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 Betreff des Beitrags: Der Blutige Pfad der Götter
BeitragVerfasst: 7.10.05, 11:37 
Einsiedler
Einsiedler

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„Friede ist das höchste Gut, aber es ist nie erreichbar. Die Natur des Menschen ist kriegerisch und sein Wille Macht zu erringen größer als jedes Gut auf Tare.“
Tagebuch des Aekoric de Var, Mittentag, 3. Carmar 16 nach Hilgorad


Es schien ihm alles in die Hände zu fallen. Sorgen ? Sie waren verschwunden. Angst ? Nicht mehr vorhanden. Die ersten Nächte, seit seiner Ankunft, die er ruhig schlafen kann. Sein Körper wieder gestählt durch seine Übungen.

Die Wochen auf dem Schiff waren für ihn ein Graus. Der peitschende Wind und die tobende See machte es ihm unmöglich seinen Körper so aufrechtzuerhalten. Der Magen drehte sich, Essen konnte er kaum. Als er die Stege Siebenwinds betrat und das Ketsch betakelte Schiff langsam die Waren ablud, atmete er ruhig aus und küsste den Boden unter seinen Füssen. Ein Dank an die Götter.

Eine leere in ihm. Rechtsschaffend aber ohne Möglichkeit. Der Bund ? Aufgelöst! Banner ? Er wollte da nie hin. Knappschaft ? Als ob sich ein Sir sich ihm erbarmen würde!
Dem zu trotzen galt es. Nie wollte er sein Leben als Söldner verbringen, sein Geld immer nur für wenige Tage verdienen. Er wollte etwas größeres. Etwas was seinem Vater ehren werde, den er so entehrt hatte.

„Die Liebe, ein Fluch. Obwohl geschaffen von der lieblichen, schafft Sie meist mehr Schmerz als Freude. Zwänge, Ängste, Eifersucht. Es galt nie zu lieben, sondern die Vorzüge sich zu nehmen. Ungebunden, Offen, Frei.“
Tagebuch des Aekoric de Var, 15. Trier 14 nach Hilgorad


Sein Leben galt den Göttern, die Acht, ein jeder spiegelte ein Teil von ihm wieder und nur zusammen ergeben sie das Ganze. Jene schufen Tare zu dem, was es heute ist. Und seine Klinge galt dem Reiche, seiner Majestät Hilgorad ap mea Rex Falandria, Bewahrer des wahren Glaubens.

„Kämpfe wurden gefochten in den weiten Ländern Vandriens. Flüsse aus Blut rannen an meinen Füssen. Morsan war allgegenwärtig, aber auch Angamon. Beide fochten nun einen Kampf um die Seelen der verstorbenen. Viele waren noch jung, zu jung. Einfache Bauern teilweise, mit einer Heugabel bewaffnet. Sie fochten für Ihren Glauben, für Ihre Überzeugung. Soviel Frevel für diese Taten, so viel Leid für diesen Weg. Kann dies der Wille aller Götter sein ?“
Tagebuch des Aekoric de Var während des Krieges Vandrien/Galadon


Nun sollte es soweit sein. Sein Herz war frei. Die kühle Luft umspielte seine Haare, seine Unterkunft war nicht sonderlich bequem. Bald werde der Morsan kommen und das Zelt ihm kaum noch Schutz bieten können. Geld für eine andere Unterkunft konnte er nicht aufbringen, nur schwer konnte er sich etwas von seinem Dienst beiseite legen. Nachdem sein einziger Mietstreiter im Zelt nun auch weg ist, wird er nun wieder dort alleine nächtigen. Vielleicht sollte er es aus Holz errichten, eine Tür rein, damit er ein wenig Schutz vor Tieren und der Witterung hat.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.10.05, 12:33 
Einsiedler
Einsiedler

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Wohnort: Falkensee Ghetto
„Das Leben bereitet uns nicht auf den Tod vor, der Tod bereitet uns für das Leben vor, das Leben nach dem Tode. Nur einmal noch die Liebkosung spüren, bevor der Gang vollbracht. Nur einmal noch spüren, bevor der Körper erschlafft. Dem Tode so nah und doch so fern. Einsamkeit! Frieden! Geborgenheit!“ Tagebuch des Aekoric de Var

Die traute Zweisamkeit, ein Traum ? Ist er überhaupt fähig zu lieben ? Oder sind es nur seine Triebe, die ihn leiten ?

Die Nacht kehrte wieder ein. Sein Schädel schmerzte, obwohl es sich alles taub von Drogen anfühlte. Seine Brust eingehüllt in Bandagen, die Blut durchtränkt sind. Er erinnert sich noch schemenhaft, schwarze Orken, Äxte, schwere Treffer an seinem Körper...
Er verzieht sein Gesicht kurz, als er mit der Hand über seinen Körper streicht. Die Frau, die bei ihm wachte, war weg. Es war wie ein Traum, als sie ihn berührte. Ein helles Licht sah er und schritt dahin zu. Auf einmal tauchte die Hand der Frau auf und flüsterte zu ihm: „Folge mir, folge mir, Liebes!“ Er griff nach Ihrer Hand, er war wohl selten so nah bei ihr, obwohl es nur ein Traum war. Ein Traum ? Es fühlte sich so real an.

Er verweilte noch so kurz auf diesem Eiland und dennoch erlebte er viel Leid, Eindrücke und Kummer. Seine Heimat war weit entfernt. Sein Herz auch. Seine Worte waren selten die Worte seines Herzens. Sie wirkten aufgesetzt, aber gut aufgesetzt, als ob er dieses schon Jahre geübt hat. Nur bei einer Frau schien er dieses der Wahrheit zu entsprechen. Es war nicht Liebe, es war einfach nur Leidenschaft, die ihn bei dieser Frau trieb. Eine Leidenschaft aus verschiedenen Gründen.

Die Acht standen ihm bei. Er dachte dies jedenfalls. Alle haben sein Schicksal mitbestimmt. Nicht er wollte auf dieses Eiland, nicht er wollte das dies alles so kommt. Die Götter wollten dies. Er dankte jeden einzelnen von Ihnen, jeden Tag.

„Das peitschen der Winde zieht über das Schiff, die Segel werden gerefft. Das Groß und das Fock halten die Wucht der Winde nicht stand. Die Wellen schlagen gegen den Rumpf, überspülen das Deck. Einige haben sich an den Masten festgebunden, damit sie den Sturm widerstehen. Die Seemänner steigen die Takelage hoch, versuchen die Segel einzuholen. Xan und Ventus scheinen sich auszutoben, ein Kampf um die Vorherrschaft am heutigen Tag zu fechten. Ich halte mich an der Reling fest, die Gischt schlägt mir ins Gesicht. Ich bete, dass ich diese Reise überstehe."
Tagebuch des Aekoric de Var, kurz vor der Ankunft auf Siebenwind.


Er kann sich noch erinnern, was sein Vater ihm sagte. Zeige Höfflichkeit und Achtung vor dem Weibe. Jenes seien die Geschöpfe der Herrin, an denen Sie sich besonders viel Zeit nahm. Etwas schöneres seie nicht zu finden. Sein Vater trug ihm viele weise Worte auf, aber so viele es auch waren, er vergaß sie nach und nach. Rothenburg war seine Heimat und wird es auch immer bleiben. Eine Trostlosigkeit und Einsamkeit umschattete ihn. Wird Vitama ihn jemals erfassen ?

In Rothenburg jedenfalls tat sie es nicht. Nur die Lust am Leben. Frauen. Wein. Leben!
Das Leben schien anders hier zu werden. Freude war selten. Ein ewiger Kampf gegen das „Böse“, gegen den Verfluchten. Unruhe durch Orken, Vernichtung und Tod. Er vermisste die Zeit, seine unbeschwerte Zeit, in Rothenburg.

„Hass! Eine Eigenart der Menschen. Hass!
Liebe! Geschenkt an die Menschen. Liebe!
Oft liegen beide nah beieinander.
Freude und Schmerz zerbrechen aneinander.
Nur der Wille zum Leben sei stark,
doch der Körper zu schwach.
Wir sind nur Marionetten im Spiel,
gelenkt von den Göttern so viel.
Entfliehen will man dem,
doch sei man mitten in dem.
Befreiet mich davon und lasset mich leben,
ich werde euch danken und immerdar anbeten.“

Eine krakelige Schrift unter dem Schreiben


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