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Am nächsten Morgen hat sich der Regen gelegt. Der Himmel ist klar, auf ihn brennt die unbarmherzige Sonne.
Mit steifen Knochen, die beim Aufstehen dumpf knacken, erhebt sich der Mann in weißer Kutte und streckt sich, nachdem er unter dem Felsvorsprung hervorgekrochen ist.
Irgendwo hört er wieder die vertauten Geräusche des Ödlandes; das zornige, hunrige Heulen der Wölfe, das Schlurfen der einfältigen Oger und das Schmatzen der gierigen anderen Kreaturen, die sich an seinem Körper gütlich tun möchten.
Unbarmherzig brennt in diesen Tagen, zumindest während der Helligkeitsphasen, die Sonne mit ihrer ganzen Kraft auf diesen Teil Tares, während sich in der Nacht ultraviolette Blitze, begleitet von einem unheimlichen Sturm, über der Einöde entladen. Vor seiner Reise in die Tiefen und Weiten des Pfades, den seine Meister, Lehre nannten, hatte er von einer Gestallt gehört, welche in einem Teil des Landes in Erscheinung getreten sei. Auf der Suche nach ihr und ihren Beweggründen war er viele Meilen gegangen und hatte schließlich doch nur Leere gefunden, da die Gestalt nicht erschienen war.
Dafür hatte er Monoliten gefunden, schwärzer als die Nacht mit seltsamen Zeichen und Blut bedeckt. Er hatte Höhlen erforscht und nach weiteren Schriften gesucht, jedoch hatte er etwas anderes gefunden.
Gesichter, langezogene Köpfe, die sich, weiß und starr wie sie waren, von der sich veränderten Einöde abhoben.
Nachdem er gestern, mehr oder weniger freiwillig, den Ruinen Finsterwanges einen grausligen Besuch abgestattet war, wollte er sich nun aufmachen, wieder in die Nähe seiner, doch zu mindest für die Zeit seiner Lehre vertrauten Hallen. Vertraut, dachte er. Was für ein befremdliches Wort. War er doch schon vor seiner Reise hierher nie irgendwo wirklich vertraut gewesen. Er verabscheute die überfüllten, stinkenden Städte Tares, in denen die vermeindlich Reichen der Erde ihren widerlichen Glanz zur Schau stellten und Angaben mit ihrem Wissen, was bei den meisten doch nur lächerlich beschränkt war.
So war er doch stets ein Wanderer gewesen. Ziellos und eigentlich uneins mit sich selbst. Von einem rastlosen, unergründlichem Zorn erfüllt, der jedem entgegenschlug, der sich seiner zu Nähern gedachte, den jeder irgendwann zu spüren bekam, der glaubte ihn zu kennen oder gar nah gewesen zu sein.
Er spuckte einmal auf den vertrockneten Boden vor sich aus, knackte noch einmal mit den Knochen und löschte das Feuer mit einer unwilligen Handbewegung seinerseits. Er griff den Stab und machte sich in die bekannte Richtung aus, aus der er vor so vielen Zyklen gekommen war.
Unterwegs begegnete ihm niemand. Nicht einmal die sonst so fährtenbewanderten Grauwölfe ließen sich blicken, wo sie doch sonst so besessen auf seiner Spur gehetzt sind, in der Hoffnung ihre Zähne in sein vordorbenes Fleisch graben zu können.
Er ließ die vetraute Umgebung hinter sich und überquerte eine Brücke, als auf einmal ein Wolf entgegenhetzte. Er verharrte mitten in der Bewegung und schleuderte ihn mit hasserfülltem Blick und einem Murmeln, das seiner ausgetrockneten Kehle krächzend entrann, mit einer krallenden Bewegung in die Schlucht, in die der Wolf mit ängstlichem Winseln entschwand.
Nun stand er vor einer Schlucht, straffte sich noch einmal, sammelte sich und betrat die Schatten...
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