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 Betreff des Beitrags: Jarails Tod
BeitragVerfasst: 12.09.02, 23:02 
Edelbürger
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Registriert: 14.12.01, 13:08
Beiträge: 1012
Wohnort: Vandrien
Dämmernd und regnerisch empfing Rohehafen Varg und nahm ihn trügerisch schützend in ihre Arme... Stadtmauern, die den Tag aus ihrer Substanz heraus widerspiegeln und sich kaum gegen die Nacht zu helfen wissen. Es ist schon ein bizarrer Anblick... diese prunkvolle Stadt. An allen Wegen Laternen, welche den Rastlosen rastloser machen, Böden aus reinem Marmor... so kalt. Hier fühlte er sich wohl... in keiner anderen Stadt war die Nacht kälter und einsamer als in Rohehafen – die viel gerühmte Hauptstadt Siebenwinds, eine Stadt, welche dem Zerfall preisgegeben ist.

Gedanken, welche ihm immer wieder durch den Kopf gingen als er einritt. Seufzend wurde ihm seine Umgebung klar und befreite ihn aus der Tagträumerei, ganz gleich ob der Abend schon angebrochen war. Kraftlos ließ er die Zügel zu den Seiten abfallen, dass das Leder am Sattel aufklatschte. Nochmals sah er sich um, prüfend wie immer, jedoch nicht gehetzt und innerlich ganz ruhig. Sich der Dunkelheit gewiss rutschte er aus dem Sattel und er spürte den kalten Marmor wieder unter sich.

Hoch sah er zu der Taverne auf, welche er vor langer Zeit als erste aufsuchte und deren Anblick ihn gern in Erinnerungen versinken ließ. Langsam drehte er sich um, sah sich mehr ziellos als prüfend um. Ein zielloser Blick, der wie immer an der Treppe zum Marktplatz hoch hängen blieb. Langsam und mit Bedacht geübte Schritte ging er auf den Marktplatz zu. Kalt und laut schienen die Schritte wiederzuhallen... ein Eindruck, welcher innerlich quälte und doch zugleich aufweckte... ihn von den Träumen und Erinnerungen abhielt. Ja, er mochte die Qual. Er liebte sie. Er wollte sie nicht missen.

So wie er über den sich verdunkelnden Platz schritt, verschwamm sein Schatten allmählich, doch nicht ohne Gegenwehr... die Dunkelheit war zwar schützend und gab Varg Halt, Trost... doch zeigte es sich ihm manchmal wie auch nun, dass auch das Licht ihm immer wieder aufzeigte was er war – der Schatten starb in der so geliebten Dunkelheit Vargs.

Langsam hob er die rechte Hand an und wischte sich das feuchte, lange, tiefschwarze Haar aus dem Gesicht, deren einige Strähnen an seinen Wangen kleben blieben. Sein Haar und die Nässe waren so kalt auf seiner, vielleicht wieder Erwarten, warmen Haut. Ein unschönes Gefühl...beklemmend oder war es etwas anderes was ihn dies fühlen ließ?
Sein Blick richtet sich auf das Feuer... ja, dort stand sie doch vor einigen Tagen. Eine neue... welche suchte, aber gefunden wurde. So zierlich sah sie aus... ihre Haut so weiß und ihrer Jungend wegen makellos. Innerlich lächelte er... Er sah auf den Ring an seinem Finger... küsste das kalte, leblose Zierding und sah weiter in die Glut welche um sich rang im Kampf gegen den feinen Niesel.

Dann Laute... von schnellen Schritten. Innerlich gehetzt, sah er auf. Da stand er, einen halben Kopf höher als er selbst und verborgen in einem Mantel. Ohne größere Höflichkeitsfloskeln sprach er zu Varg ab und ließ das Gesicht enthüllen. Es war ein Elf, ein Feind... war das erste was Varg dachte. Er sah ihn einfach nur an während der Elf sprach... zu dem Zeitpunkt keine bedeutenden Worte, nur Dank für etwas was für Varg selbstverständlich war – Rechtschaffenheit. Ein flüchtiges Bild von einem liegenden Brigadisten... dann wieder nichts.

Varg schwieg, lauschte nur den Worten des Elfen und wünschte sich nur, dass er endlich ginge und ihm wieder seine Ruhe gäbe. Der Elf ging nicht, aber anstelle die hüllenden Eindrücke Vargs. Noch immer sah er zu dem Elfen auf. Was wollte er nur? Er kannte ihn nicht, der Elf war ein Niemand. – Er soll es bleiben! – Durchschnitt wieder ein flüchtiger Gedanke seine Ruhe...

Die Nacht schien dunkler zu werden und die Sterne am Himmel klarer. Trotz dessen regte sich im Dunkel um ihn Leben... Menschen, die ihrem nachgingen. Nichts bedeutendes, aber flackernd war es und es brachte Unruhe in das Innere jedem, welcher die Ruhe vorzog.

Nun hielt ihn hier nichts... er wollte dem Treiben entgehen, der elfischen Stimme ausweichen, nur noch allein sein. Geistig schon längst abgewandt, auf dass ihm sein Leib folgen möge, sprach der Elf Worte... schwer an Gehalt. Vargs Geist wandte sich ihm wieder zu... Was sprach er da? Wie konnte er dies wissen? Es war keine Furcht, die ihn bekam... es war Sorge. Sorge um seinen Herren, um seine Brüder und Schwestern und um Sahra.
Sein Wissen war gefährlich... gefährlicher als so manches Schwert, welches er schon in seinem Fleisch spürte.

Pflicht – Varg führte langsam seine rechte Hand über die gleichseitige Achsel. Sein langes, tiefschwarzes Haar verbarg die Klinge, welche am Rücken ruhte bis sie ihre tödliche Bestimmung finden würde. „Du weißt zu viel.“ Kam es leise aus dem Munde Vargs... nicht die einzigen Worte, die er sprach, doch diese genügten, um das Nahende zu decken. Varg musste an die Worte des Fürsten denken, welche noch vor wenigen Tagen in ihm donnerten. „An erster Stelle steht deine Sorge über die Bruderschaft.“

„Ich muss dich leider töten.“ Worte so leise und bedauernd gesprochen wie sie auch waren. Kein Schein... er sprach so wie er fühlte. Seine Pflicht führte ihn nun... ging Hand in Hand mit seinen Gefühlen. Die Klinge so schwarz wie die Nacht, unmöglich sie zu erkennen, hielt Varg bereits fest in der Hand.
Der Niemand stand vor ihm und nahm sein Schicksal so hin... so schwach wie er auch war, spürte Varg Mitleid, Bedauern? Vielleicht...

In der Bewegung rasant, doch scheinend wie die Ewigkeit und sehbar nur als Schatten, bohrte sich die Klinge tief in den Bauch des Elfen... bis der Knauf auf die Bauchdecke stieß. Varg sah dem Elfen tief in die Augen... „Es tut mir leid“ und er sah das Leben aus den Augen schwinden, ein Leben welches wohl für Varg undenkbar lang hielt.

Der Elf fiel vor ihm zu Boden und stechend spürte Varg die Blicke aus der Dunkelheit... das Blut tropfte von der Klinge ab... auf den kalten Marmor.


Zuletzt geändert von Varg: 12.09.02, 23:10, insgesamt 1-mal geändert.

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