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 Betreff des Beitrags: Es wird ein Mann gesichtet...
BeitragVerfasst: 17.08.05, 18:14 
Edelbürger
Edelbürger
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Es ist dunkle Nacht, leichter Regen fällt auf die verbrannte, ausgedörrte Oberfläche des Ödlandes. Nur ab und zu kommt der leicht rötlich schimmernde Mond durch die tiefhängende Wolkendecke.
Es ertönt ein Wispern und ein Feuer flackert auf, leise knackt es hinter einem kleinen Fels vor sich hin, der die dirkete Illumination der Finsternis etwas mindert. Ein Mann mit dunkler, braungebrannter Haut in durchnässter, dreckiger weißer Robe und schwarzem Stab drückt sich unter dem Felsvorsprung an die Wand.
Der Feuerschein lässt die pockigen Narben auf seiner Glatze wie kleine Maden, Würmer oder vielleicht auch wie Schlangen erscheinen, die sich langsam zuckend um seinen Kopf winden. Der Mann zieht ein schmuddeliges, halb zerfleddertes Stück Pergament heraus, betrachtet es kurz und stiert dann mit finsterem Blick in die Nacht hinaus. Mit einem leisen Seufzer lehnt er seinen Kopf an die Felswand und schließt die Augen. Irgendwo draußen heult ein Wolf nach seinen Artgenossen und ein Oger schnorchelt mit markerschütterndem Grunzen in die Nacht hinein.
Er seuftzt noch einmal kurz und sieht wieder auf das Pergament. Dünne, kraklige Linien sind darauf zu erkennen. Skizzen von Häusern, kleinen Flüssen und Statuen, sowie Notizen sind darauf zu erkennen. Alt sehen die Aufzeichnungen aus, scheinbar gezeichnet von einer langen, ereignisreichen Reise. Als er das Pergament wieder faltet, mag man ein gekrizeltes 'Finsterwangen' erkennen.
Neuerlich ein Seuftzer aus der trockenen, rauhen Kehle des Mannes. Ja- lange ist es her seitdem er aufgebrochen ist. Man hat ihm nicht geglaubt. Man hat ihn gelehrt, dass er seine Hirngespinste vergessen soll.
Gelehrt? Ja, so nennt man es wohl, dachte er bitter.
Disziplin, Ordnung, Strebsamkeit, Opfer. Das sind wohl
die Stufen, die er zu gehen gelernt hat. Doch hat er
sein eigenes Ziel nicht aufgegeben. Wissen erlangen.
Uraltes Wissen über eine halb vergessene Zeit. Eine
Zeit, die die meisten in den stinkenden Städten wohl
über ihrem Reichtum und ihrer scheinbaren Sicherheit
vergessen haben.
Schritt um Schritt ist er manchmal auf blutigen Händen
und Füßen, am Ende seiner Kräfte vorwärtsgekrochen.
Mit Federkiel und Pergament, bereit Informationen zu
notieren, die ihn weiter bringen. Weiter auf seiner, vielleicht endlosen Reise.
Plötzlich durchbricht ein zorniges Knurren das inzwischen vertraute Brausen des schneidenen Windes. Der Kopf eines Grauwolfs erscheint am Ende des Felsvorsprungs. Die gelben Zähne des ausgemerkelten hungrigen Tieres werden von sabbernden, gafernden Leftzen mit weißem Schaum umrahmt. Müde huscht ein misslungenes Grinsen über die Züge des Mannes, ehe er seine Hand in Richtung des Wolfes hebt, die Augen verengen sich, leise knurrt er Ing Por Ylem. Kleine flammende Fäden ziehen sich vom Handgelenk zu den Fingerspitzen, wo sie sich zu einer routierenden Kugel formen. Fast augenblicklich schießt diese vor und trifft den Wolf in den gafernden, gierig geöffneten Fang. Leise heult er auf als die Leftzen zu bluten beginnen und sich die Tasthaare um seine Schnauze ob der Flammen zu kräuseln beginnen. Ein kaltes As Man ertönt und die eitrigen Wunden an dem eher an einem Skelett gleichendem Koprus platzen auf und auch die Wunden an den Leftzen beginnen Blut regelrecht auszuspeien. Der Wolf knickt zunächst nach vorne, dann zur Seite ein und bleibt reglos in einer Blutlache liegen.
Der Mann erhebt sich seufzend, einen Dolch ziehend, und schneidet dem Wolf den hinteren Lauf ab. Ungeschickt zieht er das Fell ab und wickelt die Keule in einen schmutzigen Lederfetzen, den er in die Glut wirft.
Nachdem er wieder an die Wand gelehnt ruht, fliegt die Keule mit einem Wink seiner Hand zu ihm. Lustlos beißt er Fetzen ab und schlingt sie hinunter- als sich wieder ein dunkler Punkt, dunkler als die Nacht, draußen vom Himmel abhebt. Flügelschlag ertönt und ein schmuddeliger, dreckiger Rabe erscheint und lässt sich auf dem Wolfskadaver nieder. Er beginnt sein grausiges Mal rupfender- und zupfenderweise, ehe er in grotesken Bewegungen auf die Schulter des Mannes hüpft und seinen Kopf an dessen Ohr hält.
Sacht nur nickt dieser und streicht über das Gefider des Unglücksboten, was dieser mit einem hacken nach dessen zerschrammter Hand quittiert, ehe er sich mit behäbigem Flügelschlag in die Nacht hinausschwingt...

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.08.05, 17:55 
Edelbürger
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Wohnort: Kurpfälzer im Mainzer Exil
Am nächsten Morgen hat sich der Regen gelegt. Der Himmel ist klar, auf ihn brennt die unbarmherzige Sonne.
Mit steifen Knochen, die beim Aufstehen dumpf knacken, erhebt sich der Mann in weißer Kutte und streckt sich, nachdem er unter dem Felsvorsprung hervorgekrochen ist.
Irgendwo hört er wieder die vertauten Geräusche des Ödlandes; das zornige, hunrige Heulen der Wölfe, das Schlurfen der einfältigen Oger und das Schmatzen der gierigen anderen Kreaturen, die sich an seinem Körper gütlich tun möchten.
Unbarmherzig brennt in diesen Tagen, zumindest während der Helligkeitsphasen, die Sonne mit ihrer ganzen Kraft auf diesen Teil Tares, während sich in der Nacht ultraviolette Blitze, begleitet von einem unheimlichen Sturm, über der Einöde entladen. Vor seiner Reise in die Tiefen und Weiten des Pfades, den seine Meister, Lehre nannten, hatte er von einer Gestallt gehört, welche in einem Teil des Landes in Erscheinung getreten sei. Auf der Suche nach ihr und ihren Beweggründen war er viele Meilen gegangen und hatte schließlich doch nur Leere gefunden, da die Gestalt nicht erschienen war.
Dafür hatte er Monoliten gefunden, schwärzer als die Nacht mit seltsamen Zeichen und Blut bedeckt. Er hatte Höhlen erforscht und nach weiteren Schriften gesucht, jedoch hatte er etwas anderes gefunden.
Gesichter, langezogene Köpfe, die sich, weiß und starr wie sie waren, von der sich veränderten Einöde abhoben.
Nachdem er gestern, mehr oder weniger freiwillig, den Ruinen Finsterwanges einen grausligen Besuch abgestattet war, wollte er sich nun aufmachen, wieder in die Nähe seiner, doch zu mindest für die Zeit seiner Lehre vertrauten Hallen. Vertraut, dachte er. Was für ein befremdliches Wort. War er doch schon vor seiner Reise hierher nie irgendwo wirklich vertraut gewesen. Er verabscheute die überfüllten, stinkenden Städte Tares, in denen die vermeindlich Reichen der Erde ihren widerlichen Glanz zur Schau stellten und Angaben mit ihrem Wissen, was bei den meisten doch nur lächerlich beschränkt war.
So war er doch stets ein Wanderer gewesen. Ziellos und eigentlich uneins mit sich selbst. Von einem rastlosen, unergründlichem Zorn erfüllt, der jedem entgegenschlug, der sich seiner zu Nähern gedachte, den jeder irgendwann zu spüren bekam, der glaubte ihn zu kennen oder gar nah gewesen zu sein.
Er spuckte einmal auf den vertrockneten Boden vor sich aus, knackte noch einmal mit den Knochen und löschte das Feuer mit einer unwilligen Handbewegung seinerseits. Er griff den Stab und machte sich in die bekannte Richtung aus, aus der er vor so vielen Zyklen gekommen war.
Unterwegs begegnete ihm niemand. Nicht einmal die sonst so fährtenbewanderten Grauwölfe ließen sich blicken, wo sie doch sonst so besessen auf seiner Spur gehetzt sind, in der Hoffnung ihre Zähne in sein vordorbenes Fleisch graben zu können.
Er ließ die vetraute Umgebung hinter sich und überquerte eine Brücke, als auf einmal ein Wolf entgegenhetzte. Er verharrte mitten in der Bewegung und schleuderte ihn mit hasserfülltem Blick und einem Murmeln, das seiner ausgetrockneten Kehle krächzend entrann, mit einer krallenden Bewegung in die Schlucht, in die der Wolf mit ängstlichem Winseln entschwand.
Nun stand er vor einer Schlucht, straffte sich noch einmal, sammelte sich und betrat die Schatten...

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