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 Betreff des Beitrags: Das Gleichnis von den getrennten Brüdern
BeitragVerfasst: 3.04.05, 20:09 
Altratler
Altratler
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Registriert: 24.02.02, 15:27
Beiträge: 10862
Irgendwo in Galadon lebte vor langer Zeit ein Bauer. Schon seit vielen
Götterläufen war er mit seiner Frau verheiratet, doch noch immer hatte sie
ihm keine Kinder gebohren. Erst als beide schon alt waren, wurde die Bäuerin
endlich schwanger. Das Paar freute sich schon sehr auf das Kind.
Doch beide hatten schon zu viele Tage gesehen, so erlag die Schwangere den
Schmerzen der Geburt. Ihre Kinder, zwei Jungen, waren jedoch gesund und munter.
Der Mann, der seine Frau über alles geliebt hatte, war verzweifelt. Er hatte
nicht nur seine einzige Liebe verloren, auch war er wegen seines
fortgeschrittenen Alters nicht mehr dazu in der Lage allein für beide Kinder
zu sorgen.
Das Schicksal wollte es, dass an diesem Tage ein kinderloser Fürst das kleine
Bauerndorf besuchte. Als er von dem Mann und seinem Leid erfuhr, suchte er
den bescheidenen Hof auf. Er bot dem Unglücklichen an eines der Kinder zu sich
zu nehmen, dafür würde er dem Bauern viele Dukaten zahlen und ihn unterstützen.
Nach langem Zögern ging der Wittwer auf diesen Handel ein. Er lud sich damit
große Schuld auf seine Schultern, denn kein Leben ist durch Geld aufzuwiegen.
Doch er tat dies aus Liebe zu seinen Kindern, denn sonst hätte er nicht beide
durchbringen können. Und so verzieh ihm Vitama diese götterlästerliche Tat.
Die Jahre gingen ins Land.
Während der eine Junge in armen Verhältnissen bei seinem Vater lebte, wurde
der andere reich beschenkt und hatte keinen Mangel zu fürchten. Jedoch wussten
beide nicht voneinander.
So kam es eines Tages, dass eine Seuche in dem Land des Fürsten ausbrach. Die
Menschen wurden krank und nicht wenige starben. Zu dieser Zeit sollten die
Brüder wieder aufeinandertreffen. Es war an einem Morgen im Vitama. Der
Bauernsohn beackerte sein Feld, während sein Bruder mit einer Jagdgesellschaft
unterwegs war. Doch er wurde von den anderen getrennt und so kam er auf das
Feld.
Als die beiden sich gegenüberstanden, der Bauernsohn demütig kniend, wurden
sie eines Lichtes gewahr. Eine Lichtgestalt erschien und sprach zu ihnen.
"Die Liebende selbst hat euch schon lange beobachtet. Mitleid hat sich in
ihrem Herzen breit gemacht, darum will sie euch etwas schenken."
Mit diesen Worten reichte der Laryseij den beiden eine wunderschöne Blüte.
Der Bauernsohn, der solch Schönheit noch nie gesehen hatte, nahm sie staunend
an sich und bewahrte sie wie seinen Schatz. Sein Bruder, der bei dem Fürsten
aufgewachsen war, betrachtete das Geschenk jedoch nur verachtlich. Er war
solchen Glanzes gewohnt. Noch einmal richtete die Lichtgestallt ihre Worte
an die Brüder.
"In großer Not mag euch dieses Geschenk helfen."
Im nächsten Augenblick war sie verschwunden. Der Fürstensohn lies sein Geschenk
fallen und ritt hochmütig weiter. Der Bauernsohn jedoch hob die Blüte auf
und bewahrte sie ebenso wie seine eigene.
Wenig später ging ein Gerücht um, dass der Sohn des Fürsten erkrankt sei. Der
Bauer, inzwischen kaum noch fähig richtig zu sehen, erschrak. Und so erzählte
er seinem Sohn die Geschichte von ihm und seinem Bruder. Dieser war darüber
ebenso erschrocken wie sein Vater, doch er verzieh ihm. Noch am selben Abend
machte er sich auf zum Fürstenhof.
Zunächst wollten die Wachen einen einfachen Bauernjüngling nicht hinein lassen,
doch als der Fürst davon hörte, dass dieser ein Mittel gegen die Seuche
haben solle, wurde er in das Zimmer des Kranken geführt. Dort legte der
Bauernsohn das Geschenk Vitamas auf die Decke des Liegenden. Ein grelles Licht
erschien und überall war das Singen von Vögeln zu hören. Als der Glanz
schließlich verging rührte sich des Füsten Sohn wieder. Er war geheilt worden.
Der Fürst war darüber so froh, dass er den Jüngling zu sich einlud. So erfuhr
er davon, wer der Junge war und Mitleid gedieh in seinem Herzen. Er holte
ihn und den Bauern zu sich ins Schloß. Und auch der verlorene Bruder erfuhr
von den Geschehnissen nach seiner Geburt.
Die Brüder verzeihten ihrem Vater, so wie Vitama es ihnen gelehrt hatte. Und
beide lebten noch lange glücklich am Hofe des Fürsten. Der Fürstensohn hatte
endlich gelernt das Schöne zu schätzen.

_________________
Benion - vita et amor - Pater Brown Verschnitt, Häretiker und Lord der Vitamith - Geburtshelfer: 8 mal - Ehejahre-Rekordhalter
Querdenker aus Leidenschaft.


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