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Drei - Auftakt des Wahnsinns - Wahnsinniger Auftakt
Der Himmel war grau und Wolkenverhangen, eine scharfe Briese wehte über das Schiff und blähte die teils geflickten Segel ordentlich auf. Zum ersten Mal sah sie sich um, ihr Blick begegnete dem deck und sie musste zwangsläufig schlucken. An vielen Stellen war das Holz rötlich gefärbt von dem vergossenen Blut, Pfeile, von denen sich keiner die Mühe gemacht hatte sie zu entfernen, steckten immer noch in der Bordwand und sie hörte im Laderaum das Jammern der Verwundeten. Wenige Matrosen eilten mit raschen Schritten und nackten Füßen über das Deck, doch hielten sie alle einen respektvollen Abstand zu der Frau, fast schien es, als würden sie sie absichtlich meiden, ein Matrose schlug sogar ein Zeichen gegen das Böse, als die Magierin ihm den Rücken zuwandte. Furcht schien das Schiff befallen zu haben, eine lähmende Angst, die wie ein schwarzer Finger auf eine wunde Stelle gelegt zu worden sein schien. Dimiona spürte es auch, dass sie teilweise der Grund für diese Furcht war. Sie hatte den Angriff trotz Verwundungen überlebt, es schien fast gespenstisch, dass sie der einzige Gegner gewesen sein sollte, jedoch nicht einmal wirklich etwas abbekommen hatte. So gingen die Matrosen weiter, umgingen die Frau und wichen ihrem Blick aus, zuckten teilweise zusammen als sie sich ihnen näherte und versuchten gar nicht erst ein Gespräch zu beginnen. Sie hatte ein neues Gesicht erhalten, eines, das umfassender zu sein schien, als nur ihr hübsches Aussehen, welches die Matrosen zuerst bemerkten. Manche Matrosen schauderten, als der Wind auffrischte und das Schiff schneller vorantrieb, warfen misstrauische Blicke umher und widmeten sich dann wieder ihrer Arbeit. Traurig ging Dimiona zwischen den Männern hin und her und begutachtete schweigend den Zustand des Schiffes. Dann seufzte sie und tippte einem Matrosen auf die Schulter. Erschrocken fuhr dieser herum und starrte sie einen Moment lang an, dann neigte er rasch sein Haupt
„Wann werden wir vorraussichtlich ankommen?“, fragte sie ihn, wobei sie leicht eine Augenbraue hob. „Ich weiß es nicht, Magistra, vielleicht in einem Siebentag“, der Matrose beeilte sich zu antworten, dann wuselte er rasch davon, nur allzufroh aus ihrer Gegenwart zu entfliehen. Leicht rieb sie sich über die Stirn und atmete tief durch, die weitere Reise versprach ganz und gar nicht heiter zu werden. Dann wandte sie sich herum und ging zurück in ihre Kabine.
Der Kapitän betrat den Raum und er stutze leicht, die Frau saß auf dem Bett, hatte die Hände um einen hell glänzenden Edelstein gelegt und die Augen geschlossen. Es wirkte fast, als leuchte ihre Haut von innen heraus, ebenso wie der helle Edelstein. Als er vorsichtig näher trat um sie zu betrachten seufzte sie leise und öffnete die Augen.
„Kapitän…?“ „Ich wollte euch nicht stören, nur… Es ist so…“ , er trat unruhig von einem Fuß auf den anderen, aber er musterte die Frau erstaunt, ihre Ärmel waren hochgekrempelt und viele der Wunden waren einfach verschwunden, als seien sie in das Fleisch eingesunken oder in sekundenschnelle ohne Narben zugeheilt. Er starrte auf die Arme, welche sich ihm in einem rosigen Hautton präsentierten, dann schloss er die Augen und atmete tief durch.
„Ihr wollt, dass ich euren Verletzten helfe? Ich bin keine gute Heilerin, an die Kräfte einer Weißen werde ich nie dran kommen, aber ich kann sehen, was ich zu tun vermag“ , ihre Stimme klang sanft, fast mitfühlend. Mit einem Nicken beförderte sie den kleinen Stein in ihre Tasche und stand auf, kurz schwankte sie, dann atmete sie tief durch. Ihre eigene Heilung hatte sie selber langsam vollzogen. Immer noch waren einige Narben an ihrem Körper, doch wurden sie durch die Kleidung verdeckt und um die musste sie sich ein andermal kümmern. Sie griff in sich selber hinein, überprüfte ihre eigene Kraft und nickte zu sich selber. Für einige dürfte es reichen, hoffentlich für die schlimmsten Fälle. „Ich sage euch gleich, dass ich nicht allen helfen kann. Aber zumindest könnte ich dafür sorgen, dass alle diese Fahrt überleben und dann in die Obhut eines wirklichen Heilers gelangen können“ , mit diesen Worten ging sie auf das Deck und ließ sich von dem Kapitän die Laderäume zeigen. Sie seufzte leise als sie in die muffige Dunkelheit hinabstieg und die Verwundeten stöhnen und wimmern hörte. Es roch ekelig, etwas huschte in der Dunkelheit hin und her, wahrscheinlich Ratten, und sie hielt sich die Nase zu, von dem Geruch nach offenem Fleisch, Exkrementen und Blut wurde ihr übel. Dennoch zwang sie sich voranzugehen, hob ihren Stab und hielt ihn etwas in die Luft. Ein weiches Licht flammte an der Spitze des Stabes auf und warf die Schatten weit in den Laderaum zurück. Das Krankenlager war entmutigend. Man hatte Mäntel notdürftig ausgebreitet und die Gefangenen darauf gelegt. Lappen und Laken waren um ihre Wunden geschlungen, nur wenige hatten etwas sauberen Stoff als Verband erhalten. „Das ist schlecht. Sie brauchen frische Luft und können nicht hier unten herumliegen, das macht sie nur noch kränker. Wenn ich hier fertig bin, dann lasst sie etwas auf dem Deck liegen oder sitzen, bevor ihr sie hier wieder herunter bringt.“
Die graue Magierin betrachtete die Verwundeten und seufzte dann, sie lehnte den Stab gegen eine Kiste und ging zu dem ersten Mann hinüber, kniete sich sanft, begleitet von einem Rascheln, neben sie nieder. Sanft und kühl strichen ihre Finger über seine schweißnasse Stirn, glitten vorsichtig über den Hals und fuhren um die Wunden herum. Ein sanftes Prickeln schien aus den Fingerspitzen herauszusickern und in den Körper des Verwundeten zu fließen. Dabei intonierte sie einen leisen, melodischen, Singsang. Der Mann seufzte, kurz öffnete er die Augen, sah nach oben und schloss sie wieder, als die Magie der Frau seinen Körper etwas stärkte, damit er aus eigener Kraft mit den Verwundungen und dem Fieber fertig werden könne. Rasch erhob sie sich und ging zum nächsten. Sie sah einen verband um die Hüfte und wickelte ihn vorsichtig ab. Darunter war das Fleisch teilweise stark gerötet und ein hässliches Loch war in seine Seite gerissen worden. Dimiona schloss ihre Augen und schluckte schwer, tastete mit ihren Sinnen nach der Wunde und biss sich selber auf die Lippen. Ein leichtes Kopfschütteln, diesem Mann war nicht mehr zu helfen, er würde sehr wahrscheinlich sterben. Oder aber, seine Heilung bräuchte so viel Kraft, dass für die anderen keine Hilfe mehr möglich war. Zwei Tränen rannen aus den geschlossenen Augen über ihre Wange.
„Das Leben ist niemals einfach. Auf dem Pfad, den du gewählt hast, wirst du Entscheidungen treffen müssen, junge Schülerin. Und oft werden sie schmerzhaft sein und dich selber mehr schmerzen als andere, doch bedenke stets, dass du das tust, was wichtig ist und nicht das, was anderen als richtig erscheint.“
Diese Worte hatte sie vor so langer Zeit gehört, zu einer Zeit, als sie noch selber keine Vorstellung von der ungeheuren Grausamkeit des Lebens hatte. Als sie froh und gut gelaunt in die Zukunft geblickt hatte. Sie erinnerte sich wieder daran, dass er gesagt hatte, dass sie anderen grausam erscheinen möge, doch dies sei manch einmal der Weg, dem sie zu folgen hätte. So sah sie den tödlich verletzten an, blickte in seine fiebrigen Augen und legte ihm eine Hand auf die Stirn. „Mutter…. Mutter….“ , er hauchte, flüsterte, leise zu ihr hinauf, sein Blick in weite Ferne gerichtet und kaum mehr an der Wirklichkeit behaftet. Sie presste die Augen aufeinander, dann flüsterte sie leise und sanft, wie eine Liebkosung, ein Wort in sein Ohr „Zalge“. Mit einem Seufzen schloss er die Augen und schlummerte, scheinbar friedlich, ein. „Gütige Mutter, vergib mir...“, sie murmelte leise in sich hinein, dann stand sie vorsichtig auf und ging weiter zu dem nächsten Verletzten.
Sie arbeitete lange, ging zwischen den Verwundeten hin und her und heilte einen Teil ihrer Wunden und stärkte sie. Drei weitere Männer waren ebenfalls zu schwer verletzt um noch gerettet zu werden, auch sie schliefen nach einem leisen Zauberspruch friedlich ein und ließen die kleine Frau zurück, deren Herz immer schwerer wurde. Schließlich ging sie noch einmal zwischen den verblieben hin und her, helle funken tanzten vor ihren Augen und sie atmete tief durch. Alles um sie herum schwankte, sie griff nach einer Kiste um sich daran festzuhalten und schloss die Augen. Du wirst es nie lernen, immer verwendest du mehr Magie als du solltest, dachte sie mit einem Seufzen, als sie auf dem Boden zusammensackte und in tiefe Ohnmacht fiel. Sie bemerkte nicht einmal, wie mehrere Matrosen hinunter kamen, sie aufhoben und mit ziemlichem Unbehagen in ihre Kabine trugen.
Sie steht in einem dunklen Raum, er schwankt um sie herum, widerwillig wankt er, wie ein betrunkener Händler, hin und her. Außerhalb des Raumes hört sie das Rauschen des Meeres und das Schreien von Möwen, die ihre krakeelenden Stimmen dem Wind und dem Schiff, auf dem sie sich befindet, entgegen werfen. Sie sieht verwirrt umher, ihre Augen gewöhnen sich nur langsam an die Dunkelheit und als sie endlich sehen kann, weicht sie zurück. Sie steht auf einem blutigen Holzboden, um sie herum liegen Körper, in einer seltsamen Haltung erstarrt. Sie strecken ihr die Hände, wie in einem Flehen, entgegen. Es sind vier Stück, das Gesicht ist auf den Boden gesunken, nur die Hände sind zu der Frau gerichtet. Erschaudernd weicht sie zurück, da zucken die von zahlreichen Wunden übersäten Hände auf und die Gestalten erheben sich langsam. Ihre Mimik ist gequält und die Gesichter sind entstellt von Fliegen und faulendem Fleisch. Aus glänzenden, seltsam intakten, Augen starren sie alle in ihre Richtung. Ein seltsamer Gesang ertönt, den sie nicht näher beschreiben kann. Es klingt wie das leise Singen von lauter kehligen Stimmen, die langsame und rhythmische Laute von sich geben. Dazwischen, vereinzelt, sehr schräge Fetzen von einer Art Melodie. Sie schaudert und weicht weiter zurück. Was hast du, kleine Maga? Du hast dieses Reich selber geschaffen, du hast uns verraten. Du warst zu schwach um uns alle zu retten und darum müssen wir nun alle sterben. Du denkst du hättest uns geholfen, pah ! In Wirklichkeit, haben deine Zauber uns erst wirklich vernichtet. Wie ein seltsamer Chor aus vier Stimmen schwirren diese Worte zu ihr heran und umfließen ihr Bewusstsein. Sie erstarrt und starrt zu weiteren, wankenden, Körpern, die sich aus der Dunkelheit herausschälen und näher schlurfen. Die Frau drückte sich fest gegen die Kisten und sah ängstlich zwischen den Untoten hin und her. Sie erkannte, wie die gesamte Mannschaft des Schiffes auf sie zuwankte, von dem grotesken Chor im Hintergrund angetrieben. Du siehst, alle sind gekommen um dir ihren Dank auszusprechen. Wir fragen dich nach dem Grund, warum du uns hast sterben lassen. Und wir werden dich töten Die Körper wanken näher, langsam umschließen die schlurfenden Gestalten die rothaarige Frau, die zwischen ihnen hin und her starrt. „Nein… Nein… Ich habe euch nur helfen wollen, das ist nicht wahr…“, ihre Stimme bricht als die Kreaturen ihre Hände nach ihr ausstrecken.
„Nein….“ Dann versinkt sie in den Händen die sie auf den Boden drücken, während augenlose Gesichter sie anstarren. Ihr leises Flüstern hallt geisterhaft um sie herum. „Nein….“ „Nein….“„Nein….“„Nein….“
Die Hände kommen näher.
Die Hände berühren sie.
Schmerzen schießen wie Feuer durch ihren ganzen Körper. Qualen sorgen dafür, dass sie sich zusammenkrümmt, sie schrie immer weiter, ihre Stimme wurde lauter, bis sie zu einem unartikulierten Kreischen wurde und schließlich verstummte. Gnädige Stille breitete sich in dem Lagerraum aus, nur durchdrungen von einem leisen Schmatzen und hin und wieder auflebenden Stöhnen…
Die Nacht war friedlich, funkelnd zeigten die Sterne ihr Antlitz am Himmel und strahlten neckisch, wie aus Diamanten gegossen, hinunter auf Tare. Die Seeleute auf dem Schiff, „Windgleiter“ war der Name, sahen hinauf in den Himmel. Sie ließen die Eindrücke der letzten Tage an sich vorrüberziehen, viele hatte eine eigentümliche Leere erfasst. Sie fragten sich, warum so viele ihrer Kameraden sterben mussten, warum gerade sie angegriffen wurden und nicht ein anderes Schiff. Viele saßen einfach nur da und starrten hinauf, als wäre ihnen schwerlich bewusst geworden, wie wenig sie doch den Mächten, die nicht von dieser Welt waren, entgegenzusetzen hatten. Doch langsam legten sich auch ihre Gedanken zur Ruhe und langsam schliefen sie ein. ‚Morgen würde ein anstrengender Tag werden’ dachten viele, als sie einschliefen, von dem sanften Schaukeln und Wiegen des Schiffes in den Schlaf getragen.
Ein Schrei gellte aus dem Bauch des Schiffes hervor. Ein langezogener, panisch ausgestoßener, Laut. Sofort war das ganze Schiff wach, als hätte der helle Laut ihre Träume, einem stählernen Messer gleich, durchschnitten. Sie liefen umher, suchten nach der Ursache des Geräusches. Die Verwundeten waren ruhig, sie schienen weiterzuschlafen, als halte Lifna eine schützende Hand über ihnen ausgestreckt um sie sicher in den nachtblauen Armen des Schlafes zu halten.
In ihrer kleinen Kabine richtete Dimiona sich schweißgebadet auf und sah wild, panisch wirkend, hin und her. Sie zitterte wie Espenlaub am ganzen Körper, während ihre Miene in sprachlosem Entsetzen geöffnet war. Sie zuckte heftig zusammen und gab ein leises Wimmern von sich, alles um sie herum war dunkel, jemand hatte die Kerzen ausgemacht. Mit einem heftigen Schlucken griff sie zur Seite, ihre langen, zittrigen Finger glitten durch die Dunkelheit, schienen nach etwas zu suchen und fanden es nicht. Es schien, als bewegten sich Schemen in der Luft um sie herum, dunkle Figuren, die nur in den Schatten auf sie warteten. Sie hielt den Atem an… Wo ist mein Stab?!, fragte sie sich in Gedanken, dann ballte sie eine Hand zur Faust und sprach ein Wort. Sie versuchte, ihre Stimme eindringlich und doch gleich einem Singsang auszustoßen, wie es für Zauberwörter am besten war. Doch alles was sie zu stande brachte, war ein eher raues, quietschendes Geräusch, als habe sie lange lange Zeit nichts mehr getrunken.
„Laf“
Alles blieb dunkel. Sie starrte erschreckt auf ihre Hand, als der so einfache Lichtzauber einfach versagte. Immer stärker zitterten ihre Hände nun, während die Schatten näher zu kriechen schienen. Hie und da sah sie einen Arm aus dem undurchdringlich scheinenden Dunkel herauszudringen und in ihren Ohren hallte ein leises Schlurfen und Stöhnen wieder.
Gleichzeitig begann Holz zu knarren, etwas schweres näherte sich. ES war vor ihrer Türe !
Mit dem Rest ihrer Selbstbeherrschung zwang sie sich zur Ruhe, während kalte Finger kurz über ihren Nacken zu streicheln schienen. Ihr Kopf fuhr herum, doch dort war nur Dunkelheit, die sie zu verhöhnen schien. Sogleich wandte sie sich wieder zur Türe, atmete tief durch und hob beide Arme vor sich. Betont ruhig, auch wenn sie ein leises Knarren unter ihr nun hörte, spreizte sie beide Finger vor sich und öffnete die Augen. Sie konnte ein bisschen besser sehen nun und wurde des schmalen Silberstreifens gewahr, den einer der Monde einem Rettungsseil gleich durch ihr Fenster warf. Der Anblick machte ihr etwas Mut, auch wenn ihre Finger, die sie nun deutlich unter dem silbernen Band sah, weiterhin zitterten.
Sie versuchte erneut sich zu sammeln, die Gefahren in ihrem eigenen Zimmer schlicht mit Missachtung strafend.
Erneut die Berührung dieser unsichtbaren Finger.
Sie schenkte ihnen keine Beachtung, sondern richtete ihren Blick auf die Türe, zog ihre Magie aus sich heraus und wob mit flüsternden Worten, die in ihren Ohren trotzdem unnatürlich laut klangen, einen Zauberspruch. Zeige und Mittelfinger legten sich an den Spitzen sanft aneinander, während ein weißlicher Schimmer ihre Hände umgab. Sie spürte das erregende Hochgefühl der Magie und auch den nahenden Verlust, wenn die Magie wieder von ihr gehen würde.
Sie wartete auf das näher kommende Knarzen des Holzes. Dann verstummte es, die Klinke ihrer Türe drückte sich leicht hinunter. Sie blieb sitzen, die Hände weit nach vorne gestreckt. Dann öffnete sich die Türe und etwas kam hinein. Nicht der Alptraum, den sie erwartet hatte. Nicht der Nachtmahr, der mit feurigen Augen ihren Tod verkündete und auf sie los ging.
Ein dicklicher Mann, mittelgroß und kräftig gebaut in einer Seemannshose und einem kurzen Hemd, er trug eine Kerze.
Sie lächelte, teils besorgt, teils mitleidig. Dämliche Dämonen. Sie würde sich davon nicht täuschen lassen, also rief sie die auslösenden Zauberworte durch den Raum.
Eihwaz Perdo !
Die Zeit schien sich zu dehnen als sie die Worte rief, beleuchtet von dem Flackern der Kerze schien der Dämon in Menschengestalt überrascht, doch gleichzeitig auch verständnislos und verwirrt. Ja… frage dich nur… , dachte die Magierin. Dann prallte der Zauberspruch gegen den Körper des Wesens und warf es mehrere Schritte zurück. Die Kerze fiel zuboden und verlosch zischelnd, Wachs tropfte auf das polierte Holz und hinterließ dicke, graue, Flecken. Zufrieden beobachtete Dimiona, wie sich graue Stränge aus dem Körper des Mannes wanden, sich um seine Füße und Arme wickelten und schließlich zur Decke schnellten.
Sie musste Kichern, als er da vor der Türe in der Luft hing und von grauen, halbdurchsichtigen, Fäden gehalten wurde. Als würde eine überdimensionierte Fliege in einem mindestens ebenso übertriebenen Spinnennetz hängen. Sie grinste den Dämon, der sie immer noch erschreckt und ungläubig zugleich aus seinem Menschengesicht anstarrte, herablassend an. Dann verschwamm die Welt erneut vor ihren Augen und es war ihr, als würden tausende Nadeln direkt in ihren Kopf stechen. Mit einem verdrehen der Augen und ein leisen Stöhnen sank sie zurück in das Bett.
Eine merkwürdige Szenarie, eine ohnmächtige Frau in ihrem Bett, ein Mann, der mitten vor der Türe in der Luft hing und eine ausgegangene Kerze auf dem Boden. Dazu strich der Nachtwind sanft durch das spaltbreit geöffnete Fenster, wie um den Gefangenen zu verhöhnen, der in diesem merkwürdigen Netz gefangen war.
Als der Kapitän bald darauf von der Magie losgelassen wurde, war die Magierin schon lange eingeschlafen. Sie hörte nicht einmal mehr, wie man ihre Zimmertüre zu knallte und dann rasch verschloss.
Ein Traum? Oder die Wirklichkeit?
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look at me still talking, when there's science to do when I look out there it makes me glad I'm not you I've experiments to run, there is research to be done on the people who are still alive
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