! Nein - ich bin einer von euch, ich bin bei euch, bei euch mutigen Wachen, euch fleißigen Handwerkern und strebsamen Beamten, um euer Wort zu hören und vor den Rat zu tragen - denn es ist eure Stimme, die gehört werden soll!
So will ich, wenn ihr mir euer Wohlwollen schenkt, auch fortan eure Wünsche nicht vergessen! Und kann ich auch nicht an allen Orten zugleich sein, so will ich euch regelmäßig zur Versammlung laden, auf dass meine Zeit euch und euren Anliegen zukommt, wann immer sie nicht meiner Pflicht geschuldet ist!
Wählt mich zu eurer Stimme, ihr guten Männer und Frauen, und ich verspreche euch, dass ich mich einsetzen werde vor dem Rat, auf dass zu jeder Sitzung mich ein Vertreter aus dem Volk begleiten soll, der prüft, ob meine Worten und Tate in eurem Sinne sind. Auch stehe ich euch als euer Vertreter in Dingen des Rechtes und Gesetzes mit Rat und Tat zu Seite, als einer von euch, ohne euch um auch nur eine hartverdiente Dukate zu prellen!
Wählt mich zu eurer Stimme, ihr treuen Bürger und tüchtigen Handwerksmeister, und die Tage des Schreckgespenstes der Zünfte werden vorüber sein, wie auch die horrenden Preise, die man für eure Bürgerbriefe verlangt, obschon ihr als Bürger schon Pacht und Steuer zahlt für unseren König!
Ich weiß, ihr seid zu klug, diese schwere, doch ehrvolle Bürde sprunghaften Gauklernaturen zu überlassen, und deshalb gebührt euch schon jetzt mein Vertrauen. Nun bitte ich euch um das eure. Wählt mich zu eurer Stimme, ihr Menschen Siebenwinds. Für eure Freiheit, für euren Frieden!
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Zuletzt geändert von Häddy: 30.06.07, 01:03, insgesamt 1-mal geändert.
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