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 Betreff des Beitrags: [Event] Mach die Augen zu ...
BeitragVerfasst: 11.01.07, 22:35 
Festlandbewohner
Festlandbewohner
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Mach die Augen zu ...

... mein Kind,
und lass mich singen, Schönheit, dir,
ein Liedlein in der dunklen Nacht,
dein Lauschen ihre schönste Zier,
so küss mich noch einmal und ruh',
und finde süß erlösend Schlaf ...
... und dann hab ich dich umgebracht.


Da es sich zu Illis' Zeit bewährt hat, folgende Spielregeln: Hier darf jeder posten, der irgendetwas zu dem im Folgenden beschriebenen IG-Quest beifügen möchte, seien es Gedanken oder (Alp?)Träume des eigenen Chars, seien es Gespräche, IG-Geschehen oder sonst etwas, das man gern in einen Rollenspiel-Post fassen möchte.

Wer Nachforschungen im Zusammenhang mit diesem Quest anstellen möchte, kann sich an mich wenden.

Und jetzt: Vorhang auf.



Zitat:
Es ist der Zenit des siebten Hellzyklus am 11. Oner. Ruhig liegt Siebenwind da, die grauen Wolkenschleier treiben über den Himmel, und das Grauen des Dunkeltiefs gerät allmählich in Vergessenheit.

Jäh wird die Stille zerrissen von einem Krachen, berstender Schiffsrumpf und knickende Mäste, die in die Planken des Decks schlagen - Lärm dringt über die Insel, und das Schiff, das eine ganze Weile schon auf die Klippen vor Greifenwald zusteuerte, liegt schwer beschädigt seitlich in den Riffen. Kein einziger Toter, der im Meer treibt, keine einzige Seele, die an Bord zu sehen war. Niemand, der das Steuerrad hielt, und niemand, der die Riffe hätte vorausahnen können.

Die Trümmer werden wenig später an die Küste des Lehens gespült. Sind das Abdrücke, Blutspuren, Hinterlassenschaften eines Tieres, oder doch eines Menschen? Trieb da etwas Lebendiges in dem Teppich aus zersplittetem Holz?

***

Wenig später wird eine grausam entstellte Leiche gefunden, und die merkwürdige Ballade beginnt.



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 Betreff des Beitrags: Und dieses war der zweite Streich ...
BeitragVerfasst: 12.01.07, 21:55 
Festlandbewohner
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Zitat:
Der Kopf des Elfen fühlte sich samtig an, die Haut zart, die Haare lagen wie geschmolzene Seide in des Künstlers Hand.

***

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort: Geschrei, Aufruhr und eine Menschenmenge. Der Leichnam wurde entdeckt.

***

Wieder ein Kreuzchen auf dem Notenpapier. Mach die Augen zu ... ein Kichern erklang, als er dem Kopf des Elfen, der auf dem kalten Fels stand und ihn aus strahlend blauen, so lebendig anmutenden Pupillen betrachtete, die Augen schloss.



Zuletzt geändert von Phobie: 12.01.07, 21:55, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.01.07, 01:19 
Edelbürger
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Wohnort: Kurpfälzer im Mainzer Exil
Es war ein langer und anstrengender Abend gewesen.
Die Wirtin der Seeschlange hatte nach der Auktion zu sich eingeladen.... die dunkelhäutige Frau neben mir kam mir irgendwie bekannt vor- sei´s drumm. Der Eiswasser lief runter wie warmer Grog... sanft, befreiend.

Da tat sich die Türe auf. Ein buckliger, häßlicher Mann in viel zu weiten Klamotten setzte sich zu uns an die Theke. Sei´s drumm dachte ich und bestellte für ihn ein Glas Wein. Er palaverte von Morden in einem seltsamen Singsang, von Schmierereien in Falkensee und immer wieder erzählte er von einem toten Elfen mit zermatschtem Kopf.

Das erweckte irgendwie mein Interesse. Während sich Regina Gropp mit dem Buckel plagte - starrte dieser doch immer unverhohlen zu ihr - überlegte ich nicht lange und versuchte den buckligen Barden hinaus zu bugsieren.

Er scheint komplett gestört zu sein, auf Weiber total versessen. Die Leiche wollte er mir nicht zeigen. Lügt er vielleicht? Vor allem ist er aber ein Magus, denn er als ich ihn am Kragen hatte - wir standen vor den Türen der Seeschlange - presste er mich mit arkaner Kraft gegen die Holzpoller, die Luft wich zischend aus meinen Lungen...

Er ging wieder hinein, der häßliche Kahlkopf und verteilte irgendwelche Pergamente auf dem Tresen. Er rief Regina immer wieder, schrie, brüllte... Er will aus irgend einem Grund eine Haarlocke von ihr. Ich sah einfach nur zur, konnte nichts tun- er scheint ein starker Magus zu sein.
Dann entriss er Frau Gropp ein Büschel Haupthaar und stolzierte davon... einfach hinaus... und er wünschte ihr dabei noch angenehme Träume.
Ich verfolgte ihn, doch er verschwand einfach vor meinen Augen- ein wahrhaft bemerkenswerter Vogel.

Ein Irafahr?
Ein Daimon aus Hawenn?
oder etwas ganz anderes...?


Der Sache gilt nun meine Aufmerksamkeit....

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Zuletzt geändert von unicrack: 13.01.07, 01:21, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Die Haarlocke oder "Süße Träume Gänseblümchen..."
BeitragVerfasst: 13.01.07, 22:49 
Ehrenbürger
Ehrenbürger

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Beiträge: 511
Wohnort: Bayern
Lange ließ der Schlaf auf sich warten.
Die seltsamen Ereignisse im Schankraum hielt ihre Gedanken gefangen und beim kleinsten Geräusch im Haus schreckte sie wieder aus dem dämmrigen Schlummern auf.
Die Stelle am Kopfe schmerzte schon lange nicht mehr, als sie endlich einschlief.

Eine helle, ungewöhnlich hohe Stimme erklang im Dunklem des Schlafes und begann damit die Seele der kleinen Frau zu martern.

„Süße Träume Gänseblümchen....“

Der Vorhang öffnete sich und das Schauspiel beginnt.

Ein heller Lichtpunkt nähert sich aus der Finsternis. Wie Blätter einer verwelkenden Blume fiel die Schwärze langsam vom Gesicht des Vetters ab. Liesen Gesichtszüge erahnen die anklagend und verhärmt bis ins tiefe Innere ihres Seins sahen.
Eine Stimme, die sonst nur liebe Worte der Zuversicht und der Unterstützung sagte, erklang hart und triefend vor Abscheu.
„Du warst hier niemals erwünscht. Geh zurück woher du gekommen bist. Du wirst es niemals zur Meisterlichkeit bringen. Du bist eine Schande für all die deinen.“

Augen, die bereits geschlossen waren, versuchten den Blick abzuwenden.
Doch in den Ohren ertönte die Stimme weiter. Wurde zu der süssen, beständig lachenden Stimme von Mia.
„Ich will nicht bei dir sein! Ich hasse dich! Ich will zurück zu meiner Mutter! Du wirst niemals meine Mutter!“

Kantiger, mit Dornen versehener Draht schnürrte sich um das Herz der Frau. Einmal...zweimal rund herum...und zog sich dann fester zusammen.

Etwas fiel klimpernd auf den Boden. Riss ein Loch in die Dunkelheit, so dass man die winzigen Gegenstände genau erkennen kann.
Es waren fein gearbeitete Ohrringe mit vielen kleinen, goldenen Fäden, welche gewöhnlich am Ohr der Trägerin herabbaumelten und über die rosanen Kinderwangen strichen.

„Sieh dir an was du ihnen angetan hast. Sieh es dir genau an. Du bist der Grund wieso sie hier sind. Wieso wir alle hier sind. Du bist der Grund wieso wir alle ins Verderben laufen werden.“ Thelos Stimme lies die Bilder hinter den zuckenden Augenliedern sich verändern.

Ein Lichtschein erhellt zwei Gestallten.
In seinem eigenen Blut liegt Zacharias darnieder gestreckt. Der Körper des jungen Mannes in eine schwarze, mit Zeichen des Einen versehenen Robe gekleidet. Das Schwert, welches aus seiner Brust ragt, fest umklammert von Lucius Händen.
Sowohl die toten Augen, als auch der hasserfüllte Blick des Anderen waren auf sie gerichtet.
„Das alles hast du zu verantworten.“

Als würde ein Stein auf eine Wasseroberfläche auftreffen breiten sich träge, immer größer werdende Kreise auf dem Schreckenszenario aus.
Die Wasserbewegungen gehen über in züngelnde Flammen.
Hunrig lecken diese an der meisterlich geschnitzten Kinderwiege hinauf. Fressen sich in das helle Holz und ersticken das todesängstliche Schreien der Kinderstimme. Schlingen sich um die kleinen Ärmchen, welche sich wild schlagend in die Höhe recken.

Die Flammen lassen Regina nicht zu der Wiege. Sie halten sie fernab gefangen und lassen sie mit ansehen wie ihr eigenes Kind den Flammen zum Opfer fällt, ohne dass sie ihm helfen kann.

Gepeinigt bäumt sich der Frauenkörper im Bett auf. Doch die finstere Macht lässt sie nicht gehen, lässt es nicht zu, dass sie aus dem Alptraum erwacht.

Heiß und grell schlagen die Flammen weiter um sich. Erfassen alles, dessen sie habhaft werden können.
Ein derbes Lachen jedoch tönt über dem Knistern der Flammen und dem Bersten der Balken hinweg zu ihr.
In jedem Arm eine hochgewachsene, blonde Nortravin steht Harwarn abseits der Flammen und lacht über die verzweifelten Bemühungen seiner Frau dem Traum zu entfliehen.
„Dachtest du wirklich ich würde mich ändern? Ich würde wegen jemandem wie dir meine Tradition und meine Herkunft aufgeben?“
Hämisch mischen sich die verletzenden Worte mit dem kecken Gekicher der Schönheiten.

Das Gescherze und Geplänkere der drei entfernt sich und die Dunkelheit umfasst Regina erneut mit schmerzhaften, atemraubendem Griff.

Der Traum lässt sie jedoch noch nicht frei.
Fest hällt er sie umklammert um sie bei sich zu behalten.
Er wird ihr noch viele seiner herrlichen Bilder senden.
Die Nacht war noch lange und er hatte gerade erst begonnen...


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 Betreff des Beitrags: Und dieses war der dritte Streich ...
BeitragVerfasst: 14.01.07, 00:18 
Festlandbewohner
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Zitat:
Er liebte den Geruch weiblicher Haut. Er schmiegte seine Lippen an die zarte Haut ihrer Beine, merkwürdige Erregung vermischte sich mit dem Bewusstsein, dass er nicht schwelgen, sondern arbeiten sollte.
Er seufzte und nahm das günstig erstandene Messer zur Hand.

***

Diago nahm den Zettel von dem merkwürdigen Kerl entgegen, nickte, nahm sein Trinkgeld diskret und machte kehrt, um seiner Kollegin Anissa Merten den Zettel für "irgendjemand wichtigen" zuzustecken. Dann war da dieses Krachen.

Als er zurücklief, lag sie da. Der Körper merkwürdig verrüttet ob der Knochenbrüche, verursacht von dem tiefen Sturz. Das schwarze Haar umschwebte ihren Kopf, als tauche sie unter Wasser, und sie war erstaunlich schön. Ihre Beine jedoch waren ihr wohl abhanden gekommen; schwarze Fäden zeugten von der Naht. Diago fühlte, wie sich sein Magen umdrehte. Oh, wie er Blut hasste ... oh, wie ihm schlecht wurde. Ein kurzer, prüfender Griff überzeugte ihn, dass ihr Leib noch warm war. Er lief los. Hilfe holen.

***

Wieder ein Kreuzchen auf dem Notenpapier. Mach die Augen zu ... Der Harlekin lachte hell auf und genoss die Ruhe nach seinem kurzen Zellenaufenthalt. Brilliant, wie er erneut die Insel an der Nase herumgeführt hatte. Exzellent, wie er sich herausgewunden hatte. Herausragend, wie er doch über ihnen allen stand. Seine Gaben waren ihnen schlichtweg überlegen. Er konnte sein riskantes Spiel zu noch größerem Risiko treiben.

Ein Blick auf den kleinen Zettel verriet es ihm. Morgen stand viel Arbeit an. Denn ... morgen ist der große Tag.

Ein Lächeln, förmlich kindlicher Glückseligkeit, als er zu nähen begann.



Zuletzt geändert von Phobie: 14.01.07, 00:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.01.07, 01:07 
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NEIN LASS MICH LOS!

*der kleine Hobbit dreht sich im Bett hin und her, die Augen geschlossen, jedoch fuchtelt er wild mit Armen und Beinen umher*

WAH NEIN!


*er schreit kurz auf, doch sind seine Augen weiter zu, scheinbar steckt er in mitten eines Alptraums.*

KEIN FEUER! NEIN KEIN FEUER!!! AH

*Er dreht sich im Bett etwas hin und her und quängelt laut auf, die Hände patschen an seinen Rücken und eine Träne rollt ihm die Backe hinab*

*Die Augen werden aufgerissen und Bovil schreckt mit einem lauten Schrei, der über den Marktplatz hallt, auf.
Schweissgebadet sieht er umher.... kein Licht, stockfinstere Nacht*

*ein leises Knacken hinter ihm.. dann wieder Ohrenbetäubende Stille, der Halbling senkt den Kopf, ein leises wimmern geht von ihm aus*

lass mich bitte..

*die Tür wird mit einem knarren aufgeschoben, das Quietschen, nervenzerfetzend und doch leise, hallt durch den Raum*

bitte! lass mich!!!


* ein leises Tippeln, ein Hecheln.. oder Keuchen?*

*Bovil zuckt zusammen als er etwas feuchtes, kaltes im Gesicht spührt*


NEIN!!!

*wieder das Hecheln, dann vor ihm zwei Augen, ein Gestank von abgekauten Knochen steigt ihm in die Nase*

Wuff?

*Der zahme Wolfshund wedelt erfreut mit dem Schwanz hin und her und hechelt den Hobbit an, doch dieser sinkt in sich zusammen und schluchzt leise auf, wieder rollen die Tränen*


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BeitragVerfasst: 14.01.07, 01:41 
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"... Ael."
Althea erhob sich langsam von den Knien, taumelte einen Moment wieder und griff sich an die warme Stirn. Sie schloss die brennenden Augen und wankte zu dem Bett im Frauenzimmer des Hofstaates zu Burg Finianswacht, liess sich darauf fallen und rollte sich eher unachtsam in der Decke ein.
Sie war so müde und erschöpft.

***

Dunkelheit um sie herum. Es war kalt, nur in der Ferne schien blasses, kaltes Mondlicht durch ein rundes, kleines Fenster. Sie war allein, so entsetzlich allein.... oder?
"Hast du mich vermisst?"
Kühle Finger griffen fest in ihren Nacken, ein leises Klingeln von Glöckchen erklang - eigenartig bedrohlich.
"Mach die Augen zu, mein Kind."
Jemand sang ihr die Worte ins Ohr, sein Atem strich brennend heiss über ihre Haut, es stank nach verkohlten Fleisch, während sie schmerzhaft aufwimmerte.
"Und lass mich singen, Schönheit, dir!"
Sie wollte ihn abschütteln, doch mehr und mehr wandelten sich die Finger in ihrem Nacken zu Krallen, die Hand zu einer Klaue, kalt und schuppig fühlte sie sich an. Sie keuchte, ihr Herz raste, während sich dorniges Gestrüpp über ihre verletztliche Haut schob, Wunden riss und langsam nur sah sie zur Seite rüber. Sie sah das Gesicht, was sie seit ihrer Kindheit abgrundtief hasste und zugleich fürchtete.
Hämisch grinste er sie an, flüsterte triumphierend: "Hab' ich dich endlich!" und abrupt verwandelte sich sein Gesicht in eine Dämonenfratze, angetan mit einem halben Dutzend blutiger Hörner, Geifer tropfte aus seinem Maul. Er wuchs in die Höhe, doch hielt sie beharrlich im Nacken fest.
Seine andere Hand jedoch hielt er über sie, ähnlich der Haltung, wenn ein Geweihter einen Segen sprechen würde, doch statt sich göttlicher Segen über sie ergoss, war es heisses Wachs, ihre restliche, noch von seinem heissen Atem verschonte Haut qualvoll peinigend.
Sie schrie, wand sich in den Dornen, die sich nur tiefer in sie bohrten, ihren Leib zerissen und zerschnitten...
.... und sie sah selber auf sich hinab, auf ihren eigenen, zerschundenen Körper. Da war wieder dieses Gefühl der Einsamkeit und ihr Blick ging unweigerlich zu dem runden Fenster, was nun näher war, daneben eine runde Tür, jedoch ohne Knauf, ohne Scharniere, als wäre sie fest in der Wand eingefügt und sie wusste, dass sie sie nicht öffnen konnte, nicht hinaus zu den anderen.
Und.. Mama Miane war nicht da... niemand, der sich um sie kümmerte, mit ihr redete. Und.. da war dieser quälende Hunger. Jahrelang, tagein, tagaus nur noch zwei Mahlzeiten am Tag, keine Zuckerkugeln mehr...
Wimmernd sah sie wieder hinab zu dem zerrissenen Leib der weisshaarigen Menschenfrau am Boden - sie musste wenigstens nicht lange leiden!

***

Keuchend schlug sie ihre Augen auf und sah sich rasch in dem zwielichtigen Raum um, tastete zitternd an ihrem Kopf, an ihrem Körper herum, dann jedoch fiel sie keuchend wieder zurück ins Kissen, legt eine Hand auf die heisse Stirn und glitt zurück in unruhige, chaotische Träume.


Zuletzt geändert von Althea: 14.01.07, 01:53, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Und dieses war der vierte Streich ...
BeitragVerfasst: 14.01.07, 03:20 
Festlandbewohner
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Dieser Duft. Dieser Duft! Hach, er wäre dafür vergangen. Diese Salben, die zur Erhaltung der Leichenteile gedacht waren, rochen einfach fantastisch. Nur schade, dass sie kaum bezahlbar waren.

Er seufzte das Seufzen des leidenden Künstlers und griff wieder zur Feder, tauchte sie in das Tintenfass und vollendete den sechsten Marktschreier.

Morgen zum achten Zyklus.

Die sechste und letzte Ausgabe unterschrieb er mit seinem Namen.

***

Der Hobbit war sicher kein stolzes Opfer gewesen und gewiss kein anspruchsvolles. Aber diese Füße hatte er einfach faszinierend gefunden. Fellfüße. Wie geschaffen für seine Zwecke.

Hartwine hatte nichts davon mitbekommen, als die Leiche herbeigeschafft wurde.

Dann war das Geschrei groß. Ein toter Halbling vor der Bank? Skandal. In der Krypta begannen die Leichen, die auf der Liste des Harlekin standen, allmählich einen ganzen Halbraum einzunehmen. Es musste zu einem Ende kommen. Wie viele Tote konnte die Insel noch verkraften, bevor die Massen abwandern würden, in der Angst um ihren Hals.



Zuletzt geändert von Phobie: 14.01.07, 03:27, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.01.07, 04:46 
Edelbürger
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War da etwas?
Vorsichtig wandte er sich um und spähte über die Schulter. Das seidige, vom Baden noch nasse Haar glitt ihm über den Rücken, schwer und duftend lag es auf den weichen Gewändern.
Nein, da war wohl nichts. Nur das Knistern des Kamins.
Ein lautes Klappern, dichtauf gefolgt von einem leisen Splittern, ließ ihn zusammen fahren und mit der den Elfen eigenen Geschmeidigkeit herum wirbeln, mitten auf der Treppe ein riskantes Unterfangen.
Das Fenster war aufgeflogen und gegen die Wand geknallt, die hübsch verzierte Butzenglasscheibe wies nun Risse auf. Wie schade, das Glas war eine Meisterarbeit gewesen und so etwas bekam man auf diesem Eiland doch nur selten!
Behutsam schritt der Elf, wider jede Vernunft alarmiert und wachsam, zu der Scheibe um sie zu schließen. Einen Augenblick hingen seine strahlend blauen Augen unter den elegant geschwungenen Augenbrauen auf dem Anblick, der sich ihm bot: die Lichter Falkensees, gelb und warm, die sich häussliche konturen schaffend gegen den samtschwarzen Himmel und seine kühlen, weißblauen Lichter abhob.
Es war das letzte, was er sah; das letzte, was der Elf hörte, war ein schrecklich bedeutungsloses Kichern seiner Selbst, als sein Verstand ob des Anblick und der Schmerzen brach.
Und:
Mach die Augen zu..

_________________
Inaktiv.


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 Betreff des Beitrags: Und dieses war der fünfte Streich, und der sechste folgte so
BeitragVerfasst: 14.01.07, 18:16 
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Genüsslich strich er über das Haar in seiner Hand, die Lippen, die sorgsam abgetrennt vor ihm lagen. Ja, allmählich bekam er eine Auswahl zusammen, die sich sehen lassen sollte.

Noch eins fehlte ... dann war alles vollständig. Ein reines Herz ... ein Kinderherz. Er seufzte das Seufzen der Trauernden. Was war die Welt finster!

***

Die Seitenkammer der Krypta gab nun bereits sechs Toten eine neue Heimat. Und sie wartete auf die so reißerisch angekündigte siebte.



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 Betreff des Beitrags: Und dies, das war sein letzter Streich.
BeitragVerfasst: 14.01.07, 23:30 
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Als das Kind gefunden wurde, ging alles recht rasch. Die Spur wurde verfolgt, jedes Hindernis blutig beseitigt, das Labor des Harlekin ausgehoben.

Die Treibjagd durch den Wald beherrschte er. Rufe, Geräusche, Lachen und Jammern. Das Chaos, das um die Ruine herrschte, war unglaublich. Später in der Nacht zeugen noch Spuren überall um die Wachturmruine nordwestlich Falkensees von dem Aufruhr, der dort stattgefunden haben muss. Schleifspuren, Blutreste, Fußspuren überall.

***

Wenig später betrat der Harlekin den Marktplatz; aufrecht und stolz, und er musste sich eingestehen, dass er ohnehin keine Wahl gehabt hätte. Was war schon Zeit? Lieber brachte er es jetzt zu einem furiosen Ende, ehe sein Tod unbemerkt bliebe - und ebenso in den Händen des Fürchterlichen enden würde.

Als das Schwert sein Herz durchbohrte, riss der letzte Faden, der noch fehlte, um den Pakt, den er einst geschlossen hatte, donnernd und krachend einzulösen. Sein Körper verzerrte sich, die merkwürdigen Schemen nahmen dämonenhafte Form an. "Narren!", dachte er, doch ein Dämon lügt stets, und nach Augenblicken verstand er: die Kraft, die ihm erteilt worden war, war gigantisch - doch er hatte die Zähigkeit seines Fleisches verloren, die er in ebenjenem Pakt sich erkauft hatte. Armer, dummer Harlekin.

Als er besiegt war, spritzte das viele Blut, durch das er seine Körperkraft, seine unnatürliche unheilige Widerspenstigkeit gegen Verwundung, Blutverlust und Krankheit jeder Art, seine ganze körperliche Erscheinung gefördert und genährt hatte. Oh, es mussten dutzende Seelen gewesen sein, an deren Blut er seinen Leib genährt hatte, und viele jener, die auf dem Marktplatz dem Schauspiel zusahen, badeten förmlich in der rostroten Flüssigkeit. Doch der Harlekin bekam keine Gelegenheit mehr, über diesen letzten Spaß zu lachen.

***

Der Stiefelmacher lächelte verborgen. Nicht, dass er noch in der Lage war, Belustigung zu fühlen - doch es war das Lächeln der grimmigen Zufriedenheit über eine gelungene Mission, an der er nicht viel hatte arbeiten müssen. Er hatte hier und da an Fäden gezogen, sichergestellt, dass der Harlekin letzten Endes verenden würde, und er hatte sich mit der einen oder anderen Hafendirne das banale Vergnügen geholt, das ihm noch zu erreichen möglich war. Oh, diese ewige Kunst der schwarzen Magie war eine entbehrungsreiche. Doch Siebenwind war geradezu Erholung, Urlaub gewesen gegen das, was er in der Bruderschaft zu tun hatte.

Er trat in die Menge, die ob seiner eindeutigen Erscheinung zurückwich. Die Predigende wies er von ihrer Gesprächsplattform, den Elf, der ihm drohte, wollte er zunächst verlachen, doch er hatte vergessen, wie das funktionierte. Er entschloss sich für die plumpere Form der Erniedrigung. Auf den Boden mit dir, Spitzohr. Tritt mir nicht zu nahe.

Siras Elai erklärte, und das Volk lauschte endlich einmal mit aller Aufmerksamkeit dem dunklen Gesellen. Beinahe vergaß er sich, als er nach so langer Zeit sich wieder einmal zeigte und sprach. Doch er vermied sich das predigen. Beschränkte sich auf das Wesentliche. Und da war dieser Knappe. Er hatte ihm Vergnügen bereitet. Dieser Knappe war so eifrig, so wütend, so zornig, so verzweifelt auf dieser Jagd, dass er den Stiefelmacher an dessen eigene Jugendtage erinnerte. All das Streben, all die Wut! Er genoss es, dem Burschen zuzusehen. Er beschloss, ihn zu belohnen. Wer sonst konnte sich rühmen, von einer Exzellenz zur linken Hand belobigt worden zu sein. Und auch wenn es nur Fassade war - er genoss in merkwürdiger Weise den Auftritt, auch wenn er nicht recht verstand, was ihn ihn genießen ließ.

Als er ging, suchte er den Weg durch die Menge, wollte noch einmal in den merkwürdigen, schweißigen Haufen eindringen, ehe er wieder zu Geschäft gerufen wurde, ehe der Stiefelmacher seinen nächsten "Klärungsauftrag" bekommen würde. Die Klinge in seinem Rücken schnitt schmerzlich durch das Fleisch, und in Gedanken seufzte er. Oh ihr Narren. Was glaubt ihr, wer vor euch steht, was glaubt ihr, wer ungestraft ein solches Leben überlebt.

Als er wenig später mit dem Aussehen einer Ratte im Lagerraum des Schiffes, das morgen die Segel nach Ventria setzen würde, einschlief, schien ihm das Leben für einige Augenblicke richtig lebenswert. Der Geruch des Obstes, das der luxuriöse Viermaster, der vornehmlich besserstehende Leute transportierte, schien ihm verlockender als sonst, und der Augen des Volkes, die förmlich an seinen Lippen geklebt hatten, ließen ihn noch immer nicht los.

Ach, hätte er nur die Kraft gehabt, länger als nur ein paar Augenblicke zu genießen. Ach, hätte er doch diesen ersten Pakt nicht geschlossen. Ach, wäre aus ihm doch etwas anderes geworden.

Er seufzte und vergaß das genussvolle Gefühl.

Der Harlekin war tot. Auf zum nächsten Punkt auf der langen Liste seiner Opfer.



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