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 Betreff des Beitrags: Geschichten der Wälder
BeitragVerfasst: 24.12.04, 05:17 
Ratsberater
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- Der Stein des Waldes oder auch Delera`s Rückkehr -

[Eventuell mag der Text etwas konfus wirken da er von mehreren Personen unabhängig voneinander geschrieben wurde. Aber verschiedene Personen sehen Dinge IG halt anders. Einleitend ein Text von mir, dann einer von Lalia und abschließend wieder etwas von mir]

Als die Nacht hereinbrach verließ er den Steinkreis, die Wölfin in ihrem friedlichen Schlaf zurücklassen, sie brauchte all ihre Kraft für die jungen Leben in ihrem Leib. Langsam und nahezu lautlos führen ihn seine Schritte durch den Wald an der Lagerstätte der Gemeinschaft vorbei. Auch hier ruhten alle, das Menschenkind sanft in die Arme seiner Iama gebettet. Er ging an die Kiste um den kleinen Stein zu entnehmen, ein Smaragd wie eine Paar geschulte und zugleich stets gierige Zwergenaugen wohl schnell feststellen mochte – und doch würden sie hier irren denn soviel mehr war jener Stein. Er verließ die Lagerstätte an der Landzunge und sein Weg führte ihn durch den Wald den Pfad entlang den Berg hinauf. Tiefe Nacht war es mittlerweile doch schritt er jenen Weg sicher, schon zu oft war er ihn gegangen, und auch diesmal Ende der Weg auf dem kleinen Plateau hoch oben an der steil abfallenden Felswand. Er konnte von hier den Sumpf sehen und die fernen Lichter der Stadt der Menschen. Das allein war jedoch kein Grund für ihn hier her zu kommen, Bilder waren unwichtig. Hier oben war es ihm möglich die Wälder der Insel zu sehen vor seinem inneren Auge, er spürte sie hier oben, er spürte das Leben auf jener Insel.

Selbst für einen Menschen, verflucht durch ein kurzes Leben, war es nicht lange her das er hier Stand und den Schmerz, den Schrei, spürte welcher durch den Wald ging. Es war kein Schrei wie ihn das Ohr vernahm, sondern ein innerer Schrei, eine direkte Emotion. Leben verging, unter großem Leid und Schmerz verschwand etwas was tief in seinem Herzen einen großen Platz einnahm. Wie eine Ewigkeit der Tortur hallte es in ihm wieder und dennoch konnte es seine stoische Ruhe nicht brechen. Er nahm den Schmerz wahr doch wusste er damit umzugehen, es wurde dadurch nicht leichter doch zeigte es ihm den Weg sein Gleichgewicht zu wahren. In den meisten der Menschen hätte ein solcher Verlust Gefühle geweckt welche sie in vielen Erdenklichen formen geäußert hätten: Wut, Zorn, Trauer und Flucht in die Einsamkeit. Solcherlei war ihm fremd und so verharrte er in kühlen Wind des nahenden Winters oben an der Klippe und nahm den Schmerz auf.
Ein Adlerschrei durchzog die Nacht, nicht weit war das Tier entfernt. In einer langsamen Bewegung als habe er den Ruf des Adlers verstanden wanderte die Hand des Elfen unter dem Gewand aus Blättern hervor und er streckte sie seitlich von ihm etwas aus. Einen kurzen Augenblick nur dauerte es bis der Adler unter einem sanften Einnicken des Armes dort landete. Das prächtige stolze Tier wendete den Kopf langsam etwas empor gen des Elfen, jener tat es dem Tier gleich um dieses anzusehen. Die Blicke der beiden Trafen sich und für einen Moment schien es als würde die Zeit stehen bleiben, als wären jene Blicke für eine Ewigkeit verbunden. Unter dem Gewand des Elfen suchte ein mattes grünlichen Licht dann für einen Moment den Weg ins freie und der Kopf jenes Elfen formte ein nicken. In einer sachten Bewegung hob er den Arm dann etwas an, zeitgleich breitete das Tier die Flügel aus und stieg im Sturzflug die Klippe hinab… um dann in der Dunkelheit der Nacht zu verschwinden.
„Das Gleichgewicht wird gewahrt werden alter Freund. Ich werde meinen mir vorbestimmten Teil dazu beitragen“, kamen die Worte leise von dem Elfen und verloren sich in der weite der Ebene.

Ein Ereignis zu ändern lag nicht in seiner Macht, das wusste er. Was zu verändern möglich war, war der Effekt davon. Ein Zustand zu verändern kann eine leichte Aufgabe sein, das kommende jedoch würde es nicht werden. Die ihm gegeben Kraft würde dafür nicht ausreichen doch dies zu ändern war er heute hier. Die Kinder des Waldes und die Gemeinschaft würden ihren Teil tun, somit blieb nur noch ein geringer Teil für ihn.
Behutsam löste er langsam seine Arme unter dem Umhang hervor, in der linken den Smaragd in der rechten eine Tiermaske. Die Rechte Hand wanderte, die Maske von innen haltend, etwas hinauf bis auf Kopfhöhe wo er den Blick auf diese richtete. Nur für einen Moment sah er den Kopf des schwarzen Bären vor sich, eher die Maske den Weg auf sein Haupt fand. Die Augen nun schließend hob er die linke hand nur einen deut an um dabei leise elfische Worte zu sprechen. Jene hatten ein sachtes glimmen des Amulettes zur Folge und der Edelstein fand seinen Weg aus der Hand des Elfen nach vorne um dann dort schwebend in der Luft zu verharren. Einen Augenblick der Konzentration verwendete der Elf darauf die Rotation des Steines zu beenden und ihn in einen ruhenden Zustand in der Luft vor ihm zu versetzten. Erst dann folgten wieder Worte in der Zunge der Elfen und ein Faden Energie tastete sich behutsam ausgehend von dem Amulett vor gen Edelstein. Mit auftreffen auf den Stein ging ein kurzes Pulsieren durch jene Verbindung und auch das Amulett selbst. In einer beschwörenden Geste breitet der Elf die arme leicht aus und leise drangen die Worte über seine Lippen: „Essenz des Lebens, vergangen, präsent, zukünftig. Als Teil des allumfassenden Gleichgewichtes, soll mit jenen Worten die Bitte geformt werden, einen Teil von dir zu geben, zu bannen in jenen Stein – ein Herz des Waldes. Dein Sein birgt das Leben dein Nichtsein das Ende, in jenem wurde Unrecht getan und das Gleichgewicht muss wieder hergestellt werden. Ien Vanahir, san en’sanai.“ Jene abschließenden Worte mit etwas Nachdruck gesprochen und wie als Reaktion darauf, begann der pulsierende Strom zwischen Amulett und Edelstein zuzunehmen. Ausgehend von dem Amulett wurde dem Stein etwas zugeführt welcher mehr und mehr in ein helleres Licht, welches seinen Ursprung im Zentrum des Steines zu haben schien, erleuchtet. Nach einem Moment wurde jener Strom dann unterbrochen begleitet von einem heben der Brust des Elfen und einen kaum vernehmbaren Aufstöhnen. Der Stein sackte langsam hinab und kam vor dem Elfen zum liegen…

Lalia trat aus dem Wald auf die kleine Lichtung und erblickte Hugin. Er saß auf ein einem der Baumstämme und blickte sie an. „Mhm, hübsches Kleid.“ Waren seine ersten Worte. Sie begrüßte ihn und erwiderte, sie sei bei ihrem Liebsten gewesen. Innerlich fluchte sie das außer ihr und ihm keiner dort war. Es war ihr irgendwie unangenehm mit ihm alleine zu sein. Umso froher war sie, als Hugin weiter sprach und ihr sagte, dass sie wohl auch nicht mehr viele werden, weil sie nicht wusste was sie sagen sollte. So stellte sie ihm die frage wofür sie den nicht mehr viele werden würden.

Dann folgte ein knappes Gespräch über den Stein des Waldes. Jeder sollte ihn mit soviel Energie, wie es ihm vermochte, in einem Ritual aufladen.

Lalia verstand wie wichtig es war und stand nach Beendigung des Gespräches auf und schloss ihre Augen. Die Zehen vergrub sie in das Erdreich und langsam hob sie ihre Arme seitlich an. Begleitet durch ihr sanftes monotones summen wurde sie innerlich ruhiger und so meditierte sie bis einige Zeit später auch Isodora und Edil auf die Lichtung kamen. Sie begrüßten sich und es wurden eine Worte gewechselt, bis auch Rey und einige Waldelfen kamen. Abermals wurden Worte des Grußes gewechselt bevor Isodora allen anwesenden Menschen erklärte wie das Ritual geplant war. Lalia sollte den Schutzkreis ziehen. Schwer schluckte sie innerlich und sofort war die bekannte Aufregung wieder da. Sie wollte nichts Falsches machen, den heute hatten sie auch noch Besuch und sie würde, wen sie es nicht schaffte, ein schlechtes Bild auf sich und auf ihre Gemeinschaft werfen. Doch all die sorge war unbegründet und Hugin entzündete ein Feuer in dem er einige Wurzeln und Kräuter verbrannte. Schnell breitete sich der gelbe Rauch innerhalb des Kreises aus und sie wurde wieder ruhig innerlich.

Während am Himmel langsam die Dunkelheit, welche jetzt nun schon seit Tagen über der Insel lag aufriss und gänzlich den Strahlen ihres Vaters wich, sprach Edil die Worten, welche ihre Mutter anriefen, bevor Hugin den grünlich schimmernden Stein aus seiner Tasche zog und sprach mit kraftvoller Stimme anfing zu sprechen

„Mutter ich bitte dich, erhör mein inniges Flehen
Lass Delera nicht für immer Vergehen
Nimm soviel Kraft ich entbehren vermag
Bann sie in Stein, wenn nötig bis zum ewigsten Tag!“

Dann folgten Lalia, Edil, Isodora und Rey nacheinander dem Beispiel und legten, jeder für sich auf seine Weise, ihre Kraft in den Stein doch immer mit denselben Worten, die sie an ihre Mutter richteten, bevor Lalia den Schutzkreis wieder öffnete. Als Hugin dann mit den Elfen sprach wurde beschlossen, da Jamilia nicht gekommen war, dass Isodora ihren Platz einnehmen sollte und sie erklärte sich dazu bereit. So übergab ihr Hugin den Stein des Waldes und sie alle wurden von einem der Elfen gebeten einen Schritt zurück zu treten.


Die Kinder des Waldes hatten ihre Aufgabe gut gemacht. Die Wichtigkeit ihres Tun war ihnen klar geworden und mit diesem Wissen wurde ihrer Bitte auf die Kräfte der Natur gestattet. Dieser Schritt war getan doch würde es noch an Isodora liegen den Rest jenes Weges zu beschreiten und den Willen auf Leben in dem lange ruhenden Geiste zu wecken. Sie waren zahlreich gekommen, die Kinder des Waldes und auch ein Teil der Gemeinschaft. Das das Folgende für die meisten von ihnen befremdlich wirken würde, gar missverstanden werden würde, war mir klar gewesen. Doch war es der einzige Weg den Geiste der Frau noch zu erreichen. Stark genug das Leben in einem Geiste und Körper zu wecken sind nur Emotionen und Erinnerungen. Auf diese, die unterste und best behütete Ebene einer jeden Seele mussten wir reisen um sie noch erreichen zu können.
Wie die anderen jene Reisen aufnehmen wurden wusste ich nicht ebenso nicht wie sie sich ihnen darstellen würde. Dennoch formte ich die Bitte und schloss die anderen darin ein. Eine große und nicht einfache bitte doch war sie mit einem zu gutem Ziel belegt als das sie verwehrt geblieben wäre.

An jenem Ort ist Zeit unwichtig.
An jenem Ort ist die Körperliche Hülle nicht existent.
An jenem Ort spricht der einzelne mit der Stimme der Gesamtheit.
An jenem Ort fühlt sie was wir sind.
Er ist eine Welt erschaffen im Geiste.

Sie suchte Hilfe. Sie nahm uns auf.
Sie suchte Antworten, sie wurden gegeben.
Sie suchte Halt, man nahm sie auf.
Sie suchte Wissen über Vergangenes, sie erhielt es.
Einigkeit erschuf es, Emotionen wahren das Band.

Eine Gemeinschaft, ungleich im Äußeren war eins in ihrem Streben.
Eine Gemeinschaft, der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.
Eine Gemeinschaft, eins, formte die Bitte.
Eine Gemeinschaft, hatte Erfolg.
Mehr als nur ein Wesen in der Welt zwischen ihnen kehrte wieder.

Die Seele fand zurück, kehrte heim. Doch war sie lange nicht mehr das was sie vorher war. Sie würde neu lernen müssen und damit zu einem neuen … Menschen werden. Doch dies war nun nicht mehr vorrangig seine Aufgabe, sie würde zu ihm kommen wenn es soweit war. Ohne ein Wort zu verlieren trat er den Weg in den Wald an, kein Wort des Dankes musste gesprochen werden, es waren überhaupt keine Worte mehr nötig. Seiner Iama gab er mit einem zuversichtlichen Blick und dem bestimmten Gefühl, Zeit vergehen zu lassen, zu verstehen das es Zeit war zu gehen. Die anderen Mitglieder der Gemeinschaft folgten ihnen und das Dickicht sowie die Dunkelheit der Nacht nahmen sie grüssend in ihre Arme.

Erst wenn es wieder eine Geschichte der Wälder zu erzählen gilt, werden sie daraus hervorkommen und ihren Platz in jener Einnehmen.


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