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Mit einem erschöpften Seufzer lehnte sich sein Körper an die Wand, rutschte hinab und kam auf dem kalten Boden zu sitzen.
Schon seit 2 Jahrzehnten bin ich tot.
Oder sollte es sein. Schon seit 2 Jahrzehnten wandele ich unter den Lebenden und weiss selber nicht, was mich eigentlich am Leben erhält.
Zitternd strich seine Hand durch sein Haar.
Aber warum holt mich nichts? Warum bin ich dazu verdammt weiter auf Tare zu wandeln und das 'Geschenk', was meiner Rasse gegeben wurde, anzunehmen, sogar noch dankbar zu sein? Ich versuche mir immer wieder neue Erklärungen zurechtzulegen und ja, für einen Moment erfüllen sie mein leeres Herz mit etwas Licht. Schütze die, die Schutz brauchen - das ist etwas, was ich mir immer wieder sage, was ich lebe, doch oft genug, wenn die Dunkelheit namens Einsamkeit in meinem Herzen wieder einkehrt, will ich nicht mehr weiter - ich will sterben!
Langsam griff diese Hand, überzogen mit einigen Narben, hinab in die Tasche, die neben seinem Körper lag und zog einen im fahlen Mondlicht aufblitzenden Dolch heraus.
Ich will wieder bei ihr sein! Ich will wieder ihren Körper spüren, ihre Haut schmecken, den Duft ihrer Haare wahrnehmen und letztendlich nahe bei ihr friedlich einschlafen. Ja, Schlaf! Gebt mir ewigen Schlaf und nichts weiter will ich fordern, solange ich wieder mit ihr vereint sein kann und lasst mich dort, in diesem Schlaf, die Ewigkeit und Unsterblichkeit kosten. Doch jene Unsterblichkeit hier auf Tare ist nicht mehr als purer Spott. Lachhaft... und ja, ich lache!
Ein müdes Lächeln überzog die Lippen, während die Hand mit dem Dolch langsam den Ärmel des linken Unterarmes hochstrich und dabei rote Schnittwunden offenbarte, die sich quer über den gesamten Unterarm, fein sorgfältig, zogen. Manche noch recht frisch, manche schon vernarbt, manche nur noch rötliche Striche, die von dem Alter zeugten. Doch allen gemein war die Sorgfalt und irrwitzige, akkurate Genauigkeit, wie sie sich über den Arm zogen.
Und doch kann ich nicht gehen! Ich sehe die Hilflosigkeit in den Augen vieler, doch die wenigsten mögen es eingestehen, schweigen und senken ihr Haupt, wollen nicht zur Last fallen, stark sein. Aber keiner von uns ist wirklich stark und ich vor allem nicht. Wir können nur das tun, zu was wir imstande sind und ich kann nichts weiter als kämpfen... kämpfen und... mit dem Messer schnitzen.
Rasch zog er die Klinge über den Arm. Kurz zuckte sein Körper, während er mit einem leisen Keuchen den Kopf an die Wand hinter ihm lehnte. Warm rann elend langsam das Blut aus der Wunde heraus, ehe der Dolch erneut ansetzte...
Schon seit 2 Jahrzehnten sollte ich tot sein.
Schon seit 2 Jahrzehnten wandele ich zwischen Licht und Dunkel, auf dem schmalen Pfad, den man Wahnsinn nennt...
... und ich darf ihn nicht verlassen.
_________________ Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed. James Bond: And the second? Q: Always have an escape plan.
Zuletzt geändert von Kikia: 13.02.05, 05:24, insgesamt 1-mal geändert.
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