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Blinzelnd öffneten sich ihre kleinen Augen, die Sonne stand schon hoch am Himmel und verbreitete eine wohilge Ruhe, die nur durch das Geschehen in der Ferne an glantz verlor. Ihr kleiner Körper, noch gebeutelt vom langen, unruhigen Schlaf, schien nicht wirklich wach werden zu wollen. In ihren Kopf sah sie immer wieder diese Bilder, die Bilder aus ihrem Traum. Heerscharen von bleichgesichtigen Untoten die auf sie zu wankten, an ihrer Spitze ein fey'simil, der sein gesicht verloren hatte. Panisch setzte sie sich schließlich auf und sah nur umher, suchend nach Wärme und Geborgenheit. Nifiel saß auf der anderen Seite des Feuers und lächelte sie an, eher passiv nahm sie dies wahr. Einen Moment kehrte sie wieder in sich, nur um das zu vergessen was immer wieder durch ihren Geist huschte. Schwer und unendlich langsam erhob sie sich, ging mit wackeligen, tolpatischgen Schritten um das warme Feuer herum auf die Fey zu die ihr so viel Liebe und Geborgenheit vermittelte. Sie schloss einfach ihre Augen und ließ sich fallen, vertrauend darauf gefangen zu werden. Still und in sich gekehrt blieb sie in ihren Armen ruhen. Noch immer stank sie nach allen möglichen Sorten von Dreck, es war aber auch nicht verwunderlich, wenn man ihre abenteuerliche Reise am Vortag beachtet. Wie aus der ferne klang die Stimme, die ihr irgendwas von "waschen" ins Ohr flüsterte, nicht wirklich schien sie zu verstehen was war und was geschehen sollte. Ein einfaches Nicken war ihre einzige Antwort auf eine Frage, die sie nicht verstand.
Nicht viel bekam sie mit von dem kurzen Marsch aus dem Simil, hin zum weiten See, hinter dem Lager. Ihr Kopf war nun vollkommen leer, für kurze Momente konnte die den Schrecken in ihrem Kopf zügeln und sich beruhigen, wo durch sie auch langsam aufwachte. Auf den sanften Befehl Nifiels hin hob sie ihre Arme schwach und ließ sich das dreckige, muffige Hemd ausziehen. Immer noch wirr im Kopf nahm sie die Frage nach ihren Sandalen kaum wahr und entschloss sich erst nach langer warterei, was denn kommen möge, diese selbst zu öffnen und sich ihrer zu entledigen. Die Hose viel als letztes und eher schnell. Nun stand sie da, nackt, aber scham kannte sie nicht, dieses Wort oder das Gefühl das sich dahinter verbarg war ihr vollkommen fremd und so konnte sie es auch nur ignorieren. Der helle Schein der Sonne brannte ihr in den Augen und brachte ihr nur ein verkatertes Gefühl. Durch das immer klarer werdende Bild der Emotionen und der Wahrheit, realisierte sie langsam was ihre neue Mutter mit ihr vor hatte. Etwas murrend und mit großes Skepsis, sah sie in das Wasser, das ihr immer unfreundlicher und gefährlicher schien. Schnell bewegte sich, fast wie ein Reflex ihr Haupt, zu einem wilden schütteln und sie hob abwehrend ihre Hände an, deren Handflächen von Schmutz bedeckt waren. Ein seltsames Gefühl überkam sie, sie konnte es nicht deuten, doch war es als würde etwas auf sie Blicken, etwas bekanntes und nahes. Sie wurde Beobachtet! Leise vernahm sie leise Schritte die auf beide zu kamen, es war Valandriel, ihr spezieller Niah. Von der Müdigkeit und den Sorgen, die auf ihrer Seele lassteten, schien nun entgültig nichts mehr zu sehen, zu sein. Mit nur wenigen sprüngen stand sie vor ihm und schaute auf in seine Augen, fröhlich schien sie für den Moment, was jedoch immer wieder, nur nach kurzen Momenten durch die Bilder in ihrem Kopf gestört wurde. Sie streckte ihre Arme ihm entgegen, er rümpfte aber nur die Nase und hielt sie von sich weg. Die Worte die er von sich gab, nahm sie schon gar nicht mehr war, der Schock saß zu tief und sie nickte wieder einfach nur. Tief gekränkt wand sie sich ab und machte anstallten einfach weg zu gehen, ihr Arm war aber noch im sanften Griff ihres Ziehvaters. Sie hielt inne und blicke nachdenklich in die tiefen des simil hinein. Dann fiel eine entscheidung, schnell drehte sie sich um und ging auf Nifiel zu, die Hand die sie nur sanft hielt, schüttelte sie ab. Wieder fiel ihr Blick auf die Oberfläche des seichten Wassers. Es schien so friedlich, ruhig und doch kam die Angst in ihr auf. Sie mochte diese Element nicht, warum war aber schleierhaft. Schnell schüttelte sie ihren Kopf und deutete auf das Wasser, nur wenige Momente später wurde sie gepackt, unter den Armen und ins Wasser getragen. Wild zappelte sie in Nifiels Armen, doch wehren konnte sie sich nicht dagegen, sie wollte es auch nicht umbedingt, denn das Gefühl von Wärme war wieder da, dieses Gefühl das sie immer in ihrer Nähe hatte. Ihr Kopf wurde unterwasser getaucht, es war als stände die Zeit still. Vor ihr traten die Luftblasen aus ihrem Mund gen Himmel auf, den sie nur verschwommen sah, durch das Zerrbild des Sees. Ihr Kopf brach wieder aus dem Wasser hervor, erleichtert und schwer atmend sah sie zu ihrer Niah. Nur leise vernahm man die Worte:"Sein nun sauber?" von ihr. Ein verneinen kam nur als Antwort und sie wurde etwas grober als sie es gewohnt war abgestellt, an einer Stelle wo sie stehen konnte. Als sich Nifiels Hände ihrem Haar nährten zog sie den Kopf immer wieder zurück, noch zu sehr war sie geschockt von dem Tauchgang. "Dein bleib dreckig!" Hörte sie nur noch von ihrer Mutter, dann sah sie noch wie sie aus dem Wasser watete und in den Simil rannte. Es traf sie wie ein Pfeil, der ihr Herz durchbohrte. Etwas gegnickt stand sie nun da, bis zum Bauch im Wasser und vollens geschockt. Wellen kamen auf sie zu, sie gingen von Valandriel aus, der auf sie zu kam. Er nahm sie auf den Arm und sie lehnte sich an ihn, voller kummer im Blick und voller trauer über das geschehene.
Sie kamen wieder am Lager an, sanft wurde sie auf einem der Felle abgesetzt. Ihr nackter Körper war immer noch von feuchtigkeit überzogen. Jeder Sonnenstrahl schien sich in den Tropfen zu verlieren und dann doch wieder auf zu brechen, in andere Richtungen. Sie sah zu Nifiel, die auf einem anderen Fell lag und auf sie kalt und lieblos wirkte, auch wenn es anderst aussehen mochte, in den Augen von anderen. Ihr kindliches Herz nahm das alles voller kummer und mit tiefer betrübnis auf. Die Momente verstrichen so schnell, Khaleb hatte sein Hand im Spiel meinte man, die Zeit wich einfach einer sachten Brise. Sie krabbelte auf Valandriel zu, der ihr eine Hand anbot, stand der Hand zog sie es jedoch vor seinen ganzen Arm in beschlag zu nehmen und lehnte sich an ihn. Ihr Blick fiel dabei hinab auf die liegende Nifiel. Trotzig, aber auch von Schmerz der ihre Seele fast zeriss gerüttelt wendete sie ihren Blick schnell ab.
Es verschwanden wieder Sekunden, Minuten im Äther der Zeit. Ein Entschluss wurde in ihrem zarten Geiste gefasst, schnell duckte sie sich unter Valandriels Arm weg und krabbelte um ihn herum, direkt auf ihre Ziehmutter zu. Ihren kleinen Köfper, der leicht auf sie hinab tropfte, beugte sie über die Fey und sah sie an. Leise vernahm sie ein schluchzen, als sich ihre Blicke trafen, dann sah sie erste Tränen in den Augen ihrer Mutter. Etwas wurde in ihrem Leib zerrissen, ihre Brust tat schon fast weh. Ihre ganze Hülle, die ihre Seele barg, fing an zu zittern, leises schluchzen kam nun auch ihr über die Lippen. Dann begann es, Bäche von Tränen brachen aus ihren Augen hervor und rannen über ihr junges, doch schon vom Leben gezeichnetes Gesicht. Ihre ganze Umgebung verschwand aufeinmal, sie sah nur noch eins, Kälte und Dunkelheit. Diese Abweißung schien etwas in ihr zu zerbrechen, verzweifelt ließ sie sich nach hinten ins Gras fallen und rappelte sich auf alle Viere auf. Schnell krabbelte sie, so schnell sie konnte. Immer weiter, immer tiefer in den Simil, bis sie einen Baum erreichte, der ihr freundlich schien. Schlaff ließ sie sich hinab sinken und lehnte ihren nackten Körper an den Stamm. Wie in Meditation, jedenfalls sehr abwesend blieb sie sitzen, weinend und vergass alles, alles was war, was sein könnte und was ist. Alles andere verlor sich im Nebel ihrer Schmerzen.
Bäche aus Tränen
Ich spür auf meiner Wange, das salzige nass. Der Schmerz sitzt tief und auch der Hass. Verzweiflung durchzieht meinen Leib, belegt wie der Nebel meine Seele. Ich fühle was war und weiß nicht was kommt. Sollte alles wieder sein wie früher, oder wird alles in der Unendlichkeit vergehen?
Bäche aus Tränen, ich weine sie, ich Leid mit dir, ich fühle für dich. Welchen Sinn hat das Leben, ohne den zarten geschmack, des salzigen Baches aus deinen Augen?
Zuletzt geändert von Liish: 23.10.02, 18:53, insgesamt 1-mal geändert.
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