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 Betreff des Beitrags: Liebesgeschichte...
BeitragVerfasst: 16.03.04, 20:22 
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Es war die Zeit der Ruhe und des Friedens als die Sonne aufging um den neuen Tag mit voller Hingabe und Wärme hoch zu preisen. Geschaffen für die Liebe der Geschöpfe, die sie noch empfangen konnten.
Zecyle stand an dem Balkon. Die feinen zierlichen Finger auf dem kalten Stein gelegt. Wie ein Schleier um die samtige Haut lag ihre weite dünne Kleidung. Eine sanfte Briese umspielte die wippenden Locken. Die Gesichtzüge noch die eines Kindes: Goldene Augenbrauen, die langen gebogenen Wimpern hingen hinunter und verdeckten so die Hälfte ihrer großen kobaltblauen Augen.
Der Blick war abgesenkt worden und wanderte wie in einer stillen Frage zu den Wut entbrannten tosenden Wellen hinab, die sich mit aller Kraft gegen die Klippen erhoben.
Aus dem Schatten des übergroßen Zimmers stieg neues Leben hervor, die Schritte abgedämpft doch laut genug, dass sie es hätte hören können, dass sie hätte schreien, um Hilfe winseln können, doch sie tat es nicht.
Selbst das Meer schien sie warnen zu wollen und pochend laut schrie es gegen den gefeilten Stein auf.
Die Gestalt kam näher und für eine Unendlichkeit des Abwartends blieb sie schweigend hinter ihr stehen, bis sie sich schließlich an ihrem Hals vorbeugte, tief die Luft der Unschuld in sich aufzog und erst dann die Worte an sie richtete.
Die Strahlen Felas hoben sich auf den Gesteinbrocken empor, langsam gen Balkon zu den beiden dort Stehenden. Eine in sich gekehrte Langsamkeit, die solcher Geduld entsprungen, die kein Mensch verstehen möge.

Irgendetwas was du bereust?

Es schien ihr wie eine letzte entscheidende Prüfung. Der Mann zog seine halb verschränkten Arme enger, als wolle er das Blut aus ihnen drücken und selbst das sonstige starre Lächeln auf seinen Zügen war verschwunden. Ruhig sah er vorraus gen Horizont. Es machte sie nervös und die Kenntnis von ihrer Zweisamkeit auf diesem Balkon gab Zecyle keine Ruhe. Als sie sich ihm zudrehte war beutige Wachheit in
ihren Bewegungen. Vorsichtig wandte sich ihr Blick an seiner Kleidung empor zu seinem Gesicht.

Vieles...doch nichts von dem was ich aus eigener Überzeugung tat.

Bedrückt ob seiner Mimik lächelte sie erzwungen auf, scherzhaft aufgeheitert doch der Wachsamkeit nicht überdrüssig sprach sie weiter:

Im übrigen brauchst du garnicht so böse zu schauen. Das hat keinerlei Wirkung mehr auf mich.

Erst nach leichtem Blinzeln pressten sich seine Pupillen für einen Moment in Zecyles Richtung.

Du musst ihn auch nicht fürchten. Bereuen tue ich "noch" nichts.

Er drehte sich von ihr ab und ging in das prunkvoll eingerichtete Zimmer zurück.
Ein innerlicher Schock machte sich bedrückt nahe ihres Herzens breit. Vergiftete ihre Gelassenheit und zeigte überdeutliche Ernsthaftigkeit in ihren Zügen, die sie immer wieder durch das zuckende Lächeln zu kaschieren hoffte. Sie kannte diese Stimme. So sprach er zu ihr wenn seine Laune eine weitere tödliche Prüfung erlaubte. Jedes Mal hatte sie diese im letzten Moment bestanden. Doch jetzt wusste sie nicht einmal ihren Fehler. Was hatte er vor?
Still kniete er sich nahe dem Kamin hin.

Noch? Könnte es sich denn jemals ändern?

Die Mundwinkel des Mannes hoben sich kurz, doch schien es verhalten. Auch die Falten, die das anfängliche Lächeln emporzogen ändern nichts an dieser Begebenheit. Sein Blick wandte sich nur wieder langsam zum Feuer hin. Die Hände hervorstreckend, bis die ersten Ausläufer der emporzuckenden Flammen die Finger umspielten.

Ich denke nicht. Doch manchmal ist es nicht so einfach diesen Zustand zu belassen.

Das Leder seiner Handschuhe verfärbte sich schon ob des Rußes schwarz. Er krallte unter einem seichten Lächeln seine Finger zusammen. Der Duft alter verbrannter Haut durchströhmte das große Zimmer und fand nur spärlich langsam den Weg zu Zecyles Nase.
Sie beobachtete ihn dabei und ihre Augenbraue hob sich nervös und perplex. All seine Bewegungen, sein Tun, das Lächeln schienen ihr befremdet und unreal. Soetwas hatte er schon lange nicht mehr getan. Was sollte dieser Test bewirken? Was nur wollte er beweisen? Ihr, seiner Schülerin für die Ewigkeit. Sie wollte keine Proben mehr. Sie wollte nur ihn. Immer schon nur ihn. War Liebe zwischen Lehrmeister und Schülerin erlaubt? Hätte sie wählen können, so wäre sie lieber seine Liebste, nicht die, die sie war.
Zecyle traf eine Entscheidung. Sicher lächelte sie auf, ging bedacht und gezielt auf ihn zu. Während ihres schlendernden Ganges legte sie sich in Gedanken die Worte zurecht. Doch als sie dann vor ihm stand, verschwand die falsche Gehässigkeit aus ihnen und eine ferne Besorgnis verriet Stimme und sogleich ihr mild aufgelegte Lächeln.

Mach nicht solch einen Unsinn..

Unter einem leichten Druck zog sie beide Hände von dem Feuer weg, tastete sich mit ihren Fingern an dem angeschwärzten Leder entlang und umklammerte sie. Verkrampft eng wirkte der Griff als könnte nichts und niemand sie davon abhalten, wie ein Nachdruck zu ihren Worten, gewählt ohne weiter nach zu denken.
Es waren Worte der Wahrheit und aufkommender Leidenschaft.

Du weißt, dass ich jede deiner Entscheidungen respektieren und akzeptieren würde. Nicht wegen deiner Stellung im Lehen oder deinem höheren Rang und bei jeglichen Respekt und Ehrfurcht, auch nicht ob deines Wissens.

Sie atmete tief durch, die ruhige Stimme erpocht sich nichteinmal. Kein Zweifel und auch keine Angst.
Das geschwärzte Leder seiner Handschuhe verströhmte eine des Verbrennens Nahe Hitze, sodass ihre Hände vor Schmerz aufzitterten. Seine Einwürfe ignorierte sie gekonnt und sprach unerbittlich weiter.

Sondern weil ich dir vertraue und weil ich dich liebe. Ich lass es nicht zu, dass dir jemand Schaden zufügt. Seiest du es selbst, der dies versucht, werde ich eine Maßnahme ergreifen und wenn ich sie mit dem Leben bezahlen muss.

Ihrer beide Augen, aufeinander fixiert, spiegelten sich unter einem dramatisch rötlichen Schein der tänzerischen Flammen. Sie versuchte den Schmerz, die die Hitze freigab so gut es ging zu ignorieren als sie seine Hände losließ. Sie hatte das Gefühl, dass ihre Handinnenfläche verbrühten, verkrampft ließ sie diesen Gedanken zurückschweben und opferte jegliche Kraft um diesen Schmerz von sich zu lösen. Schnell fand sie etwas, was wichtiger war als all der Schmerz. Es war ihr Lehrmeister.

Das verbiete ich dir!
Du kannst es mir nicht verbieten. Du bist nicht mehr in der Stellung es mir zu verbieten.


Ihr Blick, die Mimik und der Tonfall der gewählten Worte verrieten, dass sie es vollkommen ernst meinte.

Würdest du mich damit erpressen?

Meinte er diese Frage wirklich ernst? Wenn doch, wie konnte er soetwas ernst meinen? Es verletzte sie abgrundtief, dass er eine solche Meinung vertreten könnte und auch für ein Spiel ging das Alles viel zu weit. Sie wollte fort, weg aus dem Zimmer, der kleinen Burg, dem Lehen. Doch bevor sie ging ließ sie ihre Trauer an seine Öffentlichkeit. Aus irgendeinem Grund hatte sie Angst, dass sie ihn nie wiedersehen würde.

Ich würde für dich, genauso wie für meine Überzeugung, in den Tod gehen.

Er entgegnete nichts, blickte ihr nur stumm nach. Hätten auch Worte sie zurückgehalten. Wie sehr hatte sie auf seine Worte gehofft, dass er das gleiche empfand wie sie!

Zecyle nahm ihren schlichten dunkelblauen Umhang, wie viele Dienstmägde in der Burg welche hatten.
Nur sanfte Schritte begleiteten sie als einziger Verbündeter aus dem Zimmer entlang der Korridore. Die Sonne ging gerade auf und die Bediensteten der Burg waren schon längst in heller Aufruhr. Frühstück wurde fertig gemacht, die Zimmer geputzt. Alles ging nach seinem geregelten Ablauf, sodass sich niemand weiter um Zecyle scherrte als sie aus der Burg entschwand. Selbst in dem nahe gelegenen Pachtdorf fragte man sie nicht. Wem hätte sie sich auch anvertrauen können?


Zuletzt geändert von Missy: 19.04.05, 01:07, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 19.04.05, 00:59 
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Ein starker Wind pfiff um ihren Leib. Zecyle zog den Umhang fester um ihre Glieder, krallte sich förmlich mit jenem dünnen Stoffe zu um der Kälte zu entgehen. Ein imposantes Donnern ließ ihren Blick empor gen Himmel heben.
Was war es nur was ihr mehr Angst machte? Die Wolken, die sich in ihrer Schwärze zu grässlichen Gebilden formten, sodass sie die Sicherheit der beiden hellen Monde verborgen hielten oder die Gewissheit, dass ihr nicht einmal jene verlorenen Monde Trost und Schutz spenden konnten? Sie war allein, vollkommen allein.

Nicht, dass sie in der dreckigen Gasse, in der sie stand, kein gieriges Augenpaar angaffte. Nicht, dass höhnende Selbstsicherheit einige Diebe ihrer Spur folgen ließ. Trotzdem war sie allein, fort von den Menschen, die sie in ihr Herz geschlossen hatte, fort von ihm, dem sie ihr Herz in aller Form schenkte und herzlos, einer Marionette ähnelnd, die von gleichmässiger Hand gesteuert wurde, setzte sie Schritt für Schritt ihren Weg fort.

Einige Holzfenster klapperten bis eifrige Hände sie mit einem Knall zuzogen. Die Steuerer jener Hände warfen Zecyle nur einen distanzierten und gleichgültigen Blick zu. Die Straße leerte sich schon beim nächsten Donner zunehmend. Alles in ihrer Umgebung sah sie als einen Fremdkörper an und forderte sie auf zu gehen. Wenn jene Wesen es auch aus falscher Höflichkeit verschwiegen. Ihre Bewegungen zeigten Zecyle genau dies auf. Trotzallem war der Ort, jene Hintergasse, für ihre emotionale Lage durchaus passend. Es war kein Ziel dem sie folgte. Ziele hatte sie schon lange verloren. Es war nur der sture Selbstwille nie aufzugeben, der sie nicht in die Knie zwang.

Der erste Wassertropfen berührte ihre Nase, der zweite ihre Wange und der dritte brachte eine ganze stürmische und unabdingbare Welle Regens mit sich.

Ihre Kleider wurden durchnässt. Die Strähnen um ihr Gesicht klebten an ihrer Haut. Ob der Kälte war ein jeder Tropfen, der sie erbarmungslos fest berührte wie ein Peitschenhieb, wie ein Schlag. Ihre roten Wangen glühten vor Fieber, von dem sie sich gerade hingebungsvoll auffressen ließ. Ihre Hände schmerzten während sie in Taubheit verfielen und sie sie immer weniger spühren noch bewegen konnte.

Als Zecyle dachte, dass ihr Wille gebrochen war, dass ihr Körper sich nun dem Tode vorbereitend aufgegeben hätte spührte sie einen Blick auf sich lasten und hob den Kopf an.

Durch den nächsten Donner konnte sie das verzweifelte und gebrochene Gesicht ihres Liebsten erkennen. Sein Blick senkte sich während sein schlurfender Gang ihn zu ihr brachte.

Du sollst es nicht, solltest nicht, darfst nicht.

Presste er zwischen den Lippen hervor.

Zecyle zitterte, konnte aber kaum sagen ob wirklich der Kälte halber oder der innerlichen Erschütterung ihren Liebsten so vor sich zu sehen. Er war immer stark gewesen, er hat nie eine solche Gefühlsregung gezeigt noch konnte sie überhaupt sagen, dass er jemals Schwäche gezeigt hätte. Doch vor ihr tat er es.

Es... es obliegt nicht mehr deiner Macht über mich zu urteilen... warum versuchst du es dann noch?

Weil dein Todesurteil ebenfalls der meinige wäre. Ich würde ihn nicht überstehen, nicht lange genug.

Plötzlich war seine Stimme wieder eisern, fest und unerbittlich als wären es nicht nur Worte, die er sprach, als wären sie eine Prophezeihung und nichts könnte sie von ihrem Wahrheitsgehalt abbringen.

Ach... und du denkst... ich könnte einfach so neben dir stehen wenn dich jemand verletzt? ... wenn du dich selbst verletzt?

Er senkte erst den Blick. Unter einem Taumeln schienen auch seine Beine den Halt zu verlieren, sodass er auf den nassen Boden hinabfiel. Selbst das aufrechte Recken auf den Knien schien ihm schwer zu fallen während er mit gesenktem Blick stumm vor ihr verharrte.
Ein bitterer Ausdruck machte sich in ihrem Gesicht breit.
Sie wollte ihn doch nie verletzten. Selbst jetzt wollte sie ihm doch nur erklären wo es keine Erklärungen sondern nur Gefühle gab. Sie wollte ihm mit Worten aufzeigen wo nur Taten hätten sprechen können. Sie wollte ihn küssen, seine Lippen auf den ihrigen spühren, ihn nah an ihren kalten zitternden Leib pressen um den Fieberwahn und dem Frösteln in eine höhere Wärme entfliehen zu können. In ihre wahrhaftige und unumstössliche Liebe.
Stattdessen brach das jungfräulich naive Bild in sich zusammen als sie bemerkte wie sie ihre Worte wählte ohne, dass Verstand und Herz kooperierten.

Wie kannst du mir soetwas antun... ich kann nicht ohne dich sein... und ich kann nicht SO mit dir sein...

Ein zittriges, krächzendes und kehliges Stottern beendete ihre Worte.

Du... bist... ein Scheusal...

Ihr Atem stockte ob ihrer eigenen Worte. Doch konnte sie der Zweifel ob ihrer Richtig- oder Falschheit nicht schnell genug zerfressen. Schon bahnten sich seine Worte in ihr Gehör. Sie waren so leise, dass sie fast vom Regen verschluckt wurden.

Das ist meine Sorge... ich bin ein Scheusal. Kannst du wirklich mit mir sein für die Ewigkeit?

Die Schultern begleiteten seine Atmung durch ein starkes Heben. Die verklebten Strähnen taumelten im Sturme des heiseren Luftzuges.

Mir ist etwas klar geworden... es macht mir Angst... ich bin krank... kennst du diese Geschichte von Verliebten, die sich auseinanderleben? Nein... sage nichts... lass mich ausreden... Sie berichten davon, dass ihr Liebster den Glanz verliert, dass das Haar an Glanz verliert, dass die Augen ihre Tiefe einbüßen.
Ich kenne es nicht. Ich verliebe mich jeden Tag aufs neue in dich. Immer mehr, immer sehnlicher. Ich bin krank nach DIR und das macht mir Angst. Ich bin zweierlei, der der dich liebt und dein Lehrmeister, doch das zweitere zehrt immer weiter an mir, besonders wenn ich deinen Unmut sehe, den ich als solcher in dir auslöse. Ich will dir nicht meine Liebe gestehen. Ich will dir etwas gestehen, dass in seiner Gänze nur und die Wahrheit meines Glaubens heranreicht, dem ich mein Herz und meine Seele gab. Ich weiß nicht ob ich dir dieses aufbürden will, noch könnte ich den Schmerz ertragen von dir zu sein, ewig auf dich zu warten. Doch von Tag zu Tag schwindet dies, schwindet meine Kraft dazu und die Ewigkeit zusammen scheint immer entgültiger. Ich habe versucht dich Heute abzuweisen nur damit dieser schleichende Prozess innehält, damit wir noch Zeit haben aber ich KANN es nicht.


Er hob den Blick langsam zu ihr an. Die Trauer durchschnitt seine Züge als seine Pupillen ihren Blick suchten. Immer wieder von diesem wegzuckend als könne er den Blick nicht ertragen und doch würde es ihn immer wieder dorthinziehen.

Der Regen hatte nachgelassen, doch bahnten sich immernoch Wasserläufe um ihre Wangen, die Wimpern waren verklebt und ihr Blick verstört, schnappend zog sie unruhig und nervös Atem in ihre Lungen.
Zecyle weinte, wie sie es noch nie tat. Und gerade weil sie weinte und sich nicht zugestehen konnte warum sie es eigentlich tat, schüttelte sie kraftlos den Kopf.

Ich brauche dein Vertrauen um das zu überstehen was ich mitlerweile so sehr brauche. Ich kann nicht mitansehen wie sich Gram in dir hegt nur weil ich als Lehrmeister entscheiden muss und nicht als der, der nun vor dir kniet. Ich brauchte Zeit zu sehen wie weit die Liebe noch gehen kann, wie weit sie ihre Arme um mich schlingt, denn jeden Tag wenn ich dachte es ist nicht mehr möglich, überkam sie mich von Neuem immer stärker. Ich brauchte Zeit um zu sehen ob ich dir all diese Liebe zumuten kann, ob sie nicht eine Bürde für dich ist, doch kann ich nicht mehr darüber urteilen. Alles was ich will, was ich brauche, was ich auf ewig an meine Seite wünsche bist du. Kannst du die Ewigkeit mit mir überstehen? Denn wenn wir jetzt weitergehen, werde ich nicht minder zulassen, egal was passiert, egal welches des Schicksals Wendungen uns ereilt, verstehst du warum es mir Angst macht?

Ihr Brustkorb hob sich nicht mehr. Die Atmung schien ausgesetzt als sie den Blick zu seinem Gesicht anhob. Benebelte Ausdruckslosigkeit von zerbrechlicher Unsicherheit, spiegelte sich in ihren blauen Augen wieder.

Du hast gezweifelt, dass ich gleich empfinde, dass...

Nein!

Sie stockte. Ob seinem jehen Ausruf, der wohl seiner ganzen Kraft entsprungen war, füllten sich ihre Augen mit einem erneuten Tränenglanz.

Ich habe daran gezweifelt ob ich dir all dies wirklich zumuten kann. Ich zweifele nicht an dir. Du bist mehr als meine Liebste, mehr als meine Liebe. Du bist so viel für mich. Ich hatte Angst es könnte ZU VIEL sein, doch nichts anderes will ich. Merkst du nicht wie es schmerzt. Erinnere dich an diese Sache Vorgestern auf dem Platz. Ich konnte sehen wie meine Worte den Zorn in dir schürten. Denkst du es ist einfach für mich dem gelassen zuzusehen? Ich muss... ich brauche dein Vertrauen, aufdass du weißt, dass alles was ich mache, denke, fühle, nie dir schaden soll. Ich könnte dir nicht schaden. Doch bitte ich, dass du mich verstehen musst. Ich weiß nicht wie weit diese Liebe noch geht, und ich weiß nicht ob ich sie dir auferlegen soll, obwohl es niemals einen anderen Menschen geben wird, dem ich sie auferlegen könnte. Deshalb frage ich dich, bist du ganz sicher, dass du die Ewigkeit mit mir teilen würdest, denn nichts anderes könnte ich zulassen wenn wir den Weg weiter zusammen beschreiten..

Einige tiefe Atemzüge pressten sich in seine Lungen als wollten sie seine Brust zum bärsten bringen. bevor sich seine Hände langsam zitterig zu ihrer Rechten emporhoben von den ihrigen sehnend in Empfang genommen.
Sein tiefer Atem beruhigte langsam als würde er durch diese Berührung Kraft schöpfen.

Keinen anderen Moment.... nein, und doch wünschte ich mir einen Ring zur Hand, aber... alles was ich dir anbieten kann ist meine Liebe...

Er hob den Blick zu ihren Pupillen an, stumm und suchend, die Luft dabei vor sich einschnappend, wie ein verhungerndes Tier, dass nach seiner Beute schnappt. Seine spröden Lippen lösten sich aus ihrem klebrigen Pressen zu einem leisen Flüstern.

Nichts bleibt mir übrig... alles andere wäre Lüge... so frage ich dich...

Er schnappte verzweifelt, fester Stimme doch sehnender Verunsicherung zugrunde gelegt.

Willst du meine Frau werden?

Seine Schultern strafften sich für einen Moment als er sich zu ihr emporstreckte, ihre Hand zitternd zu seinen Lippen presste. Heißer Atem umspielte dabei ihre kalten Finger.


Zuletzt geändert von Missy: 19.04.05, 01:13, insgesamt 1-mal geändert.

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