3. Gurr Gurr Lied
Das Leben
*Sie setzt sich langsam, fast in einer unendlichen Langwierigkeit beginnt sie zu spielen:
Mit einem tiefen Ton anfangend, springt er einige kleinen Hopser auf der Tonleiter hoch, nur um dann wie ein dreifaches Tippeln auf einer Treppe wieder nach unten zu fallen.
Sie wiederholt einmal jene vier Töne jedoch dieses mal nicht als schnellen Hopser, sondern eher ein hinauftippeln und wieder bergab. Es wirkt wie der Beginn eines kleinen Prolog für die sonst noch so warm klingende Melodie.
Die Finger am Halse streichen fast in vollkommener Liebe, während ihre andere Hand an den Saiten wie zum Tanze zupft und folgendes an dein Ohr tänzeln lässt:
Ein, sich von den zwei folgend monotonen Tönen abfesselnder, einfach tiefer Ton beginnend verbleibt dieses Dreierspiel im Hintergrund während die eigentlich lauteren Klänge sich dominant durch die Luft kräuseln.
Ein hoher Ton, der nun mal durch die anschließend, wie wieder auf der Treppe empor steigend, helleren Tönen begleitet, nicht mehr allzu hoch erscheint, bildet eine Art rosigen Anfang durch die Helligkeit der Laute.
Wie ein Spiegelbild dazu, der zweite Akkord, der zwar mit gleichem hohen Ton beginnt, jedoch gleichermaßen nach unten geführt wird und somit gar schlechteres zu beschreiben meint. Und immer im Hintergrund das Fundament der drei Töne... einer allein, zwei monotone folgend.
Sie wiederholt nach einer kurzen Pause. Ihr Blick in die Leere als würde dies eine Geschichte sein, die egal wie sie sich wenden möge, immer wieder zum Anfang allem findet. Die drei Töne gehen eine Tonlage höher, immer noch sind sie ruhig, im Hintergrund und doch präsent.
Bevor sich jenes mal ein plötzliches Ende der tiefen Noten findet, bilden sich wie ein Kranz des Tanzes schnelle Weiterführungen.
Die Töne wechseln sich ab. Die noch im Hintergrund liegenden leisen Töne werden lauter, das Zupfen leiser und wie eine innige Umarmung, eine Art Rosenregen, tänzeln beide an einander vorbei.
Nun beginnt eine neue Ära: Beide, schmiegend aneinander tanzende Töne, können ohne Zweifel Bruder und Schwester genannt werden.
Lange dauert ihr Tanz bis sie sich wie im Streite lösen um wieder den ersten Akkord, der schon so weit zurück liegt, einzufangen und um die fast vergessene Dämmerung zurück zu holen.
Die drei tiefen Töne scheinen nun, nach dem mittleren Tanze wichtiger? als man sich hätte denken können.
Das Lied ,ohne sie keine Bedeutung.
Trotz der Schönheit des eigentlichen Liedes scheinen sie ein vollkommener Bestandteil dessen zu sein.
Nochmals spielt sie den ersten Akkord als wolle sie dem Zuhörer verinnerlichen wie schön der Anfang doch war. Und nochmals der zweite... der Hintergrund etwas lauter, doch nicht allzu laut, nur eine schwache Präsenz die drei Töne.
Ein zweiter Akt, beide einzelnen Bruchteile spielen die Melodie des Anfanges neu, lauter... heller... stärker... kein Streit... Hoffnung keimend?
Die Treppe immer höher.... der Akkord wie von einem Vogel so hell und doch auch trockener wird es, als käme man der Sonne immer näher. Immer steiler die Treppe... immer schwieriger der Weg... und dann...:
Für einen kurzen Moment halten ihre Hände ein, wie zurückblickend, eine Erinnerung festhaltend und plötzlich der Fall, so schön sie doch nach oben immer Heller, immer mehr zu Sonne schienen, fallen die Noten nun ab, nicht mehr langsam, sondern schnell... ohne jegliche Vorwarnung, es fällt... kein Halt. Wieder wechseln sich Bruder und Schwester ab, als wolle der im verborgenen wartende Bruder seine Schwester retten, wird nun er standfester und stärker, wobei die Melodie... die eigentlich die ganze Zeit dominierte sich zurückzieht, scheinbar in sich verloren ist. Eine einzige Frage nur noch... Versagen? Tod...?
Die Melodie wird langsamer und verklingt mit einigen streichen des „Bruderakkords“ ohne Antwort.*