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 Betreff des Beitrags: Nachtwächter
BeitragVerfasst: 27.08.05, 05:00 
Ehrenbürger
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Ruhig saß der Rekrut des Banners auf der hintersten steineren Bank in den Räumlichkeiten der Ecclesia Elementorum. Die lodernden Flammen aus der Feuerschale, welche hinter ihm auf einem der Altare emporstiegen, erhellten die Räumlichkeit durch ein Spiel aus Licht und Schatten, dass an den Wänden emporkroch. Nur gelegentlich fiel die Helligkeit auf die beiden schlafenden Personen, welche sich zwischen den mittleren Bänken des Schreines in Fell gehüllt dem Schlaf hingaben. Der Blick des Rekruten harrte auf den beiden. Unablässlich. Die eine Dienerin Xans, der andere vermutlich ein Freier, noch vor einem Zyklus Opfer eines Magiers. Jener würde sich allem Anschein nach am morgigen Tage erneut die Ehre geben. Er wollte den Freien offensichtlich zu einem Unfreien machen, ihn zu seinem Diener erheben.

Der Rekrut fuhr sich mit den in Leder gehüllten Handschuhen
über die rechte Schläfe. Nach vorne gebeugt und die andere Hand auf seinen Knien stützend gab er ein recht armseeliges Bild ab, entgegen der Erwartung des glänzenden Bannersoldaten. Das Barett lag traurig zerfaltet unter der Bank auf der er saß, hinter seinem Rücken auf dem Boden lag ein ebenso lieblos anmutendes Fell, das selbe Fell in dem die beiden anderen schliefen. Er stieß einen leisen Seufzer aus und blickte vor sich auf das Spiel der Flammen, während er zunehmend in Gedanken versank.

Wusste sie es? Nithavela. Ursprünglich wollte er sich gar nicht so tief in die Angelegenheit verstricken. Nachdem er den Freien und den Magier auf dem Brandensteiner Marktplatz antraf, war es nichts weiter als der übliche Wahnsinn, den er seit der Schlacht am Sumpf jenseits des Ostwalls für selbstverständlich erachtete. Er trug den verwirrten und desorientieren Markwirt zusammen mit einem Helfer zum Schrein der Ecclesia. Das darauffolgende Gespräch des geschundenen mit der Dienerin Xans war auch nicht viel mehr als reine Routine, einfach dabei sein und alle Auffälligkeiten notieren, vorlegen, und weiter seinen Dienst schieben. Ein laues Gefühl machte sich in dem Magen des Rekruten breit. Wann hatte er denn schon jemals etwas vorgelegt? Die Zeit, die er beim Banner verbrachte bestand viel mehr aus dem Spazierentragen seiner Uniform. Aber es musste sein. Sie war es vermutlich auch, die ihn vor der Offenbarung vor Nithavela gerettet hatte. Er entsprang seinen Gedanken und lenkte den Blick wieder in Richtung der beiden schlafenden, diesmal betrachtete er die Dienerin Xans eingehend. Sie hatten einen Garn um ihren Finger gewickelt, und ihn mit der Hand Markwirts verbunden. Sie traute dem Rekruten nicht.

Was war passiert? Natürlich.. Das musste es gewesen sein. Sie hatte den Schrein kurz verlassen. Das musste der Zeitpunkt gewesen sein an dem sie irgendetwas mit der Türe anstellte. Der Rekrut lächelte leicht auf, der schlafenden ein anerkennendes Nicken schenkend. "Nicht übel, zufall oder nicht. Da hat jemand ein gutes Näschen."
Er hatte sich freiwillig angeboten Nachtwache zu halten, es wäre ja durchaus möglich das besagter Magier des Nachts auftauchen und sich seinen Diener aneignen würde. Aber zurück zur Türe. Abermals seufzte er leise auf. Zu viele Gedanken kreisten in seinem Kopf umher, so fiel es ihm schwer sich eingehend zu konzentrieren. Wusste sie es?

Sie schickte ihn zum Brandensteiner Leuchtturm, er solle Kontakt zu anderen Magiebegabten aufnehmen um jenen von dem Vorfall auf dem Marktplatz zu unterrichten. Sicherlich, um diese Zeit würde er ohnehin niemanden mehr antreffen, so erhob er sich von der Bank und schritt zur Türe des Schreins. Was dann jedoch geschah, musste eindeutig das Werk Nithavelas gewesen sein. Ein kalter, eisiger Schauder kroch seinen Rücken hinab, dicht gefolgt von einem tiefen, beinahe panikmachenden Gefühl der Angst. Noch ehe er den Türknauf griff fühlte er bereits ihren Blick in seinem Nacken. "Töricht.. Narr.. Idiot.." flüsterte er leise zu seiner selbst. Anstatt einfach durch die Türe zu schreiten, stellte er sich ihrer Frage was denn los sei, und verstrickte sich in eine mehr als fragwürdige Konversation, die auf Seiten jedes Bauerntrottels Misstrauen erworben hätte. "Bauerntrottel.. Ja, genau wie früher.." spöttelte er, kurz darauf jedoch fiel sein Blick wieder auf die schlafende. "Und was ist mit dir? Welcher steinige Weg dich wohl hierhin geführt haben mag." murmelte er leise.

"Und ich bin auch noch zurückgekommen.." er ballte die Hand, welche zuvor noch an seiner Schläfe ruhte zur Faust. "Und wieder dieses Abscheuliche Gefühl..." Natürlich erzeugte sein krampfhaftes eintreten erneut Misstrauen. Nur schwerlich gelang es ihm sie einigermaßen abzubringen. Er hasste es. Der eindringliche Blick, das sticheln, die offene Schusslinie. Er wusste das sie vermutete. Als sie sich nach einem langem Gespräch endlich zur Ruhe begab, jedoch nicht ohne jenen Garn zu Markwirt zu spannen, kam die Stille. Wusste sie es?

"Sie weiß es, Benedikt. Ganz gewiss. Wahre dein Gesicht. Beseitige sie." Er zuckte zusammen, und wurde sofort aus seinen Gedanken gerissen. Von draussen drang das zirpen einiger Grillen in den Schrein. Er saß aufgeschreckt auf der Bank, nun aufrecht und sich wachsam umsehend.

"Du?" - "Ja, mein Liebster." "Liebster?" Das leise, mädchenhafte kichern riss seine Augen weit auf. Er erinnerte sich. Sie war wieder zurückgekehrt. "Töte sie. Dann ist der Weg frei." Der Rekrut blickte mit den weit geöffneten Augen vor sich auf den rot bestickten Teppich, welcher zum Altar hin führte. "Jetzt verstehe ich, du hast mich hier her gebracht... Ist es das? So funktioniert es? Ich hätte nicht gedacht das es so einfach ist. Du nimmst mir die Auswahl meiner Opfer ab?" Das lodernde Schattenspiel der Wände gab keine Antwort. "SPRICH Z.." entfuhr es ihm, ehe er seine Stimme unverzüglich wieder zügelte. Nithavela drehte sich auf dem Fell, um sie zu wecken hatte es glücklicherweise nicht gereicht. Also sollte er sie töten? Es war wirklich leicht. Er konnte sie beide töten. Alles was er tun musste war sich zu erheben und die Klinge in beider Leiber zu versenken.

Langsam, zögerlich richtete er sich auf. Er legte seine Hand an den Schwertgurt und zog sorgsam, möglichst geräuschlos die Klinge. Niemand ausser ihm und ihr würden zeugen der Tat werden. "Und was sage ich dem Banner?" "Der Magier, mein lieber Benedikt. Der Magier." "Richtig, der Magier." Langsamen Schrittes näherte er sich den beiden, das Schwert zum Stich von oben herab haltend. Dann stand er direkt vor ihnen. Erst wanderte sein Blick zu Nithavela, dann zu Markwirt. Wer zuerst? Sie.
In dem Augenblick, indem er bereit war zuzustechen, erfüllte plötzlich eine ungewöhnliche Stille den Schrein. Das zirpen der Grillen war verschwunden. die Schatten and der Wand schienen langsamer zu wandeln. "Und vermeidet es bitte, Blut zu vergießen. Dies ist ein geweihter Ort." Die Worte der Enhorgläubigen fraßen sich in seinen Kopf. Bilder aus seiner Vergangenheit, ein herrenloses Schwert das sich in eine morsche Holzwand bohrt, ein Aufschrei.

Die Klinge fand ihren Weg zurück an den Schwertgurt, und der Nachtwächter nahm seinen Dienst wieder auf.


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BeitragVerfasst: 27.08.05, 14:48 
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"SPRICH Z..."

Die junge Xandiener zuckt etwas zusammen und schreckte hoch aus dem flachen Halbschlaf. Eine Schlaftechnik welche sie in langen und langweiligen Unterrichtsstunden perfektionierte. Sie zwang ihren Atem auf das ruhige säuseln des Schlafes zurück, die angesetzte Bewegung in ein herum drehen verlängernd, sodass sie mit dem Rücken zu dem Rekruten lag. Lange, endlos lange Sekunden war Stille, dann hört sie ein leises Klicken und hörte die gedämpften Schrittes des Rekruten welche sich auf sie zu bewegten. Das leise gedämpfte Kratzen einer verhalten gezogenen Klinge sang in ihrem Ohr, dann wieder die Schritte auf sie zu.

Du willst mich also angreifen.. willst mich töten, hier im Schrein meiner Herren?

Schon früh hatte sie ein Misstrauen zu ihm ergriffen, genauer gesagt in dem Moment als er die durch einen Schutzsegen geschützte Tür nur widerwillig durchschritt. Wie er zuerst mit ihr diskutierte. Wie er blass auf die Bank sackte und meinte er würde frösteln. Frösteln, mitten am Tagzyklus, zudem in diesem Mond. Sie hatte sich wirklich eine schwerer zu durchschauende Lüge erhofft.

Ihre Hand suchte und fand den Wasserbeutel, ihn an sich ziehend. Nur noch wenige Schluck waren darin, schwappten leise zwischen ihren Fingern.

Würde es genügen? Natürlich würde es genügen, sie war in der Kapelle der Herren. Doch glaubte sie nicht das er es wagen würde, das Blut einer Dienerin in ihrer eigenen Kapelle zu vergiessen. Sie erinnerte sich an einige Worte die sie spät in der Nacht bereits noch gewechselt hatten.

"Warum... habt ihr euch entschlossen zu helfen und hier zu verbleiben.", hatte sie gefragt.

"Aus Menschlichkeit und Pflichtgefühl." Pflichtgefühl... was war es das ihn wirklich antrieb... wer sollte sprechen?

Still stand er über ihr, sie konnte fast die auf sie gerichtete Klinge spühren. Einige stille Sekunden stand er so da, während sie sich konzentrierte, bereit, sich zu verteidigen, sollte er den nächsten Schritt zu gehen gedenken. Dann... trat er wieder von ihr fort, das Schwert scheidend. Sie entspannte sich wieder, den Atem leise entweichen lassend. Kurz spührte sie ein leichtes Zupfen an ihrem Finger als sich Markwart im Schlaf bewegte, sie hörte ihn kurz "der Magier" flüstern, dann lag er wieder ruhig.

Die junge Xandienerin lag wieder ruhig da, ihr Rücken zugewandt dem Wächter, der noch vor kurzem hinter ihr Stand, das Schwert zum Stoss erhoben. Ihre Augen halb geöffnet blicke sie über die Wände des Schreins, welche von dem warmen, rötlichen Schein des Feuers erhellt wurden, während gleichzeitig der Himmel von dem Beginn des nächsten Zyklus kündete. Schon bald würde sie aufstehen und sich dem Magier, würde er denn auftauchen, stellen müssen. Doch wie so oft hatte die Suche nach einer Antwort zu einem neuen Rätsel geführt...

Benedikt... wer bist du...?

_________________
Spieler von:

Nithavela, Hohepriesterin Xans
Iomine und Herrn Mümmel, Glücksbringer und Stoffhase


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BeitragVerfasst: 27.08.05, 16:55 
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Langsam schreitet der Mann durch die Gassen Brandensteins, die Hand wie eine Wünschelrute vor sich ausgestreckt.
Immer mal wieder nimmt er eine Abzweigung und geht eine Gasse runter, die Hand wandert suchend umher...

Trist prasselt der Regen gegen die geschlossenen Fensterläden, einsame Hunde streunen bei dem Wetter durch die Gassen. Ab und an ein lieses Hufgeklapper in einiger Entfernung, bis der Mann letzlich vor dem Elementartempel zu stehen kommt.

Langsam schreitet er auf dei Tür zu, ein Griff an die Klinke, da zuckt er auch schon zurück. Die Haare im Nacken aufgestellt, durchfährt ihn so etwas wie ein Schauer der Angst.

"Dammich, was ist das denn für eine Hexerei?", murrt der Dicke etwas verdutzt. Abermals streckt er die Hand aus und versucht die Tür zu öffnen.
Doch auch diesmal, das ansteigende Herklopfen, die Panikattacke und das Gefühl von Gefahr...

"Wie hat ers noch erklärt...?" geistert es ihm durch den Kopf. Der alte Mann hatte es ihm damals erklärt, das Forschen mit dem Geiste...
Sein Willen konzentrierte sich, ein kurzes Schließen der Augen und er sandte seine Gedanken tastend vor zu dieser ominösen Tür.
Eine Weile nichts, doch dann, ein Schutzzauber, scheinbar elementarer Herkunft.

Seine Augen öffnen sich wieder, in den Pupillen ein geierartiges Grinsen, als hätte er eine Idee.
Die Hand greift sich einen Sprengtrank vom Gürtel, Daumen und Zeigefinger reibt er aneinander und entzündet die Lunte.

Die folgende Explosion riss die Tür aus den Angeln, dichter Rauch verteilt sich im Eingangsbereich, eine Frau schrie keifend durch den Dunst der Explosion. Hustend trat er ein, schaute sich fast blind vor Rauch um, bis er dann IHN erblickte, den Grund für sein Hiersein.

Der Mann, ein rotbärtiger Glatzkopf mäßigen Aussehens, kaum den Aufwand wert, den er hier trieb, stand verängstigt zwischen einer Hexe der Elemente und einem Mann von diesem Lehensbanner.

Komm, mein Diener, gehen wir..., seuselte er durch den dichten Rauch, was zugegeben ein wenig pathetisch klingen mochte, aber er hatte so lange keinen guten Einbruch mehr gemacht.

Der Kerl, verängstigt bis ins Mark, folge wie ein braver Hund. Hach! Es war so einfach, diese Bauernlümmel, fast beglückwünscht er sich schon selbst, wenn da nicht...ja wenn da nicht dieser hartnäckige Piepton des Gekeifes der Frau gewesen wäre...

Was wagte sie es überhaupt, sich da einzumischen?`Am liebsten hätte er sie gleich in gut geröstetes Wildbrett verwandelt, aber dieser ewige Verfolgungseifer der Banneristen überzeugte ihn dann doch für eine etwas diplomatischere Lösung!

Hinter sich erschuff er eine Mann hohe Flammenwand, durch die durch ihn ein heißes Schwert an der Schulter traf, fluchend taumelte er zurück, aber die Wand hielt sie auf...

Eilig rannte er Markwart nach, bellte ihm im Laufen ein paar Kommandos zu, bei diesen Bauern musste man am besten einfache, verständliche Stäze benutzen, am besten "Sitz!" oder "Platz!"..

Doch schien der Mann zu verängstigt um sich zu weigern und folgte ihm, was aber auch die Elementartante und ihr Schoßhund mit Schwert taten, scheinbar hatte die Schachtel seine schöne Flammenwand einfach gebannt!

Recht schnell wurden sie eingeholt, der Rekrut eilte mit dem Schwert heran, auf seinen Diener zu. "Soll er sich doch seinen eigenen suchen!, schoß es ihm durch den Kopf.
Eilig riss er die Hand hoch, sammelte seinen Willen und schoß diesen gebündelt auf den Mann. Ein heißer Flammenstrahl schoß über die Rücken der am Boden rangelnden Männer hinweg.

Einen kurzen Moment hielt er inne, eine geistige Notiz
"Rudolph, zielen üben!".
Doch was war das? Die blaugekleidete Markthexe erschuff mit ihren kümmerlichen Kräften gar eine Wasserkugel! Wasser, das war íhm nun wahrlich nicht zu pass!

Eilig zog er sich von ihr zurück, im selben Moment riss sich sein braver Diener los und sie rannten los.

Vorbei an vielen Passanten, die sichtlich unbeeindruckt von seinem Feuerspecktackel und dem Wasserwerfen der Frau, einfach weiter gingen, als wäre nichts...
Wieder eine geistige Notiz:
"Rudolph, demnächst einen Flammendämon beschwören und auf die passanten Brandensteins hetzen!".

Doch dann! Wie ein Pfeil schoß ein Elf an ihnen vorbei und stellte sein Pferd so exakt in das riesige Stadttor, dass es unmöglich schien hindurch zu kommen.
Tja mein Lieber, heute ist nicht dein Glückstag!" murmelte er, griff sich den nächst besten Feuerirwisch und schleuderte ihn einfach auf das Gesicht des Elfen.

Siehe da!

Erfolg, der Elf taumelte aus dem Tor und unter Verfolgung durch einen nun gut 4000 Mann starken Mob machten sie sich auf die Flucht Richtung Wald.

Doch kurz vor der schützenden Waldgrenze, traf ihn ein Speer an der Schulter und er kippte zu Boden. Knurrend schnaufte er in den Dreck. "Was bildeten die sich ein?!".

Doch man muss als General auch mal ein Unentschieden aktzeptieren. Mit einer resegnierten Stimme murrte er Markwart zu "Ich hole dich ein andern mal....

Mit einem gebündelten Willensakt, lies er dann seine Konturen verschwinden und hüllte sich in ordentlich Laub und Geäst.

Aus seinem Versteck heraus beobachtete er dann ein sehr seltsames Schauspiel, die eben noch so emmsigen Verfolger fingen an sich gegenseitig umzuschlagen. Ganz voran diese riesege Nortravin mit den Fasstitten.
Gröhlen rannte sie auf den einen Mann zu, der ihr freudig grinsend eins überbriet und sie bewusstlos schlug.

Tjaja...diese Städter...


Zuletzt geändert von Fin Razziel: 27.08.05, 16:57, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: In den Schatten
BeitragVerfasst: 27.08.05, 21:16 
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Langsam, leicht gekrümmt ob der Prellung in der Magengegend schritt der Rekrut über den Marktplatz, in Richtung des Magierturmes. "Das übernehme ich." So leicht war es gewesen, hatte er sich doch durch seine Verfolung des Magiers wahrscheinlich wieder ihr vertrauen erschlichen. Als er am Tempel der Viere angekommen war, machte er einen weiten Schlenderer und ging in östlicher Richtung weiter, direkt auf den kleinen Steg der sich dort an der Meerenge befand. Er nahm auf den hölzernen Stufen platz und öffnete seine Feldtasche. Hervor zog er ein fein gearbeitetes, knöchernes Armband. Es war in seinem Besitz.
Markwart hatte den Arm, welchen das Armband schmückte krampfhaft hochgerissen, als der Magier sich der versiegelten Türe der Ecclesia genähert hatte.

Vielleicht eine Art Band? Er hatte keine Ahnung von Magie, doch war offensichtlich, dass dieses Armband übernatürliche Fähigkeiten besaß. "Was wohl passiert wenn ich es anlege?" Eine Mischung aus Neugier und Kalkül bewogen ihn letztendlich dazu, das fein gearbeitete Schmuckstück an den rechten Arm anzulegen. Einen Moment hielt er inne, doch als nichts geschah überkamen ihn erste Zweifel. "Was für ein Schwachsinn... Ich vergeude nur wieder meine Zeit." Er erhob sich von dem Steg und machte sich wieder auf den Rückweg. Noch bevor er wieder auf der Straße angekommen war, überkam ihn jedoch ein recht merkwürdiges Gefühl. Gewissheit. Etwas zog ihn nach Osten. Ob es Intuition war oder der Einfluss Astraler Energie, interessierte ihn zu diesem Zeitpunkt wenig. Er fühlte sich sicher. Er würde das richtige tun.
Langsam schlenderte er wieder zurück zur Seeschlange, der Ort an dem sich die Gruppe nach der Verfolgungsjagd zusammengefunden hatte. Nithavela war dabei, die Ritterschaft über den Vorfall zu informieren. Markwart hatte dort sein Armband offenbart.

"Was sage ich ihnen?" Würde er mit dem Armband zurückkehren, wäre der Diebstahl zu offensichtlich. "Einfach lügen.." Er fertigte den Gedankengang rapide ab, fiel ihm doch keine passende Ausrede ein. Was wenn Sire Fedral Lavid bereits in der Seeschlange war? Langsam öffnete er die breite Eingangstüre, und zu seiner Erleichterung stellt er fest das die Taverne bereits verlassen war, nur eine einsame Gestalt saß beinekratzend an dem ehemaligen Ort der zusammenkunft. Etwas besseres konnte ihm gar nicht geschehen. Obligatorisch fragte er den Nortraven, welcher scheinbar mit Markwart bekannt war nach dessen Aufenthaltsort. Danach verließ er Brandenstein durch das Osttor. Spätestens beim Besuch bei den Magiern würde sein Diebstahl auffallen. Er streifte durch das nahegelegene Waldstück, ziellos und doch bestimmt. Nach kurzer Zeit erreichte er den Eingang einer Höhle, welchem er sich nur zögerlich näherte. Ein passendes Versteck. Der Dunkelzyklus war bereits über die Insel hereingebrochen, so würde er ersteinmal Ruhe für die Nacht finden. Die nächtliche Wache und die darauffolgende Verfolgung hatten ihn viel Kraft gekostet.

Kurz bevor er die stockdunkle Höhle betrat, trat direkt aus jener eine schemenhafte Gestalt direkt neben ihn. Beide hielten abrupt in ihrer Bewegung inne. "Der Magier." schoss es Benedikt durch den Kopf. Das ging wahrlich schnell. Er drehte sich nur ein kleines Stück zur Seite, den Blick auf den Höhleneingang haltend.

"Bist du es?" Die Gestalt schwieg, doch spürte er den Blick jener deutlich. Wortlos streckte der Rekrut den Arm zur Seite, an dem sich das Armband befand. "Ich trage dein Armband." Wieder kommentierte lediglich ein Schweigen seinen Satz, bis sich nach einiger Zeit eine düstere, verzerrte Stimme erhob. "Erkläre dich. Folge mir hinein." Ohne ein weiteres Wort zog sich die Gestalt in die Höhle zurück. Ein schemenhaftes Ross, dass er erst jetzt in der Dunkelheit bemerkte, folgte der Gestalt hinein. Nur schwerlich konnte er sich einen Weg durch die pechschwarze Höhle bahnen, er versuchte den Geräuschen der Schritte und Hufschläge zu folgen, stolperte mehrmals. Nach einem doch recht kurzen Weg erhellte ein loderndes Lagerfeuer einen Teil der Höhle, Felle waren rundherum ausgelegt. Nun konnte er auch die Gestalt näher erkennen. Eine Rüste, vollständig aus Knochen gefertigt, der Gang steif, mechanisch. War das seine wahre Gestalt? "Du hast es gefertigt, nicht wahr?"
"Zeig es mir." er machte das Armband los, reichte es sogleich herüber. Die Krallenartige Hand griff nach dem Armband, ohne es zu mustern harrte der Blick des Wesens weiter auf dem Rekruten. "Ein Astrales Gewebe verbindet es mit einem unbestimmten Ort." Die verzerrte Stimme sprach hallend, beinahe schmerzend. "zu welchem Ort?" entgegnete Benedikt neugierig, lag er doch richtig mit seiner Vermutung. "In den Schatten." hallte es zurück.

Ein beklemmendes Gefühl erschlich ihn. Die Gestalt war offenbar nicht die wofür er sie hielt. Ein Seelenfänger? Das machte seine Lage wesentlich unangenehmer als sie ohnehin bereits war. "Es ist gefährlich für jene, die nicht in den Schatten wandeln. Das Armband würde sich hervorragend dazu eignen einen Diener der Schatten zu erlegen." zischte die verzerrte Stimme weiter. "Also führt es mich zu den Dienern der Schatten?" entgegnete der Rekrut. "Möglich." "Gib es mir zurück, es gehört mir. Ich werde es an den Ort seiner Bestimmung bringen." Die darauffolgenden Fragen der Gestalt erinnerten ihn nur all zu genau an die Konversation, die er bereits mit Nithavela geführt hatte. Und wieder windete er sich so gut es ging hinaus, bis die beiden letztendlich wieder am Höhleneingang standen und der Seelenfänger ihn mit dem versprechen ziehen ließ, einen Magier als Beweis der Überbringung des Armbands zur Höhle zurückzuschicken.

"Ausgezeichnet, auch noch einen Seelenfänger verarscht." zischte Benedikt, als er sich entgegen seiner Versprechung weiter in Richtung Osten aufmachte. Da erinnerte er sich an die Worte des in Lumpen gekleideten, seltsamen Nortraven namens Broyd. "Solltest du je in Bedrängnis geraten, suche den Bereich nördlich des Ostwalls ab, dort wirst du Unterschlupf finden." Höchste Zeit. Jetzt wo er Gewissheit hatte, würde er das Armband sicherlich nicht mehr zurückgeben, um keinen Preis. Nach einem guten Stück Beinarbeit fand er jenen Unterschlupf, eine kleine, unscheinbare Grotte, die nur schwer erkennbar am Felsmassiv nahe des Ostwalls gelegen war. Er zwängte sich durch die Öffnung hindurch und kroch hinein. Dampfende Quellen und dicht bewachsene Felsen bildeten sein neues Zuhause. Er ließ sich in das hohe Gras fallen und seine Augen schlossen sich unverzüglich - zu erschöpft war er nach diesem anstrengenden Tag. Er umschloss das Armband mit der anderen Hand und setzte ein zufriedenes lächeln auf.

"Ein Stückchen näher am Ziel."


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