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Wenn man das quirlige Brandenstein mit seinen schachernden Händlern, seinen lachenden Kindern, seinen lockenden Hafenhuren, seinen gestrengen Geweihten und seinen stets wachsamen Soldaten hinter sich lässt und den Weg nach Osten durch den Schlachtenpass wählt, gelangt man nach einiger Zeit zur Feste Seeberg. Auch hier wird einen emsige Geschäftigkeit erwarten. Anders zwar als in Brandenstein, aber kaum weniger umtriebig. Hier werden auf den Ambossen gestrenger Zuchtmeister jene Krieger geschmiedet, deren Schwertarme dereinst Garant dafür sein werden, dass brave Bürger und Freie des Nachts ruhig schlafen können. Eine viel genutzte Reiseroute führt durch die Feste Seeberg hindurch und hin und wieder machen Wanderer dort Halt, um dem Treiben zuzusehen. Die meisten verweilen dann am Rande des Exerzierplatzes, ehe sie - mit Handelswaren oder grossen Plänen beladen - weiter nach Osten und dann nach Süden gen Falkensee ziehen. Falkensee wird diese Wanderer mit allen Verheissungen einer erwachenden Stadt begrüssen. Von überall her hört man Hämmern, Klappern, Rufen und Schimpfen von den Baustellen, den Werkstätten und all den anderen fertigen und unfertigen Gebäuden. Natürlich besitzt Falkensee noch nicht die kunterbunte Quirligkeit eines Brandensteins. Aber bereits jetzt kann man erahnen, wie hier bald stolze Ritter einher reiten werden, wie Händler und Kundschaft feilschen, lachen und streiten werden, wie kleine Halunken, pompöse Adlige, selbstgefällige Magier und vieles andere mehr diese Stadt bevölkern werden.
Wenn man nun Falkensee in Richtung Osten verlässt, dann wird man nach einem kurzen Fussmarsch zum Grenzwall gelangen. Ein trutziges Bollwerk, das in stets argwöhnischem Lauern aufmerksam gen Osten starrt. Die Gesichter, die man dort sehen wird, werden ernster und stiller sein als in Falkensee oder Brandenstein. Denn ihnen obliegt es, der kleinen Welt im Westen Sicherheit zu gewähren.
Wenn man sich jetzt umdreht, um nach Westen in Richtung Falkensee, Seeberg und Brandenstein zu sehen, wird man auf eine geschäftige, zufriedene Welt blicken. Auf Wesen mit kleinen Sorgen und grossen Plänen, mit alltäglichen Streitereien und gelegentlichen Freuden. Auf eine Welt, die sich selbst genug ist. Wie Kinder, die sich sorglos ihrem Spiel hingeben und dabei lachen und tanzen und klatschen. Voll trügerischer Selbstgefälligkeit. Voll ahnungsloser Ignoranz. Zufrieden im Glauben, dass ein trutziger Grenzwall und einige stille Kämpen mit ernsten Gesichtern ihre sorglose, kleine Welt bewahren werden.
Wie närrisch.
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