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Ihre Finger wanderten langsam am Eichenholzrahmen hinab. Langsam senkte sie die Lider der mandelförmigen Augen und tastete langsam die festen Konturen hinab. Sie fühlte die Formen, die Festigkeit des Holzes. Die Finger glitten weiter auf das Glas des Spiegels. Sachte wanderten Ihre Fingerspitzen in einer fahrenden Bewegung hinab. Langsam öffnete sie wieder die Augen und sie blickte schweigend ihrem Spiegelbild entgegen. Wie sehr hatte sie sich verändert und es schien erst gestern zu sein. Die fülligen, goldenen Locken umrahmten ihr schmales Gesicht mit den hohen Wangenknochen und fielen locker auf Ihre Schultern. Sie Lippen waren wie wohl sooft zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Der Blick der tiefgrünen Augen wirkte ernst und ein Glanz der Weisheit strahlte in ihnen. Ihre Wangen waren leicht gebräunt von der ersten Frühlingssonne. Nichts erinnerte an die junge Elfe die sie damals gewesen zu sein schien. Vor ihrem geistigem Auge sah sie ihr früheres Spiegelbild. Eine junge Elfe, mit wildem goldgelocktem Haupte. Es gab kaum Momente in denen Sie nicht lachte und so waren auch immer ihre kleinen Grübchen in den Wangen zu sehen. Sie tanzte in den warmen Sonnenstrahlen auf den Wiesen mit ausgebreiteten Armen und schien die Sonne umarmen zu wollen. Ihre Augen strahlten Ruhe und eine kindliche Freude aus. Ihr schmaler Körper war in leichte Kleider gehüllt die ihre weiblichen Formen hervorhoben.
Das Bild verschwamm wieder vor ihren Augen und sie sah wieder ihr heutiges Spiegelbild. Oh wie sehr hatte sie sich verändert. Die leichte Kleidung waren einem schweren Brokatgewand gewichen, welches mit feinen Goldrändern bestickt war und es wallte züchtig um sie. Langsam erhob sie sich und leichten Schrittes in den ledernen Sandalen durchquerte sie den Raum. Still verharrte Sie vor einem alten, morschen Regal. Ein güldener Sonnenstrahl erhellte den Gegenstand darin. Ihre Schreibfeder, die einzige Erinnerung an ihr altes Heim und an ihr Schicksal. Mit zitternden Händen griff sie danach, strich mit der Hand hauchzart darüber. Langsam schlossen sich ihre schlanken Finger um sie und hob sie von dem Regalbrett. Sie schloss die Lider und strich die Feder in einer leichten Bewegung über ihre Lippen, ganz so wie sie es früher tat. Bilder schossen vor Ihrem geistigen Auge vorbei. Ein Schluchzer bildete sich in ihrer Kehle und heiße Tränen stiegen ihre Augen. Ein Beben durchlief Ihren Körper und mit Tränenverschwommenen Augen tastete sie nach er Türklinke neben dem Regal. Langsam umschlossen ihre Finger das kühle Metall und sie drückte sie herab. Die schwere Tür schwang geräuschlos nach innen auf und ließ die warmen Sonnenstrahlen durch offene Viereck hereinfallen. Vorsichtig trat sie hinaus, sofort umschlossen von der goldenen Wärme der Sonne. Eingehüllt wie in einen warmen Mantel umgab sie das Licht und geblendet schloss sie für einen Moment die schweren Lider. Sachte und Vorsichtig öffnete sie diese wieder und betrachtete die Umgebung. Ihre Blick wanderte still über die grünen Gräser. Sie schritt langsam hinaus in den blühenden Garten. Vor einem Beet duftender Blumen blieb Sie stehen und ihr blick glitt über die leuchtenden Farben der frischen Blüten. Sie streckte die Hand über sie und strich mit einer vorsichtigen Bewegung über sie. Hauchzart stieg der Blütenstaub glitzernd im Sonnenlichte auf und rieselte langsam auf den Boden zurück. Sie wanderte weiter mit ihrer tiefen Traurigkeit im Herzen, den Blick weiter auf die Schönheiten der Natur um sie gerichtet. Sie lauschte dem melodischen Liedern der Vögel, die auf ihre eigene Art und Weise die Umwelt zu begrüßen schienen. Ihr leichter Schritt führte sie in den tiefen Schatten der hohen Bäume, der durchsetzt war mit kleinen goldenen Lichtpunkten. Ihre große, anmutige Gestalt schien zu verschmelzen mit der Dunkelheit und ihre Schritte verhallten langsam unter dem Halbdunkel und doch schien eine einsame Trauer einer längst vergessenen Erinnerung in der zarten Frühlingsluft zu verbleiben.
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