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 Betreff des Beitrags: Das Leben eines Knappen...
BeitragVerfasst: 15.04.03, 16:43 
Ehrenbürger
Ehrenbürger

Registriert: 27.07.02, 18:23
Beiträge: 924
Wohnort: Chemnitz/ Sachsen
...die Morgensonne war noch nicht aufgegangen, da schlug er die Augen auf. Laut war sein Gähnen zu hören. Er schaute sich um...und erblickte die Gesichter seiner alten Kameraden, welche noch friedlich schlummerten...leise seufzte er...ja früher...früher hätte er auch noch ein paar Stunden länger schlafen können...sein Blick festigte sich...aber er wußte warum.

Er schwang sich aus dem Bett, schnell machte er sich an der Waschschüssel frisch und streifte sein Gewand über. Prüfend fuhr er über selbiges...ein guter Sitz des Gewandes, ein ordentliches Äußeres waren eine Tugend, schnell war ihm jenes eingebleut worden. Schließlich nickte er zufrieden und verlies die Kaserne.

Sein Weg führte ihn geradewegs zu den Ställen. Langsam trat er in jene ein.

"Ruhig Brauner..." flüsterte er. Sodann füllte er den Trog mit frischem Wasser welches er vom Brunnen holte, und füllte frisches Heu nach. Leise lächelnd sah er sodann dem Roß beim Fressen zu. Ein prachtvolles Tier. Gewaltig und doch behende. Schließlich nahm er die eine Bürste zu Hand und begann das Ross zu striegeln. Er versank regelrecht in seiner Arbeit. Auf einmal wurde dieser friedliche Moment von einem Donnern unterbrochen.

"Knappe, was soll das? Willst du noch einschlafen?" Die Stimme seines Lehrers grollte durch den Stall. Jedoch blieb es beim Grollen...zu schnell mußte er hinfort. Der Knappe sattelte geschwind das Ross, und sah sodann dem Ritter hinterher der eilig davongaloppierte.

Doch schnell besann er sich...hatte er nicht noch viel zu tun? Die Beinschiene des Panzers seines Herren war geborsten, und so suchte er schnell den Hofschmied auf...


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BeitragVerfasst: 15.04.03, 19:42 
Ehrenbürger
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Beiträge: 564
Wohnort: Wien
Vom Fenster der Kaserne aus, hatte der Ritter seinen Schüler schon seit einiger Zeit schweigend beobachtet. Er erinnerte sich an die Worte Aldones' - Sehr bemüht, teilweise aber etwas hastig. Wahrlich, sehr bemüht, heute schien der Knappe jedoch alles andere als hastig seine Arbeit zu vollrichten. Vielleicht lag es daran, dass ihm die Pflege der Pferde mehr liegt als die Zubereitung des Abendmahls für seinen Herren.

Sei es wie es sei, der Ritter hatte die Gewissheit gewonnen, einen ehrgeizigen und lernbereiten Krieger auserwählt zu haben. Das gab ihm wohl erste Sicherheit, und stimmte ihn zuversichtlich, für die Tage die noch kommen mögen.

Nach Minuten des nachdenklichen Harrens vor dem großen Fenster, welches ihm einen Blick über den Marktplatz eröffnete, entschloss er sich nach unten zu treten um in die Burg zurückzukehren - zu seiner Lordschaft. Nicht zu vergessen Sir Bastian. Der Ritter hegte großes Interesse für jenen Mann aus dem Orden der Königsritter, und vorallem für das gespannte Verhältnis seiner Lordschaft zu jenem. Möglicherweise hatte Bastian recht mit der Behauptung, dass Ritter welche zu lange am Hofe, verschlossen vor jeglichem Pöbel leben, dem alten Eid nicht mehr richtig Folge leisten - ob Bastian auch einer davon war ? - Es würde sich bald zeigen. Gestern, nach dem warmen Abendmahl war es ihm zuwider seine müden Knochen auch noch bis in die Burg zu tragen, so nächtigte er in der Kaserne.

Kaum nach unten gekommen, versuchte er den Knappen mit lauter Stimme einzuschüchtern, wie er es bei jedem zuvor gemacht hatte. Tyralion könnte ihm gewiss ein Lied darüber singen, wäre er noch am Leben. Knappe, was soll das ? Willst du noch einschlafen ? Sattle mein Pferd, ich bin in größter Eile, und vergiss nicht was dir aufgetragen wurde. Dann erhob er sich auf sein gepflegtes Ross um gen Burg zu galoppieren.


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BeitragVerfasst: 23.04.03, 10:16 
Ehrenbürger
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Beiträge: 924
Wohnort: Chemnitz/ Sachsen
wieder einer dieser Tage...an denen man weder den nötigen Schlaf fand, und hätte man die Zeit gehabt aber auch nicht zur Ruhe gekommen wäre.

Hastig eilte er durch die Stadt. Soeben hatte er hastig den Bericht für seinen Lehrmeister geschrieben, den jener forderte. Er jagte am Fluss entlang, im Kopfe nur die neuen Aufgaben die er zu bewältigen hatte.

Auf einmal wurde jedoch sein Blick abgelenkt. 2 Katzen sassen am Flussufer...ein Bild von Ruhe und Frieden. Nahezu magisch wurde sein Blick von Ihnen angezogen.
Langsam näherte er sich den beiden. Er schaute auf sie herunter, um dann langsam in die Knie zu gehen. Die eine Katze schien ziemlich feucht...war sie im Flusse gewesen? Langsam streckte er seine Hand aus. Verwundert erst, so schien es, musterte ihn die Katze, um sich ihm dann langsam zu nähern. Spielerisch umklammerte sie mit ihren Pfoten die ausgestreckte Hand, spielerisch kratzte sie die derbe, von Felddienst und Schlachten gezeichnete Hand. Mit seiner anderen Hand begann er ruhig das Fell der kleinen zu streicheln, immer wieder glitt die Hand über das Fell, die Ohren, den Kopf. Sie schnurrte und schien es zu genießen. Dann wurde er eines Mauzens gewahr...hatte sie Hunger? Er griff in seine Tasche und holte eine Feldration Trockenfisch hervor. Erst zögerlich fraß sie denselben. Aber nur zum Teil, wahrscheinlich war der Hunger doch nicht so groß.

In diesem Moment machte sich eine unerschüttliche Ruhe in ihm breit, Frieden überflutete sein Gemüt. In diesen unruhigen Zeiten war es einer der seltenen Augenblicke die ihn rasten ließen. Noch etwas liebkosten seine Hände die kleine Katze. Mit einem Ruck sah er dann plötzlich auf...zu lange durfte er nicht trödeln...es gab Arbeit zu erledigen. Mit einem Seufzer erhob er sich und ging von dannen...einen letzten Mauzer hörend bog er um die Ecke in eine kleine Gasse gen Marktplatz ein...


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BeitragVerfasst: 13.05.03, 18:05 
Ehrenbürger
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Beiträge: 924
Wohnort: Chemnitz/ Sachsen
wieder lagen viele Stunden mit harter Arbeit hinter ihm.
Er freute sich auf den Nachmittag, an dem er glaubte einige freie Stunden zu haben.

Doch dann rief ihn sein Lehrmeister zu sich. Gemeinsam brachen sie in die Wildnis ausserhalb der Stadt auf. Verwundert folgte der junge Knappe ihm, unwissend was sein Meister heute von ihm wollte. Lang waren die unterwegst auf den staubigen Wegen. Dann jedoch verliessen sie den Weg und es ging durch den Wald gen Meer. An einer alten Lagerstelle machten sie dann halt.

Schweigend machte der Knappe Feuer, und setzte sich sodann nach Aufforderung auf einen alten Stamme.

Schweigend musterte ihn sein Herr, bis er ihn aufforderte von sich zu erzählen. Langsam kam der Knappe dem nach. Er erzählte von zu Hause, von seinem Vater, der Mutter, dem alten Lehen.

Ruhig hörte ihm sein Lehrer zu, ihn nur selten unterbrechend. Sodann beschrieb er ihm den harten Weg der Ausbildung der vor ihm liegen würde. Er sprach vom Codex, von Ehre...von so vielen Dingen.

Ruhig hörte ihm nun der Knappe zu, dabei aber immer wieder Fragen stellend die sein Lehrer ihm gerne und ausführlich beantwortete. Immer wieder sprach jener dabei auch von Ereignissen aus der eigenen Vergangenheit. Viele Stunden dauerte das Gespräch, bis die beiden Gewahr wurden wie sich das Dunkel der Nacht über die Erde legte.

Der Ritter erhob sich, klopfte seinem Knappen kurz auf die Schulter, und sodann machten sie sich wieder auf gen Stadt. Beide in der Gewissheit das dies nicht das letzte Gespräch gewesen sein würde...


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BeitragVerfasst: 14.05.03, 01:32 
Ehrenbürger
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Wohnort: Chemnitz/ Sachsen
Es war ein regnerischer Tag. Nachdem der Knappe im Stahl seine Arbeit getan hatte, wandte er sich gen Nordosten zum dortigen Stadttore.

Heute wie jeden Tag würde er ein paar Stunden auf dem Trainigsplatze vor jenem Tore verbringen. Eindringlich hatte ihm sein Meister deutlich gemacht, welch riesen Defizite er im Kampfe mit dem Schwert noch hatte. Tägliche Übung war ihm aufgetragen worden.

Und so traf er an jenem Platze ein. Nur wenige Menschen waren auf jenem Platze. Ruhig suchte er sich ein ruhiges Plätzchen, welcher er schnell fand. Eine einzelne Trainingspuppe stand verlassen dort, jene wählte er.

Schnell warf er überflüssige Kleidung ab, nur leicht bekleidet begann er sodann mit einigen Aufwärmübungen. Nach kurzer Zeit nahm er sein Schwert hinzu. Einige Schläge in die Luft machend, wandte er sich dann der Puppe zu. An jener versuchte er sich mit Schlägen gegen den Kopf, Kombinationen gegen den Körper und etlichem mehr.

Vertieft in seiner Übung wurde er durch eine kräftige Stimme aufgeschreckt. Es war ein alter Veteran, welcher ihm anbot mit ihm gemeinsam zu trainieren. Gern nahm er das Angebot an. Gemeinsam begannen sie erst leichte Schlagkobinationen auszutauschen, ehe sie einen richtigen Übungskampf begannen.

Schnelle Schläge, Paraden, Kobinationen, Drehungen. Der junge Knappe kämpfte mit zusammengebissenen Lippen. Jedoch konnte er dem Geschick des alten Veteranen nicht standhalten. Nach einem harten Schlag in die Seite kniete er keuchend im Staube. Besorgt erkundigte sich der Veteran ob etwas geschehen sei, dies war jedoch nicht so. Dann verabschiedete er sich, und auch der Knappe begann seine Sachen zusammenzuräumen und lief zurück in die Stadt.

Er wußte...er hatte noch viel zu lernen...


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BeitragVerfasst: 17.09.03, 02:20 
Ehrenbürger
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Wohnort: Chemnitz/ Sachsen
Monate waren vergangen. In einer kleinen, engen Schreibstube, welche sich in der westlichen Stadtmauer befand, saß der Knappe, gebeugt über einige Pergamente. Er hatte eine neue Aufgabe bekommen. Und jene lehrte ihn eine neue Tugend, eine Tugend welche er vorher nur in Ansätzen kennengelernt hatte.

Verantwortung

Grübelnd sass er vor den Pergamenten...die Feder zwar in der Hand...doch all dies nur scheinbar. Sein Blick bohrte sich in den Tisch...er schien durch jenen durchzusehen. Grübelnd schwiffen seine Gedanken immer wieder ab...nur schwerlich konnte er sich auf seine Arbeit konzentrieren.

Er wußte die Schüler der Akademie in guten Händen.

Und zufrieden konnte er auf seine Lehrmeister blicken. Zufrieden...leicht schüttelte er den Kopf. Nein er war nicht zufrieden. Denn er wußte...so er jemanden als Lehrmeister aufnahm bedeutete dies Verantwortung...eine Verantwortung vor der er nicht weglaufen...der er sich nicht entziehen durfte. So er um das Wohl der Schüler besorgt war...so war er um das Wohl der Lehrmeister besorgt.

Mit einem Ruck legte er die Feder auf den Tisch...ein paar Spritzer Tinte schwebten auf das Pergament.

Und er wußte er würde am morgigen Tage versuchen die Genehmigung für einen Besuch der inhaftierten Lehrmeisterin zu bekommen.

Denn er trug Verantwortung.


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