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Vom Fenster der Kaserne aus, hatte der Ritter seinen Schüler schon seit einiger Zeit schweigend beobachtet. Er erinnerte sich an die Worte Aldones' - Sehr bemüht, teilweise aber etwas hastig. Wahrlich, sehr bemüht, heute schien der Knappe jedoch alles andere als hastig seine Arbeit zu vollrichten. Vielleicht lag es daran, dass ihm die Pflege der Pferde mehr liegt als die Zubereitung des Abendmahls für seinen Herren.
Sei es wie es sei, der Ritter hatte die Gewissheit gewonnen, einen ehrgeizigen und lernbereiten Krieger auserwählt zu haben. Das gab ihm wohl erste Sicherheit, und stimmte ihn zuversichtlich, für die Tage die noch kommen mögen.
Nach Minuten des nachdenklichen Harrens vor dem großen Fenster, welches ihm einen Blick über den Marktplatz eröffnete, entschloss er sich nach unten zu treten um in die Burg zurückzukehren - zu seiner Lordschaft. Nicht zu vergessen Sir Bastian. Der Ritter hegte großes Interesse für jenen Mann aus dem Orden der Königsritter, und vorallem für das gespannte Verhältnis seiner Lordschaft zu jenem. Möglicherweise hatte Bastian recht mit der Behauptung, dass Ritter welche zu lange am Hofe, verschlossen vor jeglichem Pöbel leben, dem alten Eid nicht mehr richtig Folge leisten - ob Bastian auch einer davon war ? - Es würde sich bald zeigen. Gestern, nach dem warmen Abendmahl war es ihm zuwider seine müden Knochen auch noch bis in die Burg zu tragen, so nächtigte er in der Kaserne.
Kaum nach unten gekommen, versuchte er den Knappen mit lauter Stimme einzuschüchtern, wie er es bei jedem zuvor gemacht hatte. Tyralion könnte ihm gewiss ein Lied darüber singen, wäre er noch am Leben. Knappe, was soll das ? Willst du noch einschlafen ? Sattle mein Pferd, ich bin in größter Eile, und vergiss nicht was dir aufgetragen wurde. Dann erhob er sich auf sein gepflegtes Ross um gen Burg zu galoppieren.
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