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 Betreff des Beitrags: Eynblick in die Ränke des Schicksals
BeitragVerfasst: 14.09.05, 19:05 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 14.09.05, 16:45
Beiträge: 3
Wohnort: Borast, nahe der Inkwittmoore
Eine junge, rothaarige Frau macht sich vom brandensteiner Hafen auf in die Stadt. Auf dem Markt erkundigt sie sich nach dem Palast des Grafen. Als man ihr jedoch mit Spot begegnet und ihr sagt, dass die neue Lehenshauptstadt Falkensee im Inselinneren sei, macht sie sich eilig auf zum brandensteiner Rathaus. Leider traf sie zur Mittagsstunde niemanden an und so kam sie zu Beginn des 7. Zyklusses erneut zum Rathaus. Doch noch immer war niemand zugegen. Sie wartete noch einige Zeit vor dem Gebäude, legte dann die kleine, verschlossene Lederröhre vor die Türe des Amtszimmers und eilte dann wieder zum Hafen.


*Die röhrenförmige Wildledertasche ist nicht ganz einen Spann lang und besitzt am oberen Ende eine Verschlusskappe. Auf ihr ist ein Wappen eingebrannt, welches eine Trauerweide und einen Turm zeigt. Das Leder ist recht durchnäßt und ein leichter Geruch von Salzwasser geht von ihr aus.
In der Tasche steckt zusammengerollt ein Stück Pergament, welches von einer schwarz, weiß, grünen Kordel zusammengehalten wird. Das Pergament scheint durch die Nässe relativ unbeschädigt geblieben zu sein. Lediglich die Ränder des Stückes sind feucht und das rote Wachssiegel, welches auf der Kordel klebte, ist zum Teil gebrochen und abgefallen. Jedoch läßt sich an dem Rest Wachs noch erkennen, dass der Brief bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelesen wurde.*



Wandeltag, der 2. Querlar im Jahre 16 Hilgorad

Euero hochwohlgeborn Lordschaft McKevin,
Graf von Siebenwind, Grotzmeyster des Ordens der sieben Winde und Hochmeyster des Drakenordens


Gepriesen seyd Ihr, von den Göttern erwählt!

Am gestrigen Tage suchte mich eyn jung Knappe vom Nam Duncus, vom herzöglich Hofe auf, welcher ganz aufgeregt ward. Er verzählte mir, dass er in das grausig Unwetter, welches unsere Provinz in den letzten Tagen hat heymgesuchet, gekommen war. Nah bey des Ortes Rahm warf ihn seyn untreu Ross ab und ward dadurch. Jedoch kam es nicht weyt. Vor seynen Ouge schoss eyn gewaltig Blitze auf des Tier nieder und mit eyn ohrenbetäubend Knall ward es verschwunden.
Nichts blieb vom Tiere oder der Ausrystung auf Tare. Lediglich eyn gülden Schlüssel lag im Regen. Eyn seltsames Glühen ging von diesem aus und es ebbte wohl erst nach etwa eynem halben Zyklus ab.
Zuryck in Ventria suchte er den Haupttempel auf und fragte die dortigen Geweythen nach eynen Deut. Diese versicherten ihm eynen direkten Fingerzeig der Götter. Er solle vull Zuversichte auf das Kummende schauen.
Duncus reichte dies aber mit nichten und suchte mich auf. Er wolle wissen, ob er mit meyn Hylf das Kummende ergründen könne. Wyr befragten der Kugel und sahen eyn Eynblick in die Ränke des Schicksals:
Aus dem grauen Nebel der Zeit streckte sich eyn Eilande empohr. Auf ihr waren viele Menschen, Zwerge, Elfen und ander Volk. Doch Tag für Tag ward ihnen der Alltag mehr und mehr eyn Greuel. Gier, Neyd und Hass machte sich unter den Bewohnern breyt und es teylten sich zwei Lager. Sie errichteten eyn unyberwindbar Mauer mit eynem großen, auf ewig verschlossenen Tore.
Hoch über all, auf eyne Hygel, stand stolz der Ritter Schar, angefyhrt von Euch, my Lord. Neben Euch der Knappe Duncus, um den Hals seyn Schlüssel an einer Kette.
Dann verfinsterte sich der Himmel und der Jahreszeiten vollzogen ihren Wandel. Große Ändernis suchte Euch und die Ritterschaft heym.
Als nächstes standet ihr vor dem großen Tore, jedoch in gewöhnliche Kleydung, nicht in Eurer Amtstracht. Um Euch herum eyn gar unnennbares Getöse, in Eurer Hand den glyhenden Schlüssel. Unter größter Kraftanstrengung ihr das Portal mit dem Schlüssel öffnetet und all erstrahlte in eynem grellen Licht.

Die Vision ward vorryber und Duncus war klar, dass er zu Euch auf des Eilande reysen müsse. Ich setzte dieses Schreyben auf, und riet Duncus es Durchlaucht orzulegen und ihn darum zu bitten ihn ziehn zu lassen.


Schutz und Schild auf all Euren Wegen, my Lord.

Cylothis die Ältere
Seherin zu Ventria


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BeitragVerfasst: 18.09.05, 13:18 
Festlandbewohner
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Beiträge: 1076
Wohnort: Österreich
Wieder einmal auf einem seiner Rundgänge durch Brandenstein, kommt auch jener Ritter am Rathaus vorbei um Nachrichten am Brett beim Rathaus in Brandenstein zu lesen, als er auf der Treppe stehend jenes runde Lederbündel vor der Türe zu des Ritters Stube sieht. Gemächlich schlendert er auf jenes "Päckchen" zu und hebt es auf. Nach kurzem betrachten kehrt er Richtung Anschlagbrett herum und liest noch einiges Nachrichten auf jenem.
Sodann führt ihn sein Weg in die Burg Brandenstein. Dort angekommen, öffnet er die Lederröhre und entnimmt den etwas nassen Brief. Kurze Zeit betrachtet er jenen eingehenst, auf der Suche nach einem Empfänger. Nach einer Weile beginnt er das Siegel zu brechen und den Brief zu entnehmen. Die ersten Zeilen lesen, stockt er und faltet ihn sogleich zusammen und sucht sich ein Stück Papier und Feder und Tinte. Den einen Brief legt er zurück in den Umschlag und aussen auf den Brief legt er seine selbst geschriebene Nachricht


Mein Graf Robaar,

man entschuldige sich für die Öffnung des Schreibens, doch dieses Bündel fand man vor dem Rathaus zu Brandenstein und kein Empfänger war darauf notiert.

*gezeichnet*
Ritter Laurec Llewellyen

Sodann legt er jene Lederrolle samt Inhalt vor die Türe des Grafen und geht seinem gewohnten Tagesablauf nach

_________________
Marcus Tullius Cicero hat geschrieben:
Einen sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache.


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BeitragVerfasst: 26.09.05, 16:27 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 14.09.05, 16:45
Beiträge: 3
Wohnort: Borast, nahe der Inkwittmoore
*auf dem Marktplatz, ein einem der Holzstände hängt, ein einem Nagel befestigt ein übergroßes Stück Pergament, welches nichteinmal zur Hälfte beschriftet ist. Die Schrift ist recht groß und leicht kritzelig, als sei sie von einer unruhigen Hand geschrieben worden.*



Endtag, der 10. Querlar im Jahre 16 Hilgorad


Wertester Knappe Duncus,


schrecklyches sah ich in den letzten Nächten:
Euer Vorhaben steht unter eynem dysteren Stern, Tod und Verrat seyen Eure Begleiter auf der Reis. Vertrouet gar niemanden denn eyn wandelnd Schatten trachte nach dem gülden Schlüssel! Suchet sofort ihr dies Pergamet haltet die Diener der Viere auf und dränget auf ihr Hylf, man darf sie Euch nicht verweygern!
Warnet ouch Euro neuen Herrn, denn ouch er uns seyn Untertanen seyen in Gefahr. Wenn seyn Schwerte schwarzes Fleysch beißt und faulig Bloud aus kaltem Steyn dringet, sey seyn einzig Hoffnung eyn alter, vergessener Freund.


Der letzten Nächte raubten mir schier den Verstand. Großes steht dem Eilande Siebenwind und seynen Bewohnern bevor, doch werden es nur jene erblicken kunnen, welche sich tief in die Wunden Tares hervorwagen, denn dort wird sich der grotz Wandel vollziehen! Ich werde, so min alt Kraft es noch zuließe, zum Eiland reizen. Seyd derweyl auf der Hut!


Cylothis die Ältere
Seherin zu Ventrina

Schutz und Schild auf all Euren Wegen


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