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 Betreff des Beitrags: Charstories
BeitragVerfasst: 26.05.04, 19:24 
Altratler
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Grüezi,

Da als Charstories immernoch vereinzelt Autobiographien der Spieler oder kopierte Texte über Tolkiens Orken eingereicht werden, möchte ich euch hier mal ein paar Geschichten als grobe Beispiele wie Charstories aussehen können vorstellen.

Charstories können im Allgemeinen in jeder nur erdenklichen Form abgefasst, ob ihr sie als Autobiographien des Chars selbst schreibt, in der Dritten Person oder Gedichte oder Gebete miteinbaut steht euch völlig frei, nur ein paar Punkte müssen erfüllt sein: mind. 5000 Zeichen Länge, Darstellung von Wissen über den Hintergrund des Shards Siebenwind, Skizzierung eures zukünftigen Charakters, dessen Wesen und dessen Werdegangs.


Bitte kopiert keine Passagen aus den unten stehenden Geschichten sondern schreibt dennoch eure eigenen Stories, ansonsten würden sie ohnehin nicht freigeschaltet ;)


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BeitragVerfasst: 26.05.04, 19:26 
Altratler
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Rowen Calades - Novize, Elementar - 15 Jahre - Vater ist bereits auf Siebenwind

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*Völlig ausser Atem kommt einer der Brandensteiner Reiter auf euch zu, bleibt ruckartig stehen und zupft schnell seinen roten Reitrock zurecht, verbeugt sich dann tief vor euch und übergibt euch ehrfürchtig einen gesiegelten Brief aus dickem Pergament. Schon am Geruch des ordentlich gerollten Pergamentes könnt ihr erkennen, das es über das Meer der Sieben Winde auf die Insel gelangt zu sein scheint*

*auf dem Umschlag könnt ihr in sauberen geschwungenen Lettern, geschrieben mit karminroter Tinte den Adressaten des Briefes erkennen*


An ihre Magnifizienz Elementarum Elurai Calades, Erzmagier des elementaren Zweiges, Diplomat und Magistrat des weitberühmten Magierturmes zu Siebenwind, hochverehrtes Mitglied des Magierkonzils zu Siebenwind, Wahrer des Auge Astraels und Schützer der Magie

*So Ihr den Brief erst öffnet, seht Ihr, dass er in ebenjener sorgfältig geschwungenen Schrift verfasst ist, wie es auch der Umschlag bereits verhieß*

Hochwürdige und hochverehrteste Magnifizienz, als Diener Eurer Gnaden erfreut es mich in hohem Maße und ich bin zutiefst geschmeichelt, dass Ihr mir diese Aufgabe übertrugt. Euch dienen zu dürfen, ist mir bereits eine große Ehre, dass Ihr mich jedoch um Rat ersuchtet, erfüllt mich mit wahrer Freude. Ich freue mich euch berichten zu dürfen, dass Euer Sohn Rowen erstaunliche Fortschritte in unserer bescheidenen Akademie hierzulande macht. Erst jüngst gelang es ihm zur großen Freude mir und der übrigen Lehrmeister einen Feuerball von der Größe des Kopfes eines ausgewachsenen Mannes zu erschaffen und über mehrere Sekunden fast völlig regungslos auf 5 Fuß Höhe schweben zu lassen.
Auch die Geweihten Astraels in unserer bescheidenen Kapelle sind voll des Lobes über Rowen, er erscheint stets zu den Messen und ist ein eifriger Leser der Schriften unserer Bibliothek. Seine Neugier und sein Drang nach Wissen scheinen schier unersättlich und wenn man mit ihm spricht, so könnte man glatt vergessen einen Jungen von nur 11 Astrael vor sich zu haben.
Daher scheint mir, dass es auf Eure Anfrage, ob wir es für unbedenklich hielten Euren hochgeschätzten Sohn Rowen Calades als derzeitigen Studioso unserer Akademie in Eure Obhut nach Siebenwind zu übersenden, nur eine Antwort den Tatsachen die sich vor unseren Augen abspielen gerecht wird: Auch wenn wir den Verlust Eures Sohnes als Studioso der Akademie zutiefst bedauern, scheint ohnehin nichts, dessen was wir hier bieten können, den Wissensdurst des Jungen auf Dauer befriedigen zu können und einer Reise nach Siebenwind stünde nichts im Wege unserer Auffassung nach.
Auch Eurer Bitte, die verehrte Mutter des Jungen aufzusuchen und ihre Zustimmung für den Antritt der Reise Eures Sohnes nach Siebenwind zu ersuchen, kamen wir alsbaldigst nach. Die verehrte Mutter Eures Sohnes zeigte sich diesem Anliegen gegenüber durchaus wohlgesonnen und sicherte uns unter diversen Bedingungen, wie einer entsprechenden Sicherung der Reisen Rowens, sowie der Erhöhung ihrer jährlichen Apanage, die ihr der verehrten Dame ja verpracht, zu, dass wir die Abreise Rowens mit dem nächsten Passagierschiff nach Siebenwind veranlassen dürfen. Ich freue mich überdies hinaus Euch mitteilen zu können, dass zwei Mitglieder unserer Akademie-Garde Euren Sohn sicher zum Hafen von Rothenbucht begleiten werden, auf dass eurem Sohne nichts geschehe und den beigelegten Wechsel lösten wir bereits bei der Bank ein, und gaben den Beutel mit Dukaten an euren Sohn weiter, auf dass es ihm an nichts auf seiner langen Reise fehle. Aus den bereits bezahlten Studiengebühren, die Eure Magnifizienz für die folgenden 7 Lehrjahre bereits im Vorraus entrichteten, stellten wir Rowen mit Eurer großzügigen Erlaubnis sowohl standesgemäße Kleidung für seine Reise zur Verfügung als, dass wir ihm das wichtigste an Utilitarien des herangehenden Magus’ mit auf den Weg gaben, so dass Euer Sohn auch auf seiner Reise sich dem Studium der Schriften ebenso widmen kann, wie anderen Geistesübungen. Den verbleibenden Betrag von 6300 Dukaten stifteten wir wie gewünscht dem örtlichen Ordo Astraeli, der euch seine höchste Dankbarkeit sicherlich noch in einem persönlichen Schreiben mitteilen wird.
Im Hafen von Rothschild werden unsere Gardisten Euren hochgeschätzten Sohn dann persönlich in die Obhut des Kapitäns übergeben, der uns bereits im Vorfeld zusicherte, für euren Sohn eine besondere Wache bereitzustellen, die den Jungen auf der Überfahrt nicht nur schützen wird, sondern ihm auch in seinen Angelegenheiten nach bestem Wissen behilflich sein wird.

Wie bereits gesagt, ist es mir Mavion Sonnenschild, eine außerordentliche Freude Ihrer Magnifizienz in dieser Angelegenheit von Nutzen sein zu dürfen. Sämtliche Zeugnisse und weitere Papiere Eures hochgeschätzten Sohnes Rowen Calades liegen selbsrverständlich diesem Schreiben als Anlagen Alpha, Beta und Gamma bei.


Unterzeichnend mit den devotesten Grüssen an Eure Maginifizienz,

Mavion Sonnenschild, Lehrmeister der Akadmie Ignis Ehr zu Wegenstein, am Mondstag den 26. Duler in Wegenstein
*Nebenbei fallen euch noch Zeugnisse des jungen Rowen Calades sowie zahlreiche Papiere in die Hände, welche auf ebenjenem edlen Pergamente gedruckt sind , auf welchem auch der Brief verfasst wurde*



Zweiter Brief

*Wenige Wochen später kommt erneut ein Bote der Brandensteiner Reiter zum Turm der Magier in Brandenstein geritten und überreicht mit einer kurzen Verbeugung einen Brief, dessen Adressat in geschnörkelten und offensichtlich mit Mühe verfassten Lettern darauf prangt und mit dem Siegel der Inselverwaltung Etriskas gesiegelt ist*

An Ihre Magnifizienz Elementarum Elurai Calades, derzeit wohnhaft in Brandenstein

*Beim Öffnen des Briefes seht ihr auf einem Pergament einen Brief der offenbar mit Feder und Kiel sowie karminroter Tinte verfasst ist*

Lieber und hochgeschätzter Vater,

Heute kam ich nach recht langer Reise auf dem Eiland Etriska an und möchte dir schreiben um dir von meinen Reisen zu berichten. Ich reiste, wie du sicher bereits seit einiger Zeit weisst, vor etwa einem Monat von der Akademie Ignis Ehr in Wegenstein ab und befinde mich seitdem auf dem Weg zu dir auf jene Insel, von der man soviel wunderliche Dinge hört. Doch genug von dem was kommen wird, zunächst jenes, was bereits geschah.
Ich trat die Reise nach Rothenbucht vor gut 4 Wochen an in einer schönen Kutsche die mir die Akademie zur Verfügung stellte gemeinsam mit zwei Gardisten der Akademie an. Die Fahrt verlief recht geruhsam und wir fuhren ohne größere Schwierigkeiten entlang einer schönen Allee in die Baronie Rothschild nach Rothenbucht.
In der Stadt angekommen, begleiteten die beiden Gardisten mich durch die bunten und viel besser ausgestatteten Läden als im kleinen Wegenstein und ich kleidete mich mit einer neuen Robe und etlichen Utensilien neu ein.
Anschließend wurde ich zum Hafen gebracht, wo ich dem Kapitän des Schiffes Hilgorads Glorie vorgestellt wurde. Er teilte mir einen Matrosen zu, der als mein persönlicher Leibwächter während der gesamten Überfahrt fungieren solle. Der Matrose, nun, so ich ehrlich bin war er ein ziemlich grobschlächtiger und rüder Bursche, doch scheint er es gut mit mir zu meinen. Sicherlich, seine Manieren bei Tische als auch in der Konversation sind die eines Bauern und im Schach gelingt es mir meist ihn nach weniger als 15 Zügen matt zu setzen, aber er kümmert sich aufrichtig und dienstbeflissen um meine Belange und so kann ich wohl nicht klagen.
Die Schifffahrt machte mir große Freude bislang und ich genieße es in hohem Maße den Wellenschlägen und der Gewalt des Wassers und der Luft wie sie sich hier auf dem Ozean zeigen wie sonst nirgends zuzusehen. An den Abenden, wenn es dunkel wird und Vitamalin hoch am Himmel steht, ziehe ich mich in meine Kabine zurück und lese meist noch eine Stunde oder zweie.
Doch wie bereits eingangs gesagt, heute erreichten wir das Eiland Etriska und ich schreibe dir jenen Brief, da ich befürchte, dass das Postschiff wohl eher als das unsrige ablegen wird. Etriska ist eine kleine Insel auf der ein fürchterliches Gewimmel herrscht und man ständig von Leuten umgeben ist, die nicht einmal lesen und schreiben beherrschen zu scheinen.
Ich hoffe, dass die Fahrt bald fortgesetzt wird und ich bald bei Dir in Brandenstein eintreffe.

Es grüßt dich aus der Ferne Dein Dich liebender Sohn,

Rowen


Zuletzt geändert von Gordian: 26.05.04, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 26.05.04, 19:35 
Altratler
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Mavion Kaufmann - Mensch - 31 Jahre - Attentäter

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Mavion Kaufmann wurde im Jahre 17 vor Hilgorad in Rothenbucht, innerhalb der Baronie Rothschild als Sohn einer gutsituierten allerdings verwitweten Dame geboren. Über die Vaterschaft kursiert innerhalb der höheren Gesellschaft Rothschilds einiges an Gerüchten, allen voran dass Mavion ein unehelicher Sohn des Barons von und zu Rothschild sein soll, der sich laut dem was man auf den Bällen und Festen Rothenbuchts munkelt, mittels einer beträchtlichen Summe von jeder Art der Verantwortung freigekauft haben soll. Mavion wurde von privaten Lehrern aus der Akademie der Scholastik zu Rothschild jeden Tag privat unterrichtet. Er lernte dort alles was ein junger Mann höheren Standes wissen muss, von der Schreibkunst über Diplomatie, Rhetorik, die bekannten Dinge über verschiedene Rassen ebenso wie deren Geschichte, wenn auch nur in Auszügen. Nach diesen Unterweisungen entschied sich seine Mutter ihn zur weiteren Ausbildung ins ferne Endophal, um genauer zu sein nach Crowahst in eine Akademie die ihr ein Mann ihrer Leibwache empfohlen hatte, zu geben, da sie verhindern wollte dass Mavion unter den kursierenden Gerüchten in seiner Heimat Rothenbucht zu leiden habe.

Die Reise nach Crowahst trat Mavion alleine mit Roland, ebenjenem Krieger der Leibwache an, der seiner Muter empfahl ihn dort weiter ausbilden zu lassen. Auf ihrem Weg fuhren sie mit einer Kutsche aus dem Hause Mavions Mutter, über die holprigen Wege von Rothenbucht in die Baronie Savaro, mit einem zweitägigen Aufenthalt in Erwelds Weg, von wo aus sie nach Taras weiterreisten. Auf der Strasse in Taras, kurz vor der Weggabelung die nach Burg Savaro führt, machte der inzwischen 16 jährige Mavion seine ersten Erfahrungen mit räuberischem Gesindel.

Es fing ganz harmlos an, ein junger Mann in ärmlicher Kleidung bettelte am Fenster der Kutsche um ein wenig zu essen. Als Roland schließlich auf das Drängen Mavions die Kutschentür öffnete um dem Vagabunden einen Laib Brot und einen Schlauch Wein zu geben, kamen plötzlich drei vermummte Gestalten aus dem Gebüsch gesprungen, die ebenso wie der vermeintliche Bettler einen Dolch zogen, und Roland, der in der Tür der Kutsche stand bedrängten. Roland, ein erfahrener Kämpe, der sein ganzes Leben nichts anderes getan hatte als gekämpft, mähte die Halunken ohne Probleme mit seinem Schwerte nieder. Ihr Blut und ihre Innereien waren rund um die Kutsche verteilt. Mavion sah dem Kampf vom Fenster der Kutsche aus zu und war hin- und hergerissen, zwischen der Bewunderung für die Eleganz mit der Roland seine Klinge durch die Luft wirbelte und der Abscheu die ihn bei dem grausamen Zucken der durchbohrten Leiber und den gequälten Schreien die von den Wegelagerern dabei ausgestoßen wurden, überkam.
Auf der weiteren Fahrt war Mavion ausgesprochen still und sprach fast keinen Ton, doch innerlich kreisten seine Gedanken wild umher. Einerseits bewunderte er die scheinbare Gelassenheit Rolands und seine scheinbar mühelosen, raschen und präzisen Bewegungen, doch andererseits verachtete er die rohe Gewalt und das Töten, das Roland bei der Verteidigung des Wagens wie im Kampfe allgemein offensichtlich rücksichtslos an den Tag legte.

Als die Kutsche nach einer langen Fahrt durch die Baronien schließlich an der Grenze nach Endophal ankam, hatte Mavion seine Zweifel fast gänzlich zerstreut und war voller Neugier auf das ihm unbekannte Land, auf die Stadt Crowahst, seine dortige Herberge und natürlich auch die Akademie die er besuchen sollte.
Die Kutsche holperte unterdessen unentwegt weiter über die staubigen Strassen Endophals und erreichte Crowahst nach zwei Wochen schließlich. Sofort bezog Mavion sein Quartier unweit des Basars. Nachdem die Räume eingerichtet waren und Roland Mavions Habseligkeiten verstaut hatte, überreichte Roland Mavion noch das Geld von seiner Mutter und machte sich dann auf die Rückreise.

In den nächsten Jahren wurden Mavion dann, ebenso wie den anderen Schülern der Akademie, samt und sonders Zöglinge aus gutem Hause, von Söldnern und anderen Ausbildern die verschiedenen Arten des Kampfes beigebracht. Mavion zeigte sich zwar geschickt, was die grundlegenden Techniken anging, fand aber nie wirklich Freude an dem Kampf mit dem Schwert oder anderen groben Waffen. Auch die Axt und die langen Stielwaffen konnten Mavion nicht im geringsten begeistern und er zeigte sich hier nur mäßig motiviert. Einzig und allein das Fechten, der Kampf mit dem Degen und das schnelle und elegante zustoßen begeisterten den jungen Mann und dieser Disziplin widmete er seine gesamte Aufmerksamkeit im Nahkampfunterricht.
Die anderen Fächer, die nachmittags abgehalten wurden, lehrten ausschließlich die theoretischen Grundlagen die für den Kampf benötigt wurden. Hier faszinierte den jungen Mavion vor der Kampfestaktik und den Schlachtenaufstellungen vor allem die Anatomie, ermöglichte sie doch schnell und mittels eines wohl angesetzten Stiches den Kampf zu gewinnen ohne wie ein Metzger den Opponenten zu zerlegen, was Mavion sowohl als unappetitlich und unpassend als auch ekelerregend empfand.
Letztlich beendete Mavion die Akademie mit einem mittelmäßigen Abschluss, da seine Zensuren in den Stich- und Fechtwaffen und der Anatomie zwar herausragend waren, er allerdings in den anderen Fächern nie übermäßigen Eifer oder auch nur Willen zeigte.
Mavion entschied sich vor seiner Heimkehr nach Rothenbucht die Stadt Crowahst noch weiter auf eigene Faust zu erkunden. Dabei fand er durch seinen Abschluss auf der Academia Militia Galadonis de Crowahst sofort zahlreiche Kontakte innerhalb der Stadt. Unter anderem auch zur Unterwelt Crowahsts, wo ihm zwei freie Kämpen von einer speziellen Schule für sogenannte Assassini, Krieger die lautlos und im verborgenen töten, erzählten.
Mavion gefiel die Idee an sich, zumindest im Vergleich zu dem was er auf der Akademie gelernt hatte und er beschloss sich auf die Suche nach diesen ominösen Assassini zu machen.

Dies gestaltete sich schwieriger als er zunächst vermutet hatte, denn wenn er auch nur das Wort Assassini aussprach, drehten sich die Leute weg, gingen einfach wortlos weiter oder beteuerten nie etwas davon gehört zu haben.
Doch eines Abends passierte es, er hatte wieder in einer der schummrigen Tavernen Crowahst nichts als eisiges Schweigen auf seine Fragen nach den Assassini geerntet und wollte sich müde und schon fast enttäuscht auf den Heimweg machen. Trostlos schlenderte er über die dreckige Nebenstrasse die direkt von der Taverne zu seinem Quartier führte, als er plötzlich einen heftigen Schlag auf den Kopf spürte.

Dann lange Zeit nichts als Schwärze und Leere.

Als Mavion wieder erwachte, fand er sich in einem großen, fensterlosen Raum wieder. Trotz des Lichts, das alleine von Fackeln an der Wand verbreitet wurde, sah der Raum sehr prunkvoll aus. Die Wände waren mit aufwendig geknüpften Teppichen versehen und über in Freiräumen dazwischen hingen golden und silbern verzierte Krummsäbel und Dolche und die Decke war mit prunkvollen Säulen abgestützt.
Inmitten des Raumes war ein großes Podest aus schwarzem Ebenholz und darauf stand ein komfortabler Lehnstuhl in dem, gesäumt von zwei grimmig wirkenden Wachen, ein offenbar recht alter und weißhaariger, bärtiger Mann saß.
Der Alte sah Mavion zunächst einige Zeit lang starr an, bevor er mit den beiden Wachen einige Worte auf endophalisch wechselte. Daraufhin nickten die beiden hastig und verließen den Raum.
Dann wandte sich der Alte wieder Mavion zu. Er sah ihm einige Zeit wortlos in die Augen, bevor er in akzentfreiem Hochgaladon anhob zu sprechen:

„Du begehrtest die Assassini kennen zulernen.“

Stumm nickte Mavion.

„Nun,“ fuhr der alte Mann fort, „was führt dich zu uns?“

Mühsam versuchte Mavion sich aufzurichten und nuschelte schließlich:

„Meister äh, ich begehre die äh Kunst eures Kampfes zu lernen“

Langsam nickte der Alte und sagte ruhig:

„Nun, Mavion Kaufmann, so heißt du doch wenn ich recht informiert bin. Nach dem zu urteilen was man sich auf der Akademie über dich erzählte, scheinst du dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Allein die Zeit wird zeigen, ob du die richtige Wahl getroffen hast, doch eins lasse dir gesagt sein. es gibt kein Zurück, so du einmal aufgenommen bist.“

Mavion nickte sofort heftig, die letzten Wochen war er nur davon beseelt gewesen die Assassini zu finden und bei ihnen ausgebildet zu werden.

Am selben Tag noch bezog Mavion sein neues Quartier bei den Assassini, begleitet von zweien der Wächter, holten sie alle seine Habseligkeiten aus seiner Herberge und brachten sie in die Stube die man ihm in der Schule und dem gleichzeitigen Hauptquartier der Assassinen bereit gestellt hatte. Es handelte sich dabei um ein großes Handelskontor im Zentrum, das über über mehrere Kelleretagen verfügte, in denen die Assassinen sowie die meisten Lehrräume untergebracht waren.
Mavion verbrachte die nächsten Wochen in dem Haus und es war ihm nicht gestattet dieses ohne ausdrückliche Aufforderung seines Ausbilders zu verlassen. Zunächst brachte man ihm bei, wie man sich bewegen kann ohne gesehen oder gehört zu werden, indem man Schatten und Dunkelheit ebenso ausnutzt wie natürliche Tarnung oder aber auch laute Geräuschkulissen.
Danach wurde die Ausbildung fortgesetzt, er lernte die Wirkungsweise verschiedener Gifte ebenso wie deren Anwendung, sprich den fachgerechten Aufstrich auf die Waffe und die Spezereien mit denen man den herben Nachgeschmack des Giftes in Speisen übertönen kann.
Anschließend wies man ihn durch einen ehemaligen Spielleiter des Theaters zu Venturia in die Kunst des Rollenspiels ein und er lernte die Gesten seines Körpers, ebenso wie seine Mimik unter Kontrolle zu bringen und sich zu verstellen. Mavion fand großen Gefallen an diesen Rollenspielen und wurde von seinem Meister in diesem Fach auch oft gelobt.
Inzwischen schrieb man das Jahr 5 nach Hilgorad und für Mavion waren bei den Assassinen bereits zwei Jahre vergangen. Man hielt nun den Zeitpunkt für richtig, ihn in die Kunst des eigentlichen Kampfes einzuweihen, in den Stich mit dem Dolch und den wohlfeil gezielten Armbrustschuss. Seine Ausbilder im eigentlichen Kampfe zeigten sich hochzufrieden da Mavion sowohl die empfindlichen Stellen des menschlichen Körpers kannte, als auch den Kampf mit der Stichwaffe bereits recht gut beherrschte. Wirklich neu erlernen musste Mavion eigentlich nur das Schiessen mit der Armbrust, eine wirkungsvolle Technik um Personen zu bekaempfen, die sich ausserhalb der eigenen Reichweite befinden und zu dem ist der Schuss mit der Armbrust, so er denn wohlgezielt ist, ebenso tödlich wie leise. Die Schusshaltung und richtige Position lernte Mavion in wenigen Wochen und konnte bald auch die Armbrust ohne Schwierigkeiten bedienen.
Die Zeit lief unaufhörlich weiter. wie dies so eine ihrer Angewohnheiten ist, und im fünften Jahre schließlich, das der 25 jährige Mavion, inzwischen bei den Assassinen verbrachte näherte sich die Prüfung, die über das weitere Schicksal eines jeden Assassinen entscheidet. Die Abschlussprüfung, in der alles was der Schüler je lernte präsent und abrufbar sein und innerhalb von Sekundenschnelle eingesetzt werden können muss. Diese Abschlussprüfung ist bei den Schülern der Assassinen wahrlich von Legenden umrankt, Schauergeschichten über Prüflinge die diese abschliessende Prüfung nicht überlebten, erzählte man sich allerorten in der Schülerschaft und die Prüfer, allesamt erfahrene Assassinen und Lehrmeister der Akademie legten den Schülern die gefährlichsten Hindernisse in den Weg, die man sich nur vorstellen kann, so man den Gerüchten glauben schenken konnte.

Die Prüfungen begannen traditionell am ersten Onar im siebten Dunkelzyklus. Mavion erhielt ebenso wie jeder andere Prüfling kurz vor Beginn des siebten Zyklus einen versiegelten Brief, den er dann auf seiner Stube öffnete. Er überflog den Inhalt kurz und schluckte dann. Sein Prüfer war Rhowist Al Eriom, u Rohin, einer der Lehrer in Giften und der Konstruktion von Fallen. Er war unter allen Assassinen-Anwärtern verrufen und sogar einige der Lehrer schienen ihn auf eine gewisse art unheimlich zu finden. Sein Gesicht zeigte eine sehr glatte Haut, war aber von einer Narbe die senkrecht von seiner Stirn über sein rechtes Auge bis hinunter zur Wange verlief entstellt. Die Mimik des Endophali schien nie auch nur die geringste Gefühlsregung zu offenbaren und er war bekannt für seine mitleidlose, sehr zynische Art. Die Prüfung selber bestand darin, dass er in einer alten Villa am Rande der Stadt einen Kaufmann mittels eines gezielten Bolzenschusses töten sollte. Ein Plan des Hauses lag ebenso in dem Umschlag, wie auch ein kleiner Holzstich von dem Mann, den er töten sollte.
Mavion schauderte, er hatte in seinem ganzen Leben noch nie einen Menschen getötet, weder willentlich noch unwillentlich. Natürlich, es war ihm eigentlich klar gewesen, dass er dies spätestens bei der Abschlussprüfung der Assassinen tun müssen würde, aber er hatte diesen Gedanken immer so gut es ging verdrängt. Sehr gut, wie seine plötzliche Bestürzung zeigte. Seine Gedanken rasten. Er wollte niemanden töten. Schon gar nicht für eine Prüfung. Seine Unsicherheit mit Wut überspielend schob er seine Gedanken zur Seite. Er hatte keine 5 Jahre die Schule der Assassinen besucht um nun vor der Prüfung zurückzuschrecken. Er zog sich hastig um und sammelte seine Ausrüstung, die er für die Prüfung mitnehmen wollte zusammen. Er zog sich ein recht modern geschnittenes und somit unauffälliges Gewand an, das ihn trotzdem ob seiner Weite nicht behinderte und steckte ein stabiles Hanfseil, den Kletterhaken und seine kurze Armbrust zusammen mit ein paar mit Orkwurz vergifteten Pfeilen ein. Seufzend sah er sich noch einmal in seiner Stube um und ging dann aber schnellen Schrittes los in Richtung der Villa. Während er über das Pflaster der dunklen und engen Gassen von Crowahst lief, versuchte er seine Zweifel und die Angst die sich tief in ihm zeigte beiseite zu schieben. Er lenkte seine Gedanken auf die Übungstunden, erinnerte sich, wie er mit der Armbrust zum ersten Mal ins Schwarze der Zielscheibe getroffen hatte, wie die Maus umgefallen war, als er sein erstes selbstgemischtes Gift an ihr testete.
Bevor er sich recht versah, ragte schon der grosse Schatten des Hauses vor ihm auf. Er schwenkte seinen Kopf herüber zum Balkon, nickte sich dann selber wie zur Bestätigung seines Planes zu und begann den Kletterhaken auseinander zu klappen und an das Hanfseil zu knoten. Leise vor sich hin murmelnd zog er dann noch über jeden einzelnen der Metallhaken ein Lederfutteral, um bei dem Wurf des Hakens weder Geräusche noch längerfristige Spuren zu erzeugen. Dann holte er weit aus, und warf das Seil mit dem Kletterhaken über den Rand des Balkons. Ein dumpfes * Klong * ertönte, als der Haken aufkam, und während Mavion an dem Seil zog, signalisierte ihm ein leises Klicken, dass der Haken auf Widerstand gestossen war. Mavion zog noch einmal kräftig daran, und als das Seil sich spannte ohne nachzugeben nickte er zufrieden. Er konnte nur hoffen, dass der Haken wirklich sicher sass und nicht während seines Aufstieges wegrutschen würde. Langsam zog er sich an dem Seil hoch. Als das Seil zwischendurch leicht hin und her schwang klammerte er sich fest und hielt den Atem an. Als er so verharrte kamen ihm sofort wieder die Gedanken an seinen bevorstehenden Auftrag. Fast dankbar kletterte er weiter, als das Seil sich wieder ausgependelt hatte. Solange er in Bewegung blieb, konnte er seine Gedanken verdrängen und einfach handeln. Mühelos schwang er sich über die Brüstung des Balkons. Sein erster Blick galt dem dahinterliegenden Raum. Alles war dunkel. Zufrieden nickte Mavion und griff nach dem Messer in der Brusttasche seines Gewandes. Er setzte es an der Tür des Balkons an, schob es in den schmalen Spalt zwischen der Tür und dem Rahmen in Höhe des Schlosses und nach ein paar Hebelbewegungen, schwang die Tür mit einem Klicken nach vorne. Erneut nickte Mavion sich selber zu, und schlich langsam in den Raum vor sich. Der Grundriss des Hauses, der in seinem Umschlag lag, schien zu stimmen, er befand sich offensichtlich im Schlafzimmer des Kaufmannes. Die gesamte Einrichtung war aus teurem dunklem Ebenholz gefertigt. In den langen Regalen an der Wand standen unzählige Porzellanfiguren, Glaspokale, kostbar verzierte Messer und viele andere sicherlich kostbare Kleinodien. Fasziniert betrachtete Mavion das Regal, und er konnte isch nicht helfen, schnell ließ er eines der Messer, mit einer schönen Damastklinge, Griffen aus dunklem Holz und glänzenden Silberbacken, in seine Tasche gleiten. Danach nahm er den Plan aus seiner Tasche und studierte ihn erneut. Wenn er das Schlafzimmer verliess würde er auf den oberen Flur gelangen, der rund um den grossen Salon verlief. Nach dem was in dem Brief stand, müsste der Kaufmann um diese Zeit meist im Salon sitzen und sich mit seinen Büchern beschäftigen. Die Bediensteten sollten bis auf das Küchenmädchen bereits alle zuhause sein. Vorsichtig packte Mavion seine Armbrust aus dem Samtbeutel, in dem er sie mitgenommen hatte. Er spannte sie, und legte einen der Bolzen auf die Führungsschiene. Dann schlich er bemüht möglichst leise zu sein zur Tür, drehte vorsichtig den Knauf um und öffnete die Tür langsam. Verstohlen drückte er sich hindurch, wie er es im Training schon Hunderte von Malen getan hatte, die Armbrust in seiner rechten Hand. Er huschte gebückt herüber zum Geländer und presste sich daran. Mühsam richtete er sich auf und spähte vorsichtig über das Geländer.
Tatsächlich, dort sass der Alte in seinem Lehnsessel, vertieft in ein dickes, in Leder gebundenes Buch. Langsam richtete sich Mavion auf. Er hob seine Armbrust an, und versuchte auf den Mann im Sessel zu zielen, doch seine Hand zitterte. Schweiss trat ihm auf die Stirn. Er sah in Gedanken den Bolzen auf den Mann zu fliegen und sich langsam in seinen Kopf bohren. Wie in Zeitlupe. Er wollte nicht schiessen. Er musst würgen.
Plötzlich erklang inter ihm leise und zischend eine Stimme mit deutlichen endophalischen Akzent:

„ Los schiess, Mavion. ich habe nicht den ganzen Tag zeit für deine Prüfung.“

Mavon starrte in das boshaft grinsende Gesicht Rhowists al Erioms. Er drehte sich dann ganz zu ihm herum und starrte ihn an. Rhowist zischte erneut:

„ Starr mich nicht an wie einen Geist, du Tölpel aus Galadon. Schiess endlich.“

Mavion, nickte langsam wie in Trance und drückte ab. Die Sehne sirrte laut in der Stille der grossen Halle in der vorher nichts ausser dem Blättern des Alten unten im Salon zu hören gewesen war. Der Bolzen flog durch die Luft, schnell wie ein todbringender Dolch.
Er bohrte sich tief in seine Stirn und sein Gesicht verzog sich zu einer entsetzlichen Fratze aus Erstaunen und Schmerz. Die Augen und den Mund weit aufgerissen doch ohne einen Schrei sank der alte Assassine röchelnd zusammen.
Mavion blieb immer noch regungslos stehen, als der alte Kaufmann laut aufschrie und kurz darauf die Köchin mit einstimmte. Erst als der alte mit einem Säbel bewaffnet die Treppe hochstieg, wandte er sich hastig, als ob er plötzlich aufwachte, von dem im Tode erstarrten Gesicht seines Prüfers ab, und stürmte mit seiner Armbrust in der zusammengekrampften Hand in Richtung des Schlafzimmers. Das Seil würdigte er keines Blickes. Wie von Todesangst beflügelt, sprang er über die Brüstung des Balkons. Sein Sprung wurde glücklicherweise von ein paar Forsythienbüschen abgefedert. Seine Armbrust jedoch ließ er dabei fallen, doch ungeachtet dieses Verlustes oder des Schmerzes durch den Sturz, lief er einfach los.

Schnell rannte er fort, beseelt von nur einem einzigen Gedanken: Weg von hier. Eins stand für ihn fest, er würde nie zu den Assassinen zurückkehren können. Er rannte und rannte, immer weiter bis er an der Bank von Crowahst ankam. Eilig holte er seine verbliebenen Dukaten aus seinem Fach und begab sich auf direktem Wege zum Marktplatz, wo allmählich die Stände der fahrenden Händler abgebaut wurden. Er ging auf einen Händler dem er ansah, dass er aus Galadon stammte zu und fragte ihn nach der nächsten Station die er anführe. Der Händler meinte, als nächstes würde er wohl nach Torfeld fahren, und von da aus weiter ins Reichsinnere von Galadon um die Teppiche aus Endophal zu verkaufen. Mit ein paar Dukaten konnte Mavion den Händler dann auch überreden ihn in seiner Pferdekutsche mitzunehmen.
In dem hinteren Teil der Kutsche, in dem Mavion auf einer Fuhre von endophalischen Teppichen sein provisorisches Lager aufgeschlagen hatte und seine schmerzenden Glieder ausstrecken konnte, begann er über sich und seine Zukunft nachzudenken...

Was hatte er noch für Möglichkeiten ? Wohin konnte er noch gehen ?

Ohne weiter über seine Fragen nachdenken zu können schlief er ein. Vom Rumpeln des Pferdefuhrwerks wachte er auf. Etwas verschlafen und müde blickte er aus dem Anhänger der Kutsche und sah den Händler mit einem Grinsen vor sich auf dem Kutschbock sitzen.

„Guten Morgen der Herr“ sagte er schmunzelnd.

Mavion rieb sich den Schlaf aus den Augen und sah den Händler wohl etwas verdutzt an, denn dieser erklärte ihm gleich darauf grinsend, dass Mavion anderthalb Tage geschlafen hätte. Seufzend nickte Mavion, wollte aber auf die neugierigen Fragen des Händlers, warum er so dringend fort wolle nicht antworten. Der Händler nahm es achselzuckend hin und teilte Mavion mit, dass sie auf dem Weg nach Torfeld seien, von wo aus es nach Falkenstein weiterginge. Mavion nickte leicht und zog sich danach wieder auf die Ladefläche der Kutsche zurück. Dort dachte er nach, wie er sich wohl seinen Lebensunterhalt verdienen solle, wenn sie erst einmal in Falkenstein angekommen wären. Zurück nach Rothenbucht wollte er nicht, dort würden die Assassinen zuerst nach ihm suchen, wenn sie ihn denn verfolgten. Ausserdem war seine Mutter vermutlich nicht mehr gewillt ihn bei sich aufzunehmen, seit er ohne sie zu benachrichtigen auf die Akademie gegangen war, und sich die gesamten fünf Jahre nicht gemeldet hatte.
Als Attentäter wollte Mavion sich auch nicht verdingen, erst recht nicht nach den Erfahrungen mit seiner „Abschlussprüfung“. Mavion kratzte sich am Kopf. Was konnte er mit seinen erworbenen Fähigkeiten anfangen ?
Als Krieger würde er sich nicht verdingen oder als Leibwache, nein, auch das kam nach der Sache in Crowahst nicht mehr in Frage. Als Lehrer konnte er auch nicht arbeiten, ihm fehlten ja jegliche Bescheinigungen die einen Lehrstuhl zumindest an einer höheren Schule ermöglicht hätten. Mavion seufzte laut. Es würde nicht einfach werden sich nach einem ehrlichen Broterwerb umzusehen.
Nach einer mehrwöchigen Reise, die ohne größere Zwischenfälle verlief, kamen sie schließlich in Torfeld an. Da der Händler hier an dem Markt in der kommenden Woche teilnehmen wollte, leib Mavion zunächst eine ganze Woche Zeit sich umzusehen. Er quartierte sich in einer Herberge unweit des Brunnens ein, mietete das Zimmer für die nächste Woche und begab sich dann auf eine Erkundungstour durch die Stadt. Er lief durch die engen Gassen und begutachtete jedes einzelne Geschäft. Ob er nun beim Bäcker einige der Krapfen probierte, dem Schneider beim Sticken zusah oder mit dem Gemischtwarenhändler um den Preis für ein Beutelchen Tabak feilschte. Es tat gut, wieder in Galadon zu sein und die anderen Assassinen weit weg zu wissen. Vor einem besonders alten Gebäude macht er halt. Es schien schon viele Jahrzehnte zu stehen, aber dennoch, oder vielleicht auch grade deshalb ragte es in einer Mischung aus Stolz und Unbekümmertheit aus den anderen Bauten im postetranorischen Baustil heraus. Er ging näher an das Haus heran und ein großes Schild aus altem leicht angerostetem Eisen verriet ihm, dass es sich hier wohl um die Bücherei Torfelds handelte. Ein dagegen eher unauffälliges und vom Wetter in Mitleidenschaft gezogenes Stück Pergament, das an die Tür geheftet war, fiel ihm hingegen erst bei näherem Hinsehen auf. Darauf stand in etwas verwaschenen aber kunstvoll geschriebenen Lettern:

Die Buecherei zu Torfelde suchet zu nahestmoeglichem Termine einen Bibliothekar der gewillet zu arbeiten sei Bei interesse werde gebeten einzutreten und das wort an mich zu richten

Unterzeichnet war das Pergament mit einer äußerst verschlungenen und offensichtlich sehr geübten Handschrift. Nachdenklich rieb Mavion sich den Nasenflügel. Vielleicht würde eine Zeit der ruhe ihm ganz gut tun. Zufrieden mit dieser Idee trat er dann entschlossen ein. Hinter dem Tresen, der direkt vor ihm die hoch aufragenden Bücherregale bewachte, starrte ihn ein kleiner bärtiger Mann, offenbar schon recht hohen Alters, äußerst misstrauisch an. „Na junger Mann“, krächzte der Alte heiser, „kann der alte Speltmohn dir behilflich sein ? Suchst du ein bestimmtes Buch? Eine Karte der Umgebung ?“
Etwas irritiert sah Mavion den Alten an, bevor er anhob zu sprechen: „Entschuldigt bitte werter Herr Speltmohn, mein Name ist äh“, er zögerte einen Augenblick und in seinen Gedanken sah er zwei Assassinen durch Torfeld ziehen, die nach einem gewissen Mavion Kaufmann fragten, „ Ruben Molinger und ich sah euer Schild dort draussen“
„Ah“, das Gesicht des Mannes erhellte sich merklich, „ das Schild, natürlich. Ihr seid gekommen, weil ihr hier arbeiten wollt. Das ist fein, sehr fein“, murmelte er vor sich hin.
Mavion nickte stumm und ließ sich von dem Alten in der Bücherei herumführen. Herr Speltmohn, mit Vornamen übrigens Giesbert, zeigte Mavion, wo welche Bücher zu finden waren und wie die kompliziert anmutende Verleihregistratur des Alten organisiert war.
Giesbert Speltmohn erklärte Mavion, dass er die Bücherei noch von seinen Eltern geerbt hatte und um nichts auf der Welt aufgeben wollte. Zwar hatte er noch genug Geld um die eher schlecht laufende Bücherei am Leben zu halten, aber seine Gesundheit spielte nicht mehr so mit, wie er es sich wünschte. Deshalb brauchte er Mavion als Gehilfen, der ihm die schwierigen Arbeiten wie das Entstauben und vor allem das Hin- und Hertragen der Bücher abnahm. Mavion benachrichtigte den Händler, der über die Nachricht, wieder mehr Platz au der Ladefläche der Kutsche und trotzdem das Geld für die Fahrt behalten zu können nicht gerade unglücklich zu sein schien. In den folgenden Wochen arbeitete Mavion fast den gesamten Tag in der Buecherei des alten Speltmohn. Eigentlich hatte er dort nicht wirklich viel zu tun, und so las er in seiner Freizeit Buecher aus dem großen Fundus der Bücherei. Hier lernte Mavion das Lesen zu schätzen, dass er bald ebenso verehrte wie Astrael den Herrn des Wissens und Erkennens. Mavion ging jede Woche einmal in den Tempel des Ordo Astraeli zu Torfeld und nahm an den Messen teil, sowie an den daran anschliessenden Diskussionsrunden im Pfarrhaus, wo die neusten nachrichen aus Galadon ebenso besprochen wurden, wie auch die Werke berühmter Schreiber. Mavion verschlang die Bücher in der Bibliothek regelrecht und lernte sie ebenso wie Giesbert Speltmohn zu schätzen. Nicht nur als reine Quellen von Informationen, nein, die Bücher um ihn herum gaben ihm ein Gefühl von Sicherheit, von Wissen und von Stolz. So vergingen die Monde und Mavion übernahm immer mehr Aufgaben in der Bibliothek während der alte Speltmohn immer schwächer wurde. Als sein Arbeitgeber schließlich vollständig bettlägerig war, führte Mavion die Bücherei alleine.
Nach nicht allzu langer Zeit schließlich nahm Morsan den alten Speltmohn zu sich. Die Bücherei fiel ebenso wie sein restliches Erbe an den Ordo Astraeli. Im Tempel riet man mavion, es doch einmal in Falkenstein zu versuchen, man stellte ihm einen Empfehlungsbrief auf den Namen Ruben Molinger aus, unter dem er immer noch lebte und wünschte ihm Lebewohl.
Mit der nächsten Droschke reiste Mavion dann nach Falkenstein, die Hauptstadt der gleichnamigen Baronie in der auch Torfeld lag. Mit dem Empfehlungsschreiben suchte er zunächst den dort gelegenen Tempel des Ordo Astraeli auf. Der Tempeloberste unterhielt sich mit ihm einige Zeit in seinen Gemächern. Er fragte ihn über die Situation in Torfeld aus und ließ sich die Grüße der dortigen Astraeli ausrichten. Anschliessend sprach er mit Mavion über dessen weiteren Weg. Mavion fragte, wo man einen Mann wie ihn denn brauchen könne, beziehungsweise wohin er gehen könne. Der Oberste runzelte nachdenklich seine faltige Stirn.
„Nun Ruben“, sprach er, „ viele junge Männer wie du suchen ihr Glück heutzutage auf fernen Wegen, abseits des ausgetretenen Pfades. Sie wollen mehr Wissen erlangen. Wissen über neues. Sag mir Ruben, hast du schon einmal von der Insel Siebenwind gehört ?“ Mavion verneinte dies. Der Priester fuhr fort: „ Siebenwind ist ein Eiland inmitten des Nordmeeres, umtost von Stürmen. Unser geliebter König Hilgorad entdeckte es vor etwas mehr als 10 Jahren und besiedelt es nun seit einiger Zeit. Die Prophezeiung besagt dass jenes Eiland von äußerster Wichtigkeit für uns alle sein wird.“
Mit offenem Mund hörte Mavion ihm zu. Ein neues Eiland. Das würde für ihn bedeuten, er wäre endgültig aus der Reichweite der Assassinen von Crowahst. Er könnte neue Erfahrungen sammeln. Erfahrungen die niemand aus Rothenbucht je haben würde. Begeistert nickte er „ Fahrt fort Vater, erzählt mir mehr von Siebenwind.“
Der Tempeloberste nickte und lächelte sanft: „Ich dachte mir dass es dir gefallen würde mein Sohn. Jedes Viertel Jahr legen die Schiffe von Melos Koin hier an. Herr Koin ist ein recht wohlhabender Seehandelskaufmann, der auch Handelskontakte zur Insel Siebenwind unterhält. Ich könnte euch eine Fahrt mit einem solchen Schiffe ermöglichen Ruben.“
Mavion stimmte freudig zu. In den nächsten Wochen und Monaten arbeitete er für den Orden im Theater, das von den Astraeli in Falkenstein betrieben wurde. Sie führten verschiedenste Stücke auf, um dem einfachen Volk Wissen zu vermitteln und den Glauben begreifbarer zu machen. Er arbeitete gern und gut im Theater und seine Rollen beherrschte er mühelos, dank der Rollenspiele die sie bei den Assassini gelernt hatte um im täglichen Leben nicht aufzufallen.
Nach etwa 8 Wochen war es soweit. Der mächtige Handelskahn der Koins war in den Hafen von Falkenstein eingelaufen. Der Tempelsoberste des Ordo Astraeli hatte sein Wort gehalten und Mavion konnte mit seinen wenigen Habseligkeiten eine der Gästekabinen auf dem Schiff beziehen. Die Überfahrt auf dem Schiff war recht eintönig, die Mannschaft hatte meist viel zu tun und bei den Mahlzeiten in dem Speisesaal unter Deck nahm auch niemand groß Notiz von Mavion. Er vertrieb sich die Zeit mit der Lektüre der Bücher, die ihm er aus der Bibliothek des alten Speltmohns hatte mitnehmen dürfen.
Nach 3 Wochen ereignisloser Reise, erscholl an Deck dann plötzlich der Ruf: „LAND IN SICHT“ . Tatsächlich, das Schiff der Koins legte bei Etriska an, um Vorräte aufzunehmen und einen kleinen Teil seiner Waren an die Verwalter des Lagerhauses zu verkaufen im Gegenzug für eine Menge wirklich schöner aber leider recht unprofessionell erlegter Tierfelle ;)

Neugierig sah Mavion sich auf der kleinen Insel um...


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BeitragVerfasst: 28.05.04, 02:32 
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Svenja - Nortrave - Kind - geboren auf Siebenwind

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Es war ein schöner Sommerabend an diesem Mandag, als Beron und Ricarda durch Westhever gingen. 6 Tage nach Mittsomm waren die Tage lang und hell, auch hier auf Siebenwind waren sie länger als üblich, wenn auch nicht so lang wie im Norland. Sie gingen langsam, den es war beschwerlich für Ricarda mit einem Kind im Bauch, schnell zu gehen. Langsam schlenderten sie in Richtung der Stallungen und wurden von jedem , den sie erblickten freundlich mit einem „Hail Thjarek gegrüsst“. Schon von weitem hörte man den Kampfeslärm und eine herrische Stimme die laut schrie : „Verdammt Ravnir, das ist kein Schmiedehammer sondern ein Kriegshammer! Los noch mal Welpe!“ Es war die Stimme von Blakkurvald, auch ein Ratsmitglied wie Beron und Ricarda es waren. Er war Ausbilder der Wölfe und schien gerade mit einem der Neulinge befasst zu sein. Ein schmunzeln huschte über Berons Gesicht , als er die Stimme vernahm und er stricht über Ricardas Hand. „Blakkurvald scheint sich wieder zu amüsieren“ lachte er. Ricarda nickte sachte und Beron schaut sie besorgt von der Seite an. „ Ist alles in Ordnung meine Liebe?“ „Es geht schon“ sie lächelte leicht „ es ist anstrengend, und ich habe nicht so viel Kraft wie du“ Sie kniff ihn in die Seite und Beron strich ihr abermals sanft über die Hand. Sie gingen am Ring vorbei und Beron rief Blakkurvald zu: „Nimm ihn nicht zu hart ran Blakkurvald, sonst schläft er morgen wieder nur auf der Palisade“ Blakkurvald lachte donnernd und wandte sich wieder Ravnir zu. „Du schläfst auf der Palisade ?“ er hob eine braue und schüttelte dann den Kopf. „ Das wird noch ein langer Weg“ brummte er zu sich. „ Los noch mal von vorn!“ und er hob den Schild an“ In der Zwischenzeit waren Beron und Ricarda schon am Tor angelangt und Beron hielt seinem Weib das Tor auf. „ Komm meine Liebe, lass uns umhergehen“ Ricarda nickt nur und hielt sich den Bauch mit einer Hand, dann griff sie Berons Hand und ging mit ihm die Küste entlang. Von hinten rief plötzlich eine laute stimme : „ Hail Thjarek ihr zwei!“ Ein Mann stand auf eine Hacke gestützt auf einem Acker und schaute sie mit einem fröhlichen Gesicht an. Sein Körper war von Schmutz bedeckt und er kratzte sich am Kinn, „ Nah wo geht’s den hin?“ „Hail Thjarek Leif“ rief Beron zu ihm rüber „ wir wollen etwas spazieren, das tut dem Kind sicher gut“ Leif nickte nur sachte und fing an weiter den Boden zu lockern. „ Ja das tut es bestimmt“ Die beiden wandten sich ab und schlenderten gemütlich weiter, am Meer entlang auf den heiligen Schrein der Götter zu. Als plötzlich Ricarda ihre Hand verkrampfte und laut keuchte. „ Es , Es..kommt Beron“ sie ging ein paar Schritte und legt sich dann ins Grass. „ Ich laufe und hohl Hilfe“ Beron zog sein Hemd rasch über den Kopf und legte es unter Ihren Kopf, dann stürmte er Richtung Dorf. Er warf die Tür auf und rannte beinah Blakkurvald über den Haufen. „ Was bei Thjarek..“ brummte dieser. „Ricarda bekommt das Kind!“ rief Beron „ wo sind den Chartaris und Linnea?“ „ Ich schau nach Chartaris du nach Linnea“ brummt Blakkurvald und rannte schon los, hinter Beron her. Beron wandte sich zur Heilerhütte und Blakkurvald lief weiter, anscheinend zur Taverne.
In der Heilerhütte fand Beron Linnea und erzählte ihr schnell, was los war und trieb sie an schnell mitzukommen. Diese packte schnell ein paar Kräuter und Flaschen in eine Tasche und eilte dann mit Beron zusammen zum Schrein.

Ricarda lag immer noch im Grass, und laute schreie drangen an die Ohren der Heraneilenden.
Auch Leif hatte seine Arbeit unterbrochen und stapfte neugierig heran. Linnea kniete sich zu Ricarda ins Gras und lächelte ihr zu, „ das wird schon Riccarda, Beron hol mir eine Schüssel klares Wasser!“ Der angesprochene wandte sich sofort ab und eilte los. „ Ich komm besser mal mit Beron“ sagte Leif trocken, als sie etwas weiter fort waren, „ ich glaub das is nichts für mich“ er grinste „ komm , in meinem Haus sollte noch eine Schüssel stehen , und das wasser aus dem Brunnen sollte klar genug sein“. Mit schnellen Schritten eilten sie zu Leifs Haus.

An diesem Abend erblickte Svenja das Licht der Welt, die Thjarek und Eydis geschaffen hatten. Ihre Mutter erholte sich recht schnell, und so stand einem erfolgreichem start ins Leben wenig entgegen. Svenja wurde von ihren Eltern liebevoll groß gezogen und saß meistens bei der Mutter in der Schneiderstube und schaut ihr beim schneidern zu. Auch Beron war jede freie Minute bei seiner Tochter und kümmerte sich genauso liebevoll um sie , wie es Ricarda tat. Wenn Beron und Ricarda beide unterwegs waren, sei es zur Ratssitzung, oder anderen Dingen, dann wurde Svenja zu Jelka gebracht. Dort gefiel es ihr immer besonders gut, in der Taverne. Dann konnte sie an der Theke sitzen und den Grossen bei ihren Geschichten zuhören. Besonders Hagen, den alten Skalden hörte sie gerne reden. Er konnte noch bessere Geschichten erzählen als die Mutter. Und essen durfte Svenja immer soviel sie wollte. Auch vom Honig, das durfte sie zuhause nicht. Wenn Jelka aber mal keine Zeit hatte, dann musste sie zu Torbank, das war langweilig. Da saß sie immer auf einem Hocker und durfte nie an die Kisten mit den ganzen tollen Sachen ran. Torbank verwaltete nämlich das Lager des Dorfes. Einmal hatte sie eine Maske von einem Hirsch auf ihren Kopf gesetzt und isst damit rumgelaufen, da wurde Torbank ganz böse. Seitdem mag sie Torbank nicht so sehr.

Es gab noch einen im Dorf der immer doof zu Svenja war, das war Jarl, der war ein ganz dummer Junge, ja das war er. Denn immer wenn Svenja was am spielen war kam Jarl und ärgerte sie oder machte es kaputt. Das fand Svenja gemein und doof und darum ging sie Jarl immer aus dem Weg.

Am liebsten ging Svenja in den Wald spazieren, dort war sie allein, auch wenn sie manchmal angst hatte, den die Wölfe und Bären waren wild. Eines Tages kam ihr Vater zu ihr und sagte ihr, das sie nicht mehr in den Wald dürfe, und außerdem würden sie und ihre Mutter nun im Langhaus schlafen, da das Haus nicht mehr sicher sei. So ging sie nur noch durch das Dorf und besuchte Jelka so oft sie konnte.

Eines Tages packte Ricarda auf einmal all ihre Sachen in einen Beutel und reichte ihn ihr. „Los komm meine kleine, wir müssen weg von hier. Es ist nicht mehr sicher hier. Wir brechen auf. Auch die andern Sachen im Langhaus schienen zusammen gepackt und die Krieger waren schon den ganzen tag auf den Palisaden , die Untoten waren da, so wurde erzählt. Svenja faste die Hand ihrer Mutter und drückte sie ängstlich zusammen. Sie hatte schon viel in der Taverne davon gehört, und auch ihre Eltern unterhielten sich oft darüber, aber wie konnten die Untoten den die Nortraven aus Westhever vertreiben. Blakkurvald hatte ihr erzählt, das die Nortraven das stärkste Volk waren, und wie konnten die Untoten dann stärker sein. Viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf als sie ihrer Mutter und den anderen nach Brandenstein folgte.

Das Leben im Lager hinter der großen Gala Stadt war langweilig. Auch wenn sie nun wieder in den Wald laufen konnte, es gab keine schöne Taverne, keine Schafe im Gatter die man füttern konnte. So war ihr oft langweilig.


Auch wenn ihr Vater es verboten hatte, so wollte sie doch schauen, ob es in der Hafenstadt nicht auch ein Drachenschiff gab, den Blakkurvald hatte ihr schon viel in der Taverne über diese Schiffe erzählt. In Westhever hatte ein großes gestanden, und vielleicht war es ja von dort aus nach Brandenstein gesegelt. Diese Schiffe seien besonders groß und würden und nur Nortraven würden solche Schiffe bauen können, da es eine Gabe sei, die Thjarek seinem Volk gab. Da musste so ein schiff es doch auch schaffen den Untoten zu entkommen, oder etwa nicht? Dachte sich Svenja und ging mit dem Vorwand etwas sich im Wald umzusehen vom Lager weg. Nach kurzer zeit, die sie in den Wald gelaufen war kehrte sie dann aber um und lief in weitem boden um das Lager herum in Richtung der großen Stadt. Sie hüpfte fröhlich pfeifend an den Stadtwachen vorbei und kicherte. Dann schaute sie sich um und sie kam sich auf einmal etwas hilflos vor. „Wo ist den bloß der Hafen? „ dachte sie und blickte die hohen steinernen Häuser rauf. Dann erblickte sie eine Frau die vor einem der großen Häuser mit einem Besen den Dreck am wegfegen war. Sie ging zögernd auf die Frau zu und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. „ Hail Thjarek, sag mal wo ist der Hafen?“ Sie setzte eines ihrer schönsten lächeln auf und spielte mit ihren Zöpfen. Das klappet auch immer bei ihrer Mutter, mit dieser Methode bekam sie fast immer das was sie wollte, und diese Frau half ihr so sicher auch, und tatsächlich , die Frau legte den Besen zur Seite und schaut sie fröhlich an.
„ Na der is nicht weit weg, ich kann ihn dir eben zeigen. Komm mal mit“ die Frau streckte ihre Hand aus und ging dann mit Svenja an der Hand zum Hafen.
Svenja lies sich von der Frau an der Hand zum Hafen geleiten und spielte mit der anderen Hand mit ihren zwei Zöpfen. Immer wieder schaute sie ängstlich an den Häuserwänden hoch, auf eine Art machten sie ihr Angst. Als die beiden dann am Hafen ankamen schaute die Frau sich um und lächelte Svenja dann an „ so hier ist der Hafen, aber was willst du den hier kleine?“ „ Ich bin nicht klein!“ Svenja stampfte mit dem Fuß auf „ ich bin schon 6 !“ und was ich will geht dich gar nichts an!“ Sie zog einen Schmollmund und wandte sich ab. Die Frau lachte nur und wandte sich dann ab „ Pass nur auf meine kleine, und geh schnell zu deiner Mama, die macht sich sicher schon Sorgen.“ Svenja dachte an ihre Mutter und bekam ein schlechtes Gewissen, sie hatte ihre Mutter angelogen, sie würde sich sicher keine sorgen machen, aber ob die Götter ihre kleine Lüge mitbekommen hatten? Sie schaut unweigerlich auf das Meer und sog die Luft ein. Dann verwarf sie den Gedanken und begann eilig die Stege entlang zu lang und suchte sie nach einem Schiff mit einem Drachenkopf ab, fand dann aber keins. Nach einiger Zeit entdeckte sie ein schiff mit einem Drachenkopf und ihre Augen weiteten sich. Doch es war nicht das Schiff, das sie kannte, die Segel waren nicht rot , sondern blau und auch das schiff schien etwas größer zu sein. Vorsichtig blickte sie sich um. Dann schlich sie sich auf das Schiff und schaute sich staunend um. Als auf einmal laute Rufe von Männern ertönten versteckte sich Svenja schnell hinter ein paar Kisten und kauerte sich zusammen. Hoffentlich fand sie keiner! Auf einmal wurde das Segel gesetzt und das Schiff fuhr los.

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Herzlichen Dank für diese Geschichte an PO Haldariel :))


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