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 Betreff des Beitrags: Lilly und der Schatten
BeitragVerfasst: 21.07.05, 04:33 
Altratler
Altratler

Registriert: 9.12.01, 03:04
Beiträge: 2431
„Hast Du das gesehen, Baa? Hast Du das gehört??“
Der Schatten, der auf den weichen Kissen saß, und versuchte sich von dem Schatten der Kekse einige einzuverleiben schüttelte seine tintenschwarze Bimmelmütze.
Lilly streckte anklagend ihre Hand zum Dachbodenfenster.
„Dieser Stümper! Sieh es Dir nur an! DAS soll ein Schatten sein? Lächerlich! Das ist ein Quabbelmasse, keine Form, keine Eleganz! Und dann dieses : „Ich bin der Zorn der Magier!“
Ebenso könnte das Dingsda sagen: „Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert!“ oder „Ich bin das Haar in deiner Suppe!“ Neee, neee…. Es geht mich nix an, aber genug ist genug….“
Lilly lehnte sich weit aus dem Fester. Baa versucht einen Biss vom Schattenriss des Kuchens zu nehmen.
„Oh sieh dir das an! Wieder einer vom Banner….. könnte einem fast leid tun… FAST! Als ob man ein Wesen ohne Substanz einfach so umhaun könnte…Sag mal was MACHST Du eigentlich da? Lässt du den Kuchen los! Du weißt das man keinen Kuchen ohne Schatten verkaufe kann! Lässt Du….! Brav….“
Lilly tobte zornentbrannt durch den Dachboden. Baa stürmte begeistert nebenher, jede Geste, jeden Stampfer nachahmend und hemmungslos übertreibend.
„Und so was nennt sich „Exzellenz“! Exzellenter Schwachsinn würde ich sagen. Hat mal wieder in Ritualkunde geschlafen, was? Präziser Auftrag erteilt, was? Präzise Griff in den Nachtopf, würde ich mal sagen. Herjeh…. Das ist schon der Dritte!“
Lilly hing wieder halb aus dem Fenster. Ihr Schatten griff brav nach ihren Kragen und zog sie zurück.
„Und dieser alberne Rabe? Was hat das mit MAGIE zu tun? Morsan sollte dem mal beliebig in den Hintern treten, jawollja. He….. da ist ja des Elfenschneckchen mit den engen Oberteil und diesen NETTEN Runenstickereien. Nein, dass heißt nicht „billig und willig“, wie of soll ich dir noch Run beibringen? Tsssss! Einmal Himbeersahne, daß sie es nicht schafft ihn zu bannen. Das Dingsda hält ja nicht still…. Was macht Tzara da eigentlich? Herjeh!“
Lilly fluchte so lieblich wie eine Krähe im Liebesrausch. Baa sank anbetend zu ihren Füssen hin und zerschmolz zu einer Schattenpfütze.
„Was soll heiße, du musst was tun? Habe ich das versemmelt? Neeee! Ja ich weiss, die Kleie vom Turm ist nett, aber das sollen sie selber auslöffeln…. Was heißt hier: „Und Tzara?“ Ach rutsch mir doch den Bu…. HE! Frechheit! Das machst du nicht zweim…. „
Wieder ergossen sich die schmutzigste Flüche aus einen relative süßen Mund, währen Baa sich am Boden kringelte.
„Na gut. Für dich. Für Tzara. Und für Himbeersahne!“
Lilly richtet sich stolz auf.
„Wenn sie nicht diese albernen spitze Hüten tragen würden. Ja ich weiss, dass tun sie damit sie nicht aus Versehen ihre Köpfe an der Garderobe abgeben. Als ob es eine KUNST wäre, alles nachzubeten, was mal ein Magier gesagt hat. Ja! Selbst wenn es der alte Sack war.
Dabei ist es doch ganz einfach….. Was will das Dingsdabumsa? Magie…..
Mit Keksen fängt man Schelme….. soll er sie haben….!
Lilly versuchte ihren anhänglichen Schatten wegzuschubsen, der nun hingerissen seine Schattenarme um ihre mageren Schultern gelegt hatte.
„ Bah!“ schnaubte sie angewiedert. Baa nahm Hab-Acht-Stellung ein.
Lilly nahm eine kleine Rune aus Eisenholz und lies etwas von ihre Kraft in das Holz sickern.
Kein Zauber, sondern nur das Strömen lassen, von etwas, das jedem Wesen eigen ist.
„Soooo!“
Bah nickte eifrig als sie begann zu weben. Einen kleinen Zauber, eigentlich nur eine Spielerei.
„ „Illusion!“ haben sie gesagt. „Schalalantanerie!“ haben sie gesagt. „Gerade genug für Schelmenmagie!“ haben sie gesagt. Und nun? Das Dingsdabumsda rennt immer noch rum und knabbert Elfchen und sogar die Hanna an. Neee….. nicht mir!“
Baa nickt wieder, das seine Bimmelmütze nur so hin und herflog, aber kein Laut zu hören war.
Lilly stopfte die Rune nun in ihr Honigglas und zog sie wieder raus. Dick und zähflüssig tröpfelte der Honig zurück von der sanft im blauen Licht glühenden Rune. Baa tauchte seine Finger in den Schatten des Honigglases während Lilly leise summend die alten Worte intonierte. Die Rune schwebte im sanften glühen vor Lillys Gesicht, das nun sehr ruhig, fast hübsch war. Das kleinen Holzstück drehte sich träge in der Luft damit der goldgelbe Honig nicht abtropfen konnte. Und während die Rune träge wie eine honigschwere Hummel im Raum schwebte, wandelte sich der verlockend-süsse Honigduft in einen Abglanz reiner Magie, für die Augen derer die zu sehen wissen. Baa klatschte begeistert in die Hände. Lilly erwiderte mit einem fröhlichen Grinsen, während sich ihre schlanken Finger weiterbewegten.
Der Honig wurde immer zähflüssiger.
„Sooo… das klebt nun zusammen wie Fedral und seine Frau beim Küssen. Oder Frau Morgen an ihrer Hannah! Wenn du etwas veränderst Baa, dann nur kleine Dinge! Als ob man immer mit aller Gewalt draufhauen müsste. Tssss. Magierpack!“
Lilly griff nach der Flasche, die Innen mit Gold überzogen war, und fing damit die immer noch schwebende Rune ein, wie einen dicken Schmetterling. Dann stöpselte sie sie mit einem mit Gold beschichteten Stöpsel zu. Lilly grunzte zufrieden.
„ Jaaa. Ich hatte das vorbereitet. Warum? Weil ich das ja immer wegputzen muss, was diese Turmler versieben. IMMER! Was dagegen?“
Baa hütete sich zu widersprechen.
„Soooo. Du bleibst da. Finger weg von dem Kuchen. Verstanden? Wenn ich das Fläschchen wieder öffne, wird jeder, der Augen hat einen kleinen Stern reiner Magie sehen. Und selbst wenn dieses DING nun fett gefressen ist, wird es sicher noch eine Nachspeise haben wollen, gell? Ich muss also nur abwarten, es anlocken und dann… Deckel zu. Sei brav.!“
Baa blieb schmollend allein im Dachboden zurück. Und er konnte lange schmollen.
Etwas später kam eine leicht angekokelte und vor Dreck starrende Lilly mit leuchtenden Augen herauf.
„ Ha!“ sagte sie „ lass dich nieeeee mit einer Geschichtenerzählerin ein, sag ich noch. Der Trick ist ja so alt wie der alte Sack da drüben.“ Lilly fuchtelte zu der schlafenden Gestalt.
Baa rückte etwas weiter ab von dieser Person, die WIRKLICH zaubern konnte.
„Und versteckt habe ich die Flasche wo niemand sie je wieder finden kann! Niiiiieeeeee!“
Baa betrachtete liebevoll Lilly und deutet auf ihre Hand mit der Brandwunde des grauen Rabens.
„Najaaaaa….. Alles hat seinen Preis, sogar Kuchen.“
Grossartige Gesten, hehre Worte erfüllten den Dachboden. Lilly blickte triumphierend auf ihre Hand. Der Rabe war noch da. Ihre Unterlippe begann zu zittern. Ein quengelnder Ton steigerte sich zu dem beleidigten Kreischen eines kleinen, verwöhnten Kindes:
„Tzzzzaaaaaaraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“
Lilly stürmte davon und Baa sah durchs Dachfenster wie sie im Tempel verschwand.
Alles stand wieder zum Beste in der besten aller Welten….


Zuletzt geändert von DEZZ: 21.07.05, 04:38, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.07.05, 15:24 
Edelbürger
Edelbürger
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Beiträge: 1338
Tief in der Erde, dort wo das Fundament der neuen Ritterburg liegen wird, ist eine kleine Flasche vergraben. Eine besondere kleine Flasche. Gold schimmert durch das Glas, völlig in Gold ist sie eingekleidet, fast so etwas wie ein schützender Panzer, der einen noch wertvolleren Schatz hütet. Der Schatz im innern glüht vor sich hin. Ein fetter, leuchtender, Rubin könnte man meinen. Ungefähr so lange, bis man die durchsichtigen Schemen, die ihn am Rande umgeben, berührt. Dann wäre es ein fürchterlich heißer, brennender, fetter, rot leuchtender, darüber hinaus Kraftsaugender Rubin. Ein wirklich merkwürdiges Konstrukt was dort in der Flasche hängt. Es wabert unruhig vor sich hin, kann weder vor, noch zurück. Die versiegelte Flasche vibriert in ihrem Innern vor Energie – nichts kann heraus, nichts kommt hinein. Könnte das Wesen zusammenhängend denken, würde es sich innerhalb von ein paar Sekunden befreien können. Würde ein Magier einen Blick in die Flasche werfen, würde er wahrscheinlich erblinden. Macht befand sich hier drin, unheimlich viel davon. Die gestohlenen Energien vieler Magier, einiger Hexen, mehrerer Hochelfen und von ein oder zwei Schamanen. Könnte das Wesen etwas anderes tun als herumzuwabern, Leuten schmerzen zu bringen und ihre Magie zu stehlen, würde es sich innerhalb kürzester Augenblicke befreien können. Das Gold würde schmelzen, die Flasche explodieren und in dem substanzlosen Körper nicht einmal Schaden hinterlassen.
Leider gehört die Lernfähigkeit nicht zu den Eigenschaften dieses Wesens, so hängt es denn in der Flasche, als kleiner roter Punkt der nur hin und wieder umher wallt. Könnte es denken, würde es mit Befriedigung zurücksehen, an die Brandwunde, die es dieser durchgeknallten Magierin verpasst hat. Könnte es Bedauern empfinden, würde es sich dafür grämen, nicht zuerst sie ausgesaugt zu haben und dann den Inhalt der Flasche. Aber das Verhältnis war ungleich – darüber hinaus war in den Gedanken, so man die fast animalische Gier nach Magie und das unmittelbare Verlangen, was jedoch eher ein Nebeneffekt war, Leute zu brandmarken Gedanken nennen konnte, für solcherlei Überlegungen kein Platz. Es existierte nur durch Hunger nach mehr und für den Hunger nach mehr. Doch das einzige Mehr was es hier gab, war es selber. Es verharrte in der Flasche, nichts anderes konnte es tun, nichts anderes ließ sein Gespür für Magie zu. Ohne Bedauern, ohne Zeitgefühl, ohne Mitleid, ohne jegliche gedankliche Regung. Ein stummer Gefangener in einem goldenen Käfig, dessen Gefängnis wahrscheinlich eher zerstört würde, als dass er sich auflöste. Die Magie konnte nirgendwohin, so blieb sie dort, wo sie war. Es hätte sich vielleicht gefragt, ob ein fast ewig anmutender Kerker ein angemessener Preis für die Unsterblichkeit war – Aber es kannte diese Begriffe nicht. Es hatte keine Erinnerungen, keine Träume. Es kannte weder Zukunft, noch Vergangenheit. Es brauchte sich nicht zu erinnern, es war ein Räuber, ein Jäger, der nur für die Beute lebte. Für ein Wesen, das keinen Begriff von Zeit hat, war dieser Kerker wohl erträglich.

Es konnte nicht ausbrechen… oder?

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