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Spärlich beleuchtete das kleine Lagefeuer die Umgebung. Ein kleiner Lufthauch spielte mit den Flammen und trug ein paar Funken davon. Wiedermal war es eine dieser rabenschwarzen Nächte und wieder waren keine Geräusche zu vernehmen. Nur die kahlen Bäume schienen zu ächzen und wilde Verfluchungen auszustoßen wenn der Wind ihre morschen Äste bog. Das Licht des kleinen Feuers sorgte dafür, dass die Bäume bizarre Schatten warfen und scheinbar alles Leben auf dem Boden zu verschlucken drohten.
Noch immer waren die Fratzen auf seiner Rüstung und noch immer flüsterten sie ihm zu. Er mochte es wenn sie mit ihm Sprachen, war es doch die direkte Verbindung zu ihm, zum König der Götter.
Langsam zog er den Schleifstein über die schwarze Klinge und das wütende Kreischen abgeschliffener Metallsplitter und Steinstücke bellte durch die Nacht. Zug um Zug wurde das Kreischen schriller und die Klinge schärfer. Er musste Schmunzeln als er daran dachte, wie er damit das Leben seiner Feind aushauchen würde und er dachte daran wie es wohl wäre, damit den Ketzern ihre Köpfe abzuschlagen und sie der Reihe nach bis zur alten Hauptstadt, auf Pfählen aufgespießt, als kleinen Wald des Häresie aufzureihen. Nun da der Fürst gegangen war, Heim zu wichtigen Geschäfen wie der alte Mann es nannte, stand ihm niemand mehr im Weg. Das Weib fraß ihm aus den Händen und sie Schüler hingen an seinen Lippen und verehrten jedes Wort das er sprach. In ihm hatte sich ein neues Gefühl breit gemacht. Er war nicht mehr von Hass, Zorn oder Rache besselt, nein etwas viel besseres, schöneres hatte sich in ihm breit gemacht. Das Streben nach Macht. Es gab mehr als den Hass und das wütenden Abschlachten der Ungläubigen, obwohl es freilich Spaß machte, dennoch gab es mehr. Es gab so viel zu erforschen und irgendwie beneidete er die Magier um ihr wissen, ihre Fähigkeit mit dem Herren direkt zu kommunizieren. Nun, vielleicht könnte man es ja ändern? Vielleicht kann man ja mit besonders vielen Opfergaben ebenfalls jenen Weg beschreiten? Sich selber zunickend, zog er den Stein abermals über die Klinge. Wahrlich, es musste einen Kreuzzug geben, einen Kreuzzug gegen die Ungläubigen. Doch zuerst mussten die eigenen Reihen gesäubert werden. Es gab zu viele die nicht Beten wollten. Er konnte es immernoch nicht fassen, dass noch immer kein Altar ihm zu ehren errichtet worden war. Wenn es der Herr so wollte, so würde er eben erneut die anderen darauf hinweisen, dass man seinen Glauben auch praktizieren muss und wenn er es ihnen mit Schwert oder seiner liebgewonnenen Peitsche einprügeln musste. Ein letztes Mal riss er den Stein über die Klinge, dann erhob er sich vom Lagerfeuer und marschierte auf das große Lager zu.
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