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 Betreff des Beitrags: Erwartungen, Realität und Leben
BeitragVerfasst: 3.11.02, 02:51 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 9.12.01, 14:09
Beiträge: 141
Wie oft hatte er nun schon die einzelnen Steine an der Decke über seinem Bett gezählt... 10mal... 100mal... noch viel öfters?
Die Lider seiner Augen schlossen sich abermals, in der geringen Hoffnung endlich Vergessen, etwas Ruhe zu finden. Aber sofort waren die Gedanken wieder präsent. Die Bilder von der Frau die er liebte. Schöne Erinnerungen, sowie traurige. Gedanken und die Hoffnungslosigkeit. Und alles vermischte sich nun mit dem was sein ganzes Leben bestimmt hatte. Verpflichtungen, Erziehung, Erwartungen von anderen. Oder auch sich selbst gegenüber?

Auch wenn sein ganzes Leben immer wieder davon berührt wurde, das Liebe die einzige wirkliche Wahrheit des Lebens beinhaltet, hatte die Wirklichkeit ihn gnadenlos eingeholt. Waren die Träume und Hoffnungen in der realen Gegenwart zerstoben worden.

Stand er nun zwischen zwei Frauen? Obwohl wie widersinnig. Die Frau die er liebte, war soweit entfernt wie niemals zuvor und er konnte es sogar mittlerweile fast ertragen, das sein Herz für immer gebrochen sein würde. Die andere war ihm noch fast gänzlich unbekannt und es schien, daß fast nur seine Erziehung und seine Verpflichtung seiner Familie, seines Landes gegenüber, ihn zu ihr trieben. Oder war es vielleicht doch mehr?

Ist es Verzweiflung? Der einfache Wunsch seinem Leben wenigstens einen Sinn zu geben oder einfach dem gerecht zu werden, was andere von ihm erwarteten? Oder etwas anderes, was einfach nicht in seiner Jugend, seiner Naivität zu erfassen ist?

Gleichmäßig und tief waren seine Atemzüge und es kam ihm noch wie eine Ewigkeit vor, denen er sich seinen Fragen und Zweifeln stellte. Nur um am Ende festzustellen, das er einfach nicht in der Lage war eine Lösung zu finden. War überhaupt eine zu finden?

Sollte er wieder zu ihr gehen? Sie fragen ob sie irgend etwas braucht? Dieser Person, die zumindest in ähnlichen Gefängnissen von gesellschaftlichen Zwang und familiären Erwartungen lebte, zur Seite stehen. Er würde sie nie lieben können. Nicht mit seinem Herzen. Aber vielleicht könnten sie einander ihr Leid lindern. Zusammen einen Weg finden, dieses Leben zu ertragen.

Aber ist es gerecht? Ist es nicht so, daß er einen Weg eingeschlagen hat, sie auszunutzen? Sie benutzt, damit er einen Weg für sein Leben findet, aber ihr nie das geben zu können, was sie begehrt, was sie verdient?

Sein Blick sah immer noch in die erkenntnislose Unendlichkeit, als er sich, langsam die Stufen der Treppe erklimmend, ihrem Zimmer näherte.


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