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 Betreff des Beitrags: Rot glühende Schwingen [History]
BeitragVerfasst: 1.03.05, 21:28 
Einsiedler
Einsiedler

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[10.03.2004]

Plötzlich stand er im Schatten welcher ihn schien zu verfolgen. Seine Blicke wendeten sich in die Höh, gen Himmel. Jener war durch einen riesen Vogel schwarz verdeckt, daher auch der Schatten. Nur die Umrisse dieses Vogels konnte man erkennen und wie es schien kam er immer näher des Erdbodens. Kreisend um mich, als sei ich sein nächstes ziel, als sei ich sein Fressen, als sei ich die Beute seiner kleinen Vogelkinder, Als sei ich...
So blieb mir wohl nichts anderes als zu laufen, endlose Kornfelder zogen an mir vorbei. Ich rannte so schnell wie mich meine Beine trugen, doch wie es schien kam ich nicht voran, der Schatten am Boden wurde immer größer, Kälte konnte ich verspüren, denn die warmen Sonnenstrahlen waren ja verdeckt. So wie Bellum es wohl wollte stolperte ich und landete mit einem stumpfen schlag in das frisch gemähte Kornfeld auf dem Bauch. Ein helles schrilles Kreischen vernahm ich – vom Vogel – Ich wendete mich am boden liegen um und – SCHWARZ!

Tief schnaufend und nass geschwitzt trotz der Kälte im Raume, wachte ich in den Schlafräumen zu Etriska auf. Kurz luftholend schaute ich mich um und schloss eines der Fenster welches vermutlich durch den Wind offen war. Mit dem Pulloverärmel fuhr ich mir durch das Gesicht, den Schweiß wegwischend. Leise zog ich mir meine recht ärmliche Kleidung an und verlies den Raum. Als ich draußen stand führten mich meine Füße wie von selbst in das Waldstückchen von Etriska. Vom weiten hörte ich schon das knistern eines Lagerfeuers und ich ging der Neugier wegen weiter. Die nacht war klar, es schien als liege ein leises orkisches Kriegsgebrüll in der Luft, welches vermutlich doch nur der pfeifende Wind war. Knarzend durch den Schnee kam ich an dem Feuer an, eine angenehme Wärme strahlte es aus, im Gegensatz zu der kalten Nacht, die es war. Kurzum schaute ich mich schweifend um und erblickte nichts außer einen flüchtenden Schneehase, der durch mich wohl mehr Angst hatte als ich jetzt vor dem dunklen Wald.

Doch schon bald wurde aus der angenehmen Wärme, eine aufdringliche Hitze. Immer heisser wurde es. Ich faste mir an die Brust, welche zu kochen schien und schrie vor Schmerz als ich sie berührte. Langsam hoben sich zwei rot glühende Schwingen oder art Flügel hervor. Ich riss mein Hemd von mir und warf es neben mir in den Schnee, kurz zischte es. An mir selbst herab schauend erblickte ich die schon seit der Kindheit eingebrannten Schwingen aufleuchten. Schmerzen pulsierten durch mich als würde man immer und immer wieder einen Dolch in mein Herzen rammen. So fiel ich auf die Knie, die Hände zu Fäusten ballend und die Zähne fest zusammen beissend.
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Scheinbar fiel ich in Ohnmacht, als ich am nächsten morgen völlig verstört im kalten Schnee bibbernd aufwachte. Mein Hemd lag noch neben mir und das Feuer war nur noch eine Glut welche kaum noch Wärme von sich gab. Unsicher schaute ich mich um und fasste dann an meine Brust, die Schwingen sind wie neu eingebrannt eine dicke, rote Brandwulst umrandet die Form beider Flügel. Schmerzen verspürte ich noch jetzt als ich sie berührte. Vorsichtig zog ich mein Hemd an, welches leicht verbrannt war in Brusthöhe. Tausende Gedanken gingen mir durch den Kopf, weshalb sollte es immer ihn so plagen, die nächtlichen Alpträume. Was hat es mit den Schwingen auf seiner Brust auf sich, warum erfuhr er nie von seinen Eltern davon? Und fände er auf Siebenwind die richtige Antwort? Könne er seine Brandmarkung weiterhin geheim halten? Mit diesen Gedanken im Kopf trottete er scheinbar übermüdet, obwohl es helichter Tag war, in die Schlafräume zu Etriska und schlief... – erneut mit Alpträumen?


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 Betreff des Beitrags: Rot glühende Schwingen II
BeitragVerfasst: 1.03.05, 21:30 
Einsiedler
Einsiedler

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Beiträge: 29
Wohnort: aus dem Süden
[14.03.2004]

Nachdem er mehrere Nächte lang von wenigeren heftigen Alpträumen geplagt wurde und weitgehend durchschlafen konnte, befand er sich nun auf einer grünen wohl duftenden Wiese. Das Gras reichte ihm bis zum Oberschenkel, ebenso die zahlreichen, vielen, bunten Blumen, welche den Geruch der Vitama auffrischten. Die Sonne strahlte eine angenehme Hitze aus und ein leichte Briese des Windes war zu verspüren. Weit und breit um sich nichts anderes zu sehen, außer am Horizont ein kleines Bauernhaus, ganz allein und abseits gelegen, es schien noch tausende Fuß entfernt zu sein.
Argos lief mit ausgestreckten Armen durchs Gras uns striff mit seinen Fingern die Spitzen der Hälmer. Sichtlich geniesend lief er ziellos durchs Feld. Der Wind welcher er zunächst als angenehm empfand wurde etwas stärker und verspürte ein Hauch von Kälte. Die Wärme der Sonne war auch nicht mehr so gegeben wie zuvor. Scheinbar überlegend senkte er sein Haupt, auf den boden schauend. Ein einzelner Käfer krabbelte an ihm, auf dem Erboden, rasch vorbei, scheinbar auf der Flucht und die Sicherheit suchend. Dann bemerkte er schon, wie es sich wieder verdunkelte wie einst in seinen Träumen. Ein grosser Schatten welcher Kälte und scheinbare Furcht mit sich brachte zog sich über ihm. Den Kopf schüttelnd und schwer seufzend stand Argos da: „Das kann doch nichts sein, wesshalb schon wieder, wesshalb immer ich?“
Ohne gen Himmel blickend, scheinbar wissend was sich da oben abspielte, nickt er sich selbst zu und fing erneut an zu rennen. Ausdauernd war er, das Gras vor sich schlug er nach und nach mit seinen beiden Händen weg. Vor sich sah er das Ende des Schattens, der ihn verfolgte. Mit großer Hoffnung kämpfte er sich voran, den Bauernhof im Auge haltend, doch er näherte sich nicht, egal wie schnell er laufe, egal wie lang er laufe, er ist immer noch gleich weit weg. Keuchend, des Rennens wegen, drehte er sich um, was blieb war eine art Schleuse, die er sich frei rannte. Nach oben schauend sah er dann wieder den gigantischen großen Vogel. Seine Flügelspannweite war sicher mehrere hunderte Schritt gross, seine Klauen hätten sicher die legendären Drachen Siebenwinds ergreifen können, gar nicht sprechend von dem riesen Schnabel.
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Tief durchschnaufen, breitete Argos seine Arme auseinander, von sich steckend. Seinen Kopf warf er in den Nacken, schloss die Augen und rief provozierend und scheinbar aussichtslos: „So hol mich doch, ergreife mich na los!“
Ein lautes Kreischen, wie einst in seinen Träumen war wieder zu vernehmen, als wolle er Antworten, der Vogel. Argos schlug zumal seine Augen auf, und sah ihn vor sich das Riesen Monster mag man fast sagen. Der Vogel hatte ein schwer definierbar farbiges Gefieder, der Geruch von verbrannten Sachen war zu vernehmen, vielleicht auch Asche. Kräftige Windstöße musste Argos stand halten, die der Vogel durch das knappe fliegen über dem Erdboden fabrizierte. Schwer Atmend, der Angst wegen, stand Argos nun vor ihm, vereinzelte Angstschweißtropfen liefen in seinem Gesicht hinab. Kurz schloss er seine Augen und würde es wohl jetzt noch bereuen, denn kurz darauf verspürte er wie ruckartig, schmerzend, eine der Fangklauen sich in seine Brust bohrte.

Laut aufschreiend riss Argos wieder seine Augen auf und sah ein Lagerfeuer vor sich. Hastig und zugleich schwer nach Luft ringend sass er da, auf einer Wurzel. Nachdem er scheinbar wieder begriff auf Etriska nahe des Hospizes zu sein, senkte er seinen Blick auf seine Brust, welche ihn dennoch schmerzte. Dann langsam an sich herab und endete an seinen Füßen, auf dem Erboden, wo ein kleiner Wintervogel, der Spatz stand und scheinbar nach Brotkrümel bettelte: „Piep!“


Zuletzt geändert von Argos: 1.03.05, 21:50, insgesamt 1-mal geändert.

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