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 Betreff des Beitrags: Abschied
BeitragVerfasst: 29.05.05, 16:18 
Bürger
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Stundenlang hatte sie auf der geräumigen Terasse inmitten der Blumen gesessen und darauf gewartet dass Fela am Horizont erschien, in den klaren Himmel stieg und ihr Licht über Brandenstein ergoss.
Brandenstein, beschauliches, wunderschönes Brandenstein.
Gefährlich und ruhig, Brandenstein, Heimat und der Ort an dem ihr Herz für immer hängen würde.
Aber egal wie oft sie es drehte, wandte, die Schmerzen in ihrer Brust wuchsen.
Und wenn sie noch länger wartete, würde ihr Zustand es ihr nicht mehr erlauben, die Reise anzutreten.
Was für eine Ironie, sie ließ leben entstehen an jenem Ort da sie den Tod zu suchen gedachte als Sühne für ihre Sünden...
Einmal mehr schweiften ihre Gedanken ab in die Nahe und doch so ferne Vergangenheit.


Es war tiefster Winter gewesen da sie Etriska und schließlich Siebenwind erreicht hatte. Das Spinnengift und die Kälte hatten ihren Körper geschwächt und so war sie erkrankt, ganz gelb war ihre Haut gewesen.
So war sie der Brandensteiner Schneiderin Saphyriella vor den Füßen zusammen gebrochen..
Nichts besseres hätte ihr widerfahren mögen, fand sie in Saphyriella und ihrem Liebsten Taleris gute Freunde.
Aber beide waren tot, der eine fern ab in Galadon ermeuchelt, die andere begraben im Brandensteiner Morsanacker, nach einem sinnlosen, traurigen Selbstmord.
Wie gern hätte sie dafür Rache genommen, wie oft hatte sie Pläne dafür geschmiedet und verworfen..

Paule erschien ihr, kugelbäuchlich und verrückt grinsend wie damals als sie ihn kennen gelernt hatte, nicht so, wie er gestorben war mit jenem arroganten Zug um den Mund.
Hatte dieser verrückte sie wirklich geliebt oder war ihm ihre Freundlichkeit nur zu Kopf gestiegen? Sie wusste es nicht, würde es nie herausfinden...
Immerhin hatte sie seinetwegen Kahlbutz kennen gelernt, den Bruder, den Beschützer, dem nächsten, dessen Liebe sie hatte abweisen müssen...
Wieder fragte sie sich, warum ihr derart viele Männer verfallen waren obgleich sie sich um keine ausser dem einen bemüht hatte, obwohl sie niemals einen Gedanken daran verloren hatte dass es so sein konnte wie es schließlich gewesen war.
Und Paule ebenso wie Kahlbutz waren tot, Selbstmord und ein trauriger Unfall.
Ebenso Grumpf, der müffelnde, Grumpf der Starke und Treue, der einzige Ork bei dem sie je geglaubt hätte er wäre es Wert Freund genannt zu werden. Auch dieser Freund war tot, verschieden, von seinen Artgenossen in Stücke gerissen.
Das Satintüchlein in ihren Fingern litt unter dem Griff dem sie ihm angedieen ließ, dann fuhr sie sich damit erneut über das Tränennasse Gesicht.
Wieviele waren schon gestorben, wieviele würden noch gehen?
Sie würde jene die lebten noch sehr lange vermissen und würde auch dafür beten sie irgendwann wieder zu sehen.
Siegfried, ihr Held, der bewunderte Schwertbruder, dessen tiefstes Geheimnis sie niemals preisgeben würde, selbst ihm nicht. Es dauerte sie dass sie ihn im Stich ließ, aber was nutzte es ihm, würde sie an ihrer Arbeit, an ihrer Einsamkeit zu grunde gehen?
Jamari, der sie mit seiner unkonventionellen Art stets bezaubert hatte, dessen zynische Art ihr immerzu ein Wegweiser gewesen war.
Ein Bruder in der Seele, für den sie ihr Blut geben würde, daran bestand kein Zweifel.
Was bedauerte sie es, die Fertigstellung seines Bauernhofes nicht mehr mit erleben zu können..
Caeden, der lebensfrohe, hübsche, nette Möchtegernbösewicht, dessen Entwicklung vom stümperhaften Anfänger zu einem Meister der Kampfkünste sie nicht gerade überrascht aber sehr wohl mit tiefster Zufriedenheit erfüllt hatte. Ebenso seine geistige Entwicklung, die ihrer eigenen so sehr glich und für die sie Vitama nur täglich danken konnte.

Erschrocken stellte sie fest dass die Uhr an der Wand schlug. Sie hatte nun nur noch eine Stunde Zeit bis die Wellenbrecher auslief, mit Diana, Fahryn, ihrem süßen Schützling, und ihr selbst an Bord.


Richtung Festland, Draconis, Stephan.


Zuletzt geändert von Miana Tialis: 29.05.05, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29.05.05, 17:36 
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Mit traurigem Blick beobachtet sie, wie das geliebte Brandenstein in der Ferne langsam aber sicher an Größe verliert, zusammenschrumpft, zu einem Fleck auf der schmaler werdenden Linie der Insel wird, bis auch jene schließlich nichts weiter ist als ein Klecks am Horizont, eine Iritation im endlosen Blau des Meeres.
"Wir kehren nicht zurück, oder Mama?" hatte Diana gefragt und dabei so ernst geklungen.
Doch. Sie wollte zurückkehren, sie würde zurückkehren.
Einzig blieb die Frage nach dem Wann.


Zuletzt geändert von Miana Tialis: 29.05.05, 17:37, insgesamt 1-mal geändert.

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