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 Betreff des Beitrags: Bericht einer vorletzten Reise von Wim Derfflinger
BeitragVerfasst: 21.06.05, 11:02 
Festlandbewohner
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Aufbauend war dieses Gespräch mit der kleinen Cori Sperling gewesen, erfrischend optimistisch sind Kinder doch, wahrlich ein Geschenk der Götter, schade nur, dass sie es vorzog auf der Wiese spielen zu gehen, anstelle mit mir weiter das Gespräch zu suchen. Vermutlich war für ihren kindlichen Verstand meine Vorstellung von Harmonielehre doch etwas zu abgehoben.
Während ich noch über der Harfe sinnierte auf dem Marktplatz zu Falkensee und den geeigneten Tonfolgen für ein lehrreiches Epos suchte, sprach mich eine junge Frau an, von jungen Jahren und schönem Wuchs, und befragte mich ob mir der “Pfad des Kummers” bekannt sei, da ich verneinte, wurde sie aufgeregter und lächelte unbestimmt verloren. Ich erklärte mich bereit sie zu begleiten und mir diesen Pfad zeigen zu lassen, worauf hin wir zu Pferde zu der Siedlung der Dwarschim aufbrachen. Nach einem schnellen Ritt erreichten wir die Siedlung, wo wir zwei stolze Streiter der Bergdwarschimgarde tragen sowie zwei Priester der Ecclesia, genauer gesagt zwei Ignispriester, einer war der ehrenwerter Karag, mit welchem mich seit langem eine wertschätzende Freundschaft verband. Nach kurzem Dialog zwischen jener Frau und dem werten Priester stellte sich heraus, dass diese Frau auch jene Dwarschim bat, sie zu begleiten auf den Pfad des Kummers. Nun denn dachte ich mir, dann wird dies wohl eine grössere Exkursion werden. Wohl an für neues Wissen und zum Ruhme der Götter.
Nach einem längeren Ritt an der Seite der erstaunlich schnell zu Fusse seienden Dwarschim, trotz eines unschönen Zwischenfalles in Falkensee mit der Ordnungsmacht, erreichten wir des Niemands Höhle im Süden von Falkensee. Dort führte uns jene Frau in dessen Höhle zu einer Leiter, an deren Fusse ein Monolith stand mit der Aufschrift “Pfad des Kummers”. Unbedarft neugierig wie unsereins nunmal ist, ging ich forsch voran und erblickte jene steinernen Bäume mit Tafeln, die eines der berüchtigten Wortspiele enthielten. Die junge Frau führte uns zielsicher durch alle Rätsel, über eine Brücke durch den Irrgarten der Stelen und über einige Bodenmosaike, welche mit bestimmten Wörtern sicheren Passgang erlaubten, auf anderen Bodenplatten aber den sicheren Tod bedeuteten.
An einer jener Mosaike trafen wir einen jungen Mann, namens Enril meine ich, welcher einen leeren Blick und wirr sprach. Schreckliches schien er erlebt zu haben und sein Geist schien völlig sinnentleert. Dank der warmen Zurede vom Karag schien er sich doch zu besinnen und langsam wieder empfänglich zu werden für menschliche Wörter. Nach etlichem Zögern erklärte er sich bereit uns zum Ende des Höhlensystems zu führen und uns jenes zu zeigen, was so bedeutend sein solle.
Grosse Stelen mit Warnungen, dass jener den Geist verliere, der hier durchginge, liessen wir hinter uns, mit fast trotzigem Gebet an Astrael auf den Lippen, welchem ich meinen Geist in die Hände zum Schutze antrug. Dort stand jener Stein im lichten Grün erstrahlend, welcher mir aber eher blau erschien von übertarschem Lichte, wie aus Astraels Odem selbst gesponnen, ich konnt nicht anders als zu ihm gehen, berühren wollt ich ihn, trotz Rufens mich zu zügeln, ging ich zielsicher auf ihn zu, berührte seiner und war erstarrt, erstarrt ob jener Einsicht die mich nun umfasste. Eine Gewissheit und Einsamkeit umfing mich. Ich schwankte und leer wurde mein Blick, war alles was ich vertrat wirklich schlecht für die Entwicklung der Welten, macht Wissen wirklich einsam. So fühlte ich mich nun jedenfalls...
Einer der Gardisten der Dwarschimgarde riss mich fort und zombiesk ging ich nun nur noch Enril nach, immer tiefer in die Höhlen. Nur noch an Türenklappen in hundertfacher Art, welches durch mein taubes leeres Hirn hallte, erinnere ich mich. Doch jene Monotonie barg auch Gutes, denn langsam konnte ich mich wieder fangen und zumindest jene Zweifel, die mich nun zermürbten etwas zur Seite zu schieben. Damit ich in diesem Jetzt, dem Augenblick der Anspannung und Gefahr etwas klaren Verstand hatte.
Wir standen vor einem Lavasee und jene Frau redete auf Karag ein, auf dass er die Macht des Ignis in jenem Lavasee beschwöre und damit die Höhle oder jenen Niemand zu einer Reaktion herausfordere. Derweil führte mich Enril weiter, tiefer in die Höhle, er zeigte mir einen See voll Blut. Ich war ob dieser Ungeheuerlichkeit kaum fähig zu einer emotionalen Reaktion. Ich war taub im Geiste und meine Gefühle überfordert. Etwas weiter befand sich das Grab, welches ich genauer untersuchte, doch ohne meine sonst so viel gepriesene Intuition und Inspiration blieb alles Suchen leer und ergebnislos.
Ich brach ab und ging zurück mir gegenüber standen auf einmal wieder Enril und jene Frau und meinten sie müssen mir im See noch etwas zeigen, eher mutlos widerwillig folgte ich ihnen zu dieser Verhöhnung jedwede Lebens. Als ich zwischen die beiden Stelen stand und auf den See schaute, spürte ich einen Stoss in den Rücken und ein schrilles Kichern vernahm ich. Der Stoss beförderte mich knietief in diesen See. Ekel überkam mich und der typische Eisengeschmack von Blut verklebte mir Gaumen und Nase. Erschrocken wand ich mich um und wollte hinaufklettern, als ich das blitzende Katana von Enril sah, der mir befahl tiefer in den See zu gehen und als ich mich weigerte, begann er mich mit der Spitze zu traktieren, so dass ich immer tiefer in den See zurückweichen musste.
Er hatte einen schrecklich wirren Blick und das hysterische Gekicher der Frau dahinter liessen jene Situation surreal erscheinen. Mir schwanden die Sinne, kein Hilferuf kam mir über die Lippen, kein Gedanke an meinen Gott. Bis zur Brust stand ich im Blute, die Robe hatte sich mit der roten dicken Flüssigkeit vollgesogen und machte mich bewegungsunfähig. Ich schaute flehentlich noch einmal zurück ud sah das Blitzen des Katanas erneut. Dann traf mich die flache Seite der Klinge am Haupt und betäubt sank ich zusammen. Langsam versank ich kraftlos in jenem See aus Blut und ging unter...

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"Es wird der Diamant an sich selbst nur erkannt.
Denken lernst du im Denken, das Wahre erkennst du am Wahren.
Liebe nur, wenn du schon liebst, nichts durch die bloße Kritik."
Ludwig Feuerbach


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