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Da stand er nun, in Mitten des Schatten eines Kellerraums. Die lange schlanke Gestalt, gehüllt in eine weite Robe, die Kapuze zurück im Nacken. Tiefe dunkle Augenringe zieren das, eh schon schmale markante Gesicht. Abgemagert scheint es zu wirken, die Wangenknochen zucken vor Anspannung. Völlig ausgezerrt scheint er zu wirken, als habe er Tage lang nicht mehr in den Schlaf gefunden. In tiefster anstrengung, in tiefsten Gedanken versunken. Nun war es also geschehen. Nach so langer Zeit, nach der Zeit er Lügen, der Heuchelei. Nun waren ihm seine eigene Mittel, mit denen er nun schon so lange arbeitete, selbst zum Verhängnis geworden. Wie lange hatte er nun schon hier auf dieser Insel verweilt, wie lange in seinen Lügen gelebt? Wie lange seinen Mitmenschen geheuchelt?
Verrat.
Das war das Wort, was ihm die letzten endlos wirkenden Zyklen, immer wieder durch seine Gedanken zerrte, ihm den letzen Nerv zu rauben schien. Er wurde Verraten, das was er immer zu verhindert suchte, es war geschehen. Nun gab es kein zurück mehr. Alle Zelte waren abgebaut, Spuren waren verwischt worden, die meisten seiner wichtigen Güter waren umgeschichtet, auf andere Fächer verteilt. An Menschen gegeben, welchen er nun Vertrauen musste.
Vertrauen!
Bei diesem Gedanken wurde ihm übel. Sein Magen schien sich zu drehen, Bleiche stieg ihm zurück ins Gesicht. Bald würde es sich wie ein Lauffeuer über die Insel ziehen. Dieser Mann, dem so viele vertraut hatten, ein Diener des Einen. Ja! Jetzt war es endlich raus. Endlich... . Keine Lügen mehr, Nein. Nun war seine Zeit gekommen. Seine Zeit aus seinem Käfig zu treten, die Ketten zu sprengen. Es war Zeit noch tiefer in die Schatten zu steigen, als er es sich je vorzustellen vermochte. Nun war es Zeit, sein Schicksal in die Hände des Herren zu legen. All jene Heuchler, jene deren Augen verschlossen sind. Jene die der Hure und dem Schlechter heuchelten. Jene welche die Erfindung Morsan fürchteten. Den Tod. Pahh, er wäre nur ein neuer Anfang. Die Missgeburten welche glaubten, ihre übernatürliche Gabe von ihrem Allwissenden Dummkopf erhalten zu haben. Ja all jene würden bald begreifen, begreifen, dass seine Macht weit mehr vermag, als sie sich vorstellten. Irgendwann, dass wusste er, würden wieder Städte brennen. Der Herr in seiner Allmacht zurück nach Tare kommt, sein Land wieder unter seine Herrschaft zu nehmen. Ja, dann würden sie alle Leiden, alle die sich ihm weiter verschließen. Alle die schwach sind.
Nun war es an ihm, dem Herren in seiner Vollkommenheit dienlich zu sein. Es würde die Zeit der Rache werden. Verräter werden sterben. Nein, sie werden Leiden. Leiden. Er wird sich daran laben, sich ergötzen an der Schmach des Schwachen. Isgrim war nun Tod. Sein neuer Weg, er würde hart werden, das wusste er. Er würde ebenso entsetzlichen Schmerz, großes Leid erleben. Doch er würde auferstehen, aus den Schatten heraustreten, mit neuer Macht erstarken.
[OOC: Ich würde mich freuen wenn alle, die nun !IG! davon Wind bekommen haben,
hier auch ein paar Worte schreiben würden. Ihre Gedanken, ihre Vorstellungen. Oder was
auch immer dazu passen könnte. Auf ,nun hoffentlich, weiteres interessantes Rollenspiel.]
Zuletzt geändert von Felsenfaust: 18.11.05, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.
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