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 Betreff des Beitrags: Korrespondenz der Familie Weidenbach
BeitragVerfasst: 10.03.17, 16:02 
Ehrenbürger
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Registriert: 3.04.16, 02:13
Beiträge: 818
Der Brief sieht reichlich abgegriffen aus und hat wohl eine Reise durch mehrere Monde und Lehen hinter sich. Die Person die ihn an Miana Weidenbach überreicht wirkt zwielichtig und irgendwie gehetzt. Das Schreiben ist adressiert an "Sire Stephan und Miana Weidenbach, Herzogtum Bernstein, Stadt Draconis". Das Familiensiegel auf dem Brief ist gebrochen, aber eventuelle Rückfragen will der Zusteller nicht beantworten. Man kann ihm lediglich ansehen, dass er erschöpft und überaus erleichtert wirkt, als er den Brief endlich überreicht hat, als würde ihm nicht nur ein Stein, sondern eher ein ganzer Steinbruch vom Herzen fallen. So schnell er kann wird er dann das Weite suchen.
Wenn man den Brief aus dem Umschlag entnimmt kann man folgendes lesen:


Zitat:
Felatag, 07. Oner 28 nach Hilgorad
Abtei des Ordo Vitamae zu Siebenwind
Diana Weidenbach


An:
Sire Stephan Weidenbach
Miana Weidenbach


Liebe Mama, lieber Papa,

Da meine letzten Schreiben Euch nicht erreicht zu haben scheinen schreibe ich Euch nun auf Umwegen über Morthum und Savaro.
Die Kriegswirren zwischen Galadon und Cortan machen den Briefverkehr schwierig und es gibt wohl genug unlautere Gesellen,
die dies zu ihrem Vorteil ausnutzen, daher würde es mich nicht wundern, wenn der Brief Euch nicht intakt erreicht,
aber keine Sorge, Not macht erfinderisch und Arkanium ist ein wirklich tolles Material.
Sollte das Siegel also gebrochen sein seid nicht zu streng mit dem Zusteller, da ich es so eingerichtet habe,
dass das Brechen desselbigen durch jemand anderes als Euch beiden denjenigen schon dazu motivieren wird Euch den Brief zukommen zu lassen.
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich meine Magie liebe?

Vorweg: Wie ergeht es Euch beiden? Ich muss gestehen, als Opa und Oma mir schrieben, dass ihr beide nach Draconis gegangen seid
um dort auf Seiten Galadons zu kämpfen war mir schon sehr mulmig zumute, auch wenn ich natürlich verstehe, dass es sein musste.
Ich soll Euch beiden von Opa ausrichten, dass es ihm und Oma gut geht und dem Lehen auch.
Sind größtenteils vom ganzen Trubel verschont worden und die Kunde, dass in Draconis nicht mehr gekämpft wird hat uns hier auf Siebenwind auch erreicht.
Hier geht es uns soweit auch gut, das Dunkeltief haben wir recht gut überstanden,
was aber vor allem dem Umstand geschuldet ist, dass die Gegenseite sich so überhaupt nicht grün zu sein schien.
Zumindest haben die schwarzen Magier unter Führung ihres Propheten Valkun die Tardukai Leskadon hingerichtet,
woraufhin wohl der Eine selbst Valkun in Stücke gerissen hat, was die Gegenseite hier ziemlich führungslos zurück gelassen hat.
Somit bleibt für uns einzig ein Kapitän namens Lazalantin vermisst und wir müssen vom Schlimmsten aus gehen.
Also unter dem Strich sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen.

Da ihr meine letzten Briefe wohl nicht erhalten habt möchte ich dann an dieser Stelle auf greifen wie es mir im letzten Lauf so ergangen ist.
Zuvorderst muss ich sagen, dass ihr beide Recht hattet, diese Insel verändert einen. Schleichend meist, aber sie tut es.
Brandenstein steht noch immer, Falkensee wurde jedoch von den Cortanern zerstört,
wozu man wissen muss, dass es beim vorletzten Dunkeltief fiel und den Endophali geschenkt wurde,
die es wiederum den schwarzen Magiern unter Magister Valkun geschenkt haben, der Rosa, die Schwester des cortanischen Herzogs tötete:
Tesan Valdefort, der mir gegenüber andeutete, dass unsere Familien einander kennen und der die Stadt in einer Strafexpedition schleifen ließ.
Dabei wurde er wohl so schwer verletzt, dass seine Mannen sich übers Meer abgesetzt haben, verfolgt von der Inquisition.
So viel von den schlechten Kunden, nun von den besseren:
Ich soll Euch beide von den Freifrauen Solos Nhergas und Marnie Ruatha grüßen, ebenso von Edelherr Toran Dur und von Ritter Adhemar Ravenforth.
Die Insel mag also noch so turbulent sein wie ihr beide sie in Erinnerung hattet, aber einige Beständigkeiten bleiben wohl.
Die Magierakademie schwebt nun mehr über Brandenstein, die Magier wollten sie nicht in Falkensee belassen nachdem sich ab zeichnete,
dass die Endophali nicht nur Marionetten sein wollten, sondern ganz offen immer mehr Macht und Zuständigkeiten an die schwarzen Magier ab traten.

Doch genug von der Insel selbst, was gibt es über mich zu erzählen, außer, dass es mir gut ergangen ist?
Im letzten Lauf habe ich mich hier gut eingelebt. Ich arbeite vornehmlich im Hospital und doziere an der Akademie, also alles wie in Draconis auch.
Wir hatten hier einen Seuchenausbruch bei dem die schwarzen Magier wohl irgendwie ihre Finger im Spiel hatten
und mehrere Auseinandersetzungen zwischen Galadon, Cortan und Söldnern, welche Nekromanten in ihren Reihen hatten.
Über Langeweile kann ich also nicht klagen. Dennoch solltet ihr noch nicht sitzen bitte ich Euch das nun nach zu holen, denn das wird Euch nicht minder überraschen als mich seinerzeit:
Ich bin dem Ordo Vitamae auf der Insel beigetreten und diene in diesem derzeit als Anwärterin.
Ob das mein Weg sein wird kann ich noch nicht sagen, lediglich, dass es sich für mich richtig an fühlt und ich hier sehr glücklich bin.
Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und wenn man von einigen Kabbeleien absieht, die wohl bei größeren Ansammlungen von Menschen, Elfen und Zwergen nicht ausbleiben können
ist dies auch durchweg eine angenehme Erfahrung. Lediglich wohin dieser Weg mich führen wird kann ich noch nicht sagen, denn alles weitere liegt in den Händen der Götter.
Womöglich haben wir also eines Tages eine Geweihte in der Familie. Opa und Oma wissen es bereits und freuen sich für mich mit.
Auch wenn sich beide nicht verkneifen konnten mal nach zu fragen ob sie noch damit rechnen können Uropa und Uroma zu werden. Ihr wisst ja beide wie sie sind.
Zumindest für den Augenblick scheint dies aber eher unwahrscheinlich, auch wenn ich mehr denn je gerne eigene Kinder hätte. Aber: Die Herrin wird es fügen wenn es sich fügen soll.
Für den Augenblick hat sie andere Pläne mit mir und diese beinhalten zwei Elfen, die ich tief in mein Herz geschlossen habe und die ich Euch beiden gerne irgendwann einmal vorstellen möchte.
Aber eben diese beiden wären enttäuscht wenn ich nicht auch fragen würde wie es dem Elfenviertel in Draconis ergangen ist, respektive wie sehr der Krieg es in Mitleidenschaft gezogen hat.
Wenn ihr mal wieder im Tempel seid seid auch so gut und sucht eine elfische Vitamageweihte der Familie Silberglanz, respektive Celetheyon auf. Ich weiß nicht welchen der beiden Namen sie verwenden mag.
Sie ist für ihr Volk relativ alt, arbeitet vornehmlich als Heilerin, soll aber quietschfidel und ein richtiger Springinsfeld sein. Sollte also nicht zu schwer zu finden sein, selbst in einer Stadt wie Draconis.
Jedenfalls grüßt sie lieb von ihrem Sohn Tendarion und seinen Liebsten und gebt ihr von ihm und mir ein Küsschen.

Fühlt Euch ebenso geherzt und geküsst. Ihr beide fehlt mir, aber mein Platz ist derzeit hier, auch wenn ich mich auf unser Wiedersehen freue.

Alles Liebe und tausend Küsse

Diana








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 Betreff des Beitrags: Re: Korrespondenz der Familie Weidenbach
BeitragVerfasst: 10.03.17, 17:31 
Festlandbewohner
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Registriert: 21.12.15, 13:43
Beiträge: 1011
Dem Boten blickt sie hinterdrein, dann auf den Brief und das erbrochene Siegel. Nichts zeigt sich auf dem blassen, herzförmigen Gesicht, das bar jeder Schönheit ist, dann wendet sich die kräftige, stämmige Frau ab und kehrt in das kleine Anwesen zurück, in dem ihre Familie in Draconis residiert. Natürlich ist es im Vergleich zu den Sitzen eines Geschlechts aus dem Blutadel armseelig, doch ihr ist es nur recht: wer braucht bitte ein Haus mit hunderten von Gemächern, die er selbst nicht einmal kennt?
Jetzt bereits ist ihr das Anwesen zu luxuriös, aber andererseits war es besser als wie einer der Gestrandeten auf der Straße zu hausen...
Sie schließt die Türe hinter sich, betritt das Arbeitszimmer mit ihrem Gemahl, dem allmählich ergrauenden Stephan, legt den Schwertgurt ab, den sie nun seit dem Aufenthalt in der Stadt wieder beständig bei sich trägt, und gemeinsam liest das alternde Paar den Brief ihres einzigen Kindes.
"Dur? Ernsthaft?" sie muss lachen, wider Willen. Einst hatte sie die Magier gehasst, Nhergas, Dur, das waren Namen gewesen, die man in ihren Kreisen mit heimlicher Furcht, aber vor allem mit Hass, Verachtung und Abscheu ausspie. Später hatte sich das dann besänftigt, auch wenn sie nie wirklich warm mit diesen Leuten geworden war; Stephan hatte eine wesentlich bessere Bindung zu ihnen gehabt.
"Leskadon."
Er sieht zu ihr, durchdringend mit leicht verengten Augen, greift nach ihrer Hand, als sie schwankt und sich am Schreibtisch festhält.
"Tot." flüstert sie und liest die Zeile noch einmal und noch einmal, doch der Text bleibt grausam gleich. Natürlich wusste Diana nicht, wer da getötet worden war; sie hatte keine Ahnung von der Vergangenheit ihrer Mutter und dass die ermordete Tardukai überhaupt erst der Grund war, wieso Miana hatte leben dürfen. Lieben. Dass die so beiläufig erwähnte Tote der Schutzschild war, der die Beziehung die zu Dianas Geburt führte schützte: hätte es Selina nicht gegeben, wäre Miana nicht frei gewesen, hätte man sie gezwungen, Stephan und die Ritterschaft weiter zu infiltrieren.
Sie war so nahe daran gewesen, die Ritter zu Fall zu bringen, so nahe daran... und da hatte Vitama ihr Herz berührt.
Die Mutter fasst sich an die Brust, lehnt die Stirn an die ihres Gatten und er liest ihr leise und mit stetiger, ruhiger Stimme weiter vor, während sie stumme Tränen vergießt. Nur wenige, nur ein paar, nie war da mehr, um das Feuer des Schmerzes zu löschen, und wie stets wird sie ihn unter Arbeit begraben, unter Sorgen, vielleicht auch dem Blut der Cortaner, wenn sie wieder angreifen und sie statts der Nähnadel das Schwert schwingt.
Schließlich verstummt der Ritter und zieht seine Gemahlin an sich heran.
Lange sitzen sie schweigend beieinander, an einem Schreibtisch voller Papierkram, denn auch hier widmet sich der Ritter der Ausbildung junger Geister und es ist stets aufs neue erschreckend, wie monströs viele Kämpfe dies mit der Feder mit sich bringt.
Miana ist es, die ihre Stimme als erstes wieder findet.
"Vielleicht ist es ein angemessener Preis, dass sie unsere Tochter... einfordert, nach dem sie uns trotz dieser widrigen Umstände..."
"...erlaubt hat, zusammen zu sein und dieses Glück zu finden. Vergiss nicht, es ist kein Raub: wir verlieren sie dadurch nicht."
Sie nickt, wischt sich trotzig mit dem vernarbten Handrücken über die Augen.
"Sie kommt zurecht."
Er nickt.
"Gleich 2 Elfen?"
"Das ist nicht das, was du denkst." sie zögert. "Oder?"
"Ah, wer weiß." er lächelt. Selten ist es geworden dieser Tage. Er sieht immer noch gut aus, stellt sie einmal mehr fest, klassisch wie ein Held aus alten Epen, auch wenn es nie sein Antlitz war, das sie gereizt hatte.
"Celetheyon, ja..? Mal sehen. Ich muss ohnehin einmal wieder zum Vitamaorden.."

_________________
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