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Ruhig atmend sass Timedor im verdorrten, bräunlich gelben Grass hinter der Mühle, auf seinem Schoss die alte Harfe die ihm von seinem Lehrmeister auf dem Festland als Abschiedsgeschenk übergeben wurde. Leise fing er an die Saiten zu zupfen um ihre Klänge zu prüfen. Sein Geist war in völliger Ruhe, auch wenn er zuweilen die Wogen der Unsicherheit niederkämpfen musste die in ihm aufkammen. War es gut genug was ich schrieb? War es passend? Würde ich auch nicht versagen?, so blitzte es kurz in sienem Geiste auf.
Langsam füllte sich der Ort mit dem falschem, zerstörten Lied inmitten der Amrai, mit seinen geliebten Brüdern und Schwestern, in ihren Gesichtern waren Hoffnung und Anspannung gleichermassen abzulesen. Nach und nach bildete sich so ein Kreis herum um den Beutel mit den Samen der Pflanzen die diesem Platz der einst blühend und voller Leben war wieder Kraft und Stärke geben würde. Dann erhob Tuldor das Wort und die Geister der fey'amrai beruhigten sich langsam und suchten einander. Nun war seine Stunde gekommen, würde ihr Lied und das der verödeten Wiese wieder zueinander finden lassen. Mit sanften Tönen erklung von der Harfe ein Lied welches einen jeden ein wenig an das leise Rascheln im Winde von Herbstlaub an dem Bäume erinnern mochte. Auch liess Elen nun auf der Flöte der fey'simil fast die selbe Melodie erklingen die sich sanft mit der seinen vereinigte. Und dann fing er an das Lied zu singen welches er aus den alten Erinnerungen geschaffen hatte. Seine klare, helle Stimme die voller Wehmut und Hoffnung gleichermassen erklung trieb auch die anderen Fey an mit ihm zu singen und schon bald erklung weithin folgendes Lied über die Amrai und den umliegenden Simil:
Wie ein Traum warst du schöner Ort so vieles tatest du uns schenken nun aber ist dein reiner Glanz hinfort drumm singen wir um zu gedenken.
Ein Lied für dich, nur für dich wir singens mit Leib und Seel denn die Erinnerung bleibt immerdar!
Unter deinen Bäumen sassen wir auf dir spriesste sanft der grüne Klee leuchtend Blumen, zauberhaft bei dir dein Glanz betörte uns wie eine Fee.
Ein Lied für dich, nur für dich wir singens mit Leib und Seel denn die Erinnerung bleibt immerdar!
Doch nicht die Pracht, nicht die Stärke machten dich zu einr besondren Stätte unsere Träume, Gedanken an künftge Werke wuchsen bei dir wild wie um die Wette.
Ein Lied für dich, nur für dich wir singens mit Leib und Seel denn die Erinnerung bleibt immerdar!
Geboren wurde Freude, aber auch Leid in dir begann vielerlei Schiksalsband wir webten sie in deiner Wunderbarkeit du gabst uns immer dein helfend Hand.
Ein Lied für dich, nur für dich wir singens mit Leib und Seel denn die Erinnerung bleibt immerdar!
Trübte auch manchmal Trauer unsren Geist stehts warst du da und gabest deine Gaben Schönheit oder Reinheit nur eine davon heisst durch deine Kraft und Ruh konnt nichts uns plagen
Ein Lied für dich, nur für dich wir singens mit Leib und Seel denn die Erinnerung bleibt immerdar!
Erblühen sollst du wieder in unseren Gedanken Pflanzen, Blumen, Triebe und die Bäume sie sollen nie aus unsren Geistern wanken den ihr und du närtet einst unsrere Träume.
Wir danken dir und singen dieses Lied für dich, nur für dich denn die Erinnerung bleibt immerdar!
Immer mehr verwob sich ihr aller Lied zusammen, bildete wieder eine Einheit als alle fey'amrai dieses Lied sangen, er selbst spürte die anderen tief in seiner Brust, in seinem Herzen und alle Zweifel, aller Trübsal, alle Uneinigkeit waren wie weggeblasen, hinfort geweht von den Klängen die selbst das Gras langsam mitwanken liessen. Eins waren sie nun mit dem Ort und untereinander und nun konnten sie das neue, alte Leben sähen und es stärken.
Als er zur Flöte griff und sie sich an den Mund setzte um so die Melodie in viel reinerer und purerer Form wiederzugeben als er es mit der Harfe vermochte, da gingen seine Geschwister reihum zu dem Beutel und nahmen sich einen Samen. So wie langsam eine zweite, magische Flötenmelodie erklung obwohl nur ein Instrument gespielt wurde, so wuchs auch kaum merklich, kaum nachvollziehbar langsam das Grün im Gras und auch einige Knopsen waren zu sehen.
Windgeflüster, so musste man die Melodie wohl nennen die sich wie ein feines Seidentuch auf den ganzen Wain legte, die Herzen und Seelen der fey und aller Leben besänftigte und erstarken liess und das Lied dieses Ortes und auch das aller fey'amrai liessen ihre wahre Macht erahnen: stärker waren sie nun in diesem Augenblick als sie eins waren als jeder Mensch, jeder Dämon, jeder Magus, jeder Druide je sein mochte.
Und so gaben sie den Samen einen Teil ihres eigenen Liedes, jeder von ihnen gab sein mandra um ganz mit dem Wain, der Heimat, der Gemeinschaft zu verschmelzen. Wo die Samen auf den Grassboden gelegt wurden, der nunmehr in einem satten, vitalen Grün erstrahlte, da glitten sie, die das Lied der Amrai enthielten, leise in die Erde und bei manchen sprossen gar schon die ersten Triebe. Als er selbst an der Reihe war setzte er die Flöte ab, blies nichtmehr hinein, spielte kein Lied mehr....... aber kein bischen weniger Stärke und Macht hatten die Klänge der Lieder die weiterhin um ihn herumin voller Stärke erklungen. Denn es war nicht sein Lied welches er gespielt hatte, es war ihr aller Lied. Er nahm sich eine kleine Haselnuss und als er anfing leise zu singen und dabei zu der fey blickte.....die er.......liebte, da verwob er auch ihr Lied mit dem seinigen und legte den Samen direkt neben Ayneas auf den Erdboden. Zusammen würden sie wachsen, sie und er und alle zusammen die hier sungen.
Denn das Lied mochte jetzt nicht mehr hörbar sein, aber auch Tage dannach spürte er es tief in sich, wie es ihm Stärke, Kraft, Liebe, Wärme, Hoffnung und Güte schenkte. Wie er es fast noch hören konte als er zum Orte ging auf dem sich das Leben trotz des beginnenden Winters regte und spross im Überfluss.
Das Lied der Amrai.
Zuletzt geändert von Timedor: 1.11.02, 15:54, insgesamt 1-mal geändert.
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