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 Betreff des Beitrags: Endophalischer Hauch II
BeitragVerfasst: 11.10.05, 16:38 
Altratler
Altratler

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(Wiederum ein Sammelthread. Fänds Klasse, wenn wir die Begebenheiten um Mama Jai festhalten könnten und daraus gemeinsam ne Geschichte formen. :) Bewährtes Konzept..)

Kapitel 1
~ Der Duft des Südens ~

Die Nacht hüllte die weiten Ebenen, die endlos hohen Gebirgszüge, ja selbst das öde, staubtrockene Land hinter dem langgezogenen Wall in seine stillen, mattblauen Gewänder. Das leise Zirpen der Grillen, immer wieder von unregelmässigen Rhythmen durchbrochen, legt sich einem Chorus zarter Stimmen gleich über die Wiesen, über die bei Felaslicht grünen Auen. Vor einigen Tagen schon wurden die Aushänge mit der Kunde über die Ankunft einer Endophali an den Rinden, rau, mit Moos bewachsen, der unterschiedlichsten Bäume angebracht. Nun, da die geschwungene Schrift erneut mattgrün leuchtet, durch das Dickicht des Waldes schimmert, öffnen sich die kleinen Beutelchen von ungesehener Hand, zurrend die Kordel. Das Rascheln im Dickicht kündet von Regung, von Leben zu solch später Stunde. Leben in Form einer Windböe. So erheben sich die Zettelchen, die Buchseiten, das neue wie alte Pergament in die nächtlichen Lüfte. Jamila, Zacharias, Blasius. Den Geruch von gerösteten Kapern und wilden Rosen mit sich tragend, den Duft des Südens. Namen auf einer unbekannten Reise. Tzara, Bastean, Elena. Beschwingt flattern sie über die Dächer der schlafenden, von Bauarbeiten gezeichneten Hafenstadt hinweg und lassen sich in die, von einer dunklen, mit Altersflecken übersähten Hand, offen gehaltene Wildledertasche nieder. Samira, Mirian, Hanna. "So viele, mein treuer Begleiter. So viele, die die Kunde der Zukunft hören möchten, Omar." Das silbriggraue, zu zwei Kringel gebundene Haar der alten Endophali schimmert im kühlen Licht der Laternen und der riesenhafte, breitschultrige Mann, der hinter ihr das Schiff verlässt brummt verhalten vor sich hin, flüsternd zu sich selbst. "Das nicht seien gut, gar nicht seien gut. Omar hoffen das sie werden erkennen Wahrheit, bevor es seien zu spät."


Zuletzt geändert von Illis: 11.10.05, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 12.10.05, 00:11 
Festlandbewohner
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Der Geruch von Rost fraß sich in seine Schläfen und ließ ihn klarer denken. Das war nicht die gefrorene Stadt, es war lediglich ähnlich. Er war nicht alleine. Ruhe. Sein Herzschlag normalisierte sich. Weiter. Schweigende, erstarrte Menschen. Er wandelte in Trance durch die Gemäuer, roch den süßlichen Duft von Kandiertem und konnte den trockenen Wüstenstaub schmecken, der in der Luft lag. Und doch war nichts wirklich. Oder wie wirklich war es?


Sein Blick strich über die Wache, die Passanten, über die Palmen, über die Gemäuer. Über die Blutstropfen. Blutspuren zog man nur nach sich, wenn man bereits verschwunden war. Niemand zog eine Leiche durch eine ganze Stadt. Und hielt dabei ein Messer in der Hand. Sein Verstand blockierte für einen Augenblick die verwirrenden Bilder und versuchte Ordnung zu schaffen. Blut. Messer. Leiche. Garten. Unordnung. Es fehlte der Mörder. Richtig? Falsch? Ordnung? Chaos.


Plötzliche Regung. Seine Finger griffen vorsichtig nach dem rauen Pergament. Augenblicke später taumelte er zurück in eine andere Welt.


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BeitragVerfasst: 12.10.05, 15:03 
Altratler
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Blinzelnd irrte er durch den Nebel. Wo war er? Was war geschehen? Da plötzlich ein großes Gesicht im Nebel. Wer ist sie? Das Gesicht verschwimmt, wird vertraut. Er lächelt leicht. Das ist seine Frau. Weiter verändern sich die Züge, werden runder, nehmen eine dunkle Färbung an. Das war sie, die Wahrsagerin. Plötzlich lichtet sich der Nebel und mit ihm verschwindet das Gesicht. Sein Blick fällt auf eine vertraute Szene. Doch etwas stimmt nicht, alles wirkt so unwirklich. Plötzlich ein Mann, der auf ihn zu kommt. Er hebt einen Dolch, holt aus!

Schwer atmend und schweißüberströmend setzte Benion sich im Bett auf. Ein Traum... er hatte nur einen Traum gehabt. Seine Hand langt neben das Bett und zieht ein Pergamentstück aus der Robentasche. Nachdenklich fällt sein Blick darauf. Was das wohl zu bedeuten hat?

_________________
Benion - vita et amor - Pater Brown Verschnitt, Häretiker und Lord der Vitamith - Geburtshelfer: 8 mal - Ehejahre-Rekordhalter
Querdenker aus Leidenschaft.


Zuletzt geändert von Tim_Benion: 12.10.05, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.10.05, 06:59 
Ehrenbürger
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Wohnort: Tacatocoland :o)
Der weisse Vogel verschaffte sich auf seine ganz eigene Art und Weise Zutritt zu dem imposanten Magierturm, flog majestätisch durch die Hallen, vorbei an den verdutzten Novizen, zielstrebig in die Mensa um die Aufmerksamkeit der jungen Elfe zu erlangen, die in der Küche nebenan ihre Alchemieutensilien vorbereitete.
Eine menschliche Stimme entsprang dem geöffneten Schnabel…

Stürmisch ritt sie im halsbrecherischem Tempo durch die Finsternis, dicht an die Mähne des grauen Hengstes gesenkt.
Der Regen strich wie tausende kühle Finger beruhigend über ihr Gesicht.
Das Licht leitete ihr den richtigen Weg.

Ah, Aislinn… Jaja, pünktlich wie eh und je…

Eine warmherzige, gutmütige Frau…
Ein seltsam verstörendes Zelt…

Stell mir deine Frage, Kindchen…

Wörter, die sie in ihrer Seele trafen…
Wörter, die ihre tiefste Angst bestätigten…
Wörter, die ihre grösste Befürchtung ankündigten…
Wörter, die…
Ein Niesen.

Aislinn? Darf ich dir auch eine Frage stellen?

Dunkelheit… aufregende, unbekannte Gerüche liebkosten die feinen Sinne der Elfe.
Eine wunderschöne, südländische Stadt erfroren in der trockenen, umbarmherzigen Hitze Felas.
Der blutige Pfad der Gewissheit, doch was erstarrt sein sollte, bewegte sich... zittrig nahm sie, was man ihr überreichte. Wo fand sie nur was fehlte?
Dunkelheit… der vertraute Klang des Regens, der sie gnädig wieder in den Wald zurückholte, versteckt in ihrer Tasche das Pfand der andren Welt.

Ihr Zufluchtsort… endlich!
Sind Zyklen vergangen oder waren es nur Wimpernschläge?
Schrumpfköpfe, deren Anblick einfach… nun… Schrumpfköpfe eben.
Ein Verbrecher auf dem Schiff… Gerechtigkeit sehnsüchtig an der Küste.
Ihr Blut… Verführung… Verlockung… Versuchung… ihre Schwäche… gab es denn noch einen Rückweg?

Du bist ihr bereits einen Schritt weit gefolgt. Der nächste wird bald getan.

Die Elfe weinte bitterlich.

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Come on with the rain, I've a smile on my face...

[Quirian]: Ich will aber kein Eventler werden
[Becky]: Keine Sorge Quiri, die reden von guten Spielern..da gehörst du nicht dazu, also kannst du weiterhin Hüter bleiben..

Wir gegen Sie!
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BeitragVerfasst: 13.10.05, 13:50 
Ehrenbürger
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Kreischen.. ein weisser Vogel... weisser Vogel.. war da nicht was? Doch, da war tatsächlich etwas! Die Zettel im Wald, die Wahrsagerin. Jene die vieleicht doch mehr war, als man ihr ansah. Neugierig machte sie sich auf den Weg, um nur einen Moment später vor Mama Jai's Zelt zu stehen. Erst schien es leer, sie stutzte kurz, dann kam besagte Frau gleich um das Zelt herrum und plapperte munter drauf los. Ehe sie sich versah saß sie auf einem Stuhl. Die ältere sprach viel, aber nur eine Frage blieb ihr im Kopf hängen und wollte so schnell nicht mehr weichen.

Gerechtigkeit? Dafür einstehen? Sie? Naja, dachte sie sich, im Grunde... wenn sie von ihrer Definition ausging, dann stimmte es ja eigentlich. Sie nickte zaghaft, ohne sich viel dabei zu denken. Ein Fehler? Vieleicht...

Dunkelheit umschloss sie. Ein Traum? Vieleicht... Licht war vor ihr, kam auf sie zu, sie fühlte sich unwohl. Konnte sich nicht regen in diesem Moment.. es wurde schneller, sie kniff die Augen zusammen. Öffnete sie nur zögerlich wieder und sah sich in einer Stadt wieder. Blut zeichnete den Boden, sie folgte der Spur zu einem Garten. Sah sich vor diesem noch um, in der Hoffnung dort noch auf etwas wichtiges zu stoßen. Vergebens.

Im Garten ein lebloser Körper, davor ein Jüngling, in der einen Hand einen Dolch, in der Anderen ein seltsames Pergament. Er reichte es ihr. Kaum wollte sie es lesen umschlos sie Dunkelheit und ehe sie sich versah saß sie wieder auf dem Stuhl, in einem kleinen Zelt. Niemand zu sehn, weder die Frau noch ihr Vogel waren dort. Sie atmete durch und verharrte einen Moment still.

Astrael zum Gruße!

Erschrocken sah sie hinter sich, ein junger, sowie ein alter Mann in blauen Gewändern, mit dem Zeichen Astraels, waren auf das Zelt gestoßen... Erklärungsnot.


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BeitragVerfasst: 13.10.05, 23:53 
Edelbürger
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An ihrem Geburtstag, kurz vor der Feier, hatte der weisse Vogel sie aufgesucht, doch mochte sie ihre Freunde nicht im Stich lassen und war so dem Vogel nicht gefolgt, um Mama Jai an diesem Tag, dem 12. Carmar, aufzusuchen.

Doch heute, an dem 14. Carmar, machte sie sich auf den Weg, sah in der Ferne schon die Mauern der Stadt Falkensee, als sie am Wegesrand eines grünen Pfeiles gewahr wurde, der in die westliche Richtung zeigte.
Sie stieg hinab, traf dort als erstes auf einen recht grossen Endophali, der keinen besonders intelligenten Eindruck machte und eindeutig wohl die Wache von Mama Jai war.
Dann tauchte sie auch schon aus dem Wald auf - eine dunkelhäutige Frau in bunten Gewändern, sprach Elena sofort vertraut an, was sie für einen kurzen Moment verwunderte, aber gut - sie hatte es eben mit einer weisen Frau zu tun, die eben einfach mehr wusste, als ein normaler Mensch.

Sie folgte ihr ins Zelt und dort sprachen sie über das, was sie wissen wollte.
Nachdenklich stimmte es sie, was sie dort erfuhr.
Der Schein verdreht...
Ein Bündnis geschlossen, andere aufgelöst...

Eine Frage stellte sie ihr. Sie antwortete ehrlich, wie es ihre Art war...
Als sie ihre Augen öffnete, fand sie sich auf der Strasse einer endophalischen Stadt wieder. Hitze, die Gerüche fremder Gewürze und Gerichte, die Sonne brannte hinab und doch fehlte es an Leben - es war erstarrt.
Vorbei ging sie an den Häuserfronten, sah hinüber zu dem an einer Wand lehnenden und eine Hand aufhaltenden Bettler, vorbei an mitten im Schwätzen praktisch eingefrorenen Frauen, immer dem Blut nach... vorbei an Palmen, erreichte einen Markt, das Leben stand auch hier still, Gestik, Mimik - alles war erstarrt.
Sie wandte ihren Blick herum zu einem Garten, trat näher und sah zu dem Mann mit dem Dolch hinüber, der über einem am Boden Liegenden stand.
Ein Pergament reichte er ihr, etwas stand darauf, doch ehe sie es lesen konnte, umfing sie die Dunkelheit...

... bis sie die vertrauten Geräusche des lichten Waldes bei Falkensee hörte.
Sie war allein im Zelt...
... bis Dalabai auftauchte, doch das war eine andere, weitaus amüsantere Geschichte.

_________________
Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
James Bond: And the second?
Q: Always have an escape plan.


Zuletzt geändert von Kikia: 13.10.05, 23:57, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Auserwählt ist, wer in das Zelt tritt auf ihren Ruf hin.
BeitragVerfasst: 14.10.05, 00:05 
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BeitragVerfasst: 14.10.05, 00:19 
Ehrenbürger
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Mama, Mama, Mama!
Fast fühlte er sich wie ein Verräter, das er an seine leibliche Mutter dachte, doch auf dem Ritt zu Mama Jai schwanden diese Bedenken.
Es war doch sicher nicht falsch, wenn er sich um seine leibliche, vestorbene Mutter gedanken machte!

Recht befremdlich war die alte Endophali, die aus dem Wald kam wo sie ihre Notdurft verrichtet hatte. Etwas perplex folgte er ihr ins Zelt. Was hatte er erwartet? Einen mystischen Knall und das auftauchen einer buntegschmückten Turbanträgerin, die unterhalb des Halses nur Nebel als Körper hatte, wie in den alten Märchen?
Nunja, das war es jedenfalls nicht. Und ihre Methode, die Glaskugel zu reinigen, war schonmal gar nicht wie aus dem Märchen!
Aber sie wusste soviel über seine Mutter... sprach sogar mit deren Stimme!
Und dann stellte sie ihm die Frage, der er sich selbst so oft gegenüber sah.
Ein wenig merkwürdig war es schon, als sie ihm auf seine Antwort hin einen Haufen schmieriger, stinkender Salbe aufkleisterte und ihm gebot, die Augen zu schließen.. doch was er sah war unfassbar, verstörend, faszinierend und schrecklich zugleich.
Was auf dieser Insel so alles möglich war, hätte er sich früher in seinen wildesten Abenteuerträumen nicht auszumalen vermocht!
Das musste er unbedingt Mia erzählen.

_________________
Inaktiv. Grund: die Nettigkeit des Rates, der wie üblich keine Ahnung hat, wie man mit Spielern umgeht, noch dazu welchen, die sich für Siebenwind einsetzen.
Eventgeilheit ftw!


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BeitragVerfasst: 14.10.05, 15:44 
Altratler
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Kapitel 2
~ Sandkorn im Dunkel ~

Der goldene Eckzahn des Marktschreiers, sein Mundwerk preisend aufgerissen, blitzt im Scheine Felas. Doch vergeblich sucht man nach der brennenden Scheibe am düsteren, schwarzen Himmel, einzig die brütende Hitze welche die zahlreichen Schweissperlen dazu animiert die Tiefen der Haut zu verlassen und sich an deren salzigen Oberfläche zu sonnen, zeugt von ihrem Sein. Die Spur des blendend roten Blutes schlängelt sich an den Passanten, palavernd, feilschend, anbietend, verkaufend, vorbei. Ungesehen. So scheint jeglich Zeit die Gefilde zwischen den brüchigen Sandsteinmauern verlassen zu haben. Ein sandgelber Film umhüllt den Äpfelklauer, die Frucht in der Hand, den betrogenen Verkäufer, die seine zum tadelnden Schlage angehoben. Der Schneiderin Nadel fasst gerade ein Stückchen des blassgrünen Stoffes, lässt es nicht mehr aus der spitzigen Klaue, aufsteigender Dampf aus den Töpfen des Koch, welcher noch vor kurzem unter grosser Kraftanstrengung seine Pfannen und Zutaten zum Markt geschleppt hat, hängt erstarrt in der schimmernden Luft. Selbst die kleine, dicke Fliege, strapazierend die Nerven des stattlichen Hofrosses, harrt mit aufgeschlagenen Flügeln in der Nähe des Tierkopfes.

Bild

Ishmael, Mörder der Unschuldigen. Ishmael, Vergiesser reinen Blutes. Bist du doch einer der gefährlichsten Verbrecher dies- und jenseits der Grenze zwischen Norden und Süden. Mit dem Dolch in deiner Hand, dem eignen Bruder als Kronstück deiner Sammlung leblos zu deinen Füssen. Wie fühlt es sich an, Ishmael? Deiner gerechten Strafe wirst du nicht entfliehen können. Die Auserwählten Siebenwinds wissen bescheid, sie haben dich gesehen, sie haben deine Grausamkeit mit eigenen Augen erlebt. Ihre gerechte Hand wird über dich richten.

"Omar, besorg mir doch bitte frische Blätter oder Pergament oder was du grade findest, lass den Hasen erstmal, der rennt dir nicht mehr weg. Wir müssen uns unbedingt einen bequemeren Ort für unsere Notdurft einrichten. Nicht noch einmal will ich dabei ins Maul eines Bären schauen müssen.. ..Achja, und halt Wache, treuer Begleiter!"

"Omar wachen!"


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BeitragVerfasst: 16.10.05, 18:43 
Edelbürger
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Beiträge: 3412
Wohnort: Köln
Der Talzwerg schleppte grade einen Sack mit Kartoffeln vom Feld, da ertönte über ihm der kreischende Schrei eines Vogels. Der Talzwerg hebt den Blick in den regenverhangenen Himmel. Der weiße Vogel stürzte sich in die schmale Schlucht zwischen den Bergwänden hinab, die das Nord- und Südtal von Kesselklamm trennen. Er hielt direkt auf den Zwergen zu und ließ sich, wieder begleitet von einem markanten Aufschrei, vor ihm auf den felsigen Boden nieder. "Ich habe nur Kartoffeln dabei, such dir deine Ratten woanders" sprach der Zwerg zum Vogel, den Kopf dabei interssiert zur Seite gelegt. Diesen Vogel hatte er hier noch nicht zuvor gesehen, dabei achtete er doch sehr auf die Tiere und Pflanzen, die die Zwergensiedlung umgaben. Mit einem leisen Knacken öffnet sich plötzlich der Schnabel des Vogels unnatürlich weit und zur Bestürzung und absoluten Verwirrung des Zwergs ertönte daraus eine menschliche Stimme: "Mama Jai erwartet dich. Du findest sie vor den Nordtoren der Hauptstadt, in den Wäldern." Noch bevor der verdatterte Zwerg etwas sagen konnte erhob sich der Vogel mit seinen majestätischen Schwingen und flog über die Bergspitzen davon. Eilig hastete der sonst so ruhige Talzwerg zu Dolana, warf ihr den Sack Kartoffeln gradezu über den Tresen und rief ihr zu, sie solle die doch bitte für ihn aufbewahren, er sei in Eile.
Am Zelt von Mama Jai angekommen verbirgt er sich halb hinter einem Baum. Unmittelbar kommt die dickliche Frau mit der dunklen Hautfarbe über irgendetwas fluchend aus dem Wald. Und ohne ihn gesehen zu haben, spricht sie: "Grüss dich, Fengarosch, tritt ein, kleiner Freund und nimm dir etwas zu essen, wenn dich der Hunger drückt." Ebenso perplex wie bei der Begegnung mit dem Vogel steht der Talzwerg da. "Was auch geschehen mag, deine Weisheit erleuchte und führe mich, Terra. Lass mich nicht irren und führe mich nicht auf falsche Wege, Mutter. Auch nicht auf die einer Hexe" Erst nach einem Schlag auf die eigene Brust traut sich der Zwerg in die Höhle des Löwen...


...Woher weiß sie, dass er eben erst noch auf dem Feld gearbeitet hatte, er trägt doch eine frische Robe???...

"Gerechtigkeit? Das ist, hm, ein Weg des Ausgleichs...ein Pfad in der Mitte dreier Wege. Der Weg, den die Herrin Terra und ebnet und vorgibt." Das ist doch eindeutig. Überraschend kommt für ihn die Zustimmung der merkwürdigen Alten. Will sie ihn um den Finger wickeln um ihn empfänglich zu machen?

...Das hatte er nicht kommen sehen: die Hände des Weibs griffen plötzlich nach seinen Wangen, ergriffen seinen Bart! Überrumpelt drehte er den Kopf zur Seite, die Salbe hinterläßt einen schmierigen Film auf seinen Bartspitzen. Bei den Ahnen, was denkt die sich!?...

..."Voreingenommenheit" Pah, weil man nicht jeden Humbug blind glaubt? "Ihr Zwerge seid zu eigen für die Wahrheit, und wenn sie euch noch so betreffen würde" Was soll das nun wieder heißen? Und was hat denn ein Gefangener mit ihm zu tun? Warum ist er überhaupt so wichtig?...

"Du läßt es dir ja nicht zeigen, Jungchen." Seufzend schüttelte die Frau den Kopf. "Komm wieder wenn du deine Vorurteile abgelegt hast und dein Geist bereit ist."
Na bitte, das hatte er von Anfang an vermutet: Wenn sie nicht auf ihre Scharlatanerei hereinfallen, ist sie ratlos! Und so rutschte er vom Stuhl, griff nach seinem knorrigen Stab und schlurfte aus dem Zelt. Und trotzdem: "Bis bald" rief sie ihm nach.


Doch eine Frage blieb: Wie hatte sie das mit dem Vogel gemacht? Das war kein Taschenspielertrick, bei den Göttern, nein! Steckt doch mehr hinter dem Weib als aufmerksame Augen und Ohren und ein wacher Geist? Vielleicht würde er wirklich wiederkommen, und sei es nur um es ein für alle mal aufzudecken....solange sie nur die Finger von seinem Bart ließ.

"Der Gefangene" beschäftigte ihn auf dem Weg dann doch. Warum lag dem komischen Weib soviel daran? Es könnte ihr doch egal sein, was ein Diener Terras davon hält. Ein Fall für das Gericht, vielleicht die Kirche der Sahor. Warum macht sie sich die Mühe, ihm davon erzählen zu wollen? "Und, verflucht nochmal, warum erzählt sie es nicht einfach ohne diesen Firlefanz?" murrt er während er kopfschüttelnd heimwegs geht. "Khaela....und dann noch Weiber..."

_________________
Wow! Bestens recherchiert, prima belegt durch Zitate von Leuten, die es einfach wissen müssen, und voll mit Situationen, die wohl jeder kennt. Hat mich sehr berührt, vor allem innerlich - wunderschön! Da kam wirklich alles vor: Dieses autistische Mädchen da, ihre Freundschaft mit dem Delphin, die Außerirdischen, der liebe Gott, stundenlange Reflexionen, Verben, Interpunktion... Ein Beitrag, der mitunter zu Tränen rührt. Danke!
"Fili" (IRC), Spieler von
Solice Aurora (Dank an Awa fürs Portrait)
Johann Cassius
Thorgat


Zuletzt geändert von Kaputter Typ: 16.10.05, 18:57, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.10.05, 19:45 
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Kapitel 3 ~ Gerechtigkeit ~


Eine Weile lang standen sie an der Reling und blickten zum Steg, wo Ishmael von Stey gerade von der Wache abgeführt wurde. Er wehrte sich nicht, ging brav, wie ein treudoofer Hund zwischen den Wachen her bis direkt zum Pranger von Brandenstein, wo er wieder eingesperrt wurde. Erst als sie weg waren, gingen die von Steys, die Eltern von Ishmael, von Board. Die ersten Schritte auf festem Boden waren noch seltsam nach der ganzen Zeit auf dem hin und her schwankendem Schiff. Leicht blässlich sah die ansonsten stolz wirkende Frau aus. Das Geschaukel war nicht so ganz zuträglich für ihre Gesundheit gewesen. Ihr Mann stützte sie, sah sie besorgt an, doch mit jedem Moment da sie länger auf dem Steg verweilte, sah sie besser aus.

Das alles hier war eher unerfreulich für die Beiden. Es war dreckig und irgendwie, stank es hier nicht an jeder Ecke furchtbar?! Das einzige was die Beiden wieder aufrichtete war der Gedanke daran, dass diese unerfreuliche Sache recht bald hinter ihnen liegen sollte und sie dann endlich wieder ihr Leben leben konnten, alles vergessen und einfach wieder sie selbst sein konnten. Ihr Weg führte sie zu den Tavernen der Insel um eine Unterkunft zu finden. Es war zwar alles unter dem Niveau des Ehepaares, aber etwas besseres war hier wohl nicht zu erwarten.

_________________
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Zuletzt geändert von Isodora: 21.10.05, 19:45, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.10.05, 21:45 
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Kapitel 4
~ Riesenhafter Schatten ~

Was wandelt da nachts durch die leisen Gassen Siebenwinds? Huscht von Hauseck zu Hauseck, gehüllt in weite Klamotten, welche nicht über den breitschultrigen und riesigen Körper darunter hinwegzutäuschen vermögen? Ungeschickt ist Omars Tarnung gewählt. Am nächsten Morgen, silberner taugrüner Schein, sind an verschiedensten Bäumen der Insel ungeübte Abschriften zu finden, enthaltend die Hälfte eines Rezeptes. So man den Wirrwarr aus gebrochenem Galadonisch zu entziffern vermag, fügen sich für jene, die dem Aufruf zur Seance mit Mama Jai folgten und die ausgedörrten, zeitlosen Strassen Falkensteins betraten, zwei Stücklein zusammen, die zusammen gehören. Die Gesamtheit ergibt den gesuchten Sinn.
Zitat:
Mischung des enflammten Lebens

Ein Stückchen eines Nachtschattenblattes zwischen Daumen- und Zeigefinger der linken Hand zerreiben und in eine saubere Schale geben.

Vom Katzenohr, haarig-frisch, die Spitze abschlagen und in kleine Würfelchen schneiden. Beigeben.

Den Fliegenpilz von seinen weissen Punkten befreien, den übrig gebliebenen Teil zerkleinern und unter die Mixtur mischen.

Eins, zwei, drei Mal in die klebrige Masse gespuckt und das Gefäss weitere drei Mal auf den Tisch geklopft, fertig. Das gewünschte Objekt mit dem körnigen Pulver bestäuben und ihm somit den Atem des Lebens einhauchen (nicht alle Gegenstände geeignet!).


Gebrauchen du für Schrumpfelkoppis in Zelt, ich dir legen Zutaten hin, du nur müssen machen Pulver. Machen schnell, schnell, sie haben zu erzählen vieli vieli!

[D]Om[/D] das fremde Mann

Du niemandem das erzählen weiter!

"..nicht der Hellste ist er, mein Begleiter, doch eine treue Seele."


(ooc. Dann mal weiter im Text. :) Für allfällige Durchführungen meldet euch bei mir.)


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BeitragVerfasst: 22.10.05, 10:41 
Ehrenbürger
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Die roten Locken sahen aus wie ein explodierter Handbesen als die Kleine sich ruckartig in ihrem Bett aufsaß.
Etwas hatte sie aus dem Schlaf gerissen.
Die Erinnerungen...
Die alte aber doch so weiche und vertrauenserweckende Stimme drang durch den Schlaf und die schwammigen Erinnerungen zu ihr durch.

"Ich sehe.. viele Gestalten an einem Tisch.. Zahlreich sind die deinen..
Blondes, strubbeliges Haar.. Ein riesenhafter Mann.. zwei kurze Beine.. Und noch etwas verborgenes.. ungesehenes.."

Das war auf der Insel kein Geheimnis und es wäre für jemanden wie sie kein Hindernis gewesen dass herauszufinden. Bis auf...

Seufzend sah sich die kleine Feinschmiedin im Raum um.
Harwarns bärenhaftiges Schnarchen, der flackern des Feuers, dann blickte sie zu der verziehrten Wiege vor dem Bett hin.
Sie war viel zu schön gewesen um weggeräumt zu werden.
Es war ein wertvolles Geschenk gewesen und der kleine Wulf hatte seine erste Zeit auf Tare darin geschlafen.
Und nun würde...


"Von überall.. doch nicht alles Unbekannte scheint eine Gefahr.. in dir, um dich herum, deine Familie..
Viele Ereignisse werden eure Wege noch streifen. Tod, Unglück, wie Freude und neues Leben
Die Insel.. Die Insel sei das Schicksal der Familie Gropp."

Beängstigt hatten sie diese Worte auch wenn sie nicht mehr waren als Gerede.
Das konnte jeder mittelmäßiger Wahrsager auch vorhersehen.

Aber wenn man bedachte was danach geschah. Hatte Mama Jai doch recht?

Der dickliche Körper zitterte als Reginas Gedanken weiter wanderten und die Ereignisse des Abends sich wiederholten.

Soviel Blut.
Der Arme Junge wie konnten ihm seine Eltern dass nur antun?
War er wirklich der Mörder?

Das Gesicht eines jungen Mannes erschien vor ihrem geistigen Auge.
Verängstigt schien es... verstört und doch hielt er in seiner Hand den blutigen Dolch und stand vor der Leiche.

Ungeordnet und ohne Zusammenhang schwirrten ihr die Informationen durch den Kopf.
Es war richtig gewesen wieder ins Zelt zurückzukehren.. und.. diese... "Rezept" zu befolgen.

Das Ergebnis waren verdreckte Kleidung welche die Nacht in der Waschwanne verbracht hatten und ihr fester Wille herauszufinden was geschehen war.

"Es ist von unabdingbarer Wichtigkeit, dass er seiner gerechten Strafe zugeführt wird.."

Ja das war es!
Sie musste mit der Familie sprechen und mit dem Jungen.


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BeitragVerfasst: 23.10.05, 01:12 
Ehrenbürger
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Erschöpft entkleidet er sich und streift die Pyjamahose über. Dann setzt er sich auf das freie Bett und breitet die Uniformteile vor sich aus. Die Scherpe müsste in die Wäsche, später... Mit matten Bewegungen greift er das Putzzeug und fängt an, die einzelnen Ringe der Kettenrüstung zu reinigen und zu polieren.
Dabei driften seine Gedanken ab zu den vergangenen Stunden und ihren Wirrnissen.

Redende Köpfe. Er ist gar nicht mehr so überzeugt, das es sich wirklich um Puppenköpfe handelt. Aber wie, bei allen Vieren, konnte man jemandes Kopf so..?
Ihm schaudert und Mitleid bringt sein Herz zum überquellen. Wie schrecklich, nichts mehr spüren zu können, Körperteile.. nein, Kopfteile, zu verlieren und ansonsten an einer Zeltwand herum zu hängen..
Während er mit einer kleinen Bürste Verkrustungen aus dem Kettengeflecht entfernt wandert er nocheinmal die Straßen Falkensteins ab und atmet tief den seltsamen Gewürzduft ein, der auch vom Herrn von Stey ausgeht.
Den mag er gar nicht: erst brüllt der vornehme Herr nach seiner Gemahlin, und dann benimmt er sich so als würde er seinen Sohn nicht lieben.
Aber die Frau von Stey war auch nicht ohne, wenn man den Worten der Köpfe glauben schenken konnte. Hatte sie ihn und Mia wirklich im Zelt 'besucht' während sie auf Falkensteins hitzewabernden Straßen gewandert waren?
Wenn ja, warum?
Er öffnet die Fettdose und fängt an die Lederverschlüsse der Rüstung ordentlich einzufetten, damit das Material nicht rissig wird.
Sie wollten ihr, oder genauer, ihrem Sohn, schließlich helfen.
Wollte sie das wirklich oder hatte sie nur gelogen, als sie sagte sie sollten nach Falkenstein zurückkehren und dort in ein Haus gehen- wo sie schließlich die lebendigen Köpfe, nein, gleich die ganzen Menschen Trine und Lutz vorgefunden hatten. Genauso streitsüchtig wie als Zeltwandköpfe, hatten sie dort auch nur wenig mehr erfahren... aber diese Sachen waren um so verwirrender gewesen.
Vorsichtig wischt er die überschüssigen Fettreste wieder ab und schmiert sie zurück in das Dösschen.
Warum gibt Mama Jai Hinweise, die sie selbst belasten?
Oder hatte sie das gar nicht und wusste nichts von dem Gespräch mit den Köpfen, oder das dies überhaupt möglich war?
Nein, sie war schließlich eine Seherin, nicht?
Wenn sie soviel Lüge verbreitete, und vor dem Töten nicht zurückschreckte - ihm schaudert grauslig bei dem Gedanken - warum hatte sie den jungen Ishmael nicht selbst getötet?
Und warum sagte der Angeklagte selbst nichts zu seiner Verteidigung, ließ sogar Mias Kringel links liegen?
Immerhin, soviel war klar:
Abgehackte Köpfe waren seltsam, und Zimmerpflanzen nicht immer so harmlos wie sie aussahen.

_________________
Inaktiv. Grund: die Nettigkeit des Rates, der wie üblich keine Ahnung hat, wie man mit Spielern umgeht, noch dazu welchen, die sich für Siebenwind einsetzen.
Eventgeilheit ftw!


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BeitragVerfasst: 3.11.05, 01:28 
Altratler
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Kapitel 5
~Trine & Lutz~
Das Puder sorgsam auf den Schrumpfköpfen verteilt, lässt die Unsicheren nicht lange warten. Unter lautem, berstenden Niesen, zerreissenden Mundnähten, Staub und Gekörne erwachen Trine und Lutz zu keifendem Leben. Trotz aller Schwierigkeiten führt das streitende Ehepaar unsere Helden weiter ins undurchblickbare Dunkel einer Geschichte in der Mina-Elise von Stey und die Strassen von der Grenzstadt Falkenstein eine wichtige Rolle zu spielen scheinen. Errettet von der sanften Zimmerpflanze Erika tasten sich die Akteure weiter und weiter voran.

Weshalb fürchtet sich die trauernde Mutter vor Mama Jai? Was haben Trine und Lutz in ihrem paranoiden, erbsenzählenden Alltag sonst noch beobachtet? Und wird Erika jemals ihren Hunger nach Zuneigung stillen können? Fragen über Fragen..


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BeitragVerfasst: 3.11.05, 02:00 
Edelbürger
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Sollte sie sich nicht langsam daran gewöhnt haben, dass ihr hier auf Siebenwind mit schöner Regelmässigkeit seltsame Dinge widerfuhren?
Warum erschrak sie sich noch, wenn eine Pflanze scheinbar einen ungeahnten Appetit auf sie verspürte?
Weshalb wunderte sie sich noch über Köpfe, ganz ohne restliche Körperteile, in denen, wenn man über ihnen ein Pulver streute, Leben einkehrte, obwohl sie doch eher ausgedörrten Pflaumen ähnelten?
Sollte sie sich nicht langsam mal daran gewöhnen, dass die Welt aus weitaus mehr, als nur die stoffliche, fassbare Welt bestand?

Es verzauberte sie eben noch immer auf eine merkwürdige Art und Weise.

Sie hatte das Rezept in ihren vielen Taschen wiedergefunden, erinnerte sich an die Worte, die Mama Jai zu ihr gesprochen hatte und machte sich so auf den Weg Richtung Falkensee, um dort in Mama Jais Zelt dem Rätsel auf den Grund zu gehen.
Ein Beutel mit Zutaten stand bereit, die Schrumpfköpfe hingen, wie bisher gewohnt, still an der Zeltwand herum und auch die seltsame Pflanze verharrte noch ruhig in ihrer Ecke.
Während sie wenig begeistert über die Zutaten sah - ein Katzenohr, ein Fliegenpilz und zu allem Überfluss noch Nachtschatten - betraten zwei weitere Personen das Zelt. Evan Lohenstein, ein junger Schmied, kannte sie bereits und in seiner Begleitung befand sich noch eine junge Dienerin Astraels, Akliah.
Zu dritt machten sie sich nun daran, den Spuren zu folgen - erst stellte Akliah das Pulver mit Hilfe des Rezeptes her, während Elena und Evan einen eher misstrauischen Blick der Pflanze zuwarfen, die noch zuvor ein Art schmatzendes oder auch glucksendes Geräusch von sich gegeben hatte.
Als Akliah dann das Pulver über die beiden Schrumpfköpfe streute, erwachten sie zum "Leben".
Nun, sie erwiesen sich beide als die reinsten Plappermäuler, von einer Art Hassliebe konnte man wohl bei den beiden sprechen, verstärkt noch mit Lutz' Hang zur Schürzenjägerei.
Der Kuss blieb den Dreien - den Vieren sei Dank! - erspart und so machten sie sich bald auf den Weg zurück nach Brandenstein, um Frau von Stey zu suchen. Viel konnten sie hier jedoch nicht Erfahrung bringen, dafür aber gab die Dame Elena einen Hinweis.
Es ging wieder zurück ins Zelt von Mama Jai, wo die Köpfe wieder munter auf sie einplapperten. Nach Falkenstein wollten die Drei nun und Evan zog todesmutig den Tiegel mit Mama Jais Salbe aus Erikas Topf (achja - warum wunderte es sie noch, wenn jemand einer Pflanze einen Namen gab? Ob Siegfried seinen ganzen Pflanzen auch Namen gegeben hatte?). Sie strichen sich die Salbe hinter ihre Ohren und fanden sich kurz darauf auch in Falkenstein wieder - die Hitze schlug ihnen ins Gesicht, dazu der Geruch von exotischen, südländischen Gewürzen.
Sie suchten den Garten der Familie von Stey auf - statt des Toten und des Mörders fanden sie hier nur das Ehepaar vor. Sie versuchten sie anzusprechen, doch sie regten sich nicht.
Evan fand das Haus dann, was sie eigentlich suchten und dort... es war schon seltsam, zwei Gesichtern wieder zu begegnen, die man doch eigentlich anders, trockener, faltenreicher in Erinnerung hatte.
Mama Jai und Frau von Stey befreundet... allmählich wurde es zumindest für Elena wirrer und das hörte auch nicht auf, als die Drei wieder in dem eigentlichen Hier und Jetzt zu sich kamen - gefesselt.
Letztlich war es Erika, die seltsame Topfpflanze, die sogar mitsamt ihren Wurzeln aus ihrem Pott stieg und die Fesseln von Akliah durchbiss.
Wieder sprachen die Köpfe - wieder sollten sie Frau von Stey aufsuchen.

Doch nicht heute. Sie waren alle Drei mittlerweile reichlich erschöpft von dem Erlebten und so trennten sich vorerst ihre Wege.

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BeitragVerfasst: 3.11.05, 21:26 
Einsiedler
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Untersuchungen im Falle „Mama Jai“
(niedergeschrieben am 5. Seker 16 nach Hilgorad von Akliah, Anwärterin des Ordo Astraeli)

Im Auftrag ihrer Eminenz Derrvus, Erzgeweihtem des Ordo Astraeli auf Siebenwind, sollte ich die Ereignisse rund um diese mysteriöse Dame erkunden. Ihre Eminenz hatte etwa einen Mond zuvor eine Vision bei dieser Dame gehabt und in Folge dieser Vision erhielt er den Teil eines Rezeptes.
Er trug mir auf mehr darüber herauszufinden und gab mir das Rezept.
Nach etwa einem halben Mond erhielt ich auch den restlichen Teil des Rezeptes und machte mich daran die Teile zusammenzuführen.
Im Ergebnis zeigte sich dieser Text:

„Ein Stückchen eines Nachtschattenblattes zwischen
Daumen- und Zeigefinger der linken Hand zerreibe
und in eine saubere Schale geben.

Vom Katzenohr, haarig-frisch, die Spitze abschlage
und in kleine Würfelchen schneiden. Beigeben.

Den Fliegenpilz von seinen weißen Punkten befreien,
den übrig gebliebenen Teil zerkleinern und unter die Mixtur mischen.

Eins, zwei, drei Mal in die klebrige Masse gespuckt und das Gefäß
weitere drei Mal auf den Tisch geklopft, fertig. Das gewünschte Objekt
mit dem körnigen Pulver bestäuben und ihm somit
den Atem des Lebens einhauchen (nicht alle Gegenstände geeignet!).“


Als Anmerkung zu diesem Text standen, in etwas ungelenkerer Handschrift, folgende Sätze:

„Gebrauchen du für Schrumpfelkoppis in Zelt, ich dir legen Zutaten hin, du nur müssen machen Pulver. Machen schnell, schnell, sie haben zu erzählen vieli vieli!“

Zu Beginn der Dunkelphase im 7. Zyklus des 4. Seker 16 nach Hilgorad machte ich mich mit Evan Lohenstein, dem Schmied des Ordens, auf das Zelt der als „Mama Jai“ bekannten Wahrsagerin aufzusuchen.
Dort angekommen sahen wir, das bereits eine andere Dame damit beschäftigt war die Anweisungen des Rezeptes zu befolgen. Sie schien wenig begeistert von der Aufgabe und hatte eine gewisse Scheu die alchemische Prozedur auszuführen. So machte ich mich daran die Mixtur nach dem Rezept zu mischen.
Währendessen wachten Evan und auch die Dame, Elena Steiner, über die Geschehnisse im Zelt – hatte sich doch herausgestellt das die riesenhafte Topfpflanze in der Zimmerecke offenbar der Familie der Karnivoren angehörte.
Nachdem ich die Mixtur fertiggestellt hatte, und auch das im Rezept beschriebene „körnige Pulver“ entstanden war, bestäubte ich die Schrumpfköpfe an der Zeltwand mit jedem Pulver.
Die darauffolgenden Ereignisse waren sowohl interessant als auch sehr aufschlussreich. Die beiden Köpfe erwachten zum Leben und begannen mit uns zu sprechen. Ihre Sprache war sehr blumig und geschmückt mit zahlreichen Hinweisen auf ihre sehr eigene Persönlichkeit. Doch ließ sich aus ihrem Geplapper auch etwas sinnvolles entnehmen. Ihre Namen waren Trine und Lutz und sie hatten offenbar das Wissen über den Mord bzw. den Mörder den ihre Eminenz in seiner Vision sah.
Nach einem langem Gespräch und einigen Bemühungen unsererseits, gelang es uns schließlich einen weiteren Anhaltspunkt zum weiterforschen zu finden. Sie schickten uns nach Brandenstein um dort mit der Mutter des Mörders – welcher inzwischen am Pranger stand – zu reden.

Dort angekommen fanden wir besagte Dame auch vor dem Pranger. Sie war uns durch die Schrumpfköpfe schon als Mina-Elise von Stey bekannt und so sprach ich sie an. Sie schien geweint zu haben und schien sehr verwirrt. Wir waren gerade soweit sie zu den Umständen des Mordes und der Verhaftung ihres Sohnes zu befragen als ein Mann, offensichtlich ihr Gatte, dazukam.
Elena Steiner, die scheinbar ebenfalls eine Vision hatte und damit ihre Informationen aus erster Hand hatte, wandte sich an ihn um ihn zu befragen. Er schien jedoch nicht geneigt mit uns zu kooperieren.
Nach kurzer Zeit und einigen heftigen Worten verließ er den Platz und Frau Steiner wandte sich wieder an die Dame von Stey. Diese schien durch den Auftritt ihres Mannes sehr durcheinander und flüsterte Frau Steiner nur einige Worte ins Ohr und verschwand.
Sie wies uns an Falkenstein zu finden, die Hausnummer 34, um dort die zu fragen die nichts mehr sagen können.
Diese Auskunft erschien und sehr rätselhaft und nach kurzer Überlegung kamen wir zu dem Schluss das wir zurück zum Zelt der Wahrsagerin gehen sollten um dort, mithilfe eine Salbe die scheinbar zu Visionen anregt, nach Falkenstein zu gelangen.
Falkenstein war scheinbar auch schon der Schauplatz der Visionen ihrer Eminenz und auch der Frau Steiners. Bekannt ist mir der Ort als Hauptstadt des Grenzlehens zwischen Galadon und Endophal.

Wieder im Zelt der Wahrsagerin angekommen fingen die beiden Schrumpfköpfe auch wieder zu sprechen an. Sie fragten uns nach den Ergebnissen des Gespräches mit der Dame und Stey und rieten uns die Salbe zu nutzen. Sie befand sich im Topf der Pflanze und war damit auf sehr subtile Art geschützt.
Nach einigen Worten des männlichen Schrumpfkopfes jedoch schien sie friedlich gestimmt und Evan machte sich daran die Salbe zu bergen.
Wir beschlossen alle drei zu „reisen“ und nutzten die Salbe indem wir sie uns, nach Anweisung der Köpfe, hinter unseren Ohren verteilten.
Sogleich umgab uns eine angenehme Wärme und kurze Zeit später wurde es mir schwarz vor den Augen.

Als ich sie wieder aufschlug fand ich mich in einer tiefen Dunkelheit wieder. Die Wärme die ich eben noch gefühlt hatte breitete sich um mich herum aus um zu einer trockenen Hitze zu werden – dem Klima Endophals nicht unähnlich.
Nach kurzer Zeit erschien uns eine Stadt welche mit rasender Geschwindigkeit auf uns zuzurasen schien bevor sie sich verlangsamte und wir uns auf einer Strasse eben dieser Stadt wiederfanden.
Frau Steiner identifizierte diese Stadt sogleich als den Ort ihrer ersten Vision und damit als Falkenstein.
Die gesamte Szenerie schien wie erstarrt, die Passanten auf den Strassen reglos und nicht ein Laut drang an unsere Ohren.
Wir liefen durch die Stadt und sahen auch alsbald das Anwesen derer von Stey. In deren Garten saß das Ehepaar von Stey und schien mitten in einem Streit erstarrt zu sein. Der Versuch diese anzusprechen oder durch Berührung zu einer Reaktion zu bringen schlug fehl, so das wir uns aufmachten den Grund unseres hier seins zu erkunden.
Evan Lohenstein fand das Haus mit der Nummer 34 als erstes und wir sahen auf das Türschild. Nicht wenig verwundert lasen wir dort die Worte „Hausnummer 34, Lutz und Trine Bonaduz“ Scheinbar die Heimstatt der, uns als Schrumpfköpfe, bekannten Personen.
Als ich klopfte zerfiel die Tür zu Staub und wir sagen direkt auf das Paar welches in dem Raum stand. Sie waren deutlich zu erkennen, wenn auch in ihrem Aussehen deutlich natürlicher.
Trine zähle gerade Erbsen währen Lutz uns begrüßte. Ich ergriff das Wort und schilderte den Grund unseres hier seins.
Wir fragten ihn nach der Familie von Stey und er begann, immer wieder unterbrochen von bissigen und von Tratsch geprägten Bemerkungen seiner Frau, davon zu erzählen das sich Mina-Elise von Stey in der letzten Zeit sehr zum negativen verändert habe. Sie hatte sich mit einer Fremden angefreundet, eine etwas rundliche Dame mit einem hünenhaften Begleiter, die inzwischen sogar schon bei der Familie von Stey wohnten.
Viel mehr erfuhren wir nicht, denn auf einmal überfiel mich eine eigenartige Kälte die alle Luft aus meinen Lungen zu pressen schien. Mir wurde schwarz vor Augen und kurze Zeit später fand ich mich im Zelt der Wahrsagerin wieder – gefesselt.
Sogleich wurden wir vom aufgeregten Geplapper der Schrumpfköpfe empfangen welche uns sagten das die Dame von Stey uns gefesselt habe. Nach einer kurzen Erläuterung der Vision unsererseits und der Anmerkung von Lutz das es Mama Jai war die ihm und seiner Frau den Kopf abgeschlagen hatte, wies er die Topfpflanze – welche scheinbar den Namen Erika trägt – an mich von den Fesseln zu lösen.
Zu meinem Erstaunen stieg die Pflanze aus ihrem Topf und machte sich daran die Stricke zu zerbeißen. Nachdem ich befreit war erlöste ich auch Evan und Frau Steiner von ihren Fesseln.
Nach einem kurzen Gespräch mit den Köpfen und einer Besprechung mit Evan und Frau Steiner kamen wir zu dem Ergebnis mit der weiterführenden Untersuchung zu warten und die Ereignisse erst einmal auszuwerten.
Soweit die Ereignisse am 4. Seker 16 nach Hilgorad.


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BeitragVerfasst: 8.11.05, 20:30 
Altratler
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Zwischenkapitel
~Wissenswerter Einschub~
Zitat:
Auszug aus "Riten und Myten Endophals" von Dinphrim Abel Dinkelhain, Adelsbibliothek zu Ignes.

Herstellung eines Schrumpfkopfes

Die Beute in Sicherheit bringen
Nach der Ermordung des Gegners wird der Kopf abgetrennt. Man wollte sich schnell vom Ort des Verbrechens entfernen, um nicht selbst Opfer eines Überfalls der gegnerischen Partei oder eines allfälligen Rächers zu werden. Der von mir beobachtete, wilde Endophali transportierte den Kopf, indem er eine Kordel – sein Kopfband – durch Mund und Hals zog. So kann er sich seine Beute umhängen und behielt seine Bewegungsfreiheit.

Die Enthäutung
Schrumpfköpfe enthalten weder den Schädel noch das Gehirn. Sie bestehen aus der Kopfhaut mit sämtlicher Behaarung. Der Wilde trennte – meist an der Hinterseite des Kopfes – die Kopfhaut ab und löste sie vom Schädel. Der Schädel wird häufig als Opfergabe in eine der nahen Wasserquellen, den Flüssen Jahell oder Tschadi geworfen.

Das Kochen
Die abgezogene Haut kochte der Endophali in klarem Wasser. Manche Quellen sprechen auch davon, dass dem Wasser gerbende Pflanzenstoffe beigemischt worden seien. Doch allein durch das Kochen verkleinerte sich die Oberfläche der Haut bereits enorm.

Die Trocknung
Nach dem Kochen wurde die Haut mit Palmbast vernäht und über Tage hinweg immer wieder mit heißen Steinen gefüllt und bewegt. Dieser Trocknungsvorgang, bei dem die Haut weiter schrumpft, wird schließlich mit heißem Sand fortgesetzt. Manche wissende Münder sprechen von einer zusätzlichen Räucherung der Haut, andere berichten, die dunkle Färbung der Haut käme vom Einreiben mit pulverisierter Holzkohle, um der Seele des Verstorbenen das Herausblicken aus der Hülle zu verunmöglichen.

Die Modellierung
War die Haut nach etwa sechs Tagen getrocknet und geschrumpft, modellierte der wilde Südländer mit heißen Messern die Gesichtszüge nach. Unter die Lider des Schrumpfkopfes setzte er rote Samen. Die Augen wurden geschlossen, der Mund blieb vernäht, damit die der Geist des Verstorbenen im Kopf eingesperrt blieb und seinen Mörder niemals verraten würde. Der von mir beobachtete Endophali brachte ein Band an, um den jetzt etwa faustgroßen Schrumpfkopf tragen und befestigen zu können. Schließlich frisierte der dem runzeligen Schädel das Haar und brachte den mit dem Kopf erbeuteten Haarschmuck sowie hellrote und gelbe Federn und Körperschmuck wie Bambusohrringe wieder an. Damit war der handwerkliche Teil der Präparierung beendet.


Zuletzt geändert von Illis: 8.11.05, 20:34, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 9.11.05, 18:17 
Altratler
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Kapitel 6
~ Die Gutmütigen fallen ~

"Mir ist das Ganze hier nicht geheuer", Owinry, die Prangerwache, friemelt nervös an seinem Spiegelchen herum, in welchem er sich eben noch so innig selbst betrachtet hat. "Ein fauler Zauber, ein ganz fauler. Mina war eben hier in Begleitung eines tolpatschigen Riesen. Den beiden war die Angst ins Gesicht geschrieben, nur wenig konnte ich vom Gespräch mitanhören: Waldbühne.. Sicherheit.. Schutz."

Auf saftig grünes, mit einzelnen farbigen Blättern gespicktes Gras gebettet, liegt der leblose Körper von Omar. Kreidebleich, Bluttropfen prangen in seinen Mundwinkeln. „Ich wollte euch nicht verletzten, doch musste ich euch festbinden. Ihr dürft nicht weitersuchen! Lasst vergangenes ruhen, viel zu gefährlich wird es für euch.. Wir verdienen was geschieht. Seht was mit Omar geschehen ist. Nachdem sie entdeckt hat, dass er in seiner Unbeholfenheit die Zettel mit dem nötigen Rezept verbreitet hat.. Er ist einfach so verblutet, ohne Wunde, ohne Waffe, nur weil sie es so wollte." Mina-Elise von Stey streicht mit einer bedachten Bewegung durch des Riesen Haar. „Er wollte warnen, hatte jedoch selbst mit seiner Angst zu kämpfen und wusste, dass es einzig auf unserem Fehler beruht was jetzt geschieht. Der bereits vollzogene und der unumgehbare Tod meiner Söhne. Ich weiss nicht wie sie es angestellt hat, doch Caspars, meines Mannes Geist, ist vernebelt und Ishmael hätte seinem Bruder niemals etwas angetan.“ Noch während die Gewürzbaron-Gattin ihr Herze ausschüttet, schallt der Schrei eines Vogels über die weiten Ebenen, lässt den Vorhang der nahen Bühne in unruhiges Wallen geraten. Weisses Federkleid. „Sie ist hier!“ Minas Hand fährt rasch in eine der aufgenähten Taschen ihres edlen Gewandes und reckt den Anwesenden sogleich ein Stückchen Papier entgegen. „Er ist der einzige der euch die gesamte Geschichte noch erzählen kann und weise genug ist zu erkennen woher ihr stammt. Sputet eu..“ Das letzte Wort bleibt im zierlichen Frauenhals stecken, ehe sich ihre Augen weiten und Blut aus ihrem Munde zu Boden träufelt und sich ihr lebloser Körper über jenen von Omar legt.

„Binjiamin el Jamaleno – Schuhe fix und rein!“ Steht in krakeligen Lettern auf dem Pergamentfetzen geschrieben. Und der schneeweisse Vogel entschwindet am trüben, wolkenverhangenen Himmel.


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 02:16 
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Kapitel 7~"Wollen Schuhe putzen?"~

Auf bewährtem Wege geht’s zurück ins Reich der Erinnerungen der Südlande, in die bekannten Gassen Falkensteins. Schon immer ward der Schuhputzer auf dem Marktplatz da gewesen, doch bislang noch nicht für wichtig befunden. „Binji euch nicht helfen können, wenn Binji haben hunger. Bringen ihm Wallensteiner Gewürzgurke“ Die Fässer sind schnell gefunden und ungünstig Gestapelt, fallen beim kleinsten Windzuge in sich zusammen und geben die Sicht, den Weg in eine dunkle Gasse frei, gespickt mit Kerzen, gesteckt auf Totenköpfe. Ein kleiner, stickiger Raum liegt dahinter, ähnelnd der Einrichtung des Zeltes auf Siebenwind, doch unterscheidet sie sich durch das Blut und die Abscheulichkeiten, welche das Sortiment ergänzen. Die abgetrennten Köpfe von Lutz und Trine hängen teilnahmslos an zwei Schnüren. „Ihr habt ihn also schon gefunden und wollt nun die ganze Geschichte hören, nicht wahr?" Jeglicher Anflug von Dialekt scheint verflogen und macht einem besonnenen Ausdruck auf Binjis Gesicht Platz.

„Jene, die euch als Mama Jai, Mina-Elise von Stey, Omar und Binjiamin, also mir, bekannt sind, kennen sich schon lange. So lange, dass es gar ein Leben überdauert. Einst waren wir uns wohlgesonnen, verbrachten viel Zeit miteinander. Mama Jai besass in Ohm-Taji, an den letzten Ausläufern des Jahells mündend ins endlose Wasser, eine florierende Schneiderstube. Mina sorgte als Angestellte für den Haushalt und die beiden Töchter von Mama Jai und natürlich für mich, ihren.. ihren heimlichen Geliebten, welcher Nacht für Nacht durch ihr kleines Fensterchen im unteren Stock der Schneiderei stieg. Eine mühsame Angelegenheit auf Dauer, das könnt ihr mir glauben. Omar wusste es sein Frauchen damals schon auf seinen vier Pfoten als struppiger, verlauster Hund, treue Dienste zu erweisen. Es war der Abend des grossen Balles in der Ratshalle zu welchem die Adelsleute, unter ihnen natürlich auch Mama, geladen waren. Wir hatten das Haus für uns und ich erinnere mich noch heute wie zart Minas Haut nach Rosen duftete, welche sie während dem Tage im Gärtchen zurechtstutzte. Noch nicht einmal Omars Gebell wusste uns aus unserer Zweisamkeit, den Momenten der Leidenschaft und Liebe, herauszureissen. So bemerkten wir erst spät, viel zu spät, wie sich die beiden kleinen Mädchen, die Töchter Jais, im oberen Stock hinter den Schneidersschrank machten. Dieses Zeug zum Verdünnen der Stofffarbe riecht zuckersüss doch ward Gift für ihre zierlichen Körper. Mama Jais Leiden war unermesslich und sie stiess noch in selber Nacht einen Fluch aus, auf dass wir Leben um Leben verweilen werden, bis sie Gerechtigkeit übte. Bis sie unsere Kinder genommen hätte. So wurden wir wiedergeboren mit selbig Last, Schuld und selbem Hass wie wir dahingeschieden waren. Lange lebten wir ohne Kinder und wiegten uns in Sicherheit, doch Minawurde Schwach, dachte in Caspar ihre wahre Liebe gefunden zu haben, welche sämtliche Flüche überwinden würde. Ishmael und sein Bruder wurden geboren. Es dauerte nicht lange bis Jai in den Strassen Falkensteins auftauchte. Hier drin, in diesem Raum, schmiedete sie ihren Plan, pflanzte Caspar von Stey ihren dunklen Willen ein und missbrauchte ihre Kräfte dazu Ishmaels Hand gegen seinen Bruder zu erheben, wohlwissend, dass dieser dafür verurteilt würde. Minas Kinder sollen sterben wie die ihren verstorben sind. Mama Jai wird uns keine Ruhe gönnen, bis sie nicht ihre Rache vollzogen hat.
Ihr steht vor einer schwierigen Entscheidung, junge Freunde. Ihr wisst, das Ishmael, welcher bald den ersten Schritt auf den Scheiterhaufen setzten wird, unschuldig ist und doch, solltet ihr ihn erretten, erblicken wir von neuem das Lichte Tares, werden wiedergeboren und das Leiden beginnt von vorne. Mal ganz ehrlich, eine schwierige Entscheidung, nicht wahr?“

Binjiamin beißt knackend von seiner Gewürzgurke ab.

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Zuletzt geändert von Isodora: 10.11.05, 02:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Letztes Kapitel
~In der Hitze des Gefechts~

Die Flammen, sich fressend durch den Stoff von Mama Jais Zelt, der beissende Qualme füllend die Raumdecke, all das schreiende Inventar von Schrumpfköpfen über Zimmerpflanzen, liegen hinter ihnen.

Namen sind eine merkwürdige Sache, für manchen nichts weiter als ein Erkennungsmerkmal, scharf gesprochen, liebevoll gesäuselt, für andere Inbegriff von Identität und Charakter, Leitwort durch das Leben. Für Mama Jai der Tod. Angelockt holen sich ihre Töchter zurück, was schon seit vielen Jahren, Jahrhunderten bei ihnen weilen sollte, ihre Mutter. "Komm Mama Zafira, spiel mit uns, lass die anderen doch sein, wir wissen wo der Schlüssel zum Schrank mit den Farben ist. Mama Zafira, koste, koste wie süss sie doch sind.." Mina, Omar und Binji hatten ihren Frieden gefunden und Ishmael seine Freiheit zurück erlangt.

Die Nacht hüllte die weiten Ebenen, die endlos hohen Gebirgszüge, ja selbst das öde, staubtrockene Land hinter dem langgezogenen Wall in seine stillen, mattblauen Gewänder. Das leise Zirpen der Grillen, immer wieder von unregelmässigen Rhythmen durchbrochen, legt sich einem Chorus zarter Stimmen gleich über die Wiesen, über die bei Felaslicht grünen Auen. Und weit, weit weg von all dem Trubel, den Erinnerungen liegt ein Grab, still unter dem farbigen Blätterdach eines Baumes. Das nahende Reh hält aprupt inne und stellt seine Ohren auf, ehe es von einem beissenden Geräusch aufgeschreckt, das Weite sucht. Dumpf dringt es unter dem Erdhäufchen hervor. "Trine, du alte Schabracke, das war mein Ohr!" "Ich weiss, Lutz, ich weiss.." Und das leise, grunzende Lachen zweier Stimmen verklingt im dichten Unterholz des Waldes.

- Ende -




(ooc.)
Sodele, nach diesem letzten Event begebe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Augen in den Staff-Ruhestand und trete als Eventler zurück :) Hat Spass gemacht mit Euch allen. Bleibt sauber und füllt die Insel weiterhin mit Leben.

"..und falls wir uns nicht wiedersehen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht."

Macht's gut!
- Illis


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 17:12 
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Kalt strich ihm der Wind des Morsans durch den Nacken, während ihm der beißende Rauch durch die Nase sog und er mit steinerner Miene die Überbleibsel des Schauplatzes ausbrennen sah. Die Neugier hatte ihn getrieben, schließlich gepeitscht von der Faszination der Macht, die er gespürt und gesehen hatte. Und die durch ein einziges Wort zunichte gemacht war.


Fröstelnd verschränkte er die Arme. Was für ein Märchen. Als er versuchte, es in Gedanken nachzubauen, Stück für Stück, stellte er fest, dass er chaotisch vorgegangen war. Er überlegte, warum er dem Rätsel gefolgt war. Mama Jais verblüffende Kraft, Illusion und Todesspruch hatten ihn fasziniert, angezogen ... oder war da noch etwas anderes? Er horchte in sich hinein, aber da gab niemand und nichts Antwort.


Kurz verlor er sich in Gedanken an die Tote. Sie schien ihm bemitleidenswert, durch einen mächtigen Fluch hingerichtet nach jahrhundertelangem Taumel, getrieben zwischen Menschen, die von ungeahnten Kräften beeinflusst waren - Magie, Rache, Verzweiflung ...


Er spielte mit dem Gedanken, sich an Steys Stelle um ein Grab zu kümmern, doch verwarf ihn. Das war in ihrem Fall das Privileg des Liebenden - er striff sich erneut über die Lippen und hoffte still darauf, den widerlichen Geschmack mit dem Schlaf loszuwerden, wand sich herum und schlich durch den Wald davon.


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 17:59 
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Sie sah von ihrem Balkon hinab zum friedlich im abendlichen Brandenstein daliegenden und leeren Pranger, auf ihrem Arm eine ihrer Katzen, der sie sanft das Fell kraulte und die behaglich schnurrte.

Es war eine seltsame Geschichte - fast konnte man der Versuchung erliegen, sie bloss für einen Traum oder für Phantasie, Einbildung, zu halten. Allein die Tatsache, dass sie Falkenstein, eine Stadt auf dem Festland, gesehen, deren Hitze gefühlt und deren Gerüche wahrgenommen hatte, liess alles so unwirklich erscheinen.
Doch dort, als die Drei - Akliah, Evan und Elena - ein weiteres Mal waren, klärte sich langsam auf, in was sie reingeraten waren. Ein uralter Fluch, der auf eine kleine Gruppe von Menschen lastete und sie seit Jahrhunderten nicht mehr losliess.

Zurückgekehrt fanden sie sich in einem brennenden Zelt nieder, retteten nur noch eilig die beiden Köpfe und die fleischfressende Pflanze Erika hinaus, die sich an Evan kuschelte und zufrieden gurrte.
Auch wieder etwas, was man kaum glauben mochte, wenn man es nicht selber erlebt hätte...
Aber nun hatten sie auch endlich eine Möglichkeit gefunden, wie sie vielleicht den Fluch brechen könnten - der wahre Name Mama Jais.

Sie hätten nicht später in Brandenstein ankommen dürfen, sah es doch gerade so aus, als würde Caspar von Stey seinen Sohn töten, angestachelt von Mama Jai, die sie mit ihrem wahren Namen konfrontierten.
Kinderstimmen erklangen um sie herum, riefen nach ihrer Mutter - Mutter Zafira.
Der Fluch löste sich mit Mama Jai auf und ein Kuss Elenas auf Lutz' Wange erlöste nun auch die beiden Köpfe, während Erika, etwas widerwillig, in Caspars Obhut gegeben wurde, der mit seinem Sohn zurück nach Falkenstein kehren wollte.

Eine seltsame Geschichte, dachte sie noch, während sie mit der Katze auf der Arm wieder in ihr vom Kaminfeuer erwärmtes Zimmer kehrte und auch noch lange danach in Gedanken die seltsamen Geschehnisse Revue passieren liess.

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BeitragVerfasst: 13.11.05, 00:27 
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Trine und Lutz, am liebsten hätte sie den Beiden eigenenhändig den Mund wieder zugenäht. Doch zu groß war die Neugier darauf, die eigensinnige Frau ein weiteres mal zu treffen. Es kam ihr vor wie eine kleine Ewigkeit, als dieses sonderbare Paar vor ihren Augen stritt. Doch was kam dabei herraus? Ein Hinweis auf Brandenstein, der sich für sie als nutzlos entpuppte. Denn was war dort schon zu finden? Der Kerl im Pranger, der sie nicht interessierte, dazu noch seine völlig verängstigte Mutter. Diese Frau bekam sogar angst vor ihr selbst, der unsichere Blick in ihren Augen verriet es. Mit einem leisen Murren machte sie sich auf den Weg zurück. Das Zelt war immernoch verlassen, es wäre auch wirklich zu einfach gewesen.

Die Tage vergingen, bis sich plötzlich am Himmel über ihr ein krächzender Vogel zeigte. Zielstrebig kam dieser näher und landete nur ein paar Schritte vor ihr im Gras. Die ungewöhnliche Größe und das helle Federkleid bestätigten ihren Verdacht, dieser Vogel hatte sie schoneinmal zu Mama Jai geführt. Sie sollte recht behalten, denn ehe sie sich versah, fand sie die kleine Frau beim Beeren sammeln, mitten im Wald. Eine Fackel erhellte die Lichtung notgedrungen und wie schon beim ersten Treffen, wurde sie erwartet. ,,Jamila, Kindchen, wusstest du, dass man einige Früchte nur des Nachts findet?" ...waren ihre Worte.

Iritiert musterte sie diese seltsame Person, konnte dann aber wieder einen klaren Gedanken fassen. Mit nachdenklichem Blick fragte nach kurzem Zögern: ,,Ist diese Prozedur eigentlich üblich?" Wie sich herrausstellte behielt sie recht. Es war üblich, all das zu durchlaufen, wenn man einige Worte mit ihr wechseln wollte, denn dafür hatte sich Mama Jai zu gut ausgesucht, mit wem sie die Worte wechseln wollte.
Natürlich kannte die alte Frau die Frage, die ihr auf der Zunge brannte, bereits und antwortete ihr, ohne das sie Fragen musste. ,,Ich bin keine der eurigen, doch wenn man uns vergleichen würde, so unterschiedlich ist unsere Gesinnung dann doch nicht." Innerlich lies sie die Schultern hängen, aber wie so oft versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen.
Kurz darauf sprach diese Frau in seltsamer Tonlage zu ihr, in einer Stimmlage, die man nur Mühsam verstehen konnte. Leise und behutsam klangen die Worte: ,,Kannst du dir vorstellen, Liebes, dass um dich herum, in diesem Wald, in den Häusern, den Strassen eine zweite Welt existiert, in der jene wandeln, die nicht mehr unter uns weilen? Sie hören alles und flüstern es uns ins Ohr, so wie ich es gerade mit dir tue." Sie starrte ihre Gegenüber nur nachdenklich an, aber man konnte ihr ansehen, das sie davon alles andere als überzeugt war. ,,Das habe ich mir gedacht. Dann nur noch etwas, Kindchen.. Genauso schwierig wie es oftmals sein mag, deine Schwestern zu erkennen, so schwierig kann es manchmal auch sein die Lebenden von den Toten zu unterscheiden.." Sie wollte antworten, auch wenn sie nicht genau wusste was, aber dazu kam sie nicht mehr. Mama Jai ging auf sie zu, doch ehe sie mit der Wimper zucken konnte, hatte sie sich in Luft auf gelöst. Die Fackel lag knisternd vor ihren Füssen und auch Vogel, der sie hier her geführt hatte, war verschwunden.

Manche Beeren findet man tatsächlich nur bei Nacht, aber selbst dann zeigen sie sich nur, wenn sie es wollen.


Zuletzt geändert von Jamila: 13.11.05, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.

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