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 Betreff des Beitrags: Wut
BeitragVerfasst: 27.08.02, 04:51 
Festlandbewohner
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Sie hatte bei Silwar gesessen als Hugin pötzlich hinter ihr aufgetaucht und sie erschreckt hatte. Sie freute sich ihn zu sehen, denn seine Nähe war ihr angenehm und seine teilweise etwas derben, klotzigen Späße störten sie nicht im geringsten, längst hatte sie sich daran gewöhnt. Manches Mal hatte sie sogar das Gefühl hinter seine Fassade blicken zu können, doch waren diese Einblicke eher selten und wenn auch nur einen Wimpernschlag lang.

Er wollte immer alles von einem Wissen, sei es von ihr oder den anderen, doch über sich erzählte er eigentlich nie. Auch fing er immer Sätze an und beendete diese nicht und heute sollte dies das Fass zum überlaufen bringen.

Schon als sie noch draußen standen, sagte er ihr wieder nicht alles. Sagte ihr dann so etwas wie, man würde sie gar nicht wütend bekommen. Worauf hin sie sich zu ihm vor lehnte und ihm ins Ohr flüsterte „Wenn man immer Sätze anfängt und sie nicht zu Ende bringt, dass macht mich wirklich wütend.“ Sie baute sich wieder gerade vor ihm auf und sah ihn an, leichte Verlegenheit lag auf seinen Zügen und er schien nicht zu wissen, was genau er sagen sollte. Warum er so wenig von sich erzählen würde, warum er so verschlossen sei, wolle sie von ihm wissen. Sein Blick verfinsterte sich und seine grummelige Art brach durch. Das würde sie nichts angehen, erwiderte er und versuchte sie mit seinen Blicken einzuschüchtern. Das würde ihm bei ihr nichts nützen, sie würde sich von ihm nicht einschüchtern lassen, sagte sie und blickte ihn fest an. Wieder schien er nicht zu wissen, was er ihr antworten sollte und so schlug sie ihm vor in den Garten zu gehen und sich zu setzen, was er sofort akzeptierte.

Ein paar Augenblicke später saßen sie bereits im Garten und ihr Blick ruhte auf ihm. Warum er so wäre, wollte sie nun wieder von ihm wissen. Er wäre halt so. Zu viele Menschen hätten ihn enttäuscht. Eine ganze Zeit lang drehte sich das Thema nur darum, doch noch immer war sie keinen Schritt weiter, denn auch wenn er viel erzählte, gesagt hatte er nichts. Man wechselte mehr oder weniger das Thema, kam unter anderem auf Samira zu sprechen und den Tag an dem er sie dazu gebracht hatte ihn zu massieren. Sie fragte sich noch immer, wie genau er das wohl geschafft hatte, als er sagte, dass ihm der Nacken noch immer wehtun würde. Sie stand auf und stellte sich hinter ihn. Was Samira konnte, konnte sie schon lange, nicht erst einmal hatte sie jemanden massiert um ihm die Schmerzen zu lindern, da war nichts Besonderes bei und so legte sie ihm die Hände auf die Schultern. Sie solle das sein lassen, er würde das nicht wollen. Er versuchte sogar ihre Hände weg zuschlagen, doch sie war schneller und so sprang er plötzlich ohne Vorwarnung von der Bank auf.

Sie sah in unverständig an. Es wäre doch nichts dabei, sagte sie zu ihm. Das wäre es wohl wirklich nicht, und doch würde er es nicht wollen und wieder sagte er etwas nicht, verheimlichte etwas. Sie setzte sich zurück an den Tisch, war zunächst nur etwas eingeschnappt, nichts was weiter tragisch gewesen wäre, hätte er sie ein paar Momente lang in Ruhe gelassen, doch er ließ ihr diese Momente nicht und so redete sie sich immer weiter in Rage. Sie sprach von gegenseitigem Vertrauen, von ihrem Unverständnis seiner Handlungsweisen und von vielen anderen Dingen, die ihr einfach so durch den Kopf gingen und die sie nicht gewillt war in dem Moment zu verschweigen.

„Es ist wohl besser ich gehe jetzt“ sagte er leise und sie hatte keine Einwände und öffnete ihm die Türen. Als sie an der Eingangstür standen, bat er sie noch einmal inne zu halten, bat um ihr Verständnis. Es wäre doch alles so gut, wie es im Moment wäre, sagte er ihr. Doch genau diese Aussage war zuviel für sie und so erwiderte sie ihm, dass sie ihn nie wieder etwas fragen würde, sie wolle nichts mehr von alle dem wissen, wolle nur noch anständig von ihm unterrichtet werden. Er sagte noch, dass das wohl auch besser so sei, als sie ihm schon die Tür öffnete und dann ohne ein Wort des Abschiedes zurückging.

Wenn er es so haben will, dann soll er es auch so bekommen, grummelte sie vor sich hin als sie hinauf in ihr Zimmer ging. Fast hätte sie vor Wut geweint, als sie sich auf ihr Bett schmiss und an die Decke starrte. Warum nur war er so ein alter Dickkopf? Resignierend musste sie sich eingestehen, dass sie dies wohl nie herausfinden würde.

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BeitragVerfasst: 29.08.02, 17:17 
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"Er vertraut dir nicht" Immer wieder hallten Jamilas Worte in ihren Ohren nach. Zethar vertraute ihr wohl wirklich nicht und dass obwohl sie wirklich alles tat um die Gilde zu schützen. Es hatte sich sogar fast so angehört, als hätte er ihr oder Jamila unterstellen wollen, ein Anhänger des Einen zu sein. Bitter lachte sie auf. Gerade sie und Angamon, wo sie doch alles nur mögliche mit ihren Schwestern und Brüdern unternehmen wollte, dass Angamon in seine Schranken zurückgewiesen wurde. "Er ist deiner Hilfe nicht wert." hatte Jamila gesagt und sie musste ihr recht geben. Er war es tatsächlich nicht wert, aber sie tat dies alles nicht für Zethar, sie tat es für die die ihr in dieser Gilde am Herzen lagen und er gehörte eindeutig nicht zu ihnen. Soll er doch in sein Unglück rennen, ging es ihr durch den Kopf. Er wird schon sehen was er davon hat, sie würde ihm nicht helfen, wenn er Hilfe benötigen würde.

Jamila hatte versucht sie zu überzeugen, die Gilde zu verlassen, es nicht darauf ankommen zu lassen, ob dieser Verrückte zurückkehren würde oder nicht.
Doch sie konnte nicht gehen, zuviel gutes steckte noch in ihr, zuviel Pflichtgefühl den anderen gegenüber. Es waren schließlich nur Heiler, wie sollten sie sich verteidigen, wenn dieser Wahnsinnige hier auftauchen und sein Versprechen einlösen würde. Sie konnte nicht einfach die Augen verschließen, oder konnte sie doch?

Lange dachte sie darüber nach, selbst als Jamila längst wieder unterwegs war hingen ihre Gedanken noch an den Dingen die Jamila gesagt hatte. Noch immer brodelte die Wut in ihrem Bauch als sie sich aufmachte um Zethars Theorie über den Vorfall in Rohehafen und den dunklen Paladinen zu widerlegen.

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Zuletzt geändert von Isodora: 29.08.02, 17:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 30.08.02, 12:35 
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Sie öffnete die Tür und Jamila stand vor ihr, dicht gefolgt von Samira. Sie war sichtlich erleichtert ihre Samira wieder zusehen. Sie fragte sie aus, was genau geschehen war, erzählte ihr welche abstrusen Dinge Zethar gesagt hatte, doch selbst für Samira war ein Anhänger des Einen gleich zusetzten mit einem Tardukai. Woher sie hätte wissen sollen, dass dem nicht so ist, fragte Samira. “Wenn du nicht einfach so gegangen wärst, ohne etwas zu sagen, hätte ich es dir erklärt.“ Samira schien sich deshalb zu schämen und senkte ihren Blick. Eine Zeitlang ging das Gespräch zwischen ihnen hin und her und Isodora schaffte es Samira zu überzeugen, dass sie nicht wieder fort ging und in der Gilde blieb, dort wo sie sie besser beschützen konnte. Samira setzte sich vorerst auf die Bank und sagte ihr, dass sie sich zuerst um ihre Freundin kümmern sollte.

Jamila saß auf dem Tisch als sie sich zu ihr umdrehte und sie sah alles andere als begeistert aus. Samiras Auftauchen machte ihr wohl allem Anschein nach einen Strich durch die Rechnung. Jamila und Isodora stritten sich, denn noch immer nahm Isodora ihre Freunde in Schutz. Die Tür schwang auf und Zethar trat ein, von ihr völlig ignoriert, ihr Interesse galt im Moment einzig und allein Jamila und ihrem Streit. “Manchmal bist du ein ganz schönes Miststück.“ Für einen Moment lang war Jamila sprachlos, allerdings hielt der Moment nur einen Wimpernschlag lang an. “Dumme Gans.“ Isodora kochte vor Wut. Es klopfte an der Tür, jedoch interessierte es sie weder wer aufmachte, noch wer vor der Tür stand, sie war zu sehr damit beschäftigt Jamila mehr oder weniger hinaus zu werfen. Als Jamila endlich fort war, drehte sie sich zur Bank. Varg, schoss es ihr durch den Kopf. Noch immer genervt beorderte sie ihn hinaus, seltsamer Weise tat er ausnahmsweise dass was sie sagte.

Sie und ihre Schwestern wären nicht mehr von Belang, sagte er ihr und ging bereits zu seinem Pferd zurück. Sie hatte also ihre Schuldigkeit getan und war nun gnädigst von ihm entlassen. Nur mühsam beherrscht presste sie die Frage nach dem Angriff auf die Heiler hervor und wie erwartet, hatten die Tardukai nichts damit zu tun. Er würde nicht mehr wiederkehren, rief er ihr noch zu. Genau dieser Satz war einer zuviel für Isodora gewesen. Was bildete sich dieser aufgeplusterte Tardukai eigentlich ein? Sie ging auf ihn zu und schrie ihn an. Sie würde seinen Namen vergessen und sollte sie sich doch einmal daran erinnern, dann nur um ihn erneut zu verfluchen. Er wendete sein Pferd, blieb direkt neben ihr stehen, zog sein Schwert und hielt es ihr an die Kehle. “Du drohst mir? sagte er eher feststellend als fragend. Vielleicht sollte er sie lieber jetzt und hier töten fuhr er fort.

Die einfache Wut hatte dem Jährzorn in ihrem Inneren platz gemacht, ihr Blut rauschte laut in ihren Ohren und es war kein Platz mehr für Angst oder Zurückhaltung. “Wenn du das tust, werden sie wissen wer es war.“ sagte sie mit Wut in der Stimme und einem funkeln in den Augen. Sie trotzte ihm, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Ein paar Worte wurden noch gewechselt, Worte des Zorns, ehe er schließlich doch davon ritt. “Leb wohl, dass war das Letzte, was sie von ihm vernahm.

Noch immer brodelte es ihn ihr, jetzt noch mehr, denn zuvor und sie wusste auch genau, wer ihren Zorn jetzt zu spüren bekommen sollte. Sie ging hinein und sah zu Zethar und ohne eine Ankündigung ließ sie ein solches Donnerwetter auf ihn nieder, dass selbst Samira eingeschüchtert in der Ecke saß. Sie schmiss ihm vor den Kopf, dass sie mit den Tardukai recht gehabt hatte, dass er dumm war, wenn er ihr nicht vertraute und dass es ihr gleich war, was mit ihm geschehen würde, solange er die Leute, die ihr am Herzen lagen nicht mit hineinzog. Wie solle er ihr Vertrauen, wenn sie offensichtlich Geheimnisse hätte. Sie lachte auf, die die es wissen müssten, die würden es wissen was genau sie ihm nicht sagte, doch er würde keinesfalls, niemals zu denen zählen.

Zethar stand auf und ging nach hinten. Sie atmete tief aus und so langsam schien sie sich wieder zu beruhgen. Zethar stapfte einige Zeit später an ihr vorbei, sagte etwas davon, dass er seine Sachen später holen würde. Sie hatte ihn tatsächlich vergrault, aber was kümmerte sie das. Samira lief ihm nach und Isodora machte sich zur Hütte auf. An der Hütte angekommen, polterte sie, ja trat sogar vor die Tür, bis Jamila ihr endlich öffnete. Sie ging hinein und ließ sich auf einen der Stühle fallen. Sie erzählte ihr von Varg und auch von dem Zwischenfall mit Zehtar, innerlich hätte sie beide noch immer in der Luft zerreißen können, äußerlich jedoch wich nach und nach Jähzorn und Wut. Es tat ihr einfach gut mit Jamila zu sprechen. Sie verstand wenigstens worauf es ankam.

Er spät am Abend, als sie zurückgekehrt war und in ihrem Bett lag, hörte sie diese kleine Stimme in ihrem Kopf. Die Gilde braucht Zethar Sie versuchte den Gedanken beiseite zu schieben, doch gelang ihr das nicht wirklich. War es vielleicht doch ein Fehler gewesen? Sie dachte darüber nach bis sie schließlich doch noch sanft in den Schlaf überglitt.

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BeitragVerfasst: 30.08.02, 14:44 
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Mürrisch hämmerte sie mit der Faust vor die Türe der Heiler Gilde "Lahmes ding, braucht wieder ewig die verdammte Tür auf zu mache" sprach sie lautstark vor sich hin. Die Tür öffnete sich quitschend, Isodora stand vor ihr und schaute sie wie so oft genervt an, aber das sollte ihr egal sein, wie sooft. Ohne überhaupt zu fragen ging sie hinein, die Elfe, die wohl hinter ihr gestanden hat schien ihre gelegenheit zu nutzen und auch hineinzu eilen. Eine von denen war diese Elfe wohl, die Isodora dort so sehr mochte, also gut - sie zog sich etwas zurück, setze sich schließlich auf die Theke hinauf und lies die beiden sprechen; ihr gefiel zwar nicht worüber sie sprachen und Isodoras Worte waren alles andere als die Worte die sie sich hätte gewünscht zu hören, aber das war egal... noch. Auf dem Tisch sitzend schaut sie beiden zu, wie sie sich unterhielten und wie die Elfe zum bleiben überredet wurde.

Daraufhin setze diese sich und Isodora kam zu ihr, "Was suchst du denn eigentlich schon wieder hier? du magst diesen Ort doch sowieso nicht." war das erste was sie zuhören bekam. "Bloß schauen das du keine Dummheiten machst" war ihre antwort, ohja dummheiten, Isodora machte gern Dummheiten - zumindest Dummheiten die in ihren Augen Dummheiten waren, jedoch nicht in Isodoras. Das ganze ging ein wenig hin und her und sie nach der Zeit beschloss Isodora ein wenig zu provozieren - immer zynischer und dreister wurden ihre antworten auf Isodoras Sätze. Sie konnte schon in den Augen ihrer gegenüber sehen das sie langsam vor Wut zu kochen begann, zugegeben ihr gefiel das recht gut wie sie da vor ihr stand. Nach einem weiteren kurze hin und her bekam sie dann an den Kopf geworfen, sie sei ein richtiges Miststück, überrascht über die Aussage verstummte sie, was aber nicht von Dauer sein sollte. Ein trockenes "Dumme Gans" murrte sie zurück, in Isodoras augen konnte man den Zorn aufblitzen sehen - Wut ist da... wenn die kleine nun noch lernt damit umzugehen sind wir ein bedeutendes Stück weiter - so dachte sie sich in diesem Augenblick, also gab sie nach, ging auf die bitte doch endlich zu gehen ein und wendete sich der Türe zu. Kaum draußen angekommen begann es langsam zu tröpfeln, der Regen prasselte nach kurzer Zeit nur so auf sie nieder. Wärend hinter ihr die Türe zugezogen wurde sprach sie noch ein "dummes Gör, kaum schickst du mich Weg regnet es wieder!" in Isodoras Richtung, ob sie es noch hörte wußte sie nicht, aber gehofft hat sie es. Also machte sie sich auf den Rückweg zur Hütte, der Regen war ihr inzwischen egal geworden, schließlich war sie ja schon völlig durchnässt.

In der hütte angekommen beschloss sie schließlich die Kleider zu trocknen und sich einen Tee zu machen, kaum damit fertig hämmerte es auch schon an der türe. Wer das war war ihr klar, Isodora natürlich, sie polterte und trat grummelnd vor die hölzerne Taustüre und sie selbst lies sich eine menge Zeit damit die Türe zu öffnen und sie herrein zu lassen. Rasch kam sie auch schon herrein und lies sich auf einem Stuhl nieder, Wut war nun nichtmehr in ihren augen, jedenfalls nicht so deutlich, da war nun etwas anderes - vielmehr waren es zweifel die sich aus ihren Worten haben herraus hören lassen, wärend sie davon sprach das sie Zethar förmlich aus der Gilde geworfen hatte.
Das Gespräch über all das was geschah schien Isodora etwas zu beruhigen, sie entspannte sich wieder nach einiger Zeit. Doch auf sie einzureden, ihr klarzumachen das dieser narr von einem Heiler es nicht verdient hat, dass auch nur ein Gedanke an ihn verschwendet wird, damit hörte sie nicht auf und Isodora schien es einzusehen, endlich schien sie zu begreifen. Sie war zufrieden, Isodora hatte endlich eingesehn was sie ihr klarmachen wollte und hatte ihre Wut endlich einmal richtig "benutzt".


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BeitragVerfasst: 1.09.02, 14:47 
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Sie hatte geklopft, niemand war da. Sie setzte sich neben das Haus ins Gras, so, dass sie Silwar beobachten konnte. Durch ein starkes Klopfen schreckte sie aus dem Schlaf hoch. Jemand war an der Tür, von innen war Isodoras Stimme zu hören.

Sie sprang auf und rannte zur Tür. Dort stand Isodoras Freundin, die von dem Haus im Wald. Sie stand genau hinter der Frau als Isodora die Tür öffnete, ihre Freundin begrüßte und hereinbat. Sie konnte gerade noch fragen: Darf ich auch rein? als die Tür zugeschlagen wurde.
Aber Isodora hatte sie im letzten Augenblick erkannt, öffnete sofort wieder und zog sie herein.

Sie redete sofort auf sie ein, warum und wieso und sie solle bleiben.
Ihre Freundin setzte sich indes gelangweilt auf den Tresen.
Isodora fing an ihr den Unterschied zwischen Anhängern des Einen und Tardukai zu erklären. Sie hörte einfach nur zu, ohne zu verstehen was sie sagte. Töteten nicht beide? Sind dann nicht beide böse?
Erschöpft setzte sie sich auf die Bank und deutete ihr sie solle sich um ihre Freundin kümmern, die sehr missbilligend zu ihnen rüber sah.

Isodora und ihre Freundin sprachen leise, aber man konnte merken, dass sie stritten. Isodora war wütend.

Zethar kam. Er freute sich sie in der Gilde zu sehen. Isodora warf ihm allerdings nur einen verächtlichen Blick zu.
Es klopfte. Zethar öffnete. Ein Mann trat ein. Sie erkannte ihn sofort. Er hatte sich verändert, aber trotzdem erkannte sie ihn. Er wolle mit Isodora reden , sagte er. Er setzte sich zu ihr auf die Bank und wartete. Sie beobachtete ihn heimlich von der Seite. Was will er schon wieder hier, was will er von Isodora? Sie wusste wieder gar nicht was sie denken sollte.

Plötzlich brachte Isodora ihre Freundin wütend zur Tür, die auch etwas verärgert schien. Die Tür wurde zugeknallt.

Als Isodora sich der Bank zuwand, sah sie ihn. Er wurde sofort nach draußen beordert. Er folgte ihr.

Zethar war immer noch da. Er setze sich zu ihr auf die Bank. Sie redeten, bis Isodora wiederkam. Isodora war noch wütender als vorher. Als sie Zethar nur sah explodierte sie fast. Sie meckerte ihn an und konnte sich nicht beruhigen.
Zethar reichte es wohl, er stand auf und ging nach hinten. Eine Weile später, kam er nicht mehr in der Heilerrobe gekleidet wieder, murmelte etwas wie: Meine Sachen hole ich später ab, und verschwand eiligen Schrittes durch die Tür.

Sie sprang von der Bank auf und rannte Zethar hinterher. Er, der in ihrer schweren Stunde bei ihr war, er der soviel als Heiler tat, er durfte die Gilde nicht verlassen.
Sie holte ihn ein. Sie redeten mitten auf der Straße über Isodora. Sie versuchte ihm zu erklären, dass auch sie, sie nicht verstand, weder warum sie immer so aufbrausend ist oder warum sie sich immer noch mit diesem Mann traf. Sie sagte Zethar, dass Isodora sicher selbst nicht weiß was sie will, weil sie die Leute in der Gilde mag und ihre Brüder und Schwestern auch.

Als sie zurück zur Gilde kam um mit Isodora zu reden, war sie nicht mehr da. Sie war fortgeritten.

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Samira Sandelholz-Das Leben einer Elfe auf der Insel Siebenwind


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BeitragVerfasst: 3.09.02, 12:37 
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Warum war sie überhaupt nach Rohehafen gegangen?

Eigentlich hatte sie keinen Grund gehabt nach Rohehafen zu gehen, aber jetzt stand sie dort und ihre Schritte führten sie geradewegs in Richtung Hospiz. Sie hatte gehört, dass Zethar nun dort war anstatt in Schieferbruch.

Warum konnte sie es nicht einfach auf sich beruhen lassen?[I]

Sie betrat das Hospiz und einige Augenblicke später stand er auch schon vor ihr.

[I] Warum war sie ins Hospiz gegangen?


Er wollte mit ihr reden und bat sie hinauf in den ersten Stock. Sie folgte ihm, wenn auch unter bissigen Bemerkungen. Oben angelangt, stellte sie sich ein paar Schritte von ihm entfernt hin und sah ihn abwartend an. Er hätte Zeit gehabt über alles nachzudenken, begann er zu erzählen. Aus irgendeinem Grund drangen seine Worte nicht wirklich zu ihr durch, sie nahm nur das wahr, was sie gleich wieder gegen ihn verwenden konnte. Er hätte sich nutzlos gefühlt, hörte sie ihn sagen. “Das bist du auch.“ entgegnete sie ihm trocken und ohne mit der Wimper zu zucken. Er stockte und genau in dem Moment wusste sie, dass sie gewonnen hatte. Nur schwer nahm er das Gespräch wieder auf, fragte, warum sie dieser Meinung wäre und genauso Gefühls- und Emotionslos, wie sie ihm gesagt hatte, dass er in ihren Augen nutzlos war, erwiderte sie ihm jetzt, dass er einfach nur dumm wäre. Sie solle ihn unterrichten, er wolle alles von ihr lernen damit er ihrer würdig war.

Warum sagte er ihr soetwas?

Sie lachte auf, ein Lachen welchem kein bisschen Herzlichkeit innewohnte und allein durch den Klang verletzen konnte. Um das zu erreichen, würde nicht einmal ein Elfenleben ausreichen. Sie trat auf ihn zu und sprach leise zu ihm. Es wäre ihr egal, was mit ihm wäre, er solle nur zusehen, dass er mit seiner Dummheit, die Leute die ihr wichtig wären nicht in Gefahr brächte, denn wenn er dass tun würde, würde er es bereuen.

Warum nur war sie so gemein zu ihm?

Für das, was Samira geschehen war, könnte er doch nichts, brachte er gerade noch heraus. “Ich habe dir nichts mehr zu sagen und jetzt lass mich bitte raus.“ Sie konnte sehen, wie er mit sich kämpfte und dann doch vor ihr die Treppe herunter ging um sie durch das Gatter zu lassen.

Warum verteidigte er sich nicht?

Sie ging hinaus, hielt einen Moment inne und drehte sich noch einmal um. So lange er hier in Rohehafen bleiben würde, wäre für sie alles in Ordnung. Ohne noch ein weiteres Wort an ihn zu richten drehte sie sich um und machte sich wieder auf den Weg in Richtung Schieferbruch.

Warum hatte sie seine Entschuldigung nicht einfach angenommen?

Sie traf in Schieferbruch auf Leomar, der gerade im Begriff war nach Rohehafen aufzubrechen. Sie wechselten ein paar Worte miteinander und kurze Zeit später war sie allein. Sie ging hinauf in ihr Zimmer und hing ihren Gedanken nach und wieder fragte sie sich nach dem Warum.

Es müssen wohl Stunden vergangen sein, bis sie von unten etwas hörte und neugierig die Treppe hinunter ging. Leomar stand unten und wollte mit ihr über Zethar reden. Sie folgte ihm in den Besprechungsraum und dass, obwohl sie keine große Lust hatte mit ihm über dieses Thema zu sprechen. Zethar wäre fortgegangen erzählte er ihr, hätte seine Robe da gelassen und einen Brief. Er hätte geschrieben, dass er gehen würde um zu lernen, damit er für sie würdig wäre.

Warum wollte er für sie würdig sein?

Sie nahm das Gesagte ohne größere Regung hin. Leomar wollte von ihr wissen, was genau Zethar damit meinte: Er solle ihn fragen, denn sie würde es nicht wissen. Ihn könnte er im Moment nicht fragen, darum würde er ja jetzt mit ihr sprechen, erwiderte er ihr. Was passiert wäre zwischen ihnen, wollte er nun wissen. “Nichts wichtiges.“ Noch immer war Leomar ruhig, so kannte sie ihn eigentlich gar nicht, war er doch sonst immer so aufbrausend, wenn ihm etwas nicht in den Kram passte. Er blieb, soweit sie ihm möglich sachlich, fragte immer weiter bis sie ihm dann die Antworten gab, die ihn wenigstens ein Stück weiter an die Lösung heranbrachten.

Er hätte eine solche Reaktion weder von ihr noch von Zethar erwartet und auch wenn Zethar sie so beleidigt hatte, hätte sie nicht das Recht ihm Nahe zu legen nicht mehr nach Schieferbruch zu kommen. Er stand auf. Wenn sie Zethar vor ihm sehen würde, dann solle sie ihm ausrichten, dass er ihn sprechen will. Sie nickte nur leicht und lein leises grummeln drang aus ihrer Kehle als er an ihr vorbei zur Tür ging und diese zuknallte.

Warum fühlte sie sich nicht wirklich schuldig?

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BeitragVerfasst: 4.09.02, 16:12 
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Sie saß mit William auf einer Bank vor Tiefenbach und sprach mit ihm, als Jamila aufgetauchte. Auf Isodoras Frage hin, was sie hier machen würde, wo sie doch eigentlich zu Hause sein wollte, sagte sie nur, dass sie Aishira suchen würde, die nach dem Treffen noch immer nicht zurückgekehrt war. Jamila warf einen Blick auf William. Ob er, setzte sie an. “Nein“ entfuhr es Isodora. „Ich dache schon“ Sie hätte falsch gedacht. William versuchte offensichtlich dem Gespräch zu folgen, doch da weder Jamila noch Isodora in ganzen Sätzen redeten und doch verstanden was die andere meinte, kam er nicht wirklich mit. Einen besseren Geschmack hätte sie ihr auch zugetraut, grummelte Jamila leise. Wie sie so etwas sagen könnte, wollte sie von Jamila wissen. “Soll ich dich etwa anlügen?“ fragte sie und fügte hin zu, dass sie das beim nächsten mal ja tun könne. “Wenn du schlechte Laune hast, dann lass sie nicht an mir aus. Ich lass meine schlechte Laune ja auch nicht an dir....“ Isodora beendete ihren Satz nicht, dachte einen Moment darüber nach was sie hatte sagen wollen und musste dann sogar grinsen. “Vergiss was ich eben gesagt habe.“ Selbst über Jamilas Gesicht legte sich ein Grinsen, denn beide wussten, dass der Satz so nicht richtig gewesen wäre. Jamilas Blick glitt wieder zu William. Sie schien ihn einfach nicht zu mögen und das eigentlich grundlos.

Braucht eine schwarze Hexe eigentlich einen Grund um jemanden nicht zu mögen?

Ob er stumm wäre, wollte sie wissen. Erst jetzt fiel Isodora auf, dass er seid geraumer Zeit nichts mehr gesagt hatte. Sie lehnte sich zu ihm, sagte ihm, dass er ruhig etwas sagen könnte, weil Jamila nicht beißen würde, zumindest nicht oft. Mehr als ein paar Worte kamen von ihm allerdings noch immer nicht und dann, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, kam auch noch Hugin an der kleinen Wegkreuzung vorbei. Seine erste Frage war, genau wie Jamilas zuvor, ob er Isodoras Verlobter wäre. Sie verneinte, das wäre er nicht. Hugin sah gerade zu erleichtert aus, wie sie an seinem Gesichtsausdruck feststellen konnte. Nur Momente später nahm er Jamilas Faden auf und begann ebenfalls zu sticheln. Sie konnte es nicht mehr verhindern, dass die drei sich regelrecht anfeindeten, ein Wort gab das andere und William stand auf, wandte sich seinem Pferd zu und schwang sich in den Sattel. Hugin, der der Meinung war, dass man nicht so mit einer Frau reden sollte, wobei er auf Jamila deutete, ließ William erstarren und machte sich einen Spaß daraus ihm durch einen Zauber die Hose auszuziehen. Sowohl Hugin als auch Jamila schien dieses Spielchen zu gefallen, nur Isodora schien nicht wirklich zu wissen zu wem sie nun halten sollte und so stand sie einfach nur daneben und sah zwischen den Dreien hin und her.

Die Starre löste sich langsam und William stieg vom Pferd um sich seine Hose wieder anzuziehen. Was danach folgte, war alles andere als lustig. William zog sein Schwert und schlug damit auf Hugin ein. Isodora erstarrte vor Schreck.

Was sollte das hier nur werden? Drehten jetzt alle durch?

Geistesgegenwärtig ließ Jamila William erneut erstarren. Die Minuten vergingen, Minuten in denen sich Isodora über all das aufregte und dann einsehen musste, dass niemand auf sie achtete. Erneut wurden Drohungen ausgesprochen und William saß wieder auf. Er sah zu ihr und fragte sie, ob sie mit ihm gehen würde. Ihr Blick richtete sich unwillkürlich auf Jamila und als sie die Wut und die Drohung in ihren Augen sah, verneinte sie und sagte, dass sie noch etwas zu bereden hätte. William zog ab, verraten und verkauft von ihr. Sie hatte nichts getan um ihm zu helfen und ein Gefühl drängte sich ihr auf, nach welchem sie wohl auch nicht wirklich hätte helfen wollen. Ihr Gewissen meldete sich und machte ihr arg zu schaffen. Es war so nicht in Ordnung gewesen.

Hugin setzte sich auf die Bank und deutete ihr es ihm gleich zu tun. Lange Zeit sprach sie in dieser Nacht noch mit ihm über William, über Garimed, über sich und teilweise versuchte sie erneut etwas über ihn herauszufinden, was sie allerdings fast sofort wieder aufgab, da es einfach keinen Sinn hatte. Irgendwas war komisch, war anders in dieser Nacht. Lag es dran, dass sie ihm etwas nicht sagen wollte, oder lag es an der Art und Weise, wie er versuchte es doch aus ihr heraus zu bekommen. Sie ließ ihn erst allein, als der neue Tag bereits angebrochen war. Sie spürte seinen Blick in ihrem Rücken als sie sich in Richtung Schieferbruch aufmachte. Chaos herrschte in ihren Gedanken und dieses Gefühl war für sie noch schlimmer, als die Wut die sie so viele Tage zuvor empfunden hatte.

Was war anders gewesen?

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BeitragVerfasst: 4.09.02, 16:58 
Ehrenbürger
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Langsame, nahezu gemächliche Schritte machte sie auf ihrem weg durch Tiefenbach, das verlassen wie eh und je schien. Kurz darauf schlenderte sie auch schon über die Brücke, schon aus der Ferne konnte sie sehen, nein fast schon spüren das dort jemand war den sie kannte, gut kannte. Tatsächlich Isodora saß dort auf der Bank mit irgendwem den sie nicht kannte, aber eins wußte sie gleich: sie mochte ihn nicht, schon allein weil ihr sein Gesicht nicht gefiel. Das erste was sie tat war natürlich die Unterhaltung der beiden zu unterbrechen und einfach dazwischen zu reden, den man neben Isodora schien sie im ersten moment gar zu ignorieren. Ein kleines Gespräch begann und sie konnte sich die frage schon fast nicht mehr verkneifen "Ist er etwa? Etwa DER Mann?" ein Glück, ihr Verlobter war es nicht wie sie herrausstellte, William hieß er - William NeRule. Der besagte saß schon die ganze zeit stumm da, machte nichtmal einen mucks oder so etwas in der Art. Also schön... ihre Worten wurden nach und nach zynischer in der Unterhaltung mit Isodora, aber die kleinen Bemerkungen konnte sie nicht lassen. Im übrigen wollte sie ja auch nicht lügen, sie mochte ihn nicht, warum also schön daher reden?

Nachdem weitere worte über recht belanglose Dinge geführt wurden stoß Hugin dazu, seinem Gesicht konnte man gleich ansehen das er, als er William sah den selben Gedanken hatte den sie auch als erstes hatte. Hugin hatte wohl genauso gefallen daran wie sie ein wenig.. über ihn herzuziehen. Sichtlich genervt wollte er den Ort dann verlassen, mit ein paar Worten wurde er aber versucht zurückgehalten zu werden, was aber... misslang. Er meinte er wolle lieber gehen damit die anderen sich dann in Ruhe über ihn und sein häßliches Gesicht unterhalten können. "Es ist nicht häßlich.. naja... eigentlich ist es das schon" sagte sie trocken. Er meinte nur Isodoras Freundeskreis wäre nicht allzu gut, wütend zischte sie einige mahnende Worte an ihn - so ein Narr dachte sie sich, ein Gesicht häßlich wie ein Ork und frech wie ein Schelm noch dazu, aber auf ihre weise fand sie es amysant. Hugin jedoch weniger er verlangte eine freundliche ernst gemeinte entschuldigung des netten Herrn. Er wirkte kurz nachdenklich, so wie er aussah muss er wohl lange nachdenken um zu vernünftigen schlüssel zu kommen, erstaunlicher weise kam er dann doch etwas früher auf den Gedanken "nein!" zu sagen, was wohl ein Fehler war. In Hugins Augen konnte man ein Wütendes Funkeln sehen wenn man sie anssah. Isodora die mehr und mehr in den Hintergrund gerutscht war versuchte mit ein paar Worten den Streit zu schlichten, aber wirklich ernst gemeint klang es nicht - selbst wenn hätte es wohl nichts genützt. Man hörte ein aufstampfen von Hugins stab und schon saß William still auf seinem Pferd, rührte sich kein stück und schien auch nicht wirklich fähig auch nur den Kopf zu drehen. Sprechen konnte er noch, denn er erzählte irgend etwas von Fehler, was aber niemand wirklich zu interessieren schien. Isodora bat nochmals darum das die beiden William inruhe liesen, doch dafür war es zu spät - beide waren wütend. Sie konnte sich noch etwas zurück halten Hugin jedoch nicht. Er machte eine kurze Handbewegung richtete den Stab auf den Reiter und schon öffnete sich die schnalle des Gürtels und die Kettenhose viel wie von Geisterhand getragen auf den Boden. Kaum Geschah es, schien William wieder zu Kräften gekommen und begann sofort auf Hugin einzuschlagen mit seinem Schwert. Kaum war der erste schlag getan, stand er auch schon wieder Kerzengrade da und war wieder nicht in der Lage sich zu bewegen. Diesmal war sie es die dabei etwas nachhalf, es reichte ihr nun entgültig. Isodora stand mehr oder weniger hilflos daneben, die ganze Zeit schon.

Hätte Isodora eingegriffen wenn sie es nicht getan hätte? Sie sah leider nicht danach aus....

Hugin stand auf den Stab gestützt und kam langsam wieder zu Kräften. William hatte es wohl eingesehen, das er vielmehr als ein zwei Schläge nicht hätte machen können ohne das sie oder Hugin eingriffen und steckte seine Klinge weg. Er bat Isodora nachmal ob sie vieleicht mit ihm kommen wollte, aber diese verneinte - was aber mehr an Isodora selbst lag als an dem strengen Blick den sie ihr zu warf. Ein paar drohungen lies er noch los... von wegen Schattenjäger und anderem Humbug. Aber er ging, endlich ging er - viel länger hätte sie sich wohl auch nicht beherschen können.

Isodora stand etwas fassungslos da, hätte wohl nie damit gerechnet das die beiden so hätten reagieren würden, aber sie sagte im nachhinein es sei ihr egal gewesen was mit ihm sei. Warum versuchte sie dann, wenn auch nur kurz das ganze zu schlichten? Glücklich sah sie zudem auch nicht aus als sie noch da saß und sich mit ihm unterhielt. Sie meinte trotzdem die beiden hätten netter zu ihm sein sollen - wo er es doch war der mit dem Schwert auf Hugin einschlug.
Eins wußte sie jedoch gleich, es war nicht das letzte mal das sie William getroffen hatte und sicher war für sie das er es noch bitter bereuen würde sie auch nur angesehen zu haben, von der Sache mit dem Schwert ganz zu schweigen...


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BeitragVerfasst: 5.09.02, 20:02 
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Geschäftiges Treiben herrschte auf dem Rohehafener Marktplatz, Leute drängten sich vor den Ständen und tratschten über dies und das und mitten in dieser Menge stand sie, noch immer verwirrt und nachdenklich. Isodora sah sich um, betrachtete die Leute um sicher herum und seufzte. Warum war alles nur so kompliziert?

Ihr Blick blieb an einer weiß gekleideten jungen Elfe hängen, Samira. Lächelnd trat sie auf sie zu, die Frau an Samiras Seite kaum beachtend. Isodora wollte einfach nur in ihrer Nähe sein, über nichts was sie verwirrte nachdenken müssen, doch es kam anders. Samira wollte mit ihr reden. Wenn sie das wollte, warum nicht. “Du h ast Zeit? Du musst nicht sofort wieder weg?“ Sie müsse nicht weg, bestätigte sie ihr nochmals. Plötzlich schien Samira der Mut zu verlassen, doch Isodora drängte nun auf das Gespräch, sie wollte wissen was los war. Schließlich willigte sie doch ein. Um etwas Ruhe zu haben, gingen sie hinunter zum Teich und setzten sich auf eine der Bänke am Ufer.

Samira sah sie nicht an, als sie anfing zu reden. “Vielleicht kommt es mir ja nur so vor, aber ich glaube du hast dich sehr verändert.“ Ja, das hätte sie. Sie würde sie nicht mehr verstehen, wenn sie etwas sagte oder tat, sagte Samira leise. Hätte sie dass denn jemals, stellte Isodora eher fest, als das sie fragte. Nein, das hätte sie wohl nie wirklich, aber es wäre wichtig, es wäre ihr wichtig, dass sie ihre Freundin verstand. “Samira, wie soll ich dir etwas erklären, was ich selbst nicht verstehe?“ Isodora erzählte ihr von ihrer Verwirrung, von Entscheidungen die sie zu treffen hatte und von Freunden. “Das ist wohl nun mein persönlicher Ventus.“ Samira sah sie an. “Ventus?“ Ob Tronko ihr gegenüber nie von Ventus gesprochen hätte, fragte Isodora. Doch, aber es wäre komisch es aus ihrem Munde zu hören. Man würde halt viele Dinge von Freunden übernehmen, sagte Isodora ruhig. “Wenn man Freunde hat.“ Isodora blickte bei ihren Worten auf.

Was sollte das jetzt?

Wollte sie nicht mehr ihre Freundin sein?

Samira erzählte ihr von Zethar, dass er ihr Freund wäre, dass sie mit ihm reden könne und er sie verstehen würde und jetzt wäre er weg. Einen Moment lang stieg der altbekannte Jährzorn in ihr auf. Zethar, wenn sie diesen Namen nur hörte wurde ihr schon ganz anders, aber dass ER sie nun bei Samira ersetzte war für sie wie ein Schlag in ihr Gesicht.

Verräterin

“Ich sollte wohl besser gehen.“ sagte Isodora leise. “Wie immer“ Sie würde sich wieder einmal drücken wenn es ernst wurde. Sie sah zu Samira, die mittlerweile direkt vor ihr stand. Es wäre besser, wenn sie die Gilde verlassen würde, sprach sie leise ohne Samira aus den Augen zu lassen. Wieder gab ein Wort das andere. Samira behauptete, dass Isodora ihr nur Schuldgefühle machen wollte, doch Isodora sprach ruhig zu ihr, dass dem nicht so wäre, dass es einfach besser für sie, für ihre Freundin, wäre, wenn sie ginge.

Sie hätte von Entscheidungen gesprochen, ob es die Entscheidung zwischen der Gilde und ihrer Freundin, womit sie offensichtlich Jamila meinte, wäre. Isodora schüttelte den Kopf und hob langsam ihre Hände an. Sie drehte die rechte Hand mit der Innenfläche nach oben. “Weißer Weg“ dann drehte sie die linke Hand ebenfalls mit der Innenfläche nach oben “Schwarzer Weg“ dass wäre die Entscheidung die sie treffen müsste. Samira blickte auf die rechte Hand. Der Weg wäre der bessere, erwiderte sie. Isodora solle in der Gilde blieben, mit ihr reden, nur so könne man den richtigen Weg erkennen und wählen.

Sie würde gar nicht alles von ihr wissen wollen. “Doch“ Ob sie wirklich wissen wollte, dass der Apfel dem sie einst so viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte, von ihr vergiftet worden war. Ja, dass würde sie wissen wollen, es wäre doch normal etwas auszuprobieren, da wäre nichts schlimmes dabei. “Ist es auch normal, dass ich diesen Apfel verschenkt habe?“ Nein, dass wäre es nicht, vor allem da sie zur Gilde gehören würde.

Samira nahm sie in den Arm und drückte sie. Egal wie sie sich entscheiden würde, sie würde zu ihr stehen, wenn sie es auch nicht unbedingt verstehen würde, aber sie solle sich bald entscheiden, denn das Ungewisse würde sie in ihren Augen nur kaputt machen. Sie trennte sich von ihrer Freundin und ging in Richtung Wald. Die Stimmen in ihrem Kopf versuchte sie nicht zu beachten und doch wurden sie immer lauter.

Ist es wirklich gut, wie du geworden bist?

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BeitragVerfasst: 6.09.02, 10:33 
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Sie war auf dem Marktplatz gewesen als plötzlich Isodora vor ihr stand. Sie freute sich sie zu sehen, aber sie hatte wahrscheinlich wieder keine Zeit. Sie fragte Isodora trotzdem ob sie reden könnten und wie erstaunt war sie als sie sagte, sie hätte Zeit, sie könnten reden. Komisch, wie der Zufall so spielt, kurz vorher hatte sie in der Gilde zu Garimed gesagt, sie würde so gern mit Isodora reden und nun stand sie vor ihr und wollte reden.

Sie gingen zum Teich und setzten sich auf eine Bank. Sie konnte Isodora nicht ansehen als sie anfing zu reden. „Du hast Dich verändert, ich verstehe nicht mehr was Du sagst und tust.“ Sie spürte wie Isodoras Blick auf ihr lag. „Hast Du es denn jemals verstanden?“, fragte sie, oder war es gar keine Frage, war es eine Feststellung? So genau konnte sie es gar nicht sagen. Sie antwortete ihr nur, dass es für sie wichtig wäre ihre Freundin zu verstehen.
Isodora versuchte sie wie immer zu beruhigen, indem sie sagte, sie verstehe ja selbst nicht und sie sei verwirrt. Plötzlich sprach sie von „Ventus“. Von Ventus hatte ihr bisher nur Tronko erzählt, sie wunderte sich so was von Isodora zu hören. Sie erklärte ihr, man würde eben viele Dinge von seinen Freunden übernehmen. Ja, er war Isodoras Freund. Er verstand sie sehr gut, er nahm Isodora auch immer in Schutz, sagte ihr sie müsse Rücksicht nehmen. Aber warum? Wer nahm auf sie Rücksicht?

Als die Sprache wieder auf Zethar kam, wurde sie wieder wütend. Isodora stand auf und wollte gehen, wie immer. Sie sprang auch auf und stellte sich genau vor sie und sah sie an.

Sie hörte Isodora sagen, dass es besser wäre sie verlasse die Gilde. Das sagte sie immer, wenn es zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen kam. Wollte sie ihr Schuldgefühle einreden, sie hätte sie vertrieben weil sie gerne ihre Freundin verstehen wollte?
Isodora versuchte wieder ihr einiges zu erklären. Sie müsse sich entscheiden, sie könne zwei Wege beschreiten und wüsste nicht genau was sie tun sollte.

Isodora tat ihr jetzt leid. Sie nahm sie in den Arm und drückte sie. Sie sagte ihr, sie müsse sich bald entscheiden, denn sonst macht sie sich selbst kaputt. Sie sagte ihr noch, egal wie sie sich entscheidet, sie werde es respektieren., dann ging sie davon.

Sie setzte sich wieder auf die Bank, sah über den Teich und dacht nach.
War Isodora eigentlich je wirklich ihre Freundin gewesen? Tronko hatte auch schon seine Zweifel. Er versuchte ja auch immer sie zu beruhigen, wenn sie über Isodora sprachen aber er hatte ja auch andere Gründe. Sie ist ja auch mehr als eine Freundin für ihn, oder ist sie noch mehr?
Und Zethar. Warum hasste sie Zethar so sehr? Sie konnte es sich nicht erklären.
Isodoras Freundin aus dem Wald kam ständig in die Gilde um sie zu besuchen. Sie war diejenige die Isodora verwirrte, das spürte sie genau.
Merkte eigentlich kein anderer der Gilde was hier geschieht?
Sie seufzte. Vielleicht liegt es ja auch einfach nur daran, dass sie eine Elfe war.

Langsam stand sie auf und ging zum Hospiz.

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Samira Sandelholz-Das Leben einer Elfe auf der Insel Siebenwind


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BeitragVerfasst: 7.09.02, 13:29 
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Kaum machte sie den ersten Schritt aus der Hütte bemerkte sie auch schon die ersten Regentropfen die auf ihre Haut tropfen. "Toll!" dachte sie sich "kaum hast du etwas vor Regnet es, wie immer" ihre gute Laune, sofern man das bei ihr gut nennen kann, war sogleich wieder dahin und sie stapfte mit schnellen schritten durch den wald. Der Regen wurde stärker und stärker, auch der Wind pfiff ihr um die Ohren, mühsam zog sie den mantel eng um sich und näherte sich eilig Schieferbruch. Dort angekommen hämmerte sie wie immer mit dem ende des Stabes an die Türe der Heilergilde, keine reaktion von der anderen Seite der Türe war zu hören. "Lahmes Ding... läßt sich wieder ewig Zeit und macht sich spass daraus mich im Regen stehen zu lassen" Fester und lauter klopfte sie an die Türe bis sie eine Stimme hinter sich hörte "Ich bin nicht drinnen aber wir sollten schnell rein" Isodora stand hinter ihr, fast genauso durchnäßt wie sie selbst.

Schnell gingen beide in das Haus, der Regen perlte von ihrem Mantel in den Teppich des Hauses, was aber niemanden stören sollte also hing sie ihn an einen der Haken. Das Haus selbst war wohl leer, nur sie beide waren dort. Wie so oft wenn sie kam, aber meist trafen nach und nach weitere Heiler ein, die könnten sich damit auch zeit lassen dachte sie sich. Isodora bot ihr Tee an, eine wunderbare Idee, da würde sie sicher nicht nein sagen und ging mit ihr in den kleineren Nebenraum des Hauses, setzte sich dort ans feuer und sah ihr bei der Zubereitung zu. Sollte wohl wieder so ein durchschnitts Tee werden, ohne Richtigen geschmack, aber das kann man ja ändern wie sie fand. Ein kleines Blatt einer jungen nachtschatten plfanze solle da abhilfe verschaffen, so jung das das gift darin so gut wie nicht vorhanden ist, aber den Geschmack, ja - den sollte es kräftig verändern. Eine günstige Gelegenheit abgepasst wand sie sich dem Kessel zu und lies das Blatt hinein fallen, Isodora sah das sie am Kessel war, glaubte ihr dann nach einigen Ausreden das sie nur geschnuppert habe. "Gut, wunderbar... endlich guter Tee" dachte sie sich während das Wasser kochte. Nach einigem hin und her bekam sie Isodora dann doch dazu den Tee zu trinken, die viel mißtrauischer schien als es den anschein hatte.

Grade dabei zu erklären was darin sei, hörte sie ein polterndes Geräusch, als ob jemand die Türe aufriss und hineinstürmte, kurz darauf wurde auch schon die türe des Raumes geöffnet in dem sie beide saßen. Ein Zwerg in einer Blutbefleckten Robe stand vor ihnen, starke Wunden an Bauch und Kopf wies er auf, völlig ausser sich erzählte er er suche Hilfe - die palisaden würden in diesem moment von Untoten überrant werden. Selbst sie hätte ihm geholfen, doch dann sagte er etwas das ihre ansichten änderte, Schattenjäger sollten dort kämpfen, von anderen erzählte er nicht. Schattenjäger... schon der name erinnerte sie an Williams nette drohungen an Hugin, Isodora schien es inzwischen ebenso egal wie ihr was mit diesen Söldnern geschah, sie sprach nur wenig und wenn dann nur das nötigste, war vielmehr mit dem Tee beschäftigt den sie Trank. Aber gut beide rungen sich dazu durch nachzusehen, vieleicht könne man ja doch etwas tun - die Untoten sollten schließlich gleich vor der Stadt stehen.

Geeilt haben beide sich nicht, aber sie gingen den Weg entlang durch Schieferbruch, der Regen schien kein bischen Schwächer geworden zu sein, Schritt für Schritt wurden die Geräusche des Kampfes stärker - Untote, zwar weniger als sie erst dachten, aber es war eine beachtliche Menge, ein umher fliegender dolch bescherte ihr eine schramme am Arm, aber kurz darauf war sie schon verheilt, nachdem sie selbst etwas nachhalf. Viel wo sie hätten helfen können fanden sie nicht, kämpfen wollten beide nicht, wäre es um die Hütte gegangen um "ihren" teil des waldes, hätte das wohl anders ausgesehen, aber dort nicht. Sie beschlossen nach Rohehafen zu gehen, Schutz vor dem Regen zu suchen, vieleicht noch einen Tee zu trinken...


Sie war überrascht von Isodora, hätte ihr niemals zugetraut sich so zu verhalten, nein sie war bis vor kurzem fest davon überzeugt das Isodora eine der ersten wäre die dort hingelaufen wären um zu Heilen.
Sie hatte sich verändert... und sie selbst war davon nicht abgeneigt, ihr gefiel es.


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BeitragVerfasst: 7.09.02, 18:22 
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Es regnete stark und doch war ihre Neugier, ob sie nun endlich eine Antwort bekommen hätte bezüglich des Hauses, welches sie ins Auge gefasst hatte, größerer als das sie bei dem Sturm drinnen geblieben wäre. Es waren ja auch nur ein paar Schritte bis hin zu dem Haus, bei welchem sie eine Nachricht hinterlassen hatte. Sie zog ihren Umhang über die Schultern, der würde wenigstens etwas den Regen abhalten. Schnell huschte sie quer über den Weg und sah auf das Nachrichtenbrett. Noch immer eine keine Antwort, enttäuscht wendete sie sich um und lief zurück. Der Regen war stärker geworden und der Wind trieb ihn ihr direkt entgegen. Sie war nur kurz draußen gewesen und doch war sie schon völlig durchnässt und auch wenn sie Regen sonst mochte und genoss, so konnte sie diesem Sturm nichts abgewinnen. Bloß wieder rein Sie blieb stehen als sie vor der Tür die Frau sah. Jamila Sie wäre nicht drin, aber sie sollten das schnell nachholen und hinein gehen, sagte sie ihr. Flink schloss sie die Tür auf und beide schlüpften hinein. Sie schlug Jamila vor einen Tee zu kochen und machte sich praktisch schon auf den Weg den Kessel zuholen.

Sie hatten es sich im Besprechungszimmer gemütlich gemacht und als sie den Tee in die Kanne goss kam es ihr so vor, als würde er anders riechen als sonst. Hatte sie vorhin nicht Jamila am Kessel gesehen? Sie goss den Tee in die Tassen und beobachte Jamila wie sie davon trank. Nur zögerlich nippte sie selbst daran. Der erste Geschmack war eindeutig wie immer, doch er war bitter im Nachgeschmack. Was sie da rein getan hatte, wollte sie von ihr wissen. “Spinnenseide und Echsenaugen…“ Isodora verschluckte sich. Was sie wirklich hinein getan hätte wollte sie von Jamila wissen. Es wäre das Blatt eines jungen Nachtschatten, sagte diese schließlich. So schlecht war der Tee gar nicht, dachte Isodora bei sich und nahm noch einen Schluck, als der Zwerg plötzlich in der Tür stand. Er war der neue Heiler, aber jetzt sah er so aus als würde er selbst einen Heiler benötigen. Er sprach davon, dass Untote die Palisaden gestürmt hätten und in Isodora regte sich der Drang nachzusehen, doch als er von den Schattenjägern sprach, lehnte sie sich wieder zurück. Schattenjäger…. Die sollten ihr gestohlen bleiben. Auf Isodoras Angebot ihn zu verbinden, stürmte er hinaus, über Untote und Ritter murmelnd. Einen Moment lang blickte sie ihm nach und gab sich dann wieder ihrem Tee hin.

Er kam zurück und Leomar, der zwischenzeitlich auch in dem kleinen Zimmer stand verfrachtete ihn ins Behandlungszimmer. Isodora sah zu Jamila. “Wir sollten nachsehen gehen, ob wir etwas tun können.“ Jamila lies sich dazu überreden und so verließen sie, nachdem Isodora Leomar bescheid gesagt hatte, gemeinsam die Gilde. Untote und Wasserleichen, lebend und tot standen und lagen entlang des Weges. Nein, dass hier war nichts für sie. Sie waren Hexen und keine Kämpfer. Wäre es um das Stück Wald gegangen in dem sie zu Hause waren, wäre es wohl noch anders gewesen, aber so wollten beide ihr Leben nicht unnötig riskieren. Es waren ja auch genug Kämpfer da die sich um diese Kreaturen kümmerten. Ihr Weg führte die Beiden Richtung Rohehafen. Isodora hatte resigniert, sie konnte dort nicht helfen, also könnte sie sich auch einen Tee gönnen, schließlich hatte sie ihren in der Gilde zurückgelassen. Keine der Tavernen war auf. Sollten sie vielleicht doch nach Schieferbruch zurück? Jamila überließ ihr die Entscheidung und folgte ihr dann, als sie sich für den Rückweg entschied.

Als sie vor der Gilde standen wusste Isodora plötzlich nicht mehr, ob sie wirklich das Richtige getan hatte. Hätte sie nicht lieber in der Gilde bleiben sollen und sich um Verletze kümmern sollen? Sie hätte nicht einfach gehen dürfen, dass wurde ihr jetzt klar und so schickte sie Jamila fort um zu sehen, ob es für sie noch etwas zu tun gab.

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Zuletzt geändert von Isodora: 7.09.02, 18:31, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 8.09.02, 12:30 
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Sie war etwas zeitiger hinunter gegangen, um pünktlich zur Gildensitzung zu kommen. Leomar war schon da. Er sah ernst aus und wollte mit ihr reden. Es ging um Isodora. Er war ärgerlich auf sie und erzählte, dass Isodora am Vortag gemütlich mit ihrer Freundin aus dem Wald im Besprechungsraum am Kamin saß und Tee tranken als der neue Heilerschüler, ein Zwerg, verletzt und völlig blutverschmiert hereintrat. Er berichtete von der Lage bei Finsterwangen. Keine der beiden nahm vom Zustand des Zwerges Notiz, sie plauderten weiter, jetzt über die Untoten von Finsterwangen. Plötzlich gingen sie einfach los.

Leomar war zu recht ärgerlich auf Isodora. Er werde sie von ihren Aufgaben im Gildenrat entbinden, sagte er. Er fragte sie nach ihrer Meinung und ob sie mehr wüsste. Sie wusste mehr, konnte ihm aber nicht alles erzählen. So erzählte sie ihm nur, dass Isodora im Moment sehr verwirrt sei, dass sie sich entscheiden müsse aber die Wahl immer wieder hinauszögern würde. Sie sagte ihm, sie wolle sie heute auf der Sitzung nach ihrer Entscheidung fragen, denn so wie es war, konnte es nicht weiter gehen.

Sie warteten im Besprechungsraum, bis auf Tiom war niemand gekommen. Sie redeten über die Tagesordnungspunkte und waren schon beim letzten angekommen, als Isodora, eine Entschuldigung murmelnd, hereingestürmt kam.
Die Freundinnen saßen genau neben einander. Sie sah Isodora von der Seite an und fragte sie direkt und ohne Umschweife wie sie sich entschieden hätte.
Diese Frage hätte sie zu diesem Zeitpunkt wohl nicht erwartet. Sie war wütend sprang auf und sagte sie lasse sich nicht drängen und es wäre besser sie gehe jetzt, dann ist es entschieden. Sie rannte nach oben und packte ihre Sachen, gab den Schlüssel ab und ging.

So hatte sie es nicht gewollt. Sie machte sich Vorwürfe. Sie hatte es wohl zu direkt gefragt. Hatte sie sie wirklich gedrängt jetzt eine Entscheidung zu treffen? Ja, sie hatte. Sie war wohl in ihren Gefühlen viel zu aufgewühlt, viel zu gespalten. Aber die Gilde litt seit einiger Zeit darunter oder litt sie nur darunter, dass sie für sie keine Zeit mehr hatte? Oder hatte sie sich schon lange entschieden und wartete nur auf so einen Zeitpunkt um ihr Schuldgefühle zu machen, sie hätte sie vertrieben? Sie hatte ihr doch aber auch schon gesagt, egal wie ihre Entscheidung ausfällt, sie wird sie respektieren. Isodora vertraute ihr nicht. Vertraute ihr überhaupt jemand? Tudor ging damals ganz plötzlich nach Buckelhausen, ohne vorher etwas zu sagen, Zethar ging ohne ein Wort zu ihr irgendwohin und meldete sich nicht einmal, liegt es etwa doch an sie, weil sie eine Elfe ist. Ihr fiel die Frau auf dem Marktplatz wieder ein, die sie angerempelt hatte und zu ihr sagte: Ihr Elfen raus aus den Menschenstädten. Ihre Zweifel werden immer größer.
Sie saß noch lange im Besprechungsraum und dachte über die Geschehnisse nach. Sie musste jetzt etwas tun.

Sie ging nach oben und zog sich um. Sie wusste genau wo das Haus im Wald war. Der Weg war weit und gefährlich aber das störte sie nicht. Sie sah sich um aber es war niemand da. Sie ging wieder zurück. Sie ging zum Marktplatz in Rohehafen, suchte sie. Rannte durch die Stadt. Bis sie sie fand. Sie war immer noch wütend. Sie wolle nicht mit ihr reden, sagte sie, heute jedenfalls nicht. Sie sah ihr traurig hinterher, als sie die Straße hinunterlief.
Ihr Entschluss stand fest. Sie musste mit Isodoras Freundin aus dem Wald reden. Sie ging wieder zu diesem Haus, setzte sich unter einen Baum nahe dem Eingang und wartete. Beobachtete den Eingang und wartete. Sie erschrak als sie plötzlich da stand, wie aus dem Nichts. Sie ging zu ihr, sagte sie müsse mit ihr über Isodora reden, sie solle sie in Ruhe lassen, sie hätte einen bösen Einfluss auf sie, sie überhäufte sie mit Vorwürfen. Sie war viel zu aufgeregt sich vorher zu überlegen was sie dieser Frau sagen wollte. Jetzt stand sie vor ihr und redete und redete. Die Frau, sie heißt Jamila, hörte nur zu, warf ab und zu eine Äußerung ein blieb aber sehr ruhig. Als Jamila ihr sagte, es sei Isodoras Entscheidung und wenn sie fragt wird sie sie nicht abweisen, merkte sie, dass dieses Gespräch sinnlos war.

Traurig ging sie im Dunkeln durch den Wald zurück nach Schieferbruch. Sie legte sich ins Bett sah auf das gegenüberstehende leere Bett und weinte sich in den Schlaf.

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Samira Sandelholz-Das Leben einer Elfe auf der Insel Siebenwind


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BeitragVerfasst: 8.09.02, 13:28 
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Mit den Gedanken noch ganz woanders kam sie aus der Höhle geschlendert, ging gemächlich auf die Hütte zu bis ihr jemand ins Augen viel: blaues Kleid, blondes Haar, spitze Ohren... sie wußte es war keine Fremde, nein sie kannte sie, zwar nur den vornamen und nur vom sehen, aber selbst wenn die Elfe keinerlei Worte gesprochen hätte, hätte sie gewußt was ihr Anliegen war. Und tatsächlich Samira wollte mit ihr über Isodora sprechen, sie wollte sie zurück haben wie sie sagte.

...zurück haben? hatte sie jemandem etwas weggenommen?

Wüst bekam sie vorwürfe an den Kopf geschleudert, wirklich durchdacht klang das ganze nicht, eher verzweifelt, vieleicht amysierte sie das ganze ein wenig, wie sie da vor ihr stand, wie sie verzweifelt versuchte ihr etwas einzureden das ohnehin sinnlos war.


Euer Verhalten ist nicht rechtschaffen...
Ihr sollte Aufhören sie zu beeinflussen...
Sie war so ein guter Mensch bevor ihr kamt...
Vieleicht reicht schon eure Anwesenheit um sie zu beeinflussen...

Redet mit ihr... helft ihr auf den alten Weg zuzufinden...


Ein wenig zu denken gab es ihr schon, aber was tat sie denn? Sie beantwortete Fragen, sagte ihre Meinung, gab hier und da einen Rat. Sollte das Schlimm sein?
Bei jedem anderen der ihr soetwas an den Kopf geworfen hätte, hätte sie sich wohl nicht beherschen können, demjenigen eine Lektion erteilt, aber Samira, nein bei ihr nicht. Lag es an Isodora; etwa daran das die Elfe ihrer Freundin so teuer war? Sie wußte nicht warum.

Nachdem Samira ging, meinte das ganze sei Sinnlos, schaute sie noch eine ganze weile in diese Richtung nach. Sie wollte mit Isodora reden, vieleicht nicht so wie die Elfe es gern hätte, aber das war ihr wie sovieles egal.
Doch eines wußte sie genau, es war nicht das letzte mal das sie sich begegnet waren und das die Elfe sich noch lange nicht geschlagen geben würde, nicht so schnell.

hatte Samira ueberhaupt eine chance? Sie selbst hatte viele Vorteile... trotzdem klammerte sich Samira an den letzten fetzen Hoffnung den sie hatte, etwa doch nicht umsonst?


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BeitragVerfasst: 8.09.02, 15:46 
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Sie polterte durch die Eingangstür. Tropfnass und die Haare wirr im Gesicht hängend schritt sie schnell zum Besprechungszimmer und öffnete die Tür. Nur drei der Heiler saßen dort, wie hätte es auch anders sein sollen, waren jemals schon mehr zu den Gildensitzungen gekommen? Sie war auf jeden Fall zu spät, hatte bei ihrem Spaziergang durch den Wald völlig die Zeit aus den Augen verloren. Leomar sah sie an und hieß ihr, sich zu erst umzuziehen.

Was für ein Blödsinn, sowieso schon viel zu spät sein und sich dann auch noch umziehen müssen, damit es noch später wurde.

Sie ging hinauf tauschte schnell die Kleider, band sich das nasse Haar zusammen und ging zurück. Sie setzte sich neben Samira wie sie es schon so oft zuvor getan hatte. Ihre Nähe tat ihr gut, auch wenn sie noch immer den Gedanken an Zethar und sie nicht ganz verdrängen konnte. Gerade als sie herein kam, sprachen die anderen über den letzten Punkt der Tagesordnung und nach dem dieser abgehandelt war sah Leomar zu ihr und Samira. Ob sie wolle oder ob er sollte, fragte er Samira. Ein ungutes Gefühl stieg in Isodora auf. Was hatte das alles wohl zu bedeuten? Samira drehte sich zu ihr und machte viele Worte, welche alle nur darauf aus waren, zu erfahren, wie Isodora sich entschieden hatte. Sie starrte Samira an, fühlte sich plötzlich in eine Ecke gedrängt und wusste im Augenblick nicht wie sie darauf reagieren sollte. “Wenn du mich zu einer Entscheidung drängst, so werde ich jetzt gehen.“ sagte sie im ruhigen Ton und stand noch bei ihren Worten auf.

Sie ging die Treppe hinauf zu ihrem Zimmer und packte rasch die paar Sachen zusammen, welche sie ihr Eigen nennen konnte. Ein letztes Mal sah sie sich in dem kleinen Zimmer um und Schwermut überkam sie. Sie war so lange dort gewesen, hatte so viele Dinge erlebt und nun sollte dies alles vorbei sein. Die altbekannte Wut stieg langsam wieder in ihr auf und als sie zum letzten Mal die Treppe hinunter ging, verfluchte sie Leomar innerlich. Warum nur musste er eine Entscheidung fordern? Als sie unten bei den Betten ankam stand Samira vor der Tür und wollte sie nicht hinaus lassen. Sie redete auf sie ein, dass sie nicht gehen solle, dass sie auf dem rechten Pfad bleiben solle. Was glaubte Samira eigentlich wen sie vor sich hatte. Sie war eine Hexe, besaß Stolz und den ließ sie von niemandem mit den Füßen treten, schon gar nicht von ein paar Heilern. Ruhig sprach sie mit Samira, betonte jedoch auffällig ihre Worte, vor allem, als sie sie aufforderte sie hinaus zu lassen. Irgendwann schien Samira aufzugeben und trat von der Tür weg, durch welche Isodora hindurch rauschte. Sie warf Leomar auf dem Weg hinaus den Schlüssel zu, rief die Tiere die ihr folgten zu sich und verließ die Gilde mit Wut im Herzen. Es begann zu regnen und jeder Schritt, der sie weiter von der Gilde davon trug wurde schwerer. Nach einiger Zeit vermischten sich Tränen mit den Regentropfen auf ihren Wangen.

Nachdem sie sich wieder gefasst hatte, schritt sie, das Packpferd bei sich führend, nach Rohehafen und suchte Erudin. Wen sie allerdings fand war Samira. Sie hatte sie anscheinend gesucht, wollte mit ihr reden, doch Isodora schickte sie fort. Jedes Mal wenn sie sich umdrehte, sah sie Samira noch immer hinter sich, sie folgte ihr wohin sie auch ging. Sie drehte sich zu ihr. Schrie sie fast schon an, sagte, sie wolle nicht reden, zumindest nicht heute, es wäre besser für sie. Dann würde sie zur Hütte gehen, entgegnete ihr Samira. Sie solle tun, was sie für nötig hielte, doch solle sie sie endlich in Ruhe lassen, brach es aus Isodora hervor. Samira ging.

Isodora ging zu dem kleinen Teich und setzte sich auf eine Bank. Sie hoffte, dass Samira Jamila nicht antraf, denn sie hatte Angst um sie und doch war sie nicht in der Lage gewesen, sie zurück zuhalten. Wieder liefen ihr Tränen über die Wangen und wieder wusste sie nicht weiter. Sie würde wohl zum Haus gehen, sich eine Weile lang zurückziehen. Vielleicht kam ja alles wieder in Ordnung.

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BeitragVerfasst: 9.09.02, 11:56 
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Ziellos irrte sie durch den Wald und hatte keine Ahnung wohin sie eigentlich wollte. Vielleicht wollte sie einfach nur weg von allem, Ruhe finden, die sie dringend benötigte. Wehala jedoch schien mit ihr andere Pläne zu haben, da er freien Lauf hatte lief er mit ihr auf dem Rücken schnurstracks in Richtung Rohehafen und kam dann neben der jungen Elfe zum Stehen. Aus ihren Gedanken gerissen, bemerkte Isodora erst jetzt, dass sie mitten in der Stadt war und das neben ihr Samira stand und zu ihr aufsah. Dummes Pferd, schoss es ihr durch den Kopf. Eine Zeitlang blickte sie Samira einfach nur an, dachte darüber nach wie einsam sie sich ohne sie fühlte und doch kamen ihr die Worte, die sie eigentlich sagen wollte nicht über die Lippen.

Sie müsse wieder fort zu einem Treffen und hätte keine Zeit zu reden. Samira sagte nichts mehr, nickte nur leicht und sah ihr hinterher als sie ohne weiteres Wort wieder in Richtung Wald davon ritt. “Warum hast du mich nach Rohehafen gebracht und warum musstest du gerade neben ihr zum Stehen kommen?“ Wehala drehte den Kopf etwas zu ihr um und sah sie aus seinen ruhigen, dunklen Augen an als wolle er ihr sagen, dass genau das dass Beste für sie wäre. Sie trieb ihn erneut an und mahnte ihn zur Eile, es war schon spät und sie wollte vor Einbruch der Dunkelheit am Haus sein. Als sie am Haus ankam, waren bereits Jamila, Nalia und Jariel dort. Irgendwie ging das Gespräch an ihr vorbei und das obwohl sie sogar antwortete. Sie war noch immer in Gedanken bei Samira und konnte sich einfach nicht davon losreißen.

Die Tür schwang auf und ein kleines Mädchen stand in der Tür vielleicht 9 oder 10 Jahre alt. Isodora betrachtete sich die Kleine genauer. “Bist du nicht die Kleine von Garath?“ Unter Gebrummel sagte sie, dass wenn wir das so nennen wollten, dann ja. Süß war die Kleine und zum ersten Mal seit sie das Haus betreten hatte, dachte Isodora nicht mehr über Samira und die Gilde nach. Sie erzählte den anderen sogar, dass sie bald heiraten würde und es sie freuen würde, wenn sie dabei wären. Nalia und Jariel waren überrascht, stellten ihre Dutzende von Fragen, wer er währe, was er machen würde, etc. Sie erzählte dass Garimed in der Gilde tätig wäre und wieder überkam sie diese seltsame Traurigkeit. “Bist du auch noch in der Gilde?“ Jariels Frage traf sie tief im Herzen, sie sah auf den Tisch und tat so als ob sie ihn nicht gehört hätte. “Bist du immer noch in der Gilde?“ erneut fragte er sie und wiederum antwortete sie nicht. Sie wollte nicht über die Gilde reden, wollte nicht erzählen, dass sie sie gestern verlassen hatte. Jariel stand auf und ging hinaus, offensichtlich nicht gutheißend, dass sie nichts sagte.

Einige Zeit später erzählte sie dennoch und eigentlich gegen ihren Willen, dass sie gegangen wäre, nur erzählte sie es nicht bis ins Detail. Rila, Garaths Kleine, saß gelangweilt auf ihrem Stuhl, offensichtlich war das Gespräch der Erwachsenen nichts für sie, sie wollte lieber selbst erzählen, vielleicht sogar spielen. Isodora bat sie doch etwas von sich zu erzählen und so erzählte Rila von ihren Freunden, welche, so stand sofort für die drei Hexen fest, eindeutig keine Freunde waren. Halsabschneider, Gauner, waren es und sie verboten ihr noch mal mit ihnen zu spielen. Rila murrte, doch versprach ihnen dann sich von ihnen fern zu halten. “Wenn du spielen willst, dann spiel mit uns. Jamila zum Beispiel spielt sehr gerne.“ es war Isodora einfach so herausgerutscht und nun musste sie über ihre eigenen Worte schmunzeln. Jamila war alles andere als erfreut über diese Worte und tat dies auch gleich kund. Rila allerdings fand das gar nicht lustig, dass man sie auf den Arm genommen hatte, doch Isodora beschwichtigte sie, sagte ihr, dass wenn sie wollte, sie mit ihr spielen würde. Fangen wollte sie spielen.

Lustig wurde Fangen erst, wenn man es zu mehreren spielte und so stubste sie Nalia an und forderte sie auf mitzuspielen. Sie wollte nicht. Da Isodora das unmöglich zulassen konnte, schob sie Nalia langsam von ihrem Stuhl bis diese auf dem Boden gelandet war. “Wenn du jetzt schon stehst, kannst du auch mitspielen.“ Nalia lachte und tatsächlich spielte sie mit. Fröhliches Lachen drang durch das Haus und nachdem Nalia die beiden ein paar Runden um den Tisch gejagt hatte, tippte sie Jamila an. “Du bist.“ Jamila wollte nicht, unter keinen Umständen, weigerte sich standhaft. Sie stand auf und stellte sich an die Wand. Flink war sie von den drei anderen umkreist. Wenn sie nicht mitspielen würde, so müssten sie ihr Zöpfe flechten. Das würden sie nicht wagen, grummelte Jamila, aber es gab kein zurück mehr. Und schneller als ihr lieb war hatten sie ihre Haare in zwei Zöpfe verwandelt. Es war einfach zu komisch, vor allem das Gesicht welches sie dabei zog. Eingeschnappt war sie danach, doch hatte sich Isodora und auch Nalia das gleich denken können.

Jamila setzte sich etwas abseits auf die Bank, auf die ihr Isodora nach einiger Zeit und einigen fehlgeschlagenen Aufheiterungsversuchen folgte. Wieder sprachen sie von Samira, und sie erfuhr, dass sie da gewesen war um mit Jamila zu sprechen. Sie hatte es also tatsächlich getan. Wieder versankt Isodora in Trübsinn, oder war es Selbstmitleid? Rila und Nalia waren bereits gegangen, als Jamila erneut das Thema wechselte und wieder auf Isodoras Hochzeit zu sprechen kam. “ Willst du meine Trauzeugin sein?“ fragte Isodora sie unvermittelt. Jamila war sprachlos und erst nach einiger Zeit sagte sie ihr, dass sie es gern tun würde und dass es viel für sie bedeuten würde. Isodora freute sich über ihre Antwort, jetzt blieb nur noch die Frage nach dem passenden Ort. Sie wüsste einen schönen Ort, wo sie die Zeremonie abhalten könnte. Wenn sie wollte würde sie ihn ihr zeigen, erwiderte Jamila. Isodora wollte und so gingen sie hinaus und erreichten nach einiger Zeit den Baum des Avatars. Es war ein schöner und ruhiger Ort hier, vielleicht sollte sie tatsächlich ihre Hochzeit hier feiern.

Sie hatte plötzlich das Bedürfnis allein zu sein und in Ruhe über alles nachzudenken und Jamila respektierte ihren Wunsch und ließ sie dort allein. Isodora setzte sich vor den Baum und sah zu seiner Krone auf. Eigentlich hatte sie Samira fragen wollen, ob sie ihre Trauzeugin werden wollte, doch war sie noch immer im Zwiespalt was sie anging. Sollte sie sie überhaupt noch einladen? Sie war ihre Freundin und sie vermisste sie und doch hielt Samira zu Zethar, sie war schuld, dass sie ihre Sachen gepackt hatte und gegangen war, oder war sie selbst schuld an alle dem? Konnte Samira überhaupt etwas dafür? Tausend Gedanken gingen ihr durch den Kopf und keiner passte zum anderen. Es war schon sehr spät als sie endlich einschlief, draußen auf der Wiese, vor dem Baum des Avatars.

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BeitragVerfasst: 9.09.02, 16:41 
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Langsam löste sie die beiden Zöpfe, die man ihr freundlicher weise geflochten hatte wieder. Dabei murmelte sie etwas, war sich selbst unklar was es war, aber freundlich gesonnen war es jedenfalls nicht. Die anderen 3 saßen am Tisch und lachten, besonders Rila hatte ihre Langeweile verloren, aber das war ihr egal - vorallem Nalia sollte noch merken das es das letztemal war das sie soetwas durchgehen lies.

Isodora kam schließlich zu ihr, wollte sie zu den anderen hohlen, wozu sie aber keinerlei Ansporn hatte, also blieb sie stur dort sitzen und auf sich einreden ohne wirklich zuzuhören. Isodora stand auf, hatte es scheinbar aufgegeben, setzte sich dann wieder. Wirkte dann wieder so bedrückt wie am anfang des Treffens und erklärte ihr das sie zur Gilde gehen wollte, nach hause gehen wollte. Hin und her ging das Gespräch und sie versuchte ihr klarzumachen das die Welt nicht unterginge nur weil man ein Haus verlassen hatte. Sie zog vergleiche mit Isodoras aufbruch vom Festland herran, brachte hier und da einen beschwichtigenden Satz und versuchte sie ein wenig aufzumuntern.

Wieder kamen sie auf die Hochzeit zu sprechen, sprachen über Gäste, geeignete Orte und andere Dinge. Doch dann geschah etwas womit sie niemals gerechnet hätte: "Jamila.... Willst du meine Trauzeugin werden?" wurde sie von Isodora gefragt.

Trauzeugin.... sie?

Eine ganze Weile hallte der satz durch ihre Gedanken, begann sie stutzig zu machen und doch freute sie sich sehr darüber, lange war es her das sie sich so gefühlt hatte. Dankbar nahm sie an, "Es würde mir viel bedeuten..." erklärte sie Isodora der es, wie sie sagte, ebensoviel bedeuten würde.

Eins wußte sie genau würde Samira das hören, würde sie wiederherkommen, ihr wieder Vorwürfe machen, ihr Dinge an den Kopf werfen - würde sie sich diesmal wieder so stark zurückhalten können?

Sie führte Isodora zum Baum des Avatars, erklärte ihr was es sich mit diesem prächtigen Baum aufsich hat und sie sah das der Ort Isodora zu gefallen schien, sie wollte noch bleiben, noch nachdenken und bat sie um ein wenig Ruhe in diesem Moment.
Langsam schlenderte sie zur Hütte zurück, immernoch schossen ihr Isodoras durch den Kopf.

Konnte eine Einzige Frage soviel in ihr Bewegen?


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BeitragVerfasst: 11.09.02, 19:03 
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Sie trafen sich zu Dritt am Haus, redeten noch ein paar Worte miteinander und gingen dann gemeinsam in die verstecke Höhle um den Fluch den sie vorbereitet hatten zu sprechen. Er sollte dafür büßen, was er Hugin angetan hatte. Sie würden schon dafür sogen, dass er es bereute. Sie zogen die Roben über und stellten sich um das Pentagramm herum auf. Jamila zogen den Schutzkreis um sie und begann das Ritual zu sprechen, in welches die beiden anderen einstimmten. Die Anrufung der Mutter und dann der Fluch. Hugin hielt eine Puppe in den Händen, umwickelt mit Stoff und oben auf dem Kopf hatte er ein wenig Haar befestigt. Nachdem der letzte Satz des Fluches gesprochen worden war, schnitt er der Puppe das Haar ab. Das Ritual neigte sich dem Ende zu und Jamila durchtrennte den Schutzkreis.

Das war es mit seiner Haarpracht

Isodora stand mit gemischten Gefühlen da. Sie sah auf das Pentagramm und konnten Hugins Blick auf sich spüren. Er sprach mit ihr, wollte wissen, ob alles in Ordnung wäre. Sie sagte ja und irgendwie stimmte das ja auch und doch....
Sie trennten sich, Jamila und Isodora gingen zurück ins Haus und Huging ging wieder seiner Wege.

Man sprach über dies und jenes und irgendwann tauchten Nalia und Jariel nach einander auf. Sie sprachen nun wieder über den Fluch, die Ausbildung und Jariel triezte Nalia wo er nur konnte. Isodora schreckte aus ihren Gedanken auf als Jamila plötzlich und für sie unvermutet aufstand und ging. Sie konnte sich keinen Reim darauf machen, warum sie ging, denn sie hatte nicht wirklich dem Gespräch zu gehört, war viel zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt gewesen. Sie sah ihr nach und blickte dann die Beiden anderen etwas ratlos an. Sie stand praktisch neben sich und war froh, dass sie nicht viel zu der Unterhaltung beisteuern musste, was sie leider schlagartig änderte, als sich auch noch Nalia auf den Weg machte, sie hatte wohl genug von Jariels Stichelein.

Nun war sie mit Jariel allein und Isodora kam nicht mehr drum herum ihm zu
erzählen, was in der Gilde vorgefallen war. Schweren Herzens erzählte sie ihm, wie sie vor die Wahl gestellt worden war und wie sie das Einzige getan
hatte, was ihr noch geblieben war, wie sie die Gilde verlassen hatte. Es war komisch mit Jariel über diese Dinge zu sprechen, denn eigentlich kannte sie ihn kaum und doch tat es ihr gut. Sie sprachen wieder über ihre Hochzeit und kamen von dort auf Jamila zu sprechen. “Bin ich.... werde ich wie Jamila?“ Er könne es nicht beurteilen, da er sie dafür einfach nicht gut genug kennen würde, aber jeder sollte nur so sein, wie er es selbst wolle und nicht wie andere es von ihm erwarteten.

Wie andere es erwarten würden. Erwartete Jamila, dass Isodora so wurde
wie sie? Erwartete Samira, dass sie so wurde wie sie? Hatte sie wirklich einen freien Willen was diese Angelegenheit anbelangte?


Sie unterhielten sich noch immer über alles Mögliche, als die Tür aufschwang und Hugin hereinkam. Er setzte sich neben sie und beteiligte sich an ihrem Gespräch. Jariel würde Hugin immer ähnlicher werden, sagte Isodora, sogar brummen könnte er schon so gut wie er. Schlagartig wurde sie wieder ruhig. Hugin hatte sie noch nie angebrummelt. Warum eigentlich? Sie beschloss sich keine Gedanken mehr darüber zu machen, es hatte ja sowieso keinen Zweck. Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als Jariel aufstand und hinaus wollte. Hugin öffnete ihm und er verschwand hinaus in die Nacht. Nun waren die Beiden wieder einmal allein und wieder sprach er sie an, ob alles in Ordnung wäre. Sie wollte noch immer nicht reden. Warum auch, er sagte ihr ja auch nicht was er hatte. Der Gedanke an den Abend vor Schieferbruch ging ihr durch den Kopf und sie überlegte, ob sie ihn nun fragen sollte oder nicht. Abrupt drehte sie sich zu ihm, öffnete ihren Mund, holte tief Luft, entschloss sich dagegen und drehte sich schnell wieder weg. Frauen wären seltsam, kommentierte er ihr Verhalten. Das würde gerade der Richtige sagen.

War es wirklich nur das?

Dann hätte er am Vortag etwas verpasst, sagte sie und erzählte ihm vom Fangen und den Zöpfen die Rila, Nalia und sie Jamila geflochten hatten und sie erzählte von den lustigen Bemerkungen die Nalia vorhin zu William und seinen Haaren gemacht hatte, da hätte sie auch gelacht. Er schlug ihr plötzlich vor am nächsten Tag mit ihr einen zu heben. Mit Hugin einen trinken, sollte sie das wirklich tun? Nach kurzer Überlegung willigte sie ein. Es war also beschlossene Sache. Er blickte sie einen Moment lang an und fragte dann unvermittelt, ob sie nicht jetzt Zeit hätte.

Sie hätte Zeit, warum er das wissen wolle. Er hätte letztens noch eine Flasche Wein gesehen, die könnte er holen. Warum eigentlich nicht. Er solle dann aber wenigstens noch etwas zu essen mitbringen, weil sie noch nicht viel gegessen hätte. Er verschwand kurz in Richtung Höhle und kam mit Wein und ein paar Würstchen wieder zurück. Er nahm zwei Becher, stellte sie vor sich auf den Tisch und füllte sie. Sie nahm einen der Becher und nippte daran. Der wein hinterließ in ihr ein wohliges Wärmegefühl und so nahm sie noch einen Schluck.

Er wäre schon immer anders zu ihr gewesen, brachte sie plötzlich hervor. Ob ihm bewusst wäre, dass er sie noch nie angebrummelt hätte. Er hätte sie getriezt, aber niemals angebrummelt. Er würde das nachholen, wenn es ihr wieder besser gehen würde, versprach er ihr. Und dann überwand sie sich doch noch. “Warum bist du eigentlich so nett zu mir?“ Weil sie traurig wäre, er würde sie lieber lachen sehen. Wieder frage sie sich warum das so war.

Er solle doch einmal was von sich erzählen bat sie ihn und wieder ihrer Erwartung, begann er tatsächlich zu erzählen. Es war für Hugins Verhältnisse sehr viel, was er ihr erzählte und es stimmte Isodora fröhlicher.

Der erste Becher war leer. Sie hatte sogar schneller getrunken als er, fast schon erstaunt darüber, groß er ihr nach.

Der Wein tat bei ihr bereits seine Wirkung, ihre Wangen färbten sich rot und das Sprechen viel leichter. Sie wäre jetzt dran zu erzählen warum sie hier war und was sie so auf Siebenwind getan hätte. Sie erzählte ihm von ihrem Vater und wie sie ihn gesucht hatte, erzählte von Tudor und von der Gilde.

Sie hatte den zweiten Becher geleert und wieder schenkte er nach.

“Du trinkst meinen Becher immer leer, ich trink nicht so schnell und so viel.“ Ihr Blick war in den Becher gerichtet den er ihr gerade wieder auffüllte. Er hätte seinen eigenen Becher und würde so etwas nicht tun. “Weißt du eigentlich, dass ich erst ein Mal… nein zwei Mal ein Glas Wein getrunken hab?“ Er sah sie ungläubig an und betrachtete dann den Becher in ihrer Hand, welcher schon wieder halb leer war. “Und dann trinkst du den Wein als wäre er Wasser?“ Wieder stellte sie die Theorie auf, dass er in Wirklichkeit ihren Wein trinken würde. Es hatte den Anschein, als würde er sich über sie amüsieren , obwohl auch er nicht von der Wirkung des Weines verschont geblieben war.

Ein weiterer Schluck und sie hatte den dritten Becher geleert und bekam erneut nachgeschenkt.

“Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll.“ sagte sie unvermittelt. Alles würde sie noch verwirren und seit dem sie aus der Gilde wäre, hätte sie nichts mehr mit dem sie sich beschäftigten könnte, hätte einfach kein Ziel mehr vor Augen. “Das ist es also.“ Ja, das war es wohl wirklich was sie bedrückte, sie wusste einfach nichts mit sich anzufangen. Er hätte auch schon lange kein wirkliches Ziel mehr, er würde jetzt einfach nur noch so leben, wie er es für richtig hielt, denn das würde der Mutter gefallen. “Samira versteht mich nicht, dass macht mich traurig. Versteht du mich wenigstens?.“ Er schüttelte den Kopf, das würde er nicht. Sie hätte so viel Pech mit Männern gehabt, begann sie zu erklären. “Pech?“ Entweder hätten sie sie nicht gewollt, oder sie hätte sie loswerden wollen, erwiderte sie und deutete kurz auf die Puppe. Ob er es jetzt verstehen würde. Ja, jetzt würde er sie ein bisschen mehr verstehen, sagte er und sie küsste ihn zum Dank auf die Wange. Einen Momentlang schien er inne zu halten, sah sie seltsam von der Seite her an, doch sie bemerkte es nicht und plapperte weiter.

Keiner würde sie wollen. “Das glaubst du doch wohl selbst nicht.“ Sie würden alle immer nur das eine wollen, er wüsste schon was und so wäre sie einfach nicht. Ob sie wirklich nicht so wäre. Isodora schüttelte energisch den Kopf. “Ich will doch nur glücklich sein, einfach so.“ Was sie unter glücklich verstehen würde. “Einfach glücklich eben.“ Wie konnte er überhaupt nur so was fragen, ging es ihr durch den Kopf und sah ihn verständnislos an. Ob er glücklich wäre, wollte sie wissen. Er wäre es nicht wirklich.

Sie überlegte einen Moment lang und sah ihn dabei an, als würde sie an einem sehr schwierigen Problem arbeiten. “Wenn ich dich jetzt küssen würde, wärst du dann glücklich?“ fragte sie ihn mit nicht mehr ganz so klaren Worten. Er dachte angestrengt darüber nach. “Das wäre vielleicht eine Möglichkeit.“ Sie nickte knapp, nahm seinen Kopf etwas umständlich zwischen ihre Hände und drückte ihm einen Schmatzer auf. Abwartend sah sie ihn an. Er wäre noch immer nicht glücklich. Wieder überdachte sie das Problem und wollte es noch einmal versuchen. Sie winkte ihn mit dem Zeigefinger etwas näher und drückte erneut ihre Lippen auf die seinen, dieses Mal etwas länger und weicher als zuvor. Wieder war das Ergebnis des Experimentes nicht zufrieden stellend. Er solle sie küssen, vielleicht würde es ja dann klappen. Es wäre zumindest einen Versuch wert. Langsam kam er mit dem Kopf näher und presste dann seine Lippen sanft auf die ihren. Der Kuss war anders als die zwei davor, er war ehrlicher, intensiver und inniger. Als er sich von ihren Lippen löste, saß sie einfach nur da und sah ihn an, nicht fähig auch nur ein einziges Wort über die Lippen zu bringen. Jetzt wäre er glücklich.

War es die ganze Zeit über das gewesen? Hatte er sie absichtlich betrunken gemacht? War es einfach nur so geschehen?

Noch immer sah sie ihn an. Er würde jetzt besser gehen, sagte er und stand auf, wankte um den Tisch herum und steckte die Puppe ein. Er stellte sich hinter ihren Stuhl, legte die Hände auf ihre Schultern und stich sanft über ihre Wange. “Schlaf gut Isodora.“ Auch sie wünschte ihm eine gute Nacht und schon war er verschwunden, hatte sie mit ihren Gedanken und Gefühlen allein gelassen. Sie ging in Richtung der Bank auf welche sie sich sinken ließ.

Was war nur geschehen?

Der Wein war trotz ihrer Aufgewühltheit stärker und so schlief sie bald tief und fest auf der Bank ein.

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Zuletzt geändert von Isodora: 11.09.02, 19:05, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 12.09.02, 01:48 
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Der Kater den sie nach dem Aufwachen hatte, war einer von der Sorte, die einem laut und dröhnend sagte, dass man nie wieder Alkohol trinken sollte. Ihr Kopf drohte zu zerplatzen und ihre Zunge klebte unangenehm am Gaumen fest. Was hatte sie sich nur dabei gedacht so viel zu trinken. War es eigentlich wirklich so viel gewesen? Sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wenig, zumindest für ihre Verhältnisse, konnte es jedoch nicht gewesen sein. Ihr war nach Ruhe und einem Bett in welchem sie sich die Decke über den Kopf ziehen und alles vergessen konnte.

Irgendetwas wichtiges habe ich vergessen.

Schreie und Schluchzen drangen an ihr Ohr. Es klang nach Rila. Sie sprang von der Bank auf und im ersten Moment dachte sie, dass Erudin ihr einen Schlag mit dem Schmiedehammer über den Kopf gegeben hätte. Wieder hörte sie Rila. Keine Zeit für Selbstmitleid und Schmerz. Sie lief aus dem Haus und erblickte Rila, wie sie vor einem wild gewordenen Rudel Wölfe davon lief. Sie eilte ihr zu Hilfe mit dem Ergebnis, dass sie nun beide Hinter dem Gatter zum Garten standen und ratlos zu den Wölfen vor dem Gatter sahen. Einer der Wölfe sprang über das Gatter und setzte Rilas Verfolgung fort und egal was Isodora auch versuchte, er ließ sich nicht mehr von der Kleinen abbringen. Es half alles nichts, sie war gezwungen das Tier zu töten. Sie bat die Mutter um ihren Schutz und sie gewährte ihn, entsandte die Tiere des Waldes zu ihrer Hilfe.

Das Schluchzen, das Knurren des Wolfes, jedwedes Geräusch hallte in ihrem Kopf tausendfach wieder. Die Schmerzen wurden fast unerträglich.

Jariel stand auf der anderen Seite des Gatters und versuchte die verbleibende Meute zu beruhigen, doch ein Erfolg war ihm nicht vergönnt. Rila weinte noch immer, konnte nicht verstehen, warum die Tiere so waren und warum Isodora das hatte tun müssen, was sie getan hatte. Isodora nahm die Kleine in den Arm und sprach beruhigend auf sie ein, während sie sich schon auf die restlichen Wölfe konzentrierte. Leise bat sie noch einmal um der Mutter Hilfe und sie half.

Isodora rief Wehala zu sich und führte ihn hinaus, ermahnte Rila zur Eile und so schnell wie es ihnen möglich war, verließen Rila, Jariel und sie den Finsterwald in Richtung Tiefenbach. Ein Großteil der Tiere, welche ihnen auf ihrem Weg begegneten verhielten sich wie die Wölfe vor dem Haus, doch hier konnten sie ihnen aus dem Weg gehen und Isodora musste nicht noch einmal etwas tun, was sie eigentlich nicht wollte. Rila war aufgelöst, zwar weinte sie nicht mehr, doch konnte man ihr deutlich ansehen, dass es ihr alles andere als gut ging. Sie wollte nur noch zu Garath, so trennten sich ihre Wege in Tiefenbach und auch Isodora ging ihren Weg nun alleine weiter. Sie hatte Sehnsucht, Sehnsucht nach ihrer Freundin.

Wieder drang der Schmerz in ihr Bewusstsein und wieder tauchte da eine Frage auf. Was war gestern geschehen?

Die Türen waren verschossen und es schien auch niemand dort zu sein. Isodora drehte sich herum und wollte wieder gehen, als sie den in einiger Entfernung vor sich stehen sah. Er kam ihr frech und trotz des noch immer hämmernden Schmerzes in ihrem Kopf, hatte sie die ein oder andere schlagfertige Bemerkung auf den Lippen. Doch dann ging er zu weit, verlangte ihren Schmuck und baute sich bedrohlich vor ihr auf. Die Ruhe, welche sich in ihr ausbreitete, war selbst für sie überraschend. Sie überlegte laut, was man wohl am besten mit ihm machen konnte. Vielleicht ausziehen? Oder festhalten? Sich der Nähe des Waldes bewusst, bat sie zum dritten Mal an diesem Tage um den Schutz der Mutter und auch dieses mal wurde er ihr gewährt. Eine leise Entschuldigung an die Tiere kam über ihre Lippen und als der Gauner abgelenkt war, schlich sie schnell davon und versteckte sich im Schatten hinter einem Baum. Sie beobachtete ihn aus ihrem Versteck, sah wie er sie suchte und hoffte nur, dass er sie nicht fand.

Einige Zeit ließ sie verstreichen, ehe sie sich hinter dem Baum hervor traute. Die Kopfschmerzen waren schlimmer geworden und sie war erschöpft. ZU oft hatte sie heute ihre Kräfte nutzen müssen und zu stark waren die Nachwirkungen der vergangenen Nacht. Sie schlich in Richtung ihres Pferdes, als sie ihrer Freundin gewahr wurde. Sie deutete Samira an sich still zu verhalten und drängte sie so schnell wie möglich in Richtung Gilde. In Sicherheit befindlich, erklärte sie ihr was vorgefallen war, doch schien sie das nicht wirklich zu interessieren. Vielmehr wollte sie von ihr wissen, warum sie da war. Sie hätte nach ihr sehen wollen und wenn sie wollte, würde sie auch wieder gehen. Beide logen offensichtlich, als es darum ging, wie ihr Befinden war. Isodora wurde schwer ums Herz, sie war ihrer Freundin abstandsmäßig so nah, stand direkt vor ihr und doch schienen sie Welten zu trennen. “Ich vermisse dich.“ Das würde sie sich nur einbilden, weil sie soviel Zeit miteinander verbracht hätten, das würde schon vergehen.

Wieder wurden die Kopfschmerzen bald unerträglich.

Sie wollte gehen, sagte ihr, dass es ein Fehler gewesen wäre herzukommen, doch Samira wollte noch immer reden. Sie würde sie auch vermissen, wollte sogar dass sie zurück zur Gilde kam. Nach allem könnte sie nicht zurück und das würde sie auch wissen, entgegnete Isodora ihr und das, obwohl es wohl genau das war, was sie sich aus tiefstem Herzen wünschte. Nach nochmaligem Bitten, öffnete ihr Samira die Tür. Sie nahm sie in den Arm und drückte sie. Still verließ Isodora das Haus.

Langsam ließ sie Wehala den Weg nach Rohehafen laufen. Sie ging zu dem kleinen Teich und setzte sich an dessen Ufer. Wieder versuchte sie sich zu erinnern, was in der Nacht zuvor geschehen war, doch wieder kam sie nur zu der Erkenntnis, dass sie etwas Wichtiges vergessen hatte. Leise Schritte waren hinter ihr zu hören und jemand räusperte sich. Sie drehte sich herum und sah Hugin, welcher sich, ohne zu fragen neben sie setzte. Sie erzählte ihm von ihren Kopfschmerzen und wollte von ihm wissen wie viel sie getrunken hatte. Viel wäre es gewesen, sogar sehr viel, mehr als er getrunken hätte. Zögerlich erzählte sie ihm, dass sie wohl etwas vergessen hätte, dass sie davon nur noch wüsste, dass es wohl wichtig gewesen wäre. Sie bat ihn ihr zu erzählen, was gesagt und getan worden war und er begann zu erzählen, dass sie viel von einander erfahren hätten.

sein Herkommen, Caitlin, Sha, ihr Vater, die Gilde, Veränderungen, Ziele

Daran könnte sie sich erinnern, aber es müsste doch noch etwas gewesen sein. Sie hätten viel über alles möglich erzählt und sie hätten sich geküsst, erwähnte er eher bleiläufig. Nur ein Schmatzer nicht mehr.

ein Kuss….. drei Küsse

“Ich wollte wissen, ob du glücklich bist“ langsam kam die Erinnerung zurück. „Ich legte die Hände auf deine Wangen und gab dir einen Schmatzer… aber es hat dich nicht glücklich gemacht und so versuchte ich es ein zweites Mal.“ Sie würde sich ja doch daran erinnern. Es wäre doch nur der Wein gewesen, nichts von belang, noch immer gab er seiner Stimme diesen beiläufigen Tonfall. Sie sah ihn mittlerweile nicht mehr an, sah nur noch starr auf das Wasser und fuhr unbeirrt fort. “Der zweite Kuss hat dich auch nicht wirklich glücklich gemacht und so deshalb sagte ich dir, dass du mich küssen solltest.“ Sie hob den Blick vom Wasser und Erkenntnis blitze in ihren Augen auf. “Du sagtest danach, dass du jetzt glücklich wärst.“ Wieder murmelte er etwas von Weinlaune und wich ihrem Blick aus. “Sag es mir“ „Was soll ich dir sagen?“ Er würde wissen, was sie meinte. In dem Moment hätte es gestimmt, wiegelte es wieder ab und sprach dann so über Gefühle, als könne man sie belieb an- oder ausschalten. “Was hat es dir bedeutet?“ Es wäre aus einer Laune heraus geschehen, nichts worüber man sich Gedanken machen müsste. Wenn es so unwichtig gewesen wäre, warum er ihr dann nicht in die Augen sehen könnte. Trotzig hob er seinen Blick und sah ihr in die Augen und mit eben diesem Trotz lenkte er dann den Blick wieder von ihr ab. Was ihr es denn bedeutet hätte.

Nähe, kribbeln auf der Haut, Gefühle die verrückt spielten… Erinnerungen… Viel hatte ihr der Kuss bedeutet.

Sie schwieg und die Stille hüllte beide ein, Stille die er durchbrach, als er ihr sagte, dass es ihm viel bedeutet hätte. Sie atmete tief durch und überlegte, ob sie ihm antworten sollte. Sie entschied sich anders. Sie legte ihm eine Hand auf die Wange und drehte mit sanftem Druck seinen Kopf in ihre Richtung, beugte sich vor, küsste ihn flüchtig auf den Mund und wandte sich dann wieder dem Wasser zu. “Das ist nicht gut.“ Sie nickte kaum merklich. “Ich weiß.“ Eine Zeitlang, eine Ewigkeit wie ihr schien, sagten beide nichts. Viele Worte sagte er ihr, Worte, die belegen sollten, dass sie nicht sein konnte, nicht sein durfte, sie war schließlich verlobt und stand kurz vor ihrer Hochzeit. “Ich sollte jetzt wohl besser gehen.“ ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Sie bräuchte nicht gehen, er würde ihre Nähe genießen. “Und wenn ich deine Nähe zu sehr genieße?“ presste sie verzweifelt hervor.

Er würde darauf achten, dass nichts geschehen würde, dass versprach er ihr und sie blieb, sprach mit ihm über die Tiere im Wald, darüber dass es im Finsterwald nicht mehr sicher wäre. Sie lehnte sich an ihn, schien seine Nähe zu brauchen um ihm von ihrem Besuch bei Samira zu erzählen. Sie sagte, dass sie heute ihre Freundin verloren hätte und zwar weil sie selbst es so gewollt hätte. Eine einzelne Träne löste sich aus ihrem Auge und kullerte über ihre Wange. Sanft legte er seine Hand an ihre Wange und stich sie mit dem Daumen fort. Er drehte sich etwas mehr zu ihr, legte ihren Kopf an seine Brust und legte dann seinen Arm um sie.

Nähe, Wärme, Geborgenheit

Er sprach mit ihr über das Leben und das es nicht immer leicht wäre.

Hab ich ihm geantwortet? Ja, oder doch nicht? Ich glaube schon.

Sie versank in ihrer eigenen Traurigkeit, folgte seinen Worten nur bedingt und antwortete eher automatisch als bewusst.

Sanfte Augen, beruhigende Stimme

Ob er ihr einen Gefallen tun würde, fragte sie ihn stockend. Er würde. “Hugin küss mich… BITTE.“ Er hätte ihr doch versprochen, dass nichts geschehen würde. Sie sah zu ihm mit glasigen Augen auf und formte mit ihren Lippen erneut tonlos das Wort Bitte. Er sah sie an und gab seinen Widerstand auf. Er küsste sie. Ein nicht enden wollender Kuss.

Aufgewühlte Gefühle, Freude, Schuld. Wie konnte sie Garimed das nur antun?

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BeitragVerfasst: 12.09.02, 08:59 
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Es war schon spät und sie war müde, der Tag war lang und es waren viele Patienten da gewesen. Sie beeilte sich nach Schieferbruch in ihr Bett zu kommen.

Als sie um die Ecke bog, sah sie sie. Isodora war da. Sie deutete ihr an sich zu beeilen, weil hier gerade ein Halunke herumschlich und sie bedroht hatte. Sie gingen schnell in die Gilde und standen im Vorraum.
Sie sah Isodora an und musterte sie. Bis auf die blutunterlaufenen Augen sah sie sehr gut aus. Isodora sagte: Wie geht es Dir? Ich vermisse Dich. Sie überhörte es absichtlich. Stellte ihr die selbe Frage. Sie antwortete, sie hätte starke Kopfschmerzen aber es käme wohl daher, dass sie mit Hugin Alkohol getrunken hatte. War er nicht ihr Lehrer? So etwas lernte sie also dort. Ihre Zweifel und ihr Misstrauen diesen Menschen gegenüber stieg immer mehr. Wie konnte es Isodora dort nur gefallen und warum erzählte sie ihr das mit dem Alkohol? Sie wusste doch ganz genau was sie davon hielt.
Sie wurde wütend auf Isodora. Als sie ihr dann auch noch sagte, sie solle nicht mehr in den Finsterwald gehen, es sei zu gefährlich wurde sie noch wütender. Sie sprach zwar ruhig zu ihr, war aber sehr nervös. Sie sagte: Isodora, ich kann und muss selbst auf mich aufpassen. Und Du brauchst auch keine Angst haben, ich komme nie wieder zu diesem Haus im Wald und ich werde auch nie wieder mit Jamila reden.

Isodora wollte wie immer gleich gehen. Aber sie sprach einfach weiter, sah ihr die ganze Zeit in die Augen und redete nur weiter.
Sie freue sich, dass sie so viel Spass habe und glücklich sei. Und dass sie ja wüsste, dass es in der Gilde nicht so spaßig wäre, die vielen Kranken und Verletzen die zu versorgen wären brauchen die ganze Kraft der Heiler, da ist kein Platz mehr für Späße.

Sie bat sie ein zweites Mal, sie aus dem Haus zu lassen. Sie konnte Isodora nun nicht mehr halten. Sie trat an sie heran und nahm sie in den Arm. Sie war den Tränen nahe und flüsterte ihr ins Ohr: Ich vermisse Dich auch.
Dann öffnete sie ihr die Tür und Isodora verschwand schnell.

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Samira Sandelholz-Das Leben einer Elfe auf der Insel Siebenwind


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BeitragVerfasst: 12.09.02, 09:04 
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Sie war heute etwas früher in die Gilde zurückgekehrt und ihre Freude war groß, als sie Tudor sah. Der kleine Halbling war schon lange nicht mehr da. Sie sprachen über dies und das und sie vergaß für eine Weile ihre Sorgen.

Es klopfte. Isodora kam.

Zu dritt standen sie im Vorraum. Tudor, der von Isodoras Weggang nur gehört hatte, bestürmte sie mit Fragen. Sie beobachtete Isodora eingehend. Isodora sagte gar nichts. Sie gewann den Eindruck es läge an ihr, dass sie Tudors Fragen nicht beantwortete. Deshalb fragte sie, ob sie sie lieber alleine lassen sollte. Da niemand auf ihre Frage antwortete, ging sie lieber nach oben und ließ die beiden allein.

Sie legte sich ins Bett und starrte die Decke an. Sie wäre bei dem Gespräch so gern dabei gewesen, hätte gern gehört, was sie Tudor antwortete. Aber Isodora wollte es scheinbar nicht. Immer mehr bestärkte sie der Eindruck, sie habe ihre Freundin für immer verloren.

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Samira Sandelholz-Das Leben einer Elfe auf der Insel Siebenwind


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BeitragVerfasst: 12.09.02, 11:24 
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"Dummes Ding... wieder leer..." murmelte sie wütend und trat mit dem Fuss vor die hölzerne Kiste, bis sie die Türe zufallen hörte, eine bekannte Stimme begrüßte sie in der gewohnten Tonlage. Erschrocken fuhr sie herrum: Isodora stan vor ihr, scheinbar ein wenig amysiert über ihr Tun. Auf dem Tisch stand noch Wein.. leere flasche, volle Flasche, Becher, etwas zuessen... schlichtweg glich der Tisch einer Theke eines schlechten Wirtshauses. Isodora schien erst etwas iritiert, nahm dann aber die Schuld auf sich, einen Gedanken hatte sie in diesem moment: Nalia? wo war sie grade?weitere kleine Hintergedanken flogen ihr zu und sie grinste kurz, mit einer kleinen Vorahnung in ihrem Blick. Isodora stand bloß an der Türe, sie sprachen über den Wald und die wachsende Gefahr. Nach und nach kamen sie auf den Wein zu sprechen und Isodora erzählte von Kopfschmerzen und Dingen die sie angeblich vergessen habe. Es schien ihr unangenehm, also wurde das Thema schnell gewechselt, eigentlich wechselte sie das Thema in ziemlich jedem Satz, sprach nur ein paar wirre Dinge und diese meist garnicht erst aus, Isodora schien das ziemlich durcheinander zu bringen, ihr selbst gefiel es.

"Tee?" war ihre letzte Frage, Isodora willigte ein, sie schien gefallen an ihrem Tee gefunden zu haben. Wieder sprachen sie über die Dinge der vergangenen Tage, sie erzählte von Rila, von wölfen; von Hugin, Jariel und den anderen die sie traf. Sie selbst wollte spazieren gehen, Isodora willigte ein und sie machten sich auf den Weg in Richtung des Strandes.
Nalia lief ihnen dabei über den Weg an der Hütte, sie grüßte sie nur kurz, meinte sie solle keine Dummheiten machen und ging mit Isodora weiter.

Am Strand angekommen setzten sie sich an das Ufer in den Sand, Isodora wollte mehr von ihr wissen, fragte nach beweggründen für die Wahl ihres Pfades, fragte nach nach den Gründen weshalb sie herkam und noch manch anderes, einiges beantwortete sie, anderes Verschwieg sie, sagte ihr aber nicht warum.
Nachdem die beiden sich getrennt hatten machte sie sich auf den Rückweg zum Haus, kaum die Tür geöffnet schaute sie sich um, etwas war anders... eher gesagt war es Sauber... alles - Nalia hatte anscheinend ihren Kopf benutzt, sie steckte die kleine Nachricht ein und widmete sich wieder einer guten Tasse Tee, ihrem Tee.


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BeitragVerfasst: 12.09.02, 12:28 
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Hugin

Da war er wieder, der Gedanken an ihn. Sie konnte ihn einfach nicht aus ihren Gedanken verbannen. Zu allen Sorgen, die sie bereits jetzt schon quälten, kam nun auch noch er hinzu. Sie wollte nicht allein und so ritt sie in Richtung des Hauses und das obwohl der Weg dorthin mittlerweile recht gefährlich war. Jamila würde mit Sicherheit dort sein, so einfach würde sie das Haus nicht aufgeben und tatsächlich, als sie dort ankam, kramte sie gerade in einer Kiste. Sie hatte sie nicht gehört und schreckte jetzt auf, als Isodora sie grüßte. Ob sie einen Tee wollte. Tee, eine gute Idee wie Isodora fand. Tee war jetzt genau das Richtige.

Sie hatte Jamila erzählt wie sie mit Hugin hier gesessen und getrunken hatte, jedoch verschwieg sie ihr was sonst noch geschehen war. Irgendwie erschien es ihr im Moment nicht richtig es zu erzählen. Sie starrte in ihre Tasse.

Garimed... Hugin... Garimed... Hugin...

Sie hatte gedacht Ablenkung bei ihr zu finden, doch hier im Haus, kamen die Erinnerungen und Gedanken nur um so stärker zu ihr. Ließen sie nicht mehr aus ihren Fängen. Jamila stubste sie, wo sie denn mit ihren Gedanken wäre. Ob sie über die Hochzeit nachdenken würde. Sie dachte tatsächlich über die Hochzeit nach, wenn auch anders, als Jamila wohl dachte. Konnte sie Garimed jetzt noch heiraten, wäre es nicht verlogen von ihr?

Als Jamila vorschlug einen Spaziergang zu machen, willigte Isodora schnell ein. Nur raus, weg von ihr, weg von den Gedanken. Sie gingen durch den Wald bis hin zum Strand in der Nähe von Tiefenbach. Isodora ließ sich in den Schneidersitz sinken und sah auf das Wasser hinaus.

Garimed... Hugin... Garimed... Hugin...

Noch immer konnte sie den Gedanken an Hugin nicht beiseite schieben und bis auf das Rauschen des Meeres war alles ruhig. Ablenkung, dass war es was sie brauchte und so bat sie Jamila zu erzählen warum sie hergekommen war und warum sie gerade den Weg zur schwarzen Hexen eingeschlagen hatte und Jamila kam ihrer Bitte nach.

Garimed... Hugin... Garimed... Hugin...

Gedankenverloren blickte sie wieder auf das Wasser. Sie würde nie auf andere Gedanken kommen, wenn sie bei Jamila blieb und so verließ sie sie, machte sich auf in Richtung Rohehafen. Immer wieder dachte sie über ihre Lage nach, schob die Dinge in ihrem Kopf hin und her und kam doch zu keiner Lösung. Was sollte sie nur tun? Vielleicht könnte sie ja mit Samira darüber reden. Nein. Sie wusste, dass das keine gute Idee wäre, aber sie zu besuchen, überhaupt mit ihr zu sprechen, vielleicht half ihr das ja schon. Sie schwang sich auf Wehalas Rücken und als wenn er gewusst hätte, wo es hingehen sollte, lief er auch schon in die richtige Richtung.

Die Gilde. Ein komisches Gefühl, hier zu sein und doch nicht dazuzugehören. Sie ging zur Tür und klopfte an. Samira öffnete die Tür, sah sie erstaunt an und schien sie keinen Augenblick aus den Augen zu lassen. Plötzlich verließ Isodora der Mut, warum war sie eigentlich her gekommen, wollte sie Samira das Leben nur noch schwerer machen? Sie wollte sie doch allem Anschein nach nicht mehr wirklich sehen. Tudor, der auch in der Gilde war, redete auf Isodora ein, warum sie gegangen war, warum sie so schlecht aussehen würde, und und und. Sie wollte nicht reden, wollte vor Samira nicht zugeben, dass es ihr schlecht ging, dass sie weder ein noch aus wüsste und so schwieg sie und starrte auf den Boden.

Nur aus den Augenwinkeln heraus bekam sie mit, dass Samira ging. Warum hatte sie nichts zu ihr gesagt? Hasste Samira sie schon so sehr? Isodora hätte vor Verzweiflung schreien können und doch sagte sie nichts. Tudor und sie gingen hinaus in den kleinen Garten, setzten sich auf die Bänke und wieder redete er auf sie ein. Nein, sie konnte es ihm nicht erzählen. Als sie ihren Blick hob, stand eine Frau vor der Tür zur Gilde und wollte hinein. Tudor rief ihr zu, dass er schon unterwegs wäre, drehte sich dann zu Isodora und bat sie ihm zu helfen.

Helfen

Nach einigem Zögern ging sie ihm nach. Sie brachte die Frau ins Behandlungszimmer und ging wieder hinaus. Vor ihr stand Tudor mit einem Bündel weißem Stoff in der Hand und hielt es ihr hin. Sie nahm es und entrollte es. Es war eins der neuen Gildenkleider. Sie sah zu ihm ab und er sagte nur kurz, dass sie es anziehen und dann wieder rein kommen solle. Völlig überrumpelt nickte sie nur und tat wie er gesagt hatte.

Er drückte ihr ein feuchtes Tuch in die Hand mit dem sie die Wunden der jungen Frau auswaschen sollte, während er ein paar Kräuterverbände vorbereitete. Als sie fertig war ging sie wieder ein Stück zur Seite und wollte das Tudor nun den Rest erledigte, aber sie lag falsch, wenn sie dachte, dass sie damit so einfach durchkommen würde. Er hielt ihr seine Arme hin auf denen die Bandagen lagen und sie musste sie anlegen. Es ging ihr leicht von der Hand, noch immer war sie recht schnell und geschickt in diesen Dingen, obwohl sie nicht wirklich wusste, warum sie das tat. Nachdem die Patientin weg war, setzten sie sich nach vorne. Es war fast schon so wie in alten Zeiten. Er sagte ihr, dass sie zurück kommen solle, alle würde sie vermissen. Noch bevor sie antworten konnte klopfte es an der Tür. Ein Lordritter kam durch die Tür und direkt nach ihr die Baroness.

Isodora konnte sie vom ersten Moment an nicht leiden und musste sich beherrschen nichts falsches zu sagen, vor allem, da sie die ganze Zeit über, wenn Isodora es mitbekam, nur am meckern, war. Als mit ihrer Inspektion des Hauses fertig war und endlich wieder gegangen war, atmete Isodora auf, fasst hätte sie irgendetwas an den Hals gewünscht. Wieder wandte sich Tudor zu ihr und redete auf sie ein.

Vielleicht sollte ich wirklich zurück, doch kann ich das wirklich? Bin ich nicht schon zu weit fort? Das erste Mal an diesem Tag kein Gedanken an Hugin.

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Zuletzt geändert von Isodora: 12.09.02, 13:05, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.09.02, 14:20 
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Rabe... Feuer?

Medeia hatte aus den Knochen gelesen, doch konnten Jamila, Jariel, Nalia und Isodora nicht wirklich etwas damit anfangen. Nalia war sowieso von der ganzen Sache gelangweilt und plapperte schon die ganze Zeit. Irgendwann wurde es Medeia zu viel und sie ließ sie erstarren. Man sollte sich halt nicht mit Medeia anlegen. Nur langsam wich die Starre wieder aus Nalias Gliedern und als sie sich wieder einigermaßen bewegen konnte, verzog sie sich wütend, wollte allem Anschein nach niemanden von ihnen mehr sehen. Fassungslos sah Isodora ihr hinterher. Hatte Medeia sie wirklich gleich erstarren lassen müssen? Sie fragte lieber nicht, denn sie war sich sicher, dass wenn sie gefragt hätte, es ihr auch nicht besser ergangen wäre. Medeia trollte sich in Richtung Schlafzimmer, wollte anscheinend über das Ergebnis ihrer Weissagung nachdenken.

Nun saßen sie wieder nur zu Dritt am Tisch und wieder konnte Isodora es nicht verhindern, dass das Gespräch nach einiger Zeit wieder auf sie kam, aber sie war es ja auch selbst schuld gewesen. Man starrt einfach nicht gedankenverloren auf den Verlobungsring, wenn eine neugierige Hexe und ein neugieriger Hexer am Tisch saßen. “Du siehst nicht glücklich aus und das obwohl du doch bald heiratest.“ Jariels Stimme drang wie aus weiter Ferne zu ihr. Es wären Dinge geschehen, die sie zum nachdenken gebracht hätten, erwiderte sie leise. Aber sie hätte wohl nicht vor es zu erzählen, stellte Jariel mehr fest als dass er fragte. Sie könnte es nicht erzählen. “Kannst du nicht, oder willst du nicht?“ Sie blickte Jariel noch nicht einmal an. “Wohl beides.“

Ich muss es los werden, muss darüber reden.

“Ich glaube, ich habe mich in jemand anderen ..... verliebt.“ Nun war es doch heraus und ihre Worte schwebten zwischen den Dreien in der Luft. Sie konnte ihre Blicke auf sich spüren, konnte ihre Überraschung spüren ohne auch nur einmal aufzusehen.

Wer es denn wäre, wollte er nun von ihr wissen. Sie konnte unmöglich vor ihm und Jamila zugeben, dass sich ihre Gedanken um Hugin drehten und so fragte sie ihn, ob das wer wirklich so wichtig wäre. Das wäre es wohl nicht. “Deshalb die Gedanken über deine Hochzeit.“ sagte Jamila. Isodora blickte die ganze Zeit über auf ihren Ring, war sich nicht sicher was sie empfand. “Immer dieser Ring... sieh mich an, nicht den Ring.“ Nur langsam hob Isodora den Blick zu ihr. Jamila forderte sie auf den Ring abzunehmen und zögerlich tat sie dies. “Leg ihn auf den Tisch.“ Wieder tat sie, was Jamila von ihr verlangt hatte. “Und... was für ein Gefühl ist das?“ Isodora sah auf die ringlose Hand hinunter. Es wäre ein komisches Geühl. Jamila wollte es ausführlich wissen, doch sie konnte ihre Gefühle in diesem Moment einfach nicht beschreiben. Wenn der Ring jetzt weg wäre, was wäre dann, wollte Jamila nun wissen und legte noch während sie fragte die Hand über den Ring und zog ihn langsam von Isodora fort.

der Ring... mein Ring

Sie starrte auf Jamilas Hand, welche noch immer langsam den Ring weg zog. Ob sie ihn vermissen würde, oder ob es nur die Gewohnheit wäre. Jamila nahm den Ring vom Tisch und legte ihn auf den Stuhl neben sich, außerhalb von Isodoras Sichtfeld. “Gib mir den Ring wieder.“ Jamila ließ sie zappeln und Isodora wurde wütend. Sie wolle ihren Ring zurück, egal aus welchem Grund auch immer. Sie funkelte Jamila böse an und ihre Worte sprach sie überdeutlich. Jamila schien amüsiert und doch gab sie ihr den Ring zurück.

Jariel, der die ganze Zeit über nur beobachtet hatte, stand langsam auf und wollte gehen, hielt jedoch vor der Türe inne. Sie solle sich dass mit der Hochzeit gut überlegen, sagte er ohne sich zu ihr zu wenden und verließ dann das Haus. “Und was ist jetzt mit ihm“? fragte Jamila sie.

Hugin

Jamila sah sie an. “An wen hast du jetzt zu erst gedacht?" Isodora schwieg.

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BeitragVerfasst: 13.09.02, 15:35 
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Klack, klack, klack... poltertenden die verschiedenen Knochen aus Medeias Beutel auf den Hölzernen Tisch, sofort machte sie sich daran die übereinander gefallenen Knochen zu begutachten. Es wirkte fast schon liebevoll wie sie über den Knochen hockte und sich jede einzelheit ansah. Neugierig betrachteten auch die Anderen das Knochige wirr war vor Medeia, wohl aber nicht in der Lage es zu deuten.

Die ganze Zeit starrte sie selbst auf die Knochen, aber ein leises gähnen lies sie den Blick von den Knochen abwenden, Nalia neben ihr schaute müde und gelangweilt umher.
"Kann man da mitspielen?" bekam sie von Nalia entgegen geflüstert, ...sie verneinte.

"........schwellendes Feuer......."
murmelte Medeia vor sich hin und nahm die Knochen wieder auf um sie erneut auf den Tisch fallen zu lassen, wieder begann sie aufmerksam die Anordnungen zu studieren und zu betrachten.

"Wo? ich seh nichts!" murmelte Nalia vorlaut vor sich hin, währen sie die Knochen anstarrten. Alle anderen schwiegen. Die Knochen lagen wieder in einer anderen Anordnung übereinander, scheinbar mit einer anderen Bedeutung als zuvor. Aber bis auf Medeia zeugte jedes Gesicht um sie herum von Ratlosigkeit. Bis Nalia wieder ihren Mund nicht halten konnte, wollte sie Medeia verärgern?. Nalia schien das ganz egal zu sein, loderndes Feuer...nur anders behauptete sie stolz. Medeia schwieg, was Nalia zu nutzen schien um munter weiter zu plappern.

" .....schwellendes Feuer?....wieder?...."

Hörte man Medeia wieder murmeln, aber anders klang es - erstaunen lag in ihrer Stimmlage, Nalia grinste sofort und war stolz es vor Medeia gesagt zu haben. Jariel brummte dinge über Nalias Bemerkungen und sah sichtlich genervt aus.

Medeia schien auch genug zu haben, so wütend sah sie eigentlich lange nicht mehr aus, während sie Nalia ansah "Wer glaubt sie zu sein Medeia zornig zu machen?" zischte Medeia sie zornig an. Nalia schien nichts sagen zu können, wie auch Medeia lies alle Muskeln erstarren - still saß sie da, konnte keinen Mucks machen, nur langsam konnte sie wieder bewegen und stand sofort auf um die Hütte zu verlassen, Enttäuschung und Wut lang in Nalias Blick, gar Ekel war es als sie von Nalia angesehen wurde.
Ekel weil sie selbst grinsen musste? Geschah dem vorlauten Ding doch nur recht, sie soll sie nicht so anstellen! dachte sie.

Medeia hockte wieder über ihren Knochen nachdem die Tür zugeknallt wurde und Nalia hinausgestapft war. Verzog sich dann aber auch in richtung Bett, sie selbst, Isodora und Jariel waren übrig geblieben und unterhielten sich.
Isodora war merkwürdig wie in den letzten Tagen eigentlich immer, wieder lenkte sie das Gespräch auf die Hochzeit und den Ring, in der Hoffnung endlich mehr erfahren zu können. Und so war es auch "Ich glaub ich hab mich in jemand anderen..." murmelt Isodora leise vorsich hin. Ruckartig sah sie Isodora an, Jariel tat es wohl genau so. Isodora sagte nichts starrte nur den Ring an, immer den Ring. "Sieh mich an! Oder das Bild hinter mir, wenn du mich nicht sehen willst" Sagte sie laut und ernst zu Isodora, der es schwer viel den Blick zu lösen und zu ihr zu schauen. In ihren Augen konnte man sehen wie unangenehm ihr das war.

Versuchen wir etwas... dachte sie sich, während sie Isodora ansah.

"Zieh deinen Ring aus, leg ihn auf den Tisch." Ihrer forderung wurde zögerlich nachgegebn und schon lag der Ring auf dem Tisch, Isodoras Blick ruhte fest darauf. Wieder starrte wurde der Ring angestarrt, aber nicht lange den schon war er verdeckt, verdeckt von ihrer Hand. "Wie fühlst du dich? Raus damit, na los" fragte sie Isodora, welche der Frage wieder auswich.

Gehen wir einen Schritt weiter... waren ihre Gedanken und sie zog den Ring von Isodora weg, welche das ganze skeptisch verfolgte. "Gleich ist er weg... murmelte sie dabei, Isodora schwieg wieder, wollte ihr nicht antworten." NICHT den Ring anstarren sag ich!" fuhr sie Isodora an und legte den Ring demonstrativ auf einen Stuhl, wo ihn niemand sah. "Weg ist er.. weg..weg...weg... Was fühlst du?!" waren die worte die sie erneut an Isodora richtete - wieder keine vernünftige antwort. Dann aber sprudelte es aus Isodora herraus "Jamila... gib mir den Ring bitte wieder" Sie reagierte nicht, wollte immernoch eine Klare antwort. Isodora wurde deutlicher, Zorn stand in ihren Augen " Gib.... mir.... meinen.... Ring" brummte sie.
Zornig machte sie das also, gut - sie wartete noch ein wenig, nahm sich vor den Versuch in ferner Zeit zu wiederhohlen. Isodoras Blick wurde fester, schließlich gab sie den Ring zurück.

Kurz darauf verlies Jariel die Hütte, Isodora saß wieder da wie zu beginn da: stumm den Ring anstarrend - als währe sie an einem anderen Ort.

"Was ist mit ihm?" fragte sie sie, betonte dabei das ihm etwas merkwürdig, mit der Hoffnung Isodora würde einen der beiden Namen nennen. "Sag schon, an wen dachtest du zuerst?

...wieder herrschte Schweigen in der Hütte.


Zuletzt geändert von Jamila: 13.09.02, 15:40, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.09.02, 10:49 
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"hab ich was.. verpaßt?" waren Isodoras Worte nachdem sie aus ihren Gedanken hochgeschreckt war, sie und Varisha saßen neben ihr am großen Tisch in der Hütte, sprachen grade über vergangenes, teils auch über Isodora die da wie immer ihren Ring anstarrend saß. Sie meinte sie hätte auch angestubst werden können um dem Gespräch teilzunehmen, bekam aber nur gesagt das sie ja doch den Ring angestarrt hätte und wieder in Gedanken versunken, zum ihrem Verwundern nahm Isodora den Ring ab und steckte ihn in ihre Westen Tasche, "Besser?" aber es würde ja doch nichts ändern, sie würde andere Dinge finden zum ansehen und wieder ihren Gedanken nachgeben.

Varisha wurde langsam aufmerksamer und begann Isodora aufzufragen, über Hochzeit, Ringe, Männer und über trinken. Sie selbst saß nur vor den beiden auf den Stuhl und hörte zu. Varisha war in ihren Ansichten noch einen Tick weiter als sie selbst, hatte keine scheu diese Kundzutun und Rücksicht war ein Fremdwort für sie. Vieleicht hätte sie selbst es ebensogetan wie Varisha, aber bei Isodora war es anders, als das sie einfach walhllos auf sie einreden würde.
Wieder kamen sie nach langem hin und her auf den Namen des anderen zu sprechen, wieder schwieg Isodora, wich den Fragen aus. Varisha war hartnäckig, dachte garnicht daran nachzugeben und fragte immer weiter. Man sah Isodora an den Augen an wie sehr sie genervt war, Zorn stieg in ihr an und ihre Anworten wurden giftiger und spitzer, teils absichtlich beleidigend.

Varisha musste weiter, wollte wohl spazieren, also versuchte sie ihr Glück wieder an den Namen zu kommen, Isodora zu helfen. Sie redete auf sie ein, aber diesmal anders, mehr so als wolle sie helfen und sie wußte dem war so. Erst war es nur Neugier, pure Neugier nach dem Namen, aber nun wollte sie ihr helfen, wieder wurde sie mit den worten: "Es ist doch nur eine Laune, sicher nichts ernstes" beschwichtigt, doch wußte sie das das gelogen war, ihre Gegenüber wußte es genau so, wollte es dennoch kein Stück zugeben.

Nochmals frage sie "Möchtest du das ich dir helfe? Möchtest du das du das Stück Last was auf dir liegt alleine Tragen; möchtest du weiter dort Sitzen nicht wissen was um dich herrum geschieht und dich von deinen Gedanken verfressen lassen... lass dir helfen" wieder wollte sie nicht, auch wenn man in ihren Augen sah das sie langsam zweifelte und die Worte ernst nahm, dennoch meinte sie "Du würdest ja doch über mich lachen... und überhaupt." Von Frage zu Frage erschien sie als nervöser wie sie da saß, den Fragen auswich.
Jariel war inzwischen dazugekommen, scheinbar eine Hoffnung für Isodora von der Fragerei erlöst zu werde... vergebens, weiter fragte sie, ohne auch nur den Anschein zu machen damit aufzuhören.

Lass dir schon helfen.... naives Ding... du weisst genau das das besser für dich ist.

waren die Gedanken die in ihrem Kopf schwirrten und sie wußte der Name musste imense Bedeutung haben, sonst würde sie ihn nicht so zwanghaft verbergen. Wieder meinte sie bloß sie wolle nachdenken, nachdenken wie die letzten Tage, hatte es ihr etwas gebracht? nein und das wußten sie alle, nur Isodora wollte es nicht einsehen.

"Es ist Hugin..."

kam es ihr dann endlich über die Lippen, sie wurde knallrot dabei und sagte keinen weiteren Ton mehr brachte sie hervor.

Hugin also.. schoss es durch ihren Kopf, das würde einiges erklären.

Hugin wäre wohl der Letzte gewesen an den sie gedacht hatte. Aber gut, sie hörte mit der Fragegerei auf, wollte es ersteinmal auf sich beruhen lassen.

Sie wechselten das Thema, kamen auf Tee zu sprechen - Jariel sollte kochen, Isodora schien dabei wieder fröhlicher als zuvor. Sichtlich erleichert und einmal nicht in Gedanken versunken.


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BeitragVerfasst: 14.09.02, 15:08 
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Der Ring… immer wieder der Ring

Um nichts anderes drehten sich ihre Gedanken. Liebte sie Garimed wirklich noch? Alles schien ihr so weit weg, als würde es gar nicht ihr Leben sein um das es ginge. Wie lange hatte sie ihn eigentlich nicht mehr gesehen? Es schien ihr eine Ewigkeit zu sein… nein, es waren zwei Tage, doch war ihr Aufeinandertreffen eher kurz gewesen. War er nicht irgendwie seltsam gewesen? Wusste er um ihre Zweifel an ihren Gefühlen? Was sollte sie nur tun?

Sie schreckte aus den Gedanken auf. Vor ihr saß wie immer Jamila und an der Seite diese Frau, die sie schon einmal gesehen hatte, als sie Rila vor den Wölfen geschützt hatte.

Wann war sie eigentlich gekommen? Saßen sie schon lange da? Warum hatte sie keiner darauf aufmerksam gemacht? Wie konnte es überhaupt passieren, dass sie es nicht bemerkt hatte?

Warum sie niemand angestubst hätte, wollte sie wissen. Es hätte doch sowieso keinen Zweck gehabt, sie wäre kurze Zeit anwesend gewesen und hätte dann sowieso nur wieder ihren Ring angestarrt, behauptete Jamila. Zum Beweis, dass das nicht stimmte zog sie ihren Ring vom Finger und steckte ihn in die Westentasche. Es war komisch, es war viel leichter als noch am Tag zuvor.

Sie wandte sich den Beiden wieder zu. Varisha hieß sie also und neugierig war sie, dass bemerkte Isodora schon nach drei Sätzen. Warum nur wollten unbedingt alle seinen Namen wissen? War es wirklich so wichtig? Varisha ging ihr eindeutig auf die Nerven, warum war sie nur so penetrant hinter etwas her, was sie doch eigentlich sowieso nichts anging? Zorn stieg in Isodora auf und sie gab die ein oder andere spitze Bemerkung von sich, versuchte Varisha sogar zu beleidigen um ihre Ruhe zu haben, nur stieß sie da bei ihr anscheinend auf taube Ohren. Und dann auch noch ihr Vorschlag zu Garimed. Legte sie ihr doch tatsächlich einen Nachtschatten auf den Tisch und sagte ihr, dass dies die Zutat wäre um sich von ihrem Verlobten zu trennen.

Die spinnt ja wohl, was glaubt sie eigentlich wer sie ist?

Ihre Nerven waren zum zerreißen gespannt und noch immer Fragen. Es müsse wohl ein Hexer sein, meinte Varisha plötzlich, denn nur ein Hexer hätte mich so verfluchen können. Äußerlich blieb Isodora ruhig doch innerlich war sie in heller Panik.

War es so offensichtlich? Konnte es wirklich sein, dass sie es wusste?

Sie blickte auf den Honigtopf welchen sie so fest umklammert hielt, dass ihre Fingerspitzen bereits weiß wurden. Hastig ließ sie ihn los und legte die Hände in den Schoß, ob es wohl jemand bemerkt hatte? Sie sah zu Jamila, dann zu Varisha die vor dem Kamin stand. Kein Anzeichen, dass es jemand mitbekommen hatte. Sie wurde wieder ruhiger.

Varisha ging endlich und Isodora dachte schon, dass sie nun endlich ihre Ruhe vor Fragen hatte, aber sie hatte nicht mir Jamila gerechnet, die nun das fortführte, was Varisha begonnen hatte. Wieder die Frage nach dem wer und wieder wollte sie nicht antworten. Es belastete sie es nicht einfach auszusprechen und doch konnte sie nicht.

Hugin würde mich einen Kopf kürzer machen.

Beharrlich schwieg sie, redete um die Dinge herum, frage Jamila immer wieder, warum sie es unbedingt wissen wollte. Sie wolle ihr doch nur helfen. Es würde doch nichts bringen, wenn sie jeden Tag da saß und auf ihren Ring starrte. Es würde sie nur noch mehr verwirren. Isodora sah Jamila an, wusste nicht mehr, ob es wirklich so gut war den Namen zu verheimlichen.

Kann sie mir wirklich helfen? Will sie das wirklich oder will sie nur ihre Neugierde stillen?

Die Tür schwang auf und Jariel kam herein. Erleichterung machte sich erneut in Isodora breit, vielleicht würden die Fragen ja jetzt aufhören. Sie hörte jedoch nicht auf, sprach weiter ruhig und eindringlich auf sie ein. Sie solle sich doch helfen lassen, es hätte keinen Zweck alles mit sich alleine ausmachen zu wollen, dass würde zu nichts führen. Jariel, der Isodoras Hoffnung gewesen war, saß einfach nur still am Tisch und verfolgte das Gespräch, welches Jamila nun völlig unter Kontrolle zu haben schien. Noch immer versuchte sich Isodora herauswinden zu wollen, doch schien es ihr von Augenblick zu Augenblick schwerer zu fallen.

Steh einfach auf und geh. Nur wenn ich das tue, dann hätte Samira recht behalten. Versuche ich tatsächlich immer zu fliehen wenn es ernst wurde?

Wieder sah sie Jamila an. Zweifel standen ihr ins Gesicht geschrieben und sie wurde immer nervöser. Sie musste eine Entscheidung treffen, sagte sie es Jamila oder nicht. Jariel war der einfach nur still da saß hatte für sie in diesem Moment praktisch aufgehört zu existieren, sie nahm ihn gar nicht mehr war. Die einzige Person deren ihre ganze Aufmerksamkeit galt war Jamila, alles andere um sie herum verschwamm. Sie würde sie nur auslachen, sagte Isodora leise, doch Jamila beteuerte ihr, dass sie das nicht tun würde, sie hätte keinen Grund dafür. “Es…..“ sie blickte auf den Tisch nicht fähig Jamila in die Augen zu sehen. “Es ist Hugin.“

Nun lach mich schon aus, mach dich lustig über mich.

Es war ruhig und Beide schienen sie anzusehen. Ob sie jemanden lachen hören würde, wollte Jamila wissen. Isodora schüttelte den Kopf. Es lachte tatsächlich niemand, obwohl sie fest damit gerechnet hatte.

Meint es Jamila tatsächlich ernst? Will sie mir wirklich nur helfen?

Jamila brachte das Gespräch in eine andere Richtung und dankbar nahm Isodora das Gespräch wieder auf. Was sie jetzt brauchte war etwas Ablenkung, je mehr desto besser. Sie sah zu Jamila und dann zu Jariel, die beide im Moment recht ruhig da saßen.

Wenn ich mich in einen Hexer verlieben konnte… Was mag Jamila eigentlich am meisten? …. TEE

Sie sah zu Jariel und fragte ihn, ob er eigentlich Tee kochen könne. Er hätte es noch nicht oft getan erwiderte er ihr. Sie hätte jetzt gern einen und wäre dafür, dass er ihn machen würde. Verdutzt saß Jariel sie an, doch er ließ sich tatsächlich davon überzeugen, dass er den Tee dieses Mal machen sollte. Jamila wurde nach draußen geschickt um Wasser zu holen und Isodora trat auf Jariel zu. Sie griff an ihren Gürtel und machte den kleinen Beutel ab, den sie immer dabei hatte. Getrocknete Kräuter, Apfel- und Pfirsichstücke waren darin. Sie gab Jariel den Beutel und sagte ihm, dass er daraus den Tee machen sollte.

Das Blatt eines sehr jungen Nachtschattens

Fast hätte sie es vergessen gehabt, schnell ging sie zu ihrer Tasche und kramte darin herum, irgendwo musste es doch sein, sie hatte doch ein paar junge Pflanzen gesammelt gehabt. Schließlich fand sie die Pflanzen und all den anderen Reagenzien und Zutaten, die sie bei sich hatte. Sie zupfte ein kleines Blatt ab und gab es Jariel, der sie ungläubig ansah. Er solle es ruhig mit in den Tee tun, Jamila würde das mögen. Jariel ließ sich darauf ein. Lärm dran von draußen zu ihnen rein und Isodora ging zur Tür um zu sehen, was da vor sich ging. Eine Schlingpflanze hatte sich vor dem Haus breit gemacht und Jamila machte sich gerade ans „Unkraut rupfen“.

Das schafft sie auch alleine

Sie wandte sich wieder zu Jariel. Der Tee wäre eine gute Idee, Jamila würde jetzt gleich einen zur Beruhigung vertragen können. Er sah sie eingehend an. Sollte der Tee nicht für sie, Isodora sein, sagte er. Isodora nickte. Warum sie dann immer davon sprechen würde, wie Jamila ihn gerne mögen würde.

Ich muss vorsichtiger sein, wenn ich mein Vorhaben in die Tat umsetzten will.

Jamila und sie würden den Tee beide gerne so trinken, antwortete sie schnell. Jariel war misstrauisch, doch nahm er es jetzt so hin. Jamila kam abgehetzt, den Schrecken noch im Gesicht stehend, zur Tür herein. Es war wohl noch ein durchgedrehter Bär draußen gewesen, wie sie erzählte. Isodora betrachtete sie kurz und merkte dann an, dass sie es doch gut überstanden hätte, wandte sich dann um, um die Becher zu holen, während Jariel den Tee aufsetzte.

Sie warteten auf den Tee, Jamila und Isodora sprachen über dies und das. Jariel hatte in der Zwischenzeit etwas zum schreiben herausgenommen und machte irgendwelche Einträge in ein Buch, ließ jedoch nicht zu, dass Isodora einen Blick darauf erheischte. Der Tee war fertig und Jariel goss ihnen ein. Isodora nahm den Becher zwischen die Hände und beobachtete Jamila über den Becherrand hinweg. Es wäre zuviel Zeugs darin, war ihr einziger Kommentar dazu. Er würde im Nachgeschmack aber genau wie ihr Tee schmecken, wandte Isodora ein. Keine Antwort. Wieder war es still. Sie sollten doch mal was von sich erzählen, bat Isodora und Jariel kam ihrer Bitte tatsächlich nach und erzählte, warum er auf die Insel gekommen war. Es war tatsächlich ähnlich wie bei Jamila gewesen.

Das läuft ja besser als ich es erwartet hatte. Jetzt nur nichts überstürzen.

Nun bestand Isodora darauf, dass auch Jamila ihre Geschichte in allen Einzelheiten erzählte, was sie dann auch tat, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass Jariel es auch wirklich hören wollte und ja, er wollte. Isodora ließ es für den Tag auf sich beruhen, sie hatte schließlich schon viel erreicht.

Mal sehen, ob ich das wirklich schaffe. Aber warum sollte ich nicht? Jamila hat schließlich auch Gefühle, man muss sie nur zu wecken wissen. Wäre doch gelacht, wenn das nicht hinhaut.

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Zuletzt geändert von Isodora: 14.09.02, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Wieder stand sie vor der verschlossenen Gildentür, wieder war er nicht da. Sie hatte sich danach gesehnt ihn zu sehen, hatte sich danach gesehnt endlich Gewissheit über ihre Gefühle zu haben. Ihr Blick glitt wieder zu ihrem Ring hinunter und Traurigkeit überkam sie.

Garimed wo steckst du nur?

Langsam wandte sie sich von der Tür ab und sah sich ratlos um. Ein Zettel am Nachrichtenbrett hielt ihren Blick gefangen.

Ist das nicht Garimeds Schrift?

Sie näherte sich dem Nachrichtenbrett und legte die Hand an den Zettel, begann zu lesen. Viele Worte, von Krankheit und Entschuldigung. Er hatte die Gilde verlassen, hatte geschrieben, dass er zu krank wäre um weiter zu machen wie bisher.

Krank?

Plötzlich schienen alle Worte die sie zuvor gelesen hatte unbedeutend und wieder und wieder las sie diesen einen Satz in dem er von der Wahrheit schrieb. Fast hätten ihr die Beine den Dienst versagt. So wie er von der Wahrheit geschrieben hatte, so konnte nur jemand davon schreiben der ein Anhänger des Einen war. Ein Abgrund tat sich unter ihr auf und sie fiel.

Ich bin schuld.

Sie schwang sich auf Wehalas Rücken . Völlig verwirrt und mit dem Gefühl der Schuld in sich ritt sie in Richtung Burg. “Isodora“ Sie fuhr herum, dort stand Jamila an der Brücke und lächelte sie an, doch ihr Lächeln erstarb, als sie in Isodoras Gesicht sah und ihre wirren gestammelten Worte vernahm.

Sie rutschte von Wehalas Rücken und ging auf Jamila zu, erzählte ihr von dem Brief, den sie an der Gilde gefunden hatte. Tränen liefen über ihr Gesicht und immer wieder sprach sie von ihrer Schuld. Jamila nahm sie in den Arm, versuchte sie zu trösten, doch schien es im Moment keinen Trost auf der ganzen Welt für sie zu geben. Sie vergrub ihr Gesicht an Jamilas Schulter und ließ ihren Gefühlen freien lauf. “Isodora“

Garimed

Abrupt drehte sie sich herum, sah ihn durch den Tränenschleier hindurch an. Doch das was sie da vor sich erkennen konnte, war nicht der, den sie erwartet hatte. Vor ihr stand nicht Garimed. Niemals hätten seine Augen so kalt aussehen können, niemals hätte sich sein wundervolles Lächeln in dieses raubtierhafte Grinsen verwandelt, vor ihr stand seine leere Hülle. Sie sagte ihm, dass sie seinen Brief an der Gilde gelesen hätte und dass ihr darin ein Wort aufgefallen wäre. “Nur die Anhänger des Einen sprechen so über die Wahrheit.“ Sie sah ihn wieder eingehend an, doch konnte sie auch nicht mehr nur den Funken von Menschlichkeit in seinen Augen erkennen, nur Hass. Er sprach zu ihr, sagte ihr, dass sie ihm nie vertraut hätte, dass sie ihm immer erst im nachhinein von den Dingen erzählt hätte die sie bedrückten, wenn diese bereits unbedeutend waren, dass sie ihn nicht lieben würde. Jedes Wort war ein Stich in ihr Herz, sie versuchte sich zu rechtfertigen, versuchte ihm die Augen für das Offensichtliche zu öffnen, doch es gelang ihr nicht und mit jedem Wort welches er ihr entgegen spie wurde die Wut, wurde der Zorn in ihr größer.

Dieses Ding, welches da vor ihr stand, hatte den Platz von Garimed eingenommen.

Er wird nie mehr zurückkehren.

Sie ging auf ihn zu, schrie ihn an, wollte ihn verletzen. “Du hast deinen Vater umgebracht, du bist ein Mörder und Mörder haben nichts anderes verdient als das.“ Sie nahm den Ring von ihrem Finger und warf ihn vor seine Füße. Einen Moment lang wollte sie ihm mitten ins Gesicht schlagen, doch sie konnte es nicht und so drehte sie sich um, saß wieder auf und ritt so schnell Wehala konnte von der Burg weg, ließ ihn über den kleinen Bach springen und machte sich auf den Weg nach Rohehafen.

Verloren wirkte sie in der Stadt, verloren und hilflos.

Wo will ich eigentlich hin?

Wie von selbst schlug Wehala den Weg in Richtung des Bauernhofes ein, oder war es ihr Wille gewesen, der ihn dorthin hatte gehen lassen? Sie stieg ab und ging hinein, ließ sich Kuchen und Kekse geben, sowie Schnaps und Wein, wieder versagten ihre Beine fast und das Zittern welches ihren Körper durchzog wurde von Augenblick zu Augenblick stärker. Sie nahm die Sachen, zahlte und ging wieder. Sie wollte Ruhe, doch in der Stadt fand sie sie nicht, alles war voll mit Leuten, so lenkte sie ihre Schritte zum Westtor hinaus und setzte sich an den kleinen Pavillon. Sie nahm die Flasche Schnaps heraus und nahm einen großen Schluck daraus. Heiß rann der Schnaps ihre Kehle hinab, schien sie im ersten Moment innerlich zu verbrennen, doch dann gab er ihr die Ruhe die sie jetzt brauchte und sie empfing sie mit offenen Armen, auch wenn sie sich bewusst war, wie trügerisch und falsch diese Ruhe in Wirklichkeit war.

“Isodora“ Wieder ihr Name, benommen, kaum mehr fähig die Person vor ihr zu fixieren sah sie auf. Jariel kam auf sie zu und setzte sich neben sie. Mit befremden sah er die leere Flasche in ihrer Hand und doch, als könne er nicht glauben, dass sie sie geleert hatte, näherte er sich ihr etwas und schnupperte an ihr. Der Gestank des Alkohols ließ ihn sich schnell wieder zurück ziehen. Warum sie das gemacht hätte, wollte er von ihr wissen und sie erzählte es ihm, so gut es ihr noch möglich war. “Ich wollte vergessen.“ Das wäre wohl kaum der richtige Weg zum Vergessen, man müsse darüber sprechen, aber nicht versuchen es zu ersäufen. Sie lehnte sich, kuschelte sich teilweise regelrecht an ihn, sprach eine Menge wirres Zeug und er nahm sie einfach in den Arm und hielt sie fest, beschützte sie vor sich selbst. Sie sollten sich auf den Weg zum Haus machen, sagte er und half ihr auch schon auf ihr Pferd, auf welchem sie eher lag als saß. Er führte Wehala durch Rohehafen hindurch und brachte beide sicher zum Haus.

Sie setzte sich auf die Bank, legte die Füße hoch und lehnte den Kopf seitlich an das Rückenteil, versuchte wieder klar zu werden und der Übelkeit, welche langsam in ihr aufstieg, zu wiederstehen. Er kochte ihr Tee, Pfirsichtee, so wie sie ihn mochte, schien sich große Sorgen um sie zu machen.

Nicht auch noch du Jariel.

Nalia kam herein, setzte sich an den Tisch und begann mit Jariel über Isodora zu reden. Sie selbst saß einfach nur da und starrte gegen die Wand. Lange Zeit rührte sie nicht, ignorierte sowohl Rila, als auch Jamila die nacheinander das Haus erreichten und setzte sich erst nach einer Ewigkeit zu ihnen an den Tisch. Aber selbst als sie sich dazu aufgerafft hatte, war sie nicht wirklich anwesend. Immer wieder gingen ihre Gedanken zu Garimed, zu der Hülle, die da heute vor ihr gestanden war, die nicht mehr er gewesen war.

Nur schwer kehrte sie in die Gegenwart, in das Hier und Jetzt zurück. Ob sie soweit in Ordnung wäre, dass sie mit ihnen gehen könnte, wollte Jamila von ihr wissen.

Gehen? Wohin?

Sie sagte einfach ja, ohne genau zu wissen worum es gegangen war. Folgte ihnen einfach hinaus und ritt hinter Jamila her. Sie verließen das kleine Waldhaus und wollten vorerst nicht zurückkehren. Skelette und Tiere griffen sie auf ihrem Weg an, es waren schon wieder mehr geworden, es war wirklich an der Zeit gewesen, das Haus zu verlassen. Sie ritten gen Tiefenbach, von dort aus durch Rohehafen, wo Isodora auf Samira traf. Die Elfe nahm einfach ihre Hand, sagte, dass sie es auch gelesen hatte und dass sie, Isodora, wenn sie wollte immer zu ihr kommen könnte um zu reden. Wie gerne hätte sie noch mit ihr gesprochen und doch musste sie weiter, denn die anderen warteten schon ungeduldig auf sie. Sie lehnte sich etwas vom Pferd und drückte ihre Freundin, die ihr doch so fehlte und setzte dann ihren Weg mit den anderen fort.

Der Moment, vor dem sie sich fürchtete, rückte immer näher, immer näher kamen sie der Burg und der Brücke, auf der sie ihn zum letzten Mal gesehen hatte. Sie warteten im Burghof auf Jariel. Isodora drückte Wehala leicht die Fersen in die Flanken und ging im Schritt auf die Brücke zu, hielt vor ihr inne und starrte darauf. Wieder sah sie sich und Garimed hier stehen, wieder sah sie diese Fratze die sie angrinste und ihr Vorwürfe machte.

Er hat ja recht, ich bin schuld an seinem Zustand. Ich bin schuld, dass er den Glauben verlor. Ich habe ihn allein gelassen als er mich am dringendsten brauchte.

Jamila stand plötzlich hinter ihr, war ihr wohl nachgeritten. Wieder fragte sie ob alles in Ordnung wäre, wieder bejahte Isodora. Sie ritten weiter, wollten nicht länger auf Jariel warten, doch schon kurz nachdem sie aus Schierferbruch heraus waren, wollte Isodora wieder umkehren, ihn suchen gehen, wollte nicht, dass er zurück blieb. Jamila willigte grummelnd ein und schon war Isodora weg, ritt wieder zurück, zurück zur Burg, zurück zur Brücke, wo sie dann auch Jariel fand. Schnell ritten sie wieder zu den anderen, welche an der kleinen Brücke auf sie gewartet hatten. Jamila führte sie zu einem abgelegenen Ort am Meer, ein paar Baumhäuser standen dort, hier also wollten sie sich in nächster Zeit aufhalten. Isodora setzt sich ins Gras, wandte den Blick auf das Wasser und schien alles um sich herum zu vergessen.

Ich hatte doch recht, ich bin ein Unglücksbringer. Alle die ich liebe verletzte ich.

Wieder war Jariel in ihrer Nähe, setzte sich neben sie, sprach beruhigend auf sie ein, versuchte ihr verständlich zu machen, dass nicht sie schuld an Garimeds Wandel trug, doch sie wusste es besser. Ihr war schon immer bewusst gewesen, dass er sich oft hinter einer Maske aus guter Laune versteckte und doch hatte sie nie etwas dagegen getan, hatte immer gehofft, er würde von alleine auf sie zutreten. Hatte er ihr nicht auch von seinem Vater erzählt.

Warum hatte er nichts gesagt, dass er so sehr litt, warum hat er mich nicht um Hilfe gebeten? Er konnte nicht, ich war ja nicht da.

Irgendwann, es war schon sehr spät, legte Jariel sich zum schlafen hin und sie saß alleine da, wieder einmal in Gedanken versunken, an dem Ring spielend, den sich gar nicht mehr am Finger trug. Langsam stellte sich eine Art Gleichgültigkeit bei ihr ein. Der Zorn wurde wieder stärker in ihr und als Jamila kam und ihr Gesellschaft leistete, da sagte sie ihr, dass sie wolle, dass Garimed ewig an sie denken, ewig leiden solle. Jamila begann sofort fieberhaft darüber nachzudenken, wie man dies bewerkstelligen könnte und auch Isodora dachte darüber nach. “Sprecht ihr über mich?“ Die Stimme kam aus einem der Baumhäuser, es war Hugin, der unbemerkt zu ihnen gestoßen war. Sie würden über Garimed sprechen, rief ihm Isodora zu. Hellhörig geworden, gesellte er sich zu ihnen, stellte sich jedoch, anders als Isodora erhofft hatte, neben Jamila und ließ sich später neben sie sinken.

Jamila hatte eine gute Idee ihn zu strafen, etwas, was ihn nie wieder los lassen würde, sollte es ihnen gelingen. Er hatte, wie sie Isodora erzählte, ihren Verlobungsring aufgehoben und ihn sich an den Finger gesteckt. Wie es wohl wäre, einen Fluch auf den Ring zu sprechen, so dass er ihn nicht mehr abnehmen konnte und jedes Mal, wenn er ihn ansehen würde, würde er vor seinem inneren Auge sie, Isodora, sehen, wie sie weinend vor ihm davon lief. Es sollte ihm seelischen Schmerz zufügen so lange erlebte.

Auf Ewig soll er an mich denken, auf Ewig meinen Schmerz spüren.

Sie musste Hugin erzählen was vorgefallen war und tat dies nur sehr schwerfällig, berichtete ihn von den ungerechten Anschuldigungen und von ihrem Zorn. Als sie zu ihm sah konnte sie in seinem Gesicht etwas erkennen, was für sie wie Schuld aussah. “Hast du Schuldgefühle?“ Lange sagte er nichts, schien ihre Worte zu ignorieren, starrte einfach vor sich hin. Als sie schon dachte, dass er nicht mehr sprechen würde, bejahte er ihre Frage.

Ich bin Schuld, du kannst nichts dafür, du solltest dich lieber von mir fern halten, sonst ergeht es dir vielleicht auch noch so.

Sie erwiderte ihm nichts und stille legte sich über die Drei. Jamila wollte gehen, wollte sie alleine lassen, doch sowohl Hugin als auch Isodora sagten ihr, dass sie bleiben solle. Wieder begann das Gespräch. Es drehte sich um Garimed, um Varg um Talisha. Isodora wurde erst jetzt bewusst, wie viel sie eigentlich wusste über sie und Hugin sprach ihre Gedanken aus. Sagte, dass so viel Wissen gefährlich war. Die folgenden Worte, Sätze der Beiden anderen gingen mehr an ihr vorbei, als dass sie sie bewusst wahrgenommen hätte. Sie fühlte sich in die Ecke gedrängt, allein, verlassen. Wollte eigentlich nur, dass er sie in den Arm nahm und ihr ein Gefühl der Sicherheit gab in ihrer derzeit chaotischen Welt, doch er war gemein zu ihr, legte das geringst mögliche Maß an Feingefühl an den Tag und verletzte sie dabei. Sie wurde zornig, sprach wirres Zeug, giftete Jamila und ihn an und eigentlich fühlte sie sich nur allein.

Isodora wollte gehen, wollte einfach nur fort, vielleicht sogar von der Insel fliehen.

Weglaufen, Samira sagt immer ich würde vor schwierigen Dingen fliehen.

Sie lief nicht weg, obwohl sie sagte, dass es wohl besser wäre zu gehen, doch anstatt ihrer ging Jamila und ließ sie mit Hugin allein. Er stand auf, kam zu ihr rüber und fragte, ob er sich neben sie setzen durfte, sie sagte nichts gegenteiliges. Er wäre so gewesen, damit Jamila es nicht merken würde, jetzt täte es ihm leid. “Jamila weiß es.“ Sie konnte seinen entsetzten Blick direkt auf sich spüren. Warum sie es ihr erzählt hätte, wollte er wissen. Sie erzählte ihm von Jamilas Ausfragererei, von ihrer Verwirrung und davon, dass sie sich alleine fühlte. Manchmal würde sie einfach jemanden brauchen, der sie in die Arme nahm und ihr sagte, dass alles wieder gut werden würde, sagte sie ihm leise und er schloss die Arme um sie und hielt sie fest.

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BeitragVerfasst: 16.09.02, 13:35 
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"Ja... Jamila... " stammelte Isodora in ihre richtung. Sie sah furchtbar aus, wirkte noch verwirrter als sie es sonst war. Sie sprach von Garimed - ihrem Verlobten... brach dabei plötzlich in Tränen aus und begann mehr zu schluchzen als zu sprechen. Schweren Herzens nahm sie sie in den Arm und tröstete, tat etwas was sie sonst nie tat. Sie sprach immer wieder davon das es ihre Schuld sei, behauptete das dieser Garimed sich für die Schwarzen entschieden habe.

Hinter Isodora im schein einer Fackel war ein Reiter zu sehen, seine Fackel erlosch durch eine Handbewegung und er stieg langsam aus dem Sattel. Sie spührte seinen Blick wie er auf ihr und Isodora lag.
"Isodora.. " sprach er dann, Isodora drehte sich in ihren Armen um und sah ihn an, er war scheinbar nichtmehr den den sie in Erinnerung hatte und auch sie sah das dieser Mann scheinbar verwirrt war. "Ich... Ich bin Schuld oder ?" Schluchtzte ihm entgegen. Ihre Worte schienen ihm egal, Isodora schien ihn beinahe zu belustigen. Beide sprachen eine Weile, dann fing er an sie mit Vorwürfen zu überhäufen, ein Gesicht war mehr eine häßliche grinsende Fratze.
Isodora ging auf ihn zu und sah ihm direkt in sein Gesicht, falls man es überhaupt so nennen konnte, sie hatte den Zorn im Gesicht geschrieben. Während sie ihren Ring vom Finger nahm, wurde die Stimme lauter, eben noch wollte sie ihm helfen und nahm, nahezu ein Sinneswandel "und DU hast deinen Vater umgebracht nicht ich.... DU BIST EIN MÖRDER.... UND MÖRDER HABEN NICHTS BESSERES VERDIENT! " fuhr sie ihn an und sein Grinsen wurde größer und breiter. Der Ring lag nun vor seinen Füssen, sie wendete sich ab, lief zu ihrem Pferde und ritt weg, einfach weg.

Sie selbst bliebt stehen sah diesen Mann an, der sich vor ihr verbeugte, verbeugte wie ein Schauspieler der Beifall für seinen Auftritt wollte, schweigend ging sie an ihm vorbei, ihr Blick war stechend, ernst und es viel ihr Schwer ihren größer werdenen Funken von Zorn beisich zu behalten.


Gegen Abend war das Treffen, der Wald war inzwischen kaum noch betretbar, ihr war etwas mißlungen was ihr Wichtig war und ihre Laune war besonders gut. Als sie in die Hütte kam waren Rila und Nalia dort, weiter abseits auf der Bank saß Isodora die Aussah als habe sie ein Trauma hinter sich und wüßte nichtmal mehr wer sie ist. Nach einigem Hin und Her bekam sie herraus das Isodora wohl wieder getrunken hatte, wiedermal mehr als gut für sie war und das obwohl sie feierlich versprach nichtmal mehr einen Tropfen zu sich zu nehmen.
Die Zeit verging, Isodora kam langsam wieder zu Sinnen und sie machte sie auf den neuen Ort zu zeigen an dem sie sich nun Treffen sollten, der wald war viel zu Gefährlich geworden um ihn dauerhaft zu betreten.

Auf dem Weg zurück begegneten sie Samira, die Elfe wieder... das kann ja was werden schoss es ihr durch den Kopf, andererseits wußte sie wie Wichtig sie für Isodora war.
Sie ritten weiter und erreichten dann den Ort am anderen Ende der Insel, allen schien es zu gefallen nur Isodora saß am Ufer und starrte auf das Meer, Jariel war bei ihr und sie unterhielten sich.

Nachdem sie noch einige Dinge erledigte hatte kam sie dorthin zurück Isodora war allein da, besser zu gehen schien es ihr nicht, aber sie behauptete etwas anderes. Sie wollte diesem Garimed nun alles Heimzahlen, ihre Rache sollte er spüren sagte Isodora. Ihr selbst gefiel es... Rache... endlich hatte Isodora verstanden. Hugin kam dazu, weiter wurde geredet, auf Isodora eingeredet, viel eigentlich und sie selbst sagte auch viel, aber sie war nicht Richtig bei der Sache, warum auch immer...
Erst wollte sie gehen, wußte genau das es besser wäre die beiden allein zu lassen, dennoch wurde sie gebeten zu bleiben, sie gab nach sprach weiter mit den Beiden. Isodora behauptete ihr Leben ginge den Bach runter, versuchte es mit irgendwelche Worten zu begründen: "Was denn? Mein Ex-Verlobter ist Angamongläubig, ein Dunkler weiß wer ich bin...Meine Freundin hasst mich... ich habe kein Ziel mehr im Leben und mein Leben soll nicht den Bach runter gehen? Ich bitte euch..." Weiter wurde geredet, man konnte die Spannungen zwischen Isodora und Hugin spüren und sie selbst saß direkt dazwischen, sie beschloss die Beiden allein zu lassen, machte dabei vieleicht sogar deutlich das sie mehr wußte, Isodora hatte es ja erzählt. Die Beiden verabschiedeten sich nur leise, man konnte sehen das es besser war das sie ging.

wenn das nur ihre Probleme sind... zumindest bei einem kann ich ihr Helfen... waren die Gedanken die sie hatte als ihr Pferd die Wiese entlang Trabte... ziellos.


Zuletzt geändert von Jamila: 16.09.02, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17.09.02, 12:18 
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Blass war sie, kaum dass sie die Nacht geschlafen hatte und als sie dann endlich doch hatte schlafen können, kamen die Träume

Garimed... eine Fratze.... ein Grinsen.... ein höhnisches Lachen.... Zorn..... Hass.... Tod.

Ob die Sonne schien oder ob es bereits dunkel war, sie hätte es nicht sagen können. Sie stand vor der Gildentür, wiedereinmal, wusste noch nicht einmal mehr, dass sie diesen Weg überhaupt eingeschlagen hatte. Vielleicht war es ja auch Wehala gewesen der den Weg bestimmt hatte. Sie ging den kleinen Weg hinauf zur Gilde und ihr Blick richtete sie wieder zu dem Nachrichtenbrett, kaum dass sie den Blick davon hätte abwenden können. Noch zwei Schritte und sie stand vor der Tür und wie mechanisch hob sie ihre Hand um zu klopfen. Samira öffnete die Tür, stand vor ihr und schien sich zu wundern, dass sie den Weg gefunden hat. Sie nahm sie in die Arme und schon allein diese wortlose Geste ließ Isodora etwas zur Ruhe kommen.

Zuhause. Nicht die Gilde ist es die für mich die ganze Zeit ein Zuhause war, sie ist es.

Noch immer Ungläubig fragte Samira ob sie wirklich Zeit hätte. Viel.... zu viel. Samiras Blick ruhte auf ihr und sie deutete zum Besprechungszimmer. Gemeinsam gingen sie hinein, setzten sich nah beieinander und Samira legte ihre Hand auf die ihre. Wie sehr hatte sie ihre Freundin doch vermisst. Isodora begann zu erzählen, fragte sie, ob sie wissen würde, was Garimeds Brief wirklich bedeutete. Sie wüsste nur, dass er jetzt weg wäre. Wieder sprach Isodora von der Wahrheit, öffnete Samira die Augen über die Bedeutung dieses Wortes und sah wie sich das Entsetzen in ihrem Gesicht ausbreitete. Sie konnte, wollte es nicht glauben. Ob sie sich nicht irren würde, fragte sie, sich an den letzten Strohhalm klammernd.

Sie hätte ihn getroffen, hätte mit ihm geredet und er wäre es nicht mehr gewesen. Garimed so wie sie ihn gekannt hatten, hätte aufgehört zu existieren, würde niemals mehr zurückkehren. Tränen liefen über Isodoras Wangen und die Trauer überkam sie wieder.

Egal was geschehen ist, ich liebe ihn noch immer.

Samira stand auf und schloss sie in ihre Arme, strich ihr sanft und beruhigend über ihr Haar und schwieg. So vieles war in den letzten Wochen geschehen und fast alles war furchtbar gewesen. Nicht nur Isodoras Leben war aus den Fugen geraten, sondern mit ihrem auch das Leben von Samira.

Nachdem Isodora sich wieder gefangen hatte, setzte sich Samira wieder an den Tisch, wollte von ihr wissen, ob man nicht etwas tun könnte, ob wirklich schon alles zu spät war.

Hass in seinen Augen

Wahrscheinlich wäre es zu spät, antwortete sie ihr leise. Und wenn es doch nicht zu spät wäre, was könnte man tun. Es gäbe nur noch einen Weg ihn da wieder rauszuholen und das wäre der Tempel, doch wenn es doch schon zu spät war, könnte dass auch seinen Tod bedeuten.

Wie lange glaubt er schon an den Dunklen? Wie weit ist er schon gegangen? Könnte ich ihm noch helfen? ..... Ich glaube nicht.

“Es tut mir so leid.“ Nicht sie solle ihr leid tun, sie wäre schuld an allem, er sollte ihr lieber leid tun. Sie hätte Mitleid für beide. Es klopfte an der Tür, einmal, zweimal. Sie solle nach vorne gehen sagte sie ihr, sie würde verlangt werden. Sie folgte ihr nach vorne, wollte eigentlich wieder gehen und erstarrte fast, als sie Tronko in der Tür stehen sah. Er war also wieder zurückgekehrt. Samira schien wie gelähmt. Soviel schlechtes war geschehen und die ganze Zeit über hatte sie es alleine durchstehen müssen und nun stand er wieder vor ihr. Er trat auf sie zu sprach leise mit ihr. Isodora blieb an der Tür zum Besprechungszimmer stehen und rührte sich nicht, sah ihnen nur zu wie sie sich in die Arme fielen.

Garimed

Sie achtete nicht mehr auf die Beiden, hörte und sah sie gar nicht mehr, war nur noch in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen. Wie viel schönes hatte sie doch mit ihm erlebt, wie viele Dinge mit ihm gemeinsam durchgestanden und wie sehr fehlte er ihr jetzt.

Hugin ist in mein Leben getreten zu einem Zeitpunkt da alles im Umbruch lag. Wieder war ich verwirrt gewesen, wusste nicht ob ich meinem Gefühl trauen sollte. War es vielleicht so vorher bestimmt gewesen? Musste es genau so kommen, wie es gekommen ist, oder hätte ich noch etwas daran ändern können? Hätte ich Garimed vor dem Abgrund retten können? Doch wie hätte ich es machen sollen, ohne dass ich von seiner Verzweiflung gewusst hatte? War ich durch Hugin blind gewesen oder hatte Garimed es nur so gut verschleiern können?

„Isodora“ Sie schlug die Augen auf und sah zu Tronko. Alle drei sollten miteinander sprechen, sagte er und sie folgte den Beiden hinaus. Als sie einen ruhigen Ort draußen gefunden hatten, wollte er, dass entweder sie oder Samira erzählten, doch beide schwiegen. Isodora sah wieder auf die Beiden, wie sie so vertraut zusammen saßen. Er hatte seinen Arm um sie gelegt und es schien ihr so als würde Samira bald schon einschlafen, sie hätte es sich wohl verdient. Isodora ballte die Hände zu Fäusten zusammen, konnte es in diesem Moment kaum mehr ertragen, sie so zu sehen, so glücklich, so voller Liebe. Samira schlief ein. Tronko hatte Isodora schon eine Zeitlang beobachtet und erst jetzt, begann sie ihm zu erzählen. “Mein Garimed... ist tot.“ Wie es dazu gekommen wäre, wollte er wissen und sie erzählte ihn von den letzten Tagen. Er sprach ihr Trost zu, sagte, dass es gut wäre, dass sie erkannt hatte, dass ihr Garimed nicht mehr existieren würde. Wieder wollte er mehr wissen, wollte wissen, was mit Samira und ihr in der Zeit geschehen wäre, wollte wissen warum Samira Schuldgefühle ihretwegen hatte und noch einiges mehr. Isodora erzählte ihm alles was er wissen wollte und hörte erst wieder auf, als sie es nicht mehr ertragen konnte zu sprechen.

Wieder Stille. In letzter Zeit war die Stille ihr stetiger Begleiter gewesen, legte sich um sie wie ein wärmender Mantel und schien sie beschützen zu wollen, vor den Dingen die da draußen geschahen. Mittlerweile brach sie die Stille nur noch ungern, da sie immer hoffte, wenn alles still war, konnte ihr nichts schlimmes mehr geschehen.

Tronko ergriff wieder das Wort, erzählte ihr, was er alles erlebt hatte auf seiner Reise und es war eine Menge gewesen. Er erzählte von einer Hexe, von Tod, von Schutzgeister und seinem Entschluss. Doch hatte sie ihm nicht wirklich zugehört. Die Müdigkeit lag bleiern auf ihr und drückte sie nieder. Und irgendwas musste sie gesagt haben, was ihn verärgert hatte, doch konnte sie nicht genau sagen was, zu sehr hatte sie sich schon der Müdigkeit hingegeben, zu sehr das Gefühl der Schwere genossen. Sie würden ein andermal darüber reden, sagte sie ihm. Sie legte sich hin und fiel fast sofort in einen tiefen, langen und traumlosen Schlaf.

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