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Meister, warum seid ihr dagegen, dass die Gohor angebetet werden, sind sie es nicht die Ursprung und Anfang allens sind?
Du hast recht und es gibt mehr als eine Antwort auf diese Frage, das einfachste Bild ist, nährt dich denn die Schale des Eis, was du in die Pfanne geschlagen hast oder aber dessen Inneres? Warum also die Schale anbeten, wenn die Frucht lebendig und wahr vor dir und in dir ist und dich geistig nährt.
Die zweite Antwort ist, die Gohor sind alles, alles! Auch das Böse ist in ihnen, denn dem Ursprung wohnt alles inne, das Wollen und Zerstören, das Lieben und Hassen. Es ist der grosse Verdienst der Viere, denen wir nicht genug danken können, für diese grossartige Tat, der Einsciht, die sie mit uns teilten und dem Mut und der Liebe die sie damit erwiesen, zu scheiden und herauszutrennen, was schädlich ist und uns verletzten würde. Den Gohor war dies egal, wie auch wir ihnen egal sind, denn viele Welten schufen sie, heist es an einer Stelle der Yehramnis und sie haben sich in allen manifestiert oder auch mit der Gelehrsamkeit der Magier gesprochen, ihre Energien fast vollständig in ihre Schöpfungen transformiert, weshalb ihr Wirken auf uns weder von persönlicher Anteilnahme oder Liebe getragen ist noch von irgendeinem Interesse ihrerseits an der Entwicklung der Welt oder deren Zerstörung. Einzig der Zeiten Fluss ist es, doch wirst du selbst feststellen, dass dieser dich weder liebt noch hasst, er ist einfach existent und regiert unerbittlich.
Also könntest du den Gohor gleich auch die Logik selbst anbeten oder andere Abstrakta, die kalt und unerbittlich über deinem Leben dräuend stehen oder aber du kannst dich den personifizierten Sachverwaltern ihrer Idee zuwenden, die diese Schöpfung aus ihren Händen übernahmen und sie nach ihrem Wollen formten und wohlgemerkt nach den Prinzipien der Liebe, der Gerechtigkeit, der Besonnenheit und der Verstehbarkeit, all dies trifft auf die Gohor noch nicht zu, sie sind die wilden Kinder des Chaos und des Nichts, ungestüm und impulsiv.
Also siehe die Gefahren in die du dich begibst, betest du die Gohor an, dein Glaube wird unpersönlich, denn du bist uninteressant für die Gohor du bist ein Wesen aus einer ihrer Welten, die sie anderen zu Verwaltung und Ausformung übergaben, oder glaubst du den König interessiert dein Leid, wenn er gewiss ist, dass ein Graf vor Ort in seinem Namen für das Wohl und Gedeihen verantwortlich zeichnet und keine Beschwerden über ihn kommen. Als zweites wird dein Glaube gefährlich und sehr verantwortungsvoll, denn du allein musst all das nochmals abwägen, was die Viere für dich abwägten, was ist gut, was bringt dich weiter, was ist förderlich, all dies musst du allein abwägen, denn in jedem kann auch das Böse wieder stecken und was du als gut empfindest und förderlich, kann den Untergang allens bedeuten. Es ist also ein grosser Hochmut dahinter, sich selbst die selbe Erkenntnismöglichkeit zuzusprechen wie wir sie den Vieren, hochgelobt sei ihr Name, zusprechen.
Doch es gibt noch viel mehr zu sagen, doch davon will ich dir berichten, wenn du die Kälte verstanden hast, die ich meine als ich von der Kälte der Gohor gegenüber dem Werden von Welten sprach. Gehe ins grüne Vorland von BRandenstein und leg dich Abends auf die Lichtung bei der Bühne auf den Rücken, betrachte die Gräser um dich, dann den Wald, lausche den Tieren und Insekten, dann rieche intensiv die Blumen und Pilze, dann wende deinen Blick hinauf zu dem langsam aufkommenden Sternenhimmel, während Fela langsam am Horizont verschwindet. Nun mache dir bewusst, dass dies alles ist, weil die Kraft, die Gewalt der Gohor von den Vieren aufgenommen wurde und so geformt wurde, dass alles Sinn macht und sich alles fügt, damit du dies alles in diesem Augenblick wahrnehmen kannst. Für einen kurzen Augenblick bleibt dir dann das Herz stehen und du weisst dieser Augenblick ist gleichbedeutend mit der Ewigkeit und kaum schlägt dein Herz wieder weiter spürst du wie alles dahinschreitet und weiter geht. Und doch ist diese Welt eine Oase in der Zeit und in der Unendlichkeit, das ist die Liebe der Viere und nicht die Gelangweiltheit und Kälte der Gohor, die dir diese Geborgenheit gibt.
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"Es wird der Diamant an sich selbst nur erkannt. Denken lernst du im Denken, das Wahre erkennst du am Wahren. Liebe nur, wenn du schon liebst, nichts durch die bloße Kritik." Ludwig Feuerbach
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