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 Betreff des Beitrags: Von Taresboden verschluckt?
BeitragVerfasst: 20.10.03, 07:16 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 19.10.03, 22:51
Beiträge: 2
Die Dunkelheit senkte sich langsam über das Land und der leichte Nieselregen prasselte seit einer Ewigkeit beständig auf sie hinab, so dass sie von Kopf bis Fuß bereits völlig durchnässt war. Sie vermisste ihn und doch war sie noch immer nicht bereit wieder zurück zu gehen. Sie hatte die Einsamkeit gesucht und nahm sie noch immer mit offenen Armen auf, auch wenn sie nicht mehr genau wusste warum sie sie überhaupt gesucht hatte. Viele Wochen, waren ins Land gegangen, seit dem sie ohne ein Wort von ihm fort gegangen war. Hatte sie Angst gehabt, dass er sie zurück halten würde, wenn sie gehen wollte? Sie liebte ihn und doch hatte er eine gewisse Furcht vor ihm in ihr ausgelöst mit jedem Tag da er sich mehr verändert hatte. Er war nicht mehr der Mann in den sie sich verliebt gehabt hatte, aber auch sie war nicht mehr die, die sie einst gewesen war. Der Krieg hatte seine Opfer gefordert und diese Opfer bestanden nicht nur aus Toten. Ihr Opfer war ihre naive Unschuld, ihr heiteres Gemüt. Sie war um so vieles ernster geworden und sein Opfer, es war fast, als wäre er um Jahre gealtert, als wäre jedwedes Glücksgefühl in ihm erloschen und dem Dunkel gewichen. Die Dinge, die er über sich selbst erfahren hatte und ihr weitergab in langen Gesprächen, hatten eine gewisse Distanz zwischen ihnen aufgebaut, ohne dass sie es gewollt hatte. Ob er sie vermisste? War es ihm überhaupt aufgefallen, dass sie weg war? War ihr verschwinden überhaupt jemandem aufgefallen?

Sie hatte in all der Zeit nicht mehr getan, als ihren Gedanken nachzugehen, zu beten und den Umgang mit dem Schwert zu verbessern. Letzteres hatte seine Spuren auf ihrem Körper hinterlassen, wobei diese sich nicht auf Wunden oder Narben bezogen, da sie immer nur für sich geübt hatte, sondern sich eher in ihrem Aussehen niederschlugen. Ihr Körper war in der Zeit sportlicher geworden. Wendig und schnell war sie schon immer gewesen, wie hätte es auch anders sein sollen, da man als Diebin darauf angewiesen war, wenn man überleben wollte, doch nun wuchs auch ihre Kraft von Tag zu Tag ein wenig mehr an. Mit jeder Übung wurde es ihr leichter das Schwert zu heben und schon bald, brauchte sie nicht einmal mehr beide Hände um es anzuheben und ihre Übungen zu absolvieren. Sie wurde langsam zu einem nützlichen Mitglied der Gemeinschaft, würde es zumindest sein, wenn sie zurückkehrte. Genau das war es, was sie sich schon seit langem gewünscht hatte, nützlich zu sein, nicht mehr nur dumm herum stehen zu können und nichts weiter zu tun als zu zugucken.

Noch immer ging sie Schritt um Schritt durch den Regen, ohne auch nur im Entferntesten ein Ziel zu haben und noch immer war sie in Gedanken versunken, Gedanken die mal um ihren Verlobten und mal um diesen frechen Schwarzmagier kreisten. Den Kerl hatte sie auch schon lange nicht mehr gesehen. Wie es ihm wohl ergangen war in all der Zeit? Sehnsucht nach der Stadt umfasste ihr Herz und hielt es kurze Zeit gefangen. Sollte sie vielleicht nach Brandenstein zurückkehren? Das letzte Mal als sie dort gewesen war, war sie zur Mutter geworden. Ein leichtes Schmunzeln huschte für einen Moment über ihre Züge als sie daran dachte, wie sie das erste Mal "Mama" genannt worden war. Das Kind hatte nicht mehr von ihrer Seite weichen wollen und wie hätte sie die Bitte um Geborgenheit abschlagen können nach einem Blick in diese unschuldigen Augen?! Vielleicht sollte sie doch wieder zurück zu den anderen gehen und sei es nur um des Kindes wegen. Wie würde er wohl reagieren, wenn sie plötzlich wieder vor ihm stand und viel wichtiger, wie würde sie selbst reagieren, wenn sie ihn wieder sah? Als wenn sie selbst unbewusst ihre Schritte in die richtige Richtung geleitet hätte, stand sie wieder an dem Platz von dem sie vor ein paar Wochen losgezogen war. Ihr Blick glitt an dem Gemäuer entlang und einen winzigen Moment zögerte sie ehe sie näher ging, mit dem festen Willen ihrem Schicksal nicht mehr länger davon zu laufen.


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BeitragVerfasst: 20.10.03, 08:32 
Festlandbewohner
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Der Ekel an dem diesseitigen Dasein war groß geworden. Die Erinnerungen beginnen zu schwinden, einzig ein Klammern an die lange zurück liegenden Schatten ist es, das die Trauer nicht in Zorn umschlagen lässt. Und doch, die Bilder entgleiten quälend langsam den alten Händen die noch immer versuchen sich in jene Eindrücke zu krallen. Der Schatten offenbart mehr als nur die Finsterniss. Es ist eine Art der Wahrheit, genährt von den Seuchen und der Fäulniss der Einen, filigrane Muster durchziehen sie und weisen den Weg. Schwer ist es sie zu tragen, nur Auschnitte zu fühlen und schon fast zu ertragen. Wie wohl die Unwissenheit dem Kind das Geschenk ist, so ist dies dennoch ein Geschenk für den Erwachten.

Was hält, ist das Wissen um das Ziel das eines Tages alles und jeden zu einem machen wird.

Er stand auf der Asche und dem Blut alter Schlachten, sah in die Ferne, loderndes Glühen der Lava Massen erstreckt sich vor ihm. Der Halt ist wichtig, das Wissen um Halt ist elementar um dies alles tragen zu können, gleich wohl es ein Geschenk ist. Er wand sich dem Tier zu, ein junges Ross und saß wieder auf. Zielos war der Ritt und er führte stets über die von Asche bedeckten Lande. Er machte sich Gedanken, immerfort über die Änderungen der Dinge, der Gemüter der Erwachten. Viele waren vergangen, viele schwach geworden und dies nagte an dem Pfad, höhlte ihn langsam von innen her aus. Was ist der Wert der bleibt, wenn man das verliert, das den Halt bedeutet. Wohl an, nichts ausser dem blassen trostlosen Abbild jener verzerrten Realität, die man erleiden muss.

Es war ein Labyrinth.

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BeitragVerfasst: 7.11.03, 14:23 
Festlandbewohner
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In der Abgeschiedenheit findet man nur das, was man selbst mit hineingenommen hat.

Die Haut beginnt blasen zu werfen und löst sich langsam von dem darunter liegenden Fleisch. Ein lächeln, als sich die Ränder langsam schwarz verfärben, die Haut zieht sich zurück. Dann nimmt er den Arm aus der Flamme der Fackel und zieht einen Schnitt mit dem Dolch an die gleiche Stelle, das Blut rinnt herunter und benetzt das Gras, das Moos das zu seinen Füßen, besser zu seinen Knien lag. Ein langes monotones Gespräch mit der Nacht die ihn einhüllt, dann sackt er in sich zusammen, bleibt so lange Zeit liegen wie der umgestoßene silberne Kelch, an dessen Rändern langsam aber beständig, das Rot herunter läuft. Die Flamme erlischt, wird fast von der Dunkelheit erstickt und dann ist nichts mehr, nur noch Finsterniss in der Wolkenbehangenen Nacht.

Die Einsamkeit ist die liebste Gespielin des Wahnsinns.

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BeitragVerfasst: 7.11.03, 17:03 
Einsiedler
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Beiträge: 58
Wohnort: da drüben!*zeigt auf ein haus*
Langsam erhob sich der rote Sonnenball und das Tal wurde in ein schon beinah ungewöhnlich rotes Licht getaucht. Den Blick immer noch nach Osten gerichtet, beobachtete sie, wie sich das sanfte blutrote Licht langsam ausbreitete. Zuerst berührte es nur die abgestorbenen toten Baumwipfel, ehe es sich langsam aber stetig seinen Weg durch das gesamte Tal bahnte. Bald schon war alles, was ihr Auge erblickte in dieses schwache Licht getaucht: Der kahle öde Boden unter ihren Füßen, die unnatürlich wirkenden Steine, die Berggipfel, weit über ihrem Kopf, und die schwarzen Bäume, die einen seltsamen Kontarst zu der roten Sonne boten.

Lange stand sie einfach nur regungslos da und beobachtete das, sich ihr bietende Schauspiel, mit einem starrem aber dennoch ruhig wirkenden Blick. Wie oft hatte sie jetzt schon die Sonne aufgehen sehen, seit ihre Füße auf dem Boden dieses Eilandes wandelten? Sie wusste es nicht mehr. Es war zu einer Art stummen Ritual für sie geworden. Nicht, dass sie den Einbruch des Tages nicht erwarten konnte. Nein, dies war wahrlich nicht der Grund, vielmehr erinnerte sie dieser glühende rote Ball, der sich jeden Morgen um Morgen wieder erhob an so vieles.

An Vieles wollte sie sich nicht mehr erinnern, an andere Sachen dachte sie oft zurück. Doch ob sie nun wollte oder nicht, diese Gedanken und Erinnerungen waren und sind immer noch ein Teil von ihr. Die Guten wie die Schlechten. Reue für ihre Taten kannte sie nicht. Reue war ein Gefühl, dem sich die Schwachen hingaben, wenn sie ihre Fehler erkannten, die sie im Vorhinein gesehen haben müssten. Doch sie war nicht schwach. Sie wusste, dass es sich nicht lohnte sich in der Vergangenheit zu verlieren und so gewährte sie sich einzig allein in diesem flüchtigem Moment am Morgen sich der Verganheit hinzugeben.

Die Zeit auf dem Boden dieser Insel hatte sie verändert. Dies stimmte wohl, doch war sie noch immer die, die sie immer gewesen war.

So in Gedanken versunken, merkte sie erst jetzt, wie die goldene Sonne nun schon beinah ihren höchstem Platz am Himmel erklommen hatte. Flüchtig richtete sie ihren Blick auf zu ihr und blinzelte, ehe sie sich umdrehte und die Robe enger um sich schlung.

Der Tag war herangebrochen..Es war nun Zeit sich um ihren Weg weiterzugehen und sich um eine andere Zeit..die Zukunft zu kümmern...Denn was auch immer gewesen war oder was auch immer ist...Das einzige was wirklich zählt, ist das was einmal sein wird...


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BeitragVerfasst: 9.11.03, 08:08 
Festlandbewohner
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Kein Leid, das ein Mensch erfährt, wird ihn hindern, einem anderen Leid zuzufügen. Er wird nur daraus lernen, wie es gemacht wird.

"Entbinde mich des Denkes!" geht es ihm durch den Kopf während die Hand auf den Tisch schlägt. Aufgequollen ist die Wunde am Arm, das Fleisch beginnt zu faulen. Eine Krähe sitzt im Fensterrahmen und putzt mit blutigem Schnabel ihr Gefieder... der Schatten an der Wand verändert sich laufend. Der Schatten kauert in der Ecke, während er weiter über den Brief sinniert. Er starrt lange Zeit herab auf das Blatt. Der tiefe Atemzug füllt die Lungen mit frischem Eis, nur noch beiläufig nimmt er es wahr... schweigt sich aus, schweigt sich leer. Eine Zeile wird zu Papier gelassen, auf ihm gebannt. Er wird an ihre Kiste geklemmt, einmal gefaltet.

Fremde Menschen geben wenig Trost.

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BeitragVerfasst: 9.11.03, 09:23 
Einsiedler
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Wieder saß sie wie so oft auf den Stufen des Stegs, den Blick zum Himmel aufgerichtet. Sie fühlte sich schlecht, fühlte sich einsam und allein und das, obwohl sie es eigentlich nicht war. Was war in den letzten Wochen nur los mit ihr? Wie konnte es sein, dass nichts mehr so war wie früher? Liebte sie ihn nicht genug oder war es tatsächlich die Angst, welche sie von ihm forttrieb? So viele Erinnerungen, so viele Fragen gingen ihr durch den Kopf und auf nichts von alle dem fand sie eine Antwort.

Nach einer Weile zog sie wie mechanisch ihre Tasche in den Schoß und holte daraus einen Zettel und einen Stift hervor. Sie setzte den Stift auf das Papier und langsam formten sich richtigen Worte, fügten sich aneinander und fanden sich schließlich auf dem Papier wieder.


Ich liebe dich, das sagte ich dir,
Küsste dich voller Hingabe und Leidenschaft,
Doch scheinen die Gefühle nun nicht mehr in mir,
Bin nun alles andere als ehrenhaft.

Ich ertrage mich selbst kaum noch,
Mag mein Spiegelbild des Morgens nicht mehr sehen,
Möchte mich verkriechen im nächsten Mauseloch,
Bin einfach nicht fähig auf dich einzugehen.

Ich weiß nicht mehr was aus uns werden soll,
Ob ein „wir“ in Zukunft überhaupt noch eine Chance hat.
Ich wünschte mir ich wäre wie du, so hingebungsvoll,
Doch meine Gefühle scheinen eher abgebrannt und matt.

Ich sehe die Verzweiflung welche in dir tost,
Sehe wie du dich mühst, um mich zu halten,
Ich bin für dich schon lang weder Halt noch Trost,
Sehe beständig nur zu wie meine Gefühle erkalten.



Als sie das letzte Wort zu Papier gebracht hatte, las sie sich die Zeilen durch. Es schien fast so, als würde sie erst mit dem lesen erkennen und verstehen, was sie dort geschrieben hatte. War es wirklich das, was sie fühlte oder war es einfach nur das, wovor sie die ganze Zeit über schon Angst gehabt hatte? Sie würde ihn verlieren und es würde ihre Schuld sein. Diese Erkenntnis traf sie wie ein Blitz, doch es war noch Zeit, wenn jetzt etwas daran ändern würde, jetzt wo noch Zeit genug war, so könnte alles vielleicht doch noch gut werden.


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