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 Betreff des Beitrags: Messer auf meiner Haut
BeitragVerfasst: 4.09.02, 20:45 
Festlandbewohner
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Mein Weg war endlich klar, die Wälder, der Simil, war mein Heim geworden. Freunde und ein Zuhause hatte ich gefunden. Eledamri zeigte mir, mich zu schützen, vor denen die er „böse“ nannte. Ich verstand nicht, doch er lehrte mich. Immer wenn ich durch die kleine Schlucht in den Hain kam, wusste ich, nichts ist mehr falsch. Bäume erstreckten sich vor mir, hoch wie Riesen. In den Wipfeln war mein Heim, war ich Zuhause

Und er lachte und spielte. Tanzte mit dem Alten in den Lichtungen, spielte mit den Biundai. Doch ich, war vergessen, mein Ruf in den Schatten der Wälder unterdrückt. Die beiden ließen mich nicht ziehen, hielten mich zurück. Ich knurrte doch musste wieder verstummen, denn sie verstanden mich nicht. Der Alte.. würde helfen.

Der Wolf kam wieder zu mir in der Nacht, hatte sein Jagd nicht vollbracht.
Unruhig war der Wolf und drängte mich, zu verlocken und reizen dich.

.. mein Kind.


Und Tril flüsterte zu mir: „Komm, komm nun ist es Zeit, der Wald ruft uns wieder, und der Wolf braucht Ruhe, die findet er nur dort.“ Ich wollte nicht, nicht schon wieder. Der Wolf würde wieder knurren und heulen, und meine Niah bekämen Angst, würden weinen, und mich fortschicken, wie damals, als sie gingen. Doch der alte Tänzer flüsterte weiter: „Nicht doch mein Kind, nein er ist ruhig, er braucht nur den Simil, ohne ihn ist er nicht frei, ist er nicht mehr fähig dich und mich zu schützen.“ Aber warum muss er mich denn schützen? Ich brauche ihn doch gar nicht mehr! Er soll gehen.. warum sind den Tril und Ly noch hier? Ihr habt mich doch nach Hause gebracht. Doch mein Weinen .. half nichts. Der Wolf nahm nicht mit ...

... auf die Jagd. Wir hetzten durch den Wald, wie so oft. Es war Nacht, der Himmel klar, und die Sterne allein leuchteten uns den Weg. Kirian war fort, und tanzte mit Tril wie immer wenn ich jage im Geiste. Doch wenn ich das Fleisch riss, dann war er da, nahm den Geruch in sich auf. Nur einem Moment, aber ich wusste es, und er schämte sich dafür. Doch mir war es egal, ich brauchte das Blut, die Jagd, und der Simil gab mir die Klauen und Reißzähne die Tiere zu nehmen.

Ich wollte nicht das er das tat, er tat doch nur weh, oder? Aber warum wollte ich es dann doch? Ich sah wie er seine Zähne in den Hals des Hasen riss, und die Kehle durch trennte mit einem einfachen schnellen Biss und dann das Blut trank. Er war Wolf und ich ein Fey! Warum wollte ich dann zusehen. Ich schämte mich so sehr, doch Tril flüsterte und flüsterte und ich vergaß schnell wieder. Nacht um Nacht in der Zeit des Sprießens, wenn die ersten Knospen und Blätter sich zeigen, lief der Wolf raus in den Simil und nahm mich mit. Niemand wusste darum, niemandem traute ich zu sagen was der Wolf tat. Weil ich es wollte.. und doch nicht verstand. Aber immer trafen wir nur den Wind und die Tiere im Simil. Bis zu der Nacht als der dritte Mond am Himmel stand ...

Ich folgte einem Hirsch, er war alt und der Simil bereit ihn mir zu geben, solch eine Beute hatte ich seit langem nicht gehabt, und doch roch etwas falsch daran. Ich wusste nicht was es war, aber die Gier nach dem Blut des alten Hirsches trieb mich voran. Nur ein Wolf bin und so fühle ich auch keine reue. Dann sah ich ihn, mitten auf einer kleinen Lichtung stand er im Licht eines Mondes den ich nicht kannte. Das Geweih des Hirsches funkelte wie schwarzer Stein, wie geschliffener Onyx im trüben Licht des Mondes. „Tulendrel, Tulendrel, geh weg..“, flüsterte der alte Tänzer, doch ich war fasziniert und Kirian noch mehr und er drängte sich voran ...

Ich wollte hin den Hirsch nicht jagen, ich wollte ihn anfassen, streicheln wie die Tiere im Hain. Der Wolf knurrte, doch ich bin der Fey und er wich. Langsam lief ich auf die Lichtung hinaus. Schritt um Schritt lief ich über das weiche Gras und streckte dem Hirsch meine Hand entgegen. Leise flüsternd fragte ich: „Bist du nett?“, und eine laute, schöne Stimme drang an mein Ohr, sie erklang hinter dem Hirsch, welcher die Ohren aufstellte und so Schnell von der Lichtung verschwunden das ich ihm kaum folgen konnte, und auch nicht wollte, denn meine Augen bannten sich auf den Sprecher.

„Natürlich bin ich nett, denn ich diene der Wahrheit.“, sprach die melodische, verführerisch sanfte Stimme und ein Mann in einer dunklen Robe trat ins Licht des seltsamen Mondes. Die Robe schillerte in vielen Farben, denn der schwarze Stoff war mit wunderschönen Stickereien und glitzernden Edelsteinen besetzt. Die Kapuze hatte der Mann zurück geworfen, und ich sah ein freundliches Gesicht. Ein Mensch, mittleren Alters, das Haar kurz, es wohl einmal goldenblond, doch war es fast ganz ergraut, sein Gesicht glatt rasiert, lächelte er mich an.

Und er sagte er wäre nett, ich lief auf ihn zu! Fasziniert von den glitzernden Steinen und Stickereien auf seiner Robe lief ich ohne scheu auf ihn zu, und noch bevor ich ihn ganz erreicht hatte, traten zwei weitere Männer aus den Schatten auf die Lichtung hinaus. Beide trugen ebenfalls schwarze Robe, doch ihre Gesichter waren verhüllt, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Auch waren die Roben einfacher, keine Edelsteine darauf, sondern nur schlichte Stickereien, Runen sagte Tril. Ich war erst irritiert, doch die beruhigende melodische Stimme des Mannes in der glitzernden Robe sprach wieder: „Keine Angst, auch sie sind nett, das sind meine Brüder und wir zusammen vertreten die Wahrheit.“

„Wahrheit? Du meinst das Terthao, oder?“, freute ich mich Menschen zu treffen die das Terthao kennen. „Bringt ihr mir was darüber bei?“, fragte ich leichtfertig, „Ich weiß nicht so viel darüber, Tril ist kein Fey.. und Ly auch nicht, und die beiden sind die einzigen die mit mir lange reden.“

„Soso, Tril und Ly, und wer bist du mein Kind?“, säuselte die sanfte Stimme weiter, und der Mann trat langsam auf mich zu, ich hatte keine Angst, denn er sagte ja er ist nett, was sollte da schon passieren? Ich antworte das ich Kirian sei, und wieder sprach er zu mir: „Kirian mein Kind, du willst etwas über die Wahrheit lernen? Bist du denn auch bereit dafür zu geben?“
Ich verstand nicht was er meinte, doch wenn er über das Terthao sprach, dann wollte ich gerne geben. Ich bejahte und er sprach sanft weiter, legte mir dabei eine leicht schrumplige Hand auf die Schulter, denn fast ohne es zu merken hatte er sich bis direkt vor mir heran bewegt: „Gut mein Kind, dann komm, wir bringen dich an einen Ort wo du etwas lernen kannst, und uns ein wenig helfen wirst.“, fasziniert von den Worten, und dem schönen blau glitzernden Stein an einem Ring um seinen Zeigefinger, nickte ich nur und lies mich fast wie im Traum von ihnen fort bringen. Ich merkte kaum das ich lief, das funkeln der Steine und das Licht das Mondes machte mich müde und träge, und ich merkte gar nicht das wir ein Stück gelaufen waren, vorbei am Gebeinfeld bei der Biundai Stadt Finsterwangen zu einer Treppe mitten im Wald.

Der Mann nahm mich bei der Hand und wollte mich die Treppe hinab führen, erst hatte ich Angst, und der Wolf knurrte einen Moment. Doch er sprach beruhigende Worte: „Dort unten ist Wahrheit wie hier oben, denn wir sind bei dir, und wir sind doch nett.“ Da hatte ich keine Angst mehr und er zog mich fast herab ohne das ich Gegenwehr leistete, die beiden anderen Männer folgten uns, und von ihren Schritte, die nun über Stein hallten konnte ich rasseln wie von Metall hören, was ich auf dem weichen Waldboden nicht wahr genommen hatte. Am ende der Treppe war eine Tür aus Metall, ein kleiner Schlitz war in der Mitte, der zur Seite geschoben wurde und kurz sah ich Augen, einen Moment hatte ich wieder angst, doch die Hand des Mannes der mich führte beruhigte mich wieder. Die Tür schwang auf und ich sah in eine düstere von Kerzen erleuchtete Halle. Hunderte von Kerzen standen an den Seiten des großen Raumes der mit Stühlen und Tischen versehen war, Türen und Gänge führten in alle Richtungen. Die beiden Männer hinter mir Schoben sich durch die Tür und diese fiel donnernd zu.

Der Mann in der glitzernden Robe sprach wieder: „Nehmt ihn!“ Und die beiden Männer griffen mich an den Armen und zogen mich in schnell in einen anderen Raum. Ich verstand nicht mehr was geschah, was sollte das? Warum waren sie so grob? An den armen zogen sie mich rückwärts auf eine Tür zu, und ich sah in das Gesicht des Mannes mit der glitzernden Robe, und ich sah ein hämisches Grinsen, dann wand er sich ab und ging in eine andere Richtung. Die beiden Männer zogen mich in einen kleinen Raum, nur mit einem einzigen Tisch, welcher in einer Art Vertiefung stand, die Oval um den Tisch gezogen war, von welcher sich vier dünne Kanäle in alle vier Richtungen zogen. Am ende der etwa anderthalb schritt langen Kanäle waren wiederum kleine, etwa drei Handbreit breite, Vertiefungen, und welchen silberglänzende Schalen standen. Der Tisch selbst war ebenfalls Oval, und aus schwarzem Marmor gefertigt, in der Mitte des Tisches war eine Vertiefung in der Form einer menschlichen oder elfischen Gestalt, und wieder vier Kanäle die zu denen im Boden verbunden waren. Hand und Fuss Fesseln aus Stahl waren an dem Tisch angebracht, und ich wehrte mich wenig, vollkommen verwirrt, bis sie mich auch schon auf dem Tisch angekettet hatten.

Ich zappelte und schrie, doch einer der Männer sprach nur laut und tief: „Sei ruhig und zappelt nicht Elf! Der Meister will dich frisch und stark.“. Wieder verstand ich die Worte nicht, was wollten sie nur von mir? Hatten sie nicht gesagt sie sind nett? Warum sprachen sie falsch? Ich lag fast eine Stunde auf dem Kalten Stein, und ich begann zu frieren und zu zittern. Auf Stein zu liegen war so ungewohnt und ich hatte Angst, denn nur eine einzelne Kerze war in dem Raum, und erhellte ihn kaum.

Dann öffnete sich sie Tür wieder und drei Männer traten herein, einen von ihnen erkannte ich wieder obwohl er eine andere Robe trug, eine Rote schlichte Robe, nur von einer einzelnen Kordel gehalten, und die Kapuze ins Gesicht gezogen, und doch war sein Gesicht und das hämische Grinsen vage zu erkennen. Die anderen beiden waren mir unbekannte, doch waren sie schmächtiger als die beiden die mich fest gekettet hatten, beide trugen die gleiche Rote Robe wie der Mann mit dem Grinsen, doch waren ihre Gesichter tiefer im Schatten der Kapuzen verborgen. Wieder erklang die säuselnde, sanfte Stimme des Mannes.

„Nun mein Kind, ich sagte die könntest der Wahrheit helfen, doch du musst wissen, ich bin Alt, und ich habe nicht das Geschenk von euch Fey, alterlos zu sein. Doch der Wahrheit möchte ich weiter dienen, deswegen werde ich von dir etwas nehmen, was mich wieder jung und stark macht“, sprach es und trat langsam auf mich zu. Ich versuchte verwirrt und verängstigt zu fragen: „Was? Ich weiß nichts vom Alter von euch Biundai, ich weiß doch nichts über die Wahrheit, wie soll ich dir helfen?“ Scheinbar schien der Mann nicht zu erwarten das ich antworten würde, und er blieb wieder auf dem Weg zu dem Tisch stehen, ebenso die beiden Männer hinter ihm: „Du weißt es nicht? Das musst du auch nicht, denn wir werden es einfach von dir nehmen.“ Ich verstand immer noch nicht und wieder fragte ich verzweifelt: „Nehmen? Was wollt ihr von mir nehmen?.“

„Dein Blut mein Kind.“, sprach der Mann fast seelenruhig und lief langsam weiter und der Wolf verstand, und knurrte laut, heulte auf, fletschte die Zähne, denn er wusste das sie es nicht durften, das sie einen Fey nicht nehmen durften, und die Bilder der Ausbildung tauchten wieder in mir auf, wie ich gelernt hatte mich zu verteidigen, doch ich war angekettet, unfähig mich zu bewegen, und so schrie ich nur und kreischte. Der Mann hielt darauf wieder inne.

„Ach Kind, deine Schreie, heb sie dir für anderen Stunden auf, denn ich will doch nur gutes, und die Wahrheit wird durch dein Opfer gestärkt.“, säuselte er wieder. Doch ich schrie weiter, sie sollten nicht nehmen was ihnen nicht gehört! Kein Biundai hat dazu ein recht. Einen Moment lang starrte mich der Mann noch an dann sprach er wieder, die stimme jetzt laut und resolut: „Nun Elf du hast es so gewollt, deine Stimme würde meine Arbeit stören.“, darauf machte er ein Handzeichen, und die beiden Männer eilten zum Tisch, ergriffen mit ihren Händen meinen kopf und drückten ihn auf den Tisch herab. Ich konnte nur noch an die Decke blicken und ich hörte wie langsamen Schrittes der Mann über den Marmorboden näher kam. Dann erblickte ich ihn über mir, und ich sah von seinem Gesicht nur das hämische grinsen, und wie er langsam einen silberglitzernden Dolch aus der Robe zog. Lang und gebogen war die Klinge und ich zuckte hin und her, versuchte es, doch die Hände der Männer hielten meinen Kopf starr fest.

Langsam senkte sich das Messer an meinen Hals.

Schmerz.

Die feine silberne Klinge zog sich unendlich langsam direkt über meinem Kehlkopf in meinen Hals, ich schrie so laut ich konnte, doch nach ein paar Wimpernschlägen verebbte der Schrei in einem krächzenden Gurgeln. Der Mann hatte mit ungeheuerlicher Präzision meine Stimbänder mit einem sauberen Schnitt durchtrennt, und jeder Laut der noch aus meinem Hals drang war ein Tonloses krächzen und Gurgeln. Ich fühlte brennende Schmerzen am Hals, doch konnte nicht hingreifen, dann spürte ich wie ein Rinnsal Blut meinen Hals erst außen herab floss, dann tropfte die tiefe Wunde in meinen Hals, und mein Atem drohte in meinem eigenen Blut zu ersticken. Krampfhaft hustete ich, und jeder Hustenreiz durchzuckte meinen Körper mit schneidenden Schmerzen. Die Männer zogen ihre Hände weg, ich war viel zu Kraftlos den Kopf noch zu rühren, da begann einer der Männer schon zu murmeln. Arkane Worte sprach er, wob ein Netz aus Zeichen in die Luft, und legte dann zwei Finger direkt in die offen Wunde und zog sie auf. Der andere tat es dem ersten gleich und er sprach die gleichen Worte, doch legte er die Finger an die beiden Seiten des Schnittes und ich spürte wie die Wunde blieb, aber die Blutung stockte. Schnell zogen die Männer die Hände weg, und ich rang keuchend nach Luft, noch immer den Schmerz der Wunde spürend, und nicht mehr fähig mehr als ein paar krächzende Töne zu artikulieren. Fast reglos nach Atem ringend lag ich auf dem Tisch als der Mann mit der säuselnden Stimme wieder Sprach.

„Nun da der Bastard Elf schweigt, können wir beginnen.“, sprach es und trat abwartend bei seite. Die beiden anderen Männer zogen kurze, scharfe Messer, schnitten mir die Kleider vom Leib bis ich gänzlich nackt vor ihnen lag. Einerseits zitterte ich vor Kälte, anderseits, war noch immer der beißende Schmerz an meinem Hals zu spüren, und ich wusste noch immer nicht was sie mit mir vorhatten. Langsam trat der Mann wieder an den Tisch, wieder den silbernen, seltsam gebogenen Dolch in der Hand. Die Männer standen ruhig an den Seiten des Tisches, als er sein grausiges Werk begann. Er setzte den Dolch zuerst an meiner Linken Schulter an, unfähig mich zu rühren nahm ich es erst nur schwach war wie sich Metall auf meine Haut senkte, dann drückte er zu, und die Klinge bohrte sich in mein Fleisch. Noch in der selben Bewegung zog er die Klinge über den ganzen Arm hinab, Sehne und Muskeln nicht beachtend, und grub mit der scharfen gebogenen Klinge einen ungefähr einen fingerbreiten Kanal über den ganzen Arm. Ich wollte vor Schmerzen aufschreien, doch mein Schrei erstarb in einem gurgelnden jammern. Ich wollte die Schmerzen nicht mehr spüren und den Wolf vordrängen, doch es ging nicht, denn den Wolf den ich zum Schutze erschaffen habe bin nicht ich. Und die Schmerzen wurden schlimmer, als der Mann mit der gebogenen Klinge den Kanal gezogen hatte, traten die anderen beiden Heran, und begannen den Arm von der Schulter Herab, mit dünnen Schnitten, in abständen von einem Fingerbreit, aufzuschlitzen, dass das Blut herausquoll und durch den Kanal hinab zu Hand floss, an welcher sie die Messer ansetzten und die haut ein stück abzogen. Zwischen den Fingern durchtrennten sie das Fleisch damit das Blut ungehindert den Arm hinab auf den Tisch fließen konnte. Mein rechter Arm wurde so langsam, und unendlich schmerzhaft entstellt, ich wand mich vor schmerzen, riss den Kopf hin und her, doch sie hatten kein erbarmen, und jeder meiner Schreie verklang in einem Gurgeln.

Noch während die Gehilfen mit dem rechten arm beschäftigt waren begann der Mann seine abscheuliche Arbeit an meinem Linken Arm zu wiederhohlen und fort zu setzen. Wieder drückte er die Klinge ins fleisch, und riss einen Kanal den Ganzen Arm hinab auf. Meine Arme schienen in flammen zu stehen vor Schmerz, langsam spürte ich aber jedes Gefühl aus dem rechten weichen. Da hörte ich wieder das Gemurmel der vermummten. Arkane Worte wurden wieder gesprochen, andere diesmal, und ich spürte wie die Kraft in den rechten arm zurückkehrte, aber mit der Kraft, auch wieder schmerzen, und das Blut floss unvermindert sickernd aus den Schnitten. Am linken Arm wiederholten sie ihr Werk mit grausiger Präzision, doch der Mann lies nicht ab, und setzte die Klinge an meiner Hüfte an und wie von einem abscheulichen Plan geleitet zog er auch über das ganze Bein hinab einen tiefen kanalartigen Schnitt. Während er gerade erst mit dem Messer am Mittelfuß angekommen war, begannen die Gehilfen auch schon wieder ihr Werk, zogen ring um ring, leichte schnitte über das Bein, die in dem Kanal endeten und so das Blut sickernd hineinfließen konnte. Bei jedem Schnitte zuckte ich zusammen, und wieder wurde mir langsam schwarz vor Augen, meine Kraft, mein Leben schwanden mit dem Blut das aus mir sickerte. Doch der eine der vermummten begann wieder seien Litanei die für mich inzwischen wie schallendes, höhnendes Gelächter wirkte und sprach die Arkanenformeln die mir Kraft zurück gaben, und Schmerzen.

Mein Sein war nur noch ein zucken unter Schmerzen, ich nahm kaum noch etwas war ausser Schnitt um Schnitt auf meiner Haut, die abscheuliche Prozedur wurde an meinem zweiten Bein fortgesetzt, und wieder gaben sie mir Kraft um weiter die entsetzlichen Schmerzen leiden zu müssen. Ich flehte, wimmernd, ohne jedoch töne aus der Kehle zu bekommen, sie mögen mich töten, endlich das Leben fliehen lassen, nicht mehr den Schmerz spüren. Doch meine Kehle entwich nur ein Krächzen und ein Jammern. Doch die Schmerzen fanden kein Ende, und ihr pervertierter Plan war noch nicht zu Ende. Kaum hatte der Mann das zweite Bein fertig durchschnitten, setzte er die klinge an meinem Brustkorb an, zog mit einem langsamen festen Schnitten, zwischen den Rippen entlang, setzte gleich wieder neu an, und wiederholte die Schnitte zwischen jeder Rippe. Die anderen Beiden setzen ebenfalls an den Oberkörper mit feinen Ritzern zu übersähen, jeder schnitte klar angesetzt und auf die Kanäle hindeutend, so dass das Blut hindurch fliesen konnte. Noch nicht fertig waren sie, denn auch mein Gesicht entstellten sie mit ihren Messern, einer der Gehilfen hatte einen Spass daran die Ohren zu verstümmeln, doch nahm ich ihre Worte und ihr arkanes Gemurmel kaum noch wahr, mein Geist war nur noch Schmerz.

Und Wut... die zu Hass umschlug. Hass auf die Biundai, Hass auf die von mir nehmen wollten, Hass auf die Wahrheit, Hass auf Ly und Tril die mich alleine ließen unter den Messern, Hass auf alle die Messer, Hass auf alle die mich alleine gelassen hatten...

Ich wollte nur noch alleine sein, ich wollte sterben, doch sie waren um mich schnitten und fügten schmerzen zu, gaben mir wieder Kraft um weiter in meiner Pein und in meinem Leid zu liegen.

Ich weiß nicht mehr wie viele Zyklen vergingen, doch irgendwann kam ein weiterer Mann in den Raum, ein langer Bart lugte unter der Kapuze hervor, und er sprach schallend und wütend mit den anderen Männern, doch ich hörte nichts mehr, lag nur in Agonie auf dem Stein und zitterte vor Schmerzen. Die drei anderen Männer schienen etwas zu tun, direkt nach den schallenden Worten des vierten Mannes der hinzu getreten war, webten eine seltsame Magie über mich, und das Blut hörte auf zu sickern. Ich hörte eine weile nur drei Stimmen, meine Augen waren von Blut überströmt ich konnte nichts mehr sehen. Doch dann erklang wieder die hallende Stimme, die Wörter ergaben für mich keinen Sinn mehr, die Agonie hatte mir jeden Verstand geraubt. Ich spürte nur vage wie sie mich umdrehten, und etwas an meinem Rücken taten, schmerzhaft, aber bei weitem nicht so wie die Schnitte, es schien wie Nadelstiche in die Haut, und wieder verging lang Zeit und ich verlor das Bewusstsein.

Als ich zu mir kam, lag ich in ein weißes, blutiges Tuch gewickelt auf der Lichtung im Wald auf der ich den Hirsch gesehen hatte, neben mir hockte ein ein Mann auf einem Stein, und sprach irgendwelche Worte die ich nicht verstand, es war der Mann mit der schillernden Robe, mit dem hämischen Grinsen, mit dem gebogenen Messer. Doch ich verstand die Worte nicht mehr, denn der Wolf drängte mich zurück, ich konnte nicht mehr in diesem Körper bleiben, nicht jetzt, nicht im Moment, und der Wolf verdränge mich ganz. Krallen wuchsen aus Meinen Händen, Fell legte sich über die Wunden, und die Schmerzen wurden mir wieder bewusst, doch der Wolf drängte weiter durch. Ich verwandelte mich in Ly...

.. und ich lief fort vor dem Mann, der das Kind so verletzt hatte, versteckte mich im Simil, fast zwei Mond lang, traute ich mich nicht, bis ich wieder heulen konnte, doch mein Heulen war nicht mehr Laut und klar wie früher sondern krächzend und verzerrt.

Und ich hatte Angst, denn das erste mal spürte ich dass das Kind stärker wurde, denn der Hass den die Männer gesät hatten wuchs und gedieh, und Tril verzweifelte am Hass. Jedes Wort das der alte Tänzer dem Elfenkind sagte machte es wütender und ich wusste das ich es nicht ausbrechen lassen konnte. Ich musste es zurückdrängen in die hinterste Ecke des Geistes. Den wenn Kirian zurück kehren würde, dann würde er Rache nehmen und den Hass vor das Gleichgewicht stellen, und das durfte er nicht, das wusste sogar ich, der Wolf.


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 Betreff des Beitrags: Vedrängt
BeitragVerfasst: 5.09.02, 00:52 
Festlandbewohner
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Ich hatte es geschafft, Kirian war weg, fast weg, nur selten kamen er und seine Wut noch herauf. Der Wolf war nun der Elf, so sah es aus. Und Ly, suchte alles, versuchte alles, um die Wut und den Hass zu bändigen den das Kind hatte. Langsam war ich zur Sippe zurück gekrochen, hatte mir eine Maske gesucht die Scham zu verdecken, denn ich wusste, immer wenn sie offen sichtbar war, dann kam Kirian zurück und mit ihm der Hass auf alle Biundai, auf alle die die Wahrheit betrogen, alle die Falsch sprachen und Verheimlichten.

Ich verstand ihn nicht mehr, nichts an ihm war mehr Kind, und ich hatte ihn nur schwer unter Kontrolle. Tril schaffte es immer wieder ihn zu besänftigen.


Leise sang ich für ihn in der Nacht, doch nie hat es etwas gebracht.
Denn der Schmerz saß viel zu tief, im Herzen er nach Rache immer wieder rief.

So der Wolf die Führung übernahm, löste sich von Tares Plan.
Denn Ein Wolf kann keinen Elfen leiten, früher oder später in Trauer er wird gleiten.


Ly sah die Amrai fallen ans Falsche, nur schwer konnte ich das Kind zurückhalten einzugreifen, wäre er doch untergegangen im Feuer und im Kampf. Wieder löste ich ihn so gut ich konnte von allem ab, flüsterte ihm ein, zusammen mit Tril, das er Wachen muss über seine Niah, seine Sippe. Und es war ein Glück das Nifiel dort war, eine Schwester des Kindes und der Angst um sie hatte. Ich wachte über sie, stand immer in der nähe, doch entglitt mir der Schutz über sie in den Amrai, und Kirian wütete, doch Tril flüsterte wieder sanft.

Du mein kleines Kind bist der Wächter im Wald, das verstehst du sicher bald.
Nicht in den Auen kannst du schützen auch, das ist nicht unser Brauch.


[I]Doch der Wolf spürte immer mehr das die Worte abglitten und ihre Bedeutung für das Kind verloren, er konnte es nur ganz verdrängen, und als Eledamri ging, Arne verschwand, die Lehrer des Kindes, schaffte ich es. Ich konnte das Kind vedrängen ganz, es flackerte nur noch selten auf, und dann hatte Tril es mit sanften Worten unter Kontrolle.

Und der Wolf begann zu vergessen, zu vergessen das er nur ein Gast des Kindes war, das er nicht der Elf sonder der Wolf war. Er suchte die Nähe der Sippe, doch jedes Wort war vorsichtig und leise, bedacht immer das Kind nicht zu wecken, er trug immer die Maske, denn das Kind in ihm könnte erwachen und mit ihm der Hass, und die Erinnerung daran das der Wolf nicht der Elf war.

Der Wolf suchte sich eine Iama. Eine Geliebte. Vergessen was das Kind einmal sagte, das es nicht sein ist zu lieben in dieser Körper. Erst wieder hatte er nur die Maske auf, ein Gespräch über Nifiel, die er im Weg der Fey’rith ausbildete, noch etwas was er vergessen hatte. Denn das Kind war der Fey’rith nicht der Wolf, der Wolf war der Jäger.

Doch das Kind sah zu, immer im stillen sah es zu, beflüstert von Tril, und doch sehend. Er sah die Liebe, die Leidenschaft des Wolfes, spürte die Lust die der Wolf empfand. Und es begann den Wolf zu hassen, denn er nahm ihm sein Leben weg wie die Biundai mit den Messern. Jeden Schritt den der Wolf tat, beäugte das Kind, nur manchmal brach es hervor, verstört und nicht klar. Doch der Wolf drückte es schnell wieder fort. Der Wolf wandelte den Weg des Elfen, gut getarnt unter der Maske, vor sich selbst verschleiert. Die Geliebte die er gefunden hatte er begehrte und liebte sie mit allem was er war, doch das Kind verstand die Gefühle nicht. Erst dachte es, es könnte teilhaben, dann merkte es das der Wolf sie nicht geben würden, nicht teilen. Und Tril flüsterte.

Warum willst du denn teilen? Gib ihm doch, lerne zu verweilen.
Lerne ihre Liebe zu spüren, bis die Wut sich nicht mehr kann rühren.


Doch das Kind, der Elf, verstand es nicht, er sah nur einen Wolf der sein leben nahm, und die Liebe mit einer anderen Elfe teilte, die er vielleicht begehrte, aber nicht liebte. Und er begann den Wolf zu hassen, denn alles was er tat, war in seinem Namen.

Der Wolf wachte im Wald, mit einem Bruder, er hatte fallen gefunden der Biundai Jäger, er würde sie beseitigen zusammen mit seinem Bruder Lorion. Doch da brachen durch das dichte Blattwerk Reiter auf die Lichtung auf der sie standen und forderten mit lauter Stimme. Erst war der Wolf irritiert, und sie folgten ihnen nur, doch das Kind brach kurz durch. Das Kind sah Biundai die nehmen wollten, und der Wolf versuchte es zurück zudrängen. Doch einer der Krieger auf einem Streitross schlug seinen Bruder Lorion nieder, und das Kind verlangte es nach Rache. Der Wolf wollte nicht das der Elf sich wieder durchsetzt, denn er hatte längst vergessen das er nur geistige Schützer des Elfen gewesen war, und nahm das Leben einer der Kriegerinnen, um das Kind zu besänftigen. Das Elfenkind war aber nicht zufrieden, wollte mehr, der Wolf drängte es wieder zurück. Denn der Wolf war durch die Liebe stark geworden, hatte gelernt was es bedeutet zu geben und zu nehmen, auch wenn er die Elfe nicht wirklich verstand, denn er war nur ein Wolf, kein Elf. Nächte voll Leidenschaft verbrachte er mit ihr, doch das Kind weinte und jammerte, hasste den Wolf noch mehr, dass er dem Kind die Liebe nahm und gleichzeitig nicht den Hass zugestand den es spürte.

Doch der Wolf war die Liebe egal, solange er sie bekam, er hätte sie sich von jeder Elfe genommen, doch diese leistete keinen Wiederstand. Als er sie das erste mal nahm war er wild und fordernd, weil er nicht wusste wie zu handeln, und die Elfe wehrte sich nicht. Das Kind sah all das, und weinte, weil er Liebe so nicht kannte, und er hasste den Wolf noch mehr, hasste sogar die Elfe, das sie den Wolf liebte und nicht das Kind, obwohl sie es gar nicht kannte.

Dann kam wieder ein Biundai zu der Sippe, und wieder forderte er etwas. Der Wolf verstand es nicht was er wollte, sprach die Worte des Tril nach die er ihm einflüsterte. Das Elfenkind aber drängte sich voll Hass in die taten des Wolfes und forderte wieder zu nehmen, zu töten. Denn der Biundai verkörperte was das Kind hasste. Worte ohne Sinn drangen an das Ohr des Wolfs und das Kind drängte auf Rache und um den Hass zu stillen und wusste doch nicht, dass der Hass dadurch nur geschürt würde, die Lage immer Auswegsloser. Denn desto mehr Hass das Kind anschürte gegen die Biundai, gegen die von denen er dachte sie sprechen die Unwahrheit, oder Lüge, desto stärker wurde der Wolf, denn er hatte die Liebe der Elfe mit sich. Und so tötete der Wolf wieder für das Kind.

Doch diesmal war er zu weit gegangen, er sollte die Liebe verlieren, denn sie verschwand. Und im Geist kreischte das Kind lauter und lauter, jammerte und weinte. Denn die Biundai, die Menschen, hatten genommen, und selbst wenn es die Iama des Wolfes war, und nicht die des Kindes, so war er doch voll Hass das sie nahmen, eine Elfe nahmen. Und im stillen lehrte das Kind dem Wolf das Lied zu singen, das Lied der Elfe und der Wolf fand sie, befreite sie. Der Wolf hatte die Sippe des Kindes, das der Wolf als sein Rudel ansah, und dafür hasste das Kind den Wolf auch, in ein sicheres Gebiet geführt. Denn als der Wolf zu weit gegangen war, hatte er den Hass der Biundai geweckt, und sie suchten Rache an ihm.


Sie saßen am Feuer, die Funken in den Augen des Wolfen wie die Funken des Hasses im Herzen des Kindes.

Der Tril flüsterte, und es war ruhig, für den Moment. Dann loderten die Flammen auf. Ein Wesen von der Gestalt eines Biundai trat hervor.


Er forderte die Iama vom Wolf. Ich konnte das nicht zulassen! Nicht wieder durfte ein Biunda, ein Mensch, ein Wesen, die Elfe nehmen. Ich hasste den Wolf dafür das er sie hatte, doch ich hasste die Biundai noch mehr das sie nahmen. Doch der Wolf hörte nicht auf mich, er liebte die Elfe zu sehr, als das er das Wesen angriff, er schleppte sie fort. Ich brüllte ihn an, er solle das Wesen nehmen. Doch er wich weiter zurück, schleppte die Elfe weg, immer weiter weg. Warum war sie ihm nur so wichtig?

Das Bleiche Wesen das der Wolf zum Schutze gesucht hatte wurde von dem Biunda Wesen zerschmettert und der Biunda kam näher.

Und dann sprach er seltsame Worte, streckte eine Hand aus. Ich erkannte was es war, Tril hatte davon geflüstert, es war Kraf in eine, Stein. Ly schwor mich an es zu nehmen um seine Iama zu schützen, den der Wolf sah, dass das Wesen es der Elfe geben wollte. Tril flehte mich an es wegzuschleudern, oder die Elfe zu töten sollte sie es bekommen.

Doch ich sah meinen Ausweg vor mir! Endlich ein Weg mich von Tril und Ly zu befreien! Endlich frei! Endlich Rache an den Biundai die mich zerschnitten haben...

... und ich streckte die Hand aus und nahm es.

Dann war ich allein, Tagelang im Dunkel allein, verlassen... verlassen... verlassen...


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BeitragVerfasst: 5.09.02, 04:17 
Altratler
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Mit einem sanften, scheinbar ruhigen lächeln saß er vor ihr, der Blick aus seinen tiefblauen Augen ruhte auf ihr, ruhig und gelassen.

Wolfs Iama,
was fuehrt dich zu mir?


Kirian, Himmelsauge, Bluetentöter..... krächzte der Rabe.

Was fuehrte sie zu ihm? Wo war der Wolf, der Rabe flatterte, fuehrte sie. Des Wolfes Schmerz zu teilen, auf das ihr eigener vergessen werde.
Sie sah Aethion vor sich, wie er sich an der Rinde des großen Yew Baumes festklammerte, wie er sich an ihr festklammerte, schluchzend und zuckend.Gedankenverloren strich sie ueber ihre Wange, spuerte den Schmerz der Brandwunde nicht mehr, welche eben zuvor noch das dunkle, schatten Umwobende Licht zugefuegt hatte. Sie starrte ihn einfach an, ausdruckslos ihr Blick, ihre Mimik - doch nicht so ihre Gedanken. Blaue augen, blau wie ein tiefer See, sahen sie voller Ruhe an. Wie ein Hohn war sein Blick.


Was willst du vom Wolf, hast du ein paar Messer fuer ihn mitgebracht?
Oder bringst du ihm Blumen, die Blumen die du auch den Biundai bringst?


Wie ein schlag ins Gesicht trafen sie diese Worte, Fassungslosigkeit hinter ihrem Ausdrucklosen Blick. Am Tage zuvor noch sah sie ihn, nach Luft ringend am Boden liegend. Litharias hochaufgeschossenen Gestalt vor ihm, das Teak hocherhoben, doch nicht fähig es sinken zu lassen, nicht fähig zu beenden was sie hätte tun sollen. Ohne jegliches zögern trat sie auf den am Boden liegenden zu, sah nicht sein Gesicht, achtete nicht die nachtschwarze, kalte Ruestung, achtete nicht die Fey um sie herum. Ein Schmerz durchzuckte sie, eiskaltes, lebloses Metall, Schmerz auf ihrer Haut, drang durch diese hindurch...
Ly und Litharia hielten einen gewissen Abstand um ihn, es schien gar als wuerde sich die Schatten um ihn zusammen ziehen, wie ein Kreis um ihn. Schuetzend? Dennoch konnte sie an ihn herantretend, fast wirkte es als wuerden sie diese Schatten willkommen heissen, und sie ließ sich neben ihm auf die Knie ins Gras sinken. Dha, er war es, sie konnte ihn fuehlen.Vorsichtig, doch ohne ein zögern streckte sie ihre Hand aus, auch diesmal fuehlend. Legte diese an das kalte Metall, welches unter ihrer Beruehrung warm wurde. Dha, auch dies Band bestand noch, wurde ihr schmerzlich bewusst, und wieder teilte sie ihre Kraft mit ihm. Einst wie damals im Wald, einst wie auch jetzt wieder, und dies schien ihr selbst Kraft zu geben, wie etwas was ihr fehlte, lange Zeit fehlte, nie verheilte, verheilen konnte.

Steinherz, Messerauge .... wieder das krächzen, langgezogen und spöttisch.

Sie biss sich auf die Unterlippe, spuerte den Schmerz nicht, schmeckte den Geschmack ihre Blutes in ihrem Mund. Wieder ihr Blut... sein Blut, in ihrem Mund.
Sein Blut, ihr Blut. Wieder schmeckte sie das Blut an ihren Lippen, sah es auf seiner Haut, sah es unter der metallenen Ruestung hervorquellen. Sah Sazabi im Grase liegen ...
Was sprach er da, wieso sagte er das? Wollte er Ihren Schmerz schueren, obwohl sie seinen teilen wollte? Sein lächeln und seine Worte, purer Hohn. Wieder fuehlte sie es, wie einen schlag ins Gesicht. Sie sagte er wuerde es nicht verstehen, nicht wissen.

Kirian weiss nichts, Kirian ist falsch.... dann nimm die Messer wieder mit und GEH!
Ich brauche deine Blumen nicht, die du den Biundai gibst, schwache verlogene Kreaturen,
die fähig sind zu nehmen und zu stehlen.
du lässt dich steheln, lässt dich nehmen...


Ein Bruellen fast waren seine Worte, und sie stand dennoch nur wie versteinert da.Nicht verstehend wieso er ihr diese Worte entgegenbrachte, schrie, schleuderte. Blumen, Biundai, Messer.
Vielleicht hatte er Messer an seiner Haut gespuert, doch waren die Ihren nur an ihrer Seele, ihrem Geist. Schnitten einen Teil ihres Traumes, einen Teil ihrer selbst. Ja, sie ließ es zu, hatte sie doch keine andere Wahl. Doch wo blieb der Teil? Und es schloß sich wie eine Kalte Klaue um ihr Herz, wie einst SEINE , des Rothaarigen, Klauen um ihren Hals.
Wieder war sie gescheitert, auch er war nicht fähig die Last mit ihr zu teilen, nein, er verhöhnte sie dessen, verurteilte sie.

Er hats gesagt, der Rabe hat gekuendet von Kirian, Messerzunge, Steinherz, kaltes Augen..... fern, und flatterhaft des Raben krächzen.
Hochmut Kirian, Trauer um dich selbst, Verletzter Stolz...


Ich wusste es, sie verspottet mich, hinter meinem Ruecken, lacht und höhnt und spottet.
Mit der Luege, der Tugend der Biundai.
Hast sie gut gelernt diese Tugend, Wolfs Iama
Hast den Wolf gut eingewickelt in dein Netz,
aber mich... täuscht du nicht mehr
Bist wie die Messerstecher, die Messerschnitzer, hast nur falsche und höhnende Worte fuer mich.


Immernoch perplex, den Rest seiner Worte garnicht mehr hörend starrte sie ihn an. Sie wusste nicht wie sie es schaffte jegliche Emotionen aus ihrer Mimik zu verbannen, vielleicht mag es daran gelegen haben das sie absolut nicht darauf achtete. Bist wie die Messerstecher... wiederholte sich es leise, fluesternd in ihrem Geist. Ich weiss, das es deine Schuld ist, mischte sich Eriasias Stimme hinzu. Ihre Schuld. Sah sich im Walde liegen, auf der moosigen Erde vor dem knorrigen Stamm des Baumes, ihre Finger tasteten sachte uber das warme, lebendige Holz des Bogens an ihrer Seite. Raziel, schoss es ihr durch den Kopf, wieder wie ein schlag in ihr Gesicht, sah sie den Hass in seinen Augen, sah sie seine Wut, und seine Bitterkeit. Sanft fuhr sie die Konturen des vernarbten, halben Elfenohres nach, und auch diese Erinnerung verschwamm, vermischte sich mit einer salzigen Meerebrise.Sieh das Meer... falsche und höhnende Worte, er war es der verhöhnte, sie verhöhnte, fuer das was sie tat, was sie gab, das was ihr genommen wurde. Der sie verhöhnte, sie hasste, ihr die Schuld gab. Hatte sie etwas anderes erwartet? Hatte sie einen Teil seines Schmerzes gefuehlt, um ihren eigenen zu verstärken, von ihm verstärken zu lassen, sich beschimpfen zu lassen, fuer etwas das er nicht wusste, das er nicht verstand? Ihre Schuld, immer ihre Schuld.

Spricht nur ueber mich, lachst mich weiter aus
deine Falschheit hat der Wolf sogar gesehen am Schluss,
sogar der Wolf hat gesehen, wie du dem Biunda gegeben hast


Langsam sackte sie auf den Boden kauerte sich in die Hocke, seinen Worten längst nicht mehr folgend, ihren eigenen Gedanken, Schmerzen ausgeliefert. Kauerte in der kleinen Huette am Meer, fuehlte sich zurueckversetzt in die kalten, leblosen Mauern. Fuehlte die Beklemmung und die Angst, auch diesmal Tarundis Worte nicht vernehmend, stand sie am Fenster und starrte hinaus, wollte hinaus, hindurch und konnte nicht. Zyklus um Zyklus stand sie dort, längst nicht mehr ihre Glieder fuehlend, einfach nur hinausstarrend. In der Ferne sah sie die Umrisse der kleinen Insel, Avindhrell, davor den Wald mit den Lath`... und davor, ja.. davor, Blumen, Wald - doch war es alles tot, leblos.Apathisch stand sie da, selbst das toben der Katze kaum wahrnehmend, sehnte sie sich nur nach draussen - und doch zugleich wieder zurueckgerissen in die kalten Mauern, das Lachen Tarundis, sein lebloses Gesicht, seine Worte..voll Hohn, Hass, Spott. Worte..Taten...Schmerz. Was bleibt sind Erinnerungen, was fruchtet aus dem Schmerz und der Furcht ist der Hass.

Sein Blick ruhte auf ihr, ruhig und scheinbar nichts erwartend. Auch dieser Blick schimpfte seine Worte wieder Lügen, als wolle er warten, ihre Worte wieder gegen sie richten, sie verspotten.Dennoch sprach sie, sagte sie, sprach von dingen zu teilen, die nicht geteilt wurden, das sie gab und nicht wiederbekam, nicht wiederfand.

Du bist SCHWACH !!
schrie er sie mit einem male an.

Schwach? Dha, sie war schwach gewesen, doch ist es nicht auch ein Zeichen der Stärke, wenn auch töricht, dem vermeintlichen Feind, dem Chaos sein Leben zu schenken ? Dha, töricht war es gewesen, ihm einen Teil ihrer Selbst zu geben, sich selbst zu verlieren.Wie die Metallzähne des Biunda, hörte sie seine Worte. Dha, oder auch wie die Fänge des Schattens, der sich ueber ihre Seele legte.
Schwach? Was wusste er von Schwäche, was wusste er von IHRER Schwäche. Gezwungen war sie, das Band zu trennen, gewungen sich selbst nicht mehr wiederzufinden.
Sie sah den Hass in den Gelb-Gruenen Augen ihres Bruders, sah seinen Blick voller Enttäuschung als sie am Boden lag. "Leb Wohl", sagte er zu ihr ging, ließ sie allein in den Fängen, Klauen des Rothaarigen, lies sie allein zurueck, allein mit der Gestalt. Die Augen, von einem tiefen gruen, nicht anders konnte sie als hineinstarren, starren, und selbstw ie erstarrt stehen, drueckend war seine Gegenwart, unbehaglich. Auch beim nächsten mal ließ er sie alleine, ließ sie mit IHM alleine, wäre nicht Nifiel..Vanyar...
Schmerz, nur Schmerz empfand sie, als sie es sah, blutroten Himmel, durchzuckt von Blitzen, Fluegelschlagende Gestalten, ein blutroter Stein.Schmerzlich war sie sich seiner Anwesenheit bewusst, spuerte den Dämon als er in ihren Geist drang, und auch ein Teil dessen blieb. Schmerzlich empfing sie Bewusstlosigkeit, vergessen... .

Ach, Miriamel scheint es nicht sehr gut zu gehen..liebste Schwester.

Scheinbar mit Sorge im Blick sah er sie an, wieder straften seine Worte ihn Luegen, wieder verhöhnte er sie, wie schon zuvor. Sie hatte nicht bemerkt wie Nifiel hinzugetreten war, und auch jetzt nahm sie die Beruehrung der ihr Liebsten Schwester kaum wahr.

Du schmerzt, Kirian. Schmerzt Elfenherzen. Wunden wie diese heilen schlecht. Vergib, vergib und fueg nicht neue zu.

Und nichtmal ein Wort hat sie gesagt, ueber das was den Wolf geplagt.
Hat gesagt der Elf versteht nur nicht, das allein war Ihr Gedicht.


Wolfswinter...

Dha, schweigen tat sie, schweigen war schon immer das was sie tat, nicht teilen konnte sie, und wollte sie, so ging es nicht.
Und wieder nur Schmerz, was war schon der Schmerz der Klauen in ihrem Hals gewesen, gegen dein Teil ihrer Seele, den sie verlor. Teilen wollte sie mit ihm, was niemand wollte teilen mit ihr. Dachte, gefunden zu haben was ward gesucht, und doch wieder verloren, was schien so nah.

Was geht hier vor, die Last die sie tragen, gestohlenes Gut? Was Aethion wollt nehmen, das trägt zu schwer der Wolf allein, kann es nicht tragen, und so reiht sich Unglueck an Unglueck und die Blumen welken.

Nill! Schrie es in ihr. Nill, nicht wieder. Schwammige Erinnerungen durchfuhren sie, sie merkte nicht wie ihre Beine sie forttrugen, wusste nicht um ihre letzten Worte, weg, nur weg, nicht wiederholend. Sanft spuerte sie die Fingerspitzen an ihrer Wange, sanft spuerte sie wie er ihr die Tränen von den Wangen strich, sie mit einem Finger aufnahm. Um sie herum der Wald, weinen, schluchzend sie stand in seinen Armen. Der Blicke im Ruecken sich bewusst, ging hemmungslos ihr Schluchzen, ließ sie all ihren Schmerz. Gehen sollte sie, gehen fuer immer die Sippe, Avindhrell verlassend - oder ihn verlassend, das durchtrennen was sie verband. So waren seine Worte, bruederlich und doch mit einer Drohung versehen. Bruederlich, wie bruederlich, so der Schwester zu drohen. Doch, dha, es war ihre Schuld, ihre Schuld das sie kamen, ihre Schuld das ihre Schwester litt, das ihr Bruder hasste, So sagte er.
Sie beschloss zu gehen, suchte ihren Bruder auf, und da stand er wieder. Ein arrogantes lächeln auf den Lippen, und diese Augen, Augen, welche sie gefangen nahmen, fremde Gedanken in ihrem Kopf, Verlockungen.
Vielleicht war es der beste weg.


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BeitragVerfasst: 5.09.02, 05:09 
Altratler
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Nah am Ufer stand sie, ihre Augen versprühten reinen Hass als sie auf die andere seite starrte. Ein Katze neben ihr, wildfauchen, die Krallen entblößent.

Sie wusste nicht mehr wo sie ihn kennenlernte, wusste nicht mehr was sie sprachen, wusste nicht wieso sie sich in seiner Gegenwart wohl fuehlte, wusste nicht mehr wie er es schaffet ihr Vertrauen zu erlangen. Eine salzige Meeresbrise... Sieh das Meer!... Worte die sie nie vergessen sollte, Worte kurz gesprochen bevor sie bewusstlos zu Boden sank. Er trug sie, trug sie fort, Tränen in den Augen und sei fand sich wieder, am Strande liegend.
Wie ein dunkler, fast schwarzer Nebelschleier lag es ueber ihr, selten nur dachte sie daran, oder konnte sich gar erinnern. Kalt was es gewesen, so kalt, kalte Mauern, bittere Braune Augen.
Sie erzählte ihm von den Steinen im Wain, vertraute ihm ihre niah`an.
Er offenbarte sich ihr, und wieder schloss es sich wie eine kalte,eiserne Klaue um ihr Herz.
Schmerzhaft spuerte sie das kalte, nachtschwarze Metall auf ihrer Haut, dachte, fuehlte als wuerde es sie verbrennen.
Leblos lag er im Laub, fast greifen konnte sie ihn, so echt shcien die Erinnerung. Schwer beladen mit der kupfernen Ruestung, halb von Laub bedeckt, und Blut, voll Blut. Zunächst wie erstarrt beobachtete sie ihn asu dem Schutz der Blätter hindurch, wenige Worte röchelte er, nur einen Namen, ein Wort verstand sie, was sie dazu brachte zu ihm hinabzuspringen und neben ihm niederzuknien, ins Laub zu sinken.Dem Tode war er nahe, doch konnte sie ihn einfach sterben lassen? Biunda, kalt, soviel kälter, dunkler als viele andere. Nill, konnte sie nicht. Heilung war nie ihre Stärke, sich zu öffnen ebensowenig. Leise begann sie zu summen, schien den Wald um sie herum deutlicher wahrzunehmen. Hörte das leise plätschern des nahegelegenen Flusses, das melodiöse Zwitschern und Keckern der Tiere um sie herum. Eins anfter Windhauch umspielte sie, wärmte sie und gab ihr Kraft. Muehevoll, mit geschlossenen Augen begann sie die Plattenteile zu lösen, wenn auch bei jeder Beruehrung ein eiskalter Schauer durch ihren Körper zu laufen schien.
Langsam wurde ihr Summen intensiver, ihre Hände und Finger glitten ueber seine Wunden, beschmierten sich mit seinem Blute. Sie wusste nicht mehr was sie tat, doch schaffte sie ein Band, gab ihm einen Teil von ihr, auf das er weiter Leben konnte.

Erinnerungen vermischten sich, Schmerz mischte sich mit Schmerz, Tränen mit Blut.


Im matten Licht der Abendsonne trabte Ravija über die Auen nahe Avindhrells, Miriamel auf ihrem Rücken. Doch schon wenige Schritte später stockte Ravija, kam aus dem Takt und hielt plötzlich inne. Wild schnaubend schüttelte sie ihren stolzen Kopf, wiegte diesen etwas zurück zu der jungen Elfe auf ihrem Rücken. Wie aus einem Traum gerissen sah diese auf, das rabenschwarze Haar wirr im Gesicht hängend. Tief zog sie die Luft ein, als sie den Gesang vernahm.. das Lied Avindhrells hatte sich verändert. Mit stetig bleicher werdendem Gesicht bat sie Ravija weiterzugehen, und mit stockenden Schritten näherten sie sich dem Dorf der Auelfen. Mit eine beklemmenden, fast schon panischen Gefühl überquerten sie die Furt, ritten wie jeher zu dem Baum, welcher ihren Bund zum Simil festigen sollte.. und dort rutschte sie vom Pferd. Leise atmete sie auf, das weiche Moos unter ihren nackten Füßen spürend, für einen Moment sich zurückerinnernd an wärmende Sonnenstrahlen kitzelnde Grashälme und sanfte Berührungen, dunkelgrün schimmerndes Haar in ihrem Gesicht… Unwirsch wischte sie diese Erinnerung weg und blickte um sich.
Wenige Schritte neben sich erblickte sie Elen Daril und Aethion Sturmlied. Rasch musterte sie beide prüfend, Aethion lag auf dem Boden, Elen kniete neben ihm. Schon wollte sie ihren Blick abwenden, da bemerkte sie Elens müdes, und abgezehrtes Gesicht. Verwundert wiegte sie ihren Kopf zur linken Seite, den Blick auf Aethion richtend. Erneut sog sie scharf die Luft ein als sie das Blut bemerkte, welches sich von seinem Oberkörper abwärts zog und das gesamte Lederhemd bedeckte. Ungläubig starrte sie den ihr so lieben, verletzten Bruder an, unfähig sich zu rühren, bis schließlich Elen – die sonst so gewandte Tänzerin – sich mühselig auf die Beine stellte, und einige Schritte auf Miriamel zutaumelte. Mit einem schwachen, matten „sah“ begrüße sie diese, und bat sie, Aethion zum Heilerhaus zu bringen.

Mühsam gelang es ihr und Kilian den Verletzten den schier endlosen Weg zum Haus der Heiler zu bringen. Aethion im einen Arm, und mit dem anderen die Türe aufschiebend, trat sie ein. Sogleich traf sie ein schwall schwüler, heisser und nach Blut riechender Luft. Nach Luft ringend sah sie sich um – kurz weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen. Kilian dirigierte sie beide zum hinteren, mit einem schweren Vorhang abgegrenzten Teil des Hauses. Bestimmend und dennoch sanft drückte sie Aethion auf das einzigst freie Bett, die sich rasch entfernenden Schritte Kilians schon nicht mehr bemerkend. Mit bleiernen Bewegungen zog sie ihr Ay`tri, und schnitt den letzten Rest des Lederhemds auf. Innerlich geschockt, jedoch ruhig bleibend starrte sie auf die sich ihr offenbarende wunde, und die scheinbar unmengen an Blut. Einige Augenblicke war sie unfähig sich zu rühren, bis Aethion ihr in knappen, und schwachen Worten zuhauchte, was zu tun sei. Mit abgehackten Bewegungen tränkte sie einige Verbände in frisches, klares Wasser… und wischte vorsichtig das Blut um die wunde herum weg. Achtlos ließ die das blutdurchtränkte Stoffstück fallen, nur um erneut nach dem nächsten zu greifen. Mi ungeschickten, aber vorsichtigen Bewegungen versuchte sie, den freigelegten, blutverkrusteten Geschwulst sauber zu tupfen, darum bemüht, Aethion nicht noch mehr Schmerzen zu bereiten.
Nachdem Aethion eingeschlafen war, verließ auch sie das Haus der Heiler, und schritt langsam, nachdenklich und zugleich entsetzt durch den Wain. An den Wegen zum Gemeinschaftshaus lagen zwei merkwürdige, schimmernde Steine. Sie sangen ein merkwürdiges, nicht greifbares Lied… und strahlten eine Aura des Unbehagens aus, verkündeten von schrecklichem.

Zum nächsten Morgengrauen verließ Miriamel das Dorf, und durchquerte den Wald, am Spinnennest vorbei. Sie hatte vor, zwei ihrer niah` zu Fynia nach Westhever zu bringen, doch ohne groß nachzudenken schlug sie diesen Umweg ein. Wie jeden morgen, dachte sie über ihre Träume nach, wie sie sich gewandelt hatten, von einstiger Schönheit, von Leben, zu etwas von einem unbestimmten Gefühl beherrschten. Vom warmen tröstenden Licht der Sonne zu einer kalten Meeresbrise, und anstatt vom Lied der Wälder ihrer Heimat zu träumen, sah sie vor sich nur kaltes Gemäuer.
Langsam trabte Ravija den Weg entlang, dichtauf gefolgt von Nachtnebel. Immer noch in ihren Gedanken gefangen, bemerkte Miriamel nicht den Mann, vor welchem das Pferd hielt. Ihre Hand hatte sich in die Mähne des Pferdes verkrallt, und sie blickte auf, geweckt vom freundlichen, fast grüßend wirkendem Schnauben der Stute. Ihr Blick fiel auf den Mann vor sich, und für eine Augenblick durchfuhr ein weiterer Schock sie, und für einen weiteren Moment breitet sich entsetzen aus. Auch dieses Lied hatte neue Klänge, einen Ton der ihr Angst machte, Unbehagen bereitete, und dennoch, schien sie mit diese verbunden zu sein. So jäh wie das Gefühl sie befiel… verließ es sie auch wieder, und zurück blieb nur ein unangenehmes Gefühl im Magen, welches langsam von schnellen Herzklopfen und daraufhin von Erleichterung begleitet wurde. Rasch musterte sie den Mann, und rutschte vom Pferd fast direkt vor ihm auf die Füße kommend. Mit einem leichten Lächeln trat er auf sie zu, und suchte sie zu umarmen. In jenem Moment fiel auch die letzte Anspannung von ihr und für einen Moment blieb sie einfach nur – innerlich nach Halt- und Hilfe suchen – in seinen Armen hängen, spürte seinen Atem auf ihrem Hals, ebenso kurz seine Lippen .
Er wirkte verändert, scheinbar gravierender als ihre Veränderung. Wenige Worte sprachen sie, doch sie vertraute ihm ihre niah`an, fest davon überzeugt sie wäre bei ihm in guten Händen. Als sie ihre letzten Worte zu dem Pferd sprach, das letzte mal ihre Gefühle mit ihr teilte, liefen ihr Tränen über die Wangen und sie war unfähig, sich wieder zu dem Menschen umzudrehen. Fahrig wische sie sich über die Augen, und wendete sich ruckartig um, die letzte Berührung zu genießen, bevor er Ravija mit sich nahm.

Wieder in den Wain zurückgekehrt, ließ sie sich an der Furt im Gras nieder, den Blick auf die reissende Strömung gerichtet. Erst als ein Schatten auf sie fiel, sah sie auf und sah vor sich Amaron, einen Bekannten Avindhrells – einen fey`haim. Nach einer kurzen, freundlichen Begrüßung seinerseits, folgte die Frage auf das gestrige Geschehen, jedoch konnte er ihr wohl mehr erzählen als umgekehrt. Er erzählte ihr von dem Angriff und sie ihm von den Verletzten.
Vom gegenüberliegenden Ufer waren Stimmen zu vernehmen, und in ihrem gerade persönlicher werdendem Gespräch unterbrochen, hoben beide gleichzeitig den Kopf und spähten hinüber. Ein leise „Thaliya Feanhall“ rufend, hüpfte sie, Amaron im Schlepptau leichtfüßig über die unter dem Wasser verborgenen Steine. Kurz vor dem Ufer hielt sie auf einem der Steine balancierend inne und sah aus kreidebleichem Gesicht auf die beiden Nortraven, Armgard und Bavjana. Beide wirkten eher verwirrt, und fragten besorgt nach dem Befinden der Bewohner Avindhrells, da Tingil bei ihnen gewesen wäre, und sowohl besorgt wie auch erschöpft gewirkt hätte. In knappen Worten erzählten sie den Feanhall was geschehen war, welche daraufhin ihre Hilfe anboten wann und wo immer nötig. In ein Gespräch über den Verlauf der Dinge vertieft, und darüber was an tun könne, bemerkten alle 4 erst spät das sich nähernde Hufgetrappel. Zunächst fiel Miriamel Blick nur auf die zwei großen und stolzen Reittiere, eines der beiden kam ihr vage bekannt vor, jedoch schien es ihr nicht einzufallen – oder vielleicht wollte sie es auch gar nicht wissen, denn als sie ihren Blick weiterhob durchfuhr ein Schreck ihre Glieder, die zwei Reiter waren in nachtschwarze Metallrüstungen gesperrt, und hielten ein unbehagen verströmenden Schild vor sich. Die zwei Pferde verharrten vor den zwei Elfen, und blechern erklang ein ruhiges „Angamon Vobiscum“ unter den kalten, leblosen Helmen hervor. Zunächst ausdruckslos und daraufhin verdattert wanderte Miriamels Blick zwischen den beiden hin und her, wohingegen Amaron sofort die Hand an seinen Bogen legte und fragend zu ihr sah.
Erneut hob einer der Reiter seine Stimme „Seid gegrüßt Volk der Elben…“. Verwirrt zog Miriamel die Brauen zusammen, kein Wort verstand sie von den fremden Klängen. Weitere Worte sprachen sie, der Sinn der meißten blieb Miriamel verborgen – weniges blieb hängen….Raziel….Paladine…Paradies…segnen wir das volk der Elben… in nomine angamonis adqu honoros regis Razieli et Tardukaiorum … . Um sich herum bemerkte sie kaum die unruhe und steigende Agressivität der Traven und Amarons, ebenso nicht die Arroganz der Reiter, noch das was sie vielleicht darstellen sollten. Was scherte sie das Gerede über Götter, … . Erneut erklang es aus einem der Helme, blechern wieder. „Verstehen die anwesenden unsere Worte nicht? Wir bieten dem Volk der Elben Hilfe an…“Immernoch verwirrt blickte sie die zwei an, fühlte und schrak zurück. Dennoch hielt sie den aufbrausenden Amaron zurück, dies war kein moment für einen Konflikt. Das nächste was sie hörte, wurde zu einem aufbrausenden Streit über Glauben, Gier und Tugend, Wahrheit, lüge und Tot. Beinahe ungläubig lauschte Miriamel all dem, bis sie die Reiter aufforderte zu gehen, welche sie jedoch schlichtweg ignorierten. Zum Schutze der fey`amrai zogen sie sich daraufhin in den Wain zurück, jedoch wollten die Feanhall nicht mit.. sondern griffen an. Sogleich zog auch Miriamel ihren Bogen, um den Feanhall zu Hilfe zu heilen doch weder vermochte sie auf die dunklen Reiter zu schießen, noch hätte es genutzt, da die Feanhall nur wenige Augenblicke bewusstlos und scheinbar schwer verletzt am Boden lagen. Wütend über das Geschehen brachten sie die zwei Verletzten ins Dorf und versorgten sie im Gästehaus.
Daraufhin verließ sie den Wain um im Simil Ruhe zu finden. Lautlos streckte sie sich unter einer Eiche auf dem Waldboden aus, verschränkte die Arme hinter dem Kopf, und blickte ins Blätterdach. Die durch die grünen Blätter fallenden Sonnenstrahlen berührten sie und mit geschlossenen Augen lauschte sie dem Lied einen kleine zwitschernden Vogels. Erneut fühlte sie sich von dunkelgrün schimmerndem Haar berührt… sah es im Wald verschwinden. Sah die grünen Augen, den Finger welcher ihr bedeutete zu schweigen…seinen letzten Blick, seine letzte Berührung… Ruckartig öffnete sie ihre Augen und blickte wieder hinauf, erneut unwirsch die Erinnerung wegwischend. Der kleine Vogel tapste über das Holz ihres Bogens… hielt auf diesem inne… pickte kurz in einer liebvoll erscheinenden Geste mit dem Schnabel dagegen. Und wieder schloss sie die Augen, fühlte den Retiu`as, das Band zu diesem, das Band zu Raziel. Raziel… was war mit ihm geschehen… Hass leuchtete aus seinen matten Augen, Bitterkeit und eine kalte Entschlossenheit. Leise stöhnte sie auf, ihr Bruder hatte sich von ihnen gelöst, das Band zur Sippe fast völlig zerreissen lassen… oder hatte er es gar selbst zerrissen ? Sie sah ihn vor sich, hochaufgeschossen und verschmolzen mit dem Wald. Sah ihn vor sich, wie er ihr ihren Bogen nahm und ihr seinen gab. Sah den Ausdruck seiner Augen, fühlte seine Hilflosigkeit. Dennoch waren sie verbunden.

Zurück im Dorf, ereilte sie der nächste Schreck. Neue Steine waren aufgetaucht, und hatten alle Tiere getötet, darunter auch Nachtnebel. Ausdruckslos starrte sie auf den Körper des toten Tieres, bis ein Bruder – sie wusste nicht mehr welcher – sie zu den verletzten ins Gästehaus brachte. Dort begab sie sich zum Fenster und starrte hinaus. Alles ging an ihr vorbei, alle Elfen, alle Verletzten, all Chaos und Hysterie, selbst die ersten Riesen bemerkte sie nicht. Ihr Blick war durch das Glas des Fenster auf einen der schimmernden Steine gerichtet, welcher sprühende, magische funken versprühte und dessen unheilverkündende Aura sich noch verstärkt hatte. Erst als es mit einem male schwer gegen die Hauswand pochte schrak sie zurück, und in einem erschrockenen Satz sprang und rannte sie zum andern Ende des Hauses. Ihre Brust hob und senkte sich, und unbemerkt rutschte ihr Bogen ihr den Arm hinab in die Hände. Dennoch starrte sie nur ausdruckslos an den Elfen und dem Hobbitmädchen vorbei zur Tür… welche ruckartig aufgerissen wurde, und durch die sich ein junger, unbehäbiger Riese zu zwängen versuchte. Mehr als ein Arm passte nicht hindurch – ein glück könnte man sagen, sonst hätte er wohl das Haus zu Trümmern geschlagen. So jedoch verließ Miriamel das Haus durch die andere Türe, bis die Kampftänzer den jungen Riesen erledigt hatten. Doch der Strom der Riesen hörte nicht auf, mehr und mehr erschienen durch die so zahlreich gewordenen Steine. Seufzend, und dennoch ausdruckslos im Blick zog auch Miriamel ihren Bogen und erlegte zusammen mit Kilian einen der jungen Riesen. Kurz nach diesem ließ sie jedoch wieder davon ab, um zurück ins Haus zu gehen. Und wieder starrte sie nur aus dem Fenster, auf den Stein oder vielleicht doch ins Leere an ihm vorbei. Um sich herum nahm sie nichts mehr wahr, doch sah sie vor sich, wie sie mit Nachtnebel Freundschaft schloß, wie er Aufwuchs… erinnerte sich daran wie sie ihn im Sumpf verlor, zurücklassen musste als man sie dem Tode nahe in den Wain trug, daran wie sie schrie als die Bäume sich auf sie stürzten, und wie sie heute noch den Schmerz des Feuer spürte, wie sie selbst vor Kerzenlicht zurückschrak. Ebenso erinnerte sie sich ihrer Freude, als er eines Tages vor dem Wain graste und auf sie zu warten schien, erinnerte sich wie sie mit ihm und den Lath` sang, und wie sie einander erzählten. Einen augenblick strahlten sie Aglareth`s Augen an, als sie mit ihm und Nachtnebel Fynia besuche… und gefangen in ihren Erinnerungen starrte sie aus dem Fenster, bemerkte nicht wie sich zum zweiten mal in so kurzer Zeit eine Träne löste, und ihr verloren die Wange hinabrollte.
Anidhai ging an ihr vorbei, und schob vorsichtig die Tür auf. Miriamel löste sch aus ihrer Starre und ging ohne Zögern der Schwester nach… berührte sie am Arm und ließ sich mitziehen. Nur wenige Schritte später endete ihr Weg, und sofort ging Anidhai in die Hocke, und blickt, alle angst vergessend auf den Stein. Leise begann sie eine Melodie zu weben, den Stein zu erspüren – Miriamel legte ihr eine Hand auf die Schulter, gab ihr Kraft, selbst jedoch unfähig einen Laut von sich zu geben, oder dem Lied des Steines zu lauschen. Anidhai streckte eine Hand aus… Magie erfüllte die Luft um sie herum knisternd- und sie wurde zurückgestoßen, prallte gegen Miriamel, und blieb bewusstlos auf dem Boden liegen – der Stein schimmerte bläulich. Außdruckslos starrte Miriamel auf ihre Schwester – und zog sie dann ohne zögern aber mit bleiernen Bewegungen in Richtung des Hauses zurück.
Wieder und wieder kamen neue Riesen, es schien kein Ende zu nehmen und bald war auch das Haus kein großer Zuchfluchtsort mehr. Die meissten verließen es somit, und auch Miriamel begab sich zur Furt, und war überrascht dort Nortraven herbeieilen zu sehen. Irgendjemand musste sie geholt haben, gegen die vielen Riesen die bald schon nicht mehr zu bewältigen waren. Einer nach dem anderen überquerte die trostlos wirkende, dennoch immer noch vor Strömungen reißende Furt.
Als langsam die Dämmerung einbrach, ging von einem der schimmernden Steine ein noch größeres magisches Knistern aus – und der düstere Mensch der so oft kurz erhascht wurde, zeigte sich wieder. Er hatte schlohweisses Haar und war in dunkle Kleidung gehüllt – sein Blick war eiskalt, und ein bläulich leuchtendes Armband viel an ihm besonders auf.
Langsam nahm der Schwall der Riesen ab, und stattdessen sandte ihnen der Mensch Skelette der Angst, welche mit Feuerbällen um sich warfen. Fast panisch eilte Miriamel zur Furt, hüpfte rasch von Stein zu Stein – und kippte auf dem mittleren fast wieder nach hinten. Mit den Armen rudernd konnte sie sich ausbalancieren, den Blick auf die Gestalt am anderen Ufer. Reglos saß die Gestalt auf dem dunklen, seltsam erscheinenden Pferd. Starr, jedoch ruhig schien er aus dem roten Knochenhelm um sich zu blicken, und sein Roter Knochenpanzer war blutverkrustet. Wenige Augenblicke später schien sie ihn zu spüren, er schien nach dem Weg zu fragen… und so hüpfte sie rückwärts, sicher von Stein zu Stein, und ebenso jeden der verborgenen Steine vor sich sehend. – wieder ans Ufer. Wort und Regungslos, ohne die geringsten Anzeichen eines Gefühls, trabte er auf seinem Fe-Daykin an ihnen vorbei. Um den Stein hatte sich einen Traube von elfen gebildet – der Mensch war verschwunden. Ohne zu zögern gliederte sie sich zwischen ihre Geschwister, griff nach den Händen der beiden umstehenden. Zunächst leise und kraftlos viel sie in das summen mit ein, welches von den Elfen ausging und sich auf den Stein zu konzentrieren schien – während um sie der Kampf tobte. Langsam schwoll es an, schien bis in den Himmel hinaufzugleiten, ebenso langsam, ruhiger werdend legte es sich um die Anwesenden, berühre in der nächsten Variation den Stein, zog sich wieder zurück. Es zeugte von Zusammenhalt, es verband die Elfen und sie woben es um den Stein – um sich herum nichts mehr wahrnehmend. Stetig wurde es intensiver, genährt von der Kraft der Sippe, es wurde sicherer, die Melodie variierte noch mehr, jedoch harmonisch bleibend und nach und nach gewann ihr Lied über Terthao, über sie selbst, über die Sippe … erneut an Kraft. Die Elfen nicht beachtend trat der Myte LennartzRa-Veh auf den Stein in ihrer Mitte zu, fixierte diesen mit seinem kalten Blick, und streckte seine Klauen nach diesem aus. Eher er ihn berührt hatte wurde auch er schon zurückgeworfen – und die furchterregende Gestalt in dem roten Knochenpanzer lag bewusstlos am Boden. Sich auch dadurch nicht abhalten lassend, wurde das Lied der Elfen weiter gewoben – um sie herum waren die Skelette zahlreicher geworden. Der Myte stand, seine wunden nicht beachtend wieder auf – und unvermittelt traf einer Feuerball Miriamel. Erschrocken zuckte sie zurück, das summen nicht abschwellen lassend. Als der nächste sie traf entrang sich ein lautes keuchen ihrer Kehle, und verzweifelt versuchte sie den Schmerz zu unterdrücken, das summen, das band nicht zerreissen zu lassen – sowie die Erinnerungen wegzuschieben. Vor ihr ragten mächtige Äste auf, schlugen um sich und als der nächste Feuerschlag sie traf, schrie sie nur noch gequält auf, sich an die Händer ihrer Geschwister klammernd. Das Skelett taumelte auf sie zu, sandte ihr den nächsten Feuerball und sie kippte hinterrücks um – die Hände loslassend, das Band zerreissend vor sich sehen. Kraftlos taumelte sie so aus der Aura des Liedes heraus, versuchte sich aufzurappeln und krabbelte übers Gras. Tränen vor Schmerz und Wut rannen ihr über die Wangen, Blut lief ihr die Arme hinab und mit letzter kraft versuchte sie sich wegzuziehen, nicht bemerkend wie der Myte und der Feanhall Isbeorn sich auf das Skelett stürzten. Mit letzter Kraft kam sie auf die Beine doch kaum einen Schritt voran traf sie der nächste Feuerball – und haltlos fiel sie um, blieb benommen und daraufhin bewusstlos im Gras liegend. Leise summen umgab sie, legte sich um sie und etwas schien ihr Kraft zu geben…. Braune Augen …“Miri….“ Hörte sie es leise neben sich… stöhnend schlug sie die Augen auf, sah Isbeorns besorgten Blick auf sich ruhen. Vorsichtig versuchte sie sich zu bewegen, sog darauf vor Schmerz tief die Luft ein. Isbeorn nahm sie auf, stellte sie auf die Füße – und Aglareth riss an ihrem Arm, wollte sie zum Haus zerren. Den Schmerz, das Geschrei um sich herum nicht mehr wahrnehmend sah sie ihn an – und er ließ von ihr ab. Schwankend ging sie einen Schritt auf die Hauswand zu.. stützte sich mit einem Arm an dieser ab – und kippte erneut um. Zog sich an der Hauswand wieder ein kleines Stückchen hinauf, sich diesmal jeder einzelnen Faser ihres Körpers bewusst. Ihr Blut vermischte sich mit Schweiss und mit einer letzten Anstrengung begann sie zu summen, leise für sich… wob ihr Lied und vernahm das Rauschen des Windes, entzog ihrem Körper und Geist die letzte Kraft die
Wunden zu schließen.
Nach und nach nahm sie ihre Umwelt wieder wahr, noch immer ruhte Isbeorns besorgter Blick auf ihr. Mit ihrer Hilfe zog sie sich auf die Beine, krallte sich in seinen Arm als der Schmerz zugriff, als die Erinnerungen zurückkamen – und lies abrupt los, zurücktaumelnd als sie dies wiederum unterdrückte. Wild schlug sie um sich, im nächsten Augenblick wieder ausdruckslos vor sich starrend – leise und beruhigend Isbeorns Stimme an ihrem Ohr, sie festhaltend und tröstend wie ein kleines Mädchen.
Unsicheren Schrittes wankte sie zurück zu dem Kreis der Elfen, jedoch trieb sie etwas daran vorbei… ein dunkles Lachen, ein unbestimmtes Gefühl. Isbeorn hinter sich taumelte sie über den kleinen hof, auf den nächsten schimmernden Stein zu, in dem nun wieder der düstere Mensch stand, einige Elfen und Feanhall um diesen herum. Ausdruckslos starrte sie diesen an, den Worten nicht lauschend. Wie ein Traum ging es an ihr vorbei, die teils wütenden, traurigen und verzweifelten Gesichter. Immer nur starrte sie auf Tarundi, hörte sein lachen, sah sein schmunzeln – fühlte ihn, begann ihn zu verachten und im nächsten Moment zu bemitleiden. Weder bemerkte sie das Kampfgeschrei, noch das Gespräch, noch die Herausforderung zum Kampf, den verzweifelten Sazabi und den sein Leben zu geben bereiten Isbeorn. Langsam in die knie sinkend sah sie ihn, wie er voller Spott einen Retiu`as zu Aglareth warf, wie er lachte, gähnte, schmunzelte – seine Kälte und seinen Hass versprühte, und an ihm das bläulich leuchtende Armband. Sie registrierte nicht wie Nomolas kam, wie ihr Bruder sie wieder aufstützte und festhielt, noch wie Aglareth unter Berührung der Hand des Menschen schreiend zu Boden ging. Erst im nächsten Moment, seine Worte an ihr vorbeigehenden, stand sie neben ihm – umgeben von knisternder Magie, einem Ruf nach Hilfe und einem düsteren mächtigen Lied. In einem schier unendlichen Augenblick sah sie die verzerrten Gesichter ihrer Sippe, ihrer niah´um sich, sah wie sich ihre Münder bewegten, sie ihre Waffen zogen, erahnte ihr verzweifeltes, wütendes schreien – und im nächsten Augenblick war sie fort. Aufgelöst, umgeben von nichts, Leere, Einsamkeit…und schmerzhaft aufprallend auf hartem Stein. Keuchend blieb sie liegen, nach Luft ringend ehe Tarundi sie am verletzen Arm packte, auf die Beine zerrte und hinter sich herschleifte. Durch den dunklen, leblosen Raum folgte sie ihm, Leiter um Leiter hinaufstolpernd, langsam die Sinne verlierend. Grob stieß er sie in einen kleinen Raum hinter ein Gitter und warf sie aufs Stroh, zog die knarrende Metalltür knallend hinter sich zu und verschloss sie. „so mein kleines…“ . Wiederum nach Luft ringend lag sie auf dem Stroh, keuchte, und schloss die Augen. Kälte griff nach ihr, schnürte ihr die Luft ab, und sie hörte die Worte des Hexers nicht mehr, nahm nichts mehr wahr… eine salzige Brise umwehte sie, schlaff lag sie ins seinen Armen wie er sie durchs dunkle leblose Gemäuer trug…“sieh das Meer“ .. unfähig war sie die Augen zu öffnen, leblos sackte sie auf den kalten Stufen zusammen, den Wunsch zu schreien, um sich zu schlagen unterdrückend… sanft hob er sie an, die braunen Augen voll Trauer und Bitterkeit auf ihr. Langsamen Schrittes trug er die leblose Elfe die Stufen hinab, an den Wächtern vorbei…. Eine salzige Brise umwehte sie…. Langsam kam sie zu sich, benommen und rührte sich nicht… „Mal sehen vielleicht hole ich mir noch ein kleines Elfchen, zum testen… wenn eines stirbt habe ich ja noch das andere“ mit diesen Worten verschwand Tarundi die Leiter hinab. Langsam quälte sie sich auf die Beine, fühlte nach Halt und schreckte vor der kalten, leblosen und abschreckenden Mauer zurück… keuchte… tastet sich voran… nach Luft ringend, nach einem Hauch von Leben suchend. Fast erstickt keuchte sie aus dem Fenster heraus, rang nach Luft… sah hinab. Atmete den Hauch frischer Luft ein…sah die leblose Erde unter sich, die aggressiven Tiere.. zog den Kopf zurück.
Wenige Augenblicke später rumorte es… und Tarundi zog eine um sich schlagende Nifiel mit sich. Entsetzt blickte sie auf ihre niah`, sah wie er sie ebenso grob in die Zelle warf wie er es mit ihr tat… fing ihre Schwester auf, hielt sie im Arm – ausdruckslos zu Tarundi starren. Ebenso reglos blieb sie stehen, seine Worte, Taten Schmerzen nicht wahrnehmend – die tobende Nifiel nicht wahrnehmend, die schreiende Nifiel nicht wahrnehmend, den unglaublichen Wut der fey`simil nicht wahrnehmend – erst als sie bewusstlos auf dem Boden zusammensacke, kam sie zu sich..half ihr.


Erinnerungen, nicht als Leere..geschehen. Was bleibt sind Erinnerungen, was fruchtet aus dem Schmerz und der Furcht ist der Hass.


Nah am Ufer stand sie, ihre Augen versprühten reinen Hass als sie auf die andere seite starrte. Ein Katze neben ihr, wildfauchen, die Krallen entblößent.

Und danach, danach war ER wieder gekommen. ER...oder doch ES ?
Sie hatte sich gelöst, hatte sich lösen muessen, wollen - und er riss sie zurueck, legte ihr neue Ketten an...


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 Betreff des Beitrags: Rache am Wolf
BeitragVerfasst: 7.09.02, 17:03 
Festlandbewohner
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Ich saß im Dunkel. Der Schatten umgab mich, endlich Ruhe, aber nein. Da war etwas, etwas anderes, großes. Etwas starkes, etwas kraftvolles und ich konnte es nutzen, ich Schlich mich durch die Windungen der Erinnerung des Wolfs.

Da lag es vor mir, ein kleines Elfenkind, verlassen im Wald, verloren. Angst sah ich in den Augen des kleinen Kindes, es war ausgemergelt und dürr. Es hatte wohl seit Tagen nichts gegessen, vielleicht auch schon seit Wochen. Nur Haut und Knochen. Es roch wie Beute, wie die Rehkitze die Ich fing wenn ich hungrig war, und sie noch schwach, und nicht wendig genug um vor mir zu entkommen. Hilflos lag es vor mir, kauerte auf dem Boden vor meinem gefährlichen Knurren. Jeder Schritt den ich auf es zu machte, lies es zusammenzucken. Die Augen Blau wie der tiefste See, voll Angst und Furcht. Ich würde satt sein für viele Wochen, das Fleisch des Elfenkindes würde reichen für lange Zeit, und seitdem ich das Rudel verlassen hatte, mich der Alte Wolf fortgejagt hatte, wäre ich das erstemal Satt.

Die Krallen meiner Tatzen gruben sich in die Weiche Erde, gleich würde ich es töten und dem Elfenkind die Gurgel durchbeißen, es war der Lauf der Welt, es die Beute, ich der Jäger.


Oh ich kannte diese Bilder, ja! Doch aus der andere Sicht, er war zu mir gekommen, ich war verloren im Wald. Verloren meinen Weg, war ich geirrt durch den Seelenwald. Am verhungern und kraftlos bis auf die Lichtung gestolpert. Da kam der Wolf und wollte mich reißen ... doch ich...

Es sprach plötzlich! Ich verstand nicht warum, aber ich konnte die Worte begreifen, mein tierischer Geist war vorher leer und nur von Instinkt geleitet gewesen. Es wimmerte.

„Bitte Wolf nimm mich nicht, beschütze mich vor den anderen...“, und die weinende Stimme, die glitzernden Tränen des Elfenkindes brannten sich in meinen Geist, und ich näherte mich dem Kind. Es streckte die kleine Hand nach mir aus, und ohne es zu verstehen neigte ich den Kopf und lies die Hand meine Stirn berühren. Ich verstand plötzlich seine Angst, und ich fühlte mich zu dem Elfenkind hingezogen, wollte es beschützen, wollte darüber Wachen. Doch ich war ein Wolf! Was sollte ich tun? Doch das Kind wimmerte weiter.

„Bitte bitte Wolf, lass mich nicht allein, ich bin so einsam, und so hungrig.“, flüsterte die Stimme direkt neben meinem Ohr, denn ohne es zu merken hatte sich das Kind an mich geschmiegt, und seltsam mein Geist schwand aus meinem Körper, nur der Instinkt blieb zurück, und dass was das Kind geweckt hatte, die Verständnis und die Sorge ging in das Kind über. Nur das Tier blieb zurück und huschte wieder von der Lichtung. Doch ich wusste ich war trotzdem noch beim dem Kind, für immer mit ihm. Ich würde es beschützen wo es ging, wo es lief, wo es wandelte.


Hohn! Er mich beschützen? Er hatte mich um meine Seele betrogen, gelüstet nach dem Körper eines Fey um seine tierischen Instinkte zu nutzen zu bringen. Doch all das würde er nun spüren, langsam schlich ich weiter in meiner Seele, getragen durch die Dunkelheit die mich umgab, die neue Kraft in mir, die mich trug und meine Rache möglicht machte. Langsam schlich ich durch die Jahre, und sah was der Wolf in meinem Körper getan hatte, folgte aufmerksam jedem Bild.

Da ein Bild wie er nahm..

Ich hatte Hunger, lief zwischen den Blättern, den Bogen in der Hand. Das Kind folgte meinen Augen ich wusste es war da, doch ich hatte die Kontrolle, denn ich jagte, das Kind konnte töten aus Wut, doch ich tötete nur aus Hunger, ich nahm nur um zu leben. Das Kind nahm aus Angst und aus Wut wenn es sich bedroht fühlte. Deswegen drängte ich es zurück wenn ich jagte. Denn ich wusste nur so konnte ich es schützen, denn es war nicht stark. Die Tiere flohen vor dem Kind, denn sie spürten die Wut. Ich jedoch konnte mich anschleichen, mit dem Simil sprechen, hatte gelernt was es ist Fey zu sein, ja ich würde auch Fey werden! Ich der Wolfself! Ich riss den Hirsch, nahm das Blut und das Fleisch, schnitt die Haut und das Geweih, nutzte alles wie die Fey, ich hatte gelernt richtig zu jagen, und ich würde es für alle Zeit tun, den ich liebe das Kind.

Lüge! Er hasst mich! Hatte meine Erfahrung geklaut, jagte in meinem Namen, in meinem Körper und lullte mich ein mit der Stimme des Wolfs, sprach er wolle mich schützen, wolle mich bewachen. Welch Lüge es war, das wurde mir immer klarer, denn der Schatten in dem ich durch meinen Geist kroch offenbarte mir alles, zeigte mir jeden Winkel des Geistes des Wolfs. Da wieder ein Bild...

Lust! Begierde! Oh wie herrlich die Freude des Körpers ist. Ich spürte das sie mich begehrte, ich fühlte die Lust meiner Lenden. Den Taumel der Liebe, ja ich wollte es. War da noch etwas? Das Kind? Ach das war nicht fähig zu lieben, zu jung, zu unreif. Ich hatte es mir verdient zu lieben und zu nehmen was der Körper hergab. Ja ich hatte ihn vor den Messern und dem Hass beschützt. Hatte ich das? Es war nicht wichtig, die Liebe die Sehnsucht brannte in mir. Ja ich war der Wolfsfey geworden. Das Kind war auf die Insel geflohen um zu neuer Kraft zu finden. Jetzt hatten wir .. wir? Ich! Ich hatte die Kraft gefunden, sie hieß Liebe! Sie hieß Verlangen! Sie hieß Sehnsucht!

Unter mir stöhnte die Elfe vor Verlangen auf und mein Geist wurde stärker und klarer.


Verrat! Er hatte mich verraten, mich um das einzige betrogen was ich wollte, es war mir für immer genommen. Die Messer schon hatte er nicht spüren wollen der feige Wolf, nur ich hatte sie gespürt. Er war geflohen wie ein feiges Tier das er ist, und nun nahm er das Verlangen von mir, hat es mir entrissen. Die Liebe der Elfe galt ihm! Dem Wolf. Ich hasse ihn. Ich hasse sie dafür. Doch mein Hass hatte Kraft gewonnen, ich lag nicht mehr schwach und zurück gedrängt in der Ecke meines Geistes. Was ich genommen hatte gab mir Kraft und ich schlich weiter. Ich wusste der Wolf konnte diese Kraft nicht bekommen, denn er war kein Fey. Und ich spürte die Kraft die mich im Schatten durch den Geist wandern lies war nur für Fey bestimmt und niemandem andern. Da wieder ein Bild...

Ich stand vor der Versammlung. Dutzende Gesichter starrten mich an, doch ich hatte das Gesicht unter der Maske verborgen wie immer, ich wusste würden sie mich direkt anblicken würde das Kind erwachen. Zu meiner linken saßen die Zwerge, die das Kind Ghorgor nennt. Da zwischen die Halblinge, die Lidim. Auf der linken die Menschen, die Biundai, und ich spürte jedes Mal den Hass aufflammen im Kind wenn ich sie anblickte. In der Mitte stand einer der Bleichen, der Wesen die Myten genannt werden. Er sprach im Geiste, und jedes Mal flackerte etwas seltsames in mir auf, denn ich spürte, dass das Kind etwas tat in meinem, meinem?, Geist. Doch ich lauschte den Worten der Sprecher. Hexen und Druiden warnten vor Verrat und das Kind drängte mir den Hass und die Wut auf zu sprechen gegen sie. Doch ich verstand nicht warum das Kind so wütend war, warum hasste es so? Die Menschen hatten auch nur Furcht vor etwas, etwas das ich nicht Verstand. Mein Geist wurde immer schwächer die letzten Tage ich Verstand nicht was viele mir sagten, einige sprachen von einem dunklen Herren, andere von Wesen die sie Daimonen nannten. Wieder andere sprachen über Risse in den Sphären. All das war mir Fremd und unverständlich, ich wusste nur das ich die Fey beschützen wollte, wie das Kind. Sie sprachen von einem Pakt und zögerlich willigte ich ein zu folgen. Das Kind wollte das nicht, aber es war verdrängt, und ich sagte ich würde folgen.

Wieder Verrat! Der Wolf wollte mit Biundai gehen? Mit ihnen zusammen gegen etwas angehen was sie selbst verursacht hatten? Er verriet mich wieder und seine Wölfin neben ihm schwieg, ich sah ihren Hass auf mich in ihren Augen, ich spürte auch ihren Hohn. Und Nifiel, die der Wolf Katze nennt, sie stimmte dem Wolf zu! Auch sie verriet mich, alle hatten mich den Fey vergessen, alle wollten nur den Wolf. Langsam schlich ich im Geiste des Wolfs zum nächsten Bild...

Vor mir stand Aethion, mein Niah. Ruhig und klar waren seine Worte nach der Versammlung, voll Sorge, doch ich verstand wenig worüber er sprach. Er erzählte von Versuchung und einem Amulett. Doch ich hörte kaum zu, Streit zwischen Agnastan und mir war voran gegangen. Agnastan hatte behauptet er wäre falsch, er würde dem Terthao nicht folgen, und ich sollte ihn töten. Was sollte das? Ich verstand es nicht, warum einen Fey töten? Das Kind hatte laut aufgeschrien: „Ja, töte ihn!“ Doch ich drängte es zurück und sprach ruhig zu Agnastan das er ein Bruder sei und ich ihn nur schützen wollte. Wie das Kind über das ich wache.

Und nun redete Aethion, er sprach weiter über Dinge die ich nicht verstand und plötzlich hallte in mir eine Laute Stimme, ein pochendes Echo, doch sie sprach nicht zu mir, ich verstand ihre Worte nicht. Sie sprach zum Kind! Nur zum Kind! Warum tat sich mir die Bedeutung der Worte nicht auf? Warum wollte die Stimme mit dem Kind sprechen? Das Kind war im Dunkel, im Schatten und ich im Licht. Sie sollte mit mir Sprechen. Ich zuckte zusammen. Aethion war besorgt, lief um mich herum. Ich taumelte durch Avindhrell. Die Stimme pochte weiter in mir, und ich floh aus dem Dorf. Lief weit, bis zum Wald zum Blutwald, bis zum Eisenbaum, bis zum Meer. Aber die Stimme sprach mit dem Kind .. ich wollte nur schützen! Ich wollte nur helfen.. Ich wollte nur Fey sein wie das Kind.


Aber ich bin Fey! Und der Schatten der mich durch meinen Geist getragen hatte, hatte sich endlich offenbart. Sprach mit mir. Noch verstand ich ihn nicht richtig, denn der Wolf blockierte die Worte vor mir. Doch das würde ich ändern! Die Zeit der Abrechnung war gekommen. Der Wolf floh in den roten Wald, den er Blutwald nannte. Er rannte vorbei an dem Baum der Ghorgor, bis ans Meer. Und er winselte unter dem Schatten der auf ihn einhämmerte, er wurde schwach.

Meine Zeit war gekommen. Der Schatten schwächt den Wolf und ich schlich durch das Dunkel meines Geistes bis zu dem Ort an dem der Wolf ruhte, wo er sich eingenistet hatte. Ich sah ihn winselnd auf dem Boden, das Tier das er war lag jammernd und hilflos vor mir und ich war stark! Langsam trat ich aus dem Schatten auf die Lichtung des Wolfes.

Kreischend hatte mich die Stimme zurück gedrängt, unser Körper saß regungslos am Ufer des Meeres. Ich wachte auf im Geiste, sah mich auf der Lichtung des Seins zwischen Blättern, rot wie Blut. Um mich herum absolute Finsternis, die Lichtung der letzte Ort an dem Licht schien. Dann trat das Kind aus dem Schatten direkt vor mir. Es war kein Kind mehr, es war nicht mehr das kleine hilflose Elfenkind das ich liebte und beschützen wollte. Ich sah vor meine eine von Hass zerfressene Gestalt.

Eine Gestalt entstellt und verzerrt trat aus dem Schatten. Sein Gesicht entstellt von Narben, die Augen funkelnd Blau und gefährlich wie geschliffene Saphire. Die Blätter in seinem Haar waren zu Dornen geworden, die sich wie Gestrüpp durch sein Haar wanden. Blut tropfte an jedem einzelnen Dorn. In seiner Hand leuchtete ein Schwert, gebogen wie das unsrige, doch flammend mit Feuer um zuckt. Groß und gefährlich loderte es in seiner Hand und langsam näherte er sich mir. Angst und Panik flammte in mir auf desto näher die Flammen des Schwertes kamen. Doch ich wusste ich konnte nicht fliehen, den die Düsternis um die Lichtung herum wirkte noch bedrohlicher als der flammende Hass des Elfenkindes.. des Elfen... vor mir.

„Die Zeit meiner Rache ist gekommen Wolf.“, donnerte die Stimme des Elfen vor mir. Ich wusste ich konnte nichts tun, sprechen war mir hier nicht gegeben. Nur winseln und jammern konnte ich, doch ich spürte kein Mitleid von dem Elfen. Sein blickte senkte sich auf mich herab, kauerte ich doch nur noch winselnd vor ihm auf dem Boden. Ich schloss die Augen als er das Schwert erhob.

„Spüre meinen Hass!“, war das letzte was ich hörte.


Ich schlug auf das Genick des Wolfes. Mit einem Schlag trennte ich den Kopf des Wolfes von seinem Leib, denn allen Hass und alle Wut waren in diesem Hieb vereint, und der Wolf war geschwächt. Das Winseln des Wolfes war wie Hohn in meinen Ohren. Ich habe gesiegt, der Wolf ist tot. Das schwache Leuchten das von ihm auf der Lichtung ausgegangen war verschwand und der süße Schatten legte sich auf diesen Winkel meines Geistes, nur mein Hass brannte noch hell.

Die Rache war mein!


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