Siebenwindhomepage   Siebenwindforen  
Aktuelle Zeit: 5.05.26, 14:55

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: 101 Geschichten der Dwarschim
BeitragVerfasst: 5.06.04, 01:27 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Huhu zusammen.

*muss einen Eröffnungspost machen, damit alle Geschichten einheitlich gepostet werden können*

Liebe Grüße,
Artus


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Die Geschichte von Leona Baumpflanzer.
BeitragVerfasst: 5.06.04, 01:28 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Leona wurde tief in einer uralten Binge unseres Volkes als Tochter von Durgosch und Bragora geboren. Sie war ein sehr aufgewecktes Kind und so erfreuten sich ihre Eltern zunchst an einer sehr lebhaften Tochter. Durgosch und Bragora hatten zusammen eine Schmiede, die beste der Binge und von Anfang an war klar, dass jedes ihrer Kinder das schmieden lernen würde. Noch lange bevor sie auch nur daran dachten Kinder haben zu wollen.
So kam auch der Tag als Durgosch zum ersten mal seine Tochter mit in die Schmiede nahm, um sie vorsichtig mit der Hitze des Schmiedefeuers vertraut zu machen. Durgosch wartete gespannt auf das glitzern in den Augen seiner Tochter. Er selbst war so voller Vorfreude, dass er fast nicht bemerkt hätte dass die Augen seiner Tochter nicht aus Freude glitzerten. Kleine Tränen kullerten aus ihnen hervor und liefen die Wangen herab. Verwirrt nahm Dragosch seine Tochter und brachte sie zu Bragora. Keiner von beiden konnte sich das erklären, hatten sie doch erwartet, dass die kleine Leona schnell Freundschaft mit dem Schmiedefeuer schließen würde.
In den folgenden Wochen versuchten sie es immer wieder, doch je mehr sie ihre Tochter an das Feuer drängten, desto mehr begann die sonst folgsame Tochter sich zu wehren. Verwirrt und zugleich besorgt suchten sie einen Flammenweber auf. Kaum hundert Jahre alt mangelte es ihm jedoch noch an Weisheit und so konnte er den unglücklichen Eltern auch keine wirkliche Hilfe sein. Er mutmaßte das Feuer wäre zu heiß und schlug vor, die Eltern sollten es doch einmal mit weniger heißem Feuer versuchen. Die Eltern waren selbst ratlos und so versuchten sie es. Doch auch an dem etwas abgekühlten Schmiedefeuer konnte Leona sich nicht erfreuen.
Weitere Wochen gingen in das Land, die Durgosch und Bragora traurig verlebten. Sie überlegten was der Grund sein könne und mutmaßten schon Arkadon selbst wolle sie bestrafen, doch sie wussten beim besten Willen nicht wofür. Wieder gingen sie zu dem Flammenweber und sprachen mit ihm darüber. Doch er konnte keine Anzeichen für das Zürnen Arkadons erkennen. So kehrten die unerfahrenen Eltern einmal mehr ratlos in ihr Heim zurück. Sie hörten auf zu arbeiten und beschäftigten sich Tag und Nacht mit der kleinen Leona, doch was sie auch taten, das Kind wurde nicht mehr richtig glücklich. Auch wenn die Dwarschim kein neugieriges Volk sind, so spricht sich so etwas doch mit der Zeit rum und so rätselten immer mehr Familien aus der Nachbarschaft, doch keiner wusste Rat. Eines Tages wandten sich die Eltern in ihrer Not dann an den Obmann der Binge. Sie brachten die kleine Leona zu ihm und trugen ihr Problem vor. Der Obmann war ein alter und sehr weister Dwarschim und man sagte ihm nach auf alles eine Antwort zu haben. Doch auch er konnte sich nicht erklären, warum eine Dwarschim vor dem Schmiedfeuer zurück schrecken sollte und so zog er sich zurück um darüber nachzugrübeln. Schon bald merkte er jedoch, dass die Weisheit einer Binge keine Lösung für dieses Problem hat. Und so rang er sich dazu durch, einige Zwerge aus der Binge zu schicken um einen Zwergen zu suchen der die Binge als kleiner Junge in Begleitung eines Menschen verlassen hatte. Dieser Dwarschim hatte sein Leben ausserhalb der Binge verbracht, vielleicht würde er Rat wissen. So wurden die Tore zum ersten mal seid undenklichen Zeiten geöffnet um Zwerge hinauszulassen.
Die Wochen zogen ins Land und keiner der Zwerge kehrte in die Binge zurück. Die kleine Leona schien ihre ganze Lebenslust verloren zu haben und aß und trank kaum noch. Die Eltern fingen an um das Leben ihrer Tochter zu bangen und beteten täglich zu Arkadon.
Eines Tages schließlich hallte ein Pochen durch die oberen Rume der Binge. Jemand klopfte an den riesigen Toren und nach kurzen Beratungen entschied der Obmann dass die Tore geöffnet werden sollten. Hinein trat ein Dwarschim im alter des Obmanns. Er war gehüllt in eine verschlissene Robe, deren Farbe man nicht mehr ausmachen konnte und trug sonst nichts ausser Sandalen an seinen Füßen. Wortlos betrat er die Binge und wanderte die Gänge hinab als wäre er jeden Tag dort. Es sah aus als würde er jeden Gang und jede Biegung der Binge kennen. Schließlich stand er vor dem Heim von Leona und als hätten sie nur auf ihn gewartet öffneten die Eltern gerade in diesem Moment die Türe. Sie erschreckten erst ob der wüsten Gestalt, ließen einen Bruder aber dann doch nicht vor der Türe stehen. Immernoch ohne ein Wort zu sagen ging der alte Dwarschim zu Leona und nahm sie behutsam auf. Einmal kurz blickte er zu Bragora und Durgosch und dann ging er ohne Eile wieder hinaus und entfernte sich genau auf dem Weg, auf dem er gekommen war. Die beiden Eltern sahen sich einen Moment ratlos an, dann folgten sie ihm. Ihre Schritte wurden immer unsicherer, je näher sie der Oberfläche kamen. Bald schon waren sie dem Ausgang der Binge näher als je zuvor. Doch sie wollten ihre Tochter nicht alleine lassen und so folgten sie dem Alten immer weiter. Sie passierten die letzten Wachen und traten durch die großen Tore. Nun waren sie nur noch wenige hundert Schritte von dem Tageslicht entfernt, doch der Alte machte keine Anstalten stehn zu bleiben sondern setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Als sie schlielich das Tageslicht erreichten waren Durgosch und Bragora ersteinmal geblendet und hatten große Angst ihre Tochter jetzt zu verlieren, doch der wüste Zwerg blieb stehen und wartete bis die beiden sich etwas an das natürliche Licht gewöhnt hatten. Dann erst ging er langsam weiter auf eine Wiese. Dort setzt er Leona ins Gras, nickte den beiden Dwarschim noch einmal zu und ging in Richtung Wald davon, genauso plötzlich wie er vor der Binge aufgetaucht war, war er wieder verschwunden. Einen Moment blickten die beiden ihm nach, dann jedoch blickten sie zu ihrer Tochter herab und sahen zu ihrer Freude wie Leona vergnügt im Gras herumkrabbelte und mit den Blumen spielte ohne sie dabei auszureißen oder abzuknicken. Jetzt sah Durgosch das Glitzern in den Augen seiner Tochter, dass er so vermisst hatte. Und langsam begannen die Eltern zu verstehen. Mit den Worten: "Komm Leona Baumpflanzer" nahm Durgosch Eisenbieger seine Tochter auf den Arm und drückte sie behutsam an sich. Eine Zeitlang noch blieben die drei auf der Wiese, dann jedoch kehrten sie in die Binge zurück.
Immer wieder brachten nun Dwarschim Blumen von der Wiese vor der Binge herab zu Leona und auch wenn diese sich zu Beginn nicht lange in der Binge hielten so gelang es Leona bald einen kleinen Garten in den Tiefen neben der Schmiede ihrer Eltern zu errichten.
60 Sonnenläufe später führte Leona eine kleine Schar von Dwarschim aus der Binge und sie gründeten ein Dorf direkt vor dem Eingang der Binge. Seid diesem Tage leben die Zwerge dieser Binge nicht nur in dem Berg, sondern auch in dem Tal daneben und Leona ist als älteste Erdwächterin eine wichtige Beraterin für den Obmann geworden.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Die Geschichte von Keray und Silor.
BeitragVerfasst: 1.11.04, 15:10 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Ich möchte dir von Keray erzhlen. Wo und wann Keray lebte, das ging im Laufe der Jahrtausende verloren. Doch die Geschichte von Keray ist so alt wie die Geschichte unserer Völker. Keray war ein außergewöhnlicher Vertreter seiner Art. Seine Sinne waren denen seiner Brder weit voraus. Seine Beine konnten sich schneller bewegen als die jedes seiner Brüder. Doch zu Zeiten Kerays gab es noch jemand anderen, dessen Name wohl bekannt war. Silor, wurde er genannt. Auch er war unter seinen Brüdern der schnellste, klügste und beweglichste. Seine Ohren berichteten ihm auch das allerkleinste Geräusch und
seine Nase konnte Gefahr auch noch am anderen Ende des Waldes riechen. Nun, eines Tages kam es, wie es kommen musste. Silors Ruf drang bis zu Kelay. Kelay beschloß noch während er den Berichten von Silor lauschte, dass er seinen Ruf krönen würde, indem er Silor fängt und tötet. Und so machte er sich gleich am nächsten Tag auf, die Spur Silors aufzunehmen. Bald hatte seine feine Nase die Spur aufgenommen und Kelay
folgte ihr auf flinken Pfoten. Doch Silor war nicht so leicht zu fangen, wie Kelay es sich erhofft hatte. Tagelang musste Kelay Silor jagen, um auch nur in dessen Nähe zu kommen. Doch er hatte sich geschworen Silor zu fangen und zu töten und so jagte er ihn weiter und weiter. Längst hatten beide den bekannten Wald verlassen und hoppelten und rannten über Wiesen, Felder und Berge die keiner von ihnen kannte. Eines Tages schließlich, auf der Spitze eines hohen Berges, erblickte Kelay Silor. Die beiden blickten sich an, Auge in Auge. Siegessicher holte Kelay etwas Anlauf und setze zum Sprung an. Und gerade als Kelay sich seines Erfolges sicher war, spürte er, wie eine seiner Pfoten wegrutschte. Er war so von dem Wunsch Silor zu töten besessen, dass er seine Umgebung nichtmehr genau beobachtet hat und so auf einige Kieselsteinchen getreten war. Kelay, der geschickteste Fuchs der je gelebt hat fiel und fiel und fiel, aufgehalten von einigen Kieselsteinchen und Silor, der flinkeste Hase
der je gelebt hat, entkam einmal mehr.


Zuletzt geändert von Artus: 12.11.04, 00:11, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Der Flötenspieler
BeitragVerfasst: 4.06.05, 06:09 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Heute will ich Euch eine Geschichte von Elfen und Zwergen erzählen und von Kralox, dem Flötenspieler.

Vor langer Zeit lebte der stolze Zwerg Kralox. Er war nicht größer als andere Zwerge, er war auch nicht so klein wie die Halblinge, er war weder sonderlich geschickt noch sonderlich begabt in dem was er tat. Dennoch war er weit über die Berge seines Clans hinaus bekannt. Denn er war der einzige Zwerg seiner Zeit, dem es gelang mit Elfen zu reden. Alle anderen Zwerge, die zu dieser Zeit lebten, wurden immer zornig sobald sie einen Elfen erblickten und schrien solange herum, bis die Elfen eingeschüchtert den Rückzug antraten.
Eines Tages jedoch zog eine Horde marodierender Orken durch das Land. Und da Elfen und Zwerge gleichermaßen von Ihnen bedroht wurden, entschieden die Zwerge, dass es nützlich sein könnte, zusammen mit den Elfen gegen die Orken zu kämpfen. Also wurde Kralox ausgesandt, mit den Elfen darüber zu sprechen. Die Elfen hatten längst erkannt, dass Sie alleine nur schwer gegen die Orken bestehen konnten und hießen Kralox daher willkommen. Schnell konnte man sich in einigen. Bei seinem Abschied sagten die Elfen Kralox noch einmal, was er seinem Volk berichten sollte:

"In soviel Tagen wie Du Finger hast, werden wir uns am Fuße des großen Berges treffen, dort wo die Wasser des kleinen Flußes den Felsen entspringen."

Kralox eilte zu seinem Volk zurück und zur verabredeten Zeit warteten die Zwerge am Fuße des großen Berges. Doch die Elfen kamen nicht. Der Tatendrang der Dwarschim obsiegte schließlich und sie zogen ohne die bartlosen Feiglinge in die Schlacht. Die Orken waren von diesem Vorstoß recht überrascht und zogen sich nach einigen Scharmützeln erstmal wieder zurück. Am nächsten Tag stürmten die Orken dann den großen Berg, überzeugt, dort das Heer der Dwarschim vorzufinden. Völlig unvorbereitet gerieten sie in einen Pfeilhagel der Elfen und mussten sich erneut zurückziehen. Zerstreut und verwirrt liefen sie abermals den Zwergen in die Hände und wurden vollends aufgerieben. Die wenigen Überlebenden Orken zogen flüchteten nach Norden und waren nie wieder in diesem Land gesehen.

Sowohl die Elfen in ihrem Hain, als auch die Zwerge in ihrer Binge, konnten nicht verstehen, warum die jeweils anderen nicht gekommen waren. Ort und Zeit des Treffens waren klar und somit vertiefte dieses Ereignis die Kluft zwischen Elfen und Dwarschim noch etwas mehr.

Auf einer der zahlreichen Feste, die zu Ehren des Sieges über die Orken gefeiert wurden, streifte Kralox seine Handschuhe ab, die er sonst immer trug, um sich mit Flötenspiel an der allgemeinen Musik zu beteiligen. Er war wirklich nicht schlecht, verstand sich aufs Flöte spielen, zu wahrer Meisterschaft hat er es jedoch nie gebracht. Kein Wunder, hat der Arme doch seid je her nur 4 Finger an der rechten Hand ...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Die Wanderung
BeitragVerfasst: 5.06.05, 23:09 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Es war irgendwann zu der Zeit, als Angamons Heerscharen die eine Hälfte der Insel hielten und die Völker gerade Brockental zurückerobert hatten. Elfen, Menschen und ein Zwerg wurden ausgesandt, die Untoten Länder möglichst weit zu erkunden. Eigentlich, so erinnerte sich der Elf, wurde der Zwerg gar nicht ausgesandt, er ging einfach mit. Doch seltsamerweise störte sich niemand daran, auch wenn die Mission streng geheim war.
Noch bevor der kleine Trupp das sichere Lager verließ, drückte der Zwerg dem Elfen einen grünen Edelstein in die Hand, in dem scheinbar winzige Bäume wuchsen. Der Elf verstand nicht, doch etwas im Blick des Zwergen überzeugte ihn von der Wichtigkeit dieses kleinen Steines, der so unbedeutend wirkte im Angesicht des Auftrags. Der kleine Trupp ging durchs Tor und bewegte sich vorsichtig ins Feindesland. Sie kamen jedoch nicht weit, da wurden sie von Untoten entdeckt und nach kurzem Kampf mussten sie sich zurückziehen.
In diesem Moment nickte der Zwerg dem Elfen kurz zu und marschierte geradewegs auf die Untoten zu. Er hatte es nicht mal sonderlich eilig dabei. Der Elf zögerte kurz, dann obsiegte jedoch das Band des Vertrauens und er folgte seinem kleinen Freund. Als sie die ersten Untoten erreichten, war er wie ein Bogen gespannt, bereit seine Waffe zu ziehen und das Leben des Zwergen zur Not mit seinem eigenen zu verteidigen. Doch zu seiner Verblüffung gingen die Untoten einfach an ihm vor rüber … als wäre er einer von … ihnen. Sie beachteten ihn nicht weiter. An der Seite des Zwergen passierte er kurz danach einen weiteren Trupp Skelette, die als Verstärkung an die Front geschickt wurden. Und wieder konnte er sie passieren ohne dass sie ihn aufgehalten hätten. Sie gingen einfach um ihn und den Zwergen herum. Der Elf konnte nicht glauben, was geschah doch der Zwerg schwieg und so wagte auch er nicht zu sprechen und gemeinsam gingen sie Stunde um Stunde schweigend nebeneinander her.
Immer wieder trafen sie Skelette und immer wieder wurden sie ignoriert. Schließlich kam das ungleichen Paar an einen Fluß, zu breit um darüber zu springen und zu tief um hindurchzuwaten. Der Elf gewöhnte sich gerade an den unschönen Gedanken durch einen Fluß inmitten des Landes Angamons schwimmen zu müssen, als der Zwerg seinen Stab etwas anhob und die Spitze auf das Wasser am Ufer des Flusses richtete. Ein leichtes Zittern durchzog den Zwergen und dann den Stab und von seiner Spitze lösten sich bläuliche Fäden, dünn wie Seide. Sie Schwebten zum Wasser und wanderten zuckend zum anderen Ufer. Und dort, wo die Fäden das Wasser berührten verwandelte es sich binnen weniger Sekunden zu einer dicken Eisschicht, breit genug um bequem darauf laufen zu können.
Der Zwerg stieg hinab und ging barfuss auf dem Eis entlang, den Stab weiter auf das Wasser vor sich gerichtet und so eine seltsame Brücke aus Eis erzeugend. Als er das andere Ufer erreicht hatte verblassten die Fäden und der Zwerg blickte zu dem Elfen. Kurz entschlossen folgte er dem Zwergen über das Eis und stellte verwundert fest, dass das Eis zwar kühl, aber nicht unangenehm kalt war. Die seltsame Brücke trug auch den Elfen und beide erklommen kurz darauf das andere Ufer. Ohne seinem Werk einen weiteren Blick zu schenken wanderte der Zwerg weiter.
Dem Elf wurde allmählich klamm, ihm war einfach nicht wohl dabei Stunde um Stunde unter toten Bäumen wandern zu müssen, doch er hatte dem Zwergen versprochen ihn zu begleiten und daran hielt er sich.
Sie machten einen großen Bogen um die grausige Feste von Finsterwangen und gingen weiter Südwärts. Kurz darauf passierten sie zwei riesige Gebirge und der Zwerg wandte sich nach Osten. Sie wanderten nahe entlang des Gebirges und dem Elfen war so, als würde der Zwerg immer wieder mit seinen Blicken den Berg absuchen. Schließlich erreichten die beiden einen kleinen Fluss der aus dem Berg kam. Der Zwerg hielt inne und wandte sich dem Elfen zu. Weit musste er den Kopf zurücklehnen um den Elfen in die Augen blicken zu können. Der Elf erkannte etwas im Blick des Zwergen, was er bei ihm noch nie gesehen hatte. Grimmige Entschlossenheit und etwa … endgültiges. Was auch immer der Zwerg vorhatte, dem Elfen wurde klar, erst jetzt begann es. Der Zwerg bat den Elfen zu warten, solange bis die Sonne zum zweiten Mal den Berghang erhellt. Zudem gab er ihm eine kleine kristallene Röhre. Sollte irgendetwas den Elfen angreifen, so sollte er den Zwergen vergessen und die Röhre zerbrechen. Mit diesen seltsamen Worten verließ der Zwerg den Elfen und stieg in den Fluß. Es dauerte nicht lange, da war der Zwerg unter Wasser und das letzte was der Elf erkennen konnte war, dass der Zwerg in den Berg hinein ging. Der Elf tat wie ihm geheißen und wartete. Um sich besser zu verbergen legte er einen Teil seiner Ausrüstung ab, rieb sich am ganzen Körper mit dem Staub ein, der den gesamten Boden bedeckte und kauerte sich an der Bergekette an einen kleinen Felsvorsprung. Für normale Augen war er so nicht mehr zu sehen. Dann wartete er, die Sinne geschärft um jede Regung des Flusses zu verfolgen, in der Hoffnung sein kleiner Freund würde bald wieder auftauchen. Es vergingen quälend lange Minuten. Dann plötzlich hörte der Elf einen grausigen Schrei wie ihn kein Lebewesen vollbringen kann. Ein Wesen schrie voller Zorn auf, doch der Elf verstand nicht, was das Wesen sagte. Doch er spürte, dass jedem Wort ein leichtes Zittern der Erde folgte. Dann konnte der Elf spüren, dass sein Freund in großer Gefahr war. Einige Zeit geschah nichts. Nur immer wieder diese leichten Beben, die von der Stimme des Wesens zeugten. Letztlich fühlte der Elf, wie sich ein dunkler Schatten um den Zwergen legte… wo immer er jetzt auch war, der Elf konnte ihn nicht mehr erreichen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Das Ende einer Wanderung
BeitragVerfasst: 6.06.05, 19:49 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Die Erde bebte, wie der Elf es noch nie erlebt hatte. Der ganze Berg schien sich gegen das zu wehren, was im inneren geschah. Der kleine Fluß wurde zum gealtigen Strom, nur um in der nächsten Sekunden völlig zu versiegen, das Wasser wurde kochend heiß und kurz darauf zeigten sich Eisschollen darauf. Die feinen Ohren des Elfen vernahmen gewaltige Explosionen die sich im inneren zutrugen. Der verstand nicht, was vor sich ging, doch es schien als würden die Elemente selbst außer Kontrolle geraten.
Eine ganze Stunde lang tobte es in dem Berg, ehe alles abrupt ein Ende nahm und sich eine unnatürlich Stille über den Berg legte. Selbst das Wasser schien für einen Moment still zu stehen. Im nächsten Moment begann der kleine Fluß wieder normal zu fließen und der Elf konnte seinen Blick nicht von ihm nehmen. Mit jeder Luftblase schöpfte er Hoffnung und mit jeder Sekunde die verging verblasste sie wieder. Noch eine ganze Stunde sollte vergehen, ehe der Elf endlich eine kleine Gestalt im Wasser erblickte.
Alle Vorsicht vergessend sprang er hinein und zog den kleinen Körper an Land. Die kleine Gestalt war in eien teifschwarze Robe gehüllt, die verbrannt und zerfetzt an ihr klebte. In der einen Hand hielt der Zwerg einen schwarzen Stab auf dem seltsame weiße Zeichen waren in der anderen hielt er fest umklammert eine kristallene Ähre. Das Gesicht war von einer Kapuze verhüllt und sehr sorgsam zog der Elf sie vom Kopf.
Noch nie hatte er so etwas gesehen. Es schien nicht mehr ein Stück haut im Gesicht des Zwergen zu geben, dass nicht völlig Schlaf an dessen ausgemerkelten Körper hing. Es dauerte einige Minuten, ehe der Zwerg die Augen aufschlug und mithilfe des Elfen aufstehen konnte. Der Elf wollte sich den ZWerg schon über die Schulter werfen und loslaufen, doch etwas in dessen Blick hielt ihn zurück. Es schien als würde jedes Wort dem Zwergen große Schmerzen bereiten, dennoch ließ er sich nicht abhalten dem Elfen folgendes zu sagen:

"Bring diese Ähre dem Volk der Halblinge als Geschenk. Sie sollen es an hellem Orte verwahren. Und auch Du achte darauf, dass immer Licht an diese Ähre kommt."

Der Elf verstand nicht, was das alles zu bedeuten hatte, doch er konnte an der Stimme des Zwergen erkennen, wie wichtig diese Bitte war. Also schwor er ihm diese Bitte zu erfüllen. Kaum hatte der Elf diese Worte ausgesprochen erkannte er, dass sie nicht alleine waren. Einige Dämonen hatten sich angeschlichen und die beiden umzingelt, der Zwerg musste sie schon länger gesehen habe. Ehe der Elf handelt konnte löste sich der Zwerg von ihm und drückte sich mit den Worten:" Zerbrich den Kristall" an ihm vorbei. Auch wenn er sich kaum auf den Beinen halten konnte stellte sich der Zwerg den Dämonen mit trotzigem Blick entgegen. Der Elf wollte an der Seite seines Freundes kämpfen, doch er erkannte, sie waren umzingelt. Wenn sie verlieren sollten würde die Ähre in die Hände der Dämonen fallen und das war, was sein Freund um jeden Preis verhindern wollte. Nie hatte der Elf einen Schwur so sehr bereut, wie in diesem Moment. Mit einem letzten Blick auf den Zwergen und einer Träne im Auge zerbrach er den Kristall ...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Die Zwerginnen
BeitragVerfasst: 11.06.05, 20:16 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 9.12.01, 02:07
Beiträge: 560
Wohnort: Fürth
Ich habe oft in unserem Volk Geschichten von heldenhaften Dwarschim gehört, die Drachen erlegt, Dämonen gejagt und Menschen verprügelt haben. Von siegreichen Heeren die zahlenmäßig klar unterlegen ganze Stämme der Orken besiegt und in alle Winde zerstreut haben. Von Erdwächtern, die Waffen aus Fethril geknetet haben oder Flammenwebern, die in kochender Lava gebadet haben. Doch kaum einmal drang eine Geschichte von den geduldigen Rahem an meine Ohren, die unsere Kinder in den ersten Jahren hüten und verhindern, dass in den Bingen alles drunter und drüber geht.
Darum möchte ich euch heute eine kleine Geschichte erzählen, wie sie sich hier im Tal zugetragen hat. Ein erfahrener Bart der Bragarim hatte sich gerade gerüstet um ausziehen die ganze Insel vom bösen Gesindel zu befreien. Zuerst wollte er zu den Elfen, dann hinauf nach Brandenstein, auf dem Weg zur neuen Hauptstadt kurz bei den Nortraven vorbei um etwas Bier zu tanken. Nachdem die zweite große Stadt Menschen erledigt wäre, sollte es weiter nach Südfall gehen, auf dem Rückweg im Sumpf rasch die Rattenplage beenden und schließlich noch schnell vorm Abendessen die schwarzen Landen säubern. Der Plan war wohl durchdacht, die Axt geschärft und die Rüstung poliert.
Doch weit kam er nicht. Im Tor erblickte er den größten Schrecken eines jeden aufrechten Dwarschim ... Eine Rahem!
Panik überkam ihn, als sie ihr Nudelholz der Vernichtung zückte und auf ihn zustürmte. Die ersten Schläge prallten noch an seiner Rüste ab und er konnte einen Gegenschlag führen, einen zweiten und sogar einen drittten, doch keiner konnte die mächtige Rüstung der Rahems durchdringen ... die Schürze.
Schließlich hat die Rahem genug von diesem Spiel, packte den Dwarschim am Bart und schlug ihr Nudelholz mit aller Wucht auf den Dickschädel, der sogleich zurücktaumelte und nach einem letzen aufbäumen kraftlos zu Boden sank ...


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de