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Meditation - Die Entscheidung
Als er sich vor einen kleinen Teich am Rande des Waldes in den Schneidersitz setzt, um zu meditieren, schließt er die Augen.
Nach einer Weile beginnen die Geräusche in seiner Umgebung dumpfer zu werden. Alles scheint lauter zu sein, aber dennoch unklarer werdend. Wie ein Nachhallen, was jedem Ton folgt, sei es ein Vogelgeschrei oder das Brummen des Bären, der in der Nähe im Boden gräbt. Auf einmal verschmelzen sie mit der Dunkelheit, welche die geschlossenen Augen mit sich bringen und die Sinne scheinen sich für kurze Zeit zu vereinen, bis in dieser Dunkelheit sich auf einmal eine bunte Kugel abzeichnet. Rot, Hellblau, Dunkelblau und Braun. Die Kugel beginnt langsam sich zu zerreißen und nun schweben vier Einzelteile auseinander, welche um eine Kraft in der Mitte rotieren. Auf einmal beginnen zwei der Kugeln sich aus dem System zu lösen und kommen näher. Beide scheinen sie die Form einer Gestalt anzunehmen, die eine Feuerrot, wie ein kleines flammendes Wesen und die andere in einem Himmelblauen Farbton, flüchtig wie aus Windböen. Beide Gestalten gehen aufeinander zu und einen kurzen Moment bevor sie sich berühren scheint eine unbändige Hitze und Druckwelle von beiden auszugehen, die sich beim Moment des Berührens beider Gestalten in einer riesigen Explosion äußert und alles um sich herum verschwinden lässt. Als er wieder was erkennen kann, findet er sich in einer düsteren Umgebung wieder, die auf einmal von aufwallenden Flammen erhellt wird, bis das Feuer die Dunkelheit gänzlich durchdrungen hat. Alles scheint sehr heiß und obwohl er nur meditiert, sieht man deutlich wie er schwitzt. Das was er erkennt wird immer heller und vor sich sieht er die flammende Gestalt. Beim genaueren Hinsehen, kann er Erschreckenderweise sich selbst in der Figur aus Feuer erkennen. In der rechten Hand hält sie ein Schwert aus Feuer und sie sieht ihn direkt an. Ein kurzes Aufzischen und sie rennt auf ihn zu. Die unerträgliche Hitze wird dabei immer stärker und kurz bevor die Gestalt bei ihm angekommen ist und seine Gesichtszüge sich verengen hält er die Hände vor sich. Das Schwert der Figur schneidet durch die Luft direkt auf ihn zu und beim Moment des Aufpralls zuckt er zusammen. Ein lautes schrilles Donnern durchzuckt die Luft und als er die Augen wieder öffnet sieht er sich in einer himmelblauen Umgebung wieder. Um ihn herum war die gleiche Landschaft, die er schon aus den Alpträumen kannte, welche ihm so vertraut vorkam. Er selbst stand auf dem Berggipfel wie sonst schon ein paar Mal. Als er sich in hektischen Bewegungen umsah, da konnte er links von sich aus dem Tal die pulsierende Flammensäule sehen und davor in der Luft schwebend die Gestalt aus Feuer, welche bei genauerem Hinsehen ihm selbst so sehr glich, wie es nur ein Zwilling sonst könnte. Als sein Blick nach rechts sah, war dort wieder die düster grollende Gewitterwolke, welche sich in rasender Geschwindigkeit auf ihn zu bewegte. Davor schwebte in der Luft die andere Gestalt in eine bläulich schimmernde Aura gehüllt, ebenso in ihrem Anblick war er der Ähnlichkeit zu sich selber Gewiss. Stille. Die ruhe vor dem Sturm, nichts zu hören, nichts regte sich, die ganze Welt schien wie erstarrt, bis sich auf einmal beide Wesen aufeinander zu bewegten. Jeder von ihnen hatte ein Schwert und sie unterschieden sich nur in dem Element, als welches sie sich manifestierten. Feuer und Luft. Wie zwei Engel, beide mit dem Schwert nach hinten ausgeholt wurden sie immer schneller. Vor der Bergspitze, auf der der Mann stand, in einiger Entfernung, klirrten nun die Schwerter der Wesen aufeinander. Eine solch gewaltige Kraft ging von beiden aus, dass die Druckwelle des Aufeinanderpralls es einem Schwierig machen stehen zu bleiben. Das Klirren breitete sich wie ein starkes Donnern über die Täler aus und wie ewig erschien der Kampf zwischen den beiden. Der Blick des Mannes wie gebannt auf den beiden Figuren, sonst keine Reaktion zeigend. Anders als in den Träumen zuvor. Er wusste, was es bedeutete, aber er wusste nicht wie der Kampf ausgehen würde. Jeder Schlag schien ihn auf lang oder kurz heftiger innerlich zu zerreißen, aber einer müsste überwiegen. Heftiger pulsierte die Flammenwoge gen Himmel zur Linken im Tal und ebenso wurde das Grollen des nicht mehr allzu fernen Gewitters lauter. Sonst war kein Laut der Natur zu hören, Stille während der nicht sehr lang andauernden Pausen zwischen den Schwertschlägen. Langsam begannen einige Regentropfen vom Himmel zu fallen und nun waren sie alle vereint, die Elemente. Alle sahen sie zu bei der entscheidenden Schlacht und heftig tobte sie weiter, bei jedem neuen Aufeinanderprallen der Schwerter in Bruchteilen von Momenten wurde das Gras im Tal und an den Hängen des Berges zur Seite weggedrückt, ob der Druckwelle. Langsam erkannte er, wo er war. Es war ein Ausläufer des Weltenberges an der Hand Mens. Das Gewitter war nun bedrohlich nahe und der Regen prasselte herunter, wodurch man die Wucht der aufeinander prallenden Schwerter, ob des verdrängten Regens, in Form einer Druckwelle sehen konnte. Um sie herum Stürmte es heftig und Blitze zuckten durch die Luft. Immer bedrohlicher wirke alles und es schien sich zunehmend schneller abzuwickeln. So geschah es, dass das Zentrum des Sturmes sich über die Flammensäule legte und die sich windende Helix des Feuers pulsierte stärker in die Wolke hinein. Das Gewitter zog anscheinend die Kraft aus dem Feuer bis sich schließlich die Säule langsam nach oben hin auflöste und am Boden nur noch einen Kreis der Zerstörung hinterließ. Sein Blick zuckte zu den beiden kämpfenden Giganten und auf einmal schien die Feuerkreatur ihr flammendes Schwert durch das Wesen mit der blauen Aura zu stoßen. Ein Aufschrei, und die Kreatur aus Luft löste sich auf und sammelte sich erneut um das flammende Schwert, es löschend. Das nun blau pulsierende Schwert wurde von der Flammengestalt fallen gelassen, als würde es ihr Schmerzen zufügen und nach einem Schrei der Gestalt und dem Zischen, welches der Regen darauf verursachte, bahnte sich ein Blitz seinen Weg und zerschlug das Wesen. Ein lautes Getöse und heftige Sturmböen folgen dem Geschehen unweigerlich. Alles begann sich langsam aufzulösen und die Sonne durchdrang die frisch feuchte Umgebung, wie an einem Frühlingsmorgen. Das Schwer schwebte nun in der Luft vor ihm, noch schnell blau pulsierend. Zum greifen nah und das tat er auch. Seine rechte Hand streckte er danach aus und als wollte es nur von ihm getragen werden, schwebte es in seine Hand. Er schloss die Augen und fühlte noch eine kühle Briese, die ihn umgab.
Als er die Augen wieder öffnete, war er wieder an genau demselben Teich, wo er sich zum meditieren nieder gesetzt hatte, doch war nun etwas anders. Viele Fragen sind zwar noch unbeantwortet, aber eine Antwort hatte er nun sicherlich. Die Antwort auf eine Entscheidung, die ihn schon seit langem auf eine Zerreißprobe gestellt hatte. Langsam stand er auf und bewegte sich wieder in Richtung Stadt durch den Wald.
Zuletzt geändert von Theylos: 8.05.05, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
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