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 Betreff des Beitrags: Dunkel über Baerúnsfels
BeitragVerfasst: 5.04.02, 23:51 
Festlandbewohner
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Ein leichtes Beben fuhr durch die Muskeln des Kriegers, der seltsam gekrümmt auf einem Fell lag. Schwärze umgab seinen Geist, bis der unmelodische Klang von aufeinander schlagendem Stahl in ihm widerhallte und seine Instinkte ihn aus dem Schlaf rissen.
Die Augen des Barbaren weiteten sich, als er sich vergeblich bemühte aufzurichten. Eine bleierne Schwere lag auf seinen Gliedern, die seinem Willen nicht zu gehorchen schienen.
Das kehlige Schreien von Orks drang in seine Ohren und Wut stieg in ihm empor, brandete durch sein Blut, das lähmende Gefühl abschüttelnd.
Dies war Baerúnsfels, Heimstätte der Khalandrier auf Siebenwind. Wie bei allen Göttern hatten Orks ihren Weg hinein gefunden?
Ächzend zwang er sich in die Höhe, den unnatürlichen Widerstand überwindend. Ein rascher Blick durch das hölzerne Gebäude ließ seinen Zorn weiter empor flammen. Rings um ihn lag der Großteil des Stammes auf den Fellen, regungslos und mit entrücktem Ausdruck auf ihren Zügen. Die Erkenntnis durchfuhr ihn wie ein Blitz. Ein Schamane! Die Orks hatten einen verdammten Schamanen bei sich!
Fluchend gürtete sich der blondschöpfige Krieger seine Schwertscheide um, zog das Breitschwert aus der selbigen und trat knurrend die Tür auf.
Ein ersticktes "Bei Fjerulf!" rann von seinen Lippen, als sich ihm ein Bild des Entsetzens darbot. Gut ein Dutzend Orks mochten in das Fort eingebrochen sein, durch ein hölzernes Tor dessen Überreste geborsten in den Angeln hingen. Rechts von ihm türmte sich ein Riese auf, um dessen fleischigen Hals eine eherne Kette geschlungen war. Das grob geschmiedete Ende der stählernen Leine verlief in den Händen eines Orken, der den Barbaren aus blutunterlaufenen Augen anstarrte.
"Nok ainähr!" In einer wilden Gebärde deutete der von einem zerlumpten Wams umhüllte Ork auf ein Gitter, welches einen kleinen Platz vom Rest des Forts trennte. Eine verworrene Ansammlung aus grünen Leibern warf sich immer wieder gegen die eherne Absperrung, die bereits bedrohlich ächzte.
"Makhänz auph thaz Gitthä!" Der Ork brüllte die kaum zu verstehenden Worte, wobei er seine Lippen schürzte und spitz zulaufende Zähne entblößte.
Keuchend wich der Barbar einen Schritt zur Tür zurück, wo er seine Fersen in den Erdboden grub. Seine großen Hände schlossen sich fester um den Knauf des Breitschwertes, bis die Knöchel weis hervortraten. Ein weiterer Ork kam die Palisade herab, eine blutige Barbarenstreitaxt hinter sich herziehend die er schließlich achtlos fallen ließ.
Die Gesichtsmuskulatur des blonden Hünen begann zu zucken, als die Schlachtenwut in ihm empor stieg. In diesem Moment gab auf der anderen Seite des Forts das Gitter nach und die Flut aus grünen Leibern ergoß sich auf den freien Platz, den Blick freigebend auf zwei gefallene Barbaren, die in einer immer größer werdenden Blutlache lagen.
Unter triumphierendem Gebrüll zogen sich die Orken aus dem Fort zurück, das geborstene Tor durchschreitend und den Riesen hinter sich herziehend.
Taumelnd trat der Khalandrier aus dem Schatten des Langhauses heraus, Bilder aufnehmend die sein Verstand nicht verarbeiten wollte. Grunzend sog er die von säuerlichem Gestank der Orks und dem süßen Geruch frischen Blutes geschwängerte Luft durch die bebenden Nasenlöcher ein, als er in den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm und herumfuhr.
Einer der Thursen des Stammes stieg von der Palisade hinab, wobei er es wohl den Göttern verdankte, das er in seinem Zustand nicht einfach hinunter fiel.
Sein linker Arm hing schlaff nach unten und ein rotes Rinnsal fand den Weg aus seinem Mund. Er stolperte einige Schritte nach vorne, krümmte sich und stürzte neben der Streitaxt, die einer der Orken zuvor fallen lies, zu Boden.
"Beim Schwerte Bellums, du scheinst mehr Tod als lebendig Androm!" Der angesprochene blickte zu dem blonden Krieger auf, während sich seine rechte Hand um den langschaftigen Stiel der Axt verkrampfte.
"Segimer! Glaubst du ich sterbe ohne meine Waffe in der Hand zu halten? Wo warst du? Wo wart ihr alle als unser Heim verteidigt werden mußte?!"
Die Worte kamen mit großer Anstrengung über die Lippen des Barbaren, schroff und anklagend.
Die Lippen Segimers pressten sich zu einem dünnem Strich zusammen, bevor er antwortete.
"Sie hatten einen Schamanen, Androm. Ich... Wir... konnten nichts tun. Ich erwachte als einziger unter dem Kampfgetöse, die Wut gab mir Kraft. Doch all die anderen liegen noch immer mit lahmen Gliedern in den Fellen, unfähig sich zu bewegen."
Der Barbar wand den Blick von dem verwundeten Thursen ab, suchte die anderen die er zuvor hinter dem aufgebrochenem Gitter liegen sah.
Einer der beiden, Kehk der Wölvasohn, hatte sich aufrichten können. Blut rann über seinen kahlen Schädel, überzog die Tätowierungen die er dort trug und ließ sie im Schein der aufgehenden Sonne düster leuchten.
Ein neuer Morgen dämmerte herauf, doch es schien nicht der Tag der Chauken zu sein der da graute.
Zu Füßen Kehk Malars lag einer der Thursen und rang mit dem Tod. Sein ledernes Wams hing in zerrissenen Streifen an seinem zerschundenem Körper, der unter ständigen Schmerzen erbebte.
"Segimer, trag Thjondar hinein auf die Felle. Ich ... ich muß ihm helfen oder er wird in Bellums Halle der Helden vor seiner Zeit Einzug finden." Der nur mit Mühe noch aufrecht stehende Wölvasohn blickte den Walanan aus ernsten Augen an und deutete dabei auf die Tür des Langhauses. Schweigend nickte der blonde Krieger, wuchtete den blutüberströmten Thjondar auf und schleppte ihn ins innere des Gebäudes.

***

Die Hände Segimers ballten sich zu Fäusten zusammen als er auf dem Wehrgang der Palisade stand und in die Ferne blickte. Einmal mehr war er von Zweifeln geplagt und sein Geist unruhig. Hatten die Götter den Stamm der Chauken verlassen? Und wo war Somyr gewesen, der Berserker, der von Argon Khan zu ihnen gesandt war?
Sein Blick wanderte hinunter zu dem hölzernen Haus wo, wie er wußte, Kehk um das Leben der Thursen rang. Sie hatten tapfer gekämpft die jüngsten Krieger der Chauken doch waren sie weit in der Unterzahl gewesen. Auch sein Weib, Skadi, war bei ihnen gewesen, doch hatte sie tiefe Wunden davon getragen und auch ihr Leben hing nun in den Händen der Götter ebenso wie an Kehks Geschick der Heilkunst.
Der Barbar fluchte obszön auf die Orken und seine Gedanken wanderten weiter zurück, alte Erinnerungen an Khalandra aufgreifend. Ein Entschluß reifte in ihm heran, dem er sich nicht länger entziehen konnte.
Die Tür des Langhauses flog krachend auf und riß ihn aus seinen Gedanken. Rashka Kahles kam erhobenen Hauptes aus dem Haus geschritten, mit wütendem Blick und die Axt in seinen Händen, die er unruhig hin und her bewegte. Ihm nach folgten zwei weitere Khalandrier, Androm, der nun einen seiner Arme in einer Schlinge trug, und ein zorniger Djark der grollend dahersprach.
"Pah, Djark werden werden jeden Orken kürzer machen. Klinge wird als Gras sein grüner!" Wie immer wenn der Thurse in Zorn geriet kamen seine Worte wild durcheinander aus seiner Kehle hervor und hinter Segimers dichtem Bart, bildete sich trotz seines Grimms ein leichtes Lächeln.
Langsam nickend kletterte er die Leiter in das Fort hinab, sich mit seinen Freunden beratend und einen letzten Entschluß treffend.

***

Pechschwarze Wolken hingen tief über der Sturmgepeitschten See und der sonst so stolze Dreimaster schien nicht mehr als das Spielzeug eines dunklen Gottes zu sein, der immer wieder aufs neue versuchte, das Schiff zum kentern zu bewegen.
Norjak Tremborg war ebenso stolz wie sein Schiff. Er hatte hart gearbeitet und nur wenig an ihm glich noch dem galadonischem Fischersjungen, der vor so langer Zeit den Traum hegte, eines Tages ein eigenes Schiff zu besitzen und über das wogende Meer zu segeln.
Sein wettergegerbtes Gesicht war vor Anstrengung zerfurcht, als er sich gegen das Ruder stemmte. Seine Männer hatten gerade noch rechtzeitig die Segel gerefft, bevor der Sturm seine Gewalt voll entfalten konnte, und so die ächzenden Mäste vor dem brechen bewahrt.
Der Sturm hatte ihn überrascht, kurz nachdem er aus dem Tiefenbacher Hafen segelte. Anfänglich war er besorgt gewesen, das Schiff könne auf Legerwall geworfen werden, doch nun durchschnitt der Bug seines Schiffes die Wellenkämme, sich immer weiter von der Küste Siebenwinds entfernend.
Finster blickte er durch den dichten Regenschwall zum Bug des Schiffes, wo sich die Umrisse von vier großen Gestalten abzeichneten.
Barbaren! Er spie aus und dachte an den Vortag zurück, als er sie an Bord des Schiffes lies. Die vier Hünen hatten einen Platz auf seinem Schiff gefordert um das Festland zu erreichen, und so nannte er den Preis für die Überfahrt.
Auf Geheis des Blondschöpfigen, hatte ihm einer der Barbaren, der einen Arm in einer Schlinge trug, einen Beutel mit Gold gereicht. Es entsprach nicht ganz der genannten Summe und so wollte er aufbegehren. Als er von dem Beutel aufblickte, sah er sich einem Krieger gegenüber, dessen eines Auge durch eine tiefe schorfige Narbe verschlossen war. Das andere funkelte ihm grimmig und kalt entgegen und lies ihn verstummen. Der Preis den er nannte war sowieso viel zu hoch gewesen und so winkte er die Nordmänner an Bord.
Als Norjak am frühen Morgen Segel setzen lies und aus dem Hafen segelte, brach einer der Frühlingsstürme aus, die zu dieser Jahreszeit so oft unvermittelt auftauchten.
Entsetzt hatte er mit angesehen wie die Barbaren unter Deck gingen und eine Ziege mit emporbrachten. Seine Männer waren ebenso wie er damit beschäftigt Taue fest zu zurren und andere zu lösen.
So hatten nur wenige darauf achten können, wie die Barbaren die Ziege ausweiteten und das Blut des Tieres in das tosende Meer tropfen ließen. Dem Blut folgte ebenso der Kadaver des Tieres nach und die Nordmänner legten ihre Köpfe in den Nacken, nach Hrydja, ihrer Sturmgöttin rufend.
Schaumgekrönte Wellenkämme schlugen aufbäumend gegen die Planken des Schiffes. Salziges Wasser durchnäßte die Krieger, deren grimmigen Blicke in jene Richtung gewandt waren, wo sie das Land ihrer Ahnen wähnten, das sie bald zu erreichen hofften.


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 Betreff des Beitrags: Die Reise geht weiter
BeitragVerfasst: 10.04.02, 00:48 
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Ein Sturm tobte über dem Meer, in den tosenden wogen konnte man ein kleines Schiff erkennen. An Deck standen vier groß gewachsenen Männer, die mit erhobenen Häuptern gen Himmel blicken.
Einer der Vier sprach mit dunkler stimme zu den anderen. „Wir sollten gehen unter Deck, Hrydja wird schon erhört haben.“
„Du hast recht Djark, laßt uns nach unten gehen.“ antwortete ein hochgewachsener, blondschöpfiger Krieger. Daraufhin stampften die Khalandrier mit wankenden schritten unter Deck.
Die Bretter knarrten unter dem starken Wellengang, dunkle und dumpfe stimmen drangen aus einer Ecke im Lagerraum hervor. Die vier saßen auf ihren Fellen und tranken aus einfachen Holzkrügen, die sie, ab und an begleitet von Gebrüll, zusammenstießen. Die kleine Runde war bereits leicht angetrunken und sie vertieften sich zusehends in ihr Gespräch. Lange Zeit berieten sie nun schon wie sie es nun bewerkstelligen könnten, ein Heer aufzustellen. Eines, das es mit den Orken Siebenwinds aufnehmen konnte.
„Wir einfach gehen nach Hauptstadt von unsere Brüder und Schwestern.“ sprach einer der Männer mit fester Stimme. „Wie willst du das anstellen Djark, einfach dort hingehen und ein paar Männer mitnehmen?“ Entgegnete der Walanan, mit einem zweifelndem Unterton in der Stimme.
Der angesprochene nickte kurz und nahm einen tiefen Schluck aus seinem Humpen, bevor er antwortete. „Ja es unsre Brüder sind sie helfen uns“ er pausierte kurz um noch einen gewaltigen Schluck zu genießen „Ich mir sicher!“
Ein lautes Rülpsen ertönte, gefolgt von kaum zu verstehenden Worten. „Ich geb Djallg rescht unse Blut sie haben!“
Androm, dessen einer Arm in einer blutigen Schlinge hing, lallte bereits stark „Und wir das ihrle haben, sie hellfen unss!“ Segimer schüttelte den Kopf und wollte eben antworten. Ein grimmiges Lachen ertönte und alle schauten auf den Mann, den es anscheinend amüsierte. Androm richtete zuerst das Wort an ihn „Rashka was ist so lustig.......“ Ein etwas verdutzter Blonder Krieger unterbrach Androm und knurrte, bevor er sprach „Er hat recht Grimthurse, nichts daran ist lustig. Unser Stamm ist in Gefahr!“ Segimer spie die Worte aus und nannte ihn nicht beim Namen, wie er es immer tat, wenn er wütend war.
Djark nickte zustimmend „Ja Rashka. Sagen was freut dich, düstere Stunden über Chauken sind?“ Rashkas Gesicht zerfurchte und verdunkelte sich und mit düsterer Stimme begann er zu sprechen. „Ich hab euch gesagt in unserer Heimat stehen die Dinge nicht gut. Hunger ist überall.“ Er trank hastig aus seinem Krug und wischte sich den Bart ab.
„In Khalandria haben die unseren selbst düstere Stunden“ er blickte mit finsterer Miene in die Runde. „Wir können nicht dort hin und Männer mitnehmen.“ Alle verstanden nun den Grund warum er gelacht hatte und sie nickten zustimmend. Nun versanken sie in tiefe Gedanken und tranken, bis Djarks rauhe Stimme ertönte.
„Gut es ein Problem sein.“ Begleitet von dumpfen Grummeln kratze er sich am Hinterkopf. „Aber was sollen wir machen, Hilfe wir müssen holen.“ Dabei gestikulierte er wild. Segimer bekam kaum noch mit, was die anderen von sich gaben. Wie immer fuhr er sich nachdenklich durch den blonden Bart, bis er eine Hand auf seiner Schulter bemerkte, und ein zerfurchtes Gesicht, das ihn anstarrte. Der Walanan sah, wie sich die Lippen seines Stammesbruders bewegten. Erst verstand er nichts, denn schon tief war das Halbblut in Gedanken. Die Hand rüttelte fester an ihm, und langsam vernahm er die Worte deutlicher. „Segimer, Segimer was sollen wir nun machen?“
Er nickte Androm zu und sprach „Ich weis es nicht.“ Er hielt inne und fuhr nach kurzer zeit fort. „Ich.........“ Rashka breitete seine Arme aus und legte jeweils eine Hand auf die Schultern von Segimer und Djark, nickte Androm zu und öffnete den Mund „Ich schlage vor wir bringen erst diese elende Fahrt hinter uns!“ Angewidert schaute sich der Sprechende im Lagerraum um. „Und wenn wir wieder festen Boden unter unseren Füßen verspüren, denken wir darüber nach.“ Er nahm seine Arme von den Schultern der anderen, griff nach seinem Humpen und trank. Als er absetzte glitt ein „Ahhh Gut“ von seinen Lippen.
„Vielleicht stehen die Dinge ja nicht mehr so schlimm, in dem Land unsrer Ahnen.“ Er dachte zu sich „die Hoffnung müssen wir bewahren, die Hoffnung.“
Auffordernd schaute er zu Segimer, der seinerseits nickte und sich dann wankend erhob. „Rashka hat recht. Laßt uns warten bist wir in Khalandria sind.“
Er schaute auf seine Brüder herab. Zu seiner linken Androm, einer der noch nicht so lang im Stamm aber dennoch ein starker und mutiger Krieger war. Viel hatte er schon gelernt, er war ein guter und aufrichtiger Bruder auf den man zählen konnte und der seinen Platz im Stamm verdiente. Neben ihm saß Djark, einer seiner besten Freunde, mit dem er viel erlebte und dessen Wutausbrüche ihm oft ein Lächeln schenkte. Auch er war sehr stark und mutig, einer den man gern an seiner Seite sieht. Und zu Segimers rechten Rashka der Einäugige. Ihn kannte er wohl am längsten von den Anwesenden. Auch er war einer seiner engen Freunde, wie es auch Djark und Androm waren. Rashka, der erste Grimthurse der Chauken auf Siebenwind. Einer der sicher sein Leben, wie auch die anderen, für das Wohl des Stammes geben würde. Schließlich begann er mit schwerer Zunge zu sprechen.
„Ich fühle, das die Zeit des Stammes noch nicht gekommen ist, und auch wir dürfen wohl noch einige Jahre auf Thare wandeln." Einen Augenblick schwieg der Chauke, um erneut einen Schluck aus seinem Krug zu nehmen.
"Also laßt uns die Ziele nicht zu hoch stecken, erst sollten wir einmal diese Fahrt hinter uns bringen. Auf dem Festland können wir weitere Pläne schmieden.“ Kurz ließ er seinen Blick über die sich langsam erhellenden Gesichter seiner Brüder schweifen, als er sich wieder setzte. Er trank seinen Humpen aus, rülpste laut und fuhr fort „Die Götter werden uns leiten, ihr werdet sehen.“
„Ich kommen wieder zurück nach Siebenwind“ erwiderte Djark kurz grinsend. „Mein Vieh wartet auf mich.“ Für kurze Zeit vergaßen alle die Schwierigkeiten, die sie und die ihr Stamm hatten, denn das Nordfeuer tat seinen Dienst.
Rashka sprach, begleitet von lautem Lachen „Ja und du Segimer auch wirst besser zurückkommen. Skadi wird dich sonst verfolgen bis tief in die Hallen Bellums. Und sie wird dich finden!“ Androm hielt sich den Bauch vor Lachen und entgegnete „Du aber auch Rashka, dich wird dann auch jemand verfolgen.“ Sie lachten lauthals los und scherzten bist tief in die Nacht, bis sie sich schließlich auf ihre Felle legten und schliefen.............

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Khalandrier Channel: #7W-Barbaren

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 Betreff des Beitrags: Ankunft
BeitragVerfasst: 20.04.02, 22:17 
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Die Sonne kam am Horizont aus dem Meer empor gestiegen. Ich war schon seid den ersten Sonnenlicht auf meinem Posten im Krähennest. Der Navigator hatte für heute unsere Ankunft am Festland berechnet.
Der Himmel war blau und fast wolkenfrei. Der Rumpf des großen Schiffes schob sich ruhig durch die niedrigen Wellen. Die Segel waren aufgeblasen durch eine milde Brise.
Ich meldete alle Schiffe die ich ausmachen konnte, und alleine ihre immer weiter steigende Anzahl war ein gutes Indiz dafür, dem Festland näher zu kommen.
So gegen die Mittags stunde, kurz nach dem Dunkel, entdeckte ich die ersten Umrisse von Land. Schon kurz nach meiner Meldung an den Kapitän füllte sich das Deck mit den Fahrgästen. Man konnte ihre Sehnsucht nach einem Festen Untergrund ohne große Probleme erahnen.
Und da standen auch die vier wieder. Schon häufig hatte ich sie aus der Ferne gesehen. Sie standen etwas alleine an der Rehling. Es war ein komischer Anblick. Sie überragten von der Statur her jeden. Alles knubelte sich an der Rehling nur die vier hatten Platz. Denn jeder hielt gebührenden Abstand zu ihnen.
Ich hatte sie ab und an der Rehling stehen sehen. In Ihre Umhänge gehüllt standen sie da und schauten auf die See, als wenn sie was sehen könnten, was unseren Augen verborgen blieb. Ihre verfilzten Haare wehten dabei im Wind. Sie standen da, schweigend und starr. Ihr Gesichtzüge waren hart und zerfurcht. Einer von ihnen trug eine Augenklappe. Der andere hatte die Fahrt mit einem Arm in einer Schlinge begonnen, mittlerweile hat er die Schlinge abgelegt und eine weitere frische Wunde war zu erkennen. Am dritten war nichts auffallendes, bis auf seine Schweigsamkeit. Der vierte und letzte im Bund schien von den dreien am meisten zu sagen zu haben. Trotz ihrer Rohheit und Rauheit schienen sie in einer organisierten Hierarchie zu leben.
Des Nachts konnte man ihre dunklen Stimmen durch den Bauch des Schiffes hallen hören.

Ich war mal wieder mit meinem Bruder zum Hafen gelaufen, als Glocke des Hafenmeisters ein Schiff ankündigt das von der Insel Siebenwind kam.
Wir liefen durch die Menschen Mengen die sich alle am Hafen rum trieben. Die einen wollten auf ein Schiff die anderen kamen von einem. Die einen trugen etwas zu einem der Schiffe, der andere etwas von einem Schiff. Es waren wieder alle Rassen vertreten. Es war ein Lustiges treiben und man konnte Taschendiebe beobachten genauso wie Gaukler
Wir liefen nun zum Steck an dem das Schiff aus Siebenwind anlegen sollte. Wir waren nicht die einzigen die die Ankunft des Schiffes erwarteten Mit uns standen dort Leute die wohl auf Anverwandte warteten. Auch Leute von den Zeitungen machten sich bereit um die neusten Geschichten zu erfahren. Und Soldaten von Stadtwache waren auch da. Wir drängelten uns durch die Menge nach vorne und sahen die Grossen weißen Segel immer näher kommen. Langsam konnte man immer besser die Umrisse des Schiffes erkennen.
Imposant aufragend fuhr das Schiff in das Hafenbecken ein. Mit kleinen Booten wurden die Seile herüber geholt. Grosse Winden am Ufer, die mit der Kraft von Ochsen betrieben wurden zogen das Schiff längsseits an den Pier heran.
Schnell viel unser Blick auf vier Hünen, die Plötzlich die Menschenmenge an der Rehling spalteten. Umso näher das Schiff kam, umso mehr Leute entdeckten die vier. Ein Gemurmel ging durch die Menge. Es hieß es seien Barbaren.
Gesehen hatten wir noch nie einen. Wir kannten sie nur aus Geschichten. Man erzählte sich, ab und an trieben sie sich des Nachts in den Strassen unsere Städte herum und fraßen kleine Kinder die zu spät noch herum liefen.
Wenn man diese Gestalten nun sah, glaubte ich da nicht mehr so recht dran. Denn diesen Hünen war nicht nur zu zutrauen Kinder zu fressen, sondern vor denen wäre gar niemand sicher.


Mittlerweile hat sich meine Aufgabe etwas gewandelt. Mit dem Seemann vorne an der Galion mussten wir dem Steuermann beim einfahren in den Hafen unterstützen. So konnte ich die vier Barbaren nicht mehr länger beobachten.
Kaum war der Steg zum Pier verankert traten die Barbaren auch schon mit großen Schritten Richtung Pier. Wie sie das geschafft hatten, sich den begehrten Platz zu sichern hatte ich leider nicht mitbekommen. Ich hatte zwar schon kurz nach der Sichtung Personen gesehen die mit Gepäck in der Nähe der Rehlingstür gesehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die vier ihr Gepäck definitiv noch nicht dabei. Doch nun war wieder dieser ängstliche Abstand zu Ihnen da.
Ich sah zwei Kinder am Pier mit offenem Mund stehen, deren Augen den Schritten der vier Hünen folgten.

Die Planken wurden zwischen Pier und Schiff geschoben. Ein Seemann öffnete die Forte in der Rehling. Mit großen Schritten kamen die vier Hünen über den Steg in Richtung Land geschritten.
Die wartende Menge teilte sich prompt und keiner wagte sich ihnen den Weg zu verstellen. Selbst die Wachen schienen respektvoll zurückzutreten. Alles folgt ihnen mit den Blicken. Wir Kinder aber liefen ihnen Regelrecht hinterher. Wir waren sehr Neugierig wie wohl die Leute auf sie reagieren würden. Wir rechneten aber jeden Moment damit, dass sie sich umdrehen würden um einen von uns zu fangen und zu verspeisen.
Es war ein komischer Anblick. Selbst die Stadtwache hatte es nicht so einfach durch die vollen Strassen unserer Stadt. Egal welche Strassen sie wählten, die Menschen teilten sich sofort und gaben eine Gasse zwischen sich frei. Überall wurde das treiben eingestellt und die Blicke folgten ihnen.
Wir folgten ihnen mit gebührendem Abstand bis zum Stadttor. Dort angekommen schauten wir ihnen nach bis sie in den angrenzenden Wald verschwanden.

Ich kam auf meinem Pferd reitend durch sie Wälder. Es war im letzten dunkel vor der Nacht. Mein Tempo hatte ich den Sichtverhältnis. Da sah ich aus der Ferne einen Lichtschein durch die Bäume fallen. Es sah aus wie ein Lagerfeuer. In der Luft lag der Geruch von gebratenem Fleisch. Mir lief das Wasser im Mund zusammen und ich entschloss mich den Lagernden einen Besuch abzustatten. Ich plante mich ihnen für diese Nacht anzuschließen, und vielleicht konnte ich mir ja sogar ein Stück von ihrem Braten sichern.
Ich folgte also weiter dem Pfad bis zu der Stelle an der das Feuer am nahsten am Pfad war. Ich stieg von meinem Pferd, nahm es an die Zügel und begann mich durchs Unterholz dem Feuer zu nähern.
Das einzige was mich nun etwas irritierte, war das ich seitdem ich das Feuer ausgemacht hatte kein Lärm hörte. Ich verdrängte diesen Gedanken aber schnell. Ich trat gerade an einem großen Busch vorbei als ich einen Mächtigen schlag versetzt bekam. Es wurde schwarz um mich herum.
Als ich wieder zu mir kam, konnte ich als erstes ganz dumpf tiefe Stimmen hören. ‚Musstest du direkt so fest zu schlagen, Rashka’ brummte der eine zum anderen. Eine andere Stimme brummte zurück, ‚Er hat selber schuld, Segimer, wenn er sich anschleicht’. Plötzlich ertönte eine dritte Stimme, die Mann zu dem diese Stimme gehörte, musste ganz in meiner Nähe sein, er knurrte knapp, ‚Er kommt wieder zu sich’.
Ich fühlte mich ertappt, hatte ich bis eben noch überlegt einfach weiter hier liegen zu bleiben bis alle schliefen und mich einfach wieder aus dem Staub machen konnte. Aber so war ich schon am Beginn mit meinem Schauspiel gescheitert.
Ich öffnete langsam die Augen. Ein Mann mit einer mächtigen Statur beugt sich gerade über mich. Langsam wurde die Umwelt schärfer und ich konnte seine vom Wetter gegerbte Haut erkennen. Hinter ihm konnte ich noch zwei Hünen erkennen, aber deren Züge waren vom Schatten ihrer langen Zotteligen Haare verborgen.
….


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 Betreff des Beitrags: Durchs weite Land
BeitragVerfasst: 3.05.02, 23:54 
Festlandbewohner
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Das vom flackerndem Feuerschein überzogene Gesicht hatte etwas dämonisches an sich, ein Auge stechend und kalt, das andere blutrot, von einer fleischigen Narbe durchzogen.
"Ich sagte doch das ich ihn kaum berührte." Ein heiseres Lachen löste sich aus der Kehle des Grimthursen der den wieder zu sich kommenden Galadonier unverwandt anstarrte.
"Ich ihn auch berühren wollen den Wicht!" Djark schaffte es irgendwie seine Stimme ungemein wichtig klingen zu lassen, lies dabei obligatorisch seine Finger knacken und stimmte lauthals in das Gelächter mit ein.
In diesem Moment kam Leben in den wohl 1,8 Schritt messenden "Wicht", dessen Kopf rot anlief und empor schnellte.
"Ihr verfilztes stinkendes Pack habt kein Recht SO mit mir zu sprechen! Mein Name ist Odran Nabhas! Wenn ich auch der letzte meiner Familie bin so fließt dennoch adliges Blut in meinen Adern! Die Gardisten meines Vaters hätten euch gevierte... "Der Mann stockte plötzlich, seine Kinnlade hing nach unten und er zog geräuschvoll Luft in seine Lungen. Um ihn herum war es totenstill geworden. Für einen Moment verfluchte er sich selbst für seine Torheit. Die Gardisten seines Vaters gehörten ebenso der Vergangenheit an wie der einstige Glanz seiner Familie. Und diese archaischen Gestalten vor ihm waren ganz gewiß auch keine gewöhnlichen Stallburschen, die untertänigst jeden zornig verbalen Ausbruch hinnehmen würden. Das Gesicht des Adligen schien noch eine Spur rötlicher zu werden, als er darauf wartete erneut von den Barbaren "berührt" zu werden.
Die vier Nordmänner verzogen ihre Gesichter zu Grimassen und der Galadonier schien in sich zusammenzusinken. Doch statt harten Fäusten oder gar kaltem Stahl brandete ihm schallendes, urtümliches Gelächter entgegen.
Ein blonder Hüne baute sich mit wehendem Fellumhang vor Odran auf. In seinem Grinsen spiegelte sich eine Mischung aus Verachtung und auch widerwilliger Bewunderung.
"Ein galadonischer Edeling also. Noch dazu einer der ein wenig Feuer im Blut hat. Oder ist es Dummheit die dich sprechen läßt, Wicht?" Ohne eine Antwort abzuwarten griff der Barbar unter seinen Umhang und zog eine tönerne Flasche hervor, die er entkorkte.
Ein beißender Geruch fraß sich in die Nase des Adligen als ihm die Flasche entgegen gehalten wurde.
"Hier trink. Es ist Nordfeuer. Leere die Flasche und du kannst gehen."
Unter dem Gelächter der anderen Barbaren griff Odran nach der Flasche und setzte sie an die Lippen. Ihm hatten noch einige bissige Bemerkungen auf der Zunge gelegen doch verkniff er sie sich schnell. Auch stellte er fest das der Schnaps weitaus bissiger zu sein schien.
Die Tropfen brannten in seiner Kehle wie heißes Pech auf der Haut. Gurgelnd schluckte er sie hinunter, feststellend das er die Stimmen der Khalandrier nur noch aus weiter Ferne zu hören schien.
"Du zu weich Segimer! Ich noch hätte Bewegung gebraucht!"
"Nein Djark. Es ist die E..."
Odrans Sinne verließen ihn ebenso wie die Flasche, die dumpf auf den Boden aufschlug.
Als der Adlige erwachte war er allein. Der Morgen graute bereits und von dem Feuer war nicht mehr als etwas Glut zurück geblieben, die in dem kleinen Steinkreis verloren schimmerte.

***

Die Fenster in dem kleinen Wachturm waren offene Schlitze, die den Blick auf die Ausläufer des Khalandrischen Bergmassivs freigaben. Ebenso wie auf einen Pfad der in Richtung eben dieser führte.
Zwei Männer saßen an einem kleinem Eichentisch und schlugen sich ihre Umhänge enger um die Schultern. Es war Anfang Triar und dennoch blies der Nordwind kalt und unheilvoll durch die Fenster des Turms. Über dunkel angelaufenen Kettenhemden trugen sie Waffenröcke auf denen man an manchen Stellen, die noch nicht all zu sehr beschmutzt waren, ein flammendes Schwert erkennen konnte.
"Ich sage dir man hat uns hier vergessen Erekon. Seit wieviel Jahren wachen wir nun schon mit unserem Trupp über den Grenzpass des Nordens?"
Der Angesprochene zuckte mit den Schultern.
"Ich zähle sie nicht. Wozu auch. Zählte ich sie würden wir auch nicht abberufen werden. Während die Regimenter des Königs in Endophal für Ruhm, Ehre und Freiheit streiten, wachen wir über einen kaum begehbaren Pass."
"Erekon, wir werden noch an Altersschwäche zugrunde gehen. Oder vor langer Weile.
Wacht über den Pass und Hilgorad selbst wird sich euch erkenntlich zeigen, sagten sie.
Haltet die Grenze des Nordens vor den Barbaren sicher und das Volk wird sich euer gedenken, sagten sie." Der Mann spie aus und sah sein Gegenüber wieder an.
"Und pah sage ich. Seit damals mit Argon Khan Frieden geschlossen wurde ist es hier ebenso sicher wie in Draconis selbst."
Erekon nickte geistesabwesend und blickte auf den Pass hinaus.
"Sieh nur!" Er zeigte auf den Pfad der sich unterhalb des Wachturms gen Norden schlängelte. Aus der Ferne waren vier Männer auszumachen. Hochgewachsen, mit Fellen bedeckt und die Köpfe wild von Haar umwandelt.
"Soll ich die Männer hinunter schicken?"
"Wozu, Erekon. Sie verlassen Galadon und ziehen wohl zurück in ihre Heimat. Besser für sie und besser für uns!"
Wieder nickte der angesprochene, zog einen kleinen Becher hervor und warf zwei Würfel hinein. "Komm mein Freund, dann lass uns ein wenig die Zeit tot schlagen"


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BeitragVerfasst: 6.05.02, 21:40 
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Der Morgen graute und der Wind rauschte über die Berggipfel hinweg. Vier Gestalten lagen in Felle eingerollt um eine Feuerstelle, die kaum mehr Wärme abgab. Einer der hochgewachsenen Khalandrier richtete sich langsam auf, und wendete seinen blick gen Süden. Sein Haar war mit einem Lederband zusammengebunden und der kalte Wind pfiff an ihm vorbei, regungslos blickte er ins Tal hinunter. Ein anderer der kleinen Reisegemeinschaft erhob sich so eben und griff nach einigen verdorrten Ästen, die sie am Tag zuvor wohl gesammelt haben mussten. Diese warf er in die mit Steinen umrandete Feuerstelle und beobachtete, wie die darin liegende Glut aufflackerte und die Äste langsam begannen zu brennen. Danach ließ er seinen Blick schweifen. Erst über seine beiden noch schlafenden Kameraden und dann durch die erwachende Welt.
Dort am Rand des kleinen Plateaus auf dem sie rasteten stand Djark, gekleidet in seinen schweren Fellumhang. „Was ist Djark alter Freund?“ warf der am Feuer sitzende ihm entgegen. Weiterhin ins Tal blickend murmelte Djark „Ich beobachten Wachturm.“
Knurrend und mit Zorn in den Augen fuhr er herum, stampfte zurück zum Feuer und ließ sich dort nieder.
“Wie können elende Galas denken das ein Turm unser Volk aufhalten könnte?“ Der Walanan fuhr sich durch sein blondes Haar und warf noch ein paar Äste nach. „Nun Djark, die Galadonier und wir haben einen Friedensvertrag und sie fürchten uns wohl daher nicht.“ „Aber wir haben andere Dinge zu erledigen.“ „Lass uns die anderen wecken und aufbrechen.“ Djark nickte grinsend und trat daraufhin den beiden anderen mit dem Fuß in den Rücken. Knurrend sprangen die zwei auf.
„Verflucht Djark, was soll das?“ schrie Androm, hinter dem sich ein wütender Rashka aufbaute. „Ja was fällt dir ein?“
Lachend fing Segimer an zu sprechen „Los faules Pack, lasst uns essen und danach aufbrechen die Zeit drängt.“ Fluchend ließ sich Androm nieder und auch Rashka setzte sich auf sein Fell, nachdem er Djark noch einen zornigen blick zuwarf. Hastig nahmen die hochgewachsenen Krieger ein kärgliches Mahl zu sich und verstauten ihre Felle um sich bereit zu machen den Berg zu erklimmen. Mit festen Schritten stampften sie durch das unwegsame Gelände. Am Himmel bildeten sich große schwarze Wolken und es begann nach einiger Zeit in Strömen zu regnen. Die Umhänge enger ziehend, kämpften sich die Reisenden Schritt um Schritt den Berg empor. Blitze zischten vom Himmel herab und der Donner hallte etliche Tagesmärsche weit in das Herz des Landes. Der tosende Wind ließ den Regen in die Gesichter der Wanderer prasseln und langsam bildeten sich kleine aber stetig größer werdende Rinnsale, die den Aufstieg erschwerten.
Ächzend setzte Androm als erster einen Fuß auf den Gipfel des Berges. Ihm folgte Segimer und neben ihm Djark und zum Schluss Rashka. Oben angekommen, nach einem guten halben Tag Aufstieg, stellten sich die vier nebeneinander auf und spähten in die Ferne. Der Krieger mit nur einem Auge schüttelte den Kopf und fuhr sich mit der Hand über die Stirn.
„Noch ein weiter Weg, lasst uns erst was essen.“
„Du kannst auch nur daran denken oder Rashka?“ entgegnete ihm ein leicht grinsender Segimer. „Na was soll ich machen ich muss bei Kräften bleiben.“
„Nein. Djark auch Hunger aber erst noch weiter gehen.“ warf der Thurse ein.
Die kleine Gruppe wanderte weiter und die Reise gestaltete sich leichter, da es nun meist bergab ging. Auch der starke Regen wurde langsam immer schwächer, bis er schließlich ganz aufhörte. Es war schon einige Zeit dunkel, als sie schließlich das Lager für die Nacht aufschlugen. Schnell machte sich der anstrengende Tag bemerkbar und alle fielen in einen tiefen Schlaf.

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 Betreff des Beitrags: Dunkle Schatten
BeitragVerfasst: 27.05.02, 22:55 
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Aus den Tälern aufsteigender Nebel umfing die vier Männer, welche durch eine Landschaft aus zerklüftetem Gestein und vereinzelt dastehenden Zirbelkiefern und Büschen schritten. Ihre Beinmuskeln schmerzten bereits und die Luft in ihren Lungen schien zu brennen.
Trotz der Anstrengung lag ein wildes Lächeln auf den Gesichtszügen der Vier. So trostlos und verloren diese Gegend einem unbefangenem Beobachter auch erscheinen mochte, für die vier Barbaren war es ihre seit langem nicht mehr gesehene Heimat.
Khalandra. Hoch emporragende Felsengrate, die den Himmel in der Ferne teilten. Von hellem Glanz bedeckt, wenn sich Sonnenstrahlen auf dem kalten Granit brachen.
Eisiger Nordwind, der die Felle eng an die Gestalten preßte und die Hitze aus ihren Leibern sog.
Die Männer machten sich inzwischen daran von einem Felsplateau in die darunterliegende Ebene hinabzusteigen. Der Nebel hatte die Felsen glitschig werden lassen und ein einzelner Fehltritt konnte bereits genügen, in den Tod zu stürzen oder eine Felslawine auszulösen.
Rashka und Androm hatten die Führung der kleinen Truppe übernommen und Djark sowie ein vor sich hin brummender Segimer schritten hinten drein.
Sie hatten lange gebraucht, dem störrischem blondem Hünen begreiflich zu machen er solle hinter ihnen zurückbleiben. Er war ein Halbblut und das nortravische Erbe seine Mutter konnte ihm hier, wo jedes Kind mit pechschwarzem oder zumindest braunem Haar geboren wurde, schnell zum Verhängnis werden.
Rashka und Androm lachten noch immer leise grollend als sie an Djarks ach so genialen Einfall dachten, Segimer als ihren Nortravischen Sklaven auszugeben. Wer kurz darauf nicht mehr lachte war der Thurse gewesen, dem das Blut aus der Nase quoll, als ein Faustschlag ihm mitten ins Gesicht traf.
Dann jedoch hatte der blonde Hüne seinem alten Freund mit schroffer Geste eine Flasche Nordfeuer gereicht, die dieser sofort zum Teil leerte und den Inhalt in seiner immer durstigen Kehle verschwinden lies. Der Schnaps stellte seine gute Laune ebenso schnell wieder her wie seinen Übermut und so machte er sich einen Spaß daraus, immer wieder Segimer zu buffen, der grollend den beiden anderen Barbaren folgte.

***

Der Mann löste seine Doppelköpfige Axt vom Rücken und brachte sie mit der Effizienz einer unzähligen Male ausgeführten Bewegung vor sich in Stellung. Etwas kam zu ihm aus dem Nebel geschritten, grunzend und polternd. Fast wähnte er Stimmen zu hören doch trug der Wind die Laute davon, die der Nebel nicht schon verschluckte.
Er stand leicht in der Deckung eines großen Felsens, als sich die Gestalten langsam abzeichneten, gedrungen und massiv.
Bergtrolle! Hallte es durch die Gedanken des Kriegers. Instinktiv holte er zu einem gewaltigen Schlag aus und wuchtete die Axt nach vorne, als die Schemen sich verdeutlichten.
Seine Axt schwang auf das Fell des Trolles zu - und auf seinen all zu menschlichem Schädel, aus dem ein erstickter Aufschrei erklang.
Im letzten Moment kehrte der Krieger seine Axt im Schwung um und die Klinge schlug Funken sprühend gegen den Felsen.
Der vermeintliche Troll blickte ihm zornig aus einem Auge entgegen, während das andere schon vor langer Zeit durch eine häßliche Narbe ersetzt worden war.
"Bei Fjerulf, bist du blinder als ein Maulwurf Mann? Werden in Khalandra heimkehrende Männer durch den Stahl statt mit Nordfeuer und Fleisch begrüßt?"
Rashka erstickte fast an seinem Zorn und blickte den Krieger durchdringend an.
Dieser lächelte steif und schnürte seine Axt auf dem Rücken fest.
"Einem Troll siehst du wahrlich ähnlicher als einem von uns Bruder!" Er lachte grollend auf und schlug dem verdutzten Rashka auf die Schultern.
"Zudem ist es selten so nah an der Grenze zu Galadon einem der unsrigen aus dem Süden kommend zu begegnen. Aber wie ich sehe bist du auch nicht allein."
Die Züge des Khalandriers verhärteten sich plötzlich als die restlichen Gestalten aus dem Nebel traten. Seine Hand schoß erneut zum Griff seiner Streitaxt.
"Ihr habt einen Traven bei euch?" Der Mann spuckte die Worte förmlich aus und Wut glomm auf in seinen Augen.
Ein weiterer der Neuankömmlinge baute sich vor ihm auf.
"Nein! Er ist einer der unsrigen. Sein Vater nahm einst eine Trave zu seinem Weib. Er wuchs in Khalandra auf bevor er gen Siebenwind segelte. Von dort aus kam er nun mit uns zurück."
Der Khalandrier spuckte aus und nahm seine Axt zur Hand. "Ein Bastardsohn also? Um so schlimmer! Ein solcher wird nicht unser geheiligtes Land betreten!"
Langsam und mit ernstem Gesicht kam Segimer nach vorne, Androm die Hand auf die Schultern legend. "Schon gut mein Freund. Was nun kommt läßt sich wohl nicht vermeiden. Wenn er einen Kampf will soll er ihn haben!"
Seine Hand umkrampfte den Knauf seines Schwertes und zog die Klinge aus der Scheide als der donnernde Klang eines Rufhornes erklang.
Die Männer sahen auf und erblickten auf einem Felsen hünenhaften Kriger, den Kopf von einer Bärenmaske bedeckt. In einer Hand ruhte das Horn und in der anderen eine Axt, noch gewaltiger als die des khalandrischen Kriegers der zornerfüllt den Kampf suchte.
Dumpf und knurrend erscholl die Stimme des Berserkers von dem Felsen herab.
"Lass deine Axt sinken Hjorgar oder ich sorge dafür das die Schamaninen aus deinen Eingeweiden die Zukunft weissagen! Diese Männer sprechen die Wahrheit! Zudem erfüllt mich fast ein wenig Hoffnung, da sie von Siebenwind kommen."
Hjorgar biß knirschend die Zähne zusammen, dem Befehl gehorchend. Der Berserker kam derweil von dem Felsen hinab gestiegen. Sein freier Oberkörper zeigte viele Narben die von vielen Jahren des Kampfes kündeten. Langsam zog er die Bärenmaske ab und die vier Gefährten zogen scharf die Luft ein, als sie das Gesicht erblickten.
"Somyr!" Entfuhr es Djark, der den Krieger unverwandt anstarrte. Somyr war ein Berserker des großen Khans selbst. Vor langer Zeit war er auf Siebenwind gewesen und hatte den aufbrausenden Djark mehr als mühelos zu Boden geschickt.
Nun wanderte sein stechender Blick von Mann zu Mann und die Freude die eben noch in seinen Augen stand, war erloschen.
"Ihr wißt es nicht, oder? Nein woher solltet ihr auch..."
"Was wissen?" Fragten die vier im Chor.
Doch der Berserker hob nur die Hand und drehte sich um. Wo eben noch Freude und Hoffnung aus seinen Augen strahlte sah man nun eine gewaltige Erschöpfung gepaart mit Niedergeschlagenheit und Zorn.
"Folgt mir und ihr werdet erfahren und verstehen."
Die Vier folgten dem Mann, sich immer wieder fragende Blicke zuwerfend.
Sie schritten den Pfad entlang bis die Felsen sich teilten und den Blick freigaben auf eine weite Ebene. Was sie da erblickten erfüllte sie mit Unglauben und wahrhaft großem Erstaunen. Eine alte Wildheit kehrte in die Männer zurück, eine urwüchsige Wildheit, von der sie auf Siebenwind nicht einmal spürten, das sie diese fast verloren hatten.
Doch nun nach so langer Zeit, sahen sie sich ihrem Volk gegenüber, einem Volk das für den Krieg gerüstet war...


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BeitragVerfasst: 28.05.02, 22:09 
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BeitragVerfasst: 30.05.02, 21:06 
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