Siebenwindhomepage   Siebenwindforen  
Aktuelle Zeit: 1.05.26, 21:08

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: die Legende vom Windpferd
BeitragVerfasst: 17.09.05, 01:39 
Edelbürger
Edelbürger
Benutzeravatar

Registriert: 26.05.03, 18:02
Beiträge: 1310
"Und so höret die Legende vom mächtigen Shay'la, meine Kinder."
Die Stimme der Elfe erklingt in einem sanften, geschmeidigen Gesang, jeder Laut, jede Betonung genau dort wo er sein soll, wie eine von einem Komponisten geschriebene Melodie, die in sich mit sich selbst harmoniert.
Die Kinder - 3 an der Zahl, eine große Menge für so ein kleines Dorf - lauschen mit großen Augen und angehaltenem Atem.
"Es begab sich, das einst die ersten L'ath Lien fort zogen aus ihrem Heim. Sie wollten die Welt erkunden, die Sterne sehen wie sie an anderen Orten leuchteten und mit dem Wind laufen. So durchwanderten sie Tare, ihre Wälder und Felder, durchschwammen Seen und zeigten dem Adler, was Schnelligkeit heisst."
Sorgsam wählt sie ihre Worte, und vor ihr auf dem Boden erscheinen zarte, dunstige, durchscheinende Abbilder zweier sanft bläulich schimmernder weißer Pferde mit langen, seidigen Mähnen und silbergrauen, schimmernden Hufen.
Sie dösen aneinander gelehnt, Vertrautheit ausstrahlend.
"Sie fanden die schönsten Orte und hinterließen dort einen Hauch ihres Glanzes - das sind die Orte, an welchen später einst die Fey'amrai ihre Dörfer aufschlugen, denn sie spührten von jeher das an solchen Plätzen die Reinheit der beiden Ersten wirkte, für Frieden sorgte. Nach langen Jahrhunderten der Wanderung empfing sie ihr erstes Kind von ihrem Iama und wenige Jahrhunderte später war es geboren. Es war ein Sohn von schimmernd reinweißer Farbe, und sie nannten ihn Shay'la - der mit dem Wind fliegt. Lange Jahre folgte er seinen Eltern, doch dann, als er das Alter des Hengstes erreichte, da sah er etwas, das sein Herz stocken ließ und seinen Atem gefrieren: eine Stute, ein einfaches Pferd, ein Tier, das die Menschen heute reiten, doch damals waren sie rein, schön, nicht so schön wie die L'ath Lien und nicht von ihrer Reinheit, aber doch wundervolle Geschöpfe. Und so verliebte sich Shay'la in jenes Wesen und auch wenn seine Eltern es mit Sorge sahen - Pferde leben kaum so lange wie L'ath Lien - so gaben sie ihren Segen und Shay'la zog mit seiner Liebsten fort, eine eigene Familie zu gründen."
Die Erzählung der Elfe ruft erstaunte Minen vor, lautes 'ooh' und fragende Blicke, während sich Teile der Szenerie in der durchscheinenden Illusion zwischen den Elfen widerspiegeln, unterstreichend zu den Worten der Erzählerin.
"Lange Jahre lebten Shay'la und seine Liebste glücklich und ihre Familie wuchs, doch es kam, wie es kommen musste. Sie starb, lange Zeit bevor es für den Windläufer an der Zeit gewesen wäre. Doch der Schmerz um ihren Verlust trieb ihn fast in den Wahnsinn; er grämte sich, tobte, dann weinte er und trauerte Jahrzehnte, verlor jeden Lebenswillen und klagte den Monden sein Leid.
Zwei Geister und ein Mortai erschienen und boten ihm an, den Schmerz zu lindern: der Mortai bot an, die Liebste zu erwecken und sie an Shay'la zu binden, doch sie wäre seine Dienerin fortan, ohne jeden Lebensfunken, nurmehr eine fleischliche Hülle ohne Sinn und Verstand. Shay'la jagte wütend den Mortai davon und hörte sich an, was die anderen Geister zu sagen hatten. Der Geist des Silbermondes sprach: Akzeptiere ihren Verlust und gehe deiner Wege, du wirst neues Glück finden, wenn du bereit bist.
Shay'la dachte lange nach, dann wandte er sich dem dritten Geist zu, einem Boten vom lieblichen Mond. Dieser weinte eine Träne und strich dem Hengst über das samtene Fell. Der endlose Schmerz in seinem Herzen wurde leichter und so vermochte er es, dem Rat des ersten Geistes zu folgen.
Als es aber an der Zeit war für Shay'la zu sterben, da kehrte er an den Ort zurück da die Träne des Geistes gefallen war und legte sich dort nieder um zu sterben.
Als er schwand da erhoben sich Winde und umfingen seine Seele, trugen sie hoch und höher hinauf und gebaren ihm einen neuen Leib. Und so wandelt Shay'la überall dort wo es wilde Pferde gibt, die sein Blut, sein Erbe in sich tragen, und läuft mit dem Wind. Und noch heute kann ein Fey im Lauf eines Pferdes die Schönheit Shay'las erblicken und im Wiehern eines Hengstes seinen fordernden Ruf hören der da klingt: Lebe!"

_________________
Inaktiv.


Zuletzt geändert von Ardanielle Windspiel: 17.09.05, 04:35, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.09.05, 04:35 
Edelbürger
Edelbürger
Benutzeravatar

Registriert: 26.05.03, 18:02
Beiträge: 1310
((L'ath Lien: Elfenpferd
Lyrenn: Vitamalin
Mortai: böser Geist))

_________________
Inaktiv.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 44 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de