Als Fela zum siebten Mal des Tages langsam im Meer versinkt und Dämmerung über die Insel hereinbricht, mag man einen grauhaarigen Mann in der Uniform der Rittergarde sehen, wie er schweigend den Tempel betritt und nach dem Schlagen der Raute gen Hauptaltar den Morsansschrein ansteuert. Dort beginnt er, ebenso schweigend und andächtig, einer Holzschachtel Kerzen aus schwarzem Wachs zu entnehmen und im Schrein aufzustellen. Kerze um Kerze gesellt sich dazu, und als die Kerzen zuletzt entzündet werden, mag es im Schrein fast so wirken, als wäre der Boden von Sternen übersäht, ohne dass die Kerzen das friedliche Dunkel des Ortes wirklich erhellen würden.
Noch eine ganze Weile verharrt der Mann kniend vor dem Altar Morsans, den Kopf gesenkt und in Gedanken oder Gebet vertieft. Fast reglos verharrt er, nur in seinen Händen ein blasses Stück Stoff, eine zerschlissene Schärpe, auf der im dämmrigen Schein der Kerze mit Mühe gerade noch die ausgebleichte Abbildung des vandrischen Wolfes erkennbar sein mag. Zuletzt erhebt sich der Mann wieder und verlässt nach einer letzten Verneigung vor dem Altar immer noch schweigend den Schrein. Und so bleiben nur die winzigen, im dunkeln funkelnden Lichtpunkte der Kerzen zurück, die in der ruhigen Luft ohne jedes Flackern oder Zischen brennen...
