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 Betreff des Beitrags: Wunden
BeitragVerfasst: 13.02.05, 05:16 
Edelbürger
Edelbürger
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Registriert: 31.07.03, 14:28
Beiträge: 3012
Mit einem erschöpften Seufzer lehnte sich sein Körper an die Wand, rutschte hinab und kam auf dem kalten Boden zu sitzen.

Schon seit 2 Jahrzehnten bin ich tot.

Oder sollte es sein.
Schon seit 2 Jahrzehnten wandele ich unter den Lebenden und weiss selber nicht, was mich eigentlich am Leben erhält.


Zitternd strich seine Hand durch sein Haar.

Aber warum holt mich nichts? Warum bin ich dazu verdammt weiter auf Tare zu wandeln und das 'Geschenk', was meiner Rasse gegeben wurde, anzunehmen, sogar noch dankbar zu sein?
Ich versuche mir immer wieder neue Erklärungen zurechtzulegen und ja, für einen Moment erfüllen sie mein leeres Herz mit etwas Licht. Schütze die, die Schutz brauchen - das ist etwas, was ich mir immer wieder sage, was ich lebe, doch oft genug, wenn die Dunkelheit namens Einsamkeit in meinem Herzen wieder einkehrt, will ich nicht mehr weiter - ich will sterben!


Langsam griff diese Hand, überzogen mit einigen Narben, hinab in die Tasche, die neben seinem Körper lag und zog einen im fahlen Mondlicht aufblitzenden Dolch heraus.

Ich will wieder bei ihr sein!
Ich will wieder ihren Körper spüren, ihre Haut schmecken, den Duft ihrer Haare wahrnehmen und letztendlich nahe bei ihr friedlich einschlafen.
Ja, Schlaf!
Gebt mir ewigen Schlaf und nichts weiter will ich fordern, solange ich wieder mit ihr vereint sein kann und lasst mich dort, in diesem Schlaf, die Ewigkeit und Unsterblichkeit kosten. Doch jene Unsterblichkeit hier auf Tare ist nicht mehr als purer Spott. Lachhaft... und ja, ich lache!


Ein müdes Lächeln überzog die Lippen, während die Hand mit dem Dolch langsam den Ärmel des linken Unterarmes hochstrich und dabei rote Schnittwunden offenbarte, die sich quer über den gesamten Unterarm, fein sorgfältig, zogen. Manche noch recht frisch, manche schon vernarbt, manche nur noch rötliche Striche, die von dem Alter zeugten. Doch allen gemein war die Sorgfalt und irrwitzige, akkurate Genauigkeit, wie sie sich über den Arm zogen.

Und doch kann ich nicht gehen!
Ich sehe die Hilflosigkeit in den Augen vieler, doch die wenigsten mögen es eingestehen, schweigen und senken ihr Haupt, wollen nicht zur Last fallen, stark sein.
Aber keiner von uns ist wirklich stark und ich vor allem nicht. Wir können nur das tun, zu was wir imstande sind und ich kann nichts weiter als kämpfen... kämpfen und... mit dem Messer schnitzen.


Rasch zog er die Klinge über den Arm. Kurz zuckte sein Körper, während er mit einem leisen Keuchen den Kopf an die Wand hinter ihm lehnte. Warm rann elend langsam das Blut aus der Wunde heraus, ehe der Dolch erneut ansetzte...

Schon seit 2 Jahrzehnten sollte ich tot sein.

Schon seit 2 Jahrzehnten wandele ich zwischen Licht und Dunkel, auf dem schmalen Pfad, den man Wahnsinn nennt...

... und ich darf ihn nicht verlassen.

_________________
Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
James Bond: And the second?
Q: Always have an escape plan.


Zuletzt geändert von Kikia: 13.02.05, 05:24, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 3.03.05, 01:02 
Edelbürger
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Registriert: 31.07.03, 14:28
Beiträge: 3012
Der Sinn des Lebens...

Ich verliere ihn immer wieder aus den Augen, wenn sich mein Blick in das Jammertal verliert, in das ich ständig zu stürzen drohe.


Schnee rieselte hinab, benetzte seine Haut, die überzogen war mit Narben aus Kämpfen und aus seinem Wahnsinn.

Ich sah heute den Sinn wieder - er schritt an mir vorbei in seiner wallenden Robe...
In meinen Gedanken sah ich sein Blut daran entlangrinnen...
Und es war ein befriedigender Anblick... dieses Rot auf Rot.


Ein Lächeln zeichnete sich auf den Lippen ab, ein nervöser Blick zu den Seiten, ob jemand sein verräterisches Lächeln sehen mochte.

Ich sah mich, die Armbrust erhoben, ein Schuß.. noch einer.. noch einer...
Er war schon tot.. aber ich schoß weiter.. immer weiter..
Ich griff zu meiner Klinge.. stach zu.. stach zu.. immer wieder und ich lachte in meiner Vorstellung!
So laut, dass es selbst diejenigen, die immer waren und immer sein werden, sogar hörten und ich sah sie in meinen Gedanken zufrieden auf mich blickend.


Langsam sah er empor zum Himmel, an den Monden und den Sternen vorbei, zu ihnen hinauf.

Ich werde euer Vollstrecker sein..
Ich werde dein Rächer sein!
Der Tag mag kommen, wo ich bereit bin - bereit um das zu vollbringen, worauf ich mein Streben lenke. Bereit, um meine Waffen in Blut zu baden.
Bereit um dann dich wieder zu sehen, Liebste.

Dann ist auch der Sinn meines Lebens erfüllt...

_________________
Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
James Bond: And the second?
Q: Always have an escape plan.


Zuletzt geändert von Kikia: 3.03.05, 01:14, insgesamt 1-mal geändert.

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