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 Betreff des Beitrags: Schriften aus der heiligen Bibliothek des Astrael zu Mittens
BeitragVerfasst: 4.12.01, 08:06 
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Hier wird es einiges zu lesen geben

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 Betreff des Beitrags: Auszug aus dem Buch des Tortius Malagat \"Falandrien zu
BeitragVerfasst: 4.12.01, 08:11 
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Auszug aus dem Buch des Tortius Malagat "Falandrien zu Fuss"

(...)
Solche Tage wie heute sind ein warer Segen für den Wanderer. Selten kann ich solches Reisewetter geniessen. Der Himmel vom allerschönsten Blau und nur vereinzelte Wolkenfetzen am Himmel.. Die Luft klar und rein. Nicht allzu warm und auch nicht von der beissenden Kälte wie ich sie oft erfahren musste. Astrael meint es gut mit mir.
Ich schreibe dies sitzend auf einer kleinen Anhöhe inmitten der grünen Wiesen über die ich schon die letzten Tage berichtete, geniesse bei diesem Wetter - welches sehr hungrig macht - einen Kanten Brot, welcher der letzte Rest meiner Rationen aus Hanto ist, sowie eine Tasse Tee, die ich mir soeben bereitete.

Doch mache ich mir keine Sorgen um Nahrung mehr, denn die Umgebung ist schon seit vielen Tagesreisen fruchtbar und voller essbarer Früchte. Auch hoffe ich am morgigen Tag mein Ziel für diesen Monat zu erreichen. Dann kann ich mich in den Bädern erfrischen und mich auf die Weiterreise ausgiebig vorbereiten.

(...)

Die Reise duch die Hügelwiesen war ein Fest für die Sinne, Astrael beschenkte mich mit einem Licht, das Tare noch schöner als sonst erscheinen lies. Der Duft der Blumen war überwältigend, die Früchte schmackhaft. Alles um mich herum schien mir Mut und gute Laune machen zu wollen. So schritt ich forsch aus und kam gut voran, ich denke ich habe einen Halben Tag wohl gespart allein aufgrund des herrlichen Wetters.

Es brach die Nacht des 8. Zyclusses dieses Tages an, als ich am Horizont etwas erblickte was ich kaum für möglich gehalten hätte. In der Dämmerung erkannte ich ein breites leuchten, welches einen grossteil des Horizontes einnahm. Niemals zuvor hatte ich etwas solches gesehen, und ich war nicht wenig Erstaunt als es die gesamte nacht hinduch anhielt. Mit unverminderter helligkeit erleuchtete es den Horizont. Es schien mir ein Wunder und ein Zeichen des allwissenden zu sein, denn nur er bringt Licht in die Dunkelheit.

So schritt ich forsch aus, meine Nachtruhe vernachlässigend und durchwanderte die nacht und den Morgen. Um den dritten Zycluss des heutigen Tages nun sah ich die Ursache für das nächtliche Leuchten, das auch in den Dunkelperioden der weiteren Zyclen nicht nachliess. Es waren die marmornen Mauern der einer Stadt.

Ich hatte sie gefunden, die weisse Stadt.

Mächtige Zwingmauern umgaben die Stadt, höher als ich sie selbst in der Stadt des Königs sah. SIe waren gewaltig und doch von Eleganz. Gefertigt waren sie ganz von weissem Marmor. Stein an Stein ohne Fuge gesetzt, nicht einen Spalt konnte ich entdecken in Ihnen. Ein Wares meisterwerk der Seinmetzkunst.

Zwischen den Zinnen der Mauern sah ich das Blinken des Stahls, es war ein wares Feuerwerk so waren die Mauern besetzt.

So erreichte ich alsbald das Tor. es ward eine gar treffliche Konstruktion. Zwei mächtige Tortürme an jeder seite des äusseren Tores. gefertigt wie die Mauer selbst. und übergangslos sich in diese einfügend, mit Dächern die schimmerten in goldigem Glanz. zwischen diese beiden schmiegte sich das mächtige Torhaus, welches von einem Zwinger und einer Zugbrücke wohlbehüted ein mächtiges Tor von Ebenholz und viele stählerne Gitter beherrbergte.

Neben dem Tor sah ich sie zum ersten mal, die heiligen Krieger, Elfen von einer Würde und ausstrahlung die Ihresgleichen sucht. Sie trugen funkelnde Rüstungen aus Ketten von dem allerfeinsten Elfenstahl. desweiteren schmückten sie sich mit schlichten wappenröcken aus weissem Leinen, welches trotz seiner Schlichtheit einen glanz ausstrahlte, das man meinen könnte nicht die Kleidung, sondern der Elf darin leuchte. So flankierten sie zu mehreren das mächtiger äussere Tor.

Als ich unter Ihren wachsamen Blicken dieses pasierte eröffnete sich mir eine Torgasse, welche die Breite des äusseren Torhauses hatte, und auf der sehr leicht zwei Wagen nebeneinander Platz hatten. Dies war auch dringend nötig, herrschte doch ein reger verkehr von Händlern zu dieser Stunde.

So erreichte ich nun das innere Tor, ein Gewaltiger Troturm, welcher das gesamte Tor und damit auch die Gasse überspannte ragte vor mit auf. Über und über mit Runen bedeckt und verschlossen nur durch ein Gitter von Elfenstahl prangte vor mir das innere Tor. langsam und voller ehrfurcht durchschritt ich auch dieses. Ich hatte es geschafft, das was nur so wenigen meiner Kunst vergönnt war.

Ich war in Jassavia.

Wie es sich geziehmt strebte ich sogleich dem Tempel zu um Astrael für die gelungene Reise zu danken. Ihn zu finden War leicht, wusste doch ein jeder das er am fusse des einzigen Berges in der Stadt lag. und diesen zu finden war warlich nicht schwer, tronte doch auf Ihm die Weisse Festung, das heim der Tempelkrieger. Man sagt die Festung sei der einzige wirklich unbeflekte Ort auf ganz Tare, und bei Ihrem anblick wusste ich auch woher diese Legende stammte. Ein jeder der sie erblickte ward sofort gefangen von Ihrer Pracht und Wehrhaftigkeit.

So schritt ich trotz meiner ob des Marsches schmerzenden Füsse weiter aus und erreichte noch vor Einbruch der Dunkelheit im siebenten Zyclus den Tempel des Astrael. Dieser ward ein gar prächtiges Bauwerk, das selbst mich, der ich viel gesehe hatte, in schweigsames erstaunen versetzte. Niemals zuvor erblickte ich solche Pracht. Feingliedrig ward der weisse Marmor behauen, um aus einem Gewirr von Mosaiken, Friesen und Säulen diesen Bau zu schaffen.

So machte ich mich auf den Tempel zu betreten, nachdem ich die einhundert Stufen der Eingangstreppe erklommen hatte war ich nicht wenig verwundert die Wächter des Tempels zu sehen. Diese Elfen von ewigen alter hatten die selbe schlichte doch edle Kleidung wie die die vor dem Tore wachten. Doch trugen sie einen in hellstem Blau leuchtenden Umhang dazu welche Ihre Gestalt zum Teil verhüllte.
Als Waffen trugen sie nicht Schwert oder Armbrust wie alle anderen die ich sah, sondern Stäbe aus grauem Holz, kunstvoll mit Schnitzereien verziehrt. Doch das was mich am meissten an Ihnen beeinduckte war Ihr gesicht, es war voller Würde und entschlossenheit und ward von etwas geziehrt was ich bei elfen noch nie zuvor gesehen hatte. Jetzt wusste ich warum man sie "die alten" nannte. Sie trugen kleine Spitzbärte von grauem Haar am Kinn.

Ohne eine Miene zu verziehen liessen sie mich passieren, doch bemerkte ich sehrwohl Ihre stete bereitschaft einzugreifen, die Spannung war förmlich spürbar in der Luft.

(...)

Bereit einige tage weile ich nun in der Weissen Stadt, ich habe sie kennen und lieben genannt. Die Elfen die hier leben sind allesamt von freundlichem und ehrlichem Gemüt, auch wenn ich unter Ihnen immer das Gefühl habe nur ein unbedeutender Schüler zu sein.

Es ist eine Erhabene Stadt, allein die Bibliothek umfasst einen Raum gleich dem Königspalaste. Das Theater - gestern war ich dort - ist ein Bau wie ich Ihn niezuvor kannte, ein Geschlossener Bau mit magischem Licht innen Erhellt. Keine Russigen Fackeln oder schummrigen Kohlebecken sondern Magisches Licht, immer passend zu Szene.

Auch die Badehäuser konnte ich geniessen. Wohl temperiert für jeden Geschmack, gespeisst aus einer Quelle tief unter der Stadt waren sie Balsam für meine müden Knochen. Auch waren sie angefüllt mit Elfen, welche sich tiefgreifenden philosophischen und architektonischen Diskussionen hingaben, wärend sie das Bad genossen.

Viele Völker sind hier zu Besuch. Sogar Zwerge sah ich hier friedlich mit Elfen diskutieren, und die Weisse Stadt schien Ihnen Ihre sonst so eigene brummigkeit völlig genommen zu haben, alle die Ich traf, gleich welchem Volk sie angehörten waren stets heiter und voller Wissensdurst, es ist wahrhaftig die Stadt der Schönheit und des Wissens.

(...)

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Zuletzt geändert von Tyralf: 4.10.02, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Der Torwächter (Auszug)
BeitragVerfasst: 4.12.01, 08:14 
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Der Torwächter (Auszug)
(...)
Allein stehe ich hier, abgeschnitten von meinen Brüdern und Schwestern. Hinter mir das gewaltige Festungstor, gefertigt aus über eintausend Lagen besten Elfenstahles, eingefügt in die gewaltige Festungsmauer von weissem Marmor. Seid Jahrhunderten stand es so, unbeschadet von Wind und Wetter.
Geschützt durch mächtige Zauber und Kriegern wie Ihm und seinen Brüdern war es niemals erforderlich gewesen es zu schliessen. Stets stand es einladend offen, doch wurde es niemals von einem Feind erreicht oder gar durchschritten.

Vor 3 Tagen war es nun geschehen, der sonst immerklare Himmel über der Stadt verfinsterte sich vom Horizont her. Auf der gleichen Höhe mit den finsteren, nicht einen Sonnenstrahl durchlassenden, Wolken näherte sich auch auf dem Boden die Finsternis. Diese jedoch war weit mehr als nur der Schatten der Wolken. Es war ein Finsternis die zu brodeln und zu kochen schien. Die hell erklingenden Alarmglocken, welcher das letzte mal vor 30 Jahren erklangen zeigten Ihm überdeutlich was es war. Der Feind rückte auf die Stadt vor.

Doch es war nicht wie sonst. Schon viele Kämpfe hatte er miterlebt, gegen grünhäutige Orken, gegen hinterhältige Menschen und auch gegen die wütenden Zwerge. Sie alle waren An den Mauern zerschellt und letzendlich hatte jedes Imperium die Suveränität seiner Stadt anerkannt.

Doch diesmal war es anders, der Glockenklang verstummte nicht wie üblich nach dem erstan Tag, nein er erschallte weiter Tag für Tag und wurde noch vom Kampfeslärm übertöhnt.

Heute nun, am vierten Tag der Schlacht geschah das unglaubliche. Nie zuvor in der Geschichte der Stadt oder des Ordens ward es geschehen.

- Es wurde ein Torwächter berufen. -

Was daran so ungewöhlich ist ? Nun es ist ein Prozedere was die Sichere Rückkehr der verstreuten Krieger sicherstellen soll, denn Das mächtige Festungstor, welche seid Elfengedenken offenstand wurde das erste mal geschlossen.

So sah ich sie hinausströmen um sich dem Fein an den Mauern entgegenzuwerfen, denn er bedränkte berits die äusseren Tore. Junge wie alte, erfahrene wie Novizen verliessen die Ruhe und den Schutz der Feste um sich gegen den Feind zu stellen, der in immer neuen Wogen gegen die Stadt anrannte, und dabei kaum an Stärke in seinen Truppen zu verlieren schien.

Es war ein ungewöhnliches Heer, es bestand aus Schwarzpelzen in riesigen Mengen, aus Menschen, aus Zwergen mit Kriegsmaschienen, ja sogar aus Elfen. Doch alles überragten die gewaltigen Kreaturen der Niederhöllen, welche Ihnen an Zahl zwar weit unter waren, doch weit mächtiger als das gesamte Heer.

Noch wärend dieser Gedanken, fiel das gewaltige Tor hinter mir ins Schloss, nun ist es soweit, ich als der älteste habe die Aufgabe übertragen bekommen von der ich hoffte das sie niemals ein Elf übernehmen muss.

- Ich war der Torwächter -

So war ich zur Untätigkeit verdammt.

(...)

Niemals zuvor hatte eine Schlacht des Ordens länger als einen Zyclus gedauert, und niemal war er unterlegen. Nun jedoch schienen Astrael und Bellum sich abgewandt zu haben. Ganze dreissig Zyclen dauerte die Schlacht nun schon an. Und es sah nicht gut aus für uns.

Doch keimte Hoffnung in allen auf als man aus der Ferne den Gesang der Kampftänzer den Schlachtenlärm übertönen hörte. Die Vettern aus den Auen kämpften Selten, und noch seltener erschienen sie um "Steinhaufen" wie sie unsere Städte nannten zu verteidigen. Doch schienen sie die Glocken über Tage hinweg gehört zu haben und eilten nun herbei um uns beizustehen.

In einer letzten grossen Kraftanstrengung gelang es den Brüdern eines der Tore freizukämpfen und unter grossen Verlussten erkämpften sie einen Weg für die Vettern in die Stadt, welchen diese Auch schnell beschritten. Hinter ihnen wurden die mächtigen Tore geschlossen und es sollte die Verteidigung mit Ihnen neu orgenisiert werden.

Ihr Anführer war ein Vetter von aussergewähnlicher Ausstrahlung und Kampfeskraft. Und mitten in der Stadt erhob er alsdann das Wort, und alle hingen hoffnungsvoll an seinen Lippen.

"Brüder, lasst uns nun das Werk des Herrn Vollenden !"

Er sprach es aus und ging mit all den seinen auf meine Brüder los, welche überrrascht von einer solchen Wendung der Gegenwehr kaum fähig waren.

So vielen sodann die Verteidiger der Stadt, welche Angriffen von innen und von aussen gleichermassen ausgesetzt waren. Und selbst die Alten, die erst jetzt in der höchsten not Ihren Posten verliessen wurden niedergamacht. Sie nahmen grosse Teile der Heere mit in den Tod, sie allein Vernichteten gut die Hälfte der Angreifer, doch waren sie nicht stark genug um dem beständigen Ansturm entgegenzuhalten.

- So war ich allein -

Die Heere, bar jeder Gegenwehr machten sich nun über unsere - nein meine - Stadt her, sie plünderten, brandschatzten und sie ignorierten mich.

Als am ende dieses Zyclus alles in trümmern lag, was wir über die Jahrhunderte geschaffen hatten, kam ein einzelner Mann die Stufen des Aufganges hinauf, um sich vor das Tor - nein mein Tor - zu stellen und Einlass in die Feste - meine Feste - zu fordern.

Da stand er vor mir, ein Vetter aus den Auen, doch ward er keinesfalls das was ich erwarted hätte, sein Gesicht war voller Zorn und Hass, es schien förmlich aus Ihm herauszuquellen, nein ich konnte Ihn nicht länger einen Vetter nennen, alles was einen Elfen ausmachte war ihm fremd.

Plötzlich, wie beim Trompetenklang, wandte er sich ruckartig um,in die Richtung aus der er gekommen ward.

- und Tare erbebte -

Denn nicht nur er tat es, alle Heere von dunkeln Kreaturen Tares taten es.

Trotzdem ich meine Augen schloss, konnte ich noch erkennen, wie ein Faden gleissenden Lichtes sich unkontrolliert aus seiner Brust ergoss und mit rasender Geschwindigkeit dem Horizonz zustrebte. In dieser Erinnerung verlor ich meine Besinnung.

(...)

Zäh trennten sich mein Lieder, als ich sie erschöpft auftat.

- ich war wieder allein -

Ich war auf meinem Posten. Ich lag zwar mehr das ich stand, doch hatte ich Ihn nicht verlassen. Die Stadt um mich bat ein Bild des grauens, doch ward keine Spur von den dunklen Horden mehr.

Vor mir lag ein Skelett. Geschmückt mit den Resten der Kleider eines Kampftänzers.

In Tränen überschaute ich die Reste der einst so stolzen Stadt, als meine Finger unvermittelt auf einen Gegenstand stiessen. Im Schlaf musste ich Ihn mir wohl angeeignet haben. Es war ein Schmuckstück. Fasziniert betrachtete ich es und legte es mir um den Hals.

Perfekt schien es sich an meinen Körper zu schmiegen dieses Amulett.

- Was schert mich schon diese räudige Stadt, ich habe ja meine Festung -

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Zuletzt geändert von Tyralf: 4.10.02, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 4.10.02, 12:02 
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"Der Hüter des Feuers" oder "die Mauer von Olawa":


Ohh er hasste sein "Amt" wie die Stadtväter seine Arbeit blumig nannten.

Seit nunmehr 53 Jahren lebte der alte Mann in der blühenden Hafenstadt Olwana.
Zahllose Bürgermeister, Stadträdte, Vogte und Kleinadlige hatte er bereits überlebt. Alle hatten sie andere Ziele, die einen Strebten nach Reichtum, die anderen nach politischer Macht, wieder andere strebten nach dem Wohl der Bürger. Keiner von Ihnen konnte sich lange halten in der prächtigen Stadt am Fuße des Berges Ol, einer der mächtigsten Manifestationen Tevras in Khalandra östlich der Skapen.

Einst war er ein junger Bursche gewesen, der in der Schmiede seines Vaters das ehrenwerte Handwerk des Schmiedes erlernte. Die Herrschaften kamen oft zu seines Vaters und später seinem Haus, denn sie hatten den Ruf die besten zu sein am Fuße des Ol. Der Ruf seiner Familie beruhte vor allem auf über Generationen überlieferten Mustern, Verzierungen und dem feingliedrigem Schmuck, den sie mit mündlich vom Vater zum Sohn über Generationen überlieferen Techniken herzustellen wussten.

Alles was die Schmiede seiner Familie Verliess war ein Kunstwerk aus Metall, ob es ein einfaches Hufeisen war, oder eine filigrane Brosche. Es war voll von fast sichtbarer Liebe und Gedult, ein wares Meisterwerk mit Runen, komplizierten Knoten und Meandern.

Seit mehr als sechs Generationen waren alle Söhne der Familie Schmiede gewesen. hiervon gab es nur eine Ausnahme, aber über diese sprach keiner aus der Familie gern. Es gab einen Schandfleck in der glänzenden Geshichte der ehrenwerten Handwerkerfamilie. Diese Schandfleck war der Bruder des Vaters des alten Mannes, Taran war er genannt worden bei seiner Geburt.

Allein schon seine Geburt war an einem Tag des Unglücks gewesen. Aus den Erzählungen seines Vaters wusste er, das Taran (der jüngere der beiden Brüder) während eines gewaltigen Unwetters zur Welt kam welches einen Großteil der Stadt unter Wasser setzte. So flüchtete die gesamte Familie mit samt der hochschwangeren Frau in eine kleine Hütte Bergauf in den Wäldern an den Hängen des Ol.
Hier nun kam es zur Niederkunft der guten Frau, und mitten in dieser stürmischen Nacht kam Taran zur Welt.

Es mag wohl so um sein fünftes Lebensjahr gewesen sein als Taran von zu Hause verschwandt. Fortan ward er nicht mehr gesehen für eine lange Zeit. Nur ab und an berichtete man sich das man Ihn in den Wäldern rund um Olwana herumstreunen gesehen habe.
Nun, wie gesagt die Famile sprach nicht so gern über diesen Ausreisser, so geriet er bald in Vergessenheit.

Doch wir schweifen ab, nicht der Bruder seines Vaters soll inhalt dieser Geschichte sein, sondern unser alter mürrischer Mann.

Mit 20 Jahren übenahm er die Schmiede seines schon stark geschwächten Vaters, er führte die Familientradition weiter wie es sich gehörte. Noch immer kamen die hohen Herren zu Ihm und wollten nichts als Waffen und Rüstungen von Ihm, obwohl er zu so viel nützlicherem und schönerem fähig war.

Doch all die Waffen und Rüstungen nutzten den hohen Herren gar nichts, alle Verloren sie die Macht kurze Zeit nachdem sie sie sich mit Wafengewalt oder Kauf genommen hatten.
Sie kamen auf mannigfaltige Weise vom Glück zum Unglück, meisst traten sie Ihre Herrschaft in gutem Willen an, doch die Macht korrumpierte Sie stets.
Dem einen rissen Bären alle seine Tiere so das er nicht mehr das Geld aufbringen konne sich an der Spitze des Rates zu halten, der Andere blieb auf einer Jagt für immer verschollen und wieder ein anderer starb auf ungewöhnliche Art in seinem Bett, und einen ganz anderen erwischte man beim ehebrich mit der Frau eines Adligen und enthauptete Ihn. So ward die Stadt stets im Wandel zwischen vielen Herren.
Das einzige was sie alle gemein hatten war das sie die Waffen und das Geld höher schätzten als die Menschen und Tiere Tares.

Als er an die dreißig Jahre herankam ergab es sich das er den Bruder seines Vaters - von dem er bisher nur gehört hatte - wiedersah. Der Anlass war ein gar trauriger, es ward der Tag des Todes seine Vaters.
Und auch der Bruder des Toten war ein Anblick der Ihn nicht gerade in Freudentränen ausbrechen lies. Ein alter Mann mit ledriger haut und zerzaustem Haar, und einem langen Bart welcher ueber eine alte zerzauste Leinenkutte ragte. Im hohen Alter von bestimmt 50 Jahren erwies der jüngere seinem älteren Bruder die letzte Ehre.

So ging es tagein tagaus, er fertigte Waffen, und die hohen Herren spalteten sich die Schädel damit. Doch fand er in seinem Eifer nicht die Zeit zu freien und blieb so allein und ohne Erben.
Alsbald war er der älteste noch arbeitende Handwerker der Stadt, aber im Alter von über 40 Jahren war er nicht mehr in der Lage mehr zu fertigen als vielleicht mal ein Hufeisen pro Tag.
So verliess Ihn alsbald das Geld welches er lange angespart hatte und bald musste er seine Schmiede verkaufen um sich ein paar Laib Brot kaufen zu können, welches zu kauen Ihm auch von Tag zu Tag schwerer fiel.

Doch die Stadtväter hatten ein Erbarmen mit Ihm und übertrugen Ihm alten Bettler diese Strafarbeit, welche sie großzügig "Amt" nannten. Seit es die Stadt gab, war es die Aufgabe des ältesten Sohnes der Stadt täglich auf den Ol zu steigen und dort oben den Berg zu beschauen.

Man nannte diesen Alten den "Hüter des Feuers".

Nun war er der "Hüter des Feuers", und er hasste dieses Amt.

Seine Aufgabe war es jeden Tag auf den Berg zu steigen und den Wald zu beobachten. keiner wusste mehr woher diese Tradition kam, und warum sie gepflegt wurde. Auch woher der merkwürdige Name kam, ob von der Tradition des behütens eines Lagerfeuers, oder von der uralten bronzenen Laterne die er trug. keiner konnte mehr sagen warum es "Hüter des Feuers" hiess und warum er Tag für Tag auf den Berg stieg.

Die einzige Antwort die man wusste war "Das war schon immer so !".

- Er hasste diese Aufgabe -

So stieg er Tag um Tag auf den Berg Ol und wusste nicht warum.

Jetzt jährte sich seine Geburt zum 53. male und wieder stand er oben auf dem Berg. Es hatte Ihn den ganzen Vormittag gekostet den steilen Pfad zu erklimmen welcher serpentienenartig den Berg hinaufführte, und er würde wohl den ganzen Nachmittag brauchen um denselben Weg hinabzukommen.
Eins war schon mrkwürdig, seit er die bronzene Laterne trug war er niemals früher oder später als zur Mittagsstunde auf dem kleinen Plateau angekommen und auch noch nie war er vor oder nach Sonnenuntergang an dem kleinen Haus angekommen, das Ihm die Stadt zur Verfügung gestellt hatte.

Mit diesn Gedanken betrat er das kleine Felsplateau, welches seine almittagliche Rasstätte darstellte. Eine grob behauene Bank aus einem toten Baumstumpf diente Ihm hier täglich als Ruheplatz.
So liess er sich nieder und begann sein Mittagmahl - ein Kanten trockenes Brot, etwas Wasser und ein Stück Käse - zu sich zu nehmen um sich für den allnachmittaglichen Abstieg zu stärken.

- irgendetwas war anders -

Langsam stieg Ihm ein Geruch in die Nase, er stammte nicht von den Tieren des Waldes, nciht von seinem Mahl, und auch nicht von irgent etwas anderem was er hier erwartete. Er erinnerte Ihn eher an eine Alchemistenstube. Er hatte einmal einen Alchemisten gefragt was das wohl für ein Gestank bei Ihm sei und dieser hatte Ihm erklärt das es ein Pulver namens Schwefel sei, das diesen Geruch verbreitete wenn es mit Ignis Flammen in Berührung kam.

Verwundert sah er sich um, da Ihm kein alchemistisches Werkzeug aufgefallen war, und zuseinem grosen schrecken stellte er fest das der Geruch von einem schmalen weissen Nebel herrührte welcher sich mit hoher Geschwindigkeit aus einem schmalen Spalt in dem Plateau in die Luft ergoss.

Als er sich dem nebel näherte stellte er mit Schrecken fest das er heisser war als jedes Metall das er je geschmiedet hatte, und der Riss aus dem er drang wurde immer größer und grösser. Langsam zwar, doch stetig.



Mit einer Geschwindigkeit die er sich selbst niemals zugetraut hatte, hastete er teils stolpernd, teils fallend den Berghang hinab. Mit zerschundenen Knochen erreichte er nach kurzer Zeit den Fuss des Berges.
In der Stadt angekommen wandte er sich ohne Atem zu holen dem Sitz des Bürgermeisters zu um diesen von seiner Beobachtung zu unterrichten.


(...)


Einige Tage waren Vergangen seit der Hüter des Feuers die merkwürdigkeiten am Gipfel des Ol gemeldet hatte, inzwischen stand eine dichte Säule von Schwefeldampf ueber dem Gipfel und verhuellte ihn ganz.
In der ganzen Stadt gab es nur ein Thema - was wohl die Ursache für diesen Rauch ist ? - fragten sich die Bürger ebenso wie die Edlen und Bettler.


- doch diese Nacht sollte die sein die das Schicksal von Olwana entschied -


Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war sah man es deutlich, die Kuppe des Ol war hell erleuchtet vom Verheerenden Feuer des Ignis, eine gewaltige rotleuchtende Masse wälzte sich langsam aber sicher den Hang hinab und verschlang alles auf seinem Weg. Wälder, Tiere, Hütten und Menschen wurden gleichermaßen Opfer des sich langsam aber stetig Talwärts wälzenden Schreckens.

Diejenigen, welche nicht gelämt waren on dem Schrecken drängten sich dem Hafen zu, wo viele ertranken als sie von den fliehenden Massen von den Schiffen und von den Kaien in das Hafenbecken gedrängt wurden.

- eine Stadt war auf der Flucht -

Die ganze Stadt ? nein.
Ein einzelner alter Mann mit einer bronzenen Laterne stand da und starrte von Furcht und Faszination gebannt auf die näherrückenden Massen flüssigen Feuers.

Nunmehr war er allein so glaubte er, da legte sich ihm eine Hand auf die Schulter und er vernahm eine Stimme welche er niemals glaubte wieder zu hören. Konnte das sein ? Kein Mensch lebte so lange. Er musste schon weit über 70 Jahre auf Tare weilen, der dessen Stimme er nur einmal gehört und doch nie vergessen hatte.

- so waren sie zu zweit -

Er wandte sein Haupt um und sah was er nicht fuer moeglich gehalten hatte, der Bruder seines Vaters, der Schandfleck seiner Familie - Taran -, so wie immer, in zerlumpten Leinenkleidern mit Zerzaustem Haar und langem Bart stand er neben Ihm und hatte seine Hand auf seine Schulter gelegt.

"Hab keine Furcht mein Junge." Sprach Taran zu dem 53 Sommer zählenden Mann mit der Laterne.

Er wandte sich dem Meer zu, deutete mit dem Stab auf eine Stelle, an welcher die Stadtmauer auf den Strand traf, und etwas geschah was von den flüchtenden kaum wahrgenommen wurde in Ihrer Verzweiflung.

Eine gewaltige Säule von Wasser aus Xans endlosem Meer erhob sich Kirchturmhoch über den strand. Mit einer leichten Drehung aus der Hüfte beschrieb er einen langsamen Bogen mit dem Stabe, und die Säule formte sich zu einer gewaltigen Mauer von Wasser welche die stadt in einem Halben Kreis von Küste zu Küste umspannte. Stetig im Fluss wie das Meer selbst bäumte sie sich auf und verharrte doch an dieser Stelle.

Die rotgluehende Feuerwalze brandete an gegen die Mauer aus Wasser und erstarrte aufgrund dieser sanften Berührung, wurde ueberflutet von den nachdrängenden Massen von flüssigem Feuer, welche ebenfalls erstarrten unter der sanften Beruehrung.
So ward eine gewaltige Mauer aufgetuermt in Stunden, in welchen Feuer gegen Wasser anbrandete, Kirchturmhoch stand nun der Fels als Mauer um die Stadt.
Die Luft kuehlte die letzten Reste des rotglühenden Alptraumes, welcher an der Mauer zum stehen gekommen ward.

- vom Geist eines gelenkt, siegten Wasser, Erde und Luft ueber die verheerende Kraft des Feuers. -

Als die Mauer errichtet, das Wasser verflossen und der Wind sich gelegt hatten ward auch das Feuer erkaltet und neben dem alten Mann mit der Laterne brach eine Gestalt erschoepft zusammen.

"Alle haben dich gefürchtet, ja teilweise gehasst, warum hast du das getan Taran ?"
Fragte er alte Mann mit der Laterne den schwachen alten, der neben Ihm auf dem Boden kauerte.

"Ein jedes Wesen verdient eine zweite Chance."
sagte Taran leise und verstarb.


(...)


So kam es das man entschied das stets der älteste mann der Stadt, diese regieren sollte. Der erste Bürgermeister dieser neuen art trat sein Amt im Alter von 53 Jahren an.
Heute, im Jahre 13 nach Hilgorad ist er schon 65 Jahre alt, und regiert noch immer die Stadt Olwana.

Vor fünf Jahren gewährte Vitama seiner jungen Frau trotz des hohen alters Ihres Gemahles die Gnade einen Sohn zu gebähren.
Vor einem Monat nun verschwand dieser Sohn auf seltsame Weise, keiner weiss wohin.

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Zuletzt geändert von Tyralf: 4.10.02, 12:38, insgesamt 1-mal geändert.

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