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 Betreff des Beitrags: Flucht in den Kampf
BeitragVerfasst: 4.07.05, 19:00 
Festlandbewohner
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Die roten Haare flatterten ihm um die Augen und der Wind drückte ihn fast in die Knie. Der Astrael war noch im Anbruch. Er umfasste die Rehling und starrte über das blaue Wasser. Leise pochte in seinen Ohren der ewig treibende Rhythmus des Trommlers, und aus der Ferne des Bugs konnte er das Ächzen der Ruderer hören und ab und zu einen leisen, erstickten und kraftlosen Schrei, wenn jemand dem Aufseher zu faul schien.

Er hatte sich verändert. Überhaupt war viel geschehen in dieser kurzen Zeit, gemessen an Zeitaltern, an der Welt, an den Ewigen. Ausgeleckt, ausgefressen, ausgeblutet. Er fühlte sich leer, und er spürte nur die letzten Überreste seines Zorns. Ja, es hatte sich einiges verändert.

Weglaufen? Nein, sie lief weg, er floh in die Schlacht. Niemandem hatte er vertraut, nicht dem Magier, nicht der Hexe, und wem sonst. Die Hexe wäre vielleicht in der Lage gewesen. Sie war stark, oftmals stärker als er, und sie verbarg – er war sich sicher – noch Mächte, die noch um so viel Schlimmeres geschaffen hätten, als er jemals spüren wollte. Sie war ihm überlegen. Und sie hätte ihre Überlegenheit bis auf den letzten Tropfen gekostet. Bis auf den letzten Tropfen. Und der Magier...

Nein, das war sein Krieg, sein Kampf, sein selbst auferlegter Fluch. Leise kicherte es in seinen Ohren, stumm schrie es in seinem Kopf, und er wandte sich herum, griff die Holzplanke und schwand unter Deck.

Es war so wie in den alten Märchen, in denen sich die Prophezeihung dadurch erfüllte, dass man sie zu umgehen versuchte. Wie viele salzige Tränen waren geflossen, wieviel Schweiß, wieviel Kraft verschwendet. Wie oft hatte er das Messer angesehen und war feige?

Mit Hass hatte er begonnen, mit Hass endete er. Nein, darüber ließ sich vorerst noch diskutieren. Und er würde schlagende Argumente finden. Er musste sie finden.

Wie hatte er sie verflucht. Töricht war er gewesen, und er hatte sich abgewandt. Und er fiel, und er fiel tief und wohlig weich. Wie hatte er in dieser Nacht geeifert, wie erfüllt hatte es ihn, als dunkle Kraft, tiefste, dunkle Essenz durch seinen Körper und seine Seele strömte, ihn fast in den Schlaf wog und ihn von der bitteren Süße der unbedingten Macht kosten ließ. Blut war dafür geflossen, Blut, Wachs und eine Menge Eitelkeit. Viel mehr hatte es garnicht gebraucht. Wie er diese Einfachheit verfluchte. Es war zu simpel gewesen. Zu leichtfertig hatte er es akzeptiert. Zu hoch war der Preis, dass er ihn zahlen wollte.

Er betrachtete für einen süßen Augenblick dieses faszinierende, dieses wunderschöne Gesicht. Was hatte er angerichtet, wie hatte er Seelen entstellt, Seelen gequält, Seelen der tiefsten Vernichtung preisgegeben. Sie war so jung, sie war schön und verstand nichts von dem, was er ihr auferlegt hatte. Hatte sie ihr Los wirklich selbst gewählt? Dunkle Faszination stieg in ihm auf, als ihm klar wurde, dass er alle Spielzeuge verloren hatte außer diesem letzten. Seinem kostbarsten, verwundbarsten, und doch schönsten. Nein, nicht alle außer ihr hatte er verloren. "Wenn alles bricht, hast du immernoch mich..."

Er musste diesen heiligen Pakt brechen und er musste lernen, wie. Er konnte spielen, er hatte immer gespielt und es war wohl auch das einzige, was er wirklich beherrschte. Vielleicht würde er geschickt genug spielen, um den Kampf zu gewinnen. Und mit Glück würde er nichtmal selbst kämpfen müssen.

Neue Zuversicht stellte sich ein. Nein, er war nicht schwach, er war nie schwach gewesen, und der salzig süße Kuss der Macht war nicht unentbehrlich. Dieser süße Kuss, diese prickelnde Erregung, dieses haarsträubende Gefühl von Magie, und dieser salzige Kuss, diese faszinierende Furcht, diese Freude an der Seelenpein – er würde sie vermissen, aber noch hatte er alle Zeit der Welt mit ihnen.

Nein, er war nicht auf der Flucht. Ein neuer Kampf hatte begonnen, die Waffen wurden gezogen, und bald würde er wieder kämpfen. Nein, er würde nicht kämpfen. Er war ein Spieler.


Er würde kämpfen lassen.


Siebenwind. Ein kleiner Punkt, weit am Horizont.


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 Betreff des Beitrags: Ein Blatt im Wind
BeitragVerfasst: 4.07.05, 20:35 
Einsiedler
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Die Nacht war angebrochen und auf dem Schiff, was von Brandenstein aus in See gestochen war und Kurs auf das Festland genommen hatte, war es ruhiger geworden.
Lediglich eine Passagierin ging unruhig auf und ab, sah dann und wann empor in den Himmel aus grünlich aufglimmenden Augen, während der Wind sanft durch ihre dunkelroten, zu unzähligen Zöpfen geflochtenen Haare strich.

Die Entscheidung war rasch gefallen - wenn er, ihr Mentor, gehen würde, würde sie eigentlich kaum noch etwas auf dieser Insel halten können. Keiner könnte ihr mehr etwas beibringen oder wäre bereit dazu, sich mit ihrem Irrsinn herumzuplagen.
Die Graue Garde im Nacken, die Sorge, dass wieder auf sie aus dem Hinterhalt heraus geschossen und dieses Mal tödlich getroffen werden würde, dazu ein Haus mit all den Verpflichtungen... wollte sie so leben?
Sie war für das Umherreisen wohl eher geschaffen. Rastlos, ruhelos, stetig angetrieben von jener einen dunklen Stimme tief in ihrem Inneren, die sie weiter antrieb, bisweilen - wenn aufgrund ihres Schlafmangels ihr die Kräfte ausgingen - sogar voranpeitschte mit ihren Forderungen, ihrem Verlangen, den Wünschen, die sie in ihr pflanzte und aufkeimen liess, auch wenn sie im Inneren um Ruhe fast schon bettelte.

Sie war seinen Pfad gegangen, immer dicht am Abgrund entlang und hatte an Macht gewonnen - nun folgte sie ebenso ihm auf das Schiff und zurück aufs Festland.
Ja, sie hasste ihn - eigentlich.
Sie hasste es ebenso ihm zu vertrauen, ihm nahe zu sein.
Und doch kam sie kaum von ihm los.
Wie weit würde sie ihm noch folgen?

Sie sah hinüber zu der Gestalt, die reglos an der Reling stand. Was mochte er auf dem Festland vorhaben? War es klug, ihm dort weiter zu folgen?
Oder sollte sie wieder ihr altes Leben aufnehmen? Wieder von Stadt zu Stadt ziehen, lügen, betrügen, stehlen, intrigieren, nur um dann wieder fliehen zu müssen, wenn ihr Lügennetz zerrissen wurde?
Konnte sie überhaupt noch auf dem Pfad ihres alten Lebens wandeln oder war sie nicht schon zu sehr in den Abgrund gestürzt, hinabgerissen durch seine Lehren und durch die Macht, die ihr Geist ihr verlieh?

Ein Seufzer, genervt und doch resignierend zugleich, entfloh ihren Lippen - sie war eigentlich nur ein kleines Blatt im Wind, dass immer wieder hochgetrieben wurde, herumtaumelte und trieb, bis ein neuer Wind es erfasste.

Leise trat sie heran zu ihn, stellte sich neben ihn an die Reling und starrte ebenso aus müden Augen stumm in die Ferne - und trieb weiter in seinem Wind.


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BeitragVerfasst: 4.07.05, 23:31 
Altratler
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Wohnort: Dur´sches Imperium
Die Arme auf die Zinnen gelehnt, den Blick auf die Brandensteiner Hafen gerichtet, erhob sie sich über die Siebenwindischen Wälder, was sie nur der Höhe ihres Turmes zu verdanken hatte. Das Schiff, das sich aus der Bucht schob, erinnerte an eine schwerfällig dahin kriechende Schnecke. Es war ein Boot wie jedes andere, die Tag ein, Tag aus die Insel ansteuerten und wieder die Segel Richtung Festland setzten. Sie musste es nicht mit eigenen Augen gesehen haben, um zu wissen, dass er, am Schanzkleid stehend, seine Erinnerungen an die Erlebnisse auf diesem Eiland rekapitulieren ließ. Sie spürte, wie seine Nähe schwand und in ihr eine resignierende Leere hinterließ.

Du weißt auch gar nichts, Jamari Venrac. Wollte sie ihm nach schreien und hätte es auch getan, wenn ihr die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens nicht bewusst gewesen wäre. Sie kniff die Augen zusammen um zu verhindern, dass Tränen ihre Wangen benetzten. Er ist es nicht wert. Er war die Zeit nicht wert gewesen, ebenso wenig das Engagement, dass sie investierte um ihm zu zeigen, dass er noch viel zu lernen hatte. Verbitterte Gedanken einer Frau, die ohne erklärende Worte zurück gelassen wurde. Kein letzter Blick, kein Abschied. Behandelt, wie jemand, der vollkommen gleichgültig war. Die stumme Bestätigung all seiner aufgetischten Lügen, die sie erst durchschaut hatte, nachdem es zu spät war. Es zählt nicht, was man sagt, es zählt nur, was man macht. Und er verlies sie.

Sie war versucht ihm einen Fluch nachzuschicken um ihm zu zeigen, dass er vor ihr fliehen konnte, aber sie ihn doch überall erreichen würde, wenn sie es wollte. Warum sollte ich? Das brachte ihn auch nicht zurück zu ihr. Vergebene Liebesmühe. Sie würde gut darin tun das Kapitel mit einem Siegel zu versehen und nie wieder anzurühren. Eine Närrin bist du gewesen, dich auf ihn einzulassen und alles was bleibt ist der Schmerz des Verlustes.

Er war nicht der Stärkste gewesen, nicht der Schönste und nicht der absolute Beherrscher der Magie. Er war anders. Unvorhersehbar.

Gegen Ende hatte er sie ohne es zu wissen besiegt. Weder mit Magie noch mit Körperkraft. Allein mit Berührungen und Umarmungen. Sie war kurz davor fast alles für ihn zu geben, trotz des besseren Wissens und steten mahnenden Gedanken. Sie hasste sich selbst dafür, dass er es geschafft hatte, sie so zu verweichlichen. Dankbar sollte sie ihm sein, dass er aus ihrem Leben verschwand und ihr nicht weiter vor Augen hielt, wie verletzlich sie sein konnte. Stattdessen keimte Hass auf ihn in ihr auf. Er hatte sie soweit gebracht unter dem Wort Liebe mehr zu verstehen als das Ausnutzen von Vorteilen und nur wenige Tage später bekam auch die Bedeutung Schmerz eine erweiterte Definition.

Sie hatte gut gelebt ohne diese Erfahrungen und nun musste sie sich darum bemühen in den vorherigen Stand zurück zu kehren, wo Liebe lieblos und Schmerz schmerzlos waren. Es würde einige Tage dauern, bis sie ihre Gefühle für ihn so abgestumpft hatte, dass der Kummer nachließ. Harte Arbeit, aber sie zweifelte nicht am Erfolg.

Andere Väter hatten auch schöne Söhne. Der Gedanke betrübte sie, weil sie wusste, dass es nicht so war.

Eines Tages, wenn sie sich wieder begegnen würden, würde er es sein, der leidet.

Du weißt auch gar nichts, Jamari Venrac.

_________________
„Probleme können nicht von den Personen gelöst werden, die diese erst verursacht haben.“


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BeitragVerfasst: 18.07.05, 00:03 
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Mit einem hölzernen Kratzen zog er die Fingernägel über das Holz und hinterließ eine helle Spur. Er schloss die Augen und fiel, und fiel, und fiel. Zorn tobte in ihm, Zorn gegenüber sich selbst, Hass auf sich selbst. Selbstbeherrschung gehörte zu den wenigen Dingen, die er stets angestrebt und nie erreicht hatte, und in seinem Innern brodelte flüssige Wut auf sich selbst, auf seine Wege, auf die, die seinen Weg gezwungen und gelenkt hatten.

Und wie er zu hassen gelernt hatte. Und wie es ihn erfüllte. Zweifel, wie damals. Wollte er dieses Band denn brechen, würde es ihn nicht selbst brechen, ihn nicht nur schwach, sondern ihn zu etwas anderem machen? War er überhaupt er selbst, oder war er ein beschmutztes Wesen, zwei Hälften, die eine verdorben, die andere verderbend?

Widerwillig fiel sein Blick auf ein Segel in der Ferne. Es bewegte sich rasch, und es war schwarz. Piraten? Piraten. Wie er sowas hasste. Er war gerade in Gedanken, er wollte sich gerade wieder fallen lassen, und dann lenkte jemand ab. Wie er das hasste! Verfluchtes Piratenpack.

Er suchte, und er fand keine Kraft, das Schiff aus dieser Distanz abzuwenden. Keine Frage, die Piraten wären verloren, wenn sie es wagen würden. Aber die kleine, endophalische Handelsgaleere war langsam, und mit Schmuck, Gold und Geld gut beladen.

Als der Kapitän zur Flucht rufen ließ und die letzten Segel aufgespannt wurden, verschwand er unter Deck und zog die Tür der kleinen Kabine auf. Er gefror und starrte dieses Wesen an, das sich ihm darbot. Sie lag seitlich auf dem löchrigen Laken, die Knie angezogen, die dünnen, und wie er sich einbildete blass gewordenen Finger in die feuchten Haare gekrallt. Sie schwitzte und flüsterte im Schlaf, ihre dunklen Lippen zitterten und er konnte die Adern an ihren Schläfen fast pulsieren spüren. Er liebte diese Anmut, die sie ablegte, sobald sie aufwachte, und er lehnte den Kopf seufzend gegen den Türbalken. Sie umschlang zitternd ihre Knie und flüsterte rasch, mit bebenden Lippen und zusammengepressten Augen, unverständlich und hastig.
Er schloss die Augen und legte seine Hand auf ihre Stirn. Sie war heiß und... sie saß aufrecht vor ihm, zitternd, die Hand war an den dünnen Ledergurt geschlagen, in dem ihr Dolch ruhte.

Gemeinsam betraten sie das Deck. Die schwarzen Segel waren wenige Schritt von der Rehling entfernt, und einige verlumpte Gestalten grinsten ihnen dreckig entgegen. Er sank neben sie hinter einen Kistenstapel, atmete tief durch, rückte den Robenkragen zurecht und wartete auf den ersten Haken.


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BeitragVerfasst: 18.07.05, 02:09 
Einsiedler
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Um sie herum ein Meer aus dunklem Blut, Schiffe aus Gebeinen trieben herrenlos darauf herum, finstere Wolken am Himmel, in denen Blitze zuckten, ein ständiges Brodeln und Beben und sie mittendrin.
Sie spürte, dass sie nicht mehr lebte und doch trieb sie in diesem Meer und kommandierte eine ganze Flotte von geisterhaften Wesen, dabei wissend, dass letztlich auch sie kontrolliert wurde, wie etwas sie angekettet hielt, daran zerrte und ihr immer wieder Befehle mit schmerzlichen Worten einflüsterte.
Irgendwas hielt sie in seine scharfen Klauen und gab sie einfach nicht frei. Selbst über den Tod hinaus...



Seine Berührung hatte sie geweckt und es hatte einige Lidschläge gedauert, ehe sie aus ihrem Traum vollends aufgetaucht und zurück in die Realität gekehrt war.
Piraten...
Schwerfällig erhob sie sich, kalt war ihr, die müden Augen brannten und tränten und ihr Hals schmerzte. Kurzum - ihr ging es miserabel und diese Hunde mochten wohl gerade recht kommen. Wenigstens etwas, woran sie ihre Laune auslassen konnte.

Auf dem Deck sah sie zu dem anderen Schiff, fühlte dass sie nicht Herr über sich selber war.
War sie noch immer im Traum gefangen?
War der Traum real?
Träumte sie dieses Leben nur?
War vielleicht all das, was geschah gar nicht wahr?
Seltsame Gedanken, schoss es ihr durch den Kopf, während sie langsam über das Deck ging, ihre schmalen Zöpfe im Wind flatterten und sie sah aus den Augenwinkeln, wie ihr Meister sich zurückzog.
Sollte er doch - sie hatte eh keine Angst.
Wovor auch?
Der Tod? Hatte sie den nicht sogar schon überwunden?
Qualen, Foltern, Schmerzen? Hatte sie auch schon alles erlebt und erlebte sie immer und immer wieder in ihren Erinnerungen, Gedanken und Träume.

Das Leben ist nichts weiter als endlose Folter und Schmerz, dachte sie, während sie ihre Arme seitlich erhob, den Kopf in den Nacken legte und tief einatmete, den dunklen Himmel betrachtete... es war wie ihr Traum und sie spürte sie, diese Ketten, die sie banden und festhielten. Etwas war in ihr, was sie fest in seine Klauen hielt und sie nie mehr los lassen werde und nicht nur das - auch spürte sie nun wieder sein Mal, was er ihr zwischen ihren Schulterblättern aufgedrückt hatte.

Freiheit war eh nur ein Traum.
Niemand war frei - sei es, dass man der Sklave eines launischen, dunklen Geistes und seines Mentors war, sei es, dass über einem Soldaten, Ritter, Barone, Fürsten oder gar der König stand.
Und auch jene waren nicht frei - selbst über dem König standen noch höhere Mächte, Mächte, die sie zwar nicht verehrte, aber respektierte, vielleicht gar fürchtete. Götter eben.
Wie konnte sie da Freiheit für sich einfordern? Lediglich der Tod versprach noch Freiheit, aber auch das mochte nur eine Illusion sein, damit sie noch tiefer in die Fänge irgendwelcher Geister und Dämonen geriet.

Ach, wie schön war die Zeit, als sie nichts von alledem wusste.
Als sie die Welt nicht hinterfragte, nicht verstand und blind ihren Weg ging.
Als sie das Leben auf der Strasse als Freiheit ansah.
Wie dumm sie war und doch war sie glücklich auf ihre Art gewesen.
Nun hatte sie das getan, was eben das Schicksal ihresgleichen war - sie hatte hinter die Realität geblickt und einen dunklen, bedrohlichen Abgrund vorgefunden, der sich Leben nannte.

Hitze schlug ihr entgegen, während sich zwei feurige Schlangen um ihre Arme wanden und zischten, mit rotglühenden Augen, ähnlich wie entfachte Kohlestücke, zu den Freibeutern sahen, ihre Mäuler mit den gespaltenen Feuerzungen öffneten und gierig in die Luft schnappten.
Warum tat sie das hier eigentlich?
Die Galeere schützen? Was bedeutete sie ihr schon? Würde sie untergehen, würde sie entweder mit versinken oder zu jenen Holzstücken in ihrer Tasche am Gürtel greifen und zurückkehren zu diesem Eiland irgendwo weit im Westen, wo man sie kannte, sie hasste, sie liebte, sie verwünschte, sie mochte, sie verachtete... wo ihr Schicksal seinen Lauf genommen hatte.

Sie war nicht sie selber und so gab sie sich einfach nur noch der Situation hin, tat das, was diese dunkle Stimme tief in ihrem Inneren ihr einflüsterte - Zerstöre!

Unter lautem Zischen lösten sich die Schlangen von ihren Armen, flogen direkt auf einen der Piraten zu, packten ihn, versengten und verkohlten seinen Leib, schleuderten ihn zurück und gegen die Reling, deren Holz unter der Wucht zersplitterte. Er blieb, mit seltsam verdrehten Gliedmassen und den Kopf unnatürlich schlaff hängend, an der Stelle liegen. Tot.

Mit müden Augen, lustlos geradezu, sah sie zu ihrem Meister, der nun seinerseits dornige Ranken unter seinen geflüsterten Verwünschungen und Flüchen spriessen liess, so eine Stolperfalle für einen Teil der Piraten werden liess, manch einer blieb gar hilflos darin hängen.
Auch sah sie, dass sich einige andere Besatzungsmitglieder wohl ein Herz gefasst hatten und trotz des Schauspieles, was die beiden Passagiere zum Besten gaben, in das Kampfgeschehen eingriffen.
Wie nahe sie da beinander standen, Freund und Feind, mit ihren lächerlichen, plumpen Waffen. Das Klirren und Schaben des Metalls klirrte in ihren Ohren und sie verzog ihre Miene.
Zerstöre!
Zu dumm, dass sie so nahe miteinander kämpfen mussten.
Wie grässlich, dieser Unfall mit den Flammen, die aus dem Boden hervorschossen und Freund und Feind gleichermassen verbrannten oder gar vernichteten.
Wie süss doch die Genugtuung in ihrem Inneren - das Leben so vieler lag in ihren Händen und sie konnte tun was sie wollte.
Bis auf ihren Meister gab es hier eh niemanden, der ihr Einhalt gebieten konnte und selbst ihn.. ja.. selbst ihn...

Der Blick aus ihren grünen Augen glitt zu ihm rüber.
Ein Zauber, ein Fluch nach dem anderen hetzte er den Piraten auf den Hals, beschwor zerstörerische Geister, die die Reihen der Feinde lichteten. Mal knickten sie einfach in den Knien ein, jeglicher Kraft oder jeglichem Geschick beraubt, mal standen sie einen Moment nur verwirrt da, ehe sie der Hieb eines Säbels von einem Matrosen traf. Mal stürzten geisterhafte Vögel aus der Luft kreischend hinab und pickten auf die Piraten ein.... und er hatte nur Augen für sein Werk, für das Verderben, was er über sie brachte.
Wie verletztlich er doch nun war...

Leise und langsam, schleichend wie eine Raubkatze näherte sie sich ihm.
Du hasst ihn...
Ja... sie hasste ihn abgrundtief für all das, was er bisher ihr angetan hatte. Für all die Demütigungen, für sein Mal, was er ihr aufgedrückt hatte, für die Flüche, mit denen er sie belegt hatte, für seine Worte, sein Tun.
Der Schüler tötet den Meister, um so seine Stärke zu beweisen...
Ja... sie war stark und nichts schien ihr verführerischer als diese Stärke endgültig unter Beweise zu stellen.
Ich hasse dich, schrie eine Stimme (ihre eigene Stimme?) in ihrem Inneren, das Bild eines alten Mannes, der ihre Augen trug, schob sich vor ihrem inneren Augen, schien ihren Meister dabei zu bedecken und verzweifelt und hassend sah sie zu ihm hinüber.
Er, der sie verstossen hatte, er, der ihr Leben so zerstört hatte - ihn will sie vernichten, nein, quälen.
Langsam, bis zum Tod.
Vater...


Zuletzt geändert von Schattenkind: 18.07.05, 02:30, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.07.05, 09:00 
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Er sah die Flammen kommen, und er wusste nurnoch, dass er einen dumpfen Aufschlag gehört hatte. Alles weitere, und wie er nun in dieser Kajüte lag, war ihm unklar. Mit zitternden Fingern fasst er nach seiner Stirn und tastete zwischen den blut- und schweißverklebten Haaren hindurch. Am Hinterkopf konnte er eine verkrustete Wunde spüren, nicht sehr groß, nicht sehr tief. Eigentlich konnte sie es nur gewesen sein. Aber zu Ende gebracht hatte sie es nicht - dieses Mal nicht. "Dieses Miststück", hauchte es ihm zwischen den Schläfen hindurch und er versuchte sich aufzusetzen, aber sofort rebellierte sein Körper und er sank zitternd auf den Rücken.

Das Schiff lag bereits im Hafen von Rowa, wie er feststellen durfte, nachdem er wieder aufrecht stehen konnte. Die Matrosen mieden ihn, der Kapitän warf ihm förmlich seine Kleidung nach und schon ließen sie die Taue einholen. Mit wackeligen Beinen trat er über den nach Fisch und Mensch stinkenden Hafen und suchte nach einem Anhaltspunkt. Wohin sie eigentlich gewollt hatten, hatte er vergessen.. oder?

Der Hafen war klein, wohl eine Zwischenstation der Reise, vielleicht nur, um die beiden unbeliebsamen Passagiere loszuwerden. Doch wo war sie? Zwischen dem Gedrängel und den Massen von Fleisch, die sich aus allen Richtungen an ihm vorbeidrängten, konnte er kein vertrautes Gesicht finden. Sein Blick fiel auf die Kapelle in wenigen hunderten Schritt Entfernung in einer Seitengasse und ein hämisches Lächeln beschlich seine Lippen.

Als er vor dem kupfernen Portal stand, fühlte er sich miserabel. Die Stufen waren steinern und führten zu einer ärmlichen, verfallenen Kapelle. Selbst auf Siebenwind hatte eine schönere gestanden. Ein Geweihter Bellums trat mit schweren, klirrenden Schritten zwischen den Eisentoren hindurch, nahm keinerlei Notiz von ihm und schritt mit durchhängenden Schultern und eingesunkenem Kopf die Gasse entlang. Hier schien die Armut das zu sein, was die Menschen prägte. Er trat auf die erste Stufe. Er spürte förmlich, wie die Luft um ihn herum dünner wurde, wie die Heiligkeit dieses Ortes ihn auspresste. Ein Diener der Vitama trat in dem Moment an ihm vorbei und hielt inne, um dem zitternden, spindeldürren Mann mit den nunmehr fast knochigen Zügen ein etwas verklärtes, aber höfliches Lächeln zu schenken. "Mein Kind...?"

Er trat die Stufe wieder herab und dankte allen Mächten, dass sie diesmal keinen Belli geschickt hatten. "Ich wollte um Zugang zu einer Bibliothek der Astraeli bitten."

Der Geweihte starrte ihn einen Augenblick lang an, mit dieser nichtssagenden, hundeartigen Miene, welche denkene Menschen oftmals auflegen, wenn sie das Denken nicht gewohnt sind. Schließlich lächelte der Mann durch seinen wirren, ungepflegten Bart hindurch und deutete die Gasse herab. "Die Kirchenbibliothek liegt im Stadtosten, aber da kommt man nicht herein als einfaches Kind der Götter. Die Bibliothek der Magier findet ihr zwei Gassen in dieser Richtung."

Er lief mit allmählich fester werdenden Schritten in die gewiesene Richtung - allerdings erwartete er nicht das, was er suchte, in dieser Magierschaftsbibliothek. Als er in die nächste Nebengasse einbog, hörte er ein Rascheln hinter sich und hielt mit einem Todesseufzer inne. Wie er Straßenräuber hasste. Er sog tief die Luft ein und begann abzuschätzen, ob er stark genug wäre, um diese Situation zu seinen Gunsten zu entscheiden. Immernoch unsicher zog er den Kopf leicht ein und wandte sich herum.

"Hast du mich vermisst?"


Zuletzt geändert von Phobie: 21.07.05, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 22.07.05, 02:04 
Einsiedler
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Dieser strenge, lieblose Blick aus den grünen Augen - wie sie ihn hasste! Und selbst, als sie ihren Mentor am Boden liegen sah, glaubte sie, ihr wahrer Vater würde dort schwer verletzt liegen.
Nur langsam fand sie ihren Weg wieder zurück in die Realität und zurück zu der Erkenntnis, was sie getan hatte. Leer war ihr Herz, als sie ihr Werk sah - eigentlich sollte sie doch Genugtuung spüren, doch da war nichts.

Für den Rest der Fahrt ging sie ihm aus dem Weg und verhüllte sich nicht selten mit ihrer Kraft. Seine Rache war normalerweise schlimmer, demütigender, schmerzvoller und hielt stets länger an, als der Anlass, dem sie ihm dazu gab und sie musste sich eingestehen, dass sie nun seine Rache fürchtete.
Feige bist du!, zischte es in ihrem Kopf und sie fühlte sich entsetzlich klein und schwach und in ihrem Herzen blieb eine Leere, obwohl sie sich wünschte, sie würde etwas spüren und sei es doch jenes lange nicht mehr gespürte Gefühl namens Reue.

Als sie den Hafen von Rowa erreichten schnappte sie nur rasch ihre Habseligkeiten - weg wollte sie. Wieder einmal flüchten. Wohin wusste sie nicht, aber sie spürte ein Verlangen - ein Verlangen nach Leben um sich herum und so tauchte sie ein in die Menschenmenge, hektisch und wie eine Verdurstende.
Lange wanderte sie umher, sah über die Gesichter der Menschen, sah das falsche Lachen, hörte die falschen Worte, spürte ihre Maskerade, die sie aufsetzten, um sich nicht ihrer Schwäche bewusst zu werden und wieder einmal begann sie ihr Wissen und ihr Können zu verfluchen, wünschte sich nichts sehnlicher, um ebenso in dieser Masse von Masken eintauchen zu können, sich an diesen zu erfreuen und selber eine aufzusetzen.
"Ja, mir geht es gut und dir?"
Welch' Lüge - keinem ging es hier gut, keinen interessierte es, wie es dem anderen ging und wenn es diesem gut ging, dann neidete man es ihm eh an, überspielte aber diesen Neid mit einem falschen Lächeln.
Sie wandelte umher, leer, ausgebrannt, müde fühlte sie sich und hielt so inne.
Wo war er?
Sie mochte es nicht, wenn sie an ihn dachte, sich fragte, was er nun tun und ob er an sie denken würde, aber sie tat es und für einen kurzen, schmerzhaften Moment spürte sie so etwas wie Reue ob ihrer Tat auf dem Schiff, war er doch der einzige Mensch, den sie noch hatte und der sie um sich herum duldete.
Du hast doch mich, flüsterte ihr leise eine verführerische, dunkle Stimme zu, ich allein kann dich mit meiner Macht glücklich machen.
Seufzend sah sie umher, starrer wurde ihr Blick, während sie in ihr freundlich zulächelnde Gesichter sah.
Eilig presste sie die Augenlider zusammen. Wieder schien die Realität vor ihr zu verschwimmen und sie fühlte sich wie auf dem Schiff wieder wie eine Marionette, die hilflos in ihren Fäden hing.
Weg von hier, auch wenn sie ihrem Peiniger nicht entkommen konnte - hauptsache, sie stellte hier keine Dummheit inmitten der Menschenmenge an.
Sie bog ein in die ihr unbekannten Nebengassen, ging eiligen Schrittes weiter, vorbei an einfachen Häusern, sah sich fast wie gehetzt um, ehe sie einige Schritte vor sich ihn sah. Ein Anflug von Erleichterung, dann näherte sie sich ihm mit nun wieder betont ruhigeren und bemüht leisen Schritten, lediglich das Rascheln ihrer alten Robe mochte sie wohl verraten haben, so dass er sich zu ihr umdrehte.

"Hast du mich vermisst?"

Ihrer Stimme versuchte sie einen spöttischen Klang zu geben, was nicht recht gelang. Ein "Ich habe dich vermisst" wäre ehrlicher gewesen. Ein kurzes, freudloses Lächeln dazu auf ihren Lippen, während er sie miesmutig ansah und ihr barsch befahl mit zu kommen.
Es brachte nichts, ihn danach zu fragen, wohin es gehen würde und warum. Letztlich käme eh nur ein "Das wirst du dort sehen" zurück. Sie ergab sich ihrem Schicksal und trottete ihm hinterher.

Es dauerte nicht lange und er hielt an einem schlicht verputztem Gebäude an, lediglich geschmückt mit einer alten, jedoch mit allerlei Schnitzarbeiten verzierten Tür aus schwerem, dunklem Holz. Nur sehr kleine, schmale Fenster waren in dem Gemäuer eingelassen und insgesamt machte das ganze Gebäude eher einen sehr gedrungenen, abweisenden Eindruck.
Ihr Blick glitt nur kurz daran entlang, ehe sie fragend zu ihm sah.
"Was ist das hier und was willst du hier überhaupt?"
Er pochte derweil mittels eines Türklopfers an der Tür an und deutete hinüber zu einem beschlagenem Metallschild neben der Tür. Kurz nur sah sie darauf - die Zeichen sagten ihr, die nie lesen und schreiben gelernt hatte, eh nichts.
"Hier drin ist die Bibliothek der ansässigen Magier," antwortete er und sah dann verdriesslich zu der Tür, an der sich nichts regte.
Magier - was mochte er hier bloss wollen? Konnten Magier ihnen beiden unter Umständen nicht sogar gefährlich werden? Für diese Leute waren sie nichts weiter als Ketzer oder abergläubische Bauern, die mit Geistern spielen.
Leicht genervt schnaubte sie aus und sah ihn vorwurfsvoll von der Seite her an, während sie ihre Arme geradezu demonstrativ vor der Brust verschränkte.
"Sag mir endlich was du hier willst," zischte sie ihm noch zu, während sie hinter der Tür doch allmählich Geräusche vernehmen konnten.


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BeitragVerfasst: 23.07.05, 23:21 
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Einen kleinen Spalt öffnete sich das Portal, und eine Kerze samt einem faltigen Gesicht erschien. "Ihr wünscht?"

Für einen Augenblick dachte er darüber nach, diese Schwelle mit Gewalt zu nehmen, doch Magiern war alles zuzutrauen. Also blieb er höflich, fragte nach den nötigen Passierscheinen, ließ sich in quälender Langsamkeit über die Zuständigkeiten informieren und sah, wie seine "Tochter" immer ungeduldiger wurde. Aber auch ihn ekelte es vor dieser erbärmlichen Trockenheit, die dieses Gebäude auszustrahlen schien, und bald entschwanden sie wieder in die Gassen.

"Was willst du?", murmelte sie ihm recht leise zu, als die beiden auf einer marmornen Brücke im Adelsviertel Rowas standen und zu einem der Flüsse, die durch die Stadt verliefen, herunterstarrten. Trübes, braunes Wasser zog sich zäh durch die Pfeiler. Was sollte er ihr sagen? Sie war ohne Nachfrage mitgekommen. Hatte sie ein Recht, zu erfahren, was er wollte? Sollte er sie belügen, wie er es schon zu oft getan hatte, um sie damit noch zu täuschen? Oder sollte er ihr die Wahl stellen - mitkommen, wohin er auch führte, oder für immer verschwinden?

Er fühlte sich leer. "Ich muss mehr über uns herausfinden." Sie murrte nur leise, die Antwort genügte nicht, und das war ihm auch klar. Innerlich triumphierte er. Sie überschätzte ihn so grausam. Ein falsches Lächeln hätte genügt, er war so leicht zu überzeugen, so instabil. Aber sie hielt ihn für zu stark. War ehrlich.
"Nein, ich brauche Bücher. Die Magier werden sicher schon einmal daran geforscht haben. Die halbe Graumagierschaft spielt doch mit den schwarzen Künsten." Ein kurzes Grinsen, er liebte es, wenn sie keine Ahnung hatte, wie Recht er hatte. Ja, er hatte recht. Welcher Graumagier hielt sich schon an die ungeschriebenen Regeln dessen, was man erforschen und ausprobieren darf.

Im nächsten Augenblick kam ihm die Idee, wie er sie nutzen könnte. So einfach, so genial. Seine Schülerin, die ihm gleichziehen wollte. Ein einfacher Spielstein in seiner Welt der Spiele. Nein, noch konnte sie lange nicht mitspielen. Armes Kind.

"Du wirst mir einen Einbrecher heranschaffen. Und ihn überreden, dass er mit mir zusammenarbeiten will. Du weißt, wie man an so jemanden herankommt."

Ein hämisches Lächeln stahl sich auf seine blutleeren Lippen. Er war noch schwach, und sie war Schuld daran. Und sie wusste, dass er so etwas nicht vergaß. Sie wusste, dass er ein rachsüchtiger Verrückter war. Und dass er nichts tat, musste sie zur Verzweiflung treiben. Er genoß den starren, gedankenverlorenen Blick, den sie der zäh treibenden Wassermasse entgegenbrachte, und der sagte, dass sie in Gedanken schon in der Zukunft war. In einer Zukunft, die sie einfach fürchten sollte. Die sie fürchten musste. Und die sie zurecht fürchten musste.

Etwas in ihm wehrte sich, ekelte ihn. Ihm wurde schlecht und er wand sich ab.


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BeitragVerfasst: 2.08.05, 02:06 
Einsiedler
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[Anfang von Flimmern, Rest von mir]


Schwarzer Himmel, schwarze Wolken, schwarze Nacht. Ein dumpfes Flüstern aus seinem Inneren war das einzige Geräusch, das er in dieser heilig anmutenden Stille wahrnahm. Neben ihm thronte seine Königin der Lügen, die er so sehr verehrte, wie er sie fürchtete. Sie verstand viel, aber er konnte sie immer noch beeinflussen. Ihren Weg noch immer führen. Sie verstand noch nicht alles. Noch nicht genug. Noch nicht.

Schweigend liefen sie den blassen Lichtern des nächtlichen Rowa davon. Diese zwielichtige Gestalt hatte sich mit einem kleinen Vorschuss zufrieden gegeben – sein Pech; wahnsinnige Krieger dunkler Mächte waren sicherlich nicht bekannt für ihre gute Zahlungsmoral, und eine Leiche mehr auf dem eng verwobenen Weg der beiden Gefallenen war ihm zwar zuwider, aber in diesem Falle fast unvermeidlich. Wenigstens hatte er dieses Buch, und soweit er sich bisher einen Einblick hatte verschaffen können, war es den Preis wert.

Sie rasteten an der Meeresküste. Kalter Wind pfiff um die felsigen Strände, als er sich auf einen größeren Stein fallen ließ und das Buch aufschlug. Verworrene Siegel, Run, Gerede von arkanen Geweben, von denen er schon einmal gehört hatte – wenn es auch schon eine Weile her war. Siebenwind.

Seine Augen rasten über die Zeilen, glichen im Dämmerungslicht schwarzen Löchern in seinem Gesicht, und ihm wurde nach und nach klar, war er geschaffen hatte, was er verbrochen hatte, was er zerstört und verdorben hatte. Sie wurde neugierig, sah ihm über die Schulter, schlich unruhig umher, schwamm sich im kalten Meereswasser, während er in den Zeilen versank. Kreatur. Vergangene Worte schossen ihm in die Ohren – „Ein niederer Daimonid würde es nicht wagen, sich meinem Willen zu widersetzen.“

Mit aufkeimender Wut schlug er das Buch zu. Genug gelesen. Eine Schlachtordnung musste her, und seine Blicke streiften den nackten Leib seiner Schülerin, der in den Wellen auf und ab trieb und wie tot wirkte, wenn nicht ihre allzu lebendigen, verlorenen Augen zum Himmel gestarrt hätten, als versuchten sie dort abzulesen, was kommen wollte. Er hatte lange dort gesessen. Und er verlor sich erneut in Gedanken. Ein Triumph sollte es werden, - oder es sollte ihn vollends vernichten. Und seine Rache für all ihre Verfehlungen, seine letzte Bestrafung würde er feiern. Er würde sie mit in den Abgrund reißen – in welchen er auch fallen würde.

Er trat ans Ufer, ließ die Robe an sich herabfallen und tauchte in die Wellen. Trotz des späten Astraels war das Meerwasser der Bucht noch eisig, und zitternd ließ er sich treiben. Ja, dieser Feind namens Freund war ihm nicht über, keineswegs. Er würde ihn besiegen. Sie wäre sein Werkzeug, seine Waffe. Waffen mussten den Kampf nicht überstehen. Eine zerbrochene Waffe war schade, aber keine Tragödie.

Die Meeresbucht, in der die beiden im Wasser trieben, färbte sich in Unschuldsblau, als die Dämmerung bald darauf einsetzte. Fröstelnd saß sie am Ufer, als er aus den Wellen watete und sich das alte Gewand wieder überwarf. „Wirst du so glücklich?“, fragte er leise das Morgengrauen, das die Wälder tiefgrün färbte und in ihm brennende, schmerzliche Erinnerungen wach rief. Die Wälder Greifenwalds, von den Zinnen, wenn die Nacht anbrach. Ja, er musste sich seine Sehnsucht eingestehen. Noch war er nicht völlig gestorben. Für einige Augenblicke wünschte er sich, er wäre es – um dieser Sehnsucht willen, die er hasste, und die ihn wieder lieben ließ.

Lauter fragte er erneut – „Wirst du so glücklich?“

Er hatte auch eigentlich keine Antwort erwartet. Bei den meisten Menschen antwortete sie auf solche Fragen mit einem Schulterzucken, mit einem theatralischen Seufzen und wandte sich ab. Er sah sie nicht an, er konnte ihr aufgesetztes Desinteresse nicht sehen – und allein das war schon ein kleiner Triumph. Er wusste, dass er sie beschäftigen musste, vielleicht nicht jetzt, aber spätestens, wenn sie einsehen würde, was er eingesehen hatte. Sie würden beide zu spät eingesehen haben.

Als er sich umwand, brauchte er einen Augenblick, bis er sie wieder fand. Sie lehnte an einem der Bäume, einige Schritt entfernt, vermutlich zu weit, um seine Frage gehört zu haben. Er dachte einen Augenblick lang darüber nach, ob sie eine erneute Unterwerfung nötig gehabt hätte – ein erneutes „Ich stehe über dir“ brachte sie jedes Mal zum Glühen; aber um keinen Preis wollte er sie nun vertreiben und er verwarf den Wunsch, ihr erneut zu beweisen, dass er sie beherrschte.


***

Was zog sie bloss immer zu ihn?
Er faszinierte sie - schon vom ersten Moment an, damals, auf Siebenwind, als sie vor einem Marktstand in Brandenstein sich um den ersten Platz in ihrer kleinen Zwei-Mann-'Schlange' stritten. Es waren unwichtige Kleinigkeiten, die sie kauften wollte und dennoch konnte sie schon da nicht von ihm ablassen.
Ihr gespielt gelangweilter Blick glitt hinüber zum Meer, wo sie auch diese Nacht nicht von ihm hatte lassen können, auch wenn die Stimme in ihr immer wieder den Hass auf ihn schürte.
Aber sie liebte das Feuer - das Spiel damit, vielleicht auch mal das kurze Verbrennen, das amüsierte Zurückziehen der Hand, nur um daraus weiterhin nicht klüger zu werden und sie liebte auch den feurigen Hass in sich. Wenigstens etwas, was sie antrieb und aus dem sie Kraft schöpfen konnte, um nicht verzweifelt aufzugeben.

Glücklich?
Wann war sie je wirklich glücklich gewesen? Es muss schon Ewigkeiten her sein, sofern es so eine Zeit wirklich mal gegeben haben sollte.
Nach ihrem Ritual hätte sie glücklich sein sollen, aber danach fiel sie bloss tiefer hinab. Alpträume und Wahnvorstellungen bestimmten von da an ihren Alltag.
Glücklich machte sie eigentlich nur ihr Hass - ein Beweis dafür, dass sie noch lebte und fühlte. Vielleicht machte sie auch manchmal körperlicher Schmerz glücklich, führte der sie doch zurück in die Realität, die sich immer und immer wieder vor ihren Augen verschob.
Glücklich machte sie... sie sah zu ihm einen längeren Moment, ehe sie sich vom Baum abstiess und mit einer müden, schleppenden Stimme sprach.

"Was ist schon Glück? Vielleicht macht es dich ja glücklich zu hören, dass ich nicht mal mehr weiss, wie es sich anfühlt."
Sie zuckte ihre Schultern, als wäre es ihr egal, während sie zurückschlenderte zur Strasse, ihn dabei hinter sich folgen hörte.
"Vielleicht ist es auch gut, nicht mehr zu wissen, wie man sich fühlt, wenn man glücklich ist. So sehnt man sich nicht mehr danach. Ausserdem... "
Sie hielt inne, sah kurz nur hinauf zu den dunklen Wolken, die sich langsam über den Himmel quälten.
"... habe ich doch alles, was ich brauche. Meine Freiheit, Macht..."
Sie hielt inne.
Was für eine Macht überhaupt?

Selbst mit der Macht, die ihr Geist ihr verliehen hatte, war sie nicht in der Lage, das zu erreichen, was sie wollte. Jeder Plan scheiterte, jeder Wunsch blieb unerfüllt, jede Anstrengung war im Nachhinein umsonst.
Sie hasste es.
Mit einem einzigen Satz nur hatte er ihre mühselig aufgebaute Selbstsicherheit zerschmettert.

"Ich hasse dich," flüsterte sie matt, fast resignierend, in die Stille der Nacht hinein, während eine leise Stimme in ihr wieder das Feuer antrieb, doch sie mochte einfach nicht mehr brennen.
'Ich mag nicht mehr...'


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BeitragVerfasst: 20.08.05, 23:25 
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Donnernd raste die vermoderte Kutsche durch den dichtbewachsenen, unwegsamen Wald. Der Kutscher und seine Begleitung sprachen kein Wort, entjungferten die gespenstische Stille des Ortes und spürten ihr Gefährt erbeben. Die Pferde keuchten, durch eine unheilige Kraft angetrieben, die ihnen zugleich Angst und Kraft gab und sie zu mehr trieb, als ein gewöhnliches Lebewesen zu leisten imstande war.

Als sie an der verfallenen, düsteren Kapelle ankamen, kamen die Pferde zur Ruhe. Der Kutscher in der rostroten Robe sprang herab und prüfte flüchtig den Zustand der Räder; stahl sich dann die Stufen hinauf. Still blickte sie zu ihm hinüber, im Schatten der Kapuze wohlbehütet. In Sicherheit. Verborgen.

Zitternd nahm er die ersten Stufen des von der Natur fast zurückeroberten Ortes. Totenstille. Er musste sich zusammennehmen, um sich nicht zu übergeben. Ihm ging es dreckig, seit Tagen, seit Wochen vielleicht. Sein Magen krampfte unerbittlich und seine Entschlossenheit wankte. Die letzten Stufen nahm er keuchend. Er wollte diesem Ort nichts böses. Er kam in guter Absicht. In heiliger Absicht. Nicht in ihrem Namen, aber in ihrem Wohlwollen. Zitternd griff er den eisernen Türklopfer und zog das morsche Portal auf.

Kalte, abgestandene Luft warf sich ihm entgegen und nahm ihm den Atem. Die vorsichtigen, langsamen, lauernden Schritte zum verstaubten Altar hinterließen Spuren auf dem Boden, so lange war die Zeit mit diesem steinernen Mahnmal allein gewesen. Er strich mit den abgemagerten Fingern über die Staubschicht auf dem kalten Stein. Es war lachhaft, dass er hier war. Jeder hätte ihn ausgelacht, für ein Opfer seines Wahnsinns erklärt. Er hätte nichtmal Unrecht gehabt.

Mit der Hand strich er durch die Luft über die geweihten Gegenstände. Die Klinge der Tugend. Die Statue der Anmut. Die Sanduhr des Endgültigen. Das Buch der Gewissheit.

Vorsichtig griff er nach der hölzernen Sanduhr, und seine Finger zuckten zurück. Ein Stoß durch seinen Körper, er krümmte sich und taumelte, fing sich ab und zitterte am ganzen Leib. Nach und nach löste sich der Würgegriff der Erinnerung. Es fühlte sich genauso an wie die Blitze, die gegen ihn geworfen worden waren. Nur war es anders, zielgerichteter. Er spürte jede Narbe seines Körpers bluten, kniend vor dem Altar, wie einer der Geweihten, die er so bemitleidet hatte. Wie war er lächerlich.

Er erhob sich zitternd und griff durch den Stoff der Robe nach der Sanduhr, verstaute sie in einer der vielen Taschen und wandte sich um. Keine Zeit vergeuden. Hastig lief er zum Portal, ließ es hinter sich zufallen und schwang sich auf die Kutsche. Die glühenden Augen der Spielerin ließen ihn keinen Augenblick allein. Er spürte, dass sie zu verstehen begann - und dass sie abwog. Sie war vielleicht nicht viel sicherer als er, aber unterlegen war sie ihm schon lange nicht mehr. Bittere Rückkehr zur Vernunft.

Sie preschten weiter, nun ziellos, in die Wälder Lichtenfeldes tiefer hinein. Über Wege, die durch so hohe Bäume führten, dass kein Licht des Tages mehr herunterdrang. Stetige Nacht - eine Nacht ohne Monde.

Berauschende Erleichterung machte sich breit. Er reichte ihr die Zügel, ließ den Kopf gegen das marode Brettergerüst sinken und ließ sich von den Wellen weitertreiben.


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BeitragVerfasst: 30.08.05, 23:25 
Einsiedler
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Blutrot waren die dunklen Wolken von den verbliebenen Strahlen der abendlichen Fela gefärbt, ein kühler Wind strich durch den lichten Wald und zerstörte die bis dato angespannt herrschende Stille mit leisem Blätterrauschen.

Sie fröstelte und schlang den dünnen Umhang fester um sich, während sie an einem Baum lehnte und unbewegt zu ihm starrte. Keuchend hielt er sich mit zittrigen, dünnen Händen an einem anderen Baum fest, ehe er seine Gestalt langsam wieder straffte, erneut tief durchatmend eine Hand auf seine Brust legte, flüsternd und befehlend gleichzeitig zu ihr raunte: "Weiter!"
Sie griff stumm hinab zu ihrem Beutel, in dem sie die Utensilien für das geplante Ritual verwahrte, unter anderem einige Kerzen, die aus dem Fett einiger Wölfe bestanden und die vor allem sie mit ihrer Kraft erledigt hatte und unter seiner Anleitung angefertigt hatte.
Ihm dagegen schienen die Lebensgeister abhanden zu kommen - immer öfter plagten ihn Schmerzen in der Brust, Atemnot und Krämpfe.

Während sie so hinter ihm hertrottete, die glühend-grünlichen Augen auf den Boden starr gerichtet, kam ihr nur kurz in den Sinn, was für ein seltsames Bild sie doch beide abgeben mochten. Nicht weiter verwunderlich, dass sie sich kaum mehr unter andere Menschen mischten. Während er binnen kurzer Zeit immer weiter zu welken schien, hatte sie immer wieder und immer öfter Aussetzer, vollzog Taten, die sie selbst in ihrem eigenen Wahn nicht getan hätte.
Als sie im letzten Dorf mit dem abgerissenen Arm einer jungen Maid, wohl die 16 Vitama noch nicht erreicht, wieder zu sich kam, noch den Geschmack von Blut auf ihren Lippen kostete, wurde ihr unangenehm bewusst, in welches Monstrum sie sich scheinbar nun zu verwandeln begann.

Und er?
Scheinbar suchte er nach einem Ausweg. Eine Rückkehr wohl.
Seitdem sie die Kapelle aufgesucht hatten, dachte sie desöfteren selber darüber nach. Das, was sie jedoch noch daran hinderte seinem Plan begeistert zu folgen, waren die Bedenken bezüglich ihrer Macht. Ihr Geist gab ihr all die Macht, die sie nun angesammelt hatte und wäre er nicht... was wäre sie dann?

Eine relativ grosse Waldlichtung. Der Blick war frei auf die nur noch an den Rändern rötlichen Wölken, die ersten Sterne schimmerten an den freien Stellen am dunklen Himmel und erschöpft liess er sich auf einem umgestürzten Stamm nieder.
Ihr Blick fiel auf seinen Rücken sowie die linke Schulter, an der sich die Robe dunkel verfärbte - Blut.

Sie verschränkte die Arme, atmete tief die kühle Abendluft ein und verscheuchte die Stimme in ihrem Inneren, die ihr versuchte einzuflüstern, dass der Zeitpunkt nun ideal wäre - er war zu schwach, um es zu überstehen.
Nein, sie war zu neugierig. Mochte das, was er plante, Erfolg haben? Und wenn ja - wäre das nicht auch ein Weg für sie?

Nein, das willst du nicht... du bist mein und ich allein kann dir alles geben, wonach du dich sehnst. Wenn du mich nicht mehr hast, bist du nur ein jämmerliches Nichts.

Müde rieb sie sich die Stirn - das Nichts schien auf einmal doch recht verlockend...


Zuletzt geändert von Schattenkind: 30.08.05, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 1.09.05, 03:57 
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Verfärbt und eiternd und verblutend und groß und verschwommen und taub und verloren und taumelnd und schreiend und klirrend und weinend und seufzend und kreischend und Zorn und Hass und Wut und Liebe und Fluch und Vernichtung und Qual und Folter und Gier und Kraft und hilflos und zitternd und tanzend und fallend und sterbend u


Der Traum brach so aprubt ab, dass er ungewohnt rasch realisierte, dass es einer gewesen war. Er schlug die Augen auf und das gewohnte, verschwommene Bild tanze ihm vor Augen. Er setzte sich auf und versuchte die Schmerzen zu ignorieren. Er konnte spüren, wie die spröden Lippen aufplatzten. Seine Finger zitterten, und er konnte nichts dagegen tun. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr richtig. Es wehrte sich mit aller Kraft. Und es war stark. So stark. So stark.

Seine linke Schulter schmerzte, war feucht. Vielleicht würde das ihn im letzten Moment an die wenigen, lebendigen Momente erinnern. Ein Lächeln, das ihm Schmerzen bereitete. Er schwor sich, zurückzukehren, wenn er überleben würde. Eines Tages. Er war ihr ein letztes Wort schuldig geblieben.

Schweißgebadet erhob er sich, zwang den geschundenen Körper zurück unter seine Kontrolle und schlich zu der Schlafenden, stieß sie unsanft wach und verband die fettigen Haare hinter dem Kopf. Sehr viel besser siehst du dadurch aber nicht, säuselte es ihm zum linken Ohr herein und zum rechten wieder heraus. Wie in Trance griff er den Kerzenbeutel, begann das Ritual zu formen. Er liebte die Erregung, die die pure Magie mit sich brachte, und das Pochen, wenn sie an der Schwelle zur Unkontrollierbarkeit durch ihn strömte. Vielleicht wäre es das letzte, das er hören würde.

Er spürte ihr Widerstreben. Sie hasste es noch immer, für seine Zwecke auszuhelfen, aber er zwang sie nicht mehr, und sie war freiwillig geblieben. Es hatte ihn gewundert. Sie war undurchschaubarer als er selbst. Eigentlich schade.

Blut floss um die Kerzen. Die kleinen Flammen loderten im Mondlicht, die Morgendämmerung bahnte sich schon sehr langsam den Weg. Nebel lag über der Lichtung und ließ ihm den Wald vor Augen tanzen. Er wusste immer noch nicht, welchen Weg er wählen sollte. Flucht? Kampf? Es lief auf die selben Risiken heraus.

Vielleicht war es der Wahnsinn, der schon zu weit an ihm genagt hatte. Vielleicht der salzige Geschmack von Tränen, den sie auf ihren Lippen schmecken durfte, als er nicht mächtig genug gewesen war. Vielleicht die blitzenden Augen, die ihn nun wie schon so lange nicht alleine ließen. Vielleicht der verschwimmende Schleier vor den Augen, der den letzten Trotz in ihm zum Aufbäumen brachte. Vielleicht der Schmerz im linken Nacken, und wieder die Schwäche, die schuld war. Vielleicht das letzte Wort, das noch nicht gesprochen war. Vielleicht war es das, was ihn in diesem Moment zur Kampfeslust trieb. Er bleckte die Zähne, ballte die knochigen Fäuste zusammen und schritt ins Zentrum des Kreises. Letzter Zornesausbruch. Letzter Schritt ins Ungewisse.


Und dann waren da diese Augen. Diese grünen Augen. Er streckte die Hände zu den Seiten, legte den Kopf in den Nacken und schloss die bleiern schweren Finger um die Sanduhr.
Flüstern. Kälte. Warmgelbes Kerzenflackern.
Erregung. Pochen. Magie.


Er hätte alles gegeben, um diesen Augenblick in Ewigkeit zu bannen.


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BeitragVerfasst: 14.09.05, 00:37 
Einsiedler
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Tief sog sie den berauschenden Duft des Nachtschattens ein, den sie als kleines Büschel sich vor ihrer Nase hielt, den Blick weiterhin lauernd auf ihn liegen lassend.
Was würde sie tun, wenn er sterben würde?
Sich freuen? Oder vielleicht doch um ihn trauern?
Vielleicht auch nachhelfen? Oder sogar selber der Auslöser für seinen Tod sein?

Sie war es nun, die den Schutzkreis um ihn herum aufbaute - Blutsprenkel waren um sie herum verteilt, ergaben so ein Pentagramm samt Kreis, was als Schutzzeichen fungierte.
In dem Moment, in dem er seinen Geist entlassen würde... oder sollte man eher sagen - aus sich herausreissen würde... wäre er reichlich angreifbar für andere Geister, selbst für so schwache Geister wie der eines Tieres.
Sie bräuchte nur den Kreis zu öffnen und dann sogar noch selber einen Geist rufen und zu ihm locken...

Sie verwischte den Gedanken - nein, sie war neugierig und dank ihm würde sie sehen, ob es sich lohnen würde, diesen Weg zu gehen.

Als sie sah, dass er begann, versank sie in Konzentration, konzentrierte sich auf innere Bilder, hervorgerufen durch den leichten Rausch des Krautes, Trance.... baute so den Schutzkreis auf, hielt ihn aufrecht und öffnete träge ihr inneres Auge, beobachtete ihn...



.... pochen... fliessen.... rot und schwarz das Blut... vermischend, sich trennend, lösend, zusammenführend... flammend und kochend... brodelnd rasend...
... und tausende von Augen auf die kleinen Menschenwesen, die einfachen Gefässe, gerichtet... Klauen, finsterer als die Nacht, sich ausstreckend, nach ihnen greifend...
.... ein Wall, Schmerzen und Kreischen... Flüsternde Stimmen... "Du bleibst unser!"... ein Auflehnen, Aufbäumen, verzerrtes Keuchen...
Ein einzelner Schweißtropfen auf Gänsehaut... Wille, Macht, Kraft und Stärke... zusammenbrechend und vergebens...
.... ein Schrei...
Rot floss es hinab... hinab in die ewige Dunkelheit... das Leben mit sich reissend... weiter und weiter hinunter in den Abgrund... gähnend.... schnappend.... gierig es in sich aufnehmend....
... ein letzter Wille...
Leben?
Tod?




Keuchend brach sie zusammen, während sie das stetige, verhöhnende Flüstern noch vernahm. Sie zitterte leicht vor Kälte, schlang ihre Arme um sich... flüsterte leise seinen Namen in die Dunkelheit hinaus, die scheinbar den Atem anhielt...
Stille.


Zuletzt geändert von Schattenkind: 14.09.05, 00:44, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.09.05, 00:06 
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Schwarz drehte sich die Welt vor seinen Augen. Lebendig fühlte er sich. Schmerz fühlte sich immer sehr lebendig an. Es ekelte ihn dieser Ort, und die vertraute Liebschaft schrie in seinem Inneren nach Rache.


Vor Jubel taumelnd verließ er den Kreis, spürte das pulsierende Frösteln reiner, glanzlos-makelloser Macht und krallte die Hände zusammen, blickte für einen Moment zum Himmel empor und bleckte dem Dorrayon entgegen die Zähne. Das rotbraune Schandmal, das diese Nacht verschleiert hinter seinen ewig grauschwarzen Wolken hing, bleckte zurück und er konnte förmlich spüren, dass diese Macht mit ihm noch nicht abgeschlossen haben würde. Ein Zittern lief durch seinen gequälten Körper, als er gedankenlos in die Felle fiel und in der Nacht versank.


***

Als der Morgen anbrach, grübelte er einen Augenblick lang nach, ob es geschickt gewesen war, sich auf eine nächste Runde einzulassen. Er schlug die Augen auf, und fand seine Schülerin, die recht widerwillig die wenigen Überreste des Rituals aufschichtete und in Flammen aufgehen ließ.


Rasch erhob er sich, ließ die Kühle des Morgens durch seine Lungen strömen und fühlte sich zum ersten Mal seit einem dreiviertel Jahr wieder erfrischend lebendig. Eine Art des Lebendigseins, die nichts mit Macht und Dominanz zu tun hatte. Er betrachtete fasziniert einen Augenblick lang seine Umgebung, ehe er zu ihr hin strich. Ungewohnte Ruhe fühlte er. Bedrohliche Ruhe.


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BeitragVerfasst: 21.09.05, 01:18 
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Das erste, was sie nach dieser unruhigen und viel zu kurzen Nacht gespürt hatte, waren pochende Kopfschmerzen, die sich schier durch ihren Kopf fraßen.
Sie sah hinüber zu ihrem Meister... ehemaligen Meister? Sie war sich nicht sicher - wenn das Ritual geklappt haben mochte, würde er ihr kaum mehr was lehren können und sie wäre auch nicht mehr bereit, ihn als ihren Meister anzusehen. Vielleicht mochte er sogar so seine Macht verloren haben und sie wäre ihm nun eindeutig überlegen. Etwas, was sie zu gerne ausprobieren würde...

Doch zuerst schichtete sie die Reste des Rituals aufeinander, legt ein paar dünne, einigermassen trockene Äste dazu, hockte sich davor und hielt ihre flache Hand dicht darüber, sah konzentriert hinab, ehe die Luft zu flackern begann und sich unterhalb ihres Handtellers in Flammen entlud.
Sie senkte die Hand hinab, steckte so die Äste an... und wand den Kopf rasch zu ihm hin, als sie sah, dass er sich aufgerappelt hatte.
Langsam erhob sie die Hand wieder, an der noch die Flammen leckten und tanzten, sah geradezu lauernd, aber auch warnend zu ihm hinüber.
Dass er es überlebt hatte, sprach schon mal für die Kraft, die er innehatte, hinzu kam nun, dass er durchaus lebendiger, frischer, kräftiger wirkte, als noch vor ein paar Zyklen.

Aber das mochte nur der äussere Schein sein.
Geschmeidig erhob sie sich aus ihrer hockenden Position, den brennenden Handteller nach oben gerichtet, auf dem sich die Flammen zu einem kleinen Ball tänzelnd verdichteten, leise, warnend knisterten...

Komm nur näher...


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BeitragVerfasst: 25.09.05, 02:44 
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Rotgolden verschwammen die flackernden Flammen, die an den schlanken Fingern auf und ab tanzten. Für einen Moment glaubte er, er könnte sie in diesem Augenblick besiegen, hob die Hände, setzte an - und gefror. Da war nichts. Das war Neuland. Da war ein Funken. Irgendwo, tief im Inneren.


Allerdings zu tief, um ihn in wenigen Augenblicken zu entfachen.


Sie hatte seit sechs Monden ein stetiges Auge auf ihn gelegt, hatte jede Demütigung ertragen und jedes Duell verloren. Nun wusste sie zu genau, wann er angriff. Nun war sie zu mächtig geworden, um sich Fehler zu leisten.


Flammen schlugen ihm entgegen und er spürte, dass es nicht nur das reine Feuer war, das ihn fast zehn Schritt weit durch die Luft schleudern und gegen einen Baum prallen ließ. Ein dumpfer Schlag, und er lag gekrümmt im gefallenen Laub des Bellums. Verbranntes Fleisch konnte er riechen, und der Geschmack von Blut bereitete sich den Weg in sein Bewusstsein. Ein vergnügtes, kindliches Lächeln stand ihm entgegen, als sie ihre Hand sinken ließ und ihn schadenfroh betrachtete. Ihr Meister, nicht mehr überlegen. Keuchend daliegend. Verkehrte Seiten. Verkehrte Welt.


Er suchte nach etwas, um sich zu wehren. Er war nicht bereit, die letzte Würde, die sich in ihm regte, vor ihr zu verlieren. Ein kleiner Funken, nicht mehr als ein ein Hoffnungsschimmer. Nichts. Gemächlich schritt sie auf ihn zu, ein blutdürstenes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen und er konnte von ihren Augen ablesen, dass für sie nun die Zeit der Rache angeschlagen war. Einen halben Schritt vor ihm verharrte sie und sammelte sich. Banale Mittel mussten her.


Banale Mittel waren auch wirkungsvoll, wenn das Gegenüber nicht darauf eingestellt war. Schwankend ging sie zu Boden, seine rechte Hand um ihren Hals gekrallt, die linke Hand in die Magengrube geschlagen, mit einem Tritt zog er sie von den Beinen und ließ sie dumpf ins Gras schlagen. Magie war so flüchtig wie reizvoll; man musste ihrer Herr sein, um in ihren Genuss zu kommen. Er schlug ihr mit Wucht ins Gesicht und presste sie zu Boden, versuchte sie außer Gefecht zu halten. In seinem Innern regte sich etwas, etwas allzu Bekanntes, das den Moment genoss. Einen Augenblick lang riss es ihn zwischen Rausch und Ekel hin und her, bis Hass überwog. Er legte die Hände um ihren Hals und begann zuzudrücken ...


Der Schmerz der Brandwunden machte sich verflucht spät bemerkbar und riss ihn aus der Welt. Keuchend sackte er halb auf ihr liegend in sich zusammen und stürzte in Traumes Taumeln.


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BeitragVerfasst: 29.09.05, 02:22 
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Welch ein Rausch es doch war, der sich ihrer bemächtigte - er, schwach, nicht in der Lage, sich mehr auf die übliche Art und Weise zu verteidigen, nicht mehr in der Lage sie zu verfluchen, verdammen, ihr sämtliche Plagegeister anzuhexen.
Nun war sie diejenige, die genug Macht hatte, um über ihn bestimmen zu könne, um sich endlich schadlos über seinen Anblick, am Boden liegend, ergötzen zu können.
Er konnte sie nicht mehr aufhalten...

... dachte sie, ehe sie den Schlag fühlte, den Tritt, zu Boden stürzte.
Zwar mochte er seine astralen Kräfte wohl verloren haben - seine körperlichen Kräfte schienen dagegen wieder zurückzukehren und das dummerweise schneller als erwartet.

Verzweifelt strampelte sie, biss die Zähne zusammen, wand sich unter ihm, krallte ihre Finger fest in seine Handgelenke, als er sie würgte. Kleine Sterne schienen vor ihren Augen und vor dem wutverzerrten Gesicht ihres ehemaligen Meisters zu tanzen, während an den Rändern ihres Blickfeldes die Schwärze bedrohlich zuzunehmen schien.

Doch dann erschlaffte sein Griff - endlich.
Keuchend rieb sie ihren Hals, erst danach ihn von sich runterschiebend und sich wieder mühselig und taumelnd erhebend.
Wackelig holte sie mit einem Fuss aus, trat noch einmal mit einem wütenden, resignierenden und enttäuschten Laut in seine Seite.

Rasch ging ihr Atem, während sie sich auf der Lichtung umsah und Felas Strahlen sich nur spärlich hinter der Wolkendecke zeigten.
Wohin nun?
Einen Moment lang schien sie zu zögern, dann griff sie zu ihrer Tasche, legte sie sich um, ehe sie noch einmal nahe zu ihm trat und leise Worte in eines seiner Ohren hauchte, die unzähligen Zöpfe ihres dunkelroten Haares strichen noch einmal über seine Haut... dann eilte sie davon.
Sie hatte ihre Macht, sie würde sie behalten und wenn es ihr Verderben bedeuten würde.

Denn - für was anderes, als für den Untergang, war sie geboren?
Und gab es nicht in den Drachenschwingen noch einen Stamm?
Und einen alten Mann, der dort noch sein Schicksal dauerte? Ein gebrechlicher alter Mann mit ihren Augen, dessen Blut in ihren Venen floss.

Und nun nimm dir, was dir gebührt... flüsterte eine ihr wohlbekannte Stimme unheilvoll in ihrem Kopf.



Ashtara ging fort und das, was blieb, waren - vielleicht - letzte Worte:
"Eigentlich mag ich dich irren Idioten ja - folge mir, wenn du kannst und du mich als dir überlegen ansiehst, ansonsten halte dich aus meinem Leben raus."


Zuletzt geändert von Schattenkind: 29.09.05, 02:26, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.10.05, 16:16 
Festlandbewohner
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Fröstelnd schlich er in der ausgemergelten Robe durch die Gassen Rowas und schwor sich eine letzte Rache. Heiß pochte es in seiner Stirn und er war versucht, nach einem Schiff nach Siebenwind Ausschau zu halten. Aber noch war die Zeit dafür nicht gekommen. Er hatte noch zu tun.


Sanft betäubten ihn die Gedanken an die Vergangenheit, während er sich in der kleinen Hafentaverne halbgares Fleisch mit fauligem Gemüse servieren ließ. Die Hexe, die ihn zu oft besiegt hatte. Er würde ihr zeigen, was es hieß, ihm überlegen zu sein. Dennoch kam er nicht umher, dass er sie vermisste. Es gab wenige Menschen, die ihm das Wasser reichen konnten.
Seine Schülerin kreuzte seine Gedanken und verbitterter Selbsthass keimte auf. Er hatte den Fehler des eifrigen Lehrers gemacht. Schüler klein halten, sie kontrollieren, ihnen nur löffelweise Kraft geben, damit sie einem nicht über den Kopf wuchsen. Er betrachtete das verfilzte Haar, das er in seiner Brusttasche aufbewahrte seit einem halben Mond. Sie hatte einen Weg ohne ihn gewählt und ihn nicht umgebracht, als sie die Gelegenheit hatte. Er gestand sich ein, dass er sich nicht sicher war, was er an ihrer Stelle getan hätte. Blut für Blut?


Während er sich durch den abgestandenen Schnaps quälte, gestand er sich ein, dass Ohnmacht ein berauschender Zustand war. Ein anderer Rausch als die unbedingte, völlige Macht, aber ein ähnlich faszinierender, der das Blut in den Adern kochen ließ und der Welt diesen dunkelroten Anstrich von Blutschuld und Rache gab. Er liebte den Rausch.


Mit einem flüchtigen Blick über die Schulter verschwand er ohne bezahlt zu haben und stahl sich durch das nächtliche Rowa. Er wollte Necris sehen, und vielleicht das Norland. Er brauchte viel Zeit, um sich zu erholen für eine neue, schweißtreibende Runde. Er würde erneut in den Kampf flüchten. Sie sollte sich nicht sicher sein, dass sie ihn besiegt hatte. Nicht die eine, nicht die andere. Ein liebevolles, spöttelndes Lächeln trugen die Schatten in die Bucht von Linfahrt, und ein leises Flüstern.


Nicht heute. Niemals.


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